„Was ist überhaupt Literatur?“ Christa Nebenführ, Schriftstellerin _ Wien 8.11.2023

Liebe Christa Nebenführ, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Leider ist dieser seit dem Auszug der Kinder vor ein paar Jahren ein ziemliches Kuddelmuddel. Wenn ich an einem konkreten Manuskript mit Abgabetermin dran bin, dann setze ich mich gleich nach dem Frühstück an den Computer und bleibe so lange dran, wie ich es aushalte. Dazwischen gibt es Schlaf- und Esspausen.

Ansonsten ist der Ablauf ungefähr. Frühstück, Mittag- und Abendessen und dazwischen mal Administration, mal Haushalt, mal ins Grüne, mal Recherche, mal Lesen, mal Notizen machen, mal zum Arzt oder zum Brillenkauf usw.

Derzeit  versuche ich, Unterlagen und Bücher zu sortieren und die – nach dem Tod der Eltern und dem Auszug der Kinder – vollgeräumte Wohnung umzuschlichten, um Schlaf- und Arbeitsbereich zu trennen.

Christa Nebenführ, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass Menschen nicht als Kostenfaktor berechnet werden, sondern allen das Recht auf ein sinnerfülltes Leben zugestanden wird. Natürlich auch, dass demokratische Verfassungen und Redefreiheit (journalistisch und persönlich) weltweit als hohes Gut erhalten bzw. erkämpft werden können. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Eine nahezu unlösbare Frage! Denn wie der Neubeginn oder Aufbruch ausfallen wird, ist ungewiss. Vielleicht brennen wieder Bücher … Was ist überhaupt Literatur?

Mit den aufkommenden Triggerwarnungen und Korrekturen verstörender Passagen wird Literatur politisch vereinnahmt und ihrer Möglichkeiten beraubt, Grenzen, die uns das reale Leben auferlegt, zu überschreiten.

Ich vermute, dass Literatur nicht mehr, aber auch nicht weniger vermag, als zu trösten. Mich jedenfalls.

Was liest Du derzeit?

„Bitternis“ der polnischen Schriftstellerin Joanna Bator.

Ein über 800 Seiten langes Buch über die Geschichte der Frauen von 4 Generationen. Die Stärke des Buches liegt in der – offenbar grandios übersetzten – präzisen Sprache, den sparsamen, aber umso stimmigeren Metaphern, den unscheinbaren Details, die immer wieder aufgenommen werden, den teils absurden oder skurril anmutenden Episoden und dem, trotz all dieser Kunst packenden Spannungsbogen. Ich teile an und für sich Marcel Reich-Ranickis Diktum, dass Romane mit rund 400 Seiten ihr Auslangen finden sollten, muss aber einbekennen, dass es Ausnahmen gibt wie dieses Buch. Eine kleine Beobachtung mag die elegant erzeugte Spannung wiedergeben: Am Ende eines bizarr-sadistischen Rituals des Vaters gegenüber seiner Tochter Berta liest man: <Im Sommer 1938 tat sie dies alles zum letzten Mal, dann zog sie ihr Kleid wieder an und ging das Abendessen machen.> Es wurde in der sehr langen Beschreibung davor nie drauf hingewiesen, dass sie ihr Kleid ausgezogen hatte oder hatte ausziehen müssen. In dieser lapidaren Erklärung zum Schluss steigert sich das ganze Ausmaß der Grausamkeit nahezu beiläufig.  

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

<Mit der Vorstellung von Mord verbindet sich oft der Gedanke an Meer und Matrosen.> Jean Genet: Querelle. Anfangssatz.

Christa Nebenführ, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Christa, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Christa Nebenführ, Schriftstellerin

Zur Person Christa Nebenführ

1960 geb. in Wien, verheiratet, 2 Töchter (geb. 1998 und 2000)

1980-84 Schauspielerin in der BRD,

1985 Hospitanz bei George Tabori an den Münchner Kammerspielen

seit 1986 Autorin;

Mag. phil. (Sponsion 1996 bei Prof. Rudolf Burger; Auszeichnung; Kulturphil./Erkenntnisth.)

1997 Research Associate, Philosophy Department, SUNY at Stony Brook/USA

1993 – 2004 Kurier-Kolumne

Seit 2001 Features, Rezensionen, Essays für Ö1, Presse, Standard, Buchkultur, Wienerin.

2002 Ausbildung zur Erwachsenentrainerin (Train the Trainer)

Lehrtätigkeit (BÖS – Lehrgang für Schreibpädagogik, Werkstätte Kunstberufe, VHS)

Moderation diverser Kulturevents

Veranstaltungsdurchführung, u. a. 2003 – 2018 jährlich die Sommerlesereihe im Café Prückel

Mitglied der IG Autoren, Vorstandsmitglied des Literaturkreises Podium und der GAV.

Preise und Auszeichnungen

1993 Preis der Arbeiterkammer Kärnten für Literatur der Arbeit

1996 Förderungspreis des Theodor Körner Fonds

2007 und 2012 Werkstipendien der LVG

2021 Jahresstipendium für Literatur Stadt Wien

Einzelpublikationen:

1994„Liebe ist die Antwort, aber was war die Frage?“ (Hrsg.)  Wr. Frauenverlag
1995„Erst bin ich laut…“ Gedichte, Verlag Grasl, BadVöslau       
1997„Inzwischen der Zeit“ Gedichte, Verlag Deuticke, Wien
1997 „Sexualität zwischen Liebe und Gewalt.“ Milena Verlag, Reihe Wissenschaft
1998„Die Möse. Frauen über ihr Geschlecht.“ Promedia Verlag, Wien
2006„Blutsbrüderinnen“, Roman, Milena Verlag Wien
2013Podium Länderheft mit kroatischer Gegenwartsliteratur (Hrsg.)
2020Podium Porträt Christa Nebenführ mit 49 Gedichten
2023„Den König spielen die anderen“, Roman, Klever Verlag Wien

Fotos1 Dominik Hillisch; 2 Eva Schreiber

29.10.2023 _Walter Pobaschnig

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Into The Void. Mein bizarres Leben vor, während und nach Black Sabbath. Butler, Geezer, Schiffmann, Andreas (Übersetzer). Hannibal Verlag.

Ende der 1960er Jahre wird in Birmingham/GB vom Gitarristen Tony Iommi, dem drummer Bill Ward, dem Bassisten Geezer Butler and dem Sänger Ozzy Osbourne eine Band gegründet, welche die moderne Rockmusik wesentlich in einem neuen Genre „heavy metal“ akzentuiert und zu einer der erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte mit Millionen Schallplattenverkäufen, mitreißenden legendären Konzerten und vielfältigen Inspirationen bis in die Gegenwart wird.

Ihr 1970 erschienenes Album PARANOID, das im Studio in 12 Stunden eingespielt wird, gilt als Meilenstein und Impulsgeber der Metal-Musikszene bis in die Gegenwart. Die Folgejahre sind geprägt von rauschenden Erfolgen wie Umgruppierungen in der Band, die schließlich wieder Anfang der 2000er Jahren in der Originalbesetzung zusammenfand (ohne drummer Bill Ward) und am 4.Februar 2017 ihr Abschiedskonzert in ihrer Heimatstadt Birmingham gab.

Neben ihrem stilprägenden musikalischen Erbe sind es auch die Erlebnisse, Erfahrungen auf und abseits der Bühne, die „Black Sabbath“ zu einer Legende formten.

Nun legt Bassist Geezer Butler seine Erinnerungen vor und es ist ein Feuerwerk an außergewöhnlichen Situationen, Begegnungen, Inspirationen an persönlichen Stationen einer Musikerkarriere. Geezer Butler, der neben seinem explosiven Bassspiel auch die Songtexte schrieb, ist ein hervorragender Erzähler, der einen Strauß von Anekdoten in die große Erzählung einer einmaligen Bandgeschichte zu weben weiß und damit Musikfans wie weit darüber hinaus Interessierte zu begeistern weiß. Es geht um Träume, Leben, Hoffnungen, Enttäuschungen und den besonderen Gitarrenriff, der alles verändern kann.

„Mitreißende Erinnerungen eines „masterminds“ von Black Sabbath. Ein Musikereignis der Sonderklasse!“

Greezer Butler _ Credit Ross Halfin

Geezer Butler war Bassist von Black Sabbath und für den überwiegenden Teil der Texte verantwortlich. Der mittlerweile in Utah und Warwickshire lebende Musiker hat sich auf den meisten Veröffentlichungen der Gruppe verewigt und darüber hinaus Soloalben, Werke mit Ozzy Osbourne und Heaven & Hell eingespielt. Er wird von fast allen Hardrock-/Metal-Musikern als wichtigster Einfluss zitiert.

Geezer Butler

INTO THE VOID

Mein bizarres Leben vor, während und nach Black Sabbath

Übersetzung: Andreas Schiffmann

Broschur, 21 x 14 cm

288 Seiten, mit 8 Seiten Bilderstrecke mit privaten Fotos

ISBN 978-3-85445-768-8

€ (D) 30,00 / € (A) 30,00

Erscheint im Oktober 2023

Auch als E-Book erhältlich

Walter Pobaschnig  10/23

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„Auf den Straßen unten schlachten sie sich gegenseitig ab“ Max Melo, Schauspieler _ Give Peace A Chance _ Wien 8.11.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gerade läuft es einfach nicht so, wie es sollte.

Irgendetwas wird gewaltig schiefgehen.

Vielleicht sollte ich mich nicht darum kümmern.

Eigentlich ist das echt nicht mein Job.


Plötzlich scheinen sich viele nur mehr für sich selbst zu interessieren.

Einfach die Erde links liegen lassen, denn man ist ja in seiner eigenen Welt.

Auf den Straßen unten schlachten sie sich gegenseitig ab.

Chaos – Menschen gegen Menschen

Es ist doch alles dasselbe. Mensch.


Aber wie geht es jetzt weiter?


Chancen, dass wir das alles schaffen, malen sich die wenigsten aus.

Haben die denn überhaupt keine Fantasie?

Anfangs ist es mir auch schwer gefallen.

Nur, wenn wir die Waffen niederlegen, erkennen, dass wir das Problem auch gemeinsam angehen können.

Chorischen Gesängen der Beatles lauschen, die es uns vor einem halben Jahrhundert schon gesagt haben.

Eigentlich könnten wir dem Frieden wirklich mal eine Chance geben.


Max Melo, 5.11.2023

Max Melo, Schauspieler _
Wien

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Max Melo, Schauspieler _ Wien

Zur Person  _ Mein Name ist Max Melo, ich bin 18 Jahre alt und wohne in Wien. Ich spiele seit einigen Jahren Theater und habe am BORG Hegelgasse 12, 1010 Wien im Ausbildungsschwerpunkt Vokal, Polyästhetik und Musik maturiert.

Momentan arbeite ich als Zivildiener im Kindergarten, nebenbei schreibe ich sehr gerne Texte, singe und spiele Klavier.

Aktuelle Produktion mit Max Melo _ TheaterArche Wien:

„NICHTS Was im Leben Wichtig ist“ von Janne Teller

Premiere: 17. November 2023

Weitere Vorstellungen: 18., 25. und 27. November, 7., 8. und 9. Dezember

jeweils um 19:30

Regie: Jakub Kavin

Choreographie: Carola von Herder

Mit: Livia Andrä, Elizabeth Dorner, Kieran Foglar-Deinhardstein, Theresa Gerstbach, Viktoria Ginzel, Lena Hergolitsch, Adria Just-Font, Jakob Köllesberger, Max Melo

Ticketpreise 24€ | 18€* | 14€ *

* Ermäßigung: Student*innen, Senior*innen und Ö1-Club/Ö1-intro Mitglieder, IGFT-Mitglieder

Gruppenticket ab 10 Personen möglich

* Ermäßigung: Student*innen, Senior*innen und Ö1-Club/Ö1-intro Mitglieder. Gruppenticket ab 10 Personen möglich

Reservierungen unter TEL.: +43 6506204554 oder office@theaterarche.at

Mehr Info:https://www.theaterarche.at/nichts-was-im-leben-wichtig-ist/

Theater Arche: Die TheaterArche ist ein offenes Theater als Spiegelbild einer offenen Gesellschaft, ein Theater das den raschen gesellschaftlichen Wandel im Wien des 21. Jahrhunderts widerspiegelt. Die TheaterArche versteht sich als unabhängige Plattform zur Künstlervernetzung und Kunstproduktion, über alle gesellschaftlichen und kulturellen Gräben hinweg.

Münzwardeingasse 2a, 1060, Wien.

office@theaterarche.at

Tel: 06506204554

https://www.theaterarche.at/kontakt/

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 5.11.2023

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„Umjubelte Uraufführung!“ NaturalBornMedea _ das.bernhard.ensemble _ Off Theater Wien 7.11.2023

Das Publikum betritt eine offene Bühne und ist mittendrin in der Welt des Sehens und Gesehen-Werdens. Die Präsenz des Bildes bestimmt. Die Gegenwart und Herkunft. Dahinter und mittendrin die Tragödie. Damals und heute. Das rasante Roadmovie des Lebens und des Todes. Die Jagd nach Liebe, Aufmerksamkeit, Verrat und Rache. Erbarmungslos. Wer kann da entrinnen? Wer ist frei? Und was ist der Mensch eigentlich (noch und immer schon)?

Das Spiel um Leben und Tod beginnt…

Die neueste Mash-up des Wiener bernhard.ensemble verbindet die klassische griechische Tragödie „Medea“ (Euripides) mit dem Oliver Stone Roadmovie „Natural Born Killers“ (1984). Und dieser neuerliche Kunstgriff gelingt genial!

Es ist gleichsam ein „goldenes Vlies“ von Ensemble, Regie, Choreographie, Musik, Kostüm- und Bühnenbild, das wie im griechischen Mythos in spielerischer Leichtigkeit, sprachlicher Virtuosität, Witz und kritischer gesellschaftspolitischer Referenz die herausfordernden Klassiker der antiken Theater- wie modernen Filmgeschichte miteinander mixt und Leben, Liebe und Gesellschaft humorvoll und hintergründig auf die „Widderhörner“ nimmt und das Publikum begeistert.

Ein meisterhafter dramaturgischer Rhythmuswechsel, der in wunderbar textlicher, choreographischer und interaktiver Ensembleleistung das Publikum einlädt den Kristallisationspunkten von „Medea“ und „Natural Born Killers“ zu folgen und diese in der Gegenwart in den Fragen nach Menschsein und Liebe, Freiheit und Gesellschaft, Strafe und Rache, Krieg und Frieden ankommen zu lassen. Das ist sehr mutig und es gelingt! In einer knapp zweistündigen tour de force voll einmaligem Theateresprit geht das Publikum mit auf eine Reise zu Grund und Abgrund des Menschseins und belohnt mit langanhaltendem Applaus einen ganz besonderen Theaterabend!

„Ein Theaterabend, der volles Risiko nimmt und alles gewinnt!“

Regie / Konzept: Ernst Kurt Weigel

Bühne / Kostüme: Julia Trybula

Choreografie: Leonie Wahl

Soundscape: Bernhard Fleischmann

Performance: Yvonne Brandstetter, Rina Juniku, Anja Struc, Jula Zangger, Matthias Böhm, Kajetan Dick, Andrzej Jaslikowski

Regieassistenz: Alexe Schmid

Lichtdesign /Technik: Josef Morawek

Produktionsleitung: Monika Bangert

Presse: SKYunlimited, Alina Groer

Social Media: Nadine-Melanie Hack

Hospitanz:  Beatrice Leodolter

Weitere Informationen: www.off-theater.atwww.bernhard-ensemble.at

 eine Produktion von:

das.bernhard.ensemble und OFF THEATER Wien

Termine:

Fr 10.11; Sa 11.11; Di 14.11; Fr 17.11; Sa 18.11; Di 21.11; Fr 24.11. Sa 25.11.; Di 28.11; Fr 01.12; Sa 02.12; Di 05.12; Fr 08.12; Sa 09.12.2023

jeweils 19:30 Dauer ca. 110min (ohne Pause)

Kartenpreise

Abendkasse:

€ 25,- Normalpreis
€ 19,- Senior:innen, Club Ö1
€ 14,- Schüler:innen, Student:innen, Ö1 intro, IGFT-Mitglieder

Online-VV:

8% ermäßigt

https://off-theater.at/project/natural-born-medea/

Kritik&alle Fotos Walter Pobaschnig 11/23

https://literaturoutdoors.com

Station bei Malina _ „die Hingabe in Leidenschaft, in allen Facetten“ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien 7.11.2023

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)
Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Liebe Zeynep Alan, wir sind hier an literarischen Bezugsorten des Romans „Malina“ (1971) von Ingeborg Bachmann in Wien. Sind Dir die Orte hier vertraut?

Meine Kindheitsfreundin ist hier aufgewachsen in der Ungargasse Ecke Rochusgasse. Also ja, ich war vor allem als Kind viel hier.

Welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Ingeborg Bachmann und dem Roman Malina?

Die Liebe zum Leben oder wohl eher die Hingabe in Leidenschaft, um das Leben zu spüren, in all ihrer Schönheit, wie auch Dunkelheit. In all ihren Facetten. Diese Ambivalenz.

Welche Eindrücke hast Du von den Schauplätzen in der Ungargasse, die wir besucht haben?

Fast so wie ein Zeitsprung. Plötzlich war alles menschenleer und ruhig als gäbe es nur uns und die Ungargasse. Alle Türen standen sperrangelweit offen, als hätte uns jemand erwartet.

Was sind für Dich zentrale Themen und Aussagen des Romans?

Liebe, Leben, Schmerz, Leidenschaft, Vergangenheit, Trauma, Hoffnung, Verschwinden

Wie ist die Beziehung zwischen Mann und Frau im Roman dargestellt und wie ist dies heute zu sehen?

Es geht um Verbindlichkeiten und Abhängigkeiten von Menschen zueinander. Um das Leben zu wollen, und daran zu Scheitern, das Anderssein oder Anderssein denken oder um Machtverhältnisse in der Gesellschaft. Ich weiß nicht, ob sich da wirklich viel verändert hat, oder ob wir an einer Oberfläche nagen, da sich mit der Zeit natürlich das Sujet verändert.

Wie siehst Du das literarische Konzept des dreistufigen Aufbaus des Romans?

Liebe wie Geburt

Erwachsenwerden und mit den dunklen Seiten des „Menschsseins“ versuchen klar zukommen

Die Entscheidung, es nicht zu akzeptieren und das Verschwinden wählen als Er-/Lösung

Wie siehst Du das Ende des Romans?

Ich vergesse meistens immer das Ende von Romanen. Dieses Ende habe ich nie vergessen. Dieses Bild des Verschwindens durch einen Spalt in der Wand.

Gab es in Deinen Schauspiel-, Kunstprojekten Berührungspunkte zu Ingeborg Bachmann?

Nein. Leider noch nie. Aber was noch nicht war, kann ja noch werden.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel?

Zufällig aber doch ersehnt, ohne zu Wissen hatte ich gefunden, was mir gefehlt hat. Ein bisschen wie ein fehlendes Puzzlestück, was nach Jahren irgendwo plötzlich auftaucht.

Hättest Du mit Ingeborg Bachmann gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Ein lauer Sommerabend, schlendernd in irgendwelchen Seitengassen mit Pflastersteinen mitten in Wien. Mit ein paar Flaschen guten Wein und viel Zigaretten.

Darf ich Dich abschließend zu einem Malina Akrostichon bitten?

Morgen wird erhellen

Alles die Sonne und

Leben wecken

In allem

Nur ich bleibe hier in meinem

All zu kleinen Spalt, noch unentdeckt

Herzlichen Dank!

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Station bei Malina_Roman Ingeborg Bachmann_Wien_1971

im Interview und szenischem Fotoportrait_acting Malina:

Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  

2023 _ 50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Interview und alle Fotos_Romanschauplatz _ Malina_Wien _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 11/23

„diese Gewalt, dieser Hass, dieses Patriarchat“ Benedikt Steiner, Schauspieler _ Linz 7.11.2023

Lieber Benedikt Steiner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich versuche, eine Morgenroutine aus Atemübungen, Yoga und Meditation einzuhalten, zur entspannten Ausrichtung. Ohne die verrutscht vieles. Dann Theaterproben, vormittags und abends, oder Vorstellungen am Abend. Dazwischen befasse ich mich mit eigenen künstlerischen Projekten, lerne Text, lese, gehe raus in die Natur, probiere dran zu bleiben an den Menschen und Dingen, die mir wichtig sind.

Benedikt Steiner, Schauspieler _
in „Die Milchfrau (make make)“ _Kosmos Theater Wien 10 2023

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Der Versuch, liebevoll zu sein, vielleicht zuallererst mit sich selbst. Aber auch, die Wut in das Neue zu lenken, in ein Miteinander, in neue Erzählungen und Seinsformen, die alte Ordnungen zerbröseln lassen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich glaube, es gab nie was anderes als den dauernden Aufbruch und Neubeginn. Alles, was sich verhärtet und fixiert bleiben will, wird abgetragen, auch wenn es sich noch einmal panisch aufbläht. Das wird dann persönlich und gesellschaftlich dasselbe- diese Gewalt, dieser Hass, dieses Patriarchat, dieser Kapitalismus, diese Dualität, diese trennenden und ausgrenzenden, unterdrückenden, ausbeuterischen Dinge- was davon ist schon so eingebrannt, was wurde uns erzählt, was müssen wir mühsam überschreiben und durchschütteln – die Kunst kann da Mittler sein, kann neue Narrative und Räume entwerfen, sichtbar machen, aufdecken, hinterfragen, aufarbeiten, Verbindungen herstellen, Bewusstsein erweitern.

Benedikt Steiner, Schauspieler _
in Smoqua festival for queer and feminist culture, Rijeka, 10/23

Was liest Du derzeit?

Virginie Despentes – King Kong Theorie und Paul B. Preciado – Ein Apartment auf dem Uranus

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Vielleicht einen Haiku:

Der alte Teich.

Ein Frosch springt hinein-

das Geräusch des Wassers. (Basho)

Benedikt Steiner, Schauspieler

Vielen Dank für das Interview, lieber Benedikt viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Benedikt Steiner, Schauspieler

Zur Person _ Benedikt Steiner, aus Tirol, hat an der Kunstuni Graz Schauspiel studiert und ist derzeit am Landestheater Linz in Fixengagement. Mit der Gruppe „Kulturverein Spätschicht“ kreiert er eigene Projekte, wie zuletzt das Auftragswerk „Die Irrfahrt der MS. Florentine“ für das Shäxpir Festival in Linz, bei dem er Regie führte. Zuletzt war Benedikt in „Die Milchfrau“ (make make) im Kosmos Theater zu sehen.

Fotos_ 1 Apollonia T. Bitzan; 2 @tanjazir; 3 georgi sarkezi.

Walter Pobaschnig _ 3.11.2023

https://literaturoutdoors.com

„Unterwegs durchs Gailtal/Zilja“ Ein kulturgeschichtlicher Reisebegleiter durch das Untere Gailtal Usi Sereinig (Autor), Polona Sketelj (Autor). Hermagoras Verlag.

Das Kärntner Gailtal. Ein ganz besonderer Lebens-, Natur-, Sprach- und Kulturboden an den Grenzen Österreichs, Italiens und Sloweniens.

Kulturelle Schnittstellen formten und formen einen Lebensreichtum, der etwa die vor fünfzig Jahren verstorbene Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (deren Vater aus dem Gailtal stammte, die Familie urlaubte regelmäßig am elterlichen Hof in Hermagor) zeitlebens literarisch inspirierte.

Das vorliegende Buch ist ein vielseitig informativer wie impulsgebender Reisebegleiter in ein ganz besonderes Tal, das sich im Kennenlernen, Erfahren, Erleben und Miterleben von Kultur und Natur erschließt. Eine Einladung, die in sehr gelungener Zusammenstellung von Wort&Bild Land und Menschen in Geschichte und Gegenwart vorstellt und so auch Generationen über Zeit und Grenzen hinweg verbindet.

„Ein sehr inspirierender Reiseführer in ein Tal voller Schönheiten vielfältiger Kultur-, und Erlebniswelten!“

„Unterwegs durchs Gailtal/Zilja“ Ein kulturgeschichtlicher Reisebegleiter durch das Untere Gailtal Uši Sereinig (Autor), Polona Sketelj (Autor). Hermagoras Verlag.

Sprache: Deutsch

Seiten: 346

Bindung: Broschur mit Klappe

Format: 11,5 x 19 cm

ISBN: 978-3-7086-1273-7

Übersetzung aus dem Slowenischen: Popotnik po Zilji

Verlag: Hermagoras Verlag, 2023

€ 29,90

Walter Pobaschnig  10/23

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Wer durch Feuer. Krieg am Jom Kippur und die Wiedergeburt Leonard Cohens. Matti Friedman. Hentrich&Henrich Verlag.

„Willkommen zu diesen Zeilen

Draußen herrscht Krieg

Aber ich werde versuchen,

es ihnen angenehm zu machen

L.Cohen“

Dieses Zitat steht am Anfang dieses äußerst bemerkenswerten und beklemmend aktuellen Buches zu Krieg und Kunst, Tod und Leben, Musik und Hoffnung. Es ist eine Erinnerung an eine Reise des 1934 in Kanada geborenen und 2016 in Los Angeles Kalifornien verstorbenen singer-songwriter, Schriftsteller Leonard Cohen, der zu den herausragendsten Persönlichkeiten moderner Kunst gehört.

1973 war der Künstler, der mit songs wie „Suzanne“, „Famous blue raincoat“ oder „So long, Marianne“ bis heute inspirierende musikalische Klassiker schuf, in einer persönlichen künstlerischen Umbruchphase und wollte sich nach sehr erfolgreichen musikalischen Jahren wieder dem Schreiben widmen, in dem seine künstlerischen Wurzeln lagen.

Er lebte zu der Zeit auf seinem kreativen Mittelpunkt der griechischen Insel Hydra und wurde nach Ausbruch des Jom-Kippur-Krieges (6. bis 25. Oktober 1973) vom israelischen Musiker Levi Oshik eingeladen, mit Künstlern wie Matti Caspi im Kriegsgebiet aufzutreten. Leonard Cohen kam und tourte durch ein Land an den Schnittstellen von Krieg, Tod und Hoffnung auf Frieden. Einige seiner eindrücklichsten songs entstanden in dieser Zeit.

Matti Friedman, vielfach ausgezeichneter Journalist und Autor, legt nun einen Bericht in Wort und Bild aus unveröffentlichten Texten und Originalberichten Cohens selbst und der Zeit vor, der sehr bemerkenswerte wie spannende Erinnerungen an einen außergewöhnlichen Künstler wie dessen vielfältige Wege in Leben und Werk freigibt.

Suzanne Vega, Sängerin, Musikerin über dieses Buch: „Ein faszinierender und intensiver Bericht über Leonard Cohens Zeit in Israel während des 19-tägigen Jom-Kippur-Krieges von 1973. Ein Muss für jeden Leonard-Cohen-Fan, mit Auszügen aus seinen unveröffentlichten Manuskripten aus dieser Zeit. Gefühlvoll und durchdacht.“

Wer durch Feuer. Krieg am Jom Kippur und die Wiedergeburt Leonard Cohens. Matti Friedman. Hentrich&Henrich Verlag.

Translation: Malte Gerken

Language: German

204 pages, softcover

31 illustrations

ISBN: 978-3-95565-612-6

Publication date: 2023

22.00 €

Walter Pobaschnig  10/23

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„Nein sagen“ Alexander Mitterer, Regisseur, Schauspieler _ Give Peace A Chance _ Graz 6.11.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gerechtigkeit

Intelligenz

Verantwortung

Ehrlichkeit


Poesie

Eignung

Auswahl

Chaos

Entscheidungsfreiheit


Antworten


China

Historie

Anfangen

Nein sagen

Cäsar

Sich Ermächtigen


Alexander Mitterer, 27.10.2023

Alexander Mitterer, Regisseur, Schauspieler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Alexander Mitterer, Regisseur, Schauspieler

Zur Person  _ Alexander Mitterer, Regisseur, Schauspieler, geb.1968 in Bruneck/Südtirol, absolvierte sein Schauspielstudium 1993 am Konservatorium der Stadt Wien. Engagements u.a. an der Gessneralle Zürich, Bühnen Graz, Stadttheater Klagenfurt, klagenfurterensemble, Künstlerhaus Wien, Neue Bühne Villach sowie bei renommierten Festivals wie Steirischer Herbst, Styriarte, Volksschauspiele Telfs, Komödienspiele Porcia.

2005 Gründung von Theater Kaendace gemeinsam mit Klaudia Reichenbacher. Zahlreiche Engagements in Film-, Funk- und Fernsehproduktionen.

Regiearbeiten für Theater Kaendace, klagenfurterensemble, OFF – Theater Salzburg etc.etc.

https://alexandermitterer.at/

Aktuelle Produktion: „Mein Hundemund“ Werner Schwab

Werner Schwab, meistgespielter Dramatiker der Neunziger – Jahre, ist endlich wieder in Graz zu sehen. Theater Kaendace wuchtet eines seiner verstörendsten Fäkaliendramen „Mein Hundemund“ als Requiem auf die Bühne des ARTist`s.

Beinahe 30 Jahre nach dem plötzlichen Tod Schwabs am 01.01. 1994 haben dessen Texte nichts an Brisanz und Brillanz verloren. Sein Metzger Hundsmaulsepp ist das zeitlose Portrait hässlicher Verhältnisse. Schwab fixiert seinen Blick auf die Welt auf das Eklige und schuf mit „Mein Hundemund“ eine zeitlose Parabel über die Unfähigkeit des Menschen, sich von seinen inneren Zwängen befreien zu können.

Premiere am 04.11. 2023 im ARTist`s, Schützgasse 16, 8020 Graz

Vorstellungen am 08.; 09.; 10.; 11.; 14.; 15. und 17. November jeweils um 20 Uhr

Regie: Alexander Mitterer

Ausstattung: Sonja Kreibich

Livemusik: Dragana Avokadovich

https://art.ists.at/events/mein-hundemund-von-werner-schwab-premier

Foto_ Peter Fritz

27.10.2023 _Walter Pobaschnig

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„Kunst kann ein guter Weg sein, um Zugang zu den Mitmenschen zu finden“ Max Melo, Schauspieler _Wien 6.11.2023

Lieber Max Melo, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Gerade mache ich Zivildienst im Kindergarten und bin somit unter der Woche von 8-16 Uhr in der Arbeit. Danach bin ich meistens ziemlich fertig, treffe mich aber relativ oft noch mit Freunden oder gehe zuhause meinen Hobbys nach, schreibe, mache Musik oder lese.

Max Melo, Schauspieler _
Wien

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt und Mut. Mut, nicht wegzuschauen, aus der eigenen Komfortzone zu treten, um die Dinge, die gerade in der Welt passieren, noch richten zu können. Zusammenhalt, um gemeinsam an Krisensituationen zu arbeiten und nicht dem Gegenüber die Schuld dafür zu geben, warum es gerade nicht so läuft, wie es sollte. Letztendlich sind wir alle nur Menschen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Allgemein denke ich, dass die oben genannten Punkte essentiell für einen gesellschaftlichen Neubeginn sind. Die Kunst kann darin eine wichtige Rolle spielen. Leider gibt es, meiner Meinung nach, heutzutage eine Art kreativen Overload. Alles, was heutzutage auf die Bühne oder ins Internet gestellt wird, kann nach heutigen Maßstäben als Kunst gewertet werden. Dabei geht jedoch der Wert dessen verloren.

Ich kann in dem Fall nur für mich persönlich sprechen, aber ich als kunstschaffende Person sehe zwei wichtige Aspekte, die bei einem gesellschaftlichen Neubeginn von Bedeutung wären. Einerseits ist Kunst sehr wichtig, um reflektiert aus sich herauszugehen, sich selbst zu finden, mal jemand anders sein zu können und dabei mithilfe der eigenen Fähigkeiten zu wachsen. Beispielsweise um Gefühlen nachzugehen, die man für eine Rolle empfinden soll, mit denen man selbst aber noch keine Erfahrung gemacht hat. Auf der anderen Seite kann Kunst ein guter Weg sein, um Zugang zu den Mitmenschen zu finden. In einem Theaterstück, welches man sich an einem entspannten Abend ansieht, können wichtige Aspekte zum Nachdenken anregen, über die man sich, durch den zugänglichen Weg der Kunst, gerne Gedanken macht.

Was liest Du derzeit?

Gerade lese ich ,,Achtung Vorurteile!“ von Sir Peter Ustinov. Ich mag die Einteilung in kurze Erzählungen, die auf humorvolle Art erläutern, warum Vorurteile existieren, was sie so wichtig macht und wie leicht sie entstehen können.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Aus ,,Nichts, was um Leben wichtig“ fällt mir spontan ein Zitat von Pierre Anthon ein.  ,,Wenn nichts etwas bedeutet, gibt es nichts, um darauf wütend zu sein.“

Dabei sehe ich ein interessantes Statement, wenn man bedenkt, dass die anderen Jugendlichen in dem Stück davon überzeugt sind, dass das Leben Bedeutung hat und sich deshalb furchtbare Dinge zufügen, um dies zu beweisen. Wenn also wirklich nichts Bedeutung hätte, gäbe es dann überhaupt noch Gefühle wie Wut, Angst und Verzweiflung? Oder entstehen diese menschlichen Eigenschaften nur dadurch, dass wir davon überzeugt sind, dass es die Bedeutung wirklich gibt?

Allgemein, um das Interview mit einer  positiven Note zu beenden, möchte ich hier aber auch nochmal mein Lieblingszitat nennen. Denn egal, was auf uns zukommt: ,,Erst, wenn alle Stricke reißen, häng ich mich auf.“

~Johann Nepomuk Nestroy

Vielen Dank für das Interview, lieber Max, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Zur Person _ Mein Name ist Max Melo, ich bin 18 Jahre alt und wohne in Wien. Ich spiele seit einigen Jahren Theater und habe am BORG Hegelgasse 12, 1010 Wien im Ausbildungsschwerpunkt Vokal, Polyästhetik und Musik maturiert.

Momentan arbeite ich als Zivildiener im Kindergarten, nebenbei schreibe ich sehr gerne Texte, singe und spiele Klavier.

Aktuelle Produktion mit Max Melo _ TheaterArche Wien:

„NICHTS Was im Leben Wichtig ist“ von Janne Teller

Premiere: 17. November 2023

Weitere Vorstellungen: 18., 25. und 27. November, 7., 8. und 9. Dezember

jeweils um 19:30

Regie: Jakub Kavin

Choreographie: Carola von Herder

Mit: Livia Andrä, Elizabeth Dorner, Kieran Foglar-Deinhardstein, Theresa Gerstbach, Viktoria Ginzel, Lena Hergolitsch, Adria Just-Font, Jakob Köllesberger, Max Melo

Ticketpreise 24€ | 18€* | 14€ *

* Ermäßigung: Student*innen, Senior*innen und Ö1-Club/Ö1-intro Mitglieder, IGFT-Mitglieder

Gruppenticket ab 10 Personen möglich

* Ermäßigung: Student*innen, Senior*innen und Ö1-Club/Ö1-intro Mitglieder. Gruppenticket ab 10 Personen möglich

Reservierungen unter TEL.: +43 6506204554 oder office@theaterarche.at

Mehr Info:https://www.theaterarche.at/nichts-was-im-leben-wichtig-ist/

Theater Arche: Die TheaterArche ist ein offenes Theater als Spiegelbild einer offenen Gesellschaft, ein Theater das den raschen gesellschaftlichen Wandel im Wien des 21. Jahrhunderts widerspiegelt. Die TheaterArche versteht sich als unabhängige Plattform zur Künstlervernetzung und Kunstproduktion, über alle gesellschaftlichen und kulturellen Gräben hinweg.

Münzwardeingasse 2a, 1060, Wien.

office@theaterarche.at

Tel: 06506204554

https://www.theaterarche.at/kontakt/

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 5.11.2023

https://literaturoutdoors.com