„gegenseitig“ Anna Sanner, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance 1 _ Hannover 9.9.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Ich finde das Akrostichon „Give Peace a Chance“ eine schöne Initiative. Besonders präsent ist dieses Thema für mich jedes Jahr im August, denn in diesem Monat sind 1945 (das ist jetzt genau 80 Jahre her) von Amerikanern zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki geworfen worden. Hiroshima ist mir besonders nah, da es die Partnerstadt meiner Geburts- und Heimatstadt Hannover ist. Ich habe bereits als Jugendliche dort mit dem Mädchenchor Hannover an einem Friedenskonzert teilgenommen und die Stadt auch danach mehrmals besucht – ein guter Freund aus Japan wohnt mit seiner Familie dort. Außerdem dolmetsche ich regelmäßig für Delegationen aus Hiroshima hier in Hannover. Kürzlich habe ich auch ein Manga übersetzt, in dem die Enkelin einer Atombombenüberlebenden aus Hiroshima die Geschichte ihrer Großmutter und die eines Militärarztes erzählt. Es erscheint im September 2025 bei Splitter Manga+ unter dem Titel „An jenem Tag in Hiroshima: Ein Mädchen und ein Arzt erzählen“. In Hannover wird jedes Jahr am 6. August um 8.15 Uhr, dem Zeitpunkt des Atombombenabwurfs über Hiroshima, die Friedensglocke in der Aegidienkirche geläutet, die Hannover von Hiroshima geschenkt bekommen hat. Diese Kirche ließ man in Hannover absichtlich in Ruinenform stehen, als Mahnmal der Kriegszerstörung. Zusätzlich zur Erinnerung an die Atombombenkatastrophen in Japan ist der August für mich vom Mutterwerden und von der Geburt meiner beiden Kinder geprägt, denen ich von Herzen eine friedliche Zukunft wünsche.

In diesem Sinne habe ich das Akrostichon „Give Peace a Chance Nummer 1“ geschrieben. Ich habe dabei die Devise verfolgt, nicht zu viel nachzudenken und mich so instinktiv, unter Miteinbeziehung der zeitgeistigen Schwingungen, dem Thema „Give Peace a Chance“ anzunehmen. Natürlich muss man dann letztendlich doch nachdenken, nachdem die ersten Impulse geboren sind – sie ver- und bearbeiten, damit etwas „Vernünftiges“ dabei herauskommt. Aber ich folge allgemein lieber dem Zen-Prinzip und strebe Kommunikation „von Herz zu Herz“ an, anstatt von Kopf zu Kopf. Das Austauschen intellektueller Codes und nerdiger Ideen kann schon Spaß machen, aber letzten Endes ist mir menschliche Annäherung beim Schreiben wichtiger und lieber als intellektuelle. Außerdem kommt meiner Erfahrung nach nicht so viel Gutes dabei heraus, wenn man versucht, beim Schreiben besonders clever, extra kreativ oder möglichst geheimnisvoll zu sein.

“Akrostichon Give Peace a Chance Nummer 1”

G           egenseitig

I             nnehalten

V            or

E            inigkeit


P            rickelnde

E            igenheiten

A            ufsaugen

C           hancen

E            rkennen


A            n


C           hamäleons

H           ingabe

A            nknüpfen

N           eue

C           höre

E            rwecken



Anna Sanner, 8.9.2025

Anna Sanner, Schriftstellerin

GIVE PEACE A CHANCE

Anna Sanner, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Anna Sanner, geboren 1980 in Hannover, studierte Japanologie in Schottland und Japan, sowie Dolmetschen und Übersetzen in England und verbrachte sechs Jahre in Japan. Seit 2012 lebt sie mit ihrer Familie in Hannover und arbeitet freiberuflich als Dolmetscherin, Übersetzerin und Autorin. Sie veröffentlicht Gedichte, Essays, Kurzgeschichten und Memoiren. 2019 erhielt sie den dritten Platz beim Bonner Literaturpreis, 2021 das „Translasien“-Stipendium der Universität Heidelberg und des Deutschen Übersetzerfonds für Übersetzende ostasiatischer Sprachen, und 2025 den JLPP-Literaturübersetzerpreis des Japanischen Kultusministeriums für Moderne Literatur.

2022 erschien der erste Teil ihrer Japan-Memoiren: “ Wie man in Japan Ninja wird“ beim Reisedepeschen Verlag, im Herbst 2025 _ 15.9. _ folgt der nächste Teil: „Wie man in Japan Go-go-Girl wird“ (Reisedepeschen, 2025).

„Ein persönlicher, humorvoller Erfahrungsbericht über das Leben einer deutschen Lehrerin in Japan, die nachts als Go-go-Girl auf der Bühne steht – zwischen Kulturschock, Selbstfindung und dem Mut, eigene Wege zu gehen.“ Pressetext/Verlag

Erscheint September 2025

ISBN: 978-3-96348-032-4

20,00 € https://www.reisedepeschen.de/verlag/shop/wie-man-in-japan-go-go-girl-wird/#:~:text=Ein%20pers%C3%B6nlicher%2C%20humorvoller%20Erfahrungsbericht%20%C3%BCber,Mut%2C%20eigene%20Wege%20zu%20gehen.&text=Mit%20diesem%20Kauf%20sammelst%20du%20200%20Sterne!

Foto: Portrait _ @katiatangian/ Cover_Verlag; Motiv _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig 8/9/25

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