„Gib mir deine kleinen Hände / Ich werde ihnen erzählen“ Irma Shiolashvili_Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Bonn 3.6.2022

Give Peace A Chance


Gib mir deine kleinen Hände

Ich werde ihnen erzählen

Von den unendlichen Träumen

Eines Kindes, das verloren ging.



Pass auf, du musst es finden.

Es ist bestimmt unter den Trümmern,

Atmet leise und zittert und sein

Charakter wird kalt und stark wie

Eisen, das man nicht beugen kann.



Atmet das Kind und begreift, dass die



Clowns durch den Krieg ein interessantes Leben

Haben und dass die Trümmer den Wolken

Aeneln über dem Himmel von Mariupol.

Nimm seinen Atem, wickele ihn wie einen Faden um die Hand, habe

Courage und folge diesem Faden, der Dich zum Traum führt

Eines Kindes, das in Trümmern verloren ging und wartet.


Irma Shiolashvili, 21.5.2022

Irma Shiolashvili_Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Irma Shiolashvili_Schriftstellerin

https://de.wikipedia.org/wiki/Irma_Shiolaschwili

Fotos_privat.

Walter Pobaschnig _ 21.5.2022.

https://literaturoutdoors.com

„Lüg mich an und spiel mit mir_Pension Europa 2_“ Begeisternde Uraufführung_Aktionstheater Ensemble _ Werk X_Wien 2.6.2022

Da ist das Weiß. Der leere Raum. So beginnt es. Für alle. Da und dort.

Und dann kommen die Menschen. Suchen ihren Platz. Zum Da-Sein. Da und dort.

Doch wo hinsetzen? Wo war ich gestern? Wo ist heute? Da und dort.

Dann die Worte. Das Sehnsüchtige, Verzweifelte und Unverstandene. Lass mich erzählen. Da und dort.  

Und dann die Gewalt. Plötzlich. Das Blut. Es färbt das Weiß. Da. Zwischen uns. Die Worte, die Fäuste, die Waffen zwischen uns. Tag um Tag. Da.

Am Himmel die Bilder des Krieges. Dort.

Es gibt kein Weiß mehr.

Wo fängt es an? Vielleicht in der Lüge? Im Miteinander. Da und dort.

Jetzt gilt es zu suchen. Weiterzusuchen. Im Dunkel. Da und dort. Bis die Musik endet.

Da und dort….

Mit seiner neuesten Produktion gelingt dem Aktionstheater Ensemble eine großartige Verbindung des gesellschaftlichen wie individuellen belastenden Panoptikums der Gegenwart in Herausforderung, Ratlosigkeit, Scheitern und Hoffnung mit einem geschichtsphilosophisch-existentiellen Entwurf der Frage des Grundes und der Wiederkehr von Gewalt und des Scheiterns im Miteinander.

Der Ausgangspunkt dieser Fragestellung, die schonungslose Darstellung der Realität der Existenz in Sehnsucht, Lüge und Gewalt, wird dabei in einzigartiger Darstellungskunst gleichsam auf die Bühne geschmettert – so ist der Mensch – „der Wille zur Macht“, der Fuchs, der alle tötet, aus Lust. Eine Lust, die einen Anfang hat. In der Kindheit, im Trauma. Im scheinbar „Kleinen“. Und im Großen. Der Verdrängung von Geschichte und deren Wiederkehr.

Und wie kommt es nun zur Formulierung der Frage nach dem Ursprung von Gewalt?

Der geniale Kunstgriff der Inszenierung wie Darstellung ist, dass es um Aufmerksamkeit für das Leben, das alltägliche Leben, geht und das eben in dieser Aufmerksamkeit für den Menschen in Wort, Bewegung, Moment, die in tiefster Sehnsucht eine Suche nach dem Platz in der Welt sind, diese Frage täglich gestellt wird. Gleichsam „in der Hölle des Anderen mit mir“. Die Frage nach dem Grund von Gewalt und Krieg ist immer eine nach dem alltäglichen mitmenschlichen Krieg, der dann im bewaffneten „Gemetzel“ an die Oberfläche der Gesellschaft tritt. Wie es auch Ingeborg Bachmann formulierte – „Es herrscht Krieg, alltäglicher Krieg.“ Die Inszenierung öffnet hierfür eine schonungslose Aufmerksamkeit und Analyse in unglaublich intensiven Theatermomenten und es ist einzigartig wie der ausverkaufte Saal ganz still wird und man sprichwörtlich die Stecknadel fallen hören könnte.

Das Aktionstheater Ensemble begeistert einmal mehr mit einem Stück, das in einzigartiger existentieller Wucht packt und in seiner Dynamik, im rasanten Wechsel von Ansprache, Bewegung und Stille, wie großartiger Musik in variantenreicher Akzentuierung, begeistert.

Genial ist auch die Sichtbarmachung der Zerbrechlichkeit wie Zartheit des Menschen in seinem inneren Anspruch von Selbstbewusstsein und der Unsicherheit dieses Versuches. Wie dies auf der Bühne in Sprache, Gestik, Mimik, Bewegung von Händen und Körpern im dialogischen Spiel ausgedrückt wird, ist höchste Inszenierungs- und Darstellungskunst. Diese existentielle Ambivalenz von Mitteilung, Öffnen wie Verbergen, Zurückzuziehen ist feinste Psychoanalyse von Körper und Geist – einmalig!

Es ist bestes Theater, das unbändig mitreißend spielt, zum Lachen und Weinen bringt und schonungslos Fragen nach Mensch und Gesellschaft, Krieg und Frieden mit dem Zeigefinger nach innen stellt.

Danke für diesen Theaterabend!

Lüg mich an und spiel mit mir

Pension Europa 02

Uraufführung von Martin Gruber und aktionstheater ensemble 

Eine Produktion des aktionstheater ensemble in Koproduktion mit dem Bregenzer Frühling der Landeshauptstadt Bregenz und dem Vorarlberger Landestheater. In Kooperation mit Werk X

Do. 2. Juni 19:30 Uhr Premiere

Fr. 3., Sa. 4., So. 5., Di. 7., Mi. 8. Juni jeweils 19:30 Uhr

im Werk X, Oswaldgasse 35a, 1120 Wien

Karten: reservierung@werk-x.at, T +43 1 535 32 00-11,
http://werk-x.at & www.aktionstheater.at

Walter Pobaschnig 6_22

Alle Fotos_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Gefangen“ Jutta Sauer, Schriftstellerin _Give Peace A Chance _ Osnabrück/D 2.6.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gefangen

Im Krieg

Von Schergen

Entsetzen Tag und Nacht



Potentat Putins

Erzenkel

Am Limit von

Chaos und Kampf

Entfesseln



Alles in allem



Chancen für

Helden im Kellerversteck

Atemlose

Nachrichten und

Chöre wann

Endlich


Jutta Sauer, 22.3.2022

Jutta Sauer, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Jutta Sauer, Schriftstellerin

https://de.wikipedia.org/wiki/Jutta_Sauer

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 21.5.2022

https://literaturoutdoors.com

„wir werden es / in diesem leben / zu nichts bringen /außer zu einander“ Olja Alvir, Schriftstellerin _ Wien 2.6.2022

Liebe Olja, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Unterschiedlich. Gerade bereite ich das Erscheinen und die Buchpräsentation meines ersten Gedichtbandes „Spielfeld“ vor. Abgesehen davon bin ich vielen verschiedenen Projekten verpflichtet und versuche gleichzeitig, davon und von den politischen Ereignissen und Umwälzungen nicht überwältigt zu werden. „Do nothing, feel everything“ hieß eine tolle Ausstellung die im Frühling in der Wiener Kunsthalle war. Ich versuche dieses Prinzip so gut wie möglich zu leben. Und die großartige multi-mediale Künstlerin Anna Kohlweis sagte einmal „meine Kunst ist ein asymmetrisch aufgespannter Schirm“. Ich schirme mich mit meinen unregelmäßig und eifrig sich streckenden künstlerischen und wissenschaftlichen Projekten gegen das Nicht-Fühlen.

Olja Alvir, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die selben Dinge wie immer. Solidarität. Zu verstehen, dass alles was um uns und in uns geschieht, in einem historisch-politischen Kontext steht. Ein entschlossener Blick auf die Zukunft in einer politischen Sprache, die die Zukunft als Ort der unbändigen Möglichkeiten denken kann.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wir stehen immer vor einem Aufbruch oder Neubeginn. Das Gesellschaftliche ist das Persönliche und umgekehrt. Das Wesentlich dabei ist, welche Schlüsse wir aus diesen zwei Dingen ziehen. Die Rolle der Literatur und Kunst ist immer jene, die sie sich selbst zuschreiben will. Mir persönlich gefällt Kunst als ein Ort des Auslotens von Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem, als Ort der überraschend möglich gemachten Kommunikation über Grenzen und Erwartungen hinweg, als Ort der wahnwitzigen Vorschläge für eine lebenswerte Zukunft für alle. Ich mag es, wenn Kunst politisch und gleichzeitig verspielt ist. Deshalb habe ich meinen Gedichtband auch Spielfeld genannt; einerseits als Anspielung auf das Spielen, und andererseits als Hinweis auf die Gewalt, die in der Willkür der Grenze liegt.

Was liest Du derzeit?

Ich verwende ein Script, mit dem ich jeden Tag ein zufällig ausgewähltes Gedicht auf poetryfoundation aufrufe. Auf lyrikline gibt es einen eigenen Button, über den man zu einem zufälligen Gedicht geleitet wird. Ansonsten lese ich gerade „Second Place“ von Rachel Cusk, „Mars“ von Asja Bakić und „Die verschissene Zeit“ von Barbi Marković.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Etwas eigenes, frevelhafterweise:

wir werden es
in diesem leben
zu nichts bringen
außer zu einander

Vielen Dank für das Interview liebe Olja, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Olja Alvir, Schriftstellerin

olja.at

Foto_Christopher Glanzl

26.5.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Check your privilege!“ Magdalena Jagelke, Schriftstellerin _ Niedersachsen/D 1.6.2022

Liebe Magdalena, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Die Pandemie hat meinen Alltag entschleunigt. Ich gehe entspannter einem Brotjob nach, setze mich mit meinem Dasein als Alleinerziehende eines mittlerweile 9-jährigen Sohnes auseinander, lese, gehe zwischendurch ins Fitnessstudio und schreibe, oft draußen, in Cafés und Parks. In geschlossenen Räumen halte ich es nicht lange aus. Irgendwie klaustrophobisch. Ich mache lange Spaziergänge und sinniere vor mich hin, sortiere die Wörter in meinem Kopf.    

Magdalena Jagelke, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Check your privilege! 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Trotz der Pandemie und des Krieges in der Ukraine geht es denjenigen, die in den privilegierten Regionen der Welt leben, immer noch gut. Das Reisen oder kostenlose Corona-Schnelltests sind einige der Privilegien. Es gibt viele andere. Texte, die außerhalb gängiger Strukturen entstehen und diese aufgreifen, interessieren mich. Autor*innen, die gegen Strukturen anschreiben. 


Was liest Du derzeit?

Ich lese andauernd, auch, wenn ich schreibe. Zur Zeit Silvia Federici, „Die Welt wieder verzaubern“, Audre Lorde, „Sister Outsider“ und die Vogue. Ich liebe Ohrringe.   

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Zitat aus „Die Geschichte von Blue“ von Solomonica de Winter, einem meiner absoluten Lieblingsromane: „Mein Buch ermöglicht mir das Träumen. Das tut es noch immer. Ich habe mein wunderschönes, spannendes Buch, das mir hilft; ich habe meine eigene Welt, in die ich eintauchen kann, wann immer ich will.“

Magdalena Jagelke, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview liebe Magdalena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Magdalena Jagelke, Schriftstellerin

Fotos_privat.

9.5.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

„Gestern war alles anders“ Ines Schiller, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 1.6.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gestern war alles anders

Ist dir das schon einmal aufgefallen, dass du älter wirst?

Vorfreude auf ein richtiges Leben im Richtigen

Eichenbäume erinnern mich an Johanna von Orleans



Plädoyer für Grundeinkommen bei Pensionisten

Einmal mehr am Meer

Ausdrucksvoll tanzen

Christen sind mir suspekt

Eile statt Weile



Aber Hallo!



Cäsar und seine Lorbeerkränze!

Heute ist mal eine ziemlich schlechte Tageszeitung in Österreich

Alles oder gar nichts!

Nur wer mutig ist kann was verändern

Cis ist mit Vorzeichen !

Ein letzter Wunsch zum Schluss: Dass ich nie wieder Dinge machen „muss“!


Ines Schiller, 23.5.2022

Ines Schiller, Schauspielerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Ines Schiller, Schauspielerin

https://de.wikipedia.org/wiki/Ines_Schiller_(Schauspielerin)

Alle Fotos_Walter Pobaschnig _5_22_Wien

Walter Pobaschnig _ 23.5.2022.

https://literaturoutdoors.com