„Gegen den Wind rufe“ Iris Antonia Kogler, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Düsseödorf 14.8.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gegen den Wind rufe

Ich deinen Namen doch du

Verschwindest im Sand unserer gemeinsamen Träume

Ein uns andere Mal suche ich nach dir


Punkt für Punkt betrachte ich die

Eingefangenen Momente die

Am Ende meiner Gedanken im

Chaos versinken

Es wird vorbei gehen


Aber ich bleibe.


Carpe diem sagtest du immer und

Heute habe ich am Meer an dich gedacht

An unser gemeinsames Leben und daran, wie es

Nun werden wird ohne dich die

Chronometrie ist eine andere nun

Ein Neuanfang


Iris Antonia Kogler, 2.8.2023

Iris Antonia Kogler, Schriftstellerin, Dramaturgin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Iris Antonia Kogler, Schriftstellerin, Dramaturgin

Zur Person _ Zur Person__ Iris Antonia Kogler wurde 1977 geboren. Nach einer Ausbildung zur Theaterdramaturgin arbeitete sie einige Jahre im Kulturbereich und ist heute neben ihrer Schriftstellerei auch als Lehrkraft für kreatives Schreiben, Schreiben für Theater und Roman tätig. 2018 veröffentlichte sie die Kurzgeschichtensammlung „Von Menschen“ sowie den Roman „221 Tage“. 2019 folgte der Roman „Meerestiere“, 2023 „Inside Underdog“ (Mirabilis Verlag).

2016 gewann Iris Antonia Kogler den Spezialpreis für Science-Fiction beim Literaturwettbewerb Stockstadt, 2017 den ersten Preis dort. 2020 stand sie mit ihrem Roman „221 Tage“ auf der Shortlist des Tolino Media Newcomerpreises. 2022 erhielt Sie den dritten Preis beim Moerser Literaturwettbewerb.

Aktueller Roman_Iris Antonia Kogler: Inside Underdog _Backstage-Notizen

Iris Antonia Kogler: Inside Underdog Backstage-Notizen
In der Reihe: Schöne Bücher Bibliothek. Edition der unabhängigen Verlage

Mirabilis Verlag, 01.09.2023
ISBN 978-3-947857-22-7
Hardcover, Fadenheftung, 100 Seiten
Umschlaggestaltung: Jens Korch

Preis: 16 €

Foto_privat

24.7.2023_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com/

„Der Kauz“ Simon Guerel. Kurzgeschichten. Verlag Text/Rahmen.

Da ist das Ufer in der Morgendämmerung und der leblose Körper Frau/Fisch. Der Tod. Und da ist das Leben, die Liebe, die Gespräche über Himmel und Erde…und schließlich die Rückkehr an den Strand von Yaser und der Blick in die Augen der Toten?

Und da ist die Malerin Juana und Karl, die in Chile auf dem Weg zum Lebensort Pablo Nerudas sind. Und die Liebe wie Begehren begleitet sie wie in den Worten Nerudas…

Kateryna kommt am 6.Jänner, dem orthodoxen Weihnachtsfest nach Wien, und überrascht die WG mit einer morgendlichen Bortschsuppe. Sofort wird das Essen zum Gespräch über Leben und Wege, Werte und zum verbindenden Element über Grenzen hinweg…

Und weiter geht es in Geschichten, die Leben und Welt, Zeit und Sinn wie Individualität und Gespräch, Gemeinschaft, in aller Vielfältigkeit, Komplexität und Leichtigkeit öffnen und in bunten Farben schillern lassen.

Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, begeistert mit ihren Erzählband „Der Kauz“ , unter dem Pseudonym Simon Guerel, in einer mitreißenden Erzählgabe, die ganz große Traditionen phantastischer wie faszinierender Märchen-, Sagenwelt der Kulturgeschichte mit moderner Lebenswelt in aller Suche nach Freiheit, Liebe, Leben verbindet und gleichsam in Sprachkraft wie -leichtigkeit tanzen lässt.

Es sind Welt-, Lebensreisen im Wort, welche den Menschen in all seiner Lebendigkeit von Gefühlen, Gedanken, Reflexionen in den Mittelpunkt stellt und mit Leserin und Leser in ein Gespräch bringt, das begeistert und lange nachwirkt. Geschichten, die einmalig zum Träumen, Leben in aller Möglichkeit und Herausforderung einladen.

„Natalie Campell ist eine der faszinierendsten und innovativsten Erzählstimmen der Gegenwart“

„Der Kauz“ Simon Guerel. Kurzgeschichten. Verlag Text/Rahmen.

Hardcover / Leinen / 120 x 180 mm / 128 Seiten

ISBN 978-3-9504343-0-9

1.Auflage 2017

Natalie Campell, Schriftstellerin, Tänzerin

Natalie Campell_ über mich: geboren 1990 in Wien, kritzle ich seit meiner Kindheit Geschichten in Notizbücher. 2017 erschienen diese erstmals in Buchform im Verlag TEXT/RAHMEN unter dem Künstlerinnennamen Simon Guerel. 2020 folgt der Roman Fridolin, den ich als Natalie Campbell veröffentliche.

Meine Geschichten spiegeln wider, was mich in meinem täglichen Erleben fesselt, fasziniert und verstört. Quellen der Inspiration sind Begegnungen im Alltag, Erlebnisse auf Reisen und das Experiment, mich ständig an meine Grenzen und darüber hinaus zu bringen.

Darüber hinaus beschäftige ich mich seit meinem sozialwissenschaftlichen Studium mit Geschlechtern und Sexualitäten, meiner weiblichen Identifikation und den daraus resultierenden Rollen, die ich in der Gesellschaft einnehme. In Fridolin verarbeite ich meine Erfahrungen von Schwangerschaft und Geburt. Der Roman ist gleichzeitig eine Antwort auf die weitgehende Abstinenz dieser Thematiken in der Literatur.

Neben dem Wort exploriere ich auch mit dem Körper und forsche an der performativen Verbindung von diesen zwei künstlerischen Gestaltungsfeldern. Laufend arbeite ich an Performanceprojekten und multidisziplinären Kollaborationen und biete Workshops für Laien, in denen ich mit der Verschmelzung von Poesie und Tanz experimentiere.

Simon Guerel – Der Kauz

Foto _ Walter Pobaschnig _ Station bei Malina/Wien 6/23

Walter Pobaschnig 8/2023

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„Mut zeigen, unser Umfeld positiv zu beeinflussen und zu inspirieren“ Marko Markus, Komponist, _ Wien 13.8.2023

Lieber Marko Markuš, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Nach einem weiteren ereignisreichen Studienjahr in der unterrichtenden Rolle verbrachte ich einige Tage in der Natur (Städte, Berge, Meer) in Österreich, Deutschland und Kroatien.

Jetzt arbeite ich an einer neuen eigenen Website und skizziere ein neues Stück für Klavier und Violine – die beiden Instrumente spiele ich seit meiner Kindheit. Interessanterweise komponiere ich erst jetzt zum ersten Mal für genau diese Instrumentalkombination.

Marko Markuš, Komponist, Arrangeur und Hochschullehrer _
Station Bei Malina _ Romanschauplatz Wien


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zuerst natürlich auf die Gesundheit zu achten. Dazu gehört auch die Zeit für soziale Verbindungen, um die psychische Gesundheit zu fördern. Es kommen noch viele Herausforderungen für den Menschen und für das Kollektiv; wir müssen uns bewusst machen, dass jede(r) von uns durch unsere beruflichen Aktivitäten und das gemeinschaftliche Engagement eine wichtige Rolle spielt.


Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich finde, es ist wesentlich, dass wir aufhören, egoistisch, rücksichtslos und oberflächlich zu sein, dass wir mehr Verständnis und Respekt füreinander entwickeln, traditionelle Werte achten, aktuelle Politik kritisch hinterfragen und Mut zeigen, unser Umfeld positiv zu beeinflussen und zu inspirieren.

Für einen zeitgenössischen Komponisten heißt dieser Mut natürlich auch das Bemühen
um einen starken musikalischen Ausdruck, u.a. um dem Publikum neue Erlebnisse, Perspektiven und Impulse, sei es direkt oder indirekt, zu ermöglichen.

Was liest Du derzeit?

Lachenmann – Musik als existentielle Erfahrung

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„We think too much and feel too little“ (C. Chaplin)

Vielen Dank für das Interview lieber Markus, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Marko Markuš, Komponist, Arrangeur und Hochschullehrer _
Station Bei Malina _ Romanschauplatz Wien

5 Fragen an Künstler*innen:

Marko Markuš, Komponist, Arrangeur und Hochschullehrer

Zur Person_ Marko Markuš (*1990) ist ein in Wien lebender kroatischer Komponist, Arrangeur und Hochschullehrer.

Markuš studierte Komposition bzw. Medienkomposition und angewandte Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Beide Studienrichtungen schloss er mit
Auszeichnung 2015 und 2016 ab.

Seine Werke, für die er mehrere Preise und Stipendien erhielt, wurden auf renommierten
Festivals aufgeführt – darunter Wien Modern, Grafenegg Festival, Muzički Biennale Zagreb, Glazbena tribina.

Außerdem organisiert er Konzerte zeitgenössischer Musik mit Uraufführungen hauptsächlich jüngerer Generationen. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit unterrichtet er Instrumentation am Institut 1 der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und musiktheoretische Fächer an der Amadeus Music & Arts Academy.

Er ist Mitglied des Österreichischen sowie des Kroatischen Komponistenbundes.

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _ Station bei Malina 6/23

24.7.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Morgens früh aufstehen, abends früh zu Bett gehen. Dazwischen nicht viel.“ Klaus Anders, Schriftsteller _ Frankfurt/Main 12.8.2023

Lieber Klaus Anders, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Morgens früh aufstehen, abends früh zu Bett gehen. Dazwischen nicht viel.

Klaus Anders, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das weiß ich leider nicht.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu? 

Ich glaube nicht, dass die Kunst bestimmte Aufgaben haben und Rollen spielen muss oder sollte.

In meiner Jugend war ich der Meinung, Kunst müsse die Gesellschaft „voranbringen“, die Menschen dazu bringen, sich zu ändern etc. Jetzt bin ich alt und sehe die Sache anders. Politisch zu lösende Aufgaben können durch die Kunst nicht gelöst werden, sondern nur durch politisches Denken und Handeln.

Was liest Du derzeit?

Natalia Ginzburg, Die Familie Manzoni

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wer zu gehen versteht, hinterlässt keine Spuren.

Vielen Dank für das Interview lieber Klaus, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Klaus Anders, Schriftsteller

Foto_privat

9.8.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Undine – Das Bachmannprojekt“  Susanne Kubelka/Dirk Schilling  _Begeisternde Uraufführung _ Heunburgtheater/Kärnten 10.8.2023

„Undine – Das Bachmannprojekt“  Susanne Kubelka und Dirk Schilling

Da sind die großen weißen Segel. Schwer und weit, unendlich scheinend. Und dann der Mensch am Ufer. Klein. Im Sturm am Hafen. Der Mann im peitschenden Regen. Einsam auf Meer, Welle und dunklen Himmel blickend. Segel, Welt im Sturm…

„Es kommen härtere Tage.

Die auf Widerruf gestundete Zeit

wird sichtbar am Horizont.

Bald musst du den Schuh schnüren…“

Dann öffnet sich die Wasser und Undine kommt. Betritt die Welt zu den Klängen im Wind. Nimmt den Raum, die Erinnerung im Wort auf.

Jetzt gilt es zu sagen, offen und schonungslos, über Mann und Frau, den Sturm, die Wellen, das Ende darin…

„Ihr Menschen! Ihr Ungeheuer!“

Undine…

Das Heunburg Theater begeistert auch in diesem Sommer mit einer Ingeborg Bachmann Produktion, die in Innovation, Virtuosität und Kreativität im einmaligen Ambiente des Bühnenraumes der Burg das Premierenpublikum begeistert!

Susanne Kubelka (Schauspiel, Performance, Gesang) und Dirk Schilling (Musik) beschreiten in der Uraufführung „Undine – Das Bachmannprojekt“ mutig neue Wege in Konzeption und Bühnenrezeption des Werkes von Ingeborg Bachmann, deren 50.Todesjahr heuer begannen wird. Der Monolog „Undine geht“ wird im Dialog mit der vertonten Lyrik Bachmanns zu einem facettenreichen Bühnenfeuerwerk der Eindringlichkeit, Ansprache an Mensch und Welt. Es ist ganz große Gesang-, Musik-, Theaterkunst, die ohne Zweifel als einer der innovativsten, spannendsten wie gelungensten Beiträge der Bachmannrezpetion bezeichnet werden darf.

Herzliche Gratulation und danke für diesen Bühnenabend der Sonderklasse!

„Undine – Das Bachmannprojekt“  Susanne Kubelka und Dirk Schilling

Weitere Termine: 12., 15., 17., 18.8. 20.20h  Heunburgtheater/Kärnten

Undine – Das Bachmannprojekt – TERMINE/KARTEN (heunburgtheater.at)

Walter Pobaschnig  11.8.2023

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„erst die Kunst macht uns zu Menschen“ Gerhard Altmann, Schriftsteller  _ Pöttsching/Bgld. 11.8.2023

Lieber Gerhard Altmann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin hauptsächlich mit meinem Brotberuf und unserer siebenköpfigen Familie (5 Menschen, 1 Hund & 1 Kater) beschäftigt. Aber wie beim Sieb von Joachim Ringelnatz sind auch beim Terminkalender die Löcher das Wichtigste. Da ist dann Zeit für Musik und Literatur, im Wald werden Kopf und Herz wieder frei . . .  und Unkraut wuchert in den kleinsten Ritzen . . .

Gerhard Altmann, Schriftsteller  

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wie immer, aber jetzt ganz besonders: Zu-Neigung – dadurch entstehen Nähe, Aufmerksamkeit und Wärme . . .

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Der Kapitalismus macht uns zu Konsumenten, . . . erst die Kunst macht uns zu Menschen.

Was liest Du derzeit?

Engelszungen von Dimitri Dinev

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

La vie est libelle

Vielen Dank für das Interview lieber Gerhard, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur-, Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Gerhard Altmann, Schriftsteller  

Zur Person_Gerhard Altmann, Journalist, Autor und Musiker, lebt in Pöttsching/Burgenland, Mag. phil., Diplomarbeit über die Dichterin Hertha Kräftner

Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften, ORF, zahlreiche Einzelpublikationen.

Zuletzt: mit mir umarmt dich das meer. Gedichtfragmente, edition lex liszt 12, 2019

König der Plastikviecher, CD, 2020 

https://www.gerhardaltmann.at/

Foto_Maria Hollunder

14.11.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„die seligen Inseln der Erinnerung sind nur Eisschollen in der Sonne“ Hans-Haiko Seifert, Schriftsteller _ Dresden 10.8.2023

Lieber Hans-Haiko Seifert, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jetzt? Die Frage interessiert sich doch gewiss für einen Trend und der Trend sieht seit jeher so aus, dass die kreativen Stunden am Abend sind. Und ihnen widme ich das Schreiben.

Davor liegt das Tagwerk, das das Leben sichert für alle, die davon abhängig sind. So habe ich es von Herzen gern.

Hans-Haiko Seifert, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Jetzt? Wie seit Jahrtausenden schon und womöglich in Jahrtausenden immer noch. Gerechtigkeit, Solidarität mit Schwachen, Rücksichtnahme und mit Beharrlichkeit nach Aufklärung streben, um Parolen zu widerstehen. Die sind in der Tat die größte Bedrohung unserer Zeit. Daran sollte Literatur gelegentlich erinnern.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Jetzt und nicht nur heute: Dass nichts bleibt wie es war. Das Beständige ist der Wandel. Man kann sich zwar sehnlichst wünschen, dass sich bitte nichts ändern möge, aber die seligen Inseln der Erinnerung sind nur Eisschollen in der Sonne. Ist so. Daran sollte Literatur gelegentlich erinnern.

Was liest Du derzeit?

Meist zu Recherchezwecken. Aber gerade das Kapitel Der Großinquisitor aus Brüder Karamasov. Eigentlich dient es ja auch der Recherche zu meinem neuen Projekt. Der verurteilte Jesus.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Aus meinem (noch unveröffentlichten) Roman Joanna, aus dem Kapitel Johannisnacht, das ich gerade besonders liebe, weil dort auch Sommer ist:

„Die Blume in deinem Haar, Joanna.“

„Ja, eine Kornblume aus Opa Henryks Strauß.“

„Die blaue Blume“, flüsterte ich.

Sie rieb ihren Kopf ganz sanft an meinem Gesicht.

„Wie? Die blaue Blume?“

„Heute ist diese Johannisnacht, Joanna?“

„Ja, die ist heute. Du weißt es doch.“

„Letzten Herbst hab ich bei Novalis gelesen: Wenn du am Johannistag gegen Abend wieder hierher kommst, so achte auf ein blaues Blümchen. Du kannst es hier finden. Ich weiß nicht mehr genau, es sollte das Glück bringen, so etwa.“

„Und du hast es vergessen, das blaue Blümchen, über das Jahr?“

„Nein, ich hab es nie vergessen, aber ich hab nicht gewusst, wann das ist: Am Tage Johannis“.

„Das ist also heute, Georg.“

Die Nacht war voller Geräusche. Hundebellen, gereiztes Rufen. Das Schnauben von Pferden. Die russischen Schimmel ganz sicher. In der Ferne stritten zwei betrunkene Männer, bis auch das aufhörte. Von irgendwoher die Erkennungsmelodie der Spätnachrichten, dann nur noch das Gezirp von Grillen oder war es das Gesirre der Sterne über den Büschen. Bis in der Ferne der Nachtzug nach Warschau vorbeiratterte, durch die Heide, die blühende Heide.

„Georg?“

„Ja.“

„Morgen geht Jacek nach Düsseldorf?“

„Ja.“

„Morgen ziehe ich zu dir.“

Foto_privat

Vielen Dank für das Interview lieber viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Hans-Haiko Seifert, Schriftsteller

5 Fragen an Künstler*innen:

Hans-Haiko Seifert, Schriftsteller

Zur Person_Vita _Hans-Haiko Seifert, Schriftsteller

Ich wurde 1960 in Dresden geboren, legte das Abitur zusammen mit einem Berufsabschluss ab und nutzte die nächste sich bietende Möglichkeit, ins Ausland zu gehen – zum Studium der Biomedizintechnik an den entferntesten aller damals erreichbaren Orte die mich interessierten, nach Warschau. Ohne es zu ahnen verbrachte ich bald zwei Jahre
im Auge der Weltgeschichts-Wirbelstürme. Dieses Abenteuer mündete nahtlos in den Dienst bei der NVA, gerade rechtzeitig, um an der polnischen Grenze im Dezember 1981 anlässlich des Kriegszustands in Polen in Alarmbereitschaft versetzt zu werden. Ich beendete schließlich mein Studium in Dresden, fand eine Zeit lang Gefallen an wissenschaftlicher Arbeit zu Themen der Künstlichen Intelligenz und begann vor 20 Jahren in der IT-Abteilung eines großen Energieversorgers.

Neben dem Brotberuf: Schreiben für die Schubladen, viele Jahre Theater mit der Theatergruppe Traumtanz, ein paar Jahre Theaterkritiken, etwas Malerei, neuerdings viel
Musik und nun endlich wieder Schreiben, seit fünf Jahren ohne Unterlass. Dabei ist das
Manuskript mit dem Titel Joanna entstanden, das Episoden aus der Warschauer Zeit zum Thema hat.

Seit einiger Zeit arbeite ich an neuen Projekten. Eines ist schon gut fortgeschritten und erzählt von einem, der eines Tages in einem Gebirgsdorf auftaucht und für den Nachfahren jener zugereisten Walen gehalten wird, die vor 500 Jahren dort unermessliche Schätze ausmachten und diese für spätere Zeiten mit geheimen Zeichen markierten. Daraus ergeben sich überaus tragische Situationen, die aber stets auf komische Weise gelöst werden

Fotos_privat

27.7.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„die verbindlichkeiten stifende rolle von theorie, von literatur, allen kulturtechniken schwindet aus dem zusammenleben“ Stefan Schmitzer, Schriftsteller _ Graz 9.8.2023

Lieber Stefan Schmitzer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

im moment ist mein arbeitszimmer voll mit zeug, das im laufe des sommers auf den sperrmüll oder per willhaben raus muss – überreste einer ansonsten zur zufriedenheit bereinigten baustelle. an meinem ausweich-arbeitsplatz am küchentisch plage ich mich ein wenig mit der konzentration. weshalb mein tagesablauf derzeit mehr spontan sich aufdrängende haushalts-lästigkeiten und weniger arbeit an texten umfasst, als mir lieb ist. meine tochter schimpft schon scherzhaft im gleichen ton mit mir, den ich verwende, wenn sie, vor ihren hausübungen sitzend, in die luft schaut: „papa, musst schon arbeiten!“

Stefan Schmitzer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

die frage ist klugerweise so gestellt, dass in der antwort auch die viel persönlichere information sich offenbart, welchem größtmöglichen „wir alle“ sich der:die befragte zugehörig fühlt bzw. vor welchem „jetzt“ als zeithorizont er:sie sein:ihr dasein fristet. auch, ob eine:r die setzung „besonders wichtig“ als aufforderung zum aufsagen eines möglichst austarierten gesellschaftlichen forderungskatalogs versteht („vergesellschaftlich der produktionsmittel; abschaffung des mototisierten individualverkehrs; lecker bouillabaisse für alle!“) oder als anlaß, die gemeinsamkeit aller menschengeschwister am seelengrunde zu beschwören („besonders wichtig ist, dass wir die kleinen dinge nicht aus den augen verlieren …“), charakterisiert ihn:sie als solche:r oder solche:r autor. will sagen:

ich bin aufgrund des schieren überangebotes an möglichen lesarten und korrspondierenden antworten dieser frage überfordert und weiß gar nicht, was ich sagen soll. außer vielleicht irgendwas mit empathie für den jeweiligen politischen gegner, und dann einem augenzwinkernden verweis auf was popkulturelles (barbenheimer! billie eilish! anson mount als captain pike!!!)

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

es ist eine neuornung der geopolitischen verhältnisse im gange, von der noch nicht klar ist, was rauskommen wird. insbesondere intellektuelle im sogenannten westen scheinen dabei aber den sachverhalt nicht wahrhaben zu wollen, dass sie, dh. wir, nicht gefragt werden: ob zb der koloniale überfall russlands auf ukraine stattfindet – ob und wie sich die ukrainer:innen verteidigen sollen – z. b. auch,  wie wir den krisengewinnlern evtl. ihr spiel verderben können – nichts von alledem wurde und wird durch das auftrumpfende „bessere argument“ deutschsprachiger schreibtischtäter:innen entschieden.

ich fürchte, die gesellschaftliche veränderung, der wir grade zusehen, hat etwas mit dem irrelvant-werden (nicht genau dem vergessen-werden, auch nicht dem unrichtig-werden) der großen weltanschaulichen sicherheiten der letzten sieben jahrzehnte zu tun: säkulares, humanistisches, fortschrittliches und universalistisches denken SIND PLÖTZLICH NICHT MEHR SELBSTVERSTÄNDLICH DAS GLEICHE. prinzipieller antiautoritarismus, anti-imperialismus, pazifismus und ein denken, das auf gleichheit hin will, gehen nicht mehr selbstverständlich auseinander hervor. (am anschaulichsten sehen wir das am unschuldsverlust des hippie-milieus, das nach rechts außen übergelaufen ist). wer jetzt gerade ernstlich von „frieden um jeden preis“ spricht, fordert auch, „imperialer raubmord muss mit land belohnt werden“ und macht die welt längerfristig unsicherer; ganz im gegensatz zu dem, was die gleichlautende forderung ca 1980 oder 1990 bedeuten konnte. dass der gehalt der slogans sich ändert, weil sich die wirklichkeit ändert, und der text dabei gleich bleiben kann – diesen konterintuitiven sachverhalt scheint die mehrhheit der bevölkerung noch nicht bemerkt zu haben.

gesellschaftlich entspricht all dem, dass die verbindlichkeiten stifende rolle von theorie, von literatur, überhaupt längerer texte und aller kulturtechniken, die mit ihnen zu tun haben, aus dem zusammenleben schwindet – von den lehrplänen bis zur letzbegründung individueller lebensentwürfe.

die aufgabe von kunst und literatur – gedacht als: meine aufgabe – ist hier, zeug zu produzieren, dass trotzdem noch leuten was gibt (dh. „interessant“, lustig, überrasdchend, unterhaltsam … ist, nach mnaßgabe dessen, worauf leute tatsächlich lust haben) und das dabei aber register präsent hält, auf deren anderweitiges fortdauern sonst kein verlass ist: so schreiben, dass man den texten anmerkt, auf welchen diskursen und wissenssystemen sie fußen.

Was liest Du derzeit?

durcheinander lese ich vor allem. zum einen den langen kolportagetext von david foster wallace über david lynch; dann die „cornelius chronicles“ von michael moorcock (in einem verschmuddelten originalpaperback); zum rezensieren für poesiegalerie.at gedichtbände von katharina ferner und reinhard lechner (längst überfällig, ich weiß eh …); und die beiträge, die wir für‘s nächste perspektive-heft bekommen haben.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

erstens die rede vladimir putins vom 16. 03. 2022, in der folgende stelle vorkommt (übersetzung nach reuters):

„Any people, and especially the Russian people, will always be able to distinguish the true patriots from the scum and the traitors, and just to spit them out like a midge that accidentally flew into their mouths. (…) I am convinced that this natural and necessary self-cleansing of society will only strengthen our country, our solidarity, cohesion and readiness to meet any challenge.“

und zweitens, in der zusammenschau damit, das folgende von maya angelou:

„When people show you who they are, believe them the first time.“

Vielen Dank für das Interview lieber Stefan, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

ich sage auch danke!

5 Fragen an Künstler*innen:

Stefan Schmitzer, Schriftsteller

Zur Person_Stefan Schmitzer, *1979, lebt als Autor in Graz und ist Mitherausgeber und Redakteur von perspektive – hefte für zeitgenösische literatur … Zuletzt erschienen: „boring river notes.“ (Graz: Keiper [Reihe Keiper Lyrik #19]); „Zweitausendachtzehn. Vier Moritaten“ (2019); „okzident express. falsch erinnerte lieder“ (2019); „liste der künstlichen objekte auf dem mond. gedicht“ (2021); „Wild On. Posse“ (2022)

Stefan Schmitzer. Wild on. Posse. fabrik.transit Verlag 2022

Wild On! – Flamingos · Aliens · Feuerwehr“
Der selbe Stoff, zweimal in einem Band, einmal gefasst als „Posse mit Musik“ für Laientheater und einmal als Novelle: Eine absurde Geschichte über Aliens vom Planeten Flamingonia, gestrandet im Dorf Wildon südlich von Graz. Sie allein sind am Weltklimawandel schuld, und am Aufstieg der FPÖ, und überhaupt an allem. Nach inzwischen siebenhundert Jahren sind sie sich uneins: Das Ober-Alien will die Stadt Graz sprengen, damit sein Raumschiff wieder starten und die Erde endlich verlassen kann; seine Unterlinge hingegen hintertreiben diese Bemühungen und wollen statt dessen auf der Erde bleiben, was freilich noch einmal deutlich mehr Klimaerwärmung mit sich brächte. Es ist an einem deutschen Urlauberpaar, das sich ins geheime Hauptquartier der Aliens verirrt hat, das Zünglein an der Waage in diesem Machtkampf zu spielen: Gegen die Polkappen – oder gegen die Rettung der Landeshauptstadt?

12,4 x 18,9 cm, Softcover
108 Seiten, 28 s/w Abbildungen
Erschienen im Juni 2022
ISBN 978-3-903267-24-4

€ 15,00

https://www.fabriktransit.net/stefan-schmitzer-wild-on.html

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 6.8.2023

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„Engagement! Jetzt!“ Edda Petri, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Saarbrücken/D 9.8.2023

GIVE PEACE A CHANCE

G         ewalt ist niemals eine Lösung

I           rrationalität und Falschinformationen vernebeln das Denken

V         ielleicht ist es Utopie, dass wir aus hunderten von Kriegen jemals lernen

E          hrentod ist ein Propagandabegriff aber..


P         atriotismus – ist der gut oder schlecht?

E          inigkeit und Emphatie

A         ufrichtigkeit bei politisch Verantwortlichen

C         ourage bei all den „kleinen Ungerechtigkeiten“im Alltag

E          ntschiedenheit, diesen entgegenzutreten


A         ber…kann ich nicht mehr hören!


C         ollateral damage ist ein verharmlosender Begriff

H         offnung stirbt zuletzt

A         bsolute Feindbilder sind brandgefährlich, absolute „Gewissheiten“auch

N         arbarschaft pflegen,

C         harakter zeigen

E          ngagement! Jetzt!


Edda Petri, 20.7.2023

Edda Petri, Schauspielerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Edda Petri, Schauspielerin

Zur Person_ Edda Petri absolvierte ihre Schauspielausbildung in München. Parallel hierzu erhielt sie Gesangs- und Tanzunterricht. Schon während ihrer Ausbildung spielte sie an den Münchner Kammerspielen in Dieter Dorns Faust. Nach einem ersten dreijährigen Festengagement am Pfalztheater Kaiserslautern, spielte sie erneut an den Kammerspielen in München, diesmal in der Uraufführung von Herbert Achternbuschs „Auf verlorenem Posten“ an der Seite von Edgar Selge und Lambert Hamel. Im Anschluss hieran wirkte Edda Petri auch in zwei Kinofilmen von Achternbusch mit. Von 1991-1995 war sie Ensemblemitglied am Saarländischen Staatstheater; bis 1996 spielte sie dort noch als Gast. Seit 1996 arbeitet sie freischaffend. Sie war Mitglied der Geschäftsleitung der Musik & Theater Saar GmbH und Dramaturgin und Programmchefin der „Oper im Zelt“ in Merzig. Edda Petri ist bekannt aus zahlreichen Film- und TV-Produktionen (u. a. Tatort, Ein Fall für 2, RTL Stadtklinik, Balko, Zeit der Monster) und spielte an zahlreichen Theatern wie dem Grand Theâtre Luxemburg, dem Theater Trier, dem Theâtre des capucins, Kaleidoskoptheater und   dem Mierscher Kulturhaus in Luxemburg,dem Admiralspalast Berlin, am Theater 11 in Zürich und im Museumsquartier in Wien.

Seit 2013 arbeitet sie auch im Bereich Musiktheater und war Musicaldarstellerin u.a. als Audrey in „Der kleine Horrorladen“, Janet und Magenta in der „Rocky Horror Show“, Jenny in Bertholt Brechts „Dreigroschenoper“, Velma van Tussle in „Hairspray“, Fürstin Anhilte in „Die Csardasfürstin“,  sowie Violet in der deutschen Erstaufführung von Dolly Parton’s Musicalkomödie „9 TO 5“. In der Rolle der Morticia ging sie mit der „Addams Family“ mehrere Jahre auf Tour. 2016 sang und spielte sie unter der Regie von Claude Mangen, die Hauptrolle der Sally Adams in Irving Berlins Musical „Call me Madam“ in englischer Sprache.2022 wr sie Mitglied des Korso.Op. Kollektivs und spielte das Stück“Bang,Bang Tender“in Saarbrücken. Aktuell tourt sie mit dem Solostück „Peggy Guggengeim- Woman before a glass“ durch Deutschland.

Darüber hinaus ist Edda Petri auch als Sprecherin für Hörfunk / Hörspiele sowie als Synchronsprecherin  für arte tätig.

Foto_privat

20.7.2023_Interview_Walter Pobaschnig.

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„Eine verlorene Sehnsucht“ Wilfried Oschischnig, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Wien 8.8.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Genau das Gegenteil: Es gibt Krieg, und jeder geht hin.

Ist zum

Verzweifeln!

Einmal mehr, immer öfter.

Panzerfäuste gegen Mittelfinger wieder

Eine verlorene Sehnsucht.

Aber:

Charakter ist

Entwaffnend!

Also …

Chance auf

Humanismus endlich erkennen und

Annehmen

Noch viel, viel mehr

Charakter

Entfesseln.


Wilfried Oschischnig _ 1.8.2022

Wilfried Oschischnig, Schriftsteller, Journalist

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Wilfried Oschischnig, Schriftsteller, Journalist

https://www.oschischnig.at

Foto_Reinhard Gessl

Walter Pobaschnig _ 31.7.2022.

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