
50 Jahre Bachmannpreis _
Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

BKS Publikumspreisträgerin _Bachmannpreisteilnehmerin 2017 _
5. – 9.7.2017 Klagenfurt _
Foto: Romanschauplatz „Malina“ Wien, 2023,
Walter Pobaschnig, folgende
Im Interview _ Karin Peschka, A _ Publikumspreisträgerin 2017
Liebe Karin, Du hast 2017 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen, was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?
Es war schön, anstrengend, lustig, spannend, erschöpfend … war quasi alles dabei.

dem Lesungsauftakt beim Bachmannpreis 2017


(von links) Christian Ankowitsch (Moderator), Justitiar Andreas Sourij (Stadt Klagenfurt) _Jury: Klaus Kastberger, Sandra Kegel, Stefan Gmünder, Hubert Winkels (Vorsitzender), Meike Feßmann, Michael Wiederstein, Hildegard Elisabeth Keller _
davon in aktueller Jury 2026 _ Klaus Kastberger, Juryvorsitzender seit 2024 (seit 2015 in Jury) _ Foto: Preisverleihung 2017
Wie kam es zu Deiner Nominierung und wie hast Du Dich im Vorfeld vorbereitet?
Ich wurde von Stefan Gmünder eingeladen und habe zur Vorbereitung den Text einige Male laut gelesen, auch im kleinen kritischen Kreis. Der hilfreichste Rat kam von Ludwig Hartinger. Er hat „Autolyse Wien“ lektoriert, den Erzählband, in dem auch mein Klagenfurt-Text „Wiener Kindl“ nachzulesen ist. Das Buch erschien im Herbst 2017 bei Otto Müller.
Ludwig Hartinger riet mir, beim Lesen durch die Erzählung zu gehen wie im Vorstellungs-Video durch unser altes Eferdinger Haus. Und noch etwas riet er mir, aber das verrate ich nicht.






Wie hast Du deine Lesung/Kritik erlebt?
Die Lesung schön, vor allem wegen der Atmosphäre im Raum. Das Publikum hat mitgelesen, der Text war ja verteilt worden davor. Das gemeinsame Umblättern, ein fast synchrones Blätterrauschen, war schon besonders. Auf die Kritik konnte ich mich dann wenig konzentrieren, hab sie später nachgehört.

Du wurdest 2017 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Wie gewinnt man das Publikum in Klagenfurt?
Das weiß ich nicht. Ich war nach Tag eins (ich war als Erste an der Reihe) davon überzeugt, von der Jury keinen Preis zu gewinnen. Für den Publikumspreis hatte ich eine Kollegin auf dem Schirm, deren Text ich sehr mochte. Mir ging es gut damit, ich glaube, ich war bei der Preisverleihung eher neugierig und relativ entspannt als aufgeregt oder gar enttäuscht. Als mein Name fiel, war ich sehr überrascht. Und dann ganz außerordentlich glücklich. Und das war’s ja auch: ein großes Glück.

Karin Peschka, Zweite von rechts, BKS Publikumspreis;
weiter von links – John Wray – Deutschlandfunkpreis; Gianna Molinari – 3sat Preis; Ferdinand Schmalz – Bachmannpreis 2017; Eckhart Nickel – Kelag Preis;
Preisverleihung ORF Studio Klagenfurt 9.7.2017.

Mit dem Publikumspreis war der Klagenfurter Stadtschreiberpreis (den es ja nicht mehr gibt) verbunden. Wie lange warst Du vor Ort und wie hast Du diese Zeit erlebt?
Ich war 2018 über einige Monate immer wieder für ein paar Tage in der Stadtschreiberwohnung. Hab` mich dort wohlgefühlt. In der Wohnung und in Klagenfurt. Denke, ich konnte die Zeit und Gelegenheit gut nützen.


Wie hat sich die Teilnahme auf Deinen weiteren Weg des Schreibens ausgewirkt?
Der Preis macht sich gut im Lebenslauf. Die Teilnahme hat sich ausgezahlt, die Bekanntheit steigert sich, und mit einem gut dotierten Preis gewinnt man Schreibzeit. Alles wichtige Faktoren in unserer Branche.

Was wünscht Du dem Bachmannpreis zum 50er?
Dass es mit ihm weitergeht.
Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!
Karin Peschka _ Aktuelle Bücher: https://peschka.at/buecher/




Bachmannpreis
1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.
Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.
Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Alle Fotos Bachmannpreis/Klagenfurt _ Walter Pobaschnig
Walter Pobaschnig 2.3.2026