Über wortweg08

Fotografie, Literatur, Theater, Film, Kunst. Mail: walter.pobaschnig8@gmail.com

„Die Literatur und Kunst sollten Inspiration zu Mut und Aufgeschlossenheit sein!“ Carmen Kassekert_Schriftstellerin _ Klagenfurt 20.10.2020

Liebe Carmen, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Nicht viel anders als vorher. Als Kulturarbeiterin bzw. -veranstalterin habe ich vorher schon viel von zuhause aus gearbeitet. Ich genieße also die Vorteile des Home Office.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Angst war noch nie ein guter Berater. Ich verstehe zwar, dass manche Menschen Angst haben, aber wir sollten uns nicht spalten lassen. Für mich heißt das, noch mehr als sonst auf die Bedürfnisse meines Gegenübers einzugehen, ihre/seine Situation wahrzunehmen und bestmöglich zu verstehen. So gut es geht, darauf eingehen – ohne mich selbst dabei zu verlieren. Insofern sehe ich Respekt, Demut, Einfühlungsvermögen und (Nächsten-)Liebe als besonders wichtig an.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Als wesentlich empfinde ich, die gerade (oben) genannten Eigenschaften. Für einen Neubeginn braucht es außerdem Mut zur Veränderung und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen (Lösungs-)Wegen – auch im Kunst- und Kulturbetrieb. Die Literatur und Kunst sollte Inspiration dahingehend sein!

 

Was liest Du derzeit?

Ich beginne gerade mit „Omama“ von Lisa Eckhart.

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wir sollten uns alle nicht so wichtig nehmen, stattdessen genauer hinsehen.

 

 

Vielen Dank für das Interview liebe Carmen, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Ich danke Dir! 😊

 

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Carmen Kassekert, Schriftstellerin

https://www.slamifyoucan.at/blog/

https://www.meinbezirk.at/klagenfurt/c-lokales/ausgezeichnet-fuer-zehn-jahre-poetry-slams-in-klagenfurt_a4154202

Foto_privat

 

17.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

 

„Der Chauffeur“ Heinrich Steinfest. Piper Verlag.

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„Es waren zwei Sekunden, die das Unglück brauchte…“.

Paul Klee fährt in Tunnel ein. Dann geht alles blitzschnell. Er, der Chauffeur ist nun Passagier seines Audis. Da plötzlich das quergestellte Auto. Dann der Aufprall. Die Wucht, Gewalt von Geschwindigkeit und engem Raum. Dann der Aufschlag. Kopfüber im Auto. Der Sicherheitsgurt hält. Er blickt nach hinten zu seinem Fahrgast. Zieht ihn aus dem Auto. Das ist lebensrettend. Nur diese Entscheidung, dieser Moment ist jetzt da. Kein rundum. Flammen schlagen bald wild um sich. Es gibt Tote und Schwerverletzte. Auch ein Kind.

Martin Rehberg, der hinten im Auto saß, Klees Arbeitgeber, kündigt seinen Chauffeur. Die Rettung des Kindes hätte Vorrang gehabt. Das verlange die Moral. Klee bekommt eine Abfindung. Die ist hoch. Ein anderes, neues Leben wartet…

Jetzt hat Klee neue Pläne. Es geht um ein Haus am Waldrand. Ein Hotel sollte es werden. Zunächst geht es um das Wort. Die Wortschöpfung. Der Name ist das Fundament. „Hotel zur kleinen Nacht“. Das war der Name vor dem Kauf, vor aller Organisation. Mit dem Namen beginnt es. Der Morgen und die Nacht. Und der lange Weg durch die Nacht für Paul Klee und seine Wünsche, Träume und Lebenswendungen…

 

Heinrich Steinfest, vielfach ausgezeichneter Autor, legt mit seinem neuen Roman „Der Chauffeur“ eine ab- wie hintergründige Lebenshochschaubahn vor, die vom ersten Moment an in Bann zieht und spannungsgeladen im Sog weiterlesen lässt. Der Autor versteht es meisterhaft zu erzählen und in eine Geschichte hineinzunehmen, die bis zum letzten Wort nicht loslässt.

 

„Heinrich Steinfest ist ein Erzähler, vor dessen Spannungs- und Wortgewalt es kein Entkommen gibt“

 

Walter Pobaschnig 8_20

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„Wir steuern auf eine Welt zu, in der die Arbeit als Lohnarbeit einmal ausgedient haben wird“ Iris-Maria Stromberger _ Schauspielerin, Schriftstellerin _ Wien 19.10.2020

Liebe Iris Maria, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich war seit Anfang Juli in der glücklichen Lage, wieder proben zu dürfen. Am 14. August konnten wir die Premiere feiern, nachdem wir etliche Wochen die sich wieder zuspitzende Lage der Corona-Erkrankungen verfolgten. Wir spielten im Freien mit genügend Abstand unter den ZuseherInnen, waren dabei jedoch eingeschränkt durch die jeweilige Wetterlage. Ungewohnte Bedingungen für mein Ensemble, mit dem ich hier fast jeden Sommer spiele. (Junges Theater Klagenfurt). Während des Lockdowns war es immer wieder ein Kraftakt, den Tag mit kleinen und größeren Aufgaben zu füllen. Gleichzeitig konnte ich das erste Monat gut zum Schreiben nutzen und einen Text finalisieren- das Stück wird kommenden Winter uraufgeführt. Wenn das Virus es will… 🙂

Iris Maria Stromberger _ Foto _Florentina Amon

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, es ist wichtig, das Virus Ernst zu nehmen, verantwortungsvoll zu handeln, ohne die Lebendigkeit völlig zu untergraben. Wir haben alle (unterschiedlich starke) Bedürfnisse nach Nähe, Beisammensein, Austausch im Live-Modus, nach der physischen Präsenz anderer Personen. Hier gilt es abzuwägen. Wen möchte ich tatsächlich berühren, wieviel Kontakt benötige ich, um meine Psyche zu versorgen und gesund zu bleiben? Worauf kann ich – Hand aufs Herz- gut verzichten? Und wieviel Bussi-Bussi-Gesellschaft war mir ohnehin immer lästig? Eine isolierte, vereinzelte, kontaktscheue Gesellschaft darf ebensowenig Folge der Corona-Krise sein wie eine zynisch-verrohte Haudrauf-Kultur. Ob Corona-Party oder zwanghafte Selbstisolation, beides sind traurige Auswüchse einer überfordernden Situation.

Ich denke, es ist wichtig Halt zu finden. Einen Blick nach innen zu werfen, falls dieser durch Geschäftigkeit gerne und leicht abgelenkt wird. Denn wenn es darauf ankommt, halten wenige Dinge dem Vakuum stand.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, Schauspiel, der Kunst zu?

Ich habe als Theatermacherin und Schauspielerin natürlich spezifisch eigene Ansprüche an mein Erzeugnis, aber allgemein halte ich eine breite Streuung und Förderung von künstlerischen Produkten für gesellschaftlich wichtig und wertvoll.

Aus meiner Sicht hat die Kunst dieselbe Aufgabe wie seit jeher: Vorlaut sein und sich nichts dreinreden lassen. Kunst soll nicht von der Politik vereinnahmt werden, nicht von herrschender noch von unterdrückter Ideologie. Im besten Fall ist ihre Ideologie nichts als sie selbst. Kunst oder Theater kann ohnehin nie auftreten, ohne gesellschaftlich relevante Kommentare zu hinterlassen. (Außer es handelt sich um eine wirklich stumpfsinnige Schenkelklopfer-Komödie)

Darum möchte ich dem Theater keine andere Bürde auftragen als vielleicht diese: Weiterzumachen.

Die Gesellschaft benötigt aus meiner Sicht eine bedingungslose Grundsicherung für alle Menschen, da wir auf eine Welt zusteuern, in der die Arbeit als Lohnarbeit einmal ausgedient haben wird. Es gilt, einen Lebenssinn zu fördern, der über den Broterwerb hinausgeht. Auch dafür kann das Theater gute Impulse geben, indem es das Thema direkt anspricht oder allgemein Menschliches verhandelt.

Was liest Du derzeit?

Ich habe vor Kurzem den Roman „Vater Unser“ der jungen Kärntner Autorin Angela Lehner gelesen, den ich sehr weiterempfehlen möchte. Im Mittelpunkt steht die „Anti-Heldin“ Eva, welche einen Amoklauf im Kindergarten behauptet, um in der Psychiatrie aufgenommen zu werden. Sie ist Überlebenskünstlerin, Schwindlerin, voller Lebensenergie und der festen Überzeugung, ihren magersüchtigen Bruder aus den Fängen der ÄrztInnenschaft retten zu müssen. Der Welt aus Evas Sicht zu begegnen ist ein großes Lesevergnügen aus schwarzem Humor und provokant-widerspenstigen Gedanken.

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

 Gerne eine Zitat von Theodor Adorno, das ich mir wie durch ein Wunder gemerkt habe (Zitate sind wirklich nicht meines, aber dieses ist an Poesie kaum zu überbieten). Aus dem Text Sur l´eau: „Vielleicht wird die wahre Gesellschaft der Entfaltung überdrüssig und lässt aus Freiheit Möglichkeiten ungenützt, anstatt unter irrem Zwang auf fremde Sterne einzustürmen.“ 

Vielen Dank für das Interview liebe Iris-Maria, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater- und Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Iris-Maria Stromberger_Schauspielerin, Schriftstellerin

https://www.landestheater-linz.at/public/Person%20Details?pid=2879

Foto_Florentina Amon

17.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wir stehen vor dem Anspruch, sinnvolle Formen des literarischen Ausdrucks für etwas zu finden, während wir es zugleich ganz real bewältigen müssen“ Judith Hennemann, Schriftstellerin _ Frankfurt/Main 18.10.2020

Liebe Judith, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich arbeite als Referentin für Organisationsentwicklung. Also geht es mir wohl wie den meisten, die als Angestellte in einem großen Unternehmen arbeiten: Ich bin nun gut 50% meiner Arbeitszeit im Homeoffice, Geschäftsreisen finden nicht statt und Veranstaltungen nur in virtueller Form. Die Arbeitswelt wirkt seltsam verändert: Das Alltägliche erscheint mir umständlich, Kommunikation in virtueller Form hat etwas Ungelenkes, neue Gepflogenheiten werden erprobt. In gewisser Hinsicht sind wir jetzt Rookies. Zugleich ist durch die Reduzierung von Optionen auch in den Unternehmen eine Art Raum entstanden. Es stellt sich die verlockende Frage: Wie nutzen wir ihn sinnvoll?

Judith Hennemann

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Diese Frage kann ich nur für mich selbst beantworten. Ich versuche, den Überblick und die eigene Haltung nicht zu verlieren. Im Kern bedeutet das, feinsinniger auf Menschen zuzugehen, um herauszufinden, welche Risiken wir gemeinsam eingehen wollen und können. Das ist ein dynamischer, anstrengender Prozess, der wertvolle Erkenntnisse beinhaltet.

Zugleich spüre ich einen starken Veränderungsdruck, was meine Kompetenzen und mein Verhalten angeht. Im Moment versuche ich, digitale Kompetenz aufzubauen. Ich spüre dabei den altbekannten Druck und dieselbe Verunsicherung, die technische Entwicklungen häufig in mir auslösen. Tatsächlich verhärtet sich bei mir der Eindruck, dass die Corona-Pandemie wie ein Kontrastmittel wirkt: Du kriegst einen klareren Blick für die Schwierigkeiten, die wir uns alle miteinander eingebrockt haben. Damit kann man doch arbeiten!

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, dem Theater, der Kunst an sich zu?

Als Autorin bin ich in Krisen und Umbrüche selbst verstrickt. Wir stehen vor dem Anspruch, sinnvolle Formen des literarischen Ausdrucks für etwas zu finden, während wir es zugleich ganz real bewältigen müssen. Das macht mich wütend und ist mir zu viel auf einmal. Trotzdem ist es meine Rettung, wenn aus dieser Überforderung irgendwie doch ein Gedicht entsteht. Daran erkenne ich, dass ich an Souveränität hinsichtlich eines Themas gewonnen habe. Meine Lyrik erscheint mir hierbei nicht „systemrelevant“, sie ist lediglich Ausdruck meiner eigenen Auseinandersetzung mit einer Situation. Kunst oder Literatur entsteht für mich nicht wegen der Krise oder der Notwendigkeit eines Aufbruchs, sondern trotzdem. Daran erkennt man, welche Kraft sie hat.

 

 

Was liest Du derzeit?

„Erebus“ von Michael Palin. Ein fabelhaftes dokumentarisches Buch über die Franklin-Expedition in die Arktis. Ich empfehle es in Kombination mit dem Roman „Terror“ von Dan Simmons. Erebus und Terror sind zwei Segelschiffe, die im 19. Jahrhundert im Eis der Nordwestpassage verschollen sind. Man fand die Wracks erst 2014 und 2016. Ich bin versessen auf alles, was mit der Erkundung der Nordwestpassage zu tun hat. Die Offiziere der Expedition kenne ich einzeln mit Namen!

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Michel Houellebecq schrieb kürzlich sinngemäß in einem Essay: Diese Epidemie vollbringt die Leistung, beängstigend und langweilig zugleich zu sein.

 

 

Vielen Dank für das Interview liebe Judith, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Judith Hennemann, Schriftstellerin

http://www.dielmann-verlag.de/de/content/hennemann-Judith

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17.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Ein Grundgefühl der Einsamkeit eint Zweig, Farkas, Cohen“ Lola Lindenbaum, Künstlerin _Station _Hotel Regina_Wien 16.10.2020

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien

Drei bekannte Gäste des HOTEL REGINA, Wien 1090 – Stefan Zweig, Schriftsteller (1881 – 1942), Karl Farkas, Kabarettist, Schauspieler (1893 – 1971) , Leonard Cohen, singer-songwriter, Dichter, Maler (1934 – 2016) – die sich im realen Leben nie begegnet sind und deren gemeinsame Amplitude auch weit entfernt scheint,  eint ein Grundgefühl: Die EINSAMKEIT.

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien
Lola Lindenbaum _ „the child is called INNER

Weiters ist Ihnen das Interesse an der Psychologie der Menschen gemein.

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien

Bei Zweig wird dies auch in seinen Werken wie „Sternstunden der Menschheit“ oder in der Erzählung“ Brief einer Unbekannten“  evident, die Anrede im Brief lautet „Dir, der du mich nie gekannt“.

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien
Lola Lindenbaum

Meist enden die Erzählungen oder Novellen tragisch und eine gewisse Schwere ist ihnen nicht abzusprechen. Zweig hielt auch die Grabrede von SIGMUND FREUD.

Zweig leidet zeitlebens an Depressionen und nimmt sich zuletzt das Leben. In seinem Abschiedsbrief heißt es: „Ich grüße alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus.“

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien

Weniger bekannt ist Zweig´s Hang zur Lyrik, er hat zahlreiche Gedichte verfasst.

„Abendtrauer“ endet mit „…..deiner Wehmut mich hinzugeben“

Das psychologische Interesse  wird nicht zuletzt in den vielen Biographien evident, u.a.

Drei Dichter Casanova – Stendhal – Tolstoi und
Drei Meister Balzac – Dickens – Dostojewski

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien

Das Grundthema bei Cohen ist ebenso die Einsamkeit. Er leidet an klinischer Depression, erst der mehrjährige Rückzug in ein buddhistische Kloster bringt etwas Linderung. Bei Cohen würde ich es mit Melancholie beschreiben, die seinen Songs eine unnachahmliche Eindrücklichkeit gibt.

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien

Für Cohen war Musik ursprünglich nur ein Mittel, um sich seinen Gedichten widmen zu können. Eine weitere Interdisziplinarität verkörperte er in der Malerei: Das Museum für Gegenwartskultur in Montreal zeigte 2017/2018 eine Cohen-Schau.

Cohen wird ein besonderes Interesse an Frauen nachgesagt, er war nie verheiratet und viele seiner Frauen waren ebenso künstlerisch tätig und es erfolgte eine gegenseitige Inspiration und zum Teil gemeinsame künstlerische Projekte.

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien
Lola Lindenbaum

Karl Farkas´Leben auf der Bühne war von Doppelconferencen und Pointen geprägt. Er wollte das Publikum zum Lachen bringen und lenkte womöglich von seiner eigenen Einsamkeit ab.

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien

Privat war Karl Farkas ein sehr verschlossener Mensch, er war nicht besonders gesellig und gerne alleine. Rückzugsort war sein Wochenendhaus in Reichenau an der Rax, das ich jetzt bewohne. Ich verwende Gegenstände, die in seinem Besitz waren, wie seinen Rasierpinsel, für Installationen und beispielsweise vorgefundene Tischdecken und Vorhänge aus den 1960er Jahren, die ihm und seiner Frau gehörten, zum Bespannen von Keilrahmen (anstatt von Leinen), um diese bemalen zu können.

Lola Lindenbau Nichts ist mir wunderlich genug, Teil1_
Anm: Anstatt von Leinen wurden zum Bespannen des Keilrahmens eine Tischdecke, die in Besitz von Farkas war, verwendet.

Auch die Doppelconference oder das Kabarett lebt davon die menschlichen Verhaltensweisen zu analysieren und zu überhöhen und somit dem Publikum einen Spiegel vorzuhalten – Reflexion mittels Spiegelung.

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien

Einsamkeit ist auch ein wesentliches Thema in meinen Arbeiten. Ob „Hoppereskes“ , „das Individuum scheint heimatlos in universeller Konfrontation“, „lonely.let´s bring the ladder back“, oder „Sehnsucht.Bedingt durch Unverfügbarkeit“.

Lola Lindenbaum „das Individuum scheint heimatlos in universeller Konfrontation“
Lola Lindenbaum _Lonely. Let´s bring the ladder back._

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien

In meinem Arbeiten ist die Einsamkeit eine Grundstimmung, der ich – im Gegensatz zum Alleinsein- viel Schönes abgewinnen kann.

Lola Lindenbaum
Lola Lindenbaum _ Anna Karenina Theme
Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Hotel Regina Wien

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Station bei Stefan Zweig, Karl Farkas, Leonard Cohen _ Hotel Regina Wien _

http://www.lolalindenbaum.com/de/

Text und alle Bilder_ Lola Lindenbaum

Alle Fotos von Lola Lindenbaum, Hotel Regina, Wien, 1090 _ Walter Pobaschnig._16.10.2020.

Herzlichen Dank an Herrn Mag.Wolfgang Kremslehner, Geschäftsführung Hotel Regina Wien, für die freundliche Kooperation und Begleitung!

https://www.hotelregina.at/de/hotel-regina-wien

Walter Pobaschnig_Wien 18.10.2020

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Todestag Ingeborg Bachmann_ “Ich denke an sie wie an ein Mädchen” Heinz Bachmann_London_17.10.2020

Zum 17. Oktober 1973 im Gedenken an meine Schwester Ingeborg:

Jahrelang fiel es mir schwer über den Tag des Unfalls, ihren Tod und die Zeit danach zu reden.

Zur Zeit des Unfalls in der Nacht vom 26. September lebte ich mit meiner Frau Sheila in Dakar, Senegal. Telefonische Kommunikation nach Afrika war sehr problematisch in diesen Jahren.  Es muss der 29. September gewesen sein, als ich wegen einer Geschäftreise nach Holland reisen musste.

„Ingeborg, wie ich sie in Rom sah – Fotografien 1962“ Szenische Ausstellungseröffnung _Heinz Bachmann und Isabella Jeschke, Schauspielerin, Musilhaus Klagenfurt 25.Juni 2016

Am Tag darauf rief ich in Klagenfurt an. Es meldete sich meine Nichte Christine Moser. Meine erste Frage war: Wie geht es dir? Ihre Antwort war: Ja weißt du denn nicht? Ich: Was? Christine: Tante Inge hat einen schweren Unfall gehabt und liegt mit Verbrennungen im Krankenhaus. Ich war wie vom Donner gerührt und geschockt.

Meine Schwester Isolde Moser war nach Rom gereist und unsere Mutter war in Kötschach um Isoldes Mann Franz Moser mit den sechs Kindern zu helfen. Das Jüngste war gerade 3 Jahre alt. Ich unterbrach meine Geschäftsreise und flog sofort nach Rom, eilte in die Wohnung in der mich Isolde erwartete. Die Wohnung war neu für mich, denn ich hatte meine Schwester seit ihrer Übersiedlung nicht mehr besucht.

Es kamen Freunde, die ich schon von früheren Besuchen in Rom kannte. kurz vorbei und boten uns an mit ihnen ins Krankenhaus mitzukommen. Mein Versuch mit Ingeborg über die Telefonanlage der Isolierabteilung zu sprechen, scheiterte. Mein zweiter Versuch beruhigend mit ihr zu sprechen war auch am nächsten Tag erfolglos, ich bekam keine Antwort. Es war klar, dass eine Erholung von diesen Verbrennungen lange dauern würde. In einem  letzten Versuch versprach ich Ingeborg, dass meine Frau Sheila kommen würde um Isolde beizustehen.

Probe „Ingeborg, wie ich sie in Rom sah“ Wien Juni 2016. Heinz Bachmann, Isabella Jeschke, Sheila Bachmann (sitzend von links) , Walter Pobaschnig (stehend).
„Ingeborg, wie ich sie in Rom sah“ Fotografien_Heinz Bachmann, Ausstellung_Musilhaus Klagenfurt 2016
Vernissage Feier „Ingeborg, wie ich sie in Rom sah“ Landhaushof Klagenfurt. Heimo Strempfl (Dir.Musilhaus Klagenfurt), Heinz Bachmann, Isolde Moser, Michael Moser, Isabella Jeschke, Walter Pobaschnig (von links)_25.Juni 2016

Meine Frau hatte ich sofort per Telegramm an meine Firma benachrichtigt mit der Bitte eine Romreise vorzubereiten. Sie benötigte nicht nur einen Flugschein sondern auch ein Ausreisevisum.

Was ich schon kurz nach meiner Ankunft bemerkt hatte, war eine unheimliche Entwicklung von Gerüchten über die Umstände des Unfalls. Damit einher gingen auch Gruppenbildungen innerhalb der Freundeskreise Ingeborgs. Das ganze war mir unerklärlich und kam zu dem unglaublichen Stress dieser Situation  und der Zweifel, ob unsere Schwester überleben würde. Wir hatten immer noch Hoffnung.

Ungern ließ ich Isolde allein in Rom, denn ich musste zurück in den Senegal. Sheila hatte schon die Reise nach Rom vorbereitet. Sie reiste nach meiner Rückkehr nach Rom, traf sich mit Isolde und beide gingen in das Krankenhaus. Am nächsten Tag kam die Hiobsbotschaft, dass auch Isoldes Mann Franz nach einem Unfall gestorben war. Wer kann sich diese Situation vorstellen in der Isolde war? Es fehlen die Worte um dies zu beschreiben.

Nach Ingeborgs Tod am 17. Oktober trafen Isolde, Sheila und ich uns in Rom in einer Situation, die kaum zu erfassen war. Wir hatten drei Familienmitglieder in wenigen Monaten verloren, – unser Vater war ein halbes Jahr vorher gestorben. Für uns alle bagann ein neues Kapitel in unserem Leben. Es war keine Zeit für Trauer. Eine Flut von Gerüchten, die keinerlei Basis hatten, brach über uns herein. Ein Albtraum. Isolde war Alleinerzieherin von sechs Kindern geworden, der Nachlass unserer Schwester Ingeborg musste geordnet und auch soweit wie möglich publiziert werden. Verlage, Verträge etc eine Flut von ungewohnten Verpflichtungen waren die Folge.

Aber dies soll eine Hommage an Ingeborg werden. Heute ist der Albtraum in weite Ferne gerückt. Das Schöne unserer Beziehung ist im Vordergrund. In meiner Erinnerungen sind die Unterstützung, die sie für mich im Laufe des Lebens war, das Wichtige. Als Erwachsener war auch ich eine Stütze für sie, als sie große finanzielle Probleme hatte.

Das Schönste waren die Momente ihrer Besuche im Haus in Klagenfurt oder im Gailtal. Ingeborg konnte wunderbar Anekdoten erzählen und unterhielt die ganze Familie, wenn sie auf Besuch war.

Meine Reisen nach Rom sind unvergesslich, wir gingen gut essen, sogar tanzen in den berühmten Piper Club. Machten in Rom große Spaziergänge oder fuhren an den Strand nach Ostia. Später besuchte ich sie in Rom zusammen mit meiner Frau Sheila. Die beiden verstanden sich von Anfang an wunderbar.

Rom, Palazzo Saccetti, Letzter Wohnsitz von Ingeborg Bachmann in Rom _ Fotos _Walter Pobaschnig 2018.

Ingeborg erwog nach London zu übersiedeln um in unserer Nähe zu sein. Wir übersiedelten allerdings bald arbeitsbedingt in den Senegal. Sie hatte sogar Pläne uns dort zu besuchen, aber dazu kam es nicht mehr als unser Vater im März 1973 starb.

Heute denke ich an den Nachruf von Heinrich Böll, der wohl  der schönste ist : “Ich denke an sie wie an ein Mädchen”. So scheint es mir auch aus meiner Perspektive als Mann im fortgeschrittenen Alter. Sie starb mit 47 Jahren und dieses Jahr sind es 47 Jahre seit ihrem Tod.

„Ingeborg Bachmann am Kärntner See“ Foto_Ingeborg Bachmann Erben

Text_Heinz Bachmann, London 17.10.2020

„Es gilt flexibel zu sein – sicheres Geld zu verdienen und anderseits künstlerische Ideen festzuhalten“ Karen Friedrichs, Künstlerin _ Hamburg _ 17.10.2020

Liebe Karen, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Nach dem Frühstück gehe ich mit meinem Hund raus; dann bin ich wach und starte am Mac meinen Arbeitstag. Ich bin ein ziemliches Allround-Talent, was Gestaltung angeht, wende mich in meiner kreativen Arbeit seit dem Lock-Down im März aber vermehrt meinem Job als Grafik-Designerin und Illustratorin zu. Mein Cartoon-Tagebuch „my corona diary“ – ein 40 seitiges kreatives Protokoll ist eine Ausnahme. Meine sonstige Tätigkeit als freie Künstlerin lebe ich zur Zeit nur als Kunstlehrerin aus oder wenn ich Lust und Zeit habe (mein Lager ist VOLLer Bilder ;)).

Denn im Angesicht der noch nicht abzusehenden Wirtschaftskrise möchte ich zwar einerseits flexibel bleiben, aber auch weiter sicheres Geld verdienen. Ich halte alle meine Ideen zu meiner Kunst fest und werde sie irgendwann natürlich umsetzen.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Selbstverständlich erstmal die gesundheitlichen Vorsichtsmaßnahmen weiter einzuhalten. Aber auch die Ruhe zu bewahren und dies nicht zu sehr als Einschränkung zu betrachten, sondern auch all das Positive, was die Krise mit sich bringt, bewusst zu würdigen: Solidarität, Kollegialität, Achtsamkeit, Perspektivwechsel (der immer fruchtbar ist) … und noch Einiges mehr.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Der Kunst kommt dabei dieselbe Rolle zu wie immer: das Zeitgeschehen zu begleiten, auf ihre eigene Art zu kommentieren und die Menschen zu inspirieren. Kunst hinterlässt Spuren in unserem Dasein.

 

 

Was liest Du derzeit?

DIE ZEIT (habe jetzt ein Abo und damit ist man gut ausgelastet) 😉 Aber ein Buch muss immer in Arbeit sein. Gerade ausgelesen habe ich „Neujahr“ von Juli Zeh.

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Die Form ist der Ausdruck des inneren Inhalts (Wassily Kandinsky)

 

 

Vielen Dank für das Interview liebe Karen, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielfältigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Karen Friedrichs_Künstlerin

https://www.feel-fri.de/

Foto_privat

17.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Es tut gut, sich neu zu definieren und neue Wege zu gehen“ Nane Frühstückl, Musikerin_Salzburg 16.10.2020

Liebe Nane, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Üben, arrangieren, komponieren, vorbereiten, Büroarbeit, Ideen entwickeln, Konzerte spielen, Workshops abhalten, Telefonate führen, Internet betreuen und Werbungen schalten, Plakate entwerfen, Videos schneiden, spazieren, radfahren, schwimmen, was Feines kochen, lesen, … jeder Tag ist anders, es gibt keinen fixen Tagesablauf.

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 Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich finde wir können etwas mitnehmen aus der besonderen Zeit der letzten Monate. Es war zwar die berufliche Situation für alle extrem schwierig, wenn nicht sogar existenzbedrohend, aber dennoch hat es viel bewegt. Es wurde noch flexibler und kreativer gedacht, es wurden sich Möglichkeiten überlegt, mit der Situation umzugehen. Es entstand Zusammenhalt. Solidarität. Ich sehe nicht nur Negatives sondern auch sehr viel Positives in den Erlebnissen dieser besonderen Zeit. Das müssen wir unbedingt weitertragen und mitnehmen, es tut gut, sich neu zu definieren und neue Wege zu gehen. Und im Sinne der Gemeinschaft zu denken.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik und der Kunst an sich zu?

Ich nehme für mich aus der Zeit mit, dass es ein ungemein schönes und intensives Erlebnis war zu sehen und zu fühlen, was Musik (und im weiteren Sinne Kunst) bei Menschen bewegen kann, vor allem in Krisensituationen. Ich und mein Mann haben in der Shut-Down-Zeit jede Woche ein Terrassenkonzert für unsere Nachbarn gespielt, insgesamt 12. Die Reaktionen waren äußerst berührend: Diese Welle der Freude, Losgelöstheit, Dankbarkeit und Liebe als Antwort darauf haben uns gezeigt, dass Kunst und Kultur unverzichtbar und Teil unseres Lebens sind, dass sie unsere Seele nähren und uns miteinander verbinden. Dass sie uns wegtragen können von dunklen Gedanken, uns erheitern, Kraft geben. Ich denke, dass es wichtig ist, dies mitzunehmen, nicht zu vergessen… Ich hoffe, die Menschen behalten die Wertschätzung für Kunst und sehen darin einen wesentlichen Bestandteil unseres Seins. Und ich hoffe, dass endlich auch von den Spitzen unserer Gesellschaft und der Politik ebenso diese Wertschätzung entgegengebracht wird und danach gehandelt wird, um den Künstlern einen gesellschaftlichen und beruflich abgesicherten Stellenwert einzuräumen.

 

 

Was liest Du derzeit?

 Brian Sewell: Pawolwa – oder wie man eine Eselin um die halbe Welt schmuggelt

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es trotzdem.              Karl Valentin

 

 

Vielen Dank für das Interview liebe Nane, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Nane Frühstückl, Musikerin

http://www.nanemusic.at/371901259

Foto_Hannelore Kirchner

16.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wenn die Umstände die Kunst/Musik zu Unruhe zwingen, wird sie laut, ruppig, fordernd“ Gilbert Handler, Komponist_Wien 15.10.2020

Lieber Gilbert, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Bunt. Sehr bunt. Und jeden Tag anders.

Jetzt sitze ich gerade im Zug in Richtung Bern und hoffe, dass ich ohne Probleme ein- und morgen wieder ausreisen kann.

In dieser Woche habe ich insgesamt drei Premieren von Theaterstücken, für die ich entweder die Musik gemacht habe oder selbst auf der Bühne stehe; man ist durch die jeweiligen Endproben natürlich komplett fremdbestimmt.

Wäre ich daheim, würde ich um 6 Uhr aufstehen, das Frühstück für die Kinder machen, sie um 7 verabschieden. Dann Tiere füttern. Wenn möglich: Kurz noch einmal Augen zu.

Hernach ins Studio oder zur Probe nach Wien.

Nachmittags heim, familiäres Zusammensein mit Essen, Hausaufgaben, Einkaufen, etc.

Abends dann meistens noch einmal ins Studio.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig? 

Frieden, Liebe und Verständnis füreinander. Sozusagen: Humanismus in Reinkultur. Dann wird das schon wieder.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu? 

Zeitgenössische Kunst/Musik beschreibt immer den Ist-Zustand ihrer Schaffenden, ihrer Umgebung, ihrer sie umgebenden Gesellschaft. Sie ist ein evolutionärer Bestandteil, und somit Teil eines ständig in Veränderung bestehenden Prozesses.

Wenn die Umstände die Kunst/Musik zu Unruhe zwingen, wird sie laut, ruppig, fordernd.

Gilbert Handler (Vordergrund) _ in „Raststätte“ E.Jelinek_WerkX Wien 12.4.2018.

Was liest Du derzeit?

 Sven Regeners „Magical Mystery Tour“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Kunst kann nicht modern sein.

Kunst ist urewig.

Vielen Dank für das Interview lieber Gilbert, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Gilbert Handler_Komponist, Musiker

https://www.landestheater-linz.at/public/Person%20Details?pid=2570

28.9.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Die grauenvolle Entdeckung des Jakob Levy Moreno“ – Mitreißende Uraufführung das.bernhard.ensemble _ Off Theater Wien 14.10.2020

Da ist der Regen über der Stadt. Und da sind die Verwundeten. Die tragenden, einsamen, ringenden Seelen auf den Straßen oder hinter den Fenstern. Viel wird geschleppt in dieser Zeit. Viel und viel zu Schweres. Niemand weiß, was kommt, was wird…

Wien 1913.

Und da ist das Ringen der Seele. Und der Weg dazu. In der Berggasse und hier im wunderbaren Tapetenzimmer in der Gruppe. Im Spiel soll die Seele erzählen. Frei werden und vielleicht vergeben. Vor allem sich selbst.

Die Zeit braucht das. Die eigene und die unsere.

Es geht um alles. Um das Eigene. Kränkung und Wut. Macht und Verhängnis. Körper und Schmerz. Freiheit und Diktatur. Leben oder Tod.

Es beginnt. Und sie sind dabei. Mitten in der Gruppe. Hitler und Stalin.

Es beginnt…

Das bernhard.ensemble lässt mit seiner neuesten Produktion „Die grauenvolle Entdeckung des Jakob Levy Moreno“  eindrucksvoll erleben wie innovativ und begeisternd modernes Theater sein kann.

Es beginnt bereits beim hervorragenden Bühnenbild (wie auch Komposition/Kostüm), das schon beim Eintreten atmosphärisch sehr einladend umfängt wie neugierig auf das weitere Geschehen macht. Das Publikum ist da schon gewonnen.

Aber das genügt dem bernhard.ensemble bei weitem nicht. Was in Darstellung und Choreographie folgt, ist eine Theaterperformance in beeindruckender künstlerischer Höchstleistung. Da gibt es keine Scheu vor Innovation und Experiment. Schauspiel und Tanz werden zum kraftvollen gemeinsamen wie mitreißenden Weg exemplarischer diktatorischer Seelenschau im übergreifenden kritischen Bühne-Publikum setting. Körper und Sprache setzen mit sensationeller Wucht und Effekt Mensch und Emotion in den Raum. Ein ganz besonderer Abend in vielfältigem Staunen ob der Möglichkeiten modernen Theaters – einmalig!  

„Ein Ereignis in künstlerischer Innovation, sensationeller Performancekraft wie thematischer Virtuosität“

„Die grauenvolle Entdeckung des Jakob Levy Moreno“ 

Regie und Konzept: Ernst Kurt Weigel

Choreographie: Leonie Wahl

Performance: Desi Bonato, Isabella Jeschke, Leonie Wahl, Kajetan Dick und Ernst Kurt Weigel

Komposition: b.fleischmann

Bühne und Kostüme: Devi Saha

Regieassistenz: Christina Berzaczy

Licht und Ton: Julian Vogel

Produktionsleitung/Presse: Monika Bangert / Simon Hajós

Social Media: Nadine-Melanie Hack

Weitere Spieltermine: Premierenwoche: 13.|14.|15.|16.|17.Okt. 2020

Oktober: 22.|23.|24.|27.|28.|29.|30.|31.

November: 3.|4.|6.|7.|17.|18.|19.|20.|24.|25.|26.

Beginnzeit: jeweils 20 Uhr

Veranstaltungseingang_Kirchengasse 41, 1070 Wien

Koproduktion DAS OFF THEATER / das.bernhard.ensemble / orgAnic reVolt

https://www.off-theater.at/

Walter Pobaschnig, 15.10.2020

Alle Fotos_Walter Pobaschnig.

https://literaturoutdoors.com

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