„Kunst braucht Leidenschaft und erzeugt Leidenschaft“ Simone Uebelhart, Schauspielerin _ Wien 5.2.2024

Liebe Simone Uebelhart, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Ich habe keinen fixen Tagesablauf. Was auf jeden Fall dazugehört: der Moment für mich allein mit einer Tasse Kaffee oder Tee nach dem Aufstehen und Zähneputzen. Auch Bewegung gehört unbedingt dazu, sei es im Fitnessstudio, zu Hause auf der Yogamatte oder draußen in der Natur.

Als Broterwerb – allerdings empfinde ich es als einen schönen, erfüllenden Broterwerb – unterrichte ich Deutsch als Fremdsprache. Meine Unterrichtszeiten sind dem Stundenplan der Schauspielschule angepasst, das heißt, sie sind sehr unterschiedlich. Mal unterrichte ich morgens, dann wieder nachmittags oder abends. Auch die Orte und die Teilnehmenden unterscheiden sich. Daneben arbeite ich außerdem als freiberufliche Autorin von Lernmaterialien. Dazwischen habe ich Schauspielunterricht, übe Rollen ein oder recherchiere. Ich genieße dabei die Abwechslung und Flexibilität, verspüre aber hin und wieder auch eine gewisse Sehnsucht nach etwas mehr Routine.

Wenn es mein Stundenplan zulässt, koche ich mir gerne mindestens eine frische Mahlzeit pro Tag. Wichtig ist mir auch der tägliche Austausch mit Menschen, die mir lieb sind, sei es persönlich, per Telefon oder zumindest über Textnachrichten.

Simone Uebelhart, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Liebe. Ich meine damit keine Rosafärberei. Nehmen wir zum Beispiel den Tagesablauf, den ich gerade beschrieben habe. Wenn ich all diese Dinge mit Liebe tue – und dafür muss ich sie nicht alle lieben – aber wenn ich sie bewusst tue und ihren Wert schätze – und Wert haben sie alle, sonst täte ich sie nicht – dann macht das einen Unterschied. In diesem Fall natürlich in erster Linie für mich. Aber wir können diesen Blick, diese Einstellung auf alles anwenden. Dafür müssen wir teilweise langsamer und bedachter werden. Weniger tun, weniger schnell reagieren, uns mehr Zeit lassen, einander zuhören. Dem Tempo um uns herum zum Trotz. Ich stelle mir das bildlich vor: Wenn die Welt um mich herum immer schneller und multipler wird, muss ich einen Gegenpol bilden, damit nicht alles in Entropie versinkt. Dieser Gegenpol wird mit der Welt um ihn herum interagieren und etwas Neues entsteht daraus. Die bunte, hektische, oft überfordernde und manchmal erbarmungslos scheinende Welt um uns herum ist nicht schlecht, sondern trägt genauso zur Entstehung des Neuen bei. Aber wenn ich, wenn wir nicht mit Liebe, Wertschätzung und Bedacht dagegenhalten, dann wird aus uns nichts Neues entstehen. Ich sage bewusst „aus uns“, denn Neues wird auch ohne uns, ohne den Menschen, immer weiter entstehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Tun oder taten wir das nicht immer und zu jeder Zeit? Aber ich mag das Bild des Aufbruchs und Neubeginns und ich denke, man kann sich immer dafür entscheiden, dass genau jetzt der Zeitpunkt dazu da ist. Und dann ist er es auch. Welche Rolle dabei der Kunst zukommt, hängt natürlich davon ab, was man als Kunst definiert. Für mich war Kunst immer etwas, wofür man Leidenschaft braucht, beziehungsweise was Leidenschaft erzeugt. Und etwas, das dem kapitalistischen Streben nach Schneller und Mehr entgegensteht. Ich meine damit weder, dass die Kunst davon abgekoppelt ist, noch, dass sie das Ziel haben soll, das kapitalistische System zu zerstören. Ich meine, dass sie, dadurch, dass sie andere Werte und Maßstäbe hat – ein anderes Tempo, eine andere Struktur – ein hohes Potenzial hat, um Neues zu schaffen, und auch um Menschen zu verbinden. Dies ist meiner Meinung nach besonders wichtig, um einer zunehmenden Polarisierung entgegenzuhalten.

Was liest du derzeit?

„Moral über alles?“ von Michael Lüders

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

Es ist wie es ist.

Vielen Dank für das Interview, liebe Simone, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Simone Uebelhart, Schauspielerin

5 Fragen an Künstler*innen:

Simone Uebelhart, Schauspielerin

Zur Person _  Simone Uebelhart, ich bin am 17. Mai 1980 in Solothurn in der Schweiz geboren. Aufgewachsen bin ich auf dem Land, in Messen, einem 1000-Seelen-Dorf in der Schweiz. Nach der Matura bin ich nach Genf gezogen, wo ich einen Bachelor in Linguistik und Germanistik absolviert habe. Dann führte mich der Wunsch, Cognitive Sciences zu studieren, nach Wien. Ich absolvierte hier ein Masterstudium und arbeitete danach einige Jahre im Sozial- und Bildungsbereich. Ich bildete mich unter anderem im Bereich Theaterpädagogik weiter und kam so wieder mit meinem nie verfolgten Kindheitstraum, auf der Bühne zu stehen, in Berührung. Nach einigen Kursen entschloss ich mich schließlich zu einem Schauspielstudium, das ich im März dieses Jahres abschließen werde.

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 24.1.2024

https://literaturoutdoors.com

Erinnerung an Helena Adler „Sie räumt auf, fegt weg und baut eine neue Welt auf“ Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin _ Gleisdorf/AT 5.2.2024

Interviewzum Tod von Helena Adler _ Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin

 + 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg (Stephanie Helena Prähauser *1983)

Liebe Andrea Wolfmayr, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler, Schriftstellerin (Stephanie Helena Prähauser + 5.1.2024  *1983) ?

Ich erinnere mich an ihren Anruf bei meiner Tante, der Buchhändlerin Helga Plautz, bei deren Literaturfest sie mitwirken sollte und auch wollte, eine erste Zusage war da – und dann kam diese entsetzliche Mail: dass sie aus Krankheitsgründen leider absagen muss. Der Mailwechsel zwischen Stephanie Helena Prähauser und Helga Plautz war berührend und herzzerreißend.

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Die „Infantin“, 2020. Tolles Cover, sehr frech, dachte ich, und sehr, sehr erfrischend! Dann, beim Lesen: „Himmel … was für eine Power!“ Ich dachte sofort an die Lavant. Ebensolche Kraft, dazu dieser Eigensinn, und auch noch Witz …!

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

Tiefe, Schönheit, Wucht, Brutalität, Unverblümtheit, Härte, Kompromisslosigkeit – ein Schreiben, das einschlägt wie eine Bombe. Sie macht einen fertig und räumt auf, fegt weg, killt das alte eigene Denken und baut eine neue Welt auf, die ihresgleichen noch nicht gesehen hat.

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Ich hab sie ja leider persönlich nicht erleben können, aber aus den Fotos spricht mich so viel Liebe an, so viel Spaß und Lustigkeit und Herzlichkeit – ganz anders als ich sie erlebte beim Lesen. Sie war in Person gelebte Kunst, ohne einen Funken von Arroganz oder Präpotenz.

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Obwohl dem Umfang nach nicht groß, so ist ihr Erbe doch unglaublich vielschichtig und spannend – und leider hat es eben genau diesen Spannungsbogen von Person und Werk, der sie kennzeichnete, viel zu früh zerrissen, vielleicht musste er durch und wegen ihres Werks zerreißen … Folgerichtig ist sie nun zum Star, einem hellen Stern in der Literaturlandschaft, einer Ikone geworden. Und das ist gut so (ich seh sie lächeln, von drüben …)

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Als richtungsändernd. Neuland betretend. Wegweisend.

Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin

Zur Person _Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin

Wolfmayr, Andrea – Edition Keiper

Foto_privat.

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg in einem Opel Kadett.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/ 6.1.2024 

Bücher:

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/ 

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Foto_ Portrait Andrea Wolfmayr: privat

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 26.1.2024

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„We live now for one day“ Andrew Levitsky, artist _Kyiv/Ukraine 4.2.2024

Hi, Andrew Levitsky, what`s your routine at the moment?

Great Poet Issa Kobayasa, 小林一茶 also known as Yataro said: „Our life is a dewdrop. Let only a drop of dew Our life — and yet…“

My country Ukraine is subjected to brazen attacks and occupation of its territories by its nearest neighbor. A terrible fierce war is going. Today is January 20 and it is already the 996th day of the full-scale russian invasion of Ukraine, or almost 9 years, since the beginning of the russian occupation of Crimea and Sevastopol.

The war came to my Kyiv with sirens and russian missile attacks. Everything has changed in my life. Everything. We live now for one day. The war clearly showed real values: life, truth, light and divided the world into white and black, life before and after.

I’m Andrew Levitsky, a Graphic Artist and Printmaker, continue to do what I can, know and love. I always work in black and white art. And now it keeps me going on. Life goes on. I use Intaglio technique – modern Intaglio which includes different ways of work with metal: both Etching, Embossing, Engraving, Lavis, Aquatint, Dry point and Mezzotint. A combination of different manners, union of graphical embossing and picturesque intaglio allows the artist to create complicated, wide in range, intense in expression. The possibility to draw freely with a needle on a metal board preserves a straightforward manner of art’s creation and imprints artist’s individual mode and temperament. Surface is natural for Intaglio. Due to this, imprint obtains deepness and lightness. A fundamental stroke is short or long, straight or creatively stretched, condensing or crossing; it is able to communicate different shades of the mood as well as the landscape’s condition, its multidimensionality, spaciousness and airiness. I hold principally on to the laws of the classical Intaglio printing technique.

My teachers are The Great Artists Rembrandt, Durer and Taras Shevchenko.

. Beetle Tree. Garden, Intaglio, 2020, Andrew Levitsky_folgende.
This work was Awarded: Andrew Levitsky, Kyiv, Ukraine, Beetle Tree. Garden, 2nd Prix catégorie «Gravure» Mention: Contemplation, Atelier Kitchen Print, Kitchen Print Biennale 2019 / 2020, France.
Searching for a Tree During an Air Alarm, Intaglio, 2023

What`s now particularly important for all of us?

Only Peace and Love will save our World!

Although today it has to be said in a different way. It is necessary to save those who create art, literature, theater, cinema, from the cursed war, destruction and hopelessness.

It is artists, poets, musicians who are the most vulnerable during a war or an arms race in the world. This is understood by the peoples who survived the genocide of destruction and occupation. I understand it especially acutely now, hearing air sirens in Kyiv and receiving news about shelling and russian missiles hit civilian objects every day in Ukraine.

The old saying goes:

«God, grant me the serenity to accept the things I cannot change, the courage to change the things I can, and wisdom to know the difference.‘‘ Attributed to Reinhold Niebuhr (1892–1971)

Evolution, Linocut, print size: 15,5 x 24 cm, 2023, Andrew Levitsky Unbreakable Album. This work was Awarded: Andrew Levitsky ‘’Certificate of Honor’’, The First International Biennial of Miniature Art- Graphics and Drawings, IBMB, BITOLA 2023,
Pic 4. Unruly Step, Linocut, print size: 24 x 15,5 cm, 2023, Andrew Levitsky Unbreakable Album.
Unruly Wave, Linocut, print size: 15, 5 x 24 cm, 2023, Andrew Levitsky Unbreakable Album. This work was Awarded: Andrew Levitsky ‘’Certificate of Honor’’, The First International Biennial of Miniature Art- Graphics and Drawings, IBMB, BITOLA 2023

New start, new beginning. What will be essential and which roles will art play on society?

I hope and try to answer to this philosophical question in all my Printmaking Art works. You can talk a lot, but do nothing good, just talk. I prefer to work. As for me it is interesting not just blindly copy life or events, artist has to be as a guide, who passes this life through himself and gives out his emotions, feelings, inspiration and effort in his works.

A good artist should be able to start with a blank sheet, this is like the philosophy of starting a work. In my opinion, good art should be tested by time.

Art, where there is a soul, has always played an important role in society,

Art is a component of the Culture and reflects a soul of the nation.

Hommage Albrecht Durer During an Air Alarm, Intaglio, 2023
Ex Libris. Names Of Historical Memory, 
Andrew Levitsky, Ex libris Anna Tsetkova, GCD, 2023. This work was Awarded: Andrew Levitsky, Exlibris Anna Tsetkova, Diploma, International Ex Libris Competition, 
Society of Book Lovers XXVII, Kaunas, Lithuania, 2023

What are you reading currently? 

I am reading a lot books now, both modern world and Ukrainian literature, and classic literature, for example, Federico García Lorca, Spain, Patricia Highsmith, USA, Lina Kostenko, Ukraine, Willa Cather, USA, Molier and Jean La Fontaine, France. 

For me, the genius of Jean La Fontaine (Jean La Fontaine, 1621-1695) lies in the relevance of his works even today in the conditions of the two-year „covid-19″ lockdown.“ At the end of the 17th century, a famous French fabulist published the „Poem about the Henna Tree“. The poem is dedicated to this amazing plant (Quinquina Tree). He wrote that it was as if the sun-faced Phoebus himself (Apollo, the god of light, hence his nickname Phoebus – „radiant“, „shining“) sent people a cure for the mortally dangerous swamp fever, which was unleashed on the white light by the treacherous Pandora („gifted to all“ – the first woman).

Hommage Jean La Fontaine,“Poem about the Henna Tree“, Іntaglio,2021.
This work was Awarded: Andrew Levitsky, Kyiv, Ukraine, 3rd Mention, Jean La Fontaine,“Poem about the Henna Tree“, HOMMAGE À TROIS: Jean La Fontaine, Associació Internacional Duana de les Arts – AIDA, 2021, Barcelona, SPAIN
Hommage Molier, Mask of Molier, Digital print, 2022. This work was
Awarded: Andrew Levitsky, Kyiv, Ukraine, 3rd Mention, Mask of Molier,
HOMMAGE À TROIS: MOLIÈRE, Associació Internacional Duana de les Arts – AIDA,
2022, Barcelona, SPAIN
Hommage NOVALIS, ‘’Ask Baron: is religion the opium of the people?’’, Digital print, 2022, This work was Awarded: Andrew Levitsky, Kyiv, Ukraine, 5 Mention, NOVALIS,’’Ask Baron: is religion the opium of the people?’’, Associació Internacional Duana de les Arts – AIDA, 2022, Barcelona, SPAIN
Hommage Willa Cather, Dream. My Antonia, Intaglio, 2023. This work was
Awarded: Andrew Levitsky, Kyiv, Ukraine, 3rd Mention,“Dream. My Antonia”,
HOMMAGE À TROIS: Willa Cather, Associació Internacional Duana de les Arts – AIDA,
2023, Barcelona, SPAIN

Which quote, text will you propose to us?

Lina Vasylivna Kostenko, Words Terrify When They Remain Not Spoken. She was born in 19 March 1930. She is a Ukrainian poet, journalist, writer, publisher, and former Soviet dissident. Lina Kostenko has been granted numerous honours, including an honorary professorship at Kyiv Mohyla Academy, honorary doctorates of Lviv and Chernivtsi Universities, and the Shevchenko National Prize, and the Legion of Honour.

Lina Kostenko

WORDS TERRIFY WHEN THEY REMAIN NOT SPOKEN

Words terrify when they remain not spoken,

When suddenly, they tuck themselves away,

When you don’t known how silence can be broken,

For someone else has said all you might say.

These words were once pronounced in tears or pain,

They were the dawn yet also the cessation,

Billions of men, and words, like drops of rain,

For the first time now, they are your creation.

Both beauty and ill will have had their fame,

There have been weeds and roads beneath our sole,

But poetry will never be the same,

It will forever touch the human soul.

View of the One Nice Railroad, Intaglio, 2015

Andrew Levitsky, professional Artist & Printmaker, Master of Arts.

Kyiv, Ukraine_21 January_2024

Andrew Levitsky, professional Artist & Printmaker, Master of Arts.

Thank you very much for the interview and your great art, dear Andrew all the best for you in these days!

5 questions on artists: Andrew Levitsky, professional Artist & Printmaker, Master of Arts

Andrew Levitsky

Professional Artist & Printmaker, Master of Arts, Kyiv, Ukraine.

Born: 1961 Kyiv, Ukraine.

Study: 1986-1992 National Ukrainian Academy of Fine Art, Studio of Graphic Arts.

Study: 1993-1996 National Ukrainian Academy of Fine Art,

Post Graduate Course: Studio of Graphic Arts with Academician G. Yakutovich,

Studio of Graphic Arts with Academician M. Deregus.

From 1996 he becoming a Master in Graphic Arts.

Specializing in Graphic Arts: Intaglio, Etching, Colour Print, Mono-print, Mezzotint, Watercolor, Mini-prints and Ex-libris / Bookplate /.

From 1992 – Member of National Artists Union of Ukraine.

Member Graphic Guild of Kyiv Artists Union. Numerous Exhibitions in Ukraine and Abroad since 1987. Since his student days he has actively participated in prestigious international competitions in different fields of graphic arts.

Andrew Levitsky is the winner of the 25 international awards and two international grants to solo show in Japan, 1992, 1995-1996

for his best works in the field of Intaglio Printmaking Arts.

Numerous Publication Personal Catalogues and Booklets of Graphic Art,

design by Andrew Levitsky, since 1998.

Lives and work in Kyiv, Ukraine

Contact to Andrew Levitsky

https://www.facebook.com/andrew.leviysky.1

laart@i.ua

levitskyadik@gmail.com

Fotos_ portrait/artAndrew Levitsky

Walter Pobaschnig _ 21.1.2024

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Station bei Franz Kafka _ „Seine Authentizität, seine Freiheitssuche“ Marcela Selinger, Sängerin _ Wien 3.2.2024

Station bei Franz Kafka_
Marcela Selinger, Sängerin, Model, Schauspielerin _Wien _
acting Kafka _ „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912.

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Fotos _ Graben Hotel Wien/Graben _
Franz Kafka war hier wiederholt zu Gast.
Station bei Franz Kafka_   
Marcela Selinger, Sängerin, Model, Schauspielerin _ Wien.
acting „Die Verwandlung“, Franz Kafka. Erzählung, 1912 _

100.Todesjahr Franz Kafka, Schriftsteller * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924
Kierling/Klosterneuburg (AUT) _

Fotos: Graben Hotel _ Wien. Franz Kafka war hier wiederholt zu Gast.
Franz Kafka, Schriftsteller

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Marcela Selinger, Sängerin, Model, Schauspielerin _ Wien

Station bei Franz Kafka_   

Performing „Die Verwandlung“, Franz Kafka. Erzählung, 1912.

Marcela Selinger, Sängerin, Model, Schauspielerin _ Wien.

Graben Hotel _ Wien. Franz Kafka war hier wiederholt zu Gast.

Liebe Marcela Selinger, welche Zugänge gibt es von Dir zu Franz Kafka?

Ich konnte immer gut in Franz Kafkas Ausdruck eintauchen. Er schien ein freiheitssuchender, bescheidener Mensch zu sein, der sich viele Gedanken über die Zusammenhänge von Gesellschaft und individuellem Leben machte.

Geplagt von einer komplizierten, leidvollen Kindheit/Jugend erschien er die Schönheit in „einfachen“ Dingen und Gefühlen zu erkennen, wie zB Briefe schreiben, erhalten und lesen, sowie Freude zu fühlen, nackt in der Sonne zu liegen und die Sinne bewusst einzusetzen. Seine körperlichen Leiden schienen ihn demütig gemacht zu haben, und haben ihn vielleicht dem Leben nähergebracht.

Was macht für Dich den Schriftsteller Kafka aus?

Die Authentizität. Für mich ist spürbar, dass dieser Mensch nicht versucht hat etwas oder jemanden darzustellen, der er nicht war. Zumindest entspricht das meinem subjektiven Empfinden.

Wann bist Du erstmals mit den Texten Kafkas in Berührung gekommen und welche Aussagen gab/gibt es da für Dich?

Mh….von Kafka habe ich das erste Mal gehört als ich ungefähr 12 Jahre alt war. Da hab ich dann Kafka’s „Der Prozess“ gelesen und es eigentlich nicht verstanden – aber es gab etwas , in seiner Art zu schreiben, das mich berührte, etwas Wahrhaftiges. Ich hatte das Gefühl ihn zu kennen und mir ähnliche Gedanken über die Welt zu machen.

„Der Geist wird erst frei, wenn aufhört Halt zu sein“

„Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht.“

Wie siehst Du seine Beziehung zu Wien?

Er schien eine Aversion gegen Wien zu haben. Wollte hier nicht länger bleiben, dennoch absolvierte er immer wieder gewichtige Aufenthalte in Wien oder um Wien. Sogar sein Sterben, sozusagen. Ich kann dazu nicht viel mehr sagen.

Wie verstehst Du die Erzählung „Die Verwandlung“? Welche Aussagen zu Mensch, Familie, Beruf, Welt gibt es da?

Naja. Es ist eine sehr tragische Geschichte. Offenbar arbeitet Kafka hier die Geschichte mit seinem Vater auf, der scheinbar sehr lieblos mit ihm umgegangen ist.

Im Grunde verstehe ich es so, dass er das Gefühl hatte, nie genug zu sein. Selbst die absolute Aufopferung als Geldbringer/Versorger für die Familie hat zur Folge, dass er im Moment der Schwäche als nutzlos und nichtig erklärt wird und, letztendlich, sogar von der eigenen Familie erst zum Parasiten ernannt und letztendlich getötet wird.

Ich schätze, dass Kafka ein tiefliegendes Thema mit Vertrauen und Geborgenheit hatte, dass er vermutlich nie überwunden hat. Letztendlich war das Schreiben für ihn ein Ventil für den Ausdruck und der Verbindung mit dem Leben, den Menschen und der Welt.

Wie hast Du Dich auf das Fotoshooting/die Performance vorbereitet?

Ich habe gelesen und geschaut, wie der Dresscode dieser Zeit ungefähr ausgeschaut hat. Letztendlich habe ich versucht etwas Charakteristisches wie zB die Melone, einzubauen. Und natürlich Schreibzeug als Symbol für die Verbindung zum Leben.

Gab es bisher schon Kafka Projekte für Dich?

nein

Was ist Dir als Künstlerin wichtig?

Weiter-Ent-wickel-ung in jeder Hinsicht. Ich sehe Kunst als Ausdrucksmittel und vielleicht sogar eher als Möglichkeit überhaupt Verbindung zu sich selbst und zur Umwelt zu erschaffen. Ich denke Kunst hat eine therapeutische und heilende Kraft.

Im Grunde betrachte ich alles als Kunst.  Somit beschränkt sich diese nicht mehr nur auf zB Musik, Fotografie, Bücher, Malerei etc- sondern erstreckt sich in alle Lebensbereiche. Dies kann eine Kommunikation mit meinen Kindern beim Abendessen sein.

Was sind Deine nächsten Projektpläne?

Nichts Konkretes

Darf ich Dich abschließend zu einem „Verwandlung“ Akrostichon bitten?

Viel

Einfaches

Reicht

Wahrscheinlich

Aus

Nicht

Deshalb

Liebt

Unsereiner,

Noch

Gegenteilig

Marcela Selinger, Sängerin, Model, Schauspielerin _ Wien.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Station bei Franz Kafka_   

Marcela Selinger, Sängerin, Model, Schauspielerin _ Wien.

Performing „Die Verwandlung“, Franz Kafka. Erzählung, 1912.

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Fotos: Graben Hotel/Graben _ Wien. Franz Kafka war hier wiederholt zu Gast.

Alle Fotos&Interview _ Walter Pobaschnig 1/24

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„dass es keinen Platz für Homophobie, Diskriminierung oder Frauenfeindlichkeit gibt“ Leonora Leitl, Autorin und Illustratorin _ Mühlviertel/OÖ 3.2.2024

Liebe Leonora Leitl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufstehen, frühstücken mit meiner Familie, ins Büro gehen (ca. 5 Meter und meistens im Pyjama), mails beatworten und Bürozeugs erledigen, schreiben und zeichnen, Mittagessen kochen und essen, Hendl füttern, Kaffeetrinken und nachdenken, schreiben oder zeichnen, Yoga machen, mit meinem Mann und meinen Kindern reden, lesen oder fernsehen und ins Bett kriechen. Oder zwischendurch tagelang mit Lesungen unterwegs sein, sehr nette Begegnungen haben und abends in einsamen Hotelzimmern Heimweh haben.

Leonora Leitl ist eine österreichische Autorin und Illustratorin von
Kinder- und Jugendliteratur

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich habe sehr viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Ich hätte gerne, dass Kinder, die aus nicht so privilegierten Haushalten kommen, nicht den Anschluss verlieren. Dass alle Eltern haben, die ihnen vorlesen und mit ihnen den Tag besprechen würden. Bildung sollte für alle gleich zugänglich sein. Chancengleichheit für alle Kinder, egal woher man kommt. Das geht nur durch gleich gute Bildung und gleich viel Zuwendung.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass es keinen Platz für Homophobie, Diskriminierung oder Frauenfeindlichkeit gibt. In meiner Literatur weise ich immer darauf hin.

Leonora und Robert Leitl

Was liest Du derzeit?

„Echtzeitalter“ von Tonio Schachinger und „Konrad, das Kind aus der Konservenbüchse“ von Christine Nöstlinger

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Angst ist ein schlechter Ratgeber.

Besonders um drei Uhr in der Früh.

Leonora Leitl, Autorin und Illustratorin

Vielen Dank für das Interview, liebe Leonora, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Leonora Leitl ist eine österreichische Autorin und Illustratorin von
Kinder-
und Jugendliteratur

Zur Person_ Leonora Leitl ist eine österreichische Autorin und Illustratorin von
Kinder- und Jugendliteratur. Nach der Meisterklasse für Grafik- und Kommunikationsdesign in Linz/Ö wandte sie sich dem Schreiben und Illustrieren von Kinderbüchern zu. Sie lebt mit ihrer Familie und fünf Hühnern in Gramastetten im oberösterreichischen Mühlviertel.

Ihre Bücher sind mit zahlreichen Preise ausgezeichnet, darunter dem Outstanding Artist Award der Republik Österreich, dem Österreichische Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien 

https://www.leonoraleitl.com/

Fotos_ 1 C.Hofer; 2,4 R.Winkler; 3 privat.

Walter Pobaschnig _ 20.1.2024

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„Die gestundete Zeit“ Ingeborg Bachmann. Gedichte. _ Salzburger Bachmann Edition

„Die gestundete Zeit“ Ingeborg Bachmann. Gedichte.

Salzburger Bachmann Edition

Herausgegeben von Irene Fußl. Mit einem Vorwort von Hans Höller. Enthält Fotografien und Faksimiles

Es sind Gedichte, die wie Kometen in der Dämmerung der Nachkriegszeit am roten Himmel aus und über den Kriegstrümmern der Verzweiflung, Verlassenheit der „gestundeten Zeit“ strahlen und einer Generation eine Sprache, eine Stimme geben, wie es sie noch nie gegeben hat.

Eine neue lyrische Kraft, die aus Erde, Bildkraft, Mythologie ganz nah an Leben, Liebe, Gesellschaft ihren Ausdruck, ihren Rhythmus formt und eine Ausdruckskraft findet, die vom eigenen Weg in allen Wahrnehmungen, Erfahrungen, Träumen und Enttäuschungen berichtet.

Der Gedichtband „Die gestundete Zeit“ erscheint 1953 und stellt Ingeborg Bachmann schlagartig in die Mitte der Literatur der Nachkriegszeit. In den Gedichten wird der Krieg, die Shoa in welt-, geschichtsphilosophischer-, gesellschaftsbezogener wie persönlicher Perspektive thematisiert. Ebenso finden sich Bezüge zur Beziehung mit Paul Celan. In starker Bild-, Formsprache wird ein neuer Weg der Welt- und Selbstvergewisserung beschritten und es ist der Beginn einer der faszinierendsten und einflussreichsten literarischen Karrieren.

Die neue Edition der Salzburger Werkausgabe bietet nun einen umfassenden wissenschaftlichen Apparat, zahlreiche Faksimiles und Fotos und stellt die Gedichte in literaturwissenschaftlichen, biographischen und zeithistorischen Kontexten vor.

„Ein weiteres Highlight der großartigen Salzburger Bachmann Edition!“

Ingeborg Bachmann

Salzburger Bachmann Edition

Die gestundete Zeit

Herausgegeben von Irene Fußl. Mit einem Vorwort von Hans Höller. Enthält Fotografien und Faksimiles

Leinen, 270 Seiten, Sprache: Deutsch

978-3-518-42604-3

34 EUR

Walter Pobaschnig 2/24

https://literaturoutdoors.com

„Die Bäume stehen da und sagen, komm mal kurz runter“ Ella Necker, Schauspielerin und Clownin _ Wienerwald 2.2.2024

Liebe Ella Necker, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da ich verschiedene künstlerische Projekte am Laufen habe, ist mein Tagesablauf immer anders. Mal fahr ich in mein Haus- und Hofaltersheim, wo ich als Clownin arbeite. Mal bin ich mit dem Theater Frischluft unterwegs und spiele draußen oder drinnen Theater. Oder ich bin im Radio zum Nachrichtenlesen und Sendungsgestalten. Oder ich arbeite mit meinem Kollektiv Klaus an einer neuen Performance. Jedenfalls bin ich künstlerisch unterwegs. Und im Wald. Ohne den Wald geht gar nix. Da muss ich einmal pro Tag rein. Da find ich mich selbst. Und dann weiß ich auch wieder besser, was ich wirklich will.

Ella Necker, Schauspielerin und Clownin
Theater Frischluft _ Ella Necker (rechts im Bild)
Ella Necker, Schauspielerin und Clownin (folgende)

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, der Wald. Da sollten wir alle pro Tag einmal reingehen. Da ist alles anders. Da ist nichts so wie sonst wo. Der Wald trägt ein großes Geheimnis in sich. Im Wald kann ich richtig gut atmen. Die Tiere leben im Wald. Die Bäume stehen da und sagen, komm mal kurz runter.

Kollektiv KLAUS _ folgende

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich glaube an die Kraft des Theaters. Aber manchmal bin ich echt enttäuscht, wenn da so eine Eitelkeit dabei rauskommt. Das Theater hat so eine Kraft, wenn es wirklich das Herz erwischt. Wenn es nur so oberflächliches cooles Zeugs ist, dann ist das nix. Gerade ist alles so schwer für die Leute, für die Welt. Das Theater kann auch Erleichterung verschaffen. So wie der Wald. Im Theater und über die Kunst soll, kann und muss man durchatmen können. Ich glaube, die Kunst ist mehr denn je Hoffnungsträger in dunklen Zeiten.

Theater Frischluft

Was liest Du derzeit?

David Grossmann, Was Nina wusste.

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Elfriede Mayröcker: was brauchst du

? einen Baum ein Haus zu

ermessen wie groß wie klein das Leben als Mensch

wie groß wie klein wenn du aufblickst zur Krone

dich verlierst in grüner üppiger Schönheit

wie groß wie klein bedenkst du wie kurz

dein Leben vergleichst du es mit dem Leben der Bäume

Ella Necker, Schauspielerin und Clownin

Vielen Dank für das Interview, liebe Ella, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Performance-, Tanz-, Clownerie-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Ella Necker, Schauspielerin und Clownin

Zur Person _Ella Necker, Schauspielerin und Clownin

Geboren 1980 in Aspang in der Buckligen Welt.
Arbeitet in den Bereichen Performance, Tanz, Schauspiel und Clownerie.

AUSBILDUNG
1999-2004 Universität Wien/Schauspiel und Theaterwissenschaften sowie Medienwissenschaften und Publizistik. Private Schauspielausbildung bei Nika Bretschneider. Sprecherausbildung an der Schauspielschule Krauss.
2011 Theaterjahr an der Schule des Theaters Wien
2012-2020 zahlreiche Fortbildungen in Physical Theatre nach Jacques Lecoq. Clownerie Ausbildung bei Philippe Gaulier und Lila Monti. Teilnahme an zahlreichen Trainings und Research Projekten bei Impulstanz Wien.

2001-2008 Theaterengagements u.a. im Sommertheater Reichenau, Theaterbrett Wien, Theater in den Außenbezirken. Parallel dazu bis heute Redakteurin und Nachrichtensprecherin bei Radio Klassik Wien. Reportagen aus dem In- und Ausland.
2008 und 2010 Geburt der beiden Kinder Felix und Veronika

Seit 2011 erfolgreicher Wechsel in die freie Szene. Gründung des Kindertheater Frischluft. Damit unterwegs auf Bühnen in ganz Österreich (WUK Wien, Frida und Fred Theater Graz, Theater des Kindes Linz ) sowie in den Wiener Bezirken, Schwerpunkt Kindergarten und Schule. Parallel dazu Gründung der Schattentheater Kompanie Lampedina.

2014 Mitbegründung des Kollektiv KLAUS. Beginn der Arbeit als professionelle Clownfrau im sozialtherapeutischen Kontext. Als Ella Propella Hausclownin im Landespflegeheim Berndorf, NÖ.

Bis heute zahlreiche Auftritte in Theaterhäusern, Festivals und im öffentlichen Raum in ganz Österreich (Impulstanz Wien, Wien dreht auf Kultursommer, Dschungel Wien, WUK Wien, Frida und Fred Theater Graz, Pflasterspektakel Linz, Theater des Kindes Linz Altstadtzauber, Theater in den Außenbezirken). Gefördert durch die Stadt Wien Kulturabteilung, Kulturabteilungen der Bezirke, Stadtteil Kultur sowie den Künstersozialversicherungsfonds. 

https://www.ellanecker.at/aktuelles/

Fotos_  Ella Necker Portrait/Kollektiv Klaus: Laurent Ziegler; Theater Frischluft: Hannes Böck.

Walter Pobaschnig _ 7.1.2024

https://literaturoutdoors.com

„Perspektive“ Christiane Warnecke, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Salzburg 2.2.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gebe

ich

vielmehr

etwas



Perspektive

eine

andere

Chance

Echte



Achtung …



Charakter

Haltung

Akzeptanz

nicht

changierenden

ecommerce


Christiane Warnecke, 30.1.2024

Christiane Warnecke, Schauspielerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Christiane Warnecke, Schauspielerin

Zur Person_Christiane Warnecke, geboren nahe der Weser in Niedersachsen. Schauspielstudium und Arbeiten am Schauspielhaus Salzburg, Salzburger Landestheater, Theater Kosmos Bregenz, Theater an der Effingerstrasse Bern, Off Theater Salzburg sowie bei Lawine Torrén, Theater.direkt und auf dem Theaterschiff Saarbrücken.

Lieblingsarbeiten: „Vergiss nie dass ich dich liebe“ als Marlene Dietrich, „Diener zweier Herren“ als Beatrice Rasponi, „KasparHäuserMeer“ als Silvia, „Emilia Galotti“ als Gräfin Orsina, „Union Place“ als Sophie, „Rechnitz“ als Bote, „Lamm Gottes“ als Katze.

Aktuelles Projekt mit Christiane Warnecke: „Corpus Delicti“ Juli Zeh _ Schauspielhaus Salzburg

Christiane Warnecke, Schauspielerin in „Corpus Delicti“ Juli Zeh _ Schauspielhaus Salzburg _laufende Spieltermine


Spieltermine: bis 11. März 2024
Dauer: 1:45 Stunden, keine Pause 

https://www.schauspielhaus-salzburg.at/veranstaltungen/spielzeit-2023-24/corpus-delicti/

Fotos_ 1 Pamela Russmann; 2 Jan Friese.

Walter Pobaschnig _ 24.1.2024

https://literaturoutdoors.com

Station bei Falco _ „Er hat sich etwas getraut und hat sein Konzept mit voller Kraft durchgezogen“ Theresa Mikesch, Schauspielerin _ Wiener Neuustadt/NÖ 2.2.2024

Theresa Mikesch, Schauspielerin. Model, Sängerin_
Station bei Falco _ acting Jeanny _
Wien _28.1_24
Theresa Mikesch, Schauspielerin. Model, Sängerin_
Station bei Falco_acting Jeanny _
Wien _28.1_24
Falco, Sänger, Musiker
(* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Theresa Mikesch, welche Bezugspunkte gibt es von Dir zu Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)?

Um ehrlich zu sein gar keine direkten – leider. Er ist vor genau 30 Jahren in Wiener Neustadt mit “Falco Symphonic” am Domplatz aufgetreten – da war ich gerade einmal ein Jahr alt. Seine Musik kann man einen Bezugspunkt nennen, da ich sie eigentlich mein halbes Leben lang gehört und geliebt habe und einmal habe ich einen Typen, so glaube ich, hauptsächlich deswegen gedatet und hot gefunden, weil er so gesprochen hat wie Falco. Im Nachhinein glaube ich, dass ich nur noch nie einen Wiener gedatet hatte und dass er durch das Wienerische so Falco-like für mich geklungen hat – nichts weiter.

Was macht für Dich den Künstler Falco aus?

Er hat sich etwas getraut und hat sein Konzept mit voller Kraft durchgezogen. Er hat einen Star erschaffen, hat den Leuten etwas zu reden gegeben durch seine extreme Art und war immer ein bisschen over the top, was es bedarf, um gut verkauft zu werden.

Gibt es Lieblingssongs?

“Emotional”. Mir gefallen wirklich viele Lieder sehr gut und ich höre viele auch  öfter als “Emotional”, aber ich finde, dass “Emotional” etwas Besonderes hat – es spricht aus der Seele, hat etwas Echtes.

Wien ist geprägt von Falcos größten beruflichen Erfolgen und privatem Glück wie auch den Schattenseiten beider. Wie siehst Du den Künstler und Menschen Falco?

Der Künstler war grandios. Das, was er geschaffen, erdacht und auf der Bühne und im Fernsehen gelebt hat, ist – und das braucht man eigentlich nicht extra zu sagen – hochkarätig. Das Konzept des Künstlers ist spannend und gleichzeitig authentisch und ist beim Publikum gerade deswegen gut angekommen. Zudem bot seine Musik einen guten Kontrast zu den Beatles und zu ABBA.

Den Menschen Hans sehe ich zwiespältig. Einerseits tut er mir leid, weil ich glaube, dass er unter sehr großem Druck stand und das, was er sich erarbeitete und erleben durfte, schwer verarbeiten konnte. Es war einfach zu viel und ich glaube auch, dass ihn das zu einem manchmal sehr unguten Mitbürger gemacht hat, der auf das reduziert nicht immer die Liebe seiner Fans verdient hätte. Ich bevorzuge einfach ausgeglichene, wertschätzende und freundliche Menschen und gönne jenen den Erfolg mehr. Andererseits hat er sein emotionales Potenzial und seinen Realismus dazu genutzt, um Erfolg zu schaffen und davor ziehe ich meinen Hut.

Aber da ich ihn nicht persönlich kannte, sollte man auf meine Einschätzung wenig Gewicht legen. Ich gebe normalerweise nur ungern ein Urteil über Leute ab, bevor ich sie persönlich näher kennengelernt habe.

Träume, Sehnsucht, Erfolg wie Enttäuschung, Angst finden in Kunst wie Leben Falcos eindringlichen, intensiven Ausdruck. Wie gehst Du mit diesen Lebensthemen künstlerisch und persönlich um?

Künstlerisch rufe ich alle damit verbundenen Emotionen und Erinnerungen gesondert ab, und bringe sie wiederum die Thematik betreffend gesondert zum Vorschein. Das Leben macht einen schließlich zum besten Schauspieler – zumindest meiner These nach.

Aus persönlicher Sicht mache ich Sport. Er schenkt mir die Möglichkeit alle diese Themen zu verarbeiten, bietet Zeit zu reflektieren und durch ihn kann ich überschüssige Emotionen freisetzen. Egal ob es um positive oder negative Themen geht, ich gehe dafür entweder inlineskaten, langlaufen oder einfach spazieren.

Das Thema unseres Shootings ist der Falco Song „Jeanny“ (1985). Der Song stürmte die Charts. Welche Zugänge hast Du zu „Jeanny“?

Es ist ein super Lied. Musikalisch mitreißend und leider zu sehr umstritten – so umstritten mit all dem künstlich erschaffenen Drama, der übermäßigen Interpretation und dem darauffolgenden Medienhype, dass ich selbst ein paar Bedenken zwecks Außenmeinungen und Kommentaren auf dieses Shooting-Thema hatte. Schlimm eigentlich, wie hart auch unsere Generation mit Kunst ins Gericht geht und versucht zu zensieren, was wirklich brillant ist. “Jeanny” ist einfach ein Lied, das einen problematischen Stoff behandelt – kein Grund den Künstler dafür zu verurteilen, dass er einen hässlichen Aspekt unserer Welt aufzeigt.

Wie hast Du Dich auf das Shooting vorbereitet?

Kaum – aus Zeitgründen – aber ich habe beim Weg nach Wien exklusiv das Lied “Jeanny” immer und immer wieder gehört, um mich darauf einzustimmen. Das Lied kann ich sowieso auswendig, einfach weil ich es oft gehört habe, und am Vortag habe ich mir die Kostüme von unserem (Theater im Neukloster) Theaterfundus besorgt und mir das Musikvideo des Öfteren angeschaut, um diverse Posen und Blicke übernehmen zu können.

Du bist Schauspielerin, Sängerin. Hättest Du Dir ein Projekt mit Falco vorstellen können und wenn ja, welches?

Unter anderem – ja. Ich glaube, wenn er mich gefragt hätte, wäre ich bei jedem seiner Projekte dabei gewesen. Natürlich wäre es für mich das Highlight gewesen bei einem seiner Musikvideos einen Charakter spielen zu dürfen. Ich glaube auch, dass wir uns ganz gut verstanden hätten und eine gute Zeit während der Dreharbeiten gehabt hätten.

Es ist ein großartiger Style, wie Make-up, in wunderbarer Variation, die Du zum Fotoshooting hier gewählt hast. Was bedeutet Dir Mode, Style?

Danke, danke! Mir bedeuten Mode und Style sehr viel. Wie sich Menschen anziehen gibt viel Aufschluss darüber, wie sie sich gerade fühlen oder wie sie selbst gerne in dem Moment gesehen werden möchten. Über die Mode und den Style kann man außerdem das allgemeine Stilbewusstsein und diverse Interessen wie auch Prioritäten ablesen.

Ich bin zum Beispiel kein Fan von Marken – die Logos stören meiner Meinung nach den Look und wenn ich schon für etwas bezahle, will ich nicht damit gebrandet sein. Ebenso gehe ich nie nach der Mode – ich ziehe nur an, was mir gefällt und was ich für schön erachte.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Im Februar trete ich tatsächlich mit einem Falco-Medley im Rahmen eines Charity-Events auf und das Theater im Neukloster bringt ab Mai das Musical “The Addams Family” von Andrew Lippa auf die Bühne. Alle weiteren Projekte 2024 dürfen noch nicht öffentlich kommuniziert werden.

https://www.theaterimneukloster.at/

Was kannst Du als Künstlerin von Falco mitnehmen?

Dass er bei seinen Interviews und Auftritten authentisch in seiner Rolle “Falco” war und seinem eigenen künstlerischen Selbstbild stets auch musikalisch treu geblieben ist. Er hat, meiner Meinung nach, immer in erster Linie auf sich selbst gehört und ist nur dann, wenn es zwingend notwendig war, Kompromisse eingegangen.

Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?

Justice

Enables

Anonymous

Nobody

Nuturing

Youthfulness

Theresa Mikesch, Schauspielerin. Model, Sängerin_
Station bei Falco _ acting Jeanny _
Wien _28.1_24
Theresa Mikesch und Walter Pobaschnig _ 
Mercure Grand Hotel Biedermeier Wien

Vielen Dank, liebe Theresa, für Deine Zeit in Wort und Bild bei Falco, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

Theresa Mikesch, Schauspielerin. Model, Sängerin_ Station bei Falco _ acting Jeanny _ Wien _28.1_24

Alle Fotos&Interview Walter Pobaschnig, 1_24

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„Grab Nr.4053“ Sven Daubenmerkl, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Wels/OÖ 1.2.2024

GIVE PEACE A CHANCE

GRAB NR. 4053

Vor dem Grab Nr. 4053 blieb ich stehen. Hier lag François Bertalot,

75. Infanterieregiment, gestorben am 8. August 1916. Aber woran?

Wir besuchten zum zweiten Mal den großen Soldatenfriedhof Von

Douaumont, der sich unterhalb des Beinhauses Einen halben Kilometer nach links und rechts ausdehnte. Es gab an die 40 solcher Friedhöfe, französische, deutsche, amerikanische, aber der von Douaumont war mit 20.000 Gräbern der größte. Da er im Zentrum des ehemaligen Schlachtfeldes lag, war er die meistbesuchte und gepflegteste Anlage. Wegen seiner Ausmaße beschlossen wir, den Friedhof getrennt zu erkunden.

Die Grabreihen mit den weißen Kreuzen waren durchgehend mit Rosenstöcken bepflanzt, die natürlich so früh im Jahr noch nicht ausgetrieben hatten. Mir fiel auf, dass es keine Unterschiede nach dem militärischen Rang der Toten gab, gemeiner Soldat lag neben Offizier –

eine Praxis, die in anderen Staaten keineswegs üblich gewesen ist.

Die Gräber waren in riesigE quadratische Blöcke eingeteilt. In der Mitte des Friedhofes war eine freie Rasenfläche, deutlich größer als ein Fußballfeld,

darin ragte ein Fahnenmast mit der Trikolore Auf.

Ich hatte mir vorgenommen, zumindest eine ganze Reihe abzusChreiten und die Namen, die auf den Grabkreuzen standen, laut vorzulesen. Aber

nach nicht ganz Einer Viertelstunde gab ich dieses Vorhaben auf. Es waren zu viele. Vor Bertalots Grab blieb ich also stehen. Hier begegnete der Lebende dem Toten.

Wie war er gestorben? Es gab eine Unzahl an Möglichkeiten: Die Kugel eines Scharfschützen mitten ins Herz. Der Stoß eines Bajonetts zwischen

die Rippen. Das Ersticken in einem getroffenen Unterstand. Die GArbe eines Maschinengewehrs. Das Ertrinken nach einem Sturz in den Tümpel am Grund eines Granattrichters. Das Verheddern im Stacheldrahtverhau. Die Glut eines Flammenwerfers. Das Erschossen werden wegen Feigheit vor dem Feind. Die Splitter einer Handgranate. Das Verbluten nach einem Bauchschuss. Das ätzende Gas in den Lungen. Das Versagen eines

überlasteten Chirurgen. Der Schlag mit einer Schaufelkante im Nahkampf. Das VerscHüttet werden durch Artilleriebeschuss. Die Explosion einer Mine. Die Ansteckung mit einer Krankheit, Typhus, Ruhr.

Die von Hand aus einem Doppeldecker Abgeworfene Bombe. Das

Erfrieren im Winter. Das VerdursteN im Sommer. Der Selbstmord aus

Verzweiflung. Und die häufigste TodesursaChe: das Zerfetzt werden durch einen Granatsplitter.

Ich werde nie Erfahren, woran François Bertalot gestorben ist. Ich werde nicht wissen, ob er schnell und gnädig starb oder elend und jämmerlich verreckte. Ob er Zeit hatte um zu beten. Ob er Gott, der all das zuließ, verfluchte. Und ob er, so wie die meisten Soldaten, im Angesicht des Todes nach seiner Mama schluchzte.

Sven Daubenmerkl, 27.1.24

Sven Daubenmerkl, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Sven Daubenmerkl, Schriftsteller

Zur Person_Sven Daubenmerkl, Schriftsteller

Geboren 1965 in Kemnath/Bayern, lebt seit 1977 in Wels/Oberösterreich und seit 1997 in Gunskirchen; arbeitete viele Jahre als Lehrer für Physik, Chemie und Deutsch, jetzt Direktor an der MS Gunskirchen.

Sieben Buchveröffentlichungen, zuletzt „WANDERN IN VERDUN (Gosau 2013).

Literarische Schwerpunkte: Historische Themen, Naturwissenschaften.

Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 27.1.2024

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