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„dass wieder öfter bereits etablierte Autoren eingeladen werden und diese Einladung auch annehmen“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Inka Parei, Schriftstellerin _ Berlin 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Inka Parei, Schriftstellerin _ Berlin

Bachmannpreisträgerin 2003

Liebe Inka, Du hast 2003 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen und den Ingeborg Bachmann Hauptpreis gewonnen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Es war außergewöhnlich heiß und dadurch ein besonderer Sommer, an den ich mich später, Ende der Zehnerjahre, als die erste große Reihe  klimawandelbedingter Hitze-Sommer kam, wieder erinnert habe. Die ganze Stadt Klagenfurt war in eine gleißende Wärme getaucht, die alles, was passierte, manchmal unwirklich und dadurch auch etwas unwichtig erscheinen ließ.

Ich weiß auch noch, dass ich mit meinen damaligen Verleger, Klaus Schöffling, an einem der ersten Tage zu Fuß eine Kreuzung überquert habe, auf dem Weg ins Studio. Wir blickten auf ein hässlichen 70er Jahre- Hochhaus, es war frühmorgens, und in dem Moment regnete es. Wir blieben auf der Mittelinsel des Überwegs stehen, unter einem gemeinsamen Regenschirm, kurz bevor die Ampel auf Grün sprang, gab es ein paar Sekunden Stille, und plötzlich meinte Klaus zu mir: „Ist doch egal, ob du da jetzt gewinnst oder nicht.“ Darüber haben wir später gelacht.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Es ist eine mehrfache Live-Situation, die allen Beteiligten einiges abverlangt. Was normalerweise getrennt und zeitversetzt abläuft, Schreibprozess, Veröffentlichung, Lesung und Kritik, kommt zusammen, und man spürt direkt und gemeinsam die Stimmungen, die dabei entstehen und manchmal auch aufeinander prallen.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich hatte ganz simple Gedanken, das weiß ich noch. Ich habe mich komplett auf das Lesen konzentriert. Da ist der Stuhl, da deine Blätter. Du setzt dich jetzt hin und liest, dafür bist du gekommen. Sonst musst du nichts machen, alles andere hast du schon vorher getan. Und was danach kommt, dafür bist du nicht verantwortlich, das machen dann andere. Wer einen Moment großer Selbstübereinstimmung erleben möchte, ohne jede Mehrdeutigkeiten, der gehe nach Klagenfurt und lese dort vor, es ist schon etwas Besonderes.

Anschließend gab es lobende Worte und auch eine Kontroverse. Das damalige Jurymitglied Thomas Steinfeld mochte meinen Text nicht, er war ihm zu trocken. Er meinte, was ich da mache, sei so, als würde ich eine 1:1 Karte der Wirklichkeit erstellen. Er erwähnte dazu Frankreich während der Zeit der Französischen Revolution. Offenbar gibt es eine in dieser Zeit verankerte Anekdote über das Anfertigen einer solchen Karte. Mein Sohn, der damals elf war und zu Hause vorm Fernseher saß, war gar nicht einverstanden, dass ich kritisiert wurde, aber gleichzeitig auch begeistert von diesem Vergleich. Er hat mich später noch oft daran erinnert.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Ich war eine Zeit lang sehr bekannt. Wobei mein erstes Buch auch schon ein Erfolg gewesen war mit vielen Übersetzungen, sodass es mich nicht ganz so überraschend getroffen hat wie vielleicht andere. Ich erinnere mich deutlich an einen Moment, in dem eine Traube von Fotografen vor mir stand und mich ablichtete, ein seltsames Gefühl, dass ich nicht mochte.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Ich finde das Format an und für sich wirklich gut. Es ist so transparent. Kritik äußert sich öffentlich und legt so gleichzeitig ihre eigenen Kriterien zur Bewertung für andere frei. Das Ganze ist ja auch ein Kritikerwettbewerb. Der direkte Vergleich, also die Aufnahme eines Textes und das sofortige Erleben von Reaktionen darauf, kann, wenn das im Gespräch gut gemacht wird, sehr horizonterweiternd sein.

Was mir nicht so gefällt ist die Aura von „unbekannte Autoren reisen an und verlassen dann als mit Preisen ausgezeichnete Stars das Gelände“, die diesen Tagen in Klagenfurt anhaftet. Das hatte schon immer etwas Anmaßendes und Schmälerndes.  Ich würde mir wünschen, dass wieder öfter bereits etablierte Autoren eingeladen werden und diese Einladung auch annehmen. Kritik, die den Literaturbegriff schärft, ist sehr wichtig, und die Veranstaltung würde davon profitieren, denn je besser die Texte, um so herausgeforderter ist ja auch die Kritik. Wir brauchen gute Texte und einen kritischen Blick darauf.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich möchte ihnen zurufen: Seid politisch! So gut ihr es nur irgendwie könnt. Das ist nicht einfach, ganz klar. Aber wir brauchen es.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Inka Parei, Schriftstellerin

Zur Person: Inka Parei, 1967 in Frankfurt am Main geboren, lebt seit 1987 in Berlin.  Sie veröffentlichte  neben Erzählungen die Romane „Die Schattenboxerin“ (1999), „Was Dunkelheit war“ (2005), „Die Kältezentrale“ (2011), „Humboldthain“ (2024). Ihre Arbeiten wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hans Erich Nossack Förderpreis, dem Ingeborg Bachmann Preis und einem Stipendium an der New York University. Darüber hinaus arbeitete sie in Texwerkstätten, u. a. als Gastprofessorin am Deutschen Literatur Institut in Leipzig.

Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Abendstimmung am Wörthersee

Foto: Inka Parei _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 19.6.26

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„dass Autorinnen und Autoren für kurze Zeit eine Öffentlichkeit erreichen – wie später vielleicht nie mehr“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Christoph W. Bauer, Schriftsteller _ Innsbruck 19.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

im Interview _ Christoph W. Bauer, Schriftsteller _ Innsbruck

Bachmannpreisnominierter 2002

erster Publikumspreisträger des 2002 neueingeführtem Preises

Lieber Christoph, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Dass ich mich nicht sehr wohl gefühlt habe in meiner Haut, nix wie weg, hatte ich mir gedacht. Angespannt war ich und auch überfordert vom Interesse an meiner Person, das beginnt ja alles schon Wochen zuvor mit Video-Drehs etc.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Zunächst einmal der Name Ingeborg Bachmann, und dass Autorinnen und Autoren für kurze Zeit eine Öffentlichkeit erreichen – wie später vielleicht nie mehr.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Die Lesung war der entspannteste Teil, da konnte ich ganz bei mir bleiben, mich auch ein wenig hinter dem Text verstecken. An die Jurydiskussion habe ich kaum Erinnerungen, vielleicht verdränge ich sie auch aus meinem Gedächtnis. Aber das ist alles lange her, ich habe 2002 dort gelesen, damals wurde zum ersten Mal ein Publikumspreis vergeben, ich hatte das Glück, ihn zu bekommen, eine schöne Erinnerung.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Ich habe damals in Klagenfurt Freundschaften geschlossen, Wegbegleiter gefunden wie Mirko Bonné oder Raphael Urweider.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Gute Literatur und eine Jury, die diese erkennt.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Alles Gute, seid unerschrocken, bleibt heiter!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Christoph W. Bauer, Schriftsteller

Zur Person: Christoph W. Bauer, geb. 1968 in Kolbnitz/Kärnten, lebt als Schriftsteller und Herausgeber in Innsbruck. Zahlreiche Publikationen, zuletzt Lärm. Novelle (Haymon 2026), Trotta und Ich. Pariser Depeschen, Reportagen, Porträts (Haymon 2024), an den hunden erkennst du die zeiten. Gedichte (Haymon 2022) und Niemandskinder. Roman (Haymon 2019); diverse Auszeichnungen und Stipendien u.a. Tiroler Landespreis für Kunst (2015), Outstanding Artist Award (2015), Preis für künstlerisches Schaffen der Stadt Innsbruck (2021), Anton-Wildgans-Preis (2023) und Robert-Musil-Stipendium (2023)

Christoph W. Bauer – Haymon Verlag

gespannte Aufmerksamkeit im Publikum _
Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee-Abendstimmung _ Blick vom Schloss Loretto

Foto: Christoph W. Bauer _ Fotowerk Aichner

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 19.6.2026

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„Ich fürchte, der Bachmann-Preis hat sich totgelaufen“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Monika Helfer, Schriftstellerin _ Hohenems/Vbg 19.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Monika Helfer, Schriftstellerin _ Hohenems/Vbg

Bachmannpreisnominierte 1999

Liebe Monika, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerung und was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Öffentlichkeit, das zur Schau stellen, extra für den Bachmann-Preis verfasste Texte, die publikumswirksamen Auftritte. Rainald Götz hat sich in die Stirn geschnitten. Das ist bis heute noch bekannt.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich war zum Glück die Zweite, und das machte, dass ich nur kurz nervös war, und dann nur mehr zuhörte. Über jeden schlechten Text war ich froh, denn der vergrößerte meine Chance. Wurde ich dann in der Endrunde genannt, hat es mir trotzdem nichts gebracht. Es gab Schriftsteller, die besser waren als ich.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt?

Ein paar Verlage haben sich für meinen Text interessiert, der Piper Verlag schließlich hat das Buch veröffentlicht.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Ich fürchte, der Bachmann-Preis hat sich totgelaufen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich wünsche den Teilnehmerinnen Gelassenheit und auch den Juroren. Stars sind schließlich die Schriftsteller.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Monika Helfer, Schriftstellerin

Zur Person: Monika Helfer, geboren 1947 in Au/Bregenzerwald, lebt in Vorarlberg. Sie hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer | Hanser 16.6.26

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in Rom, Bocca de Leone, um 1970

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Ossiacher See

Fotos: Monika Helfer _ 1 ORF/Bachmannpreis 2 Fotowerk Aichner.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis/Ossiacher See _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 16.6.2026

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„MAH“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Birgit Radeschnig, Kabarettistin _ Wien 19.6.2026

Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende
Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _  Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

MALINA

M AH,

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L IEBE, TU DIR

I VAN

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Birgit Radeschnig, 23.3.2026

Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _  Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Lebens- und Liebeswegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und patriarchaler Gewalt in unterschiedlichsten Formen steht.

Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien, der Stadt, in welcher ihr selbstbewusster Weg in Leben, Liebe, Literatur begann „die Nummer 26, die lange meine Glücksnummer war“, an, dazu kam es aber nicht mehr.

Die so vielseitig erfolgreiche Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin, Birgit Radeschnig ist wie Ingeborg Bachmann in Kärnten geboren und lebt in Wien in unmittelbarer Nähe des Wohnortes/der Wohnorte von Ingeborg Bachmann.

Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23.

Walter Pobaschnig, 23.3.2026

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„Dass Literatur gefeiert wird wie ein Sport-Großevent“ _  50 Jahre Bachmannpreis _ Johanna Sebauer, Schriftstellerin _ Hamburg 19.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Johanna Sebauer, Schriftstellerin (Mitte) _ Gewinnerin 3sat-Preis mit Juror Klaus Kastberger (Einladender der Autorin)
Frau Dir. BKS Bank Herta Stockbauer überreicht den BKS Publikumspreis an Johanna Sebauer

Im Interview Johanna Sebauer _ Bachmannpreisnominierte 2024 _ Gewinnerin 3sat-Preis und BKS-Bank-Publikumspreis

Johanna Sebauer _
Lesung am dritten Tag, Text „Das Gurkerl“ mit legendärem Gurkenglas am Lesetisch

Liebe Johanna, Du hast 2024 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Nervosität, Sommerhitze, Wörthersee-Wasser, großes Literatur-Klassentreffen.

Erster Tag _ Ankommen der Lesenden, Johanna Sebauer (Zweite von links)
Vor der Eröffnung _ Jury und Moderation
meet and greet _ Eröffnungsfest im ORF Garten

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Dass Literatur drei Tage lang gefeiert wird wie ein Sport-Großevent.

Das Publikum ist gespannt im vollen ORF Theater indoors und…
outdoors im ORF Garten
Johanna Sebauer vor der Lesung

Wie hast Du Deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich war ziemlich unter Strom und habe keine intensiven Erinnerungen mehr daran. Nach der Lesung musste sich das ganze Adrenalin erst einmal aus meinem Körper arbeiten, sodass ich auch der Jurydiskussion nicht besonders konzentriert folgen konnte. Ich weiß aber noch, dass Mithu Sanyal als erste die Hand hob, um etwas zu sagen, und ich mir dachte mir „Oje“. Denn aus irgendeinem Grund war ich davon ausgegangen, sie würde meinen Text nicht mögen. Das Gegenteil war zum Glück der Fall. Das hat mich dann etwas entspannt.

Johanna Sebauer, nach der Lesung

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Erstmal eine stabile Finanzierung.

Im Lesecockpit _ Lesesetting Bachmannpreis

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Toi, toi, toi und Happy Birthday!

meet und greet _ Empfang der Stadt Klagenfurt im Schloss Loretto

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Alle Fotos _ Bachmannpreis 2024 _Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig   22.3.2026

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„Warum denn keine Leberkässemmel?“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Andrea Grill, Schriftstellerin _ Wien 18.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Andrea Grill, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 2007

Liebe Andrea, Du hast 2007 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Dass sich der Juryvorsitzende lustig gemacht hat über mich, weil ich damals an Eichhörnchen geforscht habe. Beziehungsweise, wahrscheinlich hat er meine wissenschaftliche Arbeit bewundert. „Ich würde mit Frau Grill gerne über Eichhörnchen sprechen, lieber als über Texte.“ Die Hauptfigur meines Textes „Freunde“ war eine Person, die wir heute „queer“ nennen würden. Ein anderes Jurymitglied machte Witze darüber, dass die Figur die Handschuhe seiner/ihrer Mutter anzog. Die wären ihr dann doch viel zu klein. Und außerdem, darüber dass er/sie ein Käsebrot aß am Nachmittag. „Warum denn keine Leberkässemmel? Man wisse nie, wer spreche, wurde dem Text zu Last gelegt, und auch, dass nicht klar sei, ob die Hauptfigur ein Mann oder eine Frau sei.“ Ich erinnere mich spontan an eine undifferenzierte Diskussion. Daniela Strigl hatte mich eingeladen und stand ganz hinter dem Text. Doch das nützte irgendwie nichts. Manchen aus der Jury hat das nach der Diskussion leid getan. Allerdings kam es nie zu erhellenden Gesprächen, auf die ich im Vorfeld gehofft hatte, denn ich war völlig neu in der Literaturszene.

Manche Schriftstellerkolleginnen weinten nach ihrem Auftritt und den Kommentaren der Jury.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Dass er nach Ingeborg Bachmann benannt ist. Deswegen habe ich damals mitgemacht, als mir der Verlag, bei dem ich mein erstes Buch veröffentlich hatte, vorschlug, doch einen Text einzureichen. Weil ich seit meiner Kindheit begeisterte Bachmann-Leserin war, vor allem der Gedichte. Dass der Wettbewerb im Fernsehen live übertragen wird, ist auch etwas Besonderes.  Oder war es zumindest. Inzwischen gibt es so viele Live-Streams von allem Möglichen, auch von Literaturlesungen, dass sich das verändert hat. Immer noch bekommt der Bachmannwettbewerb sehr viel Aufmerksamkeit, außergewöhnlich viel für eine Literaturveranstaltung. Eine andere Besonderheit ist, dass unveröffentlichte Texte einem enorm großen Publikum vorgestellt werden. Dass deine literarische Karriere – zumindest war das einmal so – gesichert ist, wenn du ihn gewinnst.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Schlimm. Siehe oben. Ich musste mich wochenlang davon erholen.

Es war hart. Die Jury mochte den/die ungreifbare Protagonistin/en nicht. Das schmerzte mich. So geht es also Menschen, die so sind wie meine Figur, die müssen mit starken Ressentiments umgehen. Sogar wenn sie eine literarische Erfindung sind.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Ich habe mich danach richtig dafür entschieden, Schriftstellerin zu werden. und beim Schreiben nur auf mich zu hören. Das zu schreiben, was ich will. Es war wie eine Impfung. Ich wurde immun gegen Kritik unter der Gürtellinie und misogyne Bemerkungen – soweit ich da eine Immunität erreichen kann.

Der Text, mit dem ich in Klagenfurt eingeladen war, ist bis jetzt unveröffentlicht geblieben. Nur im Iran erreichte er eine gewisse Öffentlichkeit, als ich dort im Jahr 2013 zur Buchmesse nach Teheran eingeladen war. Der Text wurde von den iranischen Kolleginnen ohne mein Wissen im Vorfeld ausgewählt und in Farsi übersetzt. Sie fanden ihn online und er gefiel ihnen besser, als die Texte, die ich geschickt hatte. Besonders toll fanden sie, dass unklar ist, ob eine Frau oder ein Mann spricht, weil sich das perfekt in die persische Sprache übertragen lässt, wo sowieso nur im Kontext klar wird, ob die Stimme eine weibliche oder männliche ist.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Seit ich teilgenommen habe, hat sich viel zum Besseren gewandelt. Es gibt mehr Wertschätzung in den Diskussionen. Die Jury ist auch diverser geworden. Das Ausgestelltsein von Autor:innen, wie die Kamera dann darauf wartet, wer eine Träne vergießt, wenn die Abstimmung doch gegen ihn oder sie ausgeht, das empfinde ich allerdings sowieso irgendwie als unpassend. Vielleicht sollte so ein Bewerb von Grund auf neu gedacht werden. Irgendwie lockerer werden.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Den Teilnehmer:innen wünsche ich gute Nerven und dass sie oft im See schwimmen gehen können. Der Jury, dass sie die Lesenden so behandeln, wie sie behandelt werden wollen würden, wenn sie einen literarischen Text geschrieben hätten und dort vorlesen würden.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Andrea Grill, Schriftstellerin

Zur Person: Andrea Grill lebt als Dichterin und Schriftstellerin in Wien und Amsterdam, sie ist promovierte Evolutionsbiologin und übersetzt aus dem Albanischen und Italienischen. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, Lyrikbände, Erzählungen, Essays und Kinderbücher, zuletzt erschienen »Bio-Diversi-Was? Reise in die fantastische Welt der Artenvielfalt« (Leykam 2023) und »Seepferdchen« (Naturkunden Matthes & Seitz 2023). Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis und dem Anton-Wildgans-Preis, ihr Roman »Cherubino« (Zsolnay 2019) war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Andrea Grill – Unsere Leykam Buchverlag Autor*innen 18.6.26

gespannte Aufmerksamkeit im Publikum _
Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt _ Alter Platz
Wörthersee _ Pörtschach

Foto: Andrea Grill _ Minitta Kandlbauer

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 18.6.2026

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„an diesem Sommer-Wochenende war ich plötzlich mittendrin im „Literaturbetrieb““ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Margrit Irgang, Schriftstellerin _ Freiburg im Breisgau 18.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _    

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Margrit Irgang, Schriftstellerin _ Freiburg im Breisgau

Bachmannpreisnominierte 1985

Liebe Margrit, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Ich hatte jahrelang still vor mich hingeschrieben und ein paar Bücher veröffentlicht, und an diesem Sommer-Wochenende war ich plötzlich mittendrin im „Literaturbetrieb“. Die Mitglieder der Jury, die Journalistinnen und Journalisten und die Verlagsleute kannten einander alle; es war eine Art Betriebsausflug der Branche. Für Selbstdarstellung war ich zu introvertiert und wusste, dass meine Arbeit überzeugen musste. Die aber war genauso leise wie ich.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Jury fällt Urteile, die aus Zeitgründen nie in die Tiefe gehen können, und die Autorin, der Autor, muss diese widerspruchslos hinnehmen, während etliche TV-Kameras jede Regung ihres Gesichts einfangen. Das ist natürlich aufregender anzuschauen als eine Autorenlesung mit Leselampe und Wasserglas auf dem Tischchen. Ich wünsche mir eine Literaturvermittlung ohne Show. Aber vielleicht kauft ja der Eine oder die Andere vor den Fernsehern das Buch dieser Autorin, jenes Autors oder geht mal zum Stöbern in die Buchhandlung um die Ecke.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

1985 gab es noch Kritiker-Päpste. Die beiden berühmtesten saßen bei meiner Lesung in der Jury: Marcel Reich-Ranicki und Joachim Kaiser. Ihre Fehden waren legendär, wobei der eine mit dem Schwert, der andere mit dem Florett focht. Mich hatte Reich-Ranicki eingeladen, aber damals wurden die Wettbewerbs-Texte erst kurz vor der Lesung an die Jury verteilt, und meine Geschichte gefiel ihm dann nicht, weil die Hauptfigur ein Kind war („Ich mag keine Kinder-Geschichten“). Es war aber keine „Kinder“-Geschichte, sondern eine Geschichte über genaue Wahrnehmung. Das wiederum erkannte Joachim Kaiser, der mich schließlich wacker durch alle Wahlgänge hindurch nominierte mit dem Urteil: „Die Autorin macht aus einem Schicksal eine Melodie“. Ich bekam keinen Preis, aber etwas viel Wertvolleres: Meine Arbeit war von einem intelligenten Kritiker verstanden und gewürdigt worden.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt?

Für mich hat sich danach alles geöffnet. Ich bekam den Münchner Literaturpreis, den Förderpreis der Bayerischen Staatsregierung und wurde in die Villa Massimo eingeladen. Nach einem Band mit Erzählungen erwartete mein Verlag einen Roman von mir mit dem in Deutschland üblichen Argument: „Erzählungen verkaufen sich nicht“. (Was stimmt.) Die lange Form liegt mir aber nicht. Ich hatte schon einige Jahre Zen praktiziert, und nachdem ich mein erstes Buch über Zen geschrieben hatte, wusste ich: Das Genre „literary non-fiction“ ist meins. Mein Sound hat sich natürlich nicht geändert. Ich mache immer noch aus Schicksalen Melodien.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Ich verfolge ihn nicht mehr und kann dazu nichts sagen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Der Jury und dem Publikum möchte ich sagen: Vielleicht gefällt euch das nicht, was da vorgelesen wird, aber macht euch klar, dass vor euch ein Mensch sitzt, der jahrelang seine Kraft und sein Herz in diesen Text investiert hat. Kritik kann man auch respektvoll formulieren. Und den teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen wünsche ich die Kraft und den Mut, auf ihrem eigenen künstlerischen Weg zu bleiben.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Margrit Irgang, Schriftstellerin

Zur Person: Margrit Irgang – Aktuell 18.6.26

Website der Autorin: Margrit Irgang – Bücher

Großes Publikumsinteresse an den Lesetagen indoors _ ORF Kärnten
…und outdoors im ORF Garten

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee _ Strandbad Klagenfurt

Foto: Margrit Irgang _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 18.6.2026

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„Die Jury stellte sich als durch und durch hierarchisch gegliederte und autoritär geführte Gruppe dar“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Elfi Hartenstein, Schriftstellerin _ Regensburg/D 18.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Elfi Hartenstein, Schriftstellerin _ Regensburg/D

Bachmannpreisnominierte 1985

Liebe Elfi, Du hast 1985 am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Draußen Schönwetterstimmung, drinnen erwartungsvolles Schweigen, eher ernste Stimmung, als handelte es sich um einen Gerichtsprozess. (1985 waren die Regeln und damit die Atmosphäre nicht so locker wie jetzt!) Alles eher förmlich.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Besondere am Bachmannpreis ist – und war es früher auch – dass sich Menschen, Autorinnen und Autoren, vornehmlich aus dem deutschsprachigen Raum, gegenübertreten, die sich sonst vielleicht nie über den Weg gelaufen wären. Dass man Einsicht ins Schaffen Anderer bekommt, und vielleicht auch mit dem einen oder anderen Verlag Kontakt knüpfen kann.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ein freundliches, interessiertes Publikum; ich war nicht aufgeregt, weil mir klar war, dass ich als Kandidatin von Ingeborg Drewitz keinen Blumentopf gewinnen würde; eine Jurydiskussion, die ganz auf die beiden Platzhirsche Reich-Ranicki und Kaiser zugeschnitten war, die mit verteilten Rollen spielten – wenn der Eine einen Text lobte, hielt der Andere dagegen – ein ziemlich abgekartetes Spiel (Reich-Ranicki sagte z.B. „aber den Besten haben wir noch gar nicht gehört“ – er meinte Hermann Burger). Die Jury stellte sich als durch und durch hierarchisch gegliederte und autoritär geführte Gruppe dar. Ich habe das als Zirkus empfunden und mich amüsiert. Die Preisverleihung? Na ja, wie eine Preisverleihung halt abläuft.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt?

Ich glaube, für mich hat sich nichts verändert. Es hatte ja keine Kritik an meinem Stil gegeben. Und nach dem Ausspruch von Reich-Ranicki: „So eine begabte Frau, aber immer die falschen Themen …!“ wagte sich ohnehin kein für mich neuer Verlag an mich heran. 

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Ich kann da keine Ratschläge geben. Die Öffnung nach außen und die ganze Umorganisation (z.B. dass die Texte schon im Vorhinein an die Jurymitglieder verteilt werden, was 1985 noch nicht der Fall war) hat dem Ganzen gut getan und es demokratischer gemacht. Die größere Nähe zum Publikum tut gut.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Die Videovorstellungen finde ich nicht so gut, weil sie davon abhängen, wie fotogen und interessant sich jemand präsentieren kann, was ja nicht  unbedingt etwas über seine Schreibe aussagt. Aber insgesamt soll es auf jeden Fall weitergehen, und die neuen jungen AutorInnen ihren eigenen Stil einbringen.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Elfi Hartenstein, Schriftstellerin

Zur Person: Elfi Hartenstein Autorin, Schriftstellerin, Übersetzerin, Seminare 18.6.26

Website der Autorin: Elfi Hartenstein Autorin, Schriftstellerin, Übersetzerin, Seminare

Bachmannpreis _ ORF Studio Kärnten

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Bachmannpreisgründer und langjähriger Juror, Autor und Journalist _  Humbert Fink
Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Rizzibrücke _ Klagenfurt/Lendkanal
Abendstimmung _ Wörthersee

Foto: Elfi Hartenstein _ privat

Foto: Humbert Fink _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 18.6.2026

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„Vier Tage lang geht es mit großem Engagement ums Schreiben – wo hat man das schon mal?“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Annette Mingels, Schriftstellerin _ Sausalito/USA 18.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Annette Mingels, Schriftstellerin _ Sausalito/USA

Bachmannpreisnominierte 2006

Liebe Annette, Du hast 2006 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Meine ersten Erinnerungen daran sind die gemeinsamen Essen mit vielen alten und neuen  Bekannten aus dem Literaturbetrieb, das gespannte Zuhören im Wettbewerb, die Aufregung vor dem eigenen Auftritt.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Besondere am Bachmann-Wettbewerb ist für mich, dass die Literatur im Zentrum steht. Vier Tage lang geht es mit großem Engagement ums Schreiben – wo hat man das schon mal?

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Das Lesen selbst hat mir Spaß gemacht. Schwieriger fand ich es, an den Punkten der anschließenden Diskussion zu schweigen, an denen ich merkte, jetzt geht es  weniger um meinen Text als um die Selbstprofilierung des Jurors.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Das ist schwer zu sagen. Ich habe mehr Aufmerksamkeit bekommen, das sicher. Und das anschließende Buch wurde häufiger besprochen. Aber auf lange Sicht sehe ich da keinen sehr großen Effekt. Das wäre sicher anders gewesen, wenn ich einen Preis gewonnen hätte.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Zukunft?

Der Bachmann- Wettbewerb braucht weiterhin die Aufmerksamkeit der Medien, glaube ich. Ohne die Fernsehübertragung und ohne Rezeption im Feuilleton würde er eine marginale Rolle spielen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Genießt die Zeit in Klagenfurt, vor allem die Begegnungen mit anderen AutorInnen, und betrachtet die Aussagen der JurorInnen als das, was sie sind: subjektive Einschätzungen, keine sakrosankten Wahrheiten. Und natürlich: Geht im Wörthersee baden!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Annette Mingels, Schriftstellerin

Zur Person: Annette Mingels wurde 1971 in Köln geboren. Sie studierte Germanistik, Linguistik und Soziologie in Frankfurt, Köln, Bern und Fribourg und schloss mit einer Promotion in Germanistik ab. Von 1997 bis 2009 lebte sie in der Schweiz; neben der deutschen besitzt sie die schweizerische Staatsbürgerschaft. In der Schweiz hatte sie Lehraufträge an den Universitäten Neuenburg und Fribourg, außerdem am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Von 2009 bis 2011 lebte sie in Montclair (USA), anschließend in Hamburg. Von 2018 bis 2021 lebte sie in San Francisco, seitdem bei Berlin. Sie ist mit dem SPIEGEL-Redakteur Guido Mingels (geb. Egli) verheiratet und hat mit ihm drei Kinder.

Für ihre Bücher erhielt Annette Mingels zahlreiche Stipendien und Werkbeiträge. Für ihr Buch “Was alles war” (Knaus, 2017) außerdem den Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag. Biographie — Annette Mingels 18.6.26

Website der Autorin: Annette Mingels

Bachmannpreis _ ORF Studio Kärnten

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Bachmannpreis-Empfang der Stadt Klagenfurt _ Schloss Loretto/Wörthersee

Foto: Annette Mingels _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 18.6.2026

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„Oneiroi“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Barbara Deissenberger, Schriftstellerin _ Wien 18.6.2026

Undine geht _
Barbara Deissenberger, Schriftstellerin  _ Wien _ performing _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ Wien/10_23 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961)  _

Walter Pobaschnig, folgende
Barbara Deissenberger _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien 19.1.2026 _
Undine geht, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text&Performance _ Barbara Deissenberger, Schriftstellerin  _ Wien

Performance _ durch die Jahreszeiten _ Donau/Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig


INGEBORG


Innere

Narben

Günstigen

Elysische

Blütenlese

Oneiroi

Riefen

Göttliches


Barbara Deissenberger, 29.1.2026

Undine geht _
Barbara Deissenberger, Schriftstellerin  _ Wien _ performing _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ Wien/10_23 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961)  _

Walter Pobaschnig
Barbara Deissenberger _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien 19.1.2026 _
Undine geht, Ingeborg Bachmann, 1961 _
Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina spielt in Wien, ebenso nehmen viele Gedichte darauf Bezug.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Barbara Deissenberger, Schriftstellerin  _ Wien 

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Undine geht _ Jahreszeitenperformance _ Barbara Deissenberger _ Donau/Wien 10/23 und 1/26  Walter Pobaschnig.
Undine geht, Ingeborg Bachmann, 1961 _

Walter Pobaschnig, 29.1.26

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