„Theater ermöglicht sich auszutauschen, nachzudenken, abzutauchen, sich wohlzufühlen“ Michelle Haydn, Schauspielerin _ Furth bei Göttweig 10.2.2023

Liebe Michelle, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Gott sei Dank ist jeder Tag unterschiedlich – langweilig wird mir nie!

Momentan probe ich im THEO – TheaterOrt für junges Publikum in Perchtoldsdorf. Zeit für meine Familie, Freunde und mich ist mir sehr wichtig und die nehme ich mir auch, so gut es mir gelingt.

Michelle Haydn, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dankbarkeit, Lebenslust & Empathie – ,,grantig sei, zoid se ned aus!“

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Zusammenhalt.                                                                                                     

Kunst verbindet! Die unterschiedlichsten Persönlichkeiten treffen aufeinander und das Theater soll den Menschen (vor, auf und hinter der Bühne) weiterhin die Möglichkeit geben, sich auszutauschen, nachzudenken, abzutauchen, wohlzufühlen, sie zu unterhalten, ihre Seelen berühren zu lassen, in Kontakt mit ihren Gefühlen zu treten & ganz wichtig: ihnen Freude zubereiten!

Michelle Hadyn (folgende) als Birgit in ,,Magic Afternoon“ im Theater Experiment,
mit Florian Raphael Schwarz
Kathi in ,,Charivari“ bei den Nestroyspielen in Schwechat
Victoria Reynolds in ,,Keine Leiche ohne Lily“ im Theater Center Forum
Louka in ,,Helden Reloaded“ im Theater Forum Schwechat
weibl. Hauptrolle in ,,Der reizende Reigen“ im Theater Spielraum

Was liest Du derzeit?

Lorna Byrne – Engel berühren meine Fingerspitzen                                                 Maxim Mankevich – Soul Master                                                                                    Karin Kuschik – 50 Sätze, die das Leben leichter machen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

,,Everything happens for a reason“                

Michelle Haydn, Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Michelle, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Michelle Haydn, Schauspielerin

Zur Person_Michelle Haydn:

• geboren 1992 in St. Pölten
• BAFEP St. Pölten (Matura 2011)
• Schauspielakademie Elfriede Ott (Diplom 2019)

Zuletzt zu sehen als:
• Louka in ,,Helden Reloaded“ im Theater Forum Schwechat
• Leocadia in ,,Nur Ruhe“ bei den Nestroyspielen in Schwechat
• Toni Gilz in ,,Hochzeit“ im Stadttheater Mödling und in der SCALA in Wien
• Kathi in ,,Charivari“ bei den Nestroyspielen in Schwechat
• Birgit in ,,Magic Afternoon“ im Theater Experiment
• weibl. Hauptrolle in ,,Der reizende Reigen“ im Theater Spielraum
• Victoria Reynolds in ,,Keine Leiche ohne Lily“ im Theater Center Forum
• Joyce/die tolle Grete in ,,Top Girls“ im Theater Spielraum
uvm.

Fotos_Produktion bzw. privat

2.2.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gegenseitigkeit“ Caroline Hecht, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 10.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gegenseitigkeit

Individualität

Verschiedenheit

Einheit


Positivität

Enthusiasmus

Anmut

Courage

Ehre


Anfang


Chaos

Heilung

Aufbau

Neuorientierung

Chance

Ende


Caroline Hecht, 14.1.2023

Caroline Hecht, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Caroline Hecht, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 14.1.2023

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„Einsteins Hirn“ Franzobel. Roman. Paul Zsolnay Verlag. 2023.

Jetzt blickt Sam Shepard, FBI, zurück. Auf einen besonderen Auftrag.

„Thomas Stoltz Harvey hieß mein Mann. Eisgraue Wolfsaugen, dünne Lippen…“

Aber das war nicht der einzige Auftrag. Zunächst war es ein anderer.

„Ich glaube, wir sind ans Ende gekommen, Herr Professor. Ich bekreuzigte mich, zündete mir eine Zigarette an…Der Arzt trat ans Fenster, blickte in die Dunkelheit der Nacht und sah, wie draußen die Glut einer Zigarette aufleuchtete. Professor Einstein ist tot, und wir haben die Bescherung…“

18.April 1955

Der Todestag von Albert Einstein, Nobelpreisträger, genialer Physiker, der mit seiner „Relativitätstheorie“ das Verständnis von Raum und Zeit revolutionierte, fällt mit dem Hochzeitstag des Pathologen Thomas Stoltz Harvey, Princeton-Hospital, New Jersey, zusammen. Der Krankenhausdirektor Blummenfelt gibt Harvey den Auftrag zur Obduktion Einsteins, nicht ohne selbst wie auch andere ein „Souvenir“ zu wollen…

„Unter den Ärzten und Krankenschwestern hatte sich herumgesprochen, wer im Autopsiesaal lag. Immer wieder schlichen welche hin, um einen Blick auf den Genius zu erhaschen. Nicht nur einem fiel dabei ein, dem berühmten Mann eine Locke abzuschneiden. Und wenn so etwas erst einmal losgeht… Als gegen dreizehn Uhr die Mitarbeiter des Krematoriums kamen, hatte Einstein beinahe eine Stoppelglatze. Einem Chirurgen war es in den Sinn gekommen, dem Physiker einen Zahn herauszubrechen… Es ging zu wie zur Hochblüte des Reliquienhandels.“

Doch Harvey entfernt das Gehirn und nimmt es an sich. Und jetzt beginnt eine Reise in das Herz und Hirn eines Landes zu Kunst, Politik, Gesellschaft auf der Suche nach Leben in Raum und Zeit….

Franzobel, gefeierter Schriftsteller und Dramatiker, Ingeborg Bachmann Preisträger 1995, ist eine der originellsten, innovativsten wie überraschendsten literarischen Stimmen der Gegenwart. In Themen-, wie Stilvariation ist Franzobel stets auf der Suche nach inhaltlichen wie formalen Möglichkeiten des Erzählens. Dabei ist immer der Mensch in einer, seiner Welt im Mittelpunkt, die sich dreht, schnell und mitreißend, ein Strudel, in welcher er versucht Fuß zu fassen und seinen Weg zu gehen in allen Lebenslagen.

Franzobel, Schriftsteller,
Ingeborg Bachmann Preisträger 1995

Im aktuellen Roman „Einsteins Hirn“, für den der österreichische Schriftsteller auf den Spuren der literarischen Hauptperson Harvey – jener Pathologe, der Albert Einstein obduzierte und sein Gehirn entnahm – ausgehdehnte Reisen in die USA wie auch Asien unternahm und dies anschaulich wie pointiert in ein mitreißendes roadmovie zwischen Himmel, Universum, und Erde einfließen lässt. Harvey ist zwischen Herkunft und Familie, Beruf und Vision wie Sinn und Einsamkeit in den USA der 1950/60/70er Jahre am Lebensweg und hat dabei „Einstein“ und alle Fragen nach Sinn, Zeit und Wirklichkeit im sprechenden Gepäck. Auf geniale Weise werden nun die Bezugsebenen von Leben und Welt ineinander geführt und mit- wie gegeneinander in sprühenden Dialog gesetzt.

Die literarische Energie, die Franzobel in seinem neuesten Roman im Inhalts- wie Formbogen entfesselt – etwa mit dem sprechenden Einsteinhirn – ist faszinierend. Personen, Begegnungen, Dialoge zwischen Faust und Moby Dick, Beat Generation und Woodstock, Religion und Wirklichkeit, Krieg und Pazifismus lassen vergangene wie gegenwärtige Gesellschaftsuniversen kaleidoskopartig aufblitzen und Mensch und Zeit in aller unerträglichen Leichtigkeit darin verlieren. Ein Lebens- und Zeituniversum, ein Karussell, in dem gleichsam Harvey als faustischer Prototyp oder moderner Major Tom nach Halt, Hirn und Herz im Universum, dem großen wie kleinen, sucht, im wahrsten Sinne des Wortes.

Zu bewundern ist auch, dass Franzobel keine Angst vor dem großen, umfassenden Roman hat und auch mit „Einsteins Hirn“ ein über fünfhundert Seiten fassendes Werk vorlegt, welches das literarische Jahr fulminant eröffnet.

„Franzobel = Sprachvirtuosität x Originalität zum genial literarisch unterhaltenden wie tiefsinnigen Lesequadrat“

„Einsteins Hirn“ Franzobel. Roman. Paul Zsolnay Verlag. 2023.

Walter Pobaschnig 2_23

Foto_Portrait: Wallter Pobaschnig

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„Das ist ja das Schöne, dass man sich immer auf die Kunst verlassen kann“ Susanne Wiegner, 3D Künstlerin _ München 9.2.2023

Liebe Susanne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich arbeite gerade an einem neuen Film und da meine Computeranimationen sehr komplex sind, kann ich mir keine langen Pausen leisten, um nicht „den Anschluss zu verlieren“. Das heißt, ich arbeite momentan den ganzen Tag.

Susanne Wiegner, 3D Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Empathie! Andere Menschen wahrnehmen und zugewandt bleiben. Einfach wieder mehr in und mit der Welt sein, als am Smartphone.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Für mich ist der gesellschaftliche Zusammenhalt wesentlich und wohl auch die größte Herausforderung … und nicht zu resignieren. Wir sind alle ein Teil der Probleme und somit auch alle ein Teil der Lösungen.

Die Kunst an sich ist frei und an keine Thematik oder Aufgabe gebunden. Viele Künstler werden auf ihre Weise die momentane Zeit und Herausforderungen aufnehmen, verarbeiten und neue Sichtweisen eröffnen. Das ist ja das Schöne, dass man sich immer auf die Kunst verlassen kann.

Was liest Du derzeit?

„Gegen den Strich“ von Joris-Karl Huysmans

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„…alles ist in einer unsichtbaren, aber niemals ruhenden Wandlung begriffen, im Unfesten liegt mehr von der Zukunft als im Festen, und die Gegenwart ist nichts als eine Hypothese, über die man noch nicht hinausgekommen ist.“

Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften)

Vielen Dank für das Interview liebe Susanne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Susanne Wiegner, 3D Künstlerin

Zur Person_ Susanne Wiegner hat an der Akademie der Bildenden Künste in München und
am Pratt Institute in New York City studiert. In 3D Computeranimationen
beschäftigt sie sich mit dem Thema Raum und Literatur. Ihre Arbeiten werden
bei internationalen Ausstellungen und Festivals gezeigt.

http://www.susannewiegner.de

Foto_privat

23.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ganz“ Kristina Schippling, Schriftstellerin und Filmregisseurin _ Give Peace A Chance _ Berlin 9.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE


G         anz

I           m

         erdunkeln.

E          s

P          ulsiert

E          ine

A         ndere

C          hance.

         s

        hnt …

         himären

H         eben

A         ber

N         eue

C          hiffren

         mpor.


Kristina Schippling, 12.1.2023

Kristina Schippling, Schriftstellerin und Filmregisseurin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Kristina Schippling, Schriftstellerin und Filmregisseurin

Zur Person_Kristina Schippling lebt als Schriftstellerin und Filmregisseurin in Berlin. Nach drei literarischen Büchern und weiteren Kurztexten ist 2021 ihre Dissertation erschienen. Zudem publiziert sie philosophische Texte. Neben Kurzfilmen hatte nun auch ihr erster Dokumentarlangfilm „The Sound of Cologne“ beim Filmfestival Cologne seine Uraufführung.

Foto_Borkh Fotografie

Walter Pobaschnig _ 12.1.2023

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„Granatwerfer“ Michael Augustin _Schriftsteller, Künstler _ Give Peace A Chance _ Bremen 8.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Granatwerfer

Interkontinentalraketen

V-2

EMP



Panzer

Eurofighter

Artillerie

Chemiewaffen

Erstschlagoption



Atombomben



Cruisemissles

Haubitzen

AK 47

Napalm

Clusterbomben

Endsieg


Michael Augustin, 13.6.2022

Michael Augustin _Schriftsteller, Künstler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Michael Augustin _Schriftsteller, Künstler

MICHAEL AUGUSTIN – POET & ARTIST – 1543332146s Webseite! (jimdofree.com)

Fotos_privat.

Walter Pobaschnig _ 11.6.2022.

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„Dass die Literatur Freude bringt, zum Denken anregt, Verstehen hilft“ Siegfried Völlger, Lyriker _ Augsburg/D 8.2.2023

Lieber Siegfried, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Früher, als ich noch musste, hab ich den Wecker immer auf drei Minuten nach sechs gestellt. Ich wollte nie um sechs aufstehen, das wusste ich schon ganz jung.
Jetzt wache ich meist vor sechs auf.
Das Morgenritual (ich hoffe ich werde immer am Morgen duschen können), Kaffee, Zeitung. Da kann es dann schon zur kleinen Wanderung die Bücherregale entlang kommen, alte Freunde begrüßen, manche verwundert anschaun – das hab ich gelesen? warum weiß ich nichts mehr davon? Eher missmutige Gedanken von manchen Büchern: warum werde ich nicht beachtet?
Bücher reden, echt.
Dann bald hinaus – gehen. Und Leute betrachten. Das ist das wichtigste: Leute betrachten, und Tiere … und so wies mich dahinträgt, trödle ich durch die Stadt und mach keinen Plan.
An manchen Tagen arbeite ich auch im Brechthaus in Augsburg.

Siegfried Völlger, Lyriker

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Grundgesetz Artikel 1
Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Um zu verstehen gibt es nur einen weg: Wissen.
Bildung, lernen, verstehen lernen.
Denken – wird häufig sehr unterschätzt.
Ich glaube nicht, dass das unbedingt bedeutet, dass man ein anständiger Mensch wird, aber die Chance ist größer (in vielen Regierungen, um nur einen Bereich zu nennen, gibt es durchaus gebildete Menschen die von einer grandiosen Dummheit und Boshaftigkeit sind).
Wir sind ganz Einzelne. Kunst und Literatur wirken zuerst an den Einzelnen. Ich glaube nicht an Gruppen, Bewegungen, Epochenthemen.

Zu all dem Wissen kommt natürlich das Erkennen, das einem die Welt gibt. Ich kanns nicht gut anders sagen, vielleicht denken manche Gott, aber da kann ich dann nicht mittun.
Es gibt ein Verstehen und Erkennen, und da besonders in der Kunst, das nicht nur auf Wissen baut, das etwas ganz kreatürliches ist. Darauf kann man immer hoffen.

Hoffen also, dass die Kunst, die Literatur, was sie ja zweifellos bei Einzelnen tut, mehr trifft, mehr bewegt, über den Alltag hinaus Freude bringt, zum Denken anregt, Verstehen hilft.
Also zugänglich ist für viele – wir versinken sonst im Grau, im Grauen.

Was liest Du derzeit?

Ich entdecke grad Bertolt Brecht wieder. Seine Vielfältigkeit. Vor allem in den Prosa Arbeiten, Journalen, und natürlich die Lyrik, die frühe besonders gern, in der er noch ganz ungezähmt ist.

Immer lese ich Lyrik,. Ich mochte schon immer skandinavische Autoren, Lars Gustafsson, Olav H. Hauge und andere. In den letzten Jahren hat es im Elif Verlag eine Reihe von Übersetzungen aus dem Isländischen gegeben, übersetzt von (man muss Übersetzer immer erwähnen, meist loben) Jón Thor Gíslason und Wolfgang Schiffer – sehr lohnenswert!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann

Francis Picabia

Vielen Dank für das Interview lieber Siegfried, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Siegfried Völlger, Lyriker

Foto_privat

29.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gegen alle Regeln menschlichen Verstands“ Franziska Bauer, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Größhöflein/AT 7.2.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gegen alle Regeln menschlichen Verstands

Ist‘s, Kriege führend, Menschen zu verachten;

Völlig sinnlos für Bewohner eines Lands

Ehre als Lohn für Helden zu betrachten.


P
anzer lösen niemals ein Problem,

Erst recht nicht Bomben und Granaten.

Auf „Kam-sah-siegte“ hoffen? Zu bequem!

Cäsar hätt‘ selbst wohl davon abgeraten,

Es für total gesichert anzusehn,  

Als Sieger eines Blitzkriegs dazustehn.


Chaos, Zerstörung, Tod und Leiden

Herrschen dort, wo Frieden fehlt.

Also bemüht euch, Krieg zu meiden.

Nur das ist, was letztendlich zählt.

Conclusio – man sieht es täglich:

Einzig im Frieden wird das Glück uns möglich.


Franziska Bauer, 11.1.2023

Franziska Bauer, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Franziska Bauer, Schriftstellerin

Zur Person_Franziska Bauer, geb. 1951, Studium der Russistik und Anglistik in Wien, wohnhaft im Burgenland, pensionierte Gymnasiallehrerin, Schulbuchautorin, schreibt Lyrik, Essays und Kurzgeschichten für Zeitschriften und Anthologien, zwei Lyrikbände beim Apollon Tempel Verlag, Gewinnerin des 10. Bad Godesberger Literaturpreises

Publikationen und Lesungen nachzulesen unter:
www.galeriestudio38.at/Franziska-Bauer
youtube-Kanal:
https://www.youtube.com/channel/UC5pC-XIT48NhDDWbeTSSXxA
Facebookseite:
https://www.facebook.com/franziska.bauer.56211
Verlagshomepage:
https://www.apollontempelverlag.com/verlag/autoren/franziska-bauer/

Neuerscheinung:

DONA NOBIS PACEM, mit Originalen und Übersetzungen von Franziska Bauer und Mary Nikolska in drei Sprachen; Druck: Buchschmiede, Großebersdorf © 2022 Franziska Bauer
Vertrieb: E. Weber Verlag, www.eweber.at, ISBN 978-3-85253-780-1

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 11.1.2023

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„Ich denke, wir werden mehr Offenheit brauchen“ Beate Kniescheck, Autorin _ Wien 7.2.2023

Liebe Beate, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin Vollzeit berufstätig als Kommunikationsberaterin und Trainerin, außerdem haben wir zwei Kinder. Das heißt, mein Tag beginnt mit Care-Tätigkeiten: Kinder aufwecken, Frühstück und Schuljause vorbereiten. Weil ich selbständig bin, arbeite ich danach oft im Homeoffice. Falls wenig zu tun ist, gönne ich mir zwischendurch Arbeitspausen. Die sehen so aus, dass ich lese, bevorzugt am Balkon, oder an einem literarischen Text schreibe.

Am frühen Nachmittag, sobald die Kinder nach Hause kommen, koche ich. Darin bin ich furchtbar schlecht, aber ich würde nicht auf das gemeinsame Mittagessen verzichten, weil es mich glücklich macht, wenn die Teenager mir ein paar persönliche Dinge erzählen, die sie gerade beschäftigen. Nachmittags steht dann wieder Arbeit am Programm: Textarbeit, Termine, Telefonate, regelmäßig halte ich Seminare oder Fachcoachings zu Social Media-, Text- oder PR-Themen. Der Abend „gehört“ der Familie – und den Büchern.

Beate Kniescheck, Autorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Solidarität, aber auch Selbstfürsorge sind jetzt besonders wichtig. Es sind schwere Zeiten für viele Menschen, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Wir sollten auf uns selbst schauen, dabei aber nicht aus den Augen verlieren, ob und wie wir anderen helfen können.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich denke, wir werden mehr Offenheit brauchen, um den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft zu stärken. Diese Offenheit ist aus meiner Sicht ein Merkmal spannender künstlerischer und literarischer Werke.

Was liest Du derzeit?

„Nachkommen“ von Marlene Streeruwitz, „Lucida Console“ von der genialen Natalie Deewan und „Im Kaffeehaus“, ein sehr schön gestaltetes Buch, in dem Fotograf Sepp Dreissinger neben Portraitaufnahmen von Künstler:innen auch Interviews mit Literat:innen publiziert. Unter anderem führte er im Lauf der Jahre Gespräche mit Ilse Aichinger, Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker oder Christine Nöstlinger, um nur einige wenige zu nennen. Sehr interessant, eine schöne Abendlektüre!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende.“ Von wem das Zitat stammt, scheint nicht bekannt zu sein, manche schreiben es dem brasilianischen Schriftsteller Fernando Sabino zu. Aus literarischer Sicht ist das natürlich ein ausgemachter Blödsinn, es braucht am Ende nicht unbedingt „Friede, Freude, Eierkuchen“. Aber ich mag den Optimismus, der in diesem Zitat mitschwingt. Wir werden ihn noch brauchen.

Beate Kniescheck, Autorin

Vielen Dank für das Interview liebe Beate, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Beate Kniescheck, Autorin

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Fotos_Ferry Nielsen

22.9.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Verpuppt“ Ana Marwan. Roman. Otto Müller Verlag.

Da ist Jez. Und da ist das Leben im Büro.

„Normalerweise sagte er auch während des Arbeitstages nicht mehr als Guten Tag, Guten Appetit, Frau Lah, Bitte sehr, Entschuldigen Sie, Danke, Macht nichts, Erlauben Sie….“

Abends dann der Morgenmantel, Couch, Bett, lesen. Worte zu seiner Frau. Der Blick auf die wachsende Pappel vor dem Fenster, die den Blick auf die Welt verdeckt. Auch die innere, die ganz ruhig ist…

Und doch ist es eine Welt der Begegnung, der Bewegung. Der Stille und der Sprache. Der Menschen. Blitzlichter und Dunkelheit. Die eigene und die andere. Alles da. Immer wieder….

Es geht weiter…

Verpuppt….

Ana Marwan, gefeierte Bachmannpreisträgerin 2022, legt mit „Verpuppt“ ihren zweiten Roman vor und dieser begeistert wie der Siegerintext in Klagenfurt in stilistischer wie inhaltlicher Virtuosität, Originalität und Unverwechselbarkeit.

Ana Marwan, Bachmannpreisträgerin 2022

Die in Slowenien geborene und aufgewachsene Schriftstellerin nimmt Leserin und Leser in einzigartiger Sprach- und Erzählkraft von der ersten Seite an fasziniert mit und lässt bis zum Schließen des Buchdeckels in Überraschung, Witz und Sinn nicht mehr los. Und auf dieser Reise des Wortes begegnet Menschliches, Allzumenschliches in allen existentiellen, sozialen wie metaphysischen Unmittelbarkeiten.

Aufmerksamkeit, Beobachtungsgabe und Abstraktion, Transformation ist wohl eine der wesentlichsten Voraussetzungen von Literatur. Ana Marwan ist eine Meisterin darin und lässt in Sprachwitz Sein und Schein des Lebens ganz fein aufblitzen, ansehen und weiterziehen zur Wahrnehmung, Erfahrung der Leser*innen. Es ist ein Dialog, den die Schriftstellerin hier führt und dieser verbindet in Textmontagen philosophisches wie literarisches Schreiben zu einer Symbiose, einem Universum, darin sich Mensch und Erde weiterdrehen, verpuppen…

Ana Marwan sitzt in ihrem Schreiben mit Nietzsche, Musil und Bachmann am Tisch. Ein Symposium, ein Fest, zu dem Leserin und Leser geladen sind! Wenn morgen die Welt untergeht, sollten sie heute Ana Marwan gelesen haben.

„Ana Marwan ist eine begeisternde, herausragende Stimme moderner Literatur!“

„Verpuppt“ Ana Marwan. Roman. Otto Müller Verlag. 2023

Walter Pobaschnig 2_23

Fotos_Walter Pobaschnig

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