„Helden des Friedens, wo seid ihr“ Luis Stabauer, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Wien 3.8.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Gemeinsam hatten wir die

Ideale, riefen auf, organisierten Demonstrationen

Viele machten mit

Erwachten, brachten ihre Sehnsucht auf den

Punkt

Erkannten das militärische Denken

Auch die Machtpolitik der Männer dahinter

Controlling der Massen setzte ein

Erkenntnisse führten zum


Aufstand von unten

Chancen wurden umgesetzt

Helden des Friedens, wo seid ihr

Arm in Arm in den Straßen

Neuerliches Aufstehen und singen im

Chor der Friedfertigen, um

Entzweiung, Spaltung und Agitation zu beenden.


Luis Stabauer, 30.7.2022

Luis Stabauer_Schriftsteller 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Luis Stabauer_Schriftsteller 

http://www.luis-stabauer.at/

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 30.7.2022.

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„Liebe, Tatkraft und Zuversicht“ Regula Venske, Schriftstellerin _ Hamburg 3.8.2022

Liebe Regula, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufgrund meines ehrenamtlichen Engagements für den deutschen sowie für den internationalen PEN war mein Tagesablauf in den vergangenen Jahren recht abwechslungsreich, einerseits bedingt durch viele Reisen, andererseits zu Corona-Zeiten gefüllt mit etlichen Meetings via Teams, Zoom oder Skype. Jetzt, im Sommer 2022, freue ich mich auf und über ruhige Tage, an denen ich vor mich hinschreibe und abends nette Menschen treffe.

Regula Venske, Schriftstelerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dasselbe wie immer: Liebe, Tatkraft und Zuversicht. Und heitere Gelassenheit nicht zu vergessen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle persönlich und gesellschaftlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur und der Kunst an sich zu?

Ich bin mir gar nicht sicher, ob alle Menschen vor einem Aufbruch stehen. Bei manchen neigt sich das Leben doch auch dem Ende zu oder für sie ist gerade ruhige Kontinuität wichtig. Das möchte ich nicht verallgemeinern und ebenso wenig die Rolle der Literatur oder Kunst festschreiben. Eine solche Einengung widerspräche meines Erachtens dem Wesen der Kunst, die doch Offenheit und Freiheit braucht. Sehe jeder, wie er’s treibe – die Vielfalt auch der Rollen finde ich gerade gut.

Was liest du derzeit?

Viele viele Mails und den Text, an dem ich gerade schreibe. Auf der Liste für danach steht ganz obenan Stephan Malinowski: „Die Hohenzollern und die Nazis. Geschichte einer Kollaboration“ (Propyläen Verlag, Berlin), mit dem deutschen Sachbuchpreis 2022 ausgezeichnet. Und zur Entspannung auf dem Balkon werde ich mir, bevor der Sommer zu Ende ist, „Miss Austen“ von Gill Hornby, gönnen (Arrow Books, London), das ich kürzlich von einer Reise aus London mitbrachte.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

„There is a crack in everything, that’s how the light gets in.” Leonard Cohen

Vielen Dank für das Interview liebe Regula, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Regula Venske, Schriftstellerin

http://www.regulavenske.de/

Foto_privat

23.6.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Wir sollten uns alle überlegen was Liebe ist“ Dagmar Strobl, Model _ acting „Teorema“ _ 100.Geburtstag P.P.Pasolini _ Wien 2.8.2022

Dagmar Strobl _ Model _Make Up Artist_Wien _
acting „Teorema“ (1968) _100.Geburtstag P.P.Pasolini

Liebe Dagmar, welche Zugänge hast Du zum Film „Teorema – Geometrie der Liebe“ (1968) des italienischen Dichters, Regisseurs, Aktivisten P.P.Pasolini (*1922 Bologna +ermordet 1975 Rom)?

Der Film erschüttert und regt zum Nachdenken an, wie schnell Lebensstrukturen zerbrechen können und stellt viele Fragen nach Liebe, Mensch, Gesellschaft. Viele Emotionen bewegtem mich beim Ansehen.

Wie nah ist Pasolini mit diesem Film auch an der Gegenwart in Liebe, Leben, Glück und Leiden?

Dieses Auf- und Zerbrechen einer Familie in der Begegnung, die so vieles auslöst, halte ich auch heute nicht für unmöglich. Pasolini zeigt hier die Fragilität von scheinbaren Gewissheiten sehr drastisch auf.

Pasolini zeigt in Teorema die Kraft, Macht des Menschseins in allen Höhen und Tiefen. Es ist ein freier Fall, eine Hingebung in das Unbekannte, Schöne, Dunkle zu aller Zeit.

Gesellschaftlich gesehen, ist dieses Bild der klassischen Familie mit Vater, Mutter, Tochter, Sohn natürlich verändert. Es gibt verschiedenste Modelle, patchwork etwa, das ermöglicht viele neue Zugänge zueinander und sich selbst, wie stellt natürlich auch vor Herausforderungen. Aber Familie als „geschlossener Raum“ wie in Teorema ist doch in manchen Gesellschaften schon geöffnet, aufgebrochen. Dies betrifft auch die Möglichkeiten von Trennung, Veränderung.

Gibt es für Dich einen bestimmten inneren „Kippmoment“ der Personen in der Begegnung mit dem Fremden?

Sehnsucht, Hoffnung brechen im intensiven Impuls der Begegnung auf und dieses plötzlich freigesetzte Innere reißt den bisherigen Menschen an sich, ja, zerfetzt ihn. Da sind Momente und auch ein Prozess, der sich sturzflutartig ergießt. Dramatisch, entsetzlich, erschütternd.

Das Unglück in ihnen, das Unerfüllte, wird zur Lawine, die sie begräbt und darunter sie dann um Perspektiven ringen, um sich freizumachen.

Pasolini zeigt das unbewusst Verdrängte, Sehnsüchte, schonungslos und sehr drastisch auf und auch die unterschiedlichen Wege der rastlosen Flucht dann.

Wie funktioniert das Leben der Familie vor der Begegnung mit dem Gast?

Da ist sehr viel Gleichgültigkeit da. Es gibt keine echten Gefühle und zwischenmenschlichen Beziehungen im nebeneinander Herleben. Das ist natürlich auch ein gesellschaftlicher Spiegel der Zeit. Pasolini stößt in diesen Verlust des Menschseins schonungslos hinein.

Wie siehst Du den Gast, Besucher? Als Verführer, Befreier, Zerstörer?

Als all das. Es sind mehrere Rollen und er ist alles in einer Person.

Einerseits zerstört er nichts, weil ja nichts mehr da war.

Er selbst lässt aber auch keine Nähe zu.

Er ist für mich ambivalent. Nicht sympathisch, eher kalt.

Hilft er der Familie?

Nein. Es gibt Erwartungen an ihm von allen, diese bleiben unerfüllt.

Wie gehst Du selbst mit Wünschen, Sehnsüchten um?

Ich versuche diese zu verwirklichen. Es kommt natürlich auf die Form, Richtung dieser an.

Ich mache Wünsche nicht an anderen, sondern nur an mir selbst fest.

Wunscherfüllungen sollten keine Abhängigkeit erzeugen, sondern Freiheit geben, ermöglichen.

Wünsche sind Wege, die auch verirren lassen. Es braucht einen Plan.

Kommen die Personen in Teorema im Persönlichkeitsprozess mehr zu sich selbst?  

Das würde ich beim Vater und Sohn so sehen. Bei der Tochter, nein, da beginnt ein großes Leiden, eine innere Zerstörung. Bei der Mutter, ja, vielleicht. Sie folgt ihren Sehnsüchten. Bei der Haushälterin ist es auch so.

Ist Unglück gesellschaftlich bedingt?

Pasolini weist im Film ja zu Beginn darauf hin, als der Vater seine Fabrik den Arbeitern schenkt und damit ja Veränderungen in Arbeit und Leben ermöglichen will.

Unglück hat aber immer mehrere Dimensionen. Es gibt Angelpunkte dafür, die ganz unterschiedlich sein können.

Wir können im Leben in der Arbeit, der Familie, der Sexualität unglücklich sein. Psychoanalyse wie politische Gesellschaftskritik suchen da Strukturen aufzuzeigen. Es greift aber darüber hinaus.

Das Unglück ist eine Aufgabe des Lebens.

Wir stehen immer vor der Wahl, Unglück ertragen zu wollen oder Entscheidungen zu treffen, sich davon zu befreien versuchen.

Ist Sexualität ein Schlüssel zum Selbst?

Ja.

Sexualität ist das Innerste. Ist Geschenk und Sinn.

Der Wert der Sexualität wird heute oft zugunsten Materiellem vergessen.

Sexualität, Begehren haben für mich sehr viel mit Harmonie und Vertrauen zu tun.

Was sind für Dich Gründe dieser Tragik in Familie und Gesellschaft in Teorema?

Die Kinder sind in den Strukturen der Familie und die Familie in der Gesellschaft gefangen. Sie haben keine Chance. Die Ketten wiegen schwer, erdrücken. Da ist keine Lebensfreude, nichts Schönes mehr in der Familie. Es ist alles oberflächlich, gleichgültig, ohne Empathie füreinander.

Es ist viel da, materiell, aber innerlich und zwischenmenschlich nichts. Daraus folgt der tiefe, freie Fall. Die Darstellung, Rolle in der Gesellschaft zählt da allein, nicht das Sein, was ich, wir sind.

Ist der Körper, in Bewusstwerdung und Freiheit, ein Weg der Befreiung für die Familie?

Der Körper ist unsere Präsenz. Innen und Außen. Darin liegt Schönheit und Sinn, Befreiung wie Fall.

Was ist für Dich Glück?

Glück ist immer anders. Es ist da und dort.

Ich liebe den stillen Morgen im Sonnenaufgang etwa sehr.

Was kannst Du von Teorema mitnehmen?

Den Anspruch und das Bemühen Gleichgültigkeit in Leben, Familie und Gesellschaft nicht zuzulassen.

Wir sollten uns alle überlegen was Liebe ist.

Ist Liebe möglich?

Ja.

Liebe ist Verzicht.

Dagmar Strobl _ Model _Make Up Artist_Wien _
acting „Teorema“ (1968) _100.Geburtstag P.P.Pasolini

Vielen Dank für das wunderbare szenische Fotoshooting&Interview, liebe Dagmar!

100.Geburtstag _ P.P.Pasolini (5.3.1922 Bologna – +ermordet 2.11.1975 Rom) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt zum Film „Teorema“ P.P.Pasolini (1968):

Dagmar Strobl_Model, Make-Up Artist _Wien

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_6/2022

magdas Hotel _ Wien

Walter Pobaschnig 7_22

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„Wir müssen uns im Theater raus zu den Menschen bewegen“ Christina Rast, Regisseur:in _ Bern 2.8.2022

Liebe Christina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wenn ich zuhause arbeite, bin ich eher eine Nachtarbeiterin und Langschläferin. Seit einem Jahr aber habe ich einen kleinen Begleiter, der stupst morgens seine Nase an meinen Fuß, weil er kuscheln will. Insofern hat sich mein Tagesablauf verändert.

Also erstmal kuscheln mit Hund, der zum Glück weder stinkt noch haart, vielleicht auch noch ein bisschen dösen und die Gedanken fliegen lassen. Diese Zeit zwischen 6 und 8 im Dämmerschlaf, dieser Raum zwischen Wachsein und Traum war schon immer mein Lieblingsmoment, denn da entstehen die schönsten Ideen. Die man dann leider wieder vergisst, wenn man sie nicht sofort aufschreibt. Mist! Dann einen Kaffee trinken, sich informieren, was so in der Welt passiert, kurz deprimiert sein, eine verfluchte und verdammte Morgenzigarette – die ich mir natürlich schon längst abgewöhnen möchte – rauchen, bevor es auf einen Spaziergang geht.

Entweder bin ich dann auch gleich auf dem Weg zur Probe, oder ich mache mir einen groben Zeitplan, was sonst so ansteht. Wenn ich an einem Projekt arbeite und probe, dann lass ich mich gedanklich komplett reinfallen, bin in einem Tunnel, schalte meinen Turbo an, begebe mich in einen Arbeitssog, und tauche erst nach der Premiere wieder auf. Die ersten Gedanken am Morgen gehören der Produktion und der bevorstehenden Probe, die letzten vor dem Einschlafen der vergangenen. Da bleibt wenig Raum für Anderes und Andere. Wenn ich gerade nicht probe, gibt es somit Einiges nachzuholen. Es fällt mir schwer, mich zu strukturieren und Prioritäten zu setzen. Es gibt viele Themen, die mich beschäftigen und in denen ich mich verlieren kann, viele Bücher, die noch gelesen werden wollen, viele Orte, die ich gerne entdecken würde, und viel zu viele Menschen, die ich zu lange nicht gesehen und umarmt habe.

Der Tag hat definitiv zu wenig Stunden. Die erste Corona-Vollbremse sah ich noch als große Chance. Denn zu Beginn des ersten Lockdowns hatte ich die naive Hoffnung, dass ich/wir über eine Entschleunigung viel grundsätzlicher über unsere Welt und den Erfolgs- und Produktionszwang nachdenken könnten. Das hat sich leider nicht bewahrheitet. Die Tage füllten sich sehr bald mit endlosen Zoommeetings, in denen alle versucht haben, noch schneller zu werden. Diese digitalen Treffen mit Kachelköpfen oder Namen ohne Körper machen müde.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Allgemein: Entschleunigung und Konzentration. Unsere Art der Kommunikation ist zu schnell für unsere Körper. Wir haben zu viele Informationen, die wir verarbeiten müssen, so dass wir gar nicht mehr ins Handeln kommen. Aufmerksam bleiben. Genauer hinschauen. Zuhören. Durch andere Augen schauen lernen, verstehen wollen und offen bleiben. Sich ins Verhältnis setzen zur Welt und zu wissen, dass Eigeninitiative wichtig ist und jede kleine Geste für jemand anderen einen Unterschied machen kann. Sich zu verzeihen, dass man nicht alle Probleme lösen kann und es dennoch immer wieder versuchen zu wollen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Kunst ermöglicht über eine unmittelbare und sinnliche Erfahrung einen anderen Blick auf unsere Welt und somit eine Erweiterung des eigenen Horizonts. Sie hat das Potential, neue Perspektiven zu eröffnen und Menschen im gemeinsamen Erleben eines Kunstwerks einander näher zu bringen. Als Spiegel und kritische Weggefährtin bildet sie ein lebendiges Archiv unserer Gesellschaft.

Die nach wie vor größte Kraft von Theater ist die unmittelbare Kommunikation mit seinem Publikum. Und das ist durchaus anstrengend. Dieser gemeinsame Erlebnisraum ist nicht einfach selbstverständlich, sondern muss immer wieder neu geschaffen werden. Die Hoffnung, dass die Menschen ihr Theater in den letzten beiden Jahren schmerzlich vermisst haben und in Scharen zurückströmen, hat sich leider so nicht bestätigt. Wenn sich die Zuschauer:innen nicht mehr zu uns bewegen wollen, müssen wir uns mehr bewegen. Aus der Architektur raus zu den Menschen. Und dies nach Möglichkeit analog, anachronistisch, nahbar, träge Menschenmaterie mit viel Herz, schlau, niederschwellig, verbindlich und angreifbar. Denn das sind Kategorien, die uns heute im digitalen Hochgeschwindigkeitsrausch der unendlichen Vielfalt oft fehlen.

Was liest Du derzeit?

„Mein letzter Seufzer“ von Luis Buñuel.

„Iva atmet“ von Amanda Lasker-Berlin.

„Das mangelnde Licht“ von Nino Haratischwili.

„Der eingebildete Kranke“ von Molière.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Albert Einstein (angeblich) oder aber aus dem Pamphlet einer Selbsthilfegruppe von Drogenabhängigen

Vielen Dank!

Sehr gerne.

Christina Rast_Regisseur:in

Vielen Dank für das Interview liebe Christina, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Christina Rast_Regisseur:in

Fotos_privat.

4.7.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Leeres Blatt Papier“ Rhonda Lamberty, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen/Stm. 2.8.2022

GIVE PEACE A CHANCE

„Give peace a chance“ bleibt bei mir ein leeres Blatt Papier.

Dafür sind diejenigen zuständig, die von privaten, beruflichen sowie nationalen und internationalen Konflikten und Kriegen profitieren und gut davon leben.

Alle, die als ArbeiterInnen, Angestellte, Vorstandsvorsitzende, Zulieferer, VerhandlerInnen oder Investoren und Shareholder der Waffenindustrie dienen. Deren Lobbyisten, die Forschenden, EntwicklerInnen & Strategen, die QuotenkriegsreporterInnen und sogar die Tätowierer, die die Soldaten verzieren, auf dass sie frohen Mutes in den Krieg ziehen.

2021 haben diese Menschen weltweit in Summe 2,1 Billionen US-Dollar allein durch Militärausgaben „verdient“. Sie sind es, die dem Frieden eine Chance geben sollen!

Rhonda Lamberty, Schriftstellerin 26.7.2022

Rhonda Lamberty, Schreibatelier _ Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen
Rhonda Lamberty, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Rhonda Lamberty, Schriftstellerin

Fotos__1 Schreibatelier _ Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen _Rhonda Lamberty; 2_Portrait Arnold Pöschl

Walter Pobaschnig _ 26.7.2022.

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„Gute Kunst ist immer selbst ein Ausweg“ Andreas Unterweger, Schriftsteller _ Leibnitz/Stm. 1.8.2022

Lieber Andreas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es ist ein ständiges Hin und Her. Oder eigentlich nur ein Hin. Viele verschiedene Aufgaben, nein, Hingaben. Mit der Katze zum Frühstück, mit den Kindern in die Schule, mit dem Zug nach Graz, mit dem Fahrrad in die Innenstadt. Schreibkaffee im Café Ducks, Arbeitskaffee in der manuskripte-Redaktion, Besprechungskaffee im Café König. Selten mittags, meist nachmittags, manchmal nachts mit dem Zug nach Hause, nach Leibnitz. Wann immer es möglich ist, abends die Kopfhörer auf zum Laufen hinaus, in die Felder.

Früher, in Niederösterreich, habe ich über mehrere Jahre hinweg außer der engsten Familie und meinem Laptop eigentlich kaum jemanden gesehen, jetzt begegnen mir täglich viele Menschen: meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Redaktion, manuskripte-Autorinnen und -Autoren, Styria-Artists-in-Residence des Landes Steiermark, die ich während ihres Aufenthaltstipendiums in Graz betreuen darf, Kolleginnen und -kollegen aus diversen Jurys, Journalisten, Kuratorinnen, Kulturamtsdirektoren, Galeristen, Schuldirektorinnen, Lehrerinnen, alte Schulfreundinnen und -freunde, neue Schulfreundinnen und Freunde (die der Kinder nämlich), deren Eltern usw. usf.

Sobald ich einmal allein bin, schreibe ich einen Gedichtanfang auf einen Einkaufszettel oder ein paar Satzfetzen auf ein Kuvert. Mein Roman „So long, Annemarie“, der eben bei Droschl erschienen ist, hat 2017 so begonnen und mich dann jahrelang in jeder freien Minute begleitet. Interessanterweise hat mir das Schreiben in dieser Zeit eher Kraft gespendet als geraubt. Vermutlich habe ich die anderen Dinge mit diesem Ziel vor Augen einfach schneller und effizienter machen können.

Andreas Unterweger,
 Schriftsteller und Herausgeber der Literaturzeitschrift manuskripte

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Viel trinken, Abstand halten, Energie sparen? Vor allem aber wird – weiterhin und wie immer – jede und jeder wieder und wieder herausfinden müssen, was für sie/ihn selbst gerade besonders wichtig ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich spreche ungern für „uns alle“, schließlich bin ich kein Politiker, auch kein selbsternannter. Vielleicht wäre schon das wesentlich: wenn nicht alle immer für andere, schon gar nicht für alle anderen, zu sprechen müssen glaubten.

Es fällt mir auch schwer, der Kunst in ihrer galaktischen Vielfalt eine bestimmte Rolle zuzuweisen. Nach meinen Erfahrungen scheint mir die Aufgabe oder der Sinn von Kunstwerken jedenfalls nicht unbedingt nur darin zu liegen, Auswege aus konkreten Notlagen aufzeigen. Gute Kunst ist aber immer selbst ein Ausweg.

Was liest Du derzeit?

Ich hatte gerade eine Woche Urlaub. Statt der 18 zeitgenössischen Romane für kommende Jurysitzungen, die ich eingepackt hatte, habe ich mir ein älteres Sachbuch aus dem Bücherschrank der Berghütte geholt: Reinhold Messner, Antarktis. Himmel und Hölle zugleich. Auch ein Ausweg.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Das Verspaar „Sag mir etwas, / das nicht verschwindet“ von Alfred Kolleritsch. Es kommt mir in letzter Zeit immer häufiger in den Sinn, ob ich nun anderen zuhöre oder mir selbst.

Vielen Dank für das Interview lieber Andreas, und viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Andreas Unterweger, Schriftsteller und Herausgeber der Literaturzeitschrift manuskripte

Aktueller Roman:  „So long, Annemarie“ , Droschl Verlag.

http://www.andreasunterweger.at/

Foto_Werner Schandor

23.7.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Gerade brennen die Wälder ganz in der Nähe und“ Undine Materni, Schriftstellerin_ Give Peace A Chance _ Dresden 1.8.2022

GIVE PEACE A CHANCE


Gerade brennen die Wälder ganz in der Nähe und

Immer ist irgendwo Krieg Großvater war in der Schlacht

Verloren im russischen Kessel um Stalingrad am

Ende blieben ihm Granatsplitter im Leib als

Passierschein in ein anderes Leben als Mensch

Er fuhr als Bergmann in den Schacht ein trank Schnaps

Aber wenn er vom Krieg zu sprechen begann herrschte

Chaos in seinem Kopf und in seinen Sätzen mit Worten wie

Ehre und Sieg Graben und Kameraden für immer

Allein wenn du den Horizont siehst kannst du hoffen die

Chiffren entschlüsseln zu können was Menschen ausmacht das

Haben neben dem Sein wie beim Bauern Pachom der

Am Ende nichts hatte als seine Gier als er starb ach Lew

Nikolajewitsch Tolstoi Mütterchen Russland versinkt im

Chaos und noch immer will keiner begreifen wieviel

Erde der Mensch wirklich braucht


Undine Materni, 30.7.2022

Undine Materni, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Undine Materni, Schriftstellerin

https://www.undine-materni.com/

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 30.7.2022.

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