Liebe Ann Marien, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesverlauf ist stark strukturiert und doch gleicht, vom Inhalt her, kein Tag dem anderen.Aufstehen, sehr früh, ohne Wecker, Kaffee !!!Gedanken sortieren. Das Große und Ganze nicht aus den Augen verlieren und trotzdem die kleinen Dinge erkennen und sehen. Mit meinen Hunden spazieren gehen.Dann mein Beruf / Berufung, 40 Stunden die Woche.
Feierabend, kurz innehalten. Meinem Enkel gehört die nächste Zeit und dann zum Abend gehe ich wieder mit meinen Hunden spazieren.Kaum habe ich mich umgeschaut ist der Tag zu Ende.Samstag wird alles erledigt, was in der Woche liegen geblieben ist und der Sonntag gehört ganz mir.
Ann Marien, Autorin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Achtsamkeit, Geduld, Liebe, Weltfrieden, Respekt und Achtung Anderen gegenüber.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wesentlich sind Informationen, mit Ihnen in den Austausch gehen, die Verarbeitung und die Freude.
Seit über 10 Jahren arbeite ich im psychiatrischen Versorgungssystem bei einem freien Träger und betreue psychisch kranke erwachsene Menschen. Es gibt viele Menschen, die aus dem normalen Leben geworfen werden. Sie verlieren ihr Gleichgewicht. Sie sind „verrückt“.
Jeder Mensch hat seine eigenen Gedanken, Sichtweisen, Ängste, Wünsche, Träume, aber wie fasst man Diese in Worte?Viele Menschen wissen nicht, wie sie das was in ihrer Seele passiert, anderen Menschen gegenüber mitteilen können.
Die Literatur, die Kunst gibt die Möglichkeit seinem Sein, seinen Gefühlen freien Raum zu geben. Mir selbst hat das Schreiben geholfen, aus einem Burnout, aus einer Krise zu entkommen. Ich konnte so meine Vergangenheit aufarbeiten, mich selbst kennenlernen und verstehen, warum ich so bin wie ich bin.
Was liest Du derzeit?
Ich lese täglich zwischen den Zeilen und tauche ein in faszinierende Lebensgeschichten.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Es ist wie es ist. Wer weiß, wozu es gut ist.
Vielen Dank für das Interview, liebeAnn, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Ann Marien, Autorin
Zur Person/über mich:Ann Marien, 1965 in Berlin geboren
2012 Burnout, in diesen Zusammenhang das Buch ( 1000 Gedanken ) geschrieben.
Jetzt tätig als Sozialarbeiterin bei einem freien Träger im psychischen Versorgungssystem.
Aktuelles Buch von Ann Marien:
„“Das Leben ist eine einzige Herausforderung. Wenn Sie glauben, es verläuft glatt und reibungslos, irren Sie sich, oder Sie machen sich etwas vor. Es gibt jeden Tag neue Hindernisse. Niemand wacht morgens auf, ohne dass er irgendein Problem hat, ob körperlich, geistig, auf der Gefühlsebene oder spirituell. Akzeptieren Sie die Tatsache, dass Sie manchmal vor Hürden stehen. Das geht jedem so.”
Eine wahre Geschichte, eine Lebensgeschichte, die uns zeigt, dass es nie zu spät ist sein Leben zu ordnen, um zu erkennen, wie lebenswert das Leben für einen ist. Jedes Leben ist eine Reise voller Herausforderungen, die uns prägen. Unsere Existenz besteht nicht aus reibungslosen Wegen, sondern aus Mut, Hindernisse zu überwinden, um sich selbst zu finden.“
Lieber Klaus Brinkbäumer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Geprägt wird der Tagesablauf durch meinen Sohn Alexej, der gerade seinen ersten Schultag hatte; die ganze kleine Familie muss die disziplinierte Ernsthaftigkeit am frühen Morgen noch ein bisschen üben. Dann schreibe ich einige Stunden lang. Und am Nachmittag kümmere ich mich um Film- oder Podcast-Projekte, und dann möchte meistens mein Sohn spielen. (Nein, er will immer spielen.) Anders sind natürlich die Tage, an denen ich mit Rieke Havertz den Podcast OK, America? moderiere oder mit Kim Fisher die Talkshow Riverboat, denn beides braucht Konzentration und Sorgfalt.
Klaus Brinkbäumer, Autor
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Diese Frage ist sehr groß, und ich möchte mir nicht anmaßen, für uns alle zu antworten. Wünschen würde ich mir mehr Integrität und Teamgeist, echten gesellschaftlichen Zusammenhalt also, und dann eine Konzentration auf jene Dinge, die wir beeinflussen und ändern können und die wichtig oder sogar lebenswichtig sind.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?
Ja, das stimmt, ich glaube auch, dass wir gerade von Gewissheiten und Gewohnheiten Abschied nehmen, von Sicherheiten und Wahrheiten, die lange galten. Wichtig ist, dass wir uns nicht ablenken lassen durch Lärm und Banales, oder auch, dass wir uns ein Gerüst der Normen und Werte und den Glauben an diese so anstrengende wie wundervolle Demokratie erhalten. Wissenschaft liefert Erkenntnisse und bestenfalls Wahrheiten, Kunst liefert Erkenntnis und kann Wege weisen.
Was liest Du derzeit?
„The Identity Trap“ von Yascha Mounk, auf Deutsch „Im Zeitalter der Identität“ (bei Klett-Cotta).
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Das wird jetzt etwas länger, aber schön. Bruce Springsteen über das Schreiben: „I’m a soul miner. So I’m down in the mine and I’m chipping away. And very often I’m getting nothing, nothing, nothing — more often than not. Nothing, nothing, nothing. And then you hit a vein. And when you hit that vein, Bang! Things come pouring out. And you’ve struck some gold, musical gold. And then you’ll play through that vein. And then you’re back. Nothing, nothing, and you’re looking for another vein.“
Vielen Dank für das Interview, lieberKlaus, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buch-, Kulturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Autoren*innen:Klaus Brinkbäumer _ Autor, Filmemacher, Moderator und Kolumnist.
Zur Person/über mich:Klaus Brinkbäumer war von 2015 bis 2018 Chefredakteur des SPIEGEL. Er gewann u.a. den Egon Erwin Kisch-Preis sowie den Henri-Nannen-Preis. Zwischen 2021 und 2024 hatte er die Programmleitung des MDR inne. Heute arbeitet er als Moderator, Autor, Filmemacher und Kolumnist. Von ihm erschienen zuletzt die beiden SPIEGEL-Bestseller «Im Wahn. Die amerikanische Katastrophe» (zus. mit Stephan Lamby, C.H.Beck, 2020) und «Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben: Die Weisheit der Hundertjährigen. Eine Weltreise» (zus. mit Samiha Shafy, S. Fischer, 2019)
Aktuelles Buch von Klaus Brinkbäumer:
Brinkbäumer, Klaus, Zeit der Abschiede. Sieben Jahre des Loslassens und Wiederfindens. C.H.Beck Verlag
„Es gibt eine Zeit im Leben, in der sich die Abschiede häufen: von Träumen, Gewissheiten und von Freunden – und vor allem von jenen Menschen, die uns geprägt und am längsten begleitet haben, unseren Eltern. Klaus Brinkbäumer schildert in diesem sehr persönlichen Buch seine sieben Jahre des Abschieds.
Viele von uns haben diese Lebensphase vor oder hinter sich oder stecken mittendrin: Das Gefühl, dass alles im Leben weitergehe wie bislang, löst sich auf. Die alten Eltern werden krank oder dement, kommen ins Heim, vereinsamen, leiden, sterben. Die Generation der Söhne und Töchter, selbst schon in den Fünfzigern und Sechzigern, fühlt sich in der Pflicht, ist aber unsicher, wie diese zu erfüllen ist. Der eigene Nachwuchs verlässt das Haus und geht seiner Wege. Freundschaften enden ohne Erklärung, die politische Welt und mit ihr die Gesellschaft wandeln sich rasant und der Beruf, in dem wir jahrzehntelang erfolgreich und zuhause waren, bricht plötzlich weg. Klaus Brinkbäumer ergründet mit großer Ehrlichkeit diesen Bruch in seinem Leben, diese sieben Jahre der Trauer und der Verluste, in denen er loslassen muss. Er erlaubt sich Gefühle, die ihm zuvor in dieser Intensität fremd waren. Und er erfährt das Glück zweier Kinder, zweier Umzüge nach New York und zurück und letzter Gespräche mit den Eltern – eine Chance, loszulassen und sich selbst wiederzufinden.“ Presse _ Verlagstext
Liebe Laura Dee, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tag beginnt damit, dass ich zur Schule fahre. Seit kurzem arbeite ich dort wieder und jongliere nun zwischen Klassenzimmer, Proben, Konzerten und allem Organisatorischen rund um mein Album. Es ist ein ständiges „unter einen Hut kriegen“, und trotzdem freue ich mich, beides leben zu dürfen: die Arbeit mit jungen Menschen und meine Musik.
Laura Dee, Musikerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ganz wichtig scheint mir: Die Balance zwischen dem „Was tue ich für mich“ und „Was mache ich für die Gesellschaft?“ zu finden, über den Tellerrand zu schauen, internationale Kontakte zu pflegen und Europa zusammenzuhalten. Wir brauchen Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, über Grenzen hinweg gemeinsam an einer Zukunft zu bauen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Wesentlich wird sein, dass wir mutig bleiben und uns gegenseitig zuhören. Musik und Kunst sind für mich dabei wie Brücken – sie verbinden Menschen, lassen uns Emotionen teilen und machen sichtbar, dass wir mehr sind als nur unsere Alltagspflichten. Sie sind oft der Anfang für Begegnungen, die sonst nicht stattfinden würden.
Was liest Du derzeit?
Gerade lese ich das Curriculum der neuen Schule – sehr praktisch, aber nötig! Zwischendurch schaue ich in die Mails meiner Freunde und Fans, die mir immer wieder Energie und Freude geben – und scrolle durch Instagram. Das Buch meiner Mutter „Hinter dem Seidenhimmel spannt sich die flockige Nacht wie Zunder“ über die Afrikareisende Erica de Bary lese ich immer wieder an, aber ich habe zu viel zu tun und kann mich schlecht enspannen. Das möchte ich irgendwann wieder können!
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„On ne voit bien qu’avec le cœur. L’essen el est invisible pour les yeux.“ (SaintExupéry) – Auch Musik sieht man nicht, aber sie erinnert uns an das, was wirklich zählt.
Da mein neues Album „Courageuses“ (mutige (Frauen)) heißt hier mein
Akrostichon zum Titel:
Courage! (Mut!)
Ose
(Wage)
Urgemment (Dringend)
Rampenlicht,
Akkorde,
Gentillesse. (Freundlichkeit)
Elles (Sie
Utilisent. (Verwenden)
splendeur , (Großar gkeit)
élegance (Eleganz)
sentiment (Gefühl)
Herzlich,
Laura Dee
Vielen Dank für das Interview, liebeLaura, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Laura Dee _ Musikerin, Sängerin, Chansonnière, Komponistin
Zur Person/über mich: Laura Dee ist eine deutsche Chansonnière, Pianistin und Sängerin. Sie studierte Klavier und Gesang in Freiburg und tritt regelmäßig in Deutschland und Frankreich auf. Mit ihrem Projekt „Courageuses“ setzt sie sich für die Sichtbarkeit der französischen Sprache und Musik in Deutschland sowie für mutige Frauen ein.
Aktuelles Crowdfunding-Projekt: Laura Dee startet ihre Album-Tournee mithilfe von Startnext: https://www.startnext.com/courageuses Das Projekt unterstützt die Tournee zu ihrem neuen Album „Courageuses“, die Sichtbarkeit von französischer Sprache und Musik in Deutschland sowie die Förderung von Frauen in der Musik. Einige Goodies beinhalten signierte CDs, Konzertkarten und persönliche Dankeschöns.
Bei „Akrostichon Give Peace a Chance Nummer 2“ habe ich einfach versucht, einen möglichst „normalen“, ganz unauffälligen Satz zu machen. Dabei ist dann das hier herausgekommen:
G ehe
I ch
V or
E inem
P rotagonisten
E rstmalig
A uf
C horeografiert
E r
A usgerechnet
C harleston,
H üpferei
A uf
N agelneuen
C rescendi –
E kstase!
Dadurch habe ich mit der Herangehensweise wie mit dem Ergebnis illustriert, wie lebenswichtig das Überraschungsmoment beim Schreiben ist – ohne dass ich das vorher geplant hatte.
Anna Sanner, 8.9.2025
Anna Sanner, Schriftstellerin
GIVE PEACE A CHANCE
Anna Sanner, Schriftstellerin
Zur Person/über mich:Anna Sanner, geboren 1980 in Hannover, studierte Japanologie in Schottland und Japan, sowie Dolmetschen und Übersetzen in England und verbrachte sechs Jahre in Japan. Seit 2012 lebt sie mit ihrer Familie in Hannover und arbeitet freiberuflich als Dolmetscherin, Übersetzerin und Autorin. Sie veröffentlicht Gedichte, Essays, Kurzgeschichten und Memoiren. 2019 erhielt sie den dritten Platz beim Bonner Literaturpreis, 2021 das „Translasien“-Stipendium der Universität Heidelberg und des Deutschen Übersetzerfonds für Übersetzende ostasiatischer Sprachen, und 2025 den JLPP-Literaturübersetzerpreis des Japanischen Kultusministeriums für Moderne Literatur.
2022 erschien der erste Teil ihrer Japan-Memoiren:“ Wie man in Japan Ninja wird“ beim Reisedepeschen Verlag, im Herbst 2025 _ 15.9. _ folgt der nächste Teil: „Wie man in Japan Go-go-Girl wird“ (Reisedepeschen, 2025).
„Ein persönlicher, humorvoller Erfahrungsbericht über das Leben einer deutschen Lehrerin in Japan, die nachts als Go-go-Girl auf der Bühne steht – zwischen Kulturschock, Selbstfindung und dem Mut, eigene Wege zu gehen.“ Pressetext/Verlag
Ich finde das Akrostichon „Give Peace a Chance“ eine schöne Initiative. Besonders präsent ist dieses Thema für mich jedes Jahr im August, denn in diesem Monat sind 1945 (das ist jetzt genau 80 Jahre her) von Amerikanern zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki geworfen worden. Hiroshima ist mir besonders nah, da es die Partnerstadt meiner Geburts- und Heimatstadt Hannover ist. Ich habe bereits als Jugendliche dort mit dem Mädchenchor Hannover an einem Friedenskonzert teilgenommen und die Stadt auch danach mehrmals besucht – ein guter Freund aus Japan wohnt mit seiner Familie dort. Außerdem dolmetsche ich regelmäßig für Delegationen aus Hiroshima hier in Hannover. Kürzlich habe ich auch ein Manga übersetzt, in dem die Enkelin einer Atombombenüberlebenden aus Hiroshima die Geschichte ihrer Großmutter und die eines Militärarztes erzählt. Es erscheint im September 2025 bei Splitter Manga+ unter dem Titel „An jenem Tag in Hiroshima: Ein Mädchen und ein Arzt erzählen“. In Hannover wird jedes Jahr am 6. August um 8.15 Uhr, dem Zeitpunkt des Atombombenabwurfs über Hiroshima, die Friedensglocke in der Aegidienkirche geläutet, die Hannover von Hiroshima geschenkt bekommen hat. Diese Kirche ließ man in Hannover absichtlich in Ruinenform stehen, als Mahnmal der Kriegszerstörung. Zusätzlich zur Erinnerung an die Atombombenkatastrophen in Japan ist der August für mich vom Mutterwerden und von der Geburt meiner beiden Kinder geprägt, denen ich von Herzen eine friedliche Zukunft wünsche.
In diesem Sinne habe ich das Akrostichon „Give Peace a Chance Nummer 1“ geschrieben. Ich habe dabei die Devise verfolgt, nicht zu viel nachzudenken und mich so instinktiv, unter Miteinbeziehung der zeitgeistigen Schwingungen, dem Thema „Give Peace a Chance“ anzunehmen. Natürlich muss man dann letztendlich doch nachdenken, nachdem die ersten Impulse geboren sind – sie ver- und bearbeiten, damit etwas „Vernünftiges“ dabei herauskommt. Aber ich folge allgemein lieber dem Zen-Prinzip und strebe Kommunikation „von Herz zu Herz“ an, anstatt von Kopf zu Kopf. Das Austauschen intellektueller Codes und nerdiger Ideen kann schon Spaß machen, aber letzten Endes ist mir menschliche Annäherung beim Schreiben wichtiger und lieber als intellektuelle. Außerdem kommt meiner Erfahrung nach nicht so viel Gutes dabei heraus, wenn man versucht, beim Schreiben besonders clever, extra kreativ oder möglichst geheimnisvoll zu sein.
“Akrostichon Give Peace a Chance Nummer 1”
G egenseitig
I nnehalten
V or
E inigkeit
P rickelnde
E igenheiten
A ufsaugen
C hancen
E rkennen
A n
C hamäleons
H ingabe
A nknüpfen
N eue
C höre
E rwecken
Anna Sanner, 8.9.2025
Anna Sanner, Schriftstellerin
GIVE PEACE A CHANCE
Anna Sanner, Schriftstellerin
Zur Person/über mich:Anna Sanner, geboren 1980 in Hannover, studierte Japanologie in Schottland und Japan, sowie Dolmetschen und Übersetzen in England und verbrachte sechs Jahre in Japan. Seit 2012 lebt sie mit ihrer Familie in Hannover und arbeitet freiberuflich als Dolmetscherin, Übersetzerin und Autorin. Sie veröffentlicht Gedichte, Essays, Kurzgeschichten und Memoiren. 2019 erhielt sie den dritten Platz beim Bonner Literaturpreis, 2021 das „Translasien“-Stipendium der Universität Heidelberg und des Deutschen Übersetzerfonds für Übersetzende ostasiatischer Sprachen, und 2025 den JLPP-Literaturübersetzerpreis des Japanischen Kultusministeriums für Moderne Literatur.
2022 erschien der erste Teil ihrer Japan-Memoiren: “ Wie man in Japan Ninja wird“ beim Reisedepeschen Verlag, im Herbst 2025 _ 15.9. _ folgt der nächste Teil: „Wie man in Japan Go-go-Girl wird“ (Reisedepeschen, 2025).
„Ein persönlicher, humorvoller Erfahrungsbericht über das Leben einer deutschen Lehrerin in Japan, die nachts als Go-go-Girl auf der Bühne steht – zwischen Kulturschock, Selbstfindung und dem Mut, eigene Wege zu gehen.“ Pressetext/Verlag
Liebe Anna Sanner, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?
Ich wecke unseren Sohn auf, mache ihm Frühstück und „Raupenfutter“ und bringe ihn in den Kindergarten, während mein Mann meiner Tochter hilft, sich für die Schule startklar zu machen und gut loszukommen. Danach mache ich Wäsche und andere alltägliche Haushaltsaufgaben. Dann arbeite ich. Das kann darin bestehen, zu einem Dolmetscheinsatz zu fahren oder aber, wie meistens, darin, am Schreibtisch zu arbeiten – an Übersetzungen und, wenn die Seele drängt und Zeit und Geld es zulassen, an eigenen Werken. Danach Willkommenheißen meiner Tochter nach der Schule, Kümmern um alles Mögliche (Stichwort Sorgearbeit und mentale Belastung), Abholen meines Sohnes und Beschäftigung mit den Kindern. Abends bringe ich unseren Sohn ins Bett, während mein Mann unsere Tochter ins Bett bringt. Danach ist, falls die Energie noch ausreicht, vor dem Schafengehen noch ein wenig Zeit für Lesen und andere Genüsse.
Anna Sanner, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Anerkennen, dass jeder etwas anderes wichtig findet, dies respektieren, miteinander reden, einander zuhören, mild zu anderen, streng zu uns selbst sein, und unser Bestes geben, zu einem harmonischen Miteinander beizutragen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
In Kunst und Literatur sollten wir ehrlich miteinander darüber kommunizieren, wer wir sind und was für Erfahrungen uns auf welche Weise geprägt haben. Dadurch können wir zu uns selbst und zueinander finden, und uns gesellschaftlich und persönlich auf den richtigen Weg machen.
Was liest du derzeit?
So We Look to the Sky, die englische Übersetzung meiner Freundin Polly Barton von Misumi Kubos Roman ふがいない僕は空を見たfugainai boku ha sora wo mita – ein berauschendes Buch über die Frage: Was macht die Lust mit uns, und was machen wir mit ihr?
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?
Schreibe von Herz zu Herz, nicht von Kopf zu Kopf.
Vielen Dank für das Interview, liebeAnna, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Anna Sanner, Schriftstellerin
Zur Person/über mich:Anna Sanner, geboren 1980 in Hannover, studierte Japanologie in Schottland und Japan, sowie Dolmetschen und Übersetzen in England und verbrachte sechs Jahre in Japan. Seit 2012 lebt sie mit ihrer Familie in Hannover und arbeitet freiberuflich als Dolmetscherin, Übersetzerin und Autorin. Sie veröffentlicht Gedichte, Essays, Kurzgeschichten und Memoiren. 2019 erhielt sie den dritten Platz beim Bonner Literaturpreis, 2021 das „Translasien“-Stipendium der Universität Heidelberg und des Deutschen Übersetzerfonds für Übersetzende ostasiatischer Sprachen, und 2025 den JLPP-Literaturübersetzerpreis des Japanischen Kultusministeriums für Moderne Literatur.
2022 erschien der erste Teil ihrer Japan-Memoiren: „Wie man in Japan Ninja wird“ beim Reisedepeschen Verlag, im Herbst 2025 _ 15.9. _ folgt der nächste Teil: „Wie man in Japan Go-go-Girl wird“ (Reisedepeschen, 2025).
„Ein persönlicher, humorvoller Erfahrungsbericht über das Leben einer deutschen Lehrerin in Japan, die nachts als Go-go-Girl auf der Bühne steht – zwischen Kulturschock, Selbstfindung und dem Mut, eigene Wege zu gehen.“ Pressetext/Verlag
Iris Martina Martin ist in Freiburg i.Br. geboren. Sie hat Deutsche Philologie, Philosophie und Kommunikationswissenschaft studiert. Ihre Magisterarbeit beschäftigt sich mit dem Komischen in Thomas Bernhards „Die Billigesser“. Nach dem Studium war sie an verschiedenen deutschen Bühnen als Regieassistentin tätig. Dann absolvierte sie eine Fortbildung zur PR-Referentin. Sie lebte bislang überwiegend in Hamburg, wo sie rund zwanzig Jahre als Texterin, Ghostwriter und freie Journalistin arbeitete. Seit rund zehn Jahren unterrichtet sie Deutsch als Fremdsprache. Heute lebt sie in Kiel und widmet sich ihrer Leidenschaft, dem fiktionalen Schreiben. Neben Romanen schreibt sie Novellen, Theaterstücke und Lyrik.
Aktuelles Buch von Iris Martina Martin: Iver. Roman.
Ein atmosphärisch dichtes m/m Beziehungsdrama mit Crime-Elementen.
In der Einsamkeit der norwegischen Wälder arbeitet Iver als Pilot für einen Technologiekonzern. Eines Tages lernt er bei einem Auftrag Sander, einen der Firmengründer, kennen. Sie verlieben sich fast auf den ersten Blick. Doch Sander hat ein dunkles Geheimnis, und ihre leidenschaftliche Beziehung basiert von Anfang an auf einer Lüge. Denn der weltgewandte Tatmensch Sander kann nicht glauben, dass der träumerische Iver seinen wahren Charakter akzeptieren kann. Erst Jahre später entdeckt Iver die ganze Wahrheit über seinen Freund. Und auch Sander steht noch eine Überraschung bevor…
Der zweite Teil des Romans spielt in Brasilien, wo die Firma eine Niederlassung aufbaut. Die Helden bewegen sie sich einerseits in Sanders Welt, der Welt der Technologiewirtschaft, Korruption und des Verbrechens. Andererseits entdecken sie aber auch Ivers Welt. Sie erleben die Faszination einer großartigen Natur, reisen an den Amazonas und zum Fujijama und lernen von der Mystik und Weisheit der Kulturen.
Das Grundthema des Romans sind mangelnde Offenheit sowie falsche Erwartungen und Erwartungserwartungen, die eine leidenschaftliche Beziehung bedrohen. Schuldgefühle auf der einen und Verlustängste auf der anderen Seite erschweren den Liebenden eine offene Kommunikation. Daneben bildet die Auseinandersetzung der Figuren mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen und Grundwerten ein durchgehendes Thema der Geschichte.
Iver. Roman. Iris Martina Martin.
207 S., Taschenbuch, 12,85×19,84, 11,99 €
ISBN 979-8297361980
198 S., eBook, 8,99 € (Kindle) Mit Leseprobe auf Amazon.
Liebe Iris Martin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe sehr früh auf, trinke Kaffee. Dann schreibe ich. Je nachdem, wie lange ich Zeit habe, so etwa zwei bis fünf Stunden. Dann leite ich einen Deutschkurs. Ich unterrichte Deutsch als Fremdsprache. Danach gehe ich oft spazieren oder fahre mit dem Rad nach Hause. Im Sommer schwimme ich so oft wie möglich. Ich liebe das Meer! Später übe ich Klavier. Das ist eine Meditation. Und abends treffe ich Leute, telefoniere, lese, sehe einen Film, eine Oper, ein Ballett. Ich erinnere mich nicht, wer das gesagt hat: „Ich habe es mit der Realität versucht. Es gibt Besseres.“ Ich würde zumindest so weit gehen zu sagen, dass die Realität nur einen Teil meines Lebens ausmacht.
Iris Martina Martin, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich denke, dass es wichtig ist, sich darüber klar zu sein, dass wir tatsächlich etwas tun können. Nichts bleibt, wie es ist. Auch wenn es an einem Tag so scheint, als ob wir keine Chance hätten, auch nur gehört zu werden, kann es einige Zeit später ganz anders aussehen. Dinge ändern sich, und plötzlich gibt es eine Chance. Bereit sein. Beharrlichkeit.
Um Kraft zu schöpfen, können wir uns darauf besinnen, was wir haben. Wir können immer wieder innehalten, um die Kostbarkeit des Lebens zu fühlen. Ich halte es für wichtig, dass wir uns darüber klar sind, dass wir die Fähigkeit zur Sublimation haben, d.h. negative seelische Energie in positive zu verwandeln. Eine erstaunliche Fähigkeit. Aber sicher ist nicht für alle Menschen das Gleiche wichtig. Vielleicht ist es nicht einmal wichtig, sich darüber klar zu sein, was einem wichtig ist. Nicht um glücklich zu sein, wenn es das ist, worum es geht. Es gibt so eine Art unbewussten Glücks.
Wenn ich Dinge als schwer empfinde, sage ich mir, dass uns Milliarden Jahre der Evolution genau darauf vorbereitet haben, und sicher nicht darauf, dass es leicht ist. Es war niemals leicht. Viele sind untergegangen. Aber jeder einzelne unserer zahllosen Vorfahren hat die Fackel des Lebens weitergereicht. Mir hilft dieser Gedanke seltsamerweise. Aber ich kann mir leicht vorstellen, dass ein anderer dazu nur sagt: „Aha.“
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Besonnenheit und Klugheit werden ganz besonders wichtig sein. Ich halte es in dieser Situation für gefährlich, einfach nur Gefühlen zu folgen. Jede unserer Handlungsoptionen muss bis zum Ende durchdacht sein. Wie leicht lassen sich Feindbilder aufbauen. Wie leicht kann man Menschen manipulieren, wenn sie Dinge nicht zu Ende denken.
Wir sollten nicht naiv sein, aber auch nicht meinen, dass ganz klar ist, was passiert. Wir sollten die Perspektiven der anderen verstehen. Wir sollten jede Möglichkeit nutzen und vor allen Dingen an den Frieden glauben. Wir sollten uns nicht auf unsere Führer verlassen, sondern uns selbst ein Bild machen. Vielleicht haben sie eigene Ziele. Vielleicht haben sie den Überblick längst verloren.
Laut sein, nachdrücklich und beharrlich immer wieder sagen, dass wir Frieden wollen. Widersprechen, Diskutieren, Angebote machen, auch und besonders Zuhören sind wichtig. Auch Vorstellungsvermögen. Manchmal denke ich, dass vielen Menschen gerade das fehlt. Die Toten sind dann nur noch Zahlen. Vielleicht brauchen wir die Fähigkeit, das unermessliche Leiden auf der Welt auszublenden. Aber wir sollten uns doch zumindest noch daran erinnern, dass wir es ausblenden.
Die Kunst erweitert Perspektiven. Sie hilft dabei, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Über den Bezugsrahmen hinauszugehen. Sie hilft dabei neue Lösungswege zu entdecken, andere Möglichkeiten aufzuzeigen. Kunstwerke sind auch Gedankenexperimente. Was wäre, wenn…? Und muss es überhaupt so sein, wie es ist? Die Kunst macht uns glücklich und positiv und liebevoll. Sie gibt uns Hoffnung, Energie und Freude.
Was liest Du derzeit?
Virginia Woolf: Between the Acts.
Diese begnadete Schriftstellerin ist eine Meisterin darin, den Moment des Glücks inmitten eines Meers von Angst und Unsicherheit einzufangen und für ihre Leser*innen erlebbar zu machen. Ob es sich lohnt? Wer fragt danach?
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ein Mann in Kalkutta hat ein Kinderheim gegründet, in dem er 25 obdachlosen Waisenkindern ein Zuhause gab. Man fragte ihn, was für einen Unterschied das mache, 25 Kinder von 10.000. Darauf sagte er: „Für die 10.000 macht es keinen Unterschied, wohl aber für die 25.“
Vielen Dank für das Interview, liebeIris, Schriftstellerin,viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Iris Martina Martin, Schriftstellerin
Zur Person/über mich: Iris Martina Martin ist in Freiburg i.Br. geboren. Sie hat Deutsche Philologie, Philosophie und Kommunikationswissenschaft studiert. Ihre Magisterarbeit beschäftigt sich mit dem Komischen in Thomas Bernhards „Die Billigesser“. Nach dem Studium war sie an verschiedenen deutschen Bühnen als Regieassistentin tätig. Dann absolvierte sie eine Fortbildung zur PR-Referentin. Sie lebte bislang überwiegend in Hamburg, wo sie rund zwanzig Jahre als Texterin, Ghostwriter und freie Journalistin arbeitete. Seit rund zehn Jahren unterrichtet sie Deutsch als Fremdsprache. Heute lebt sie in Kiel und widmet sich ihrer Leidenschaft, dem fiktionalen Schreiben. Neben Romanen schreibt sie Novellen, Theaterstücke und Lyrik.
Aktuelles Buch von Iris Martina Martin: Iver. Roman.
Ein atmosphärisch dichtes m/m Beziehungsdrama mit Crime-Elementen.
In der Einsamkeit der norwegischen Wälder arbeitet Iver als Pilot für einen Technologiekonzern. Eines Tages lernt er bei einem Auftrag Sander, einen der Firmengründer, kennen. Sie verlieben sich fast auf den ersten Blick. Doch Sander hat ein dunkles Geheimnis, und ihre leidenschaftliche Beziehung basiert von Anfang an auf einer Lüge. Denn der weltgewandte Tatmensch Sander kann nicht glauben, dass der träumerische Iver seinen wahren Charakter akzeptieren kann. Erst Jahre später entdeckt Iver die ganze Wahrheit über seinen Freund. Und auch Sander steht noch eine Überraschung bevor…
Der zweite Teil des Romans spielt in Brasilien, wo die Firma eine Niederlassung aufbaut. Die Helden bewegen sie sich einerseits in Sanders Welt, der Welt der Technologiewirtschaft, Korruption und des Verbrechens. Andererseits entdecken sie aber auch Ivers Welt. Sie erleben die Faszination einer großartigen Natur, reisen an den Amazonas und zum Fujijama und lernen von der Mystik und Weisheit der Kulturen.
Das Grundthema des Romans sind mangelnde Offenheit sowie falsche Erwartungen und Erwartungserwartungen, die eine leidenschaftliche Beziehung bedrohen. Schuldgefühle auf der einen und Verlustängste auf der anderen Seite erschweren den Liebenden eine offene Kommunikation. Daneben bildet die Auseinandersetzung der Figuren mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen und Grundwerten ein durchgehendes Thema der Geschichte.
Iver. Roman. Iris Martina Martin.
207 S., Taschenbuch, 12,85×19,84, 11,99 €
ISBN 979-8297361980
198 S., eBook, 8,99 € (Kindle) Mit Leseprobe auf Amazon.
Liebe Norma Norvald, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Erstmal Kaffee und dann alles andere…– Mein Tag fängt langsam und früh an. (Ich gehöre zu der Gattung nerviger Frühaufsteher, die vor sechs Uhr herumsingen). Nach einem ausgiebigen Frühstück stehen organisatorische Sachen auf dem Programm, bevor ich vormittags trainiere und Zeit in der Natur verbringe. Am Nachmittag lasse ich meinen poetischen Vogel im Caféhaus oder am Schreibtisch daheim frei fliegen, und insofern ich keine Abendkurse leite oder Freunde/ KollegInnen treffe, schreibe ich am Abend oft weiter. Zurzeit schreibe ich an einem Buch über Schafe… und Elfen… und Orchas…, und abwechselnd schreibe ich auch Lyrik. Wenn ich kann, gönne ich mir den Luxus früh ins Bett mit guter Lektüre zu gehen.
Norma Norvald, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Entschleunigung: In der Langsamkeit sehen wir das Leben um uns klarer, in der Langsamkeit lässt sich der Mensch in uns besser erkennen, in der Langsamkeit wird unser Herz wieder sanft – in der Langsamkeit erinnern wir uns an unsere wichtigste Aufgabe und an unseren Seelensinn; eben Mensch füreinander zu sein.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Mut zu finden, um unser Denken zu befreien, und damit uns selbst die eigenen Haltungen zu entblößen. Das versetzt uns in die Lage, unsere Umwelt bewusster wahrzunehmen und den Bedarf zu entwickeln, noch mehr Gutes für unsere Umwelt zu tun. Kunst und Literatur fordern uns zu poetischem Denken auf, statt abgefertigte politische und wirtschaftliche Schablone und Floskeln zu konsumieren und produzieren. Das Ergebnis ist: eine eigene Stimme mit individueller Sprachfärbung und Klang.
Kunst und Literatur haben die Aufgabe, Perspektiven und Reflexionen zu erweitern, und so Denkprozesse und Handlungen auszulösen. Dieses bewirkt wiederum ein Stück Befreiung von der allgemeinen Masse und fördert gesunde, tatkräftige Individuen.
Was liest Du derzeit?
The well of loneliness von Radclyffe Hall
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Die Tage sind heller, wenn man liebt. (Ruth Maier Wien 1920 – 1942, Auschwitz)
Vielen Dank für das Interview, liebeNorma,viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Norma Norvald, Schriftstellerin
Zur Person/über mich:Anfangsweise führte ich meinen Pinsel unsicher, bescheiden, schüchtern. Aber dann! Mit dem steigenden Farbenklang der Polarnacht wurde ich immer schwunghafter, dreister: großzügig, flirtend fegte ich in unsterblichen Schreibserenaden unter den Sternen – an diesem Winterabend wurde ich geboren, an diesem Winterabend schrieb ich mir über den Nachthimmel frei
Norma Norvald *1978/ Norwegen, seit 2015 sesshaft in Österreich. Lebt und arbeitet mit einem schwarzen Kater im Waldviertel. Beruflich: Schriftsteller, Schreibpädagoge, Kursleiter für Deutsch und Basisbildung, Skandinavische Sprachen und Literatur. Studium: Sprachwissenschaft an der Universität Bergen / Norwegen.
Zuletzt gesehen: Grand Café Oslo in Gesellschaft eines schwarzen Katers.
Sonstiges: Vorliebe für alte Schreibmaschinen und noch ältere Achterbahnen, schwarzen Kaffee mit goldenen Perlen, Waldlaufen, Stegreifphilosophie und Wortetymologie.
Zur Person/über mich:Anfangsweise führte ich meinen Pinsel unsicher, bescheiden, schüchtern. Aber dann! Mit dem steigenden Farbenklang der Polarnacht wurde ich immer schwunghafter, dreister: großzügig, flirtend fegte ich in unsterblichen Schreibserenaden unter den Sternen – an diesem Winterabend wurde ich geboren, an diesem Winterabend schrieb ich mir über den Nachthimmel frei
Norma Norvald *1978/ Norwegen, seit 2015 sesshaft in Österreich. Lebt und arbeitet mit einem schwarzen Kater im Waldviertel. Beruflich: Schriftsteller, Schreibpädagoge, Kursleiter für Deutsch und Basisbildung, Skandinavische Sprachen und Literatur. Studium: Sprachwissenschaft an der Universität Bergen / Norwegen.
Zuletzt gesehen: Grand Café Oslo in Gesellschaft eines schwarzen Katers.
Sonstiges: Vorliebe für alte Schreibmaschinen und noch ältere Achterbahnen, schwarzen Kaffee mit goldenen Perlen, Waldlaufen, Stegreifphilosophie und Wortetymologie.
Fotos: Portrait _ privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.