Erinnerung an Helena Adler _ „Eine Autorin, die ihren Protagonistinnen starke, unbeugsame Stimmen verleiht“ Barbara Deißenberger, Schriftstellerin _ Wien 30.1.2024

Interviewzum Tod von Helena Adler _ Barbara Deißenberger, Schriftstellerin

 + 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg (Stephanie Helena Prähauser *1983)

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Liebe Barbara Deißenberger, wann, wie begegnete Dir der erste Text von Helena Adler und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Ich hörte sie auf der Buch Wien aus ihrem Roman „Fretten“ lesen und kaufte mir dann zunächst ihren ersten Roman „Die Infantin trägt den Scheitel links“, weil der ohnehin schon länger auf meiner Wunschliste stand. Der Text wirkte auf mich, als würde mich eine heimliche Halbschwester an der Hand in ihre Kindheit, Jugend und ihr Erwachsenwerden in dunkel-heller Wüstheit ziehen. Ich hörte allerorten im Text die abgeklärte, gewitzte Autorin sprechen, fühlte aber das Kind und die Heranwachsende sich durchs Leben schlagen.

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

In der „Infantin“ schafft sie es, gleichzeitig kindlichen Animismus und Phantasie bunt-saftig zu literarischem Leben zu erwecken und doch eine Erzählfigur aus der Distanz einer Erwachsenen alles luzide durchschauen und teils bitterböse schildern zu lassen. Hier ein Beispiel: „Wenn ich im Frühling zu lange barfuß herumlief, hast du gesagt, zieh deine Socken an, sonst beißt dich das Märzenkalb. (…) Ich habe es mir wild vorgestellt, zornig herumspringend, mit nach hinten verdrehten Augen (…) Fasziniert hat es mich immer, das Morbide. (…) Ich wollte von der Tarantel gestochen und von König Blaubart entführt werden.“ (Aus: „Die Infantin trägt den Scheitel links“, S. 26)

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Ich habe sie nur einmal persönlich erlebt, bei einer Lesung auf der Buch Wien. Da ist sie mir als vielfarbige Persönlichkeit in Erinnerung geblieben. Ich nehme sie mir insofern zum Vorbild, als ich mir selbst treu bleiben und weiterhin literarisch das mir Bestmögliche schaffen will. „Vita brevis, ars longa“: Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang. Weil sie uns überdauert.

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Für mich steht Helena Adler mit ihrem Debütroman in der Tradition von Marlen Haushofers „Himmel, der nirgendwo endet“ und Maja Haderlaps „Engel des Vergessens“. Alle drei Bücher erzählen vom Aufwachsen mit allen Sinnen in einfachen, ländlichen Verhältnissen, wie es außergewöhnlich fantasiebegabte Mädchen gegen den Strich ihrer Erziehung, schwieriger familiärer Verhältnisse und gesellschaftlicher Erwartungen durchleben. Alle drei gestalten Vergangenes atmosphärisch dicht.

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Eine Autorin, die ihren Protagonistinnen starke, unbeugsame Stimmen verleiht und Bilder von bestürzender Sprachsinnlichkeit und nachvollziehbarer Widersprüchlichkeit schöpft: „Die Berge bluten, die Felder brennen, weil sie ahnen, dass ihre Bewirtschafterin jetzt selbst almen geht. (…) Die Mutter soll nicht sehen, dass mich die Trennung schmerzt wie ein langsamer Schnitt durch die Kehle.“ (Aus: „Die Infantin trägt den Scheitel links“, S. 99-100) – „Gänsehaut überzieht unsere vom Kampf gerupften Körper. Doch der Moment ist zu bedeutend, um ihn nicht bis zum letzten Zug auszukosten, der grausiger schmeckt als zerkaute Rinde.“ (Aus: „Die Infantin trägt den Scheitel links“, S. 111)

Ich freue mich darauf, nun bald auch ihren Roman „Fretten“ zu lesen!

Barbara Deißenberger, Schriftstellerin

Zur Person _Barbara Deißenberger wurde 1970 in Niederösterreich geboren. Nach Erwerbstätigkeiten in Österreich, England, Frankreich und den U.S.A. studierte sie Vergleichende Literaturwissenschaft und Französisch in Wien und promovierte in Germanistik. Von Deutsch- und Französisch- bis hin zu Literaturkursen dreht sich alles bei ihr um Sprache. Neben Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien erschienen 2017 der Roman „Malika“ und 2022 der Roman „Eine Geschichte in Weiß“.

Barbara Deißenberger, Malika

Wien – Montreal und wieder retour: die atmosphärisch dicht erzählte Geschichte einer ungewöhnlichen Ménage à trois…

Am Beginn steht Malikas Wiederbegegnung mit Margarethe, ihrer Freundin aus Kindheitstagen. Friedrich, ein voyeuristisch veranlagter Schriftsteller, beobachtet das Wiedersehen und verliebt sich in die androgyne Margarethe. Das wiederum ist der undurchsichtigen Stewardess Tsira ein Dorn im Auge und sie tut alles, um diese Beziehung zu zerstören.
Sinnliche Anziehung und neurotische Spleens, Kindheitsfantasien und Traumata, wechselnde Identitätsentwürfe und die ewige Suche nach Liebe werden in Malika auf poetische und manchmal tragische Weise miteinander verwoben.

„Malika ist ein literarisches Forschungsprojekt über die Unberechenbarkeit des Eros: zwischen Freundinnen, zwischen Geschwistern, zwischen Männern und Frauen. Barbara Deißenberger macht den Voyeur zum Gegenstand der Beobachtung und entdeckt die Sinnlichkeit beileibe nicht nur in der körperlichen Liebe – mit ansteckender Lust am Detail und viel Gespür für die Fragilität dessen, was man Identität nennt.“ Daniela Strigl

„Ein Roman, der mit viel Empathie und großem sprachlichem Engagement erzählt wird.“ Andreas Tiefenbacher, Literaturhaus Wien
Rezension des Romans auf literaturhaus.at

Barbara Deißenberger: Malika, Wien: Hollitzer Verlag, 2017, 360 S., 13,8 x 21,7 cm, Hardcover mit Schutzumschlag

ISBN 978-3-99012-426-0 (hbk) € 21,90
ISBN 978-3-99012-427-7 (epub) € 18,99 

https://www.hollitzer.at/buch/malika

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg in einem Opel Kadett.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/ 6.1.2024 

Bücher:

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Foto_ Portrait Barbara Deißenberger: Manfred Schmid.

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 23.1.2024

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Ein Reiskorn auf meiner Fingerkuppe. Gedichte. Ruth Loosli, mit Schreibbildern der Autorin _ Caracol Verlag

Es ist ein ganz sanfter wie selbstbewusster Rhythmus von Sprache und Sinn, der schon auf den ersten Seiten in den Bann zieht und narrativ wie mitteilend zu einem inneren Dialog einlädt, der in Überraschung, Humor, Geheimnis, Mut, Weltaufmerksamkeit und Kritik, Inspiration, Impuls begeistert.

Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin versteht es in diesem Gedichtband einmalig zu einer Poesiereise zu Leben und Liebe einzuladen und mitzunehmen. Wahrnehmung, Erfahrung, Ausblick, Hoffnung in täglicher Begegnung als Selbstbegegnung werden zu Sprachbildern, die immer wieder genießen, erschüttern, hin- und ausblicken lassen auf den einmaligen Moment und Augenblick, der die ganze Welt ist.

Hervorzuheben sind auch die wunderbaren Zeichnungen der Autorin, mit denen sie die Gedichtzyklen einleitet wie eine sehr gelungene Brücke von Wort und Bild setzt, die sich wechselseitig inspiriert. Ein sehr gelungener Kunstgriff.  

„Ein Gedichtband, der virtuos Leben und Liebe in aller Sanft- wie Klarheit zu packen weiß!“

Ein Reiskorn auf meiner Fingerkuppe. Gedichte. Ruth Loosli, mit Schreibbildern von Ruth Loosli. Caracol Verlag.

128 Seiten

12 × 20.5 cm

Reihe: Caracol Lyrik, Band 14

ISBN 978-3-907296-28-8

20 CHF 20 €

Zur Autorin _ 

Ruth Loosli, Schriftstellerin

Ruth Loosli ist 1959 in Aarberg geboren und im Berner Seeland aufgewachsen. Sie ist ausgebildete Primarlehrerin und hat drei Kinder. Seit 2002 lebt und arbeitet Ruth Loosli in Winterthur, wo sie sich in verschiedenen literarischen Projekten engagiert. Neben dem Schreiben von Prosa und Lyrik gestaltet sie auch Schreibbilder.

Ruth Loosli ist Mitglied des A*dS (Autorinnen und Autoren der Schweiz).

Auszeichnungen

  • Kulturelle Auszeichnung der Stadt Zürich, 2023, für Ein Reiskorn auf meiner Fingerkuppe
  • Werkbeitrag der Stadt Winterthur, 2019, für das Manuskript ihres ersten Romans
  • Anerkennung «Goldene Feder» vom Kulturmagazin Coucou, 2019
  • Text des Monats, Literaturhaus Zürich, 2006, 2010 und 2015
  • Preis des Spiegeltheaters Kanton Zürich, 1997, für den Einakter Jura
  • https://caracol-verlag.ch/authors/ruth-loosli/

Website Ruth Loosli:

Walter Pobaschnig  1/24

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„Ein ganz klein wenig ein besserer Mensch werden wollen“ Leonora Leitl, Autorin und Illustratorin _ Give Peace A Chance _Mühlviertel/OÖ 29.1.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gendern

In sich gehen

Vertrauen

Empathie


Patriarchat abschaffen

Eine andere Meinung tolerieren

Anstellen und nicht vordrängen

Chancengleichheit für Frauen

Einatmen


Ausatmen


Chaos lösen

Homophobie verurteilen

Achtsam sein

Nicht ausflippen

Charmant sein

Ein ganz klein wenig ein besserer Mensch werden wollen



Leonora Leitl, 20.1.24

Leonora Leitl ist eine österreichische Autorin und Illustratorin von
Kinder- und Jugendliteratur

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Leonora Leitl, Autorin und Illustratorin von Kinder- und Jugendliteratur

Zur Person_ Leonora Leitl ist eine österreichische Autorin und Illustratorin von
Kinder- und Jugendliteratur. Nach der Meisterklasse für Grafik- und Kommunikationsdesign in Linz/Ö wandte sie sich dem Schreiben und Illustrieren von Kinderbüchern zu. Sie lebt mit ihrer Familie und fünf Hühnern in Gramastetten im oberösterreichischen Mühlviertel.

Ihre Bücher sind mit zahlreichen Preise ausgezeichnet, darunter dem Outstanding Artist Award der Republik Österreich, dem Österreichische Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien 

https://www.leonoraleitl.com/

Foto_ 1 C.Hofer

Walter Pobaschnig _ 20.1.2024

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„Am Anfang steht immer die Leidenschaft“ Michael Pockberger, Schauspieler _ Vorderbrühl/NÖ 29.1.2024

Lieber Michael Pockberger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe auf, arbeite, versuche meine angeschlagene Stimme wieder ins Lot zu bringen, gehe spazieren, bereite mich auf die kommenden Stücke vor, in denen ich mitspiele, und freue mich schon auf das nächste Tennismatch.

Michael Pockberger, Schauspieler 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Immer daran zu glauben, dass das Leben immer Chancen bietet, die man aber nutzen sollte. Für einen selbst aber auch für die Gesellschaft im Gesamten. Und man sollte NIE zu lange zögern. Frei nach dem Motto: „Überlange Wartezeit ist der Tod jeder Idee“. Und man sollte NIE aufhören zu lernen!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Nietzsche sagte: „Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde zu gehen“.  Ich glaube, das trifft es am besten, welche wichtige Rolle das Theater, aber auch die Kultur im Allgemeinen in diesem Zusammenhang spielen.

Michael Pockberger in „Die Hinrichtung“ Qualtinger/Merz _
„IL Vero Teatro“_Premiere 3.10.2022 _ Theater Arche_Wien(folgende)
Michael Pockberger in „Die Hinrichtung“ Qualtinger/Merz _
„IL Vero Teatro“_Premiere 3.10.2022 _ Theater Arche_Wien

https://literaturoutdoors.com/2022/10/03/ein-brillianter-satirisch-messerscharfer-theaterabend-die-hinrichtung–il-vero-teatro–premiere-theater-arche_wien-3-10-2022/

Was liest Du derzeit?

Die Textbücher von: „Die Hochzeitreise“ von Noel Coward; „Der Tod und das Mädchen“ von Ariel Dorfmann; Sonny Boys von Neil Simon; „Oscar“ von Claude Magnier.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Am Anfang steht immer die Leidenschaft, um etwas Gutes, etwas Schönes, etwas Großartiges, aber auch nur um etwas Banales zu tun. Hauptsache man hat sie ein Leben lang…

Michael Pockberger, Schauspieler 

Vielen Dank für das Interview, lieber Michael, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Filmprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Michael Pockberger, Schauspieler 

Zur Person _  Michael Pockberger, geboren am 13.01.1970 in Wien, Schauspieler.

Michael besuchte 2015 als Spätberufener ein Jahr das Prayner Konservatorium und nimmt seit 2016 regelmäßig privaten Schauspielunterricht für Film und Bühne. 2019 legte er die staatliche paritätische Bühnenreifeprüfung ab.

Er wirkte bisher in diversen Theaterproduktionen u. a. im OFF-Theater, Dschungel Wien, Experiment; Theater Arche, Theatercenter Forum, Unser Theater am Kaasgraben oder am Theater am Steg/Baden mit.

Darüber hinaus wirkte Michael auch in mehreren Kurzfilmen mit. 2024 wird er in 4 Produktionen auf der Bühne zu sehen sein.

Aktuelle Produktionen mit Michael Pockberger:

Die Hochzeitsreise von Noel Cowards

Rolle: Victor Prynne

Inszenierung: Il vero teatro

Wann: 14.Feb. – 1.März; 20.00 Uhr!

Wo: Theater-Center-Forum, Forum II Porzellangasse 50, 1090 Wien

Info: www.ilveroteatro.at/aktueller-spielplan-2/die-hochzeitsreise/

Der Tod und das Mädchen von Ariel Dorfmann

Thriller

Rolle: Roberto Miranda

Inszenierung: „Unser Theater am Kaasgraben“

Termine:

SA, 2. März 2024 / 18 h / Premiere, SO, 3. März 2024 / 16 h

FR, 5. April 2024 / 19 h, SA, 6. April 2024 / 18 h, SO, 7. April 2024 / 16 h

SA, 15. Juni 2024 / 18 h, SO, 16. Juni 2024 / 16 h

SA, 17. August 2024 / 18 h, SO, 18. August 2024 / 16 h

Info: www.unsertheater.at/der-tod/

Vorschau: Herbst/Winter 2024/25

Sonny Boys von Neil Simon

Komödie

Rolle: Al Lewis

Inszenierung: Karl Wozek

In weiteren Rollen Rebekka Damjani, und Jürgen Pfaffinger

Oscar von Claude Magnier

Komödie

Rolle: Pierre Barnier

Inszenierung: Il vero teatro

Fotos_Portrait: Tirza Podzeit

Theater/Szene „Die Hinrichtung“: Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig _ 17.1.2024

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Station bei Falco/L.Cohen _ „Gemeinsam feiern trotz Krisen!“ Kerstin Zimmermann, Schauspielerin, Model_ Hotel Regina Wien_ 28.1.2024

Kerstin Zimmermann, Schauspielerin, Model_ Wien_
acting Falco/L.Cohen_80thies _ Hotel Regina
Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)
Leonard Cohen, singer-sonwriter, writer *21.September 19 34 Westmount/Quebec/Kanada +7.November 2016 Los Angeles/USA _
Foto: Trouville-1988 _Claude Gassian

Falco und Leonard Cohen waren Gäste im Hotel Regina/Wien.

Fotoshooting _ Kerstin Zimmermann, Schauspielerin, Model.

Kerstin Zimmermann, Schauspielerin, Model_ Wien_
acting Falco/L.Cohen_80thies _
Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)_
Leonard Cohen, *21.September 19 34 Westmount/Quebec/Kanada +7.November 2016 Los Angeles/USA 

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Kerstin Zimmermann, welche Bezugspunkte gibt es von Dir zu Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik) und Leonard Cohen, singer-sonwriter, writer (*21. September 1934 Québec, Kanada  † 7. November 2016 Los Angeles/USA) Singer-Songwriter, Schriftsteller, Maler?

Als Kind der 80er in Deutschland war Falco für mich im Radio und der Hitparade präsent, die Wahrnehmung von Leonard Cohen begann erst später. 

Was macht für Dich diese Künstler aus?

Bei Falco natürlich die Vorreiterrolle über Musikgenres hinweg die und provokative Sprachlastigkeit der eher abgehackten Songs samt den dazugehörigen opulenten Videos.

Im Gegensatz dazu die eher besinnlichen, musikalischen Lieder Cohens mit ihren eingänglichen Melodien.

Gibt es Lieblingssongs dieser so erfolgreichen Musiker?

Ganz klar Jeanny von Falco und Halleluja von Cohen.

Was habe beide gemeinsam?

Auf jeden Fall ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl, das ihre jeweiligen Liedtexte unterstreicht.

Was bedeutet Dir Musik und wann und wo hörst Du gerne Musik?

Für mich ist Musik Ausdruck von Emotionen, die ich privat aber eher im Hintergrund zu anderen Tätigkeiten höre wie beim Autofahren. Beim Schauspiel unterstreicht und ergänzt sie hingegen die Handlung des Theaterstücks.

Träume, Sehnsucht, Erfolg wie Enttäuschung, Angst finden in Kunst wie Leben dieser Künstler eindringlichen, intensiven Ausdruck. Wie gehst Du mit diesen Lebensthemen künstlerisch und persönlich um?

Man sollte sich der Bandbreite der Gefühle bewusst sein, sie einerseits ausleben können, ohne sich andererseits von ihnen beherrschen zu lassen. Im Alltag hilft mir da die Trennung zwischen Beruf und Kunst.

Im Falco Song „Junge Römer“, dessen Video 1984 im nahen Palais Auersperg im Rosenkavaliersaal und auf der Feststiege gedreht wurde, geht es um Lebensfreude, Lebenslust. Was bedeutet dies für Dich heute?

Gemeinsam feiern trotz Krisen! Es darf auch mal opulent sein.

In „Take this waltz“ von L.Cohen steht Wien im Mittelpunkt. Wo trifft dieser Song das Herz Wiens?

Natürlich beim ¾ Takt, der aber auch einen gewissen Weltschmerz enthalten kann.

Was bedeutet Dir Wien?

Mein Lebensmittelpunkt seit über 20 Jahren und eine lebenswerte Stadt mit reichhaltigem Kulturangebot. Hinzu kommt, dass sich Wien trotz Weltstadt verglichen mit anderen Hauptstädten eine gewissen Gemütlichkeit bewahrt hat, auf der anderen Seiten als Smart City aber auch hoch innovativ ist.

Hättest Du Dir ein Projekt mit Falco/L.Cohen vorstellen können und wenn ja, welches?

Auf jeden Fall, sei es ein Videodreh/ Fotoshooting oder auch eine Interpretation der Texte.

Es ist ein großartiger 80thies Style, den Du zum Fotoshooting hier gewählt hast. Was bedeutet Dir Mode, Style?

Mode ist für mich Ausdruck der Persönlichkeit und verkörpert immer auch einen gewissen Zeitgeist. Aufgrund der Theaterrollen verfüge ich auch über einen privaten Fundus ,-)

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

theater privat wird auch 2024 wieder eine Produktion auf die Bühne bringen und im Sommer werde ich wieder als Setfotografin bei einer Filmproduktion dabei sein.

Was kannst Du als Künstlerin von Falco/L.Cohen mitnehmen?

Wie sehen Beziehungsmodelle abseits des Mainstreams aus?

Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?

Famos

Außergewöhnlich

Lebendig

Chaotisch

Orpulent

Charisma

Ordnung

Heirat

Ewigkeit

Norm

Kerstin Zimmermann, Schauspielerin, Model_ Wien_
acting Falco/L.Cohen_80thies _

Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)_

Leonard Cohen, singer-songwriter, writer *21.September 19 34 Westmount/Quebec/Kanada +7.November 2016 Los Angeles/USA
 

Vielen Dank, liebe Kerstin, für Deine Zeit in Wort und Bild bei Cohen/Falco, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

Ich danke Dir!

Station bei Falco/80thies_ L.Cohen

Kerstin Zimmermann, Schauspielerin, Model_ Wien_

Alle Fotos, Interview _ Walter Pobaschnig _ Hotel Regina Wien.

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Erinnerung an Helena Adler _ „das Emanzipatorische – den ehrlich-kritischen Blick auf das Landleben“ Christian Gsöllradl-Samhaber_Künstlerischer Leiter _ Sierning/OÖ 29.1.2024

Interviewzum Tod von Helena Adler _ Christian Gsöllradl-Samhaber_Künstlerischer Leiter – Literaturschiff

 + 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg (Stephanie Helena Prähauser *1983)

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Lieber Christian Gsöllradl-Samhaber, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler, Schriftstellerin (Stephanie Helena Prähauser + 5.1.2024  *1983) ?

Ich erinnere mich so liebend gerne an die Begegnung in Sierning (OÖ), als sie fantastischer weise unserer Literaturschiff-Einladung nachkam, es war am 29. März 2023 mit ihrem vielgefeierten Text „Fretten“. Das war auch der Tag, an dem ich sie persönlich zum ersten Mal überhaupt erleben durfte. Ihr Mann, der Thomas, begleitete sie und war auch gleich so zugewandt: das war sehr angenehm. Helena hatte so ein ausdrucksstarkes Lachen, das inspirierte, selbst wenn man in einer tieftraurigen Stimmung war. Zwei Tage später hab ich sie in Rauris getroffen, ich ab die bezaubernden Bilder noch im Kopf, wie sie mit ihrem Sohn und Mann die Lebensfreude mitten in den Rauriser Gassen zelebrierte. Das hat sich tief in meine Gedanken hineinmanifestiert.  

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Im September 2022 hat mich Harald Gschwandtner von Jung&Jung auf Helena Adler aufmerksam gemacht. „Fretten“ war der erste Text, den ich rezipierte. Der Text hat genau diesen rebellisch klugen Ton, den ich liebe und mehr noch, ich finde diesen Text immens gesellschaftsrelevant: Er evoziert das Emanzipatorische, den ehrlich-kritischen Blick auf das Landleben, und das auf eine wortgewaltige und sprachspielstarke Art und Weise, die mich fesselte.

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

Das Kunststück der Metaphorisierung – wie kein-e andere-r Schriftsteller-in hat Helena eben genau das beherrscht. Ihre Sprache war so bildstark, dass man sich zu jedem Satz ein eigenes, konkretes Bild hereinimaginieren konnte.

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Sehr offenherzig, lebenslustig und kommunikationsfreudig. Es hat sich soviel Freude zusammengebraut, wenn man die Möglichkeit hatte, sich mit ihr zu unterhalten. Ja, und die elektronischen Briefe über Gott und die Welt ließen so viele Emotionen mitschwingen…

Welches literarische Erbe hinterlässt Helena Adler und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Sie hat der Antiheimatliteratur ganz neues Leben eingehaucht, und das ist ganz allein ihr Erbe! Thomas Bernhard würde, wenn er heute ihre Texte lesen könnte, Freudensprünge machen. Helena Adler hat einen ganz eigenen Sound erfunden, der dieser Literatur diesen rebellischen Ton verleiht, den es vorher noch nicht gegeben hat.

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Mit dem Werk von Helena werde ich mich immer wieder auseinandersetzen. Vielleicht träume ich auch mal davon, wie sich ihr Werk weiter fortgesetzt hätte? Das Leben von Helena war einfach viel zu kurz. Unfassbar traurig, wie fatal sich das Leben wenden kann. Das Leben kann so ungerecht sein, das bestürzt mich schon sehr! Helena Adlers` Leben wird in meinen Gedanken immer wieder aufleuchten. Ihr Leben hat sich durch die einzigartigen Begegnungen mit ihr und durch die außergewöhnlichen Leseerfahrungen ihrer Bücher in meine Seele gebohrt. Und im Moment habe ich das Gefühl, dass ich die Angst vor meinem Tod etwas verloren habe, das habe ich, so vermute ich, der Stärke von Helena zu verdanken! Ich werde sie vermissen!

Herzlichen Dank für das Interview, lieber Christian!

Christian Gsöllradl-Samhaber, Künstlerischer Leiter

Zur Person _Christian Gsöllradl-Samhaber, Künstlerischer Leiter (Literaturschiff),

geboren am 07.12.1978 als Christian Samhaber in Wels (OÖ); ersten 6 Lebensjahre in Traun, dann aufgewachsen in Eferding (Volksschule, Hauptschule); Besuch HTL für chemische Betriebstechnik, anschl. Arbeit in Konzernen für Pharma etc. in Linz; dann Auslandsaufenthalte wie u.a. in Südamerika und Deutschland (Tübingen) und viel auf Reisen. Gründung von Childrenplanet – Entwicklungszusammenarbeit; anschl. Studium cultural studies mit Schwerpunkt Sprachen und Kernfach Vergleichende Literaturwissenschaft in Linz JKU – Fernuni Hagen;  immer Benefiz-Veranstaltungen (Benefiz-Lesungen&Buch-Gespräche, Konzerte etc.) für Vereine mit sozialen und soziokulturellen Anliegen organisiert;

2020 Gründung des Literaturschiffs (www.literaturschiff.at);

verheiratet und 2 Kinder: Marie Sophie (8) und David (6).

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg in einem Opel Kadett.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/ 6.1.2024 

Bücher:

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Foto_ Portrait Christian Gsöllradl-Samhaber _ privat

Walter Pobaschnig 23.1.2024

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„Wieder einander anschauen, zuhören, sich wahrnehmen“ Katharina Stadtmann, Schauspielerin _ Wien 28.1.2024

Liebe Katharina Stadtmann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Gerne stehe ich früh auf, um genug Zeit für mich selber vor Theaterproben oder Home Office zu haben.

Das Allerwichtigste in der Früh ist unser Hund Brösel, der mal eine Runde raus muss. Anschließend weckt mich eine Yoga Einheit so richtig auf und ich lasse mir die erste Tasse Kaffee nach dem Spaziergang besonders gut schmecken. Jetzt im Winter trinke ich gerne Tee und Kaffee gleichzeitig.

Durch den Tag verteilt versuche ich viel Wasser zu trinken, das gibt auch Energie.

Was mir besonders wichtig ist: Schlaf! 8 Stunden sind perfekt!

Katharina Stadtmann, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wieder einander anschauen, zuhören, sich wahrnehmen. Auch sich anschauen getraun! Dabei denke ich momentan vor allem an die öffentlichen Verkehrsmittel, in welchen tagtäglich so viele Menschen aneinander vorbeigehen und – fahren. Leider nimmt mann/frau sich heutzutage nur zu wenig wahr. Sich auch getrauen, wieder Komplimente zu machen an das Gegenüber, wenn einem etwas an ihm/ihr besonders auffällt oder gefällt!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Kunst ist ein Ventil – für jeden Menschen in der Art wie er/sie es gerade braucht!

Katharina Stadtmann, Schauspielerin

Was liest Du derzeit?

„Yukon Alone – The world’s toughest adventure race“ von John Balzar

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen!« (Richard Bach)

Vielen Dank für das Interview, liebe Katharina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Katharina Stadtmann, Schauspielerin

Zur Person _ Katharina Stadtmann wird in Klagenfurt geboren und maturierte am BRG Stift Viktring im Musikzweig. 2017 schloss sie ihre Schauspielausbildung an der Musik- und Kunst-Privatuniversität Wien ab. Zusätzlich war sie zweimal als Aupair im Ausland tätig (Schweden und England).

Ihre bisherigen künstlerischen Wegstationen sind unter anderem der Kulturhof:Sommer Villach, das Junge Theater Klagenfurt, der Dschungel Wien, das Schauspielhaus Wien, das Theater der Jugend Wien, die Salzburger Festspiele, das klagenfurter ensemble, das Stadttheater Mödling sowie die Scala Wien. Ebenso wirkte sie in verschiedenen Kurzfilmproduktionen mit.

Fotos _ Linda Rosa Saal

Walter Pobaschnig _ 23.1.2024

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„Kunst sollte direkter in die Gesellschaft gehen“ Briant Rokyta, Künstler _ Wien 27.1.2024

Lieber Briant Rokyta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Heute ist glücklicherweise mein Ateliertag, in dem ich ungebremst sein kann. Kein Telefon, keine Termine, die überragende Aussicht genießen von Wien bis zu dem, in der Morgensonne leuchtenden, Schneeberg.

Ich kann mich mit dem mystischen Thema Tod beschäftigen und alles in mir freut sich in dieses neue Abenteuer intuitiv hineinzureisen, reinzuzeichnen mit Kreide auf einem 3 m langen schwarzen Papier. Meiner forschenden Natur ungestörten Raum geben. Angenehme Pausen gestalten mit leckeren Sachen, vielleicht einen Film sehen …

Briant Rokyta, Künstler,
Kunsttherapeut und Dozent

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es geht immer um das direkte Erleben, nicht um das Ergebnis.

Wenn sich Leben selbst erkennt in uns Menschen, dann strahlt das! In diesem Flow glüht und blüht es aus allen Poren. Wenn es erwacht, sich begreift und in egal welche Erfahrung fließt, erfüllt sich eine tiefe Sehnsucht, wie nach Hause kommen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Die Kunst sollte sich neue Bühnen suchen, mehr direkt in die Gesellschaft gehen und sich mitten in dem Nutz- und Funktionsgeschrei behaupten, darin mit ihren Werten stehenzubleiben, attraktiv genug, um Orientierung zu sein. Wir machen z.B. gerade ein gefördertes EU Projekt in dem das ‘Game of Change’ entwickelt wird. Dabei geht die Kunst spielerisch in den Erwachsenenbildungsbereich, um dort Veränderungsprozesse zu begleiten.

Was liest Du derzeit?

Ganz viel: Moby Dick, Ovids Metamorphosen, Gedichte von Mary Oliver, das tibetische Totenbuch, Vigyam Bairav Tantra, Bildband über phönizische Kunst, Hexenmedizin

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es ist notwendig, den Raum zu verlernen, um den Raum zu verkörpern.

Wir müssen verlernen, wie wir sehen, um mit unserem Körper sehen zu können.

Wir müssen das Wissen über unseren Körper in drei Dimensionen verlernen, um die wirkliche Dimensionalität unseres Körpers wiederzuerlangen.

Lasst uns den Raum tanzen.

Lasst uns unsere Körper neu im Raum verorten.

Lasst uns das gefühlte Spüren der Präsenz feiern“.

Olafur Eliasson

Vielen Dank für das Interview, lieber Briant, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Briant Rokyta _ Künstler, Kunsttherapeut und Dozent

Zur Person _  Briant Rokyta leitet Permanent Creation, ein Künstleratelier, das durch createart GALLERIES und MAG Montreux Art Gallery im internationalen Ausstellungsbetrieb vertreten ist. Sein Werk umfasst Skulpturen, Malerei, Texte und Performances.

Briant Rokyta ist diplomierter Ganzheitlicher Kunsttherapeut und leitet seit 2009 die kunsttherapeutische Abteilung einer Rehabilitationsklinik in Österreich. In dieser therapeutischen Arbeit werden Menschen mit Burn-out, Depression und Sinnverlust in Veränderungsprozessen begleitet. Seit 2020 ist er Lehrverantwortlicher an der Akademie für Kunsttherapie in Wien. Als Dozent zeigt er mit den Mitteln der Kunst praktische Methoden auf, die sowohl für das Wohl des Individuums wie als Beitrag für eine schönere Welt gelten.

Fotos_ privat

Walter Pobaschnig _ 5.1.2024

https://literaturoutdoors.com

„ein nach rückwärts gerichtetes Weltbild hat gerade Hochsaison“ Bernhard Fleischmann, Musiker _ Wien 26.1.2024

Lieber Bernhard Fleischmann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan wache ich sehr sehr zeitig auf. So zwischen 5h und 6h. Ich genieße diese ruhigen Stunden, bevor der Trubel des Tages einsetzt. Trinke 2 Café, lese Zeitung, überlege was heute zu tun ist, was ich tun möchte. Füttere die Katzen, lasse den Gedanken in dieser Ruhe freien Lauf.

Bernhard Fleischmann, Musiker, Autor

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Uff – ich spreche ungern für „alle“.

Mir kommt vor, dass einst übliche Formen des höflichen Zusammenlebens zusehends verblassen. Wenn ich vor ein paar Monaten/Jahren Menschen den Vortritt gelassen habe, Türen aufgehalten habe etc. kam meistens ein lächelndes Danke – während der letzten Wochen wurden diese Tätigkeiten zunehmend „konsumiert“ ohne darauf zu reagieren.

Ich fürchte, dass sehr viele Menschen mit extrem vielen Gedanken und Sorgen durch den Alltag gehen, und dabei die Höflichkeit, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit gegen Grant und Ignoranz tauschen – aber ich halte weiter die Türen auf . . .

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich komme immer mehr zur Überzeugung, dass Musik und Kunst einen ebenso wertvollen und genauso wichtigen Stellenwert haben, wie Bildung, Forschung und Wissenschaft. Ich glaube, dass diese Bereiche der menschlichen Entwicklung unteilbar miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig inspirieren.

Gleichzeitig hat ein nach rückwärts gerichtetes Weltbild gerade Hochsaison, was ich als beschämend und gefährlich erachte. Vor allem deshalb, weil ich Populist*innen den Vorwurf mache, ihre Machtgeilheit mit unappetitlichen Mitteln zu stillen. Ich glaube es ist fast chancenlos Populist*innen beizukommen, oder sinnvolle Unterhaltungen zu führen. Aber Menschen, die ihnen auf den Leim gehen, können durchaus durch ernstgemeinte Gespräche und Aufklärung erreicht werden. Die Entzauberung muss, glaube ich, die Politiker*innen ignorieren und ganz direkt bei Wähler*innen beginnen.

Was liest Du derzeit?

Zu wenig … Ich versuche gerade mit „Going Zero“ von Anthony Mc Carten wieder ins Lesen zu kommen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wenn ich darf, gerne einen Text, den ich für ein neues Stück geschrieben habe:

„Ja die Wöd steht nimma lang,

Wos fia a Glück

Wö sie hod si scho imma draht

Denkt Kopernikus bei einer Tschick

Ja die Wöd steht nimma lang,

Wos fia a Glück

Für dieses Erkenntnisserl

brechens dem Galileo sei Gnick“

Vielen Dank für das Interview, lieber Bernhard, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Zur Person _ b. fleischmann

Geboren 1975, lebt als freischaffender Musiker in Wien. Seit 1998 Beschäftigung mit elektronischer Musik. 1999 veröffentlicht er auf den neuen Labels „Morr Music“ und „charhizma“ sein Debut „pop loops for breakfast“. Es folgen weltweit etliche weitere Veröffentlichungen auf internationalen Labels. Für „Welcome Tourist“ erhielt er 2003 den „Qwartz Electronic Music Award“ in der Kategorie bestes Album. 2008 erscheint „Angst Is Not A Weltanschauung“ – ein Album, das von MICA – music austria unter den Top Ten Records aus Österreich in der Dekade 2000–2010 gelistet wird. 2018 erscheint das Album „Stop Making Fans“ auf Morr Music, 2022 das Album „Music For Shared Rooms“ mit ausgewählten Stücken von Theater und Filmmusik. Konzerte und Tourneen fanden in den letzten Jahren weltweit statt. Neben seiner Tätigkeit als Musiker und Remixer ist b. fleischmann auch als DJ und Produzent tätig.

Seit 2001 arbeitet b. fleischmann auch regelmäßig an Theater – und Filmmusik im In- und Ausland.

Für die Filmmusik zu Katharina Mücksteins Film „L´Animale“ erhielt b. fleischmann 2019 den Österreichischen Filmpreis in der Kategorie „Beste Filmmusik“, sowie den „Award For Best Original Score“ beim französischen „Festival De Cinema Europeen Des Arcs“.

2003 den den Qwartz Electronic Music Award (Frankreich) für das beste Album „Welcome Tourist“

Weitere Infos zu Veröffentlichungen, Film und Theater Projekten:

http://www.bfleischmann.com

info@bfleischmann.com

http://www.facebook.com/b.fleischmannofficial

Foto_Walter Mussil

Walter Pobaschnig _ 15.1.2024

https://literaturoutdoors.com

„Sensational chamber play about love, identity, freedom and loss“ Premiere „Cock“ Kulturverein Vollmund _ Off Theater Wien 25.1.2024

What a viennese english theatre night!

A sensational chamber play with big emotions and a haunting power about love, identity, family and loss. Great ensemble in intense play in the boxing ring of relationship life. The production and presentation are convincing in everything and are rewarded with long-lasting applause.

Drama, humor in words and excellent facial expressions, body language are captivating from the beginning. One of many highlights is a sensationally played love scene, remembers and surpasses „Harry and Sally“ (Film 1989).

Best entertaining dramatic theater about love, sex, role identity, self-discovery and freedom – come and see! Or in Viennese – Schau’n Sie sich das an!

Ps: heed the warning it can jeopardize your relationship – or whatever you think it is.

Walter Pobaschnig

Unter den begeisterten Besuchern auch Martin Gruber (Mitte), Regisseur und Gründer Aktionstheater Ensemble.

COCK by Mike Bartlett _ Off Theater Wien

Kulturverein Vollmund. Gastspiel in englischer Sprache

Premiere Do., 25.1.2024, 20:00 – 22:00

Besetzung:

Director: Steven Ditmyer

Cast: Alan Burgon, Florian Sebastian Fitz, Isabella Jeschke, Alexander E. Fennon

Info: https://www.cockfightvienna.at/

Weitere Termine:

Fr 26.01.2024   20:00

Sa 27.01.2024 20:00

Mi 31.01.2024 20:00

Do 01.02.2024 20:00

Fr 02.02.2024 20:00

Sa 03.02.2024 20:00

Das Off Theater, Kirchengasse 41, 1070 Wien, Österreich

Alle Fotos _ Walter Pobaschnig 1_24

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