Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „Frischmuth präsentiert einen Kosmos voller Aufmerksamkeit, mit Mut zum Wildwuchs“ Eva Surma, Schriftstellerin _ Leibnitz/Stm. 9.4.2025

Barbara Frischmuth (links) und Eva Surma
Erinnerung an Barbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Erinnerung an Barbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Erinnerung _ Eva Surma, Schriftstellerin

Liebe Eva, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Barbara Frischmuth bin ich bei zahlreichen Lesungen begegnet, wie die Wege von Menschen sich eben kreuzen, wenn man dieselben Interessen pflegt. Ich denke, dass ich im Literaturhaus Graz erstmals eine Lesung von ihr besuchte, weil ich damals gerade in der Stadt war und es eine Ausstellung zu Elias Canetti gab, eine typische Kolateralsynergie hat uns also zusammengeführt. Seit damals brachte ich Barbara Frischmuth mit dem Literaturnobelpreis in Verbindung, immer wieder, sehr zum Erstaunen ihres Großneffen, der mit einem meiner Söhne die Tourismusschule in Kleßheim besuchte. Paul und Simon waren Zimmerkollegen. Der Name an der Tür ließ mich das Verwandtschaftsverhältnis erfragen.

Egal ob im Literaturhaus Graz, im Kunstgarten, in Leibnitz am Hauptplatz beim Hofbauer, … Barbara Frischmuth war immer interessiert an Menschen und ihren Lebensumständen. Sie war ein Zugvogel, und unter Zugvögeln erkennt man einander. So kam es, dass sie mich bei einer dieser Lesungen zu sich nach Altaussee einlud.

Dieser Einladung kam ich nicht sofort nach, aber ich erzählte meinen Freundinnen davon. Die wiederum waren ausgesprochene Fans der Frischmuth Gartenbücher, von denen sie bei gemeinsamen Wanderungen schwärmten. So besuchten wir als Frauenkulturrunde eine Lesung gemeinsam, und ich erinnerte Barbara Frischmuth, dass sie mich ja schon einmal zu sich eingeladen habe. „Ja. Sie sind aber nie gekommen. Warum nicht?“ gab Frau Frischmuth zurück. Und die Freundin neben mir antwortete spontan: „Weil wir alle mitkommen und ihren Garten sehen wollen.“ Frau Frischmuth fragte: „Na, wie viele seid ihr denn?“ Und schließlich lud sie uns alle fünf zu sich ein.

Was für eine Aufregung! Ich erinnere mich noch gut, wie wir im August 2019 beim Altausseer Feuerwahrhaus hielten und anriefen, um uns den Weg zum Haus ansagen zu lassen. Wir verbrachten Stunden im Garten und auf der Terrasse und wurden freundlich von Frau Frischmuths Mann mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Wir haben viel gelacht und Pflanzen und Samen mitgenommen. Für den nächsten Besuch wünschte Frau Frischmuth sich südsteierische Äpfel, weil an apple a day, …

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Barbara Frischmuths Werk zeichnet aus, dass es feministisch und authentisch ist. Weder um Feminismus noch um Authentizität bemüht, aber von klarer Kraft und Wirkung. Einmal hörte ich sie zusammen mit Bodo Hell auf der ORF Seebühne in Graz. So offen das Leben in allen seinen Facetten zu lieben und sich dabei eine Leichtigkeit zu bewahren, die nichts von einem Stargehabe in sich barg, das ist nicht jedem gegeben – und führt vor allem bei Frauen dazu, dass wir unsichtbar bleiben. Bei Gesprächen über den Literaturbetrieb reagierte Frau Frischmuth mit einer mir unverständlichen Gelassenheit auf die Hegemonie der tonangebenden Männer. Frau Frischmuth wusste sich gut zu distanzieren und schlüpfte, wann immer es ihr beliebte, in ein Feenmärchen davon. Die Altausseer Politik war ihr unverständlich, weil es ihr um die Natur, um ein natürliches Zusammenspiel aller Kräfte im Leben und Sein ging.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Die Rückkehr zum vorläufigen Ausgangspunkt.

Die Mystifikationen der Sophie Silber.

Der Sommer, in dem Anna verschwunden war.

Woher wir kommen.

Barbara Frischmuths Bücher sind dicht gewobene Portraits. Man kann richtig hineinfallen und sich gar nicht sattlesen. Ihre Sprache ist so schön, wie ein Sommermorgen und so vielfältig, wie die Pflanzen in ihrem Garten. Frischmuth präsentiert einen Kosmos voller Aufmerksamkeit, mit Mut zum Wildwuchs.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Frischmuth inspiriert mich wieder und wieder dazu, den Blick auf schreibende Frauen zu werfen, mich mit schreibenden Frauen zusammenzutun, ihre und meine Arbeiten mit ihnen zu besprechen und für meine Werke Zitate und Ideen von Frauen zu verwenden. Denn im Literaturbetrieb in Österreich ist es leider immer noch so, dass wir starke männliche Fürsprecher brauchen, um uns in Verlagen oder bei Messen zu positionieren. Unsere Leselisten in den Schulen sind von alten weißen Literaten geprägt. Ich möchte anregen, vor das eigene Bücherregal zu treten und zu zählen, ob eher Autoren oder Autorinnen ins Auge springen.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

Frau Frischmuth hat mich aufgefordert, in meiner Lyrik mehr mit Verfremdungen zu arbeiten. Darüber denke ich oft nach. Während ich in jungen Jahren dachte, das sei sicher gar nichts für mich, finde ich heute, dass Alter und Verfremdung Hand in Hand gehende Prozesse sind. Mein mich begleitendes Frischmuth-Zitat ist also seit Jahren: Lyrik braucht Verfremdung.

Vielen Dank für das Interview!

Vielen Dank, Walter Pobaschnig, für die Einladung zu diesem Interview. Es freut mich sehr, dass du dafür sorgst, dass Barbara Frischmuth uns in den vielen Reflexionen, die du anregst, präsent wird. Wie schön! Danke!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Eva Surma, Schriftstellerin

Eva Surma, Schriftstellerin

Zur Person:  Eva Surma, gebürtige Grazerin. Lebt und schreibt in Leibnitz, in der Südsteiermark, aber auch sehr gern am Meer. Sie hat Deutsch als Fremdsprache in Graz, Judenburg und Modena im MA-Studium abgeschlossen und darf sich, nach einem Studium an der Donau Universität Krems, Akademische Expertin der Migrationswissenschaften nennen. Feminismus ist ihr Beruf und ihre Berufung. 2005 gründet sie gemeinsam mit der Geschlechterforscherin Sandra Jakomini den verein-freiraum, der fortan die Frauenberatungsstelle Leibnitz trägt. 2021 gründet sie mit Mark Klenk den Verein Worte und Taten, der aktuell in der Ukrainehilfe sehr aktiv ist. Seit 2022 ist Eva Surma Mitglied der IGfem und gründet in selben Jahr zusammen mit der IGfem-Präsidentin Gerlinde Hacker und der Wordrapperin Anna Cech die IGfem Bezirk Leibnitz Schwesternvereinigung. Eva Surma ist seit vielen Jahren leidenschaftliches Mitglied der internationalen Plattform literatur*grenzenlos und seit 2023 PEN Mitglied.

Als dem Chaos verbundene Grenzgängerin ist sie immer auf der Suche nach Altem und nach Neuem. Seit 15 Jahren ist Eva Surma Mitglied des Lebringer Literaturkreises. Jüngster Poetik-Preis: 2022 Un Monte di Poesia, Florenz, „Premio Oltre Confine“. Am 26. Mai 2023 reklamiert sie ihre Meerschutzgedicht „Mare, il grande fratello blu“ auf der Piazza Unitá in Triest auf Italienisch und Deutsch, im Rahmen der Veranstaltung von Mare Nordest gemeinsam mit ihrer feministischen Künstlerkollegin Qing Yue.

Foto_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Fotos_Portrait Eva Surma: privat

Walter Pobaschnig 9.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „bis nach hinten zur Seewiese, wo die Bergkette etwas zurücktritt“ Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin _ Wien 9.4.2025

Erinnerung an Barbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Erinnerung _ Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin

Liebe Sophia, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Bei meiner ersten Begegnung mit Barbara Frischmuth war ich ein Kind. Ich hatte „Donna und Dario“ begeistert gelesen. Meine Großeltern wohnten im selben Ort wie sie und meine Großmutter hat daraufhin ein Treffen arrangiert. Barbara Frischmuth hat mir den Roman signiert und mich durch den Garten geführt…

Viel später, 2019, habe ich ihr Texte von mir geschickt. Ich dachte mir, mehr als nicht antworten, kann nicht passieren. Seither waren wir in Austausch und sie war am Anfang oft meine erste Leserin. Die Gespräche mit ihr haben einen großen Stellenwert für mich gehabt. Ich habe sie als Autorin in ihrem völlig von Trends unbeeinflussten Denken und Schreiben zwischen Realität und Traum sowie in ihrem aufrichtigen und geraden Menschsein sehr zu schätzen gelernt. Sie hat mich in meinen ersten literarischen Schritten begleitet und ich bin für diese schöne Begegnung ewig dankbar. Ich wünschte, wir könnten diesen Sommer noch um den See gehen, „bis nach hinten zur Seewiese, wo die Bergkette etwas zurücktritt.“

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Barbara Frischmuth hat sehr viele verschiedene literarische Genres erfolgreich bedient und ist vor allem immer überzeugt und strikt ihren eigenen Weg gegangen. Als man ihr in Wien zu sehr versuchte vorzuschreiben, wie sie zu schreiben bzw. nicht mehr zu schreiben habe, ist sie weggezogen. Für mich ist es das Nebeneinander und das leise Ineinander von Natur, Traumwelt, Verstand, Realität und Politik, das ihr Schreiben ausmacht. Sie war ohne Radikalität Vordenkerin und ohne trendig zu sein hochaktuell.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

 „Die Mystifikationen der Sophie Silber“, weil ich seither mit Wassermännern schwimme, mit Feen wandere „Das Verschwinden des Schattens in der Sonne“, wegen Sätzen wie „als schliefe ich auf lauter Wörtern, deren Bedeutung mir erst im Traum einfallen würde“, „seit ich diese Sprache spreche, die die Seele als einen Vogel sieht“ oder „Im Wasser liegen, mit dem Salz auf der Zunge, und nur Himmel sehen durchs eigene Haar im Wind, und Farbe bekommen, Farbe, die nachts dann schmerzt und ans kühle Leintuch von seiner Hitze abgibt.“

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Ich möchte ihren Mut mitnehmen, mit dem sie ihre Vorhaben zielbewusst verfolgt hat, ohne sich von außen verunsichern zu lassen. Ihren kompromisslos eigenständigen Verstand, das belebte Betrachten von Natur bis in ihre kleinsten, teils für uns unsichtbaren Formen, ihren (Schreib-)tatendrang und die Erkenntnis, dass Traum und Realität, Feen und Politisches keine Gegensätze sind.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

Gern aus ihrem letzten Erzählband „Die Schönheit der Tag- Nachtfalter“:

„Ich und die Schmetterlinge haben die schönsten Körper, die es gibt. Mein Haar, meine Augen, meine Brüste, und ihre Flügel, ihre Farben, ihre Zeichnungen, sagte sie sich als junges Mädchen.“

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin

Sophia Lunra Schnack, Schriftstellerin

Zur Person_ https://www.sophialunraschnack.com/

Aktueller Roman: https://www.omvs.at/buch/feuchtes-holz/

Foto_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Fotos_Portrait Sophia Lunra Schnack: Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 9.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „Die Natur in all ihren Facetten wahrzunehmen und zu erleben“ Sabine Foraboschi, Schriftstellerin _ Südtirol/I 9.4.2025

Erinnerung an Barbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Erinnerung _ Sabine Foraboschi, Schriftstellerin__Südtirol/I_

Liebe Sabine, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab espersönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Barbara Frischmuth sehe ich als eine der ganz großen zeitgenössischen Literaten Österreichs. Ich bedauere sehr, sie nie persönlich kennengelernt zu haben.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen? 

Die Autorin war zeitlebens sehr mit der Steiermark verbunden, mit der Natur und ihrer Fülle. Sie verstand es auch, die unterschiedlichen Kulturen (Orient und die westliche Kulturwelt) zu verbinden.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Ich habe einige ihrer Bücher gelesen, die ich alle sehr interessant-vor allem aufgrund ihrer bildlichen Sprache- fand. Sehr gut gefallen hat mir „Dein Schatten tanzt in der Küche“, weil es die Rolle von starken Frauen widerspiegelt.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?   

Die Natur in all ihren Facetten wahrzunehmen und zu erleben.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

„WO IMMER MAN EINEN SCHNITT MACHT, BLEIBT EINE WUNDE. ABER MANCHMAL FÖRDERT DER SCHNITT AUCH DAS WACHSTUM“.

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Sabine Foraboschi, Schriftstellerin__Südtirol/I_

Sabine Foraboschi, Schriftstellerin__Südtirol/I_

Zur Person: Sabine Foraboschi, geboren 1978 in Bruneck, ist Krankenpflegerin und Autorin verschiedener Bücher zu gesundheitlichen und sozialen Themen, in denen sie ihre langjährige Berufserfahrung im Gesundheitssektor an die Leserschaft weitergibt.

https://www.athesia-tappeiner.com/de/autor/sabine-foraboschi

Foto_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Fotos_Portrait Sabine Foraboschi: Walter Pobaschnig _ Station bei Malina_Wien 11/23

Walter Pobaschnig 8.4.2025

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„Neu denken, frei spielen“ Michael Schwarzenbacher, Akkordeonist _ Give Peace A Chance _ Essen 9.4.2025

GIVE PEACE A CHANCE

G renzen überschreiten – musikalisch und menschlich

I nspirieren

V ielfalt kreieren

E motionen erzeugen



P ublikum berühren

E nergien freisetzen und zum Nachdenken anregen

A kkordeon als meine Sprache

C ourage für Neues und Unentdecktes

E rleben statt erklären



A ls Musizierender Brücken schlagen



C hancen nutzen

H ingabe in jedem einzelnen Ton

A usdruck statt Show

N eu denken, frei spielen

C harakter zeigen und dadurch gestalten

E inen mit Musik

Michael Schwarzenbacher, 5.4.2025

Michael Schwarzenbacher, Akkordeonist

GIVE PEACE A CHANCE

Michael Schwarzenbacher, Akkordeonist

Zur Person_ Michael Schwarzenbacher ist ein junger aufstrebender Akkordeonist aus Österreich. Das Akkordeon passt bei ihm keinesfalls in eine Schublade, sondern zeichnet sich vielmehr durch seine Vielfältigkeit aus. So vereint er diverse Musikstile in seinem Schaffen und ist stets auf der Suche nach Neuem.

Seit Herbst 2023 studiert Michael Schwarzenbacher an der Folkwang Universität der Künste
in Essen, wo er bereits im Studienjahr 2021/22 einen Auslandsaufenthalt bei der
international renommierten Akkordeonistin Mie Miki absolvierte. Im Jahr 2023 schloss er
sowohl sein Instrumental- als auch sein Instrumentalpädagogikstudium an der Universität
für Musik und darstellende Kunst Graz bei Univ. Prof. MuM Janne Rättyä mit
ausgezeichnetem Erfolg ab.

Seinen ersten intensiven Kontakt zur Musik hatte der 1999 geborene Künstler jedoch schon im Alter von 10 Jahren. Als Wiener Sängerknabe bereiste er zahlreiche bekannte Konzertstätten, darunter die Carnegie Hall in New York und die Suntory Hall in Tokio. Mit 14 Jahren erkannte Michael, dass die Musik, aber vor allem das Akkordeon, weiterhin einen zentralen Platz in seinem Leben einnehmen soll. Er begann mit dem Vorstudium am Kärntner Landeskonservatorium im Fach Akkordeon bei Prof. Mag. Roman Pechmann und besuchte das Musikgymnasium Klagenfurt-Viktring.

Sein künstlerisches Schaffen prägen unter anderem die Meisterkurse bei Richard Galliano,
Teodoro Anzellotti, Veli Kujala, Andreas Borregaard, Vincent Lhermet und Klaus Paier. Er ist
mehrfacher Preisträger von nationalen, als auch internationalen Wettbewerben. Darüber
hinaus spielte er unter anderem bereits als Solist mit diversen Orchestern und trat im
Wiener Musikverein, sowie im Wiener Konzerthaus auf.

Michael Schwarzenbacher gastierte mit seinem Soloprogramm beispielsweise beim Kultursommer Wien und den Brandenburgischen Sommerkonzerten. Michael erhielt im Jahr 2023 den Bruno-Gironcoli-Förderpreis der Stadt Villach, sowie den Kulturförderungspreis für Musik des Landes Kärnten für seine bisherige künstlerische Tätigkeit

Foto_ Hannah Friedl

Walter Pobaschnig _ 6.5.2024

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„Mitreißende Uraufführung!“ 006.am.Psychosee _ das.bernhard.ensemble _ Off Theater Wien 8.4.2025

006.AM.PSYCHOSEE das.bernhard.ensemble
Off Theater Wien
Premiere 8.4.2025, laufende Vorstellungen

Das bernhard.ensemble lädt in seinem neuesten Mash-up zu einem facettenreichen wie mitreißenden Kaleidoskop eines schillernden wie abgründigen österreichischen Filmlebens und einer Epoche in all ihren Sensationen, Blendungen und Abgründen wie dem Weg eines jungen Dramatikerinnenlebens ein, das an Welt und Zeit zerbricht.

Das Publikum folgt in ganz unmittelbarer interaktiver Dramaturgie den Stationen eines Filmsets des Wiener Regisseurs, Produzenten und Autors  Franz Antels (* 28. Juni 1913 Wien +12. August 2007 ebenda) und dessen Genre frivoler Komödien der 1960er Jahre und erlebt die erschütternden Mechanismen von Macht, Grenzüberschreitung und Selbstzerstörung darin wie parallel den inneren persönlichen Kampf und schließlich das Scheitern der britischen Regisseurin, Autorin Sarah Kane (* 3. Februar 1971 in Brentwood/Essex +20. Februar 1999  London) mit.

Die Intensität der Darstellung lässt das Publikum beeindruckend Eintauchen in eine historische Filmwelt wie deren Fragen an die Gegenwart in ihren Möglichkeiten und Risiken der Selbstdarstellung in individueller digitaler Präsentation. Dieses kritische Moment historisch biographischer wie systemischer Perspektive im Dialog zur Gegenwart, zur direkten Ansprache an das Publikum ist eine der ganz großen Stärken dieses Abends.

Im beeindruckenden Darstellungs- und Kulissenkarrusell wird die Macht und Wirkung von Bild und Leben großartig geöffnet und erlebbar gemacht wie das tragische Scheitern an Existenz, Sehnsucht, Hoffnung und Zukunft. Eine geniale Verbindung zweier Kunstleben, die im großartigen Ensemblespiel mitreißend hintergründig zelebriert wird.

„Ein sensationeller Bühnenabend im Scheinwerferlicht schillernder Filmwelt wie der Macht, Gewalt und Zerstörung von Existenz!“

006.AM.PSYCHOSEE das.bernhard.ensemble

Off Theater Wien

ab 16 Jahren Premiere: 8. April (ausverkauft), 19:30 Uhr

Besetzung :

Regie / Konzept: Ernst Kurt Weigel

Konzept/Immersiv-Expertin: Christina Berzaczy

Kostüme: Julia Trybula

Komposition: Rafael Wagner

Visuals: Evi Jägle

Choreografie: Leonie Wahl 

Ausstattung: Ernst Kurt Weigel & Lena Janner

Performance: Yvonne Brandstetter, Kajetan Dick,
Ylva Maj, Sophie Resch, Christian Kohlhofer, Christina Berzaczy,
Bernhardt Jammernegg, Matthias Böhm, Rina Juniku, Leonie Wahl & Ernst Kurt Weigel 

Regieassistenz: Beatrice Leodolter

Lichtdesign / Technik: 
Josef Morawek & Max Smirzitz

Dramaturgie-Assistenz: Beatrice Leodolter
& Nadine-Melanie Hack

Produktionsleitung:  Monika Bangert

Presse: 
SKYunlimited, Alina Groer

Social Media/ künstl.Assistenz: Nadine-Melanie Hack

Hospitanz: Valerie Edthofer

Kostüm-Assistenz: Zarah Reiner

Weitere Vorstellungen: 10.|11.|12.|22.|24.|25.|26.|29. April

1.|2.|3.|6.|8.|9.|10. Mai   Beginnzeit: immer 19:30 Uhr 

006.AM.PSYCHOSEE – das.bernhard.ensemble

OFF Theater Wien  www.off-theater.at

Walter Pobaschnig 4/25

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „ein in unterschiedlichen Farben leuchtender Fixstern am Literaturhimmel“ Gunther Neumann, Schriftsteller _ Wien 8.4.2025

Erinnerung an Barbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Erinnerung _ Gunther Neumann, Schriftsteller  

Lieber Gunter, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Verlagskollegin – ja. Kollegin aber wäre viel zu hoch gegriffen: Sie war ein in unterschiedlichen Farben leuchtender Fixstern am Literaturhimmel, nicht nur jenem über dem Salzkammergut.

Mit den Orten und Landschaften zwischen Aussee, Attersee und Gmunden verbinde ich flimmernde Erinnerungen an Zeiten meiner Kindheit & Jugend dort, in wunderbaren Gegenden mit viel Licht – und einigen Schatten. Sie selbst habe ich nur bei Lesungen erlebt.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus, und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Das vielstimmige Spektrum an Texten und Themen beeindruckt mich noch immer: Zuerst ihre Poesie, dann die Enttarnung von Sprache als Instrument der Disziplinierung, Indoktrination und Manipulation. Später ihre Auseinandersetzung mit Identität & Fremdheit im Makrokosmos, schließlich die Verbindung von Mensch & Natur im Mikrokosmos, in Stille und in Traumgespinsten.

Eine Einordnung in die Literaturgeschichte will ich mir nicht anmaßen.

Gibt es ein Lieblingsbuch von ihr – und warum dieses?

Na ja – Lieblingsbuch…  einst hat mich Die Klosterschule in den Bann gezogen. Vielleicht, weil ich selbst 8 lange Jahre eine solche überstanden habe. Frischmuth hat darin die Schaffung von Wirklichkeit durch Floskeln und Normen, die vermeintliche Rechtschaffenheit, Bigotterie und Rigidität feinfühlig und manchmal wie beiläufig in Literatur verdichtet.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Inspiriert hat mich, wie sie aus der Enge der Berge hinaus in die Welt fand, wie sie später ihre Weltläufigkeit und Offenheit in die zeitweilig verlorene Heimat zurück brachte und sie damit – nicht nur literarisch – bereichert hat.  Eine ihrer vielen verdienten Anerkennungen war der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln: ein Blick auf die Liste der österreichischen und internationalen Preisträger(innen) zeigt, in welcher würdigen Gesellschaft sie hier ist. Dass Frischmuth dabei stets bescheiden blieb, zeichnete sie zusätzlich aus.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

Oft zitiert: „Wie können Menschen miteinander leben, ohne sich gegenseitig den Schädel einzuhauen?“ Eine leider zeitlose Frage, die uns wohl alle, und mich persönlich auch beruflich bewegt.

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Gunther Neumann, Schriftsteller  

Gunther Neumann, Schriftsteller  

Zur Person: http://www.gunther-neumann.com/

Fotos_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Portrait Gunther Neumann: privat

Walter Pobaschnig 8.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „„Guten Morgen“, sagte sie mit angedeutetem Kopfnicken“ Mike Markart, Schriftsteller _ Stainz/Stm. 8.4.2025

Erinnerung an Barbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Erinnerung _ Mike Markart, Schriftsteller

Lieber Mike, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Ga es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Ich habe Barbara Frischmuth nie im literarischen Kontext persönlich getroffen, nur einige ihrer Lesungen besucht. Allerdings hat meine Mutter mich in Bezug auf das sich sehr mit der Natur auseinandersetzende Spätwerk Frischmuths auf dem Laufenden gehalten. Nach dem Tod meiner Mutter habe ich diese Arbeiten kürzlich geerbt.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Mich haben die frühen, engagierten Arbeiten Frischmuths zur richtigen Zeit getroffen. Als ich mich als junger Mensch hineingelesen habe ins Österreichische.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Haschen nach Wind.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Ihr Schreiben und ihre Persönlichkeit sind sicher auch für mich sehr inspirativ. Das ist ein fließender Vorgang, der sich nicht an einzelnen Faktoren festmachen lässt.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

„Guten Morgen“, sagte sie mit angedeutetem Kopfnicken, als ich sie vergangenes Jahr zum letzten Mal in Stainz, meinem Wohnort, welchen sie häufig besuchte, traf. So ging sie an mir vorbei und hinein in meine Erinnerung.   

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Mike Markart, Schriftsteller

Mike Markart, Schriftsteller

Zur Person: http://www.markart.net/

Fotos_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Portrait Mike Markart: Heide Mlekuz

Walter Pobaschnig 8.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „Als wäre das nichts, ein Schreiben mit und über Beziehungen und Kinder, Pflanzen und Gärten und Tiere“ Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin _ Gleisdorf/AT 8.4.2025

Erinnerung an Barbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Erinnerung _Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin

Liebe Andrea, welche Erinnerungen hast du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast du diese erlebt?

Es gab einige, sogar nicht wenige Begegnungen mit Barbara Frischmuth. Die junge Autorin hat in unserer Buchhandlung Plautz in Gleisdorf gelesen, aus der „Klosterschule“ natürlich, sehr passend, hatten wir doch eine in Gleisdorf, heute noch kündet das „Forum Kloster“ als Kunst- und Kulturveranstaltungsraum davon, und auch in diesem hat sie dann in ihren späteren Jahren gelesen, soweit ich mich erinnere. Ich bin ihr ziemlich oft begegnet, bei Lesungen und Veranstaltungen, bei Buchmessen, und natürlich auch in meiner politischen Zeit in Wien und in ihrem Haus in Alt Aussee. Sie hat sich ja immer engagiert und Anteil genommen an der Politik, insbesondere dem Umweltschutz, wenn auch zurückhaltend, in der für sie typischen unaufgeregten Art – mir gegenüber war sie auf dem parlamentarischen Parkett eher reserviert und sichtlich nicht sehr angetan von meiner Position, aber wir hatten ein klärendes Gespräch diesbezüglich und akzeptierten die jeweilige Haltung der anderen. Unser Verhältnis war also eher ein pragmatisches, distanziertes, und nicht sehr emotional. Wir mochten einander, kannten die Arbeiten voneinander (wohl nur teilweise), unsere Begegnungen waren getragen von Respekt und Achtung.

Was macht für dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Ein wichtiges, sogar ganz besonders gewichtiges Werk, das – wie so oft bei künstlerischer Arbeit von Frauen – gern „zurechtgestutzt“ wird, ganz automatisch verkleinert, weil ja doch so viele „Frauenthemen“ vorkommen. Als wäre das nichts, ein Schreiben mit und über Beziehungen und Kinder, Pflanzen und Gärten und Tiere, – die allerdings für mich, und darin bin ich mit ihr vollkommen einige, die wahrhaft und eigentlich großen Themen sind, politisch, durch und bis ins tiefste, innerste Mark AUCH politisch.

Zusammen mit zwei anderen überragend bedeutenden Frauen gehört sie für mich somit zu den drei wichtigsten österreichischen Autorinnen: – alle 3 grundverschieden in der Art, im Stil, in den Aussagen, aber ganz eindeutig Weltliteratur: Jelinek, Mayröcker und Frischmuth.

Gibt es ein Lieblingsbuch von ihr und warum dieses?

„Amy oder Die Metamorphose“. Überhaupt diese drei aus den siebziger Jahren stammenden, für mich eine Einheit bildenden Bücher, die auch gern als Trilogie bezeichnet wurden: „Die Mystifikationen der Sophie Silber“, „Amy oder Die Metamorphose““ und „Kai und die Liebe zu den Modellen“ – diese drei haben mich persönlich und auch in meinem Schreiben stark geprägt, motiviert und ermutigt in ihrer halb autobiographischen, halb magischen und zugleich pragmatischen und den „Zeitgeist“ markierenden Art.

Welche Inspiration hinterlässt ihr Schreiben, ihre Weltsicht, ihr Künstlerinsein?

Aufgeregtheit und Poltern sind nicht notwendig fürs Agieren und Sein. Stille, klare Botschaften aussenden, das wirkt nachhaltig und ruhig, besonnen. Wahrhaftig sein und sich immer um Kenntnis des anderen Standpunkts bemühen. Weitgehendes Akzeptieren – aber auch klare Abgrenzung – etwas, in dem ich nicht besonders gut bin, was ich aber von ihr lernen konnte und noch kann. Sie konnte es jedenfalls ganz ausgezeichnet.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

„Noch wundert sie sich darüber, wie sehr sich nun alles in ihr verbalisiert, wie sehr alles Schauen und Beobachten die Form von Wörtern annimmt. Wie sehr es in ihrem Kopf schreibt. Aber nur in ihrem Kopf. Sie weiß, dass es noch nicht anders geht. Dass viele, unendlich viele Sätze in ihrem Kopf als geschriebene stattgefunden haben müssen, bevor auch nur der erste auf Papier entlassen werden kann.“ (Amy oder Die Metamorphose, S. 179f.)

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin

Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin

Zur Person: Wolfmayr, Andrea – Edition Keiper

Fotos_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Portrait Andrea Wolfmayr: privat

Walter Pobaschnig 8.4.2025

https://literaturoutdoors.com

Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „auf was „Sündiges“und ein gutes Gespräch“ Christl Greller, Schriftstellerin _ Wien 7.4.2025

Erinnerung an Barbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Erinnerung _ Christl Greller, Schriftstellerin  

Ich habe via Literarmechana mehrfach einen Aufenthalt in Altaussee bewilligt bekommen. Dazu habe ich mir immer das erste Jahresviertel ausgesucht, also Winter (und Fasching fiel da oft hinein). Dass in Altaussee die berühmte Schriftstellerin Barbara Frischmuth lebt, wusste ich, und habe sie einesTages kontaktiert, fragte, ob wir uns nicht vielleicht kennenlernen könnten. Sie hat  eingewilligt – vielleicht, weil im Winter sonst eh wenig los ist und auch der geliebte Garten verschneit da liegt. Wir trafen uns dann bei jedem meiner Besuche mindestens einmal in der Konditorei Maislinger auf was „Sündiges“und ein gutes Gespräch. Der Literaturbetrieb und der Garten waren häufig Thema. Einmal, als sie in Wien war, trafen wir uns auch im Café Museum. Ich werde in ihr eine warmherzige Kollegin ohne Starallüren vermissen. 7.4.2025 (Mail)

Vielen Dank für diese Erinnerung!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Christl Greller, Schriftstellerin

Christl Greller, Schriftstellerin

Zur Person: twitter.com/cgreller www.greller.at

Fotos_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Portrait Christl Greller: Renate Ritter

Walter Pobaschnig 7.4.2025

https://literaturoutdoors.com

Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „Barbara Frischmuth stand zu sich in Ruhe und Klarheit. Das hat mich begeistert.“ Jay M. Walther, Schriftstellerin D/NL 7.4.2025

Erinnerung an Barbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Interview _  Jay M. Walther _SchriftstellerinRegisseurin

Liebe Jay, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Im Dezember 1994 habe ich zusammen mit Elisabeth Roters-Ulrich vom Literaturbüro NRW ein Symposium zur Hörspielarbeit von Schriftstellerinnen im Übersetzerkollegium in Straelen organisiert. Außer Barbara Frischmuth waren auch Marlene Streeruwitz und vom WDR die Dramaturin Angela di Ciriaco-Sussdorff eingeladen. Eine mir wichtige Idee war, die Vernetzung deutschsprachiger Schriftstellerinnen zu organisieren, verbunden mit einer Professionalisierung. Bis heute ist mir die kluge, zugewandte und besonnene Art von Barbara Frischmuth gewärtig. Sie hat am meisten zum Fortspinnen eines roten Fadens beigetragen und auch zum Entwickeln konkreter Schritte. Sie war konsequent engagiert. Und sie hat lebendig und bescheiden von ihrer Arbeit erzählt und später dann auch einen sehr persönlichen Bericht über ihre Hörspielerfahrungen geschrieben (Schriftstellerinnen im Gespräch. Eine Dokumentation). Dieser Bericht von ihr machte mehr Mut als Ratschläge. Barbara Frischmuth stand zu sich in Ruhe und Klarheit. Das hat mich begeistert.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Sie ist eine der wichtigsten österreichischen Schriftstellerin. Sie besaß die Fähigkeit sich mit den großen Themen intensiv zu befassen ohne in der Überhöhung zu landen und sie schrieb in Liebe über die kleinsten Dinge. Sie hatte in den Genres, in ihrem Wissen und Können ein breites Können.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Ich erinnere ihre Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele 1999 „Das Heimliche und das Unheimliche. Von den Asylanten der Literatur“ und ich habe den Roman ‚Die Klosterschule‘ (1968) mit angehaltenem Atem gelesen. Ich bin ja auch in dieser dumpfen autoritären Zeit groß geworden.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Mich hat damals ihre Art des Engagements, ihre ruhige Kraft, Klarheit und ihr Wissen beeindruckt. Das imponierte mir sehr viel mehr als dieses ichbezogene Lautsein, das zu der Zeit anfing in Mode zu kommen.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

„Mein grundsätzliches Thema ist: Wie können Menschen miteinander leben, ohne sich gegenseitig den Schädel einzuhauen.“ Dazu gehört ein anderer Satz von Barbara Frischmuth: „Sich im anderen zu erkennen ist eine Übung, die den Blick auf unser Alltäglichstes wieder mit Staunen erfüllt.“

Vielen Dank für das Interview!

„Lieber Walter, hier das Meine über Barbara Frischmuth. Mir ist jetzt erst klar geworden, dass sie ja gar nicht so viel älter war, aber sie war schon ein ganzes Stück sicherer und hatte einen Weltblick. Also schau halt, ob es so passt.“ Herzliche Grüße aus Westfalen. Jay 7.4.25

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Jay M. Walther _Schriftstellerin, Regisseurin

Jay M. Walther _SchriftstellerinRegisseurin

Zur Person: http://www.jmonikawalther.de/index.html

Fotos_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Portrait Jay M. Walther: Barbara Dietl.

Walter Pobaschnig 7.4.2025

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