Zur Person_Ina Jaich, 1984 in Stuttgart geboren. Nach ihrem Schauspielstudium an der akademie für darstellende kunst adk-ulm arbeite sie an verschiedenen Theatern im europäischen Raum, wie HAU – Hebbel am Ufer Berlin, Thalia Theater in Hamburg, Stadttheater Gent / NTGent oder dem WERK X-Petersplatz in Wien und mit Filmregisseur*innen wie Christian Klandt, Rainer Kaufmann, Sophie Linnenbaum oder Alexei Popogrebski. 2020 arbeitete sie mit Luk Perceval und Steven Heene in Gent. Für ihre Rolle im Kinofilm „Viva Forever“ von Sinje Köhler wurde sie für den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Schauspiel des Filmfest München nominiert. Sie war Protagonistin des Festivaltrailers der Diagonale’21 – Festival des österreichischen Films unter der Regie von Jennifer Mattes, sowie Dramaturgin 2022 im Rahmen des partizipativen Projektes „Moving the Forum“, das sich kritisch mit der Stiftung Humboldt Forum auseinandersetzte. Für den rbb – Rundfunk Berlin-Brandenburg konzipierte und spielte sie 2021 die Hörspiel-Performance „Funken der Liebe“ auf Grundlage des Hörspiels „SOS … rao rao … Foyn“ von Friedrich Wolf zum 90-jahrigen Jubiläum des Haus des Rundfunks Berlin.
Es herrscht nun Krieg, keiner ein Gegenmittel fand
Panzermanöver Nacht und Tag
Ein Meer aus Blumen auf dem Grab
Apokalypse droht dem Volk
Chance auf die Freiheit man verliert
Ein streng Tyrann das Volk regiert
Allein der Frieden kann die Menschheit retten
Charakter,
Handeln ist gefragt
Auch wenn die Angst im Körper nagt
Nächte und Mächte uns vergehen
Chance auf die Freiheit alle sehen
Ein Recht auf freies Leben
Daniela Elisa Mayer, 21.6.2023
Daniela Elisa Mayer, Schriftstellerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Daniela Elisa Mayer, Schriftstellerin
Zur Person_Daniela Elisa Mayer, geboren1975 in Wien. Autorin & Sprecherin, wohnhaft in Niederösterreich, schreibt Gedichte und Prosa Veröffentlichungen auf www.daniela-elisa-mayer.at und www.gedichtezauber.de
Kinderbuch „die alte Keppelzahn Katze“ in Arbeit. Lyrikband „das Fenster zum Hof“ in Arbeit. Im März 2021 Ausbildung zur professionellen Sprecherin.
Liebe Katrin Bernhardt, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe gegen 9 Uhr auf, trinke einen Kaffee, und strukturiere währenddessen gedanklich meinen Tag, wobei ich immer eine gute Balance zwischen Verpflichtungen und Mußezeit zu finden versuche.
Da ich nicht nur als Schriftstellerin, sondern auch als bildende Künstlerin tätig bin, kann ich mich für das Schreiben freimalen und fürs Malen freischreiben.
Ich arbeite dann mit Pausen bis zum Abend an meinem Projekten, manchmal auch bis spät in die Nacht hinein, wenn ich gerade im Flow bin. An manchen Tagen treffe ich auch Kooperationspartner:innen oder gehe am Abend zu einer Lesung oder Vernissage.
Katrin Bernhardt, Schriftstellerin, Musikerin, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Anzuerkennen, dass wir viel mehr gegen die Klimakatastrophe unternehmen müssen, und das weit schneller als bisher.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Meines Erachtens muss Kunst der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, auch das Verdrängte thematisieren und die kollektiven Schatten aufzeigen.
Für mich und meine Arbeit ist die Auseinandersetzung mit gender, Geschlechterrollen, Weiblichkeit und dem Menstruationstabu sowie mit Ritualen und dem Tod besonders wichtig.
Für einen Aufbruch und Neubeginn würde ich mir wünschen, dass wir als Gesellschaft auf Unangenehmes hinschauen, Ambivalenzen aushalten, Lösungen suchen – und uns dabei nicht von einfachen Antworten und populistischen Parolen blenden lassen.
Was liest Du derzeit?
Gertraud Klemms Roman „Einzeller“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Wenn wir der Wahrheit näher kommen, ist Angst eine natürliche Reaktion.
Pema Chödrön
Vielen Dank für das Interview liebe Katrin, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur-, Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Katrin Bernhardt, Schriftstellerin, Musikerin, Künstlerin
Zur Person_Katrin Bernhardt, geb. 1982, Studium der Klassischen Archäologie und Philosophie an der Universität Wien, Promotion. arbeitete als PR-Assistentin, Archäologin, Lehrerin an einer Mittelschule und Projektentwicklerin
seit 06/ 2022 Fokussierung auf die Arbeit als Schriftstellerin und bildende Künstlerin
Literatur
Preise&Nominierungen
2023 Österreichische Gesellschaft für Literatur, Writer in Residence, Casa Litterarum, (geplant für 2025)
2022 Arbeitsstipendium Illustration, Bilderbuch „Dori Dachs ist heute faul“, BMKOES
2022 Artist in Residence im Künstleratelier Paliano / Italien, Land Burgenland
2005 FM4 Wortlaut, Longlist (Top 3 %)
2000 Jugendkulturpreis des Landes Burgenland
1998 Förderungspreis der Burgenlandstiftung Theodor Kery, Bereich Literatur und Publizistik
1997 Förderungspreis des Jugendliteraturwettbewerbs des Landes Burgenland
Publikationen
Derzeit Verlagssuche für den Roman „Verleumdungen“ (gefördert durch das Land Burgenland) und das selbstillustrierte Bilderbuch „Dori Dachs ist heute faul“ (gefördert durch das BMKOES)
Monographien
„Aufbrechen“, Lyrik, edition lex liszt 12, 2020.
„Auf bittere Haut geschrieben“, Lyrik, edition lex liszt 12, 2013.
In herber Sprachharmonie verhandeln Katrin Bernhardts Gedichte das Thema Aufbrechen in verschiedenen Aspekten, beginnend mit der Sehnsucht nach einem anderen Leben, über das selbst- und fremdbestimmte Reisen, das Aufbrechen von Denkstrukturen, das Loslassen von Beziehungen bis hin zum Übertreten in eine andere Dimension. Nachdenklich und widerständig lässt Bernhardt dabei das Große, Politische im Kleinen, Alltäglichen sichtbar werden: die Fremdenfeindlichkeit beim Frühstück, die Leiden der Flucht im Klassenzimmer, die Entfremdung im öffentlichen Verkehrsmittel. Über all dem stehen Fragen, auf die es meist nur unangenehme Antworten gibt: Wieso haben wir es zugelassen, dass aus unseren großen Träumen so kleine wurden? Und wann ist es an der Zeit aufzubrechen?
Verbrenne meine Kleidung im Fluss / Wasche mein Gesicht im Feuer / Reinige mich von Unnötigem / Katharsis / In meinen löchrigen Schuhen / den Tag entlang / Die Zeit zeigt mir Zeichen / in einer Welt voller Plastikgeschirr
„Auf bittere Haut geschrieben“, Lyrik, edition lex liszt 12, 2013.Gedichte
Coverbild: Martina StapfArtikel-Nr.: 978-3-99016-182-1
„Die Gesichtslosen“, Erzählungen, Verlag Bibliothek der Provinz, 2000.
„Fluchtplan lebt nicht mehr“, Lyrik, Verlag Bibliothek der Provinz, 1998.
„Fallen ohne Aufprall“, Lyrik, Eigenverlag, 1995.
in Anthologien, Zeitschriften, im Rundfunk und Internet (Auswahl)
Literarisches Österreich. Zeitschrift des Österreichischen Schriftsteller/innenverbands, 2022, S. 12-18.
literaturhaus.at und literaturhausnö.at, Aktion „Stimmen gegen den Krieg“, 2022.
ORF, Radio Burgenland, Sendung Extra – Kunst und Kultur, 26.11.2020.
Poesiegalerie.at, mehrere Gedichte, 2020-2022.
R. Prosser, Ch: Szalay (Hrsg.), wo warn wir? ach ja: Junge Österreichische Gegenwartslyrik, Limbus, 2019.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte (Hrsg.), Ausgewählte Werke XXII, 2019.
ORF, Ö1, Nachtbilder, 2018.
Lichtungen – Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik Nr. 151/XXXVIII, 2017.
Landesschulrat Burgenland (Hrsg.), „Lesen ab 10. Gedankenplätze. Ein burgenländisches Lesebuch für Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe“, edition lex liszt 12, 2017.
Mitgliedschaften
PEN-Club Austria
Österreichischer Schriftsteller/innenverband
IG Autorinnen Autoren
Literar-Mechana
BILDENDE KUNST
Performances, Versuchsanordnungen und Installationen zu den Themenfeldern Ritual und Gender
Malerei in Misch- und Acryltechnik auf Leinwand, Leintuch und Papier
Preise&Nominierungen
2022 Förderpreis für Bildende Kunst, Land Burgenland, shortlist
11/2023 Interaktive Versuchsanordnung und Ausstellung „Das letzte Hemd hat viele Taschen“, Schloss Bad Fischau (in Planung)
06/2023 Ausstellung, Pumpenhaus, Thermalbad Bad Fischau-Brunn (in Planung)
2022 Förderpreis für Bildende Kunst 2022, Kulturzentrum Mattersburg
2022 NÖ Tage der Offenen Ateliers, Bad Fischau-Brunn (solo)
2022 „Das letzte Hemd hat viele Taschen“, Ziegelmuseum Ziersdorf (solo)
2022 „Finde die Frau“, Ordination Dr. Winhofer-Stöckl, Mattersburg (solo)
2022 „Lockdown“, FORUM Bad Fischau-Brunn, Schloss Fischau
2022 „Das letzte Hemd hat viele Taschen“, Schloss Jedenspeigen (solo)
2012 „Kunstspinne“, NN-fabrik, Oslip
2010 „schik IV – Family“, schikaneder, Wien
Mitgliedschaften
Bildrecht
Kulturvernetzung Niederösterreich
Musik
2004–2013 Gründungsmitglied, Sängerin und Texterin der Band Xenesthis
Zahlreiche Supportshows für internationale Acts, Festivalauftritte und Konzerte in Österreich (u. a. Hauptbühne des Nova Rock Festivals 2009), Deutschland, Slowenien, Italien
Reviews und Interviews in internationalen und nationalen Magazinen
Musikvideo “Reflections” mit über 286.000 views
Veröffentlichungen
2011 “Thou shalt not”, LP, Come Clean Records
2010 “Chaos”, EP
2007 “Sick of pitch-black”, LP, noiseheadrecords
2006 “Shades”, EP
2006 “Straight to Infinity”, EP
2005 “Immanis”, EP
Foto_privat
26.4.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Liebe Mira Rot, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe zwischen 6:00 und 7:30 auf, öffne das Fenster zum Garten, höre die Vögel zwitschern. Seit einer Woche auch den schrillen, durchdringenden Gesang der Mauersegler, die von ihrem Winterquartier in Afrika hergeflogen sind. Wenn sie ihre Morgen- und Abend- Formationen über den Dächern des großen Hofgartens fliegen; Vorboten des Sommers.
Frischluft, Stille, das laute, kreisförmige Geräusch beim Ansägen einer vereinzelten Nuss durch ein Eichhörnchen lässt mich aufhorchen. Ganz abrupt penetranter Baulärm. Die Alltags-Idylle, daran bin ich berufsbedingt gewöhnt. Es nervt. Die Menschen da draußen, außerhalb meines Ateliers, arbeiten. Das hebt auch meine „Work Attitude“.
Bei einem doppelten Espresso verfolge ich Tagesnachrichten, gehe Emails durch, lese Texte vom Vorabend, noch klar im Kopf und unverbraucht. Recherchiere im Internet.
Kochen gehört zu meiner neuen Lieblingsbeschäftigung. Oft kreiere ich ein neues aufregendes Gericht. Nach dem Food Shopping, regelmäßigen Terminen außer Haus und einer 1- bis 2-stündigen Stadtwanderung mit Foto Sessions koche ich. Artischocken mit Sauce Béarnaise, Spargel in Variationen. Ein Fischfilet mit Gemüse Couscous und gebratenen Auberginen.
Zur Ruhe gekommen, setze ich mich an den ehemaligen Zeichentisch, einem Türblatt auf Böcken, und schreibe. Ich fange meist erst an, wenn alle Todos des Tages erledigt sind. Damit ich keine Ablenkung mehr habe.
Mit Blick auf den Nussbaum, auf das niedrigere Haus gegenüber, die alten weißen Schornsteine und auf den sich darüber aufwölbenden Wolkenhimmel. Es ist Nachmittag geworden. Wenn es warm genug ist bei offenem Fenster. Gegenüber leuchtet das alte, rote Ziegeldach, das im Sonnenlicht alle Färbungen annimmt. Mein römischer Ausblick, so nenne ich ihn insgeheim.
Dann bin ich Wien entrückt, südliche Gefühle stellen sich ein. Bald werden der Nussbaum und die Blumen-Esche voll austreiben, die hellen, fast weißen, endständig gefiederten Rispen der Esche duften ab Ende des Monats ungemein intensiv und hüllen das Atelier vollständig ein. Die Bäume im L-förmigen Innenhof überragen die Häuser und kühlen im Sommer, ein Riesen Vorteil für eine Stadtwohnung.
Momentan schreibe ich an einer „Urban Itinerary“. Über das Nachfühlen der Pandemie, über die neu dazugewonnene Freiheit nach der beendeten freiberuflichen Tätigkeit im Management. Dabei dienen mir Fotos aus dem urbanen Umfeld als Footage, vor einiger Zeit auch in der besonderen Atmosphäre der menschenleeren Innenstadt. Ich lebe weiterhin in einer „Home Attitude“, einem Rückzug, der auf vielen Ebenen stattfindet. Eine Askese ohne viele Außenkontakte. Angst vor Begegnungen schwang früher mit. Reste davon sind noch vorhanden. Ich bin immer noch relativ scheu, ganz entgegen meinem extravertierten Wesen. Da ich viel Zeit hatte, suchte ich mir neue Forschungsgebiete. Die Introspektion befreite. Ich schöpfte aus der Fülle an Informationen, um die Isolation und die damit verbundene Stummheit zu überwinden.
Eine sinnliche Exploration mit eigenem Pacing. Ein neues Wort dieser Zäsur-Zeit. Ich wanderte und wandere weiterhin … gegen die manchmal auftretende Abgeschlagenheit an. Bei jeder Witterung, meist mit Walking Stöcken, stundenlang, immer wieder durch die Stadt bis zu ihren Rändern. Die Vitalität kehrt nach und nach in Wellenbewegungen zurück. Mit Rückschlägen, aber immerhin. Auch der Geruchsinn, den ich täglich an allen möglichen Blumen und Gewürzen trainiere, kann ich sukzessive hervor kitzeln. Ob es so riecht wie früher, ist ungewiss, ich folge meiner Nase.
Die frühere berufliche Tätigkeit ist nun in ständiger Transfusion / Infusion. Das (archi)tektonische Wissen ist immanent. Es gibt mir die Grundstruktur für neue Betätigungsfelder. Axiome des Berufes gelten nicht mehr, ich versuche es lockerer anzugehen. Aber auch die neue Beschäftigung schreit nach einer stringenten Umsetzung.
Ich schreibe an meinem zweiten längeren Text, es sind schon mehr als 150 Seiten… daneben Kurzgeschichten und Essays je nach Aufmerksamkeitsspanne. Manchmal auch Gedichte.
Flexibel bleiben, je nach Wachheitsgrad. Das unmittelbare Erleben des urbanen Experimentierfeldes ist in meinen Fotoserien festgehalten. Mit sezierendem Blick und der neuen Nase erfasse ich das alltägliche Leben, die Menschen, ihre Kinder, ihre Haustiere, die Vögel, die Fauna, den Berufsverkehr, die Gerüche, den Lärm und die Hektik der Großstadt. Die SchülerInnen- und Jugendgruppen in den städtischen Parks bei ihren Turnstunden, die Schlendernden, die Müßiggänger, die Kranken, die Sportler; Einsame Frauen und Männer auf Parkbänken, junge, alte, die Tauben füttern oder in der großen Korbschaukel – mit einem Polster untergeschoben – laut auflachen, während Trauben von Kindergarten Kindern auf ihren „Turn“ warten.
Die städtischen Parks sind meine Außenstelle. Dort verbringe ich Stunden im Halbschatten, arbeite – meist beobachte ich und lasse die Gedanken schweifen. Auch andere haben dort Stellung bezogen, arbeiten hauptsächlich im Park. Man trifft sich, grüßt sich. Hebt die Hand, nickt kurz oder führt Smalltalk. Am liebsten sehe ich den Kindern beim Toben, Lärmen und Spielen zu.
Mit abstrakten Aquarellen verarbeite ich zu Hause dann die Eindrücke bildhaft, mache mir Gedanken und Skizzen zu einer größeren neuen Arbeit, einer Skulptur. Mein nächstes Projekt.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das vermag ich momentan besser für mich zu definieren, da ist es besonders wichtig, mich in der neuen Situation frei und kreativ bewegen zu können. Ich möchte nach vorne blicken.
Für alle gesprochen geht es sicher um ein achtsameres und nachhaltigeres Miteinander. Um Großzügigkeit und Nachsicht mit allen.
Der Blick aller richtet sich auf eine lebenswertere und umweltfreundlichere Zukunft. Es ist die Aufgabe der Stakeholder in Politik, Wirtschaft und sozialen Institutionen, die Weichenstellungen für die nächsten Generationen vorzubereiten. Armutsbekämpfung und bessere Chancen für einen guten Jobeinstieg. Angebote für ältere ArbeitnehmerInnen, nicht nur Lippenbekenntnisse.
Die aktuelle Zeitqualität fordert uns als Gesellschaft, jede(n) einzelne(n) von uns. Für manche ist es einfach weitergegangen wie vor der Pandemie, es gibt auch Krisengewinner. Für die meisten war es ein starker Einschnitt, besonders im urbanen Umfeld. Eine kollektive Schwächung und Verwundung ist spürbar, vieles kommt nicht mehr geschmeidig daher. Sprödheit, wo ich hinschaue.
Diese Zäsur bewirkte zumindest bei mir einen Reinigungsprozess – damit meine ich nicht das obligatorische Putzen der Wohnung – sondern eine abstraktere Betrachtung meiner direkten Lebensumstände. Aus der Vogelperspektive. Durch den Perspektivenwechsel schaffte ich Distanz zum realen, stressigen Arbeitsleben. In der Metamorphose entwickelte ich ein geschärftes künstlerisches und gesellschaftspolitisches Bewusstsein.
Nach einer Phase der Unruhe folgte Stille, absolute Ruhe, fast Langeweile. Ich war eine Zeitlang wie in Schockstarre. Das habe ich „Step by Step“ überwunden.
Ab März 2020 habe ich mich auf Social Media zu vernetzen begonnen; Architekturvorträge und Lesungen von AutorInnen online mit verfolgt, politische Schwerpunkte in Bezug auf Nachhaltigkeit und Zukunftsgestaltung studiert. Nun fließt es in meine neuen Werke ein; Der Wissensdurst erfüllt mich mit Freude und sorgt für einen kreativen Booster-Effekt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Kunst ist ein Generator. Kunst ist elementar, es geht immer um das unmittelbare Erleben, Erfühlen. Eher als um das Einordnen und Verstehen.
Wesentlich ist auch die gesellschaftspolitische Dimension, wo Kunst Ventile öffnet und den Blick zu schärft.
Für mich ist Kunst lebensnotwendig.
Was liest Du derzeit?
Yoko Ogawa, Schwimmbad im Regen
Friederike Mayröcker, da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete
Byung-Chul Han, Müdigkeitsgesellschaft
Byung-Chul Han, Psychopolitik Neoliberalismus und die neuen Machttechniken
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„In diesem Frühling war es oft bewölkt. Fast jeden Tag schien es, als sei der Himmel wie von einer kalten Milchglasscheibe bedeckt. …Nur schwer konnte die Stadt sich vom Nachklang des Winters befreien.
Yoko Ogawa, Schwimmbad im Regen
„Quantified Self
Der Glaube an die Vermessbar- und Quantifizierbarkeit des Lebens beherrscht das digitale Zeitalter insgesamt. Auch „Quantified Self“ huldigt diesem Glauben. Der Körper wird mit Sensoren versehen, die automatisch Daten erfassen. Gemessen werden Körpertemperatur, Blutzuckerwerte, Kalorienzufuhr, Kalorienverbrauch, Bewegungsprofile oder Fettanteile des Körpers. Bei der Meditation werden Herzschläge aufgezeichnet. Selbst bei der Entspannung zählt Leistung und Effizienz. …Das Selbst wird bis zur Sinnleere in Daten zerlegt.“
Byung-Chul Han, Psychopolitik
Neoliberalismus und die neuen Machtechniken
Vielen Dank für das Interview liebe Mira Rot, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Lieber Mario, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesablauf sieht vor, sämtlichen Situationen, Aktionen und Begegnungen mit einem Lächeln und einer Portion Humor zu begegnen.
Mario Kuttnig, Schauspieler,singer-songwriter, Autor sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das Leben ist ein einziges großes Würfelspiel voller schöner und unangenehmer Überraschungen.
Das Leben besteht darin, zu lernen oder Vertrauen in etwas zu gewinnen, das größer ist als man selbst, was dazu führt, dass man akzeptiert, dass man nicht alle Antworten haben kann. Und das ist in Ordnung.
Das Leben kommt allmählich an den Punkt, an dem man erkennt, dass es bei den meisten Dingen darauf ankommt, ein Gleichgewicht zu finden.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Ich selbst habe mir für 4 Wochen im September und Oktober 2022 eine Auszeit genommen, um mich zu hinterfragen. Daraus entstand mein Buch „ODE an den JAKOBSWEG“. Ich nutze diese Gelegenheit, um bei szenischen Lesungen den Menschen meine Erfahrungen und Erlebnisse mitzuteilen, um Ihnen Kraft und Mut zu vermitteln neue Wege zu beschreiten.
Auszug:
Liege gerade im Bett mit meinem EarPods und höre Musik. Ich kann nicht einschlafen. Zuviel geht mir durch den Kopf. Zwei Tage sind es noch bis Santiago, wenn das Wetter mitspielt.
Was dann? Wieder ins Außen gehen, wo gerade der Weg ins Innen erfolgt ist. Sind wir nicht täglich zugemüllt mit so viel Dingen, dass unsere Seele keinen Platz hat sich zu entfalten?
Reagieren wir nicht nur, statt zu agieren? Haben wir nicht irgendwann irgendwo das Ruder des Lebens aus der Hand gegeben? Schleppen wir nicht nur unseren Körper, sondern auch Materielles mit uns mit? Sind unsere Glaubenssätze aktuell noch (er)lebbar? Was treibt uns noch an? Haben wir noch Wünsche und Ziele oder liegen diese bereits unter all dem Schrott, der auf uns niederprasselt vergraben? Tägliche Propaganda und Social Media machen es einem schwer zu glauben was Gut und was Schlecht ist. Rund um die Uhr online und jederzeit erreichbar. Wann kommen wir zur Ruhe? Verwechseln wir nicht Geschäftigkeit mit Lebendigkeit? Es muss nicht unbedingt ein Camino sein um abzuschalten oder in Ruhe eine Reise zu seinem Ich zu beginnen.
Wichtig ist dabei, im Wissen etwas zu tun zu dürfen, dass einem gut tut, den ersten Schritt zu setzen. Entscheidend ist doch Zeit dafür zu haben, um Antworten zu finden, diese zu verstehen und ins Leben wieder einzubauen.
Zweifelsohne sind Menschen, die sich auf ihren Weg machen einen Schritt weiter. Auf dieser Reise können Antworten entstehen und dadurch zu einem Wendepunkt in ihrem Leben führen. Wir haben nur dieses eine Leben
Was liest Du derzeit?
„Das glückliche Geheimnis“ von Arno Geiger
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Wenn deine Intuition dir sagt, dass es für dich an der Zeit ist, die Zurückhaltung hinter dir zu lassen, dann tu es und gehe los.
Nadya Tolokonnikowa
Mario Kuttnig, Schauspieler,singer-songwriter, Autor sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator
Vielen Dank für das Interview lieber Mario, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Schauspiel-, Buch-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Mario Kuttnig, Schauspieler,singer-songwriter, Autor sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator
Zur Person _
Meine Lebens-Kunst ist es, Dinge zu erschaffen! Jedoch muss unser Leben größer sein als unsere Kunst. Julia Cameron
Deshalb braucht meine persönliche Kunst immer die Möglichkeit zur Neudefinition, um meine Talente ausleben zu können. So habe ich vielseitige Schaffenskreise wie meine Tätigkeit als Entertainmentmanager, Moderator, Singer/Songwriter, Schauspieler, Autor sowie Trainer & Coach und schenke damit allen meinen Talenten Beachtung. Meine Ideen sind grenzenlos. Bei jeder Gelegenheit strukturiert meine Kunstseele neue Kapitel, meine Prioritäten liegen jedoch beim Publikum und der Möglichkeit, mich auf Bühnen präsentieren zu dürfen, welcher eine bereits 30jährige Erfahrung vorauseilt.
Das bin ich, Mario Kuttnig.
Persönliche Daten geboren am 15. März 1969 in Klagenfurt, österreichische Staatsbürgerschaft verheiratet, Führerschein A, B
Schul- und Weiterbildung 1975-1979 – Volksschule in Klagenfurt 1979-1985 – Gymnasium in Klagenfurt 1985-1988 – Berufsschule in Klagenfurt – Großhandelskaufmann 1995-1996 – Universitätslehrgang für Export und intern. Geschäftstätigkeit 1998-1999 – Berufsreifeprüfung – Matura Seit 2005 – NLP Practitioner, Dipl. Burnout Prophylaxe Trainer, Trauerredner Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater
Künstlerischer Lebenslauf 2022 – SCHAUSPIEL PARITÄTISCHE PRÜFUNG 2021 – REGIEASSISTENZ & ACTOR – NEUE BÜHNE VILLACH 2020 – ZERTIFIZIERTER TRAUERREDNER 2016 – 2018 ENTERTAINMENTMANAGER UND MODERATOR AIDA CRUISES 2016 – WORKSHOP „MAKE THEM LAUGH“ MIT PETER SHUB IN HAMBURG 2015 – SPRECHTECHNIK – STIMMSCHULUNG BEI ANIA KONARZEWSKI (ORF) 2012 – PHYSICAL COMEDY & IMPRO WS MIT P. SHUB UND J. HUDSON, D 2011 – TV-MODERATION WDR „WUNDERSCHÖN – KÄRNTEN“ 2010 – IMPROWORKSHOP MIT VOLKER QUANDT IN TÜBINGEN 2010 – CLOWNWORKSHOP MIT BARBARA THONHAUSER 2008 – TV-MODERATION WDR „EM-STADTPORTRAIT KLAGENFURT“ 2008 – SOMMERTHEATER „DIE RÜPEL IN SHAKESPEARES KOMÖDIEN“ 2007 – SOMMERTHEATER UNTER DER LEITUNG VON REINHARD WINTER 2007 – REGIESEMINAR MIT REINHARD WINTER 2000 – 2023 VERANSTALTUNGS & MARKETINGAGENTUR 1989 – DRESSMAN – AUSBILDUNG GESELLSCHAFTSSCHULE ORTNER
Rollen 2023 „Jack Black“ – Der Tod auf PR Tour Regie: Prof. Michael Weger 2022 „Große Reden – Großer Frauen“ Rolle: Beatrice Fihn, Regie: Prof. Michael Weger 2022 „Die Reise der Verlorenen“ Rolle: Dr. Spanier, Robert Hoffmann, Autor: Daniel Kehlmann 2021 „Synchronisation in Birkenwald“ Rolle: Philosoph Sokrates, Autor: Viktor E. Frankl 2020 „Gerechtes Geld“ – Satire – SOLO Rolle: RG-Win Autor: Michael Yates Crowley Seit 2019 „Krimi Dinner“ Rolle: Autopilot, Der Pate Autor: J. Zimmer Seit 2015 „Jössas Maria und Gabriel“ – SOLO Weihnachtskabarettkomödie mit Musik Text und Idee: Mario Kuttnig Seit 2013 „Butterbrot“ – SOLO Rolle: Martin, Autor: Gabriel Barylli Bühnenfassung: Mario Kuttnig Seit 2011 „Romeo & Julia“ – SOLO Rolle: 8 Rollen Autor: Uli Boettcher 2010 „i feel Good“ – SOLO Reflexion einer Krise eines Mannes ü40 Idee und Text: Mario Kuttnig 2009 „ka Ahnung“ – SOLO Kommunikationschaos zw. Mann und Frau Idee und Text: Mario Kuttnig 2009 „Miles Gloriosus“ Rolle: Palästrio (Hauptrolle) Autor: Titus M. Plautus Szenische Lesung 2015 „Sag JA zum Wahnsinn“ mit Ania Konarzewski Autor: Konarzewski und Kuttnig 2014 „Der alltägliche Beziehungswahnsinn“ mit Ania Konarzewski Autor: M. Merten und Pierre Frankh TV 2021 Fahndung Österreich Servus TV Rolle: Steuerberater Huber
Regie Assistenz 2023 Katharina Schmölzer fast Land 2022 Christine Wiplinger Marlene Dietrich – Blaue Engel 2022 Michael Weger Große Reden – Großer Frauen 2022 Doris Dexel Morast 2021 Mercedes Echerer Die Reise der Verlorenen Musik/SingerSongWriter 2023 „Ans Licht“ Text und Idee: Mario Kuttnig 2022 „Vergiss mein nicht“ Text und Idee: Mario Kuttnig 2021 „Ich bin wieder ich“ Text und Idee: Mario Kuttnig 2019 „Ganslhautalarm“ Text und Idee: Mario Kuttnig 2017 „Mach mal Urlaub“ Text und Idee: Mario Kuttnig
Buch/Autor ODE an den JAKOBSWEG Gefühlvolles und Humorvolles 2022 Verlag – Buchschmiede ODE an die TRAUER Gefühlvolles und Humorvolles 2021 Verlag – MyMorawa Sonstiges 2007 – 2022 Organisator „Klagenfurter Kleinkunstpreis Herkules“ 2009 – 2015 Vorstand und Organisation Kammerlichtspiele Klagenfurt Seit 2003 Obmann (2014-2017) und Vorstand Theater Service Kärnten 2000 – 2004 Organisation und Durchführung Altstadtzauber Klagenfurt
Es ist eine Welt und ein Leben, das sich wesentlich in verborgener täglicher Hingabe an Arbeit, Aufgabe, Gottesdienst, Gebet in Gemeinschaft und Raum vollzieht. Dies ist seit Jahrhunderten so. Das Leben im Kloster in einer christlichen Gemeinschaft.
Die Hochblüte hatte dieses Leben „im Verborgenen“ im Mittelalter. Vielfältigste Formen männlicher wie weiblicher Gemeinschaft entstanden und entwickelten sich weiter. Frauenklöster hatten dabei einen wesentlichen Anteil am gesellschaftlichen Leben in Bildung, Seelsorge, Krankenversorgung und auch Politik. Diese umfangreiche Tätigkeit und deren gesellschaftliche Ausstrahlung und Wirkung ist in vielem noch verborgen…
Die renommierten international tätigen Historikerinnen, Professorinnen Henrike Lähnemann und Eva Schlotheuber widmen sich in einer informativen wie gut lesbaren Zeitreise den vielfältigen Aspekten des Klosterlebens mittelalterlicher Nonnen. Das Buch begeistert in einem Schreibstil, der es wunderbar versteht Situationen über Jahrhunderte hinweg zu öffnen und eine Nähe zu Menschen, Gesellschaft, Welt in allen Herausforderungen, Schatten und Schönheiten zu erzeugen und gleichsam unmittelbar teilhaben. So wird Kapitel um Kapitel zur lebendigen Station in Raum und Zeit eines Frauenklosters.
„Eine wunderbare Zeitreise mit vielen überraschenden Einblicken in das verborgene mittelalterliche Leben!“
„Unerhörte Frauen“ Die Netzwerke der Nonnen im Mittelalter, Henrike Lähnemann, Eva Schlotheuber, Propyläen Verlag
Liebe Sara Glawischnig, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Meine Tage sind nicht immer gleich, aber ich habe Rituale, die ich fast jeden Tag mache. Wenn ich aufstehe, trinke ich gerne Kaffee und schaue mir an, welches Programm ich an diesem Tag singe. Dann mache ich mich bereit. Ich gehe gerne früh von zu Hause weg, damit ich Zeit habe, zu dem Ort, an dem die Probe stattfinden wird, langsam spazieren zu gehen. Ich beobachte gerne Momente, deshalb sitze ich in den Probenpausen im Park und schreibe auf, wenn mir etwas Interessantes und Wichtiges aufgefallen ist.
Nach den Proben verbringe ich oft Zeit mit meinen liebsten Menschen oder allein. Ich genieße es, von Menschen umgeben zu sein, aber auch alleine meine Zeit zu verbringen. Ich nenne es die “Hermit Phase”, die “Einsiedlerphase”, in der ich in meinem Rückzugsort zurückziehe. Manchmal bin ich sehr kreativ, ich male und tanze gerne, aber manchmal ist einfach nur Stille und Lesen genau das, was ich brauche.
Sara Glawischnig, Mezzosopranistin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich denke, das Wichtigste ist, das Leben in Einfachheit zu leben. Auf das zu achten, was uns umgibt, und das Leben niemals als selbstverständlich zu betrachten.
Ich glaube, dass das Leben voller Klänge und Farben ist, die wir nicht sehen und hören, aber fühlen können. Habe Mitgefühl, Respekt und Liebe für andere.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
„Jedes Ende ist ein neuer Anfang“
Das zeigt uns die Natur jeden Tag. Ich glaube, dass die Menschheit diesen Wandel durchgemacht hat und immer durchmachen wird. Musik und Kunst selbst waren schon immer da und werden bleiben, mit oder ohne uns. Für mich ist Musik wie ein Lebewesen. Es verbirgt sich zwischen Stille und Klang. Manchmal hat das unausgesprochene Wort mehr Klang als das ganze Lied. Das ist also ein sehr abstraktes Thema und es ist unmöglich, es zu erfassen.
Eine wichtige Rolle der Kunst besteht darin, uns zu helfen, von “innen” zuzuhören, statt oberflächlich zu werten und zu reagieren.
Was liest Du derzeit?
Ich lese gerade Harry Potter. Ich habe diese Bücher noch nie gelesen und finde sie jetzt sehr inspirierend.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
“Die Zeit ist gekommen, dass wir erneut erfahren, in welch geheimnisvoller Welt wir leben, voller Zufälle und Begegnungen und doch vorbestimmt”
Die Prophezeiung von Celestine – James Redfield
Vielen Dank für das Interview liebe Sara, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Sara Glawischnig, Mezzosopranistin
5 Fragen an Künstler*innen:
Sara Glawischnig, Mezzosopranistin
Zur Person_Die Mezzosopranistin Sara Glawischnig ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe: „Bruna Spiler“ (Montenegro), „Petar Konjovic“ (Serbien), Concorso Internazionale di Esecuzione Musicale „Giovani Musicisti – Città di Treviso“ (Italien), „World Art Games“ (Spanien), Preisträger „Voci de Primavara“ Timisoara (Rumänien), etc.
Auf der Bühne hat sie viele der bedeutenden Rollen des Standardrepertoires überzeugend dargestellt, darunter Mozarts Cherubino und die 2. Dame, Puccinis La Cieasca.
Im Juni 2023 wird sie Chavaleria Rusticana an der Wiener Staatsoper aufführen. Im Juli und August 2023 singt sie bei den Salzburger Festspielen in den Produktionen von Macbeth, Le nozze di Figaro, Griechische Leidenschaft und Verdis Quattro pezzi sacri unter der musikalichen Leitung von Franz Welser-Möst, Raphaël Pichon, Maxime Pascal und Riccardo Muti.
Ab September 2023 wird sie Sängerin an der Wiener Staatsoper sein. Neben dem klassischen Repertoire ist sie auch eine leidenschaftliche Sängerin und Unterstützern zahlreicher humanitärer Projekte wie Ärzte ohne Grenzen und UNICEF. Sie war Solistin bei TedxVienna und Con brio Konzert Reihe und wirkte bei Aufnahmen der Filmmusik von Hans Zimmer für den Film „Add Astra“ mit. Sie ist Projektmanagerin und Künstlerin in der Musik- und Film Produktionsfirma Apehouse Studios KG und Obmann Stellvertreterin des gemeinnützigen Vereins Apehouse in Wien, Österreich.
Sara Glawischnig hat einen Bachelor of Music und studierte bei K.M. Olivera Miljakovic und Ana Aleksic Sajrer. Sie lebt derzeit in Wien, Österreich
Fotos_privat
15.6.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Lieber Günther Oberhollenzer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Das ist sehr unterschiedlich, da mein Beruf als Künstlerischer Leiter im Künstlerhaus sowie als Kurator sehr abwechslungsreich ist. Im Idealfall besuche ich einen Künstler, eine Künstlerin im Atelier (es ist eine der schönsten Aufgaben in meinem Beruf, die Menschen hinter den Kunstwerken kennenzulernen und in ihre kreative Schaffensstätte einzutauchen). Ich schreibe an Kunsttexten und mache mir inhaltliche Überlegungen zu Ausstellungsprojekten, führe im Künstlerhaus mit meinen Kolleg*innen Gespräche zu organisatorischen Fragen. Ich beantworte E-Mails (ich bekomme derzeit sehr viele Anfragen), und vielleicht eröffne ich dann noch am Abend in einer Galerie oder eine Kunstraum eine Ausstellung und spreche über die dort zu sehenden Arbeiten…
Günther Oberhollenzer, Kunsthistoriker, Kurator und Autor _ seit Oktober 2022 künstlerische Leitung des Künstlerhauses in Wien
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wichtig ist für mich ein persönliches Engagement und eine unbedingte Leidenschaft in allem, was wir tun und dabei auch der Mut, relevante gesellschaftliche Fragestellungen und Konflikte anzugehen, sie zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Damit gepaart sollte allerdings – und das mag vielleicht wie ein Widerspruch klingen – eine gewisse Gelassenheit und eine gesunde, kritische Selbstreflexion sein. Ich wünsche mir wieder ein emphatisches Miteinander, dass wir uns mehr zuhören, anstatt unsere Meinung hinauszuschreien und zu glauben, die absolute Wahrheit zu kennen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Siehe oben. Das Potenzial von Kunst kann darin liegen, unser Leben, unsere Gesellschaft und das System anders zu denken. Ein interessanter Gedanke dazu stammt vom Kulturtheoretiker Niklas Luhmann. Nach seiner Systemtheorie soll Kunst das „Unbeobachtbare beobachtbar machen“, sie erzeuge eine „zweite Realität“, die es ermögliche, die Realität aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Kunst leistet Luhmann zufolge damit niemals nur einen Beitrag zur Beobachtung oder Repräsentation der Welt, sondern befördert vielmehr eine Haltung von Distanz und Reflexivität.
Grundsätzlich ist die Kunst frei und muss deshalb nichts, auch keine bestimmte Rolle einnehmen – sie kann, wenn gewollt, aber vieles sein, so etwa auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen, sie reflektieren und den Finger in die Wunde legen, oder sie kann sogar den Anspruch erheben, die Welt ein klein wenig besser zu machen. Kunstwerke stehen dabei stets in einem Spannungsverhältnis zwischen selbstreferenzieller Geste und dem Anspruch auf gesellschaftliche Relevanz.
Was liest Du derzeit?
Annika Domainko (Hg.), Canceln, ein notwendiger Streit
Hanser Verlag, München 2023
Norbert Marion Kröll, Die Kuratorin, Roman
Kremayr & Scheriau Verlag, Wien
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Aus meinem Buch „Von der Liebe zur Kunst“, Limbus Verlag, Innsbruck 2022:
„Ich lebe für eine Kunst, die alle Sinne anspricht, ohne deshalb oberflächlich zu sein. Für eine Kunst, die mich berührt, die meinen Geist und Intellekt herausfordert. Für eine Kunst, deren Wert nicht vom Markt bestimmt wird. Für eine Kunst, hinter der außergewöhnlich beeindruckende Menschen stehen, die kennenzulernen sich lohnt. Für eine Kunst, die eine moralische Aufgabe übernehmen kann. Für eine Kunst, die dabei helfen kann, ein besserer Mensch zu werden. Für eine Kunst, die das Leben und die Gesellschaft verändern kann. (Diesen vielleicht naiven Idealismus lasse ich mir nicht nehmen!) Für eine Kunst, die Glück spendet. Für eine Kunst, die dem Leben Tiefe und Schönheit verleiht. Für eine Kunst, die mein Leben so sehr bereichert und es so lebenswert macht, dass ich diese Erfahrung mit anderen Menschen teilen möchte. In der Hoffnung, dass meine Freude, meine Leidenschaft, meine Liebe für die Kunst auf Sie überspringen mögen.“
Vielen Dank für das Interview lieber Günther, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Günther Oberhollenzer, Kunsthistoriker, Kurator und Autor _ seit Oktober 2022 künstlerische Leitung des Künstlerhauses in Wien
Zur Person_Günther Oberhollenzer, geboren 1976 in Brixen, ist Kunsthistoriker, Kurator und Autor und lebt und arbeitet in Wien. Er studierte Geschichte und Kunstgeschichte in Innsbruck und Venedig sowie Kulturmanagement in Wien. Von 2006 bis 2015 war er Kurator am Essl Museum in Klosterneuburg bei Wien, davor arbeitete er am Referat für Bildende Kunst in der Kulturabteilung der Stadt Wien. Von 2016 bis 2022 war er leitender Kurator der Landesgalerie Niederösterreich in Krems und von 2014 bis 2018 Mitglied des Südtiroler Kulturbeirates. Seit 2014 ist er Lehrbeauftragter am Institut für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Mit Oktober 2022 übernahm er die Künstlerische Leitung des Künstlerhauses in Wien.
Die 1990er Jahre – das ist ein Jahrzehnt als Epoche eines umfassenden Umbruchs in Gesellschaft, Politik, Leben. Der Fall des „Eisernen Vorhangs“ führt zu Begegnung, Verbindung und Austausch wie es nicht (mehr) für möglich gehalten wurde. Hoffnung und Utopie von Jahrzehnten werden Realität als Mauer und Grenzdrähte fallen und Europa friedlich zueinander findet…
Das Festnetztelefon wird in rasendem Tempo vom „Handy“, der drahtlosen Telefonie ersetzt und damit eröffnen sich ganz neue Formen der Kommunikation. Und der Weg weist schon weiter in die Verbindung von Telefonie und Internet, Kamera…
Bestimmend ist die umfassende Etablierung des Internets, welches alle Lebensbereiche massiv verändert und ganz neu erleben und organisieren lässt…
Dazu die Musik, die ebenso in neuen Formen, Techno, die Welt bewegt…
Die 1990er Jahre. Ein Jahrzehnt als Baustein der Zukunft des Menschen….
Jens Balzer, renommierter Autor und Kolumnist, legt mit „No Limit“ eine informative, abwechslungsreiche und kurzweilig zu lesende Zeitreise in ein Jahrzehnt vielfältigster Veränderungen vor, die bis in die Gegenwart hineinreichen und diese umfassend prägen. Balzer ist ganz nah am Puls der 90er Jahre und es ist im Lesen gleichsam der Herzschlag der Träume, Hoffnungen einer Generation zu fühlen.
„Ein Buch, das ein Jahrzehnt als wesentliche Umbruchsepoche beeindruckend erleben lässt!“
„No Limit“ Die Neunziger – das Jahrzehnt der Freiheit. Jens Balzer. Rowohlt