„Get weirder“ Uta Alexander, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ München 14.6.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Get weirder

Innersoul

Variations

Endlessly


Participate

Energetically

According To

Core Necessity

Expressions


Always


Care for yourself

Heal others

Anticipate

Needs

Carry Responsibility

Enjoy

Uta Alexander, 8.6.2024

Uta Alexander, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Uta Alexander, Künstlerin

Zur Person_ Uta Alexander

1979 München, spontanes Malen bei Sieglinde Wührer

1980 – 1981 San Diego, USA – Zeichen- und Maltechniken bei Jim Montague

1984 – 1988 Berlin, Studium Psycholinguistik, Amerikanistik1988 – 1990 München, spontanes Malen bei Sieglinde Wührer

1990 – 2000 Kurse / Studien / Zeichengruppe Porträt, Akt, Öl

2003 Ausstellung River Oaks Gallery, Tucson (Acryl / Leinwand)2001 – 2005 Gold’n’Jewels, Schmuckdesign, Tucson, USASeit

2009 Selbständig als Schmuckdesignerin, Galeristin, Künstlerin

2010 Gemeinschaftsausstellung „Künstler einer Kneipe“Galerie Grabsdorf, München

2011 Initiatorin / Künstlerin des Charity Projekts Ramses Belinda

2012Street Art-Projekt “Trees” mit der Häkelkunstgruppe “Pink Ladies”

2013 Gemeinschaftsausstellung „Ramses Belinda“  Freie Kunstakademie2014 Einzelausstellung Galerie 5ever, Acryltechnik

2016Einzelausstellung 14. Galerie, Aquarelle

2017 Hamburg KUNSTSLAM / Ausstellung Brakula, Acryl auf Leinwand

2017 Veranstaltung und Ausstellung [ kunst im dorf ] 2017

2017 Projekt Farbkonzept Tiefgarage wagnisART, Domagkpark

2018 Street Art-Projekt „Many Mini Pussyhats for Munich“

2019 Einzelausstellung gasthaus domagk, Mixed Media auf Leinwand

2019 Veranstaltung und Ausstellung [ kunst im dorf ] 2019

2019 Künstlergruppe Quarat – Projekt „Panta Rhei

https://www.utaalexander.de/

Foto_Ele Kittl

Walter Pobaschnig _ 8.6.2024

https://literaturoutdoors.com

Station in den 80thies _ „Fabulously“ Pia Raunjak, Schauspielerin _ Stainz/Stm. 14.6.2024

Station in den 80thies _
Pia Raunjak, Schauspielerin, Produzentin und Moderatorin
Station in den 80thies _
Pia Raunjak, Schauspielerin, Produzentin und Moderatorin

Liebe Pia Raunjak, welche Bezüge gibt es von Dir zu den 1980er Jahren, besonders der Musik, der Kultur?

Mein Vorname „Pia“ ist tatsächlich eine Reminiszenz an die 80er: Ich wurde nach der Schauspielerin und späteren Sängerin Pia Zadora benannt. 

Falco sagte einmal, „Wer sich an die 80er erinnern kann, hat sie nicht erlebt.“ Ich kann mich gut an sie erinnern – ich war Kind. In meiner Erinnerung waren die 80er zum einen grau (die Straßen und Gebäude waren trister und ungepflegter als heute), zum anderen so bunt, wenn man an den Stil dieses Jahrzehnts denkt.

Was möchtest Du in dieser Dekade hervorheben?

In den 80ern ging alles vorwärts. Ich hatte junge Eltern und ich habe gemerkt – die dachten nicht rückwärts. Es ging eine Befreiungswelle von politischen Systemen durch die Länder. Nie werde ich vergessen, wie wir 1989 vor dem TV-Gerät saßen und die Öffnungen der Grenzen miterlebten.

Ich glaube, in den 80ern begannen sich die Menschen stärker zu individualisieren. Sie hatten mehr und mehr das Gefühl, dass man seine Zukunft selbst gestalten kann.

Was sind Deine drei Lieblingssongs und Filme der Zeit?

Mein absoluter Lieblingsfilm aller Zeiten ist „Amadeus“ von Miloš Forman aus dem Jahr 1984. Geprägt hat mich „Der Club der toten Dichter“ von Peter Weir aus dem Jahr 1989, den ich erst in den 90ern als Teenager wahrgenommen habe. Er ist für dieses Alter genau richtig. Werner Herzogs „Fitzcarraldo“ (1982) ist für mich ein zeitloses Meisterwerk.

Die Neue Deutsche Welle hat mich damals begeistert – als Kind konnte ich mit den englischen Liedern ja noch nicht so viel anfangen. Wenn es um 80er-Lieder geht, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll – es war ein so expressiv kreatives Jahrzehnt in der Musik.

In die 80er fallen auch die Erfindung des Linn Drum Computers und des MIDI Formats. Die Erfinder beider Neuerungen durfte ich einmal kennenlernen und ihnen zuhören, was unheimlich faszinierend für mich war.

In der Gegenwart sind die 80thies in Musik, Mode, Kultur allgegenwärtig, woran liegt dieses Revival?

Der Stil von Jahrzehnten, die man persönlich verpasst hat, übt immer eine gewisse Faszination aus. Vielleicht ist die junge Generation deswegen gerade verrückt auf die 80er.

Oder war diese Zeit tatsächlich ganz besonders?

Es war das letzte weitgehend analoge Jahrzehnt – vielleicht trägt dies zur Faszination bei. Ich kann mich auch erinnern, in den 80ern (und auch 90ern), musste man so viel warten, ohne sich vom Smartphone ablenken zu lassen. Man wartete auf den Bus, beim Arzt, am Amt. Warten (und sich dabei zu langweilen) war etwas ganz Normales.

Wie siehst Du als Schauspielerin und Produzentin die Konzeption der Videoclips der 80thies?

Die Clips waren große Kunst. Selbst Anfang der 2000er-Jahre, als ich in die Branche einstieg, waren grafische Bearbeitungen am Bewegtbild noch sehr aufwändig. Wie arbeitsintensiv das wohl in den 80ern gewesen sein muss.

Große Videoclip-Klassiker waren natürlich „Land of Confusion“ von Genesis, das mit seinen Spitting Image Puppenfiguren große politische Botschaften trug.

„Take On Me“von a-ha und Michael Jacksons “Thriller” sind auch unvergesslich, oder?

In Wien, Österreich ist vor allem Falco der Superstar dieser Epoche? Was machte ihn als Künstler aus?

Über Falco wurde so viel geschrieben und philosophiert. Da kann ich wohl wenig dazu beitragen.

1999, ich war gerade 19 Jahre alt und junge Reporterin für’s Radio, durfte ich Falcos Mutter zwei Stunden in seiner ehemaligen Wohnung in der Wiener Schottenfeldgasse interviewen. Sie gab mir auch eine Führung. Im selben Jahr wurde Falcos „Europa“ posthum veröffentlicht. Ich war bei der Vorstellung für die Presse dabei. Ich mochte das Lied und mag es heute noch.

Was für mich so frappierend ist: Da hatte Österreich einen Weltstar und dieser ging nicht wirklich in die Welt hinaus.

Es gibt dieses Zitat von Falco: „Ich hätte oftmals Gelegenheit gehabt, nach Amerika zu gehen. Ich habe es nicht getan, weil das Schönste an der amerikanischen Fahne die rotweißroten Streifen sind.“ Wie bezeichnend.

Aber vielleicht konnten seine Werke auch nur die Österreicher so richtig begreifen.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel, zur Musik und welche Station gab es da?

Ich wurde schon so oft gefragt: „Singst Du auch?“ Und ich denke mir nur „Um Himmels willen, besser nicht!“ 😊 Aber die Sprache und die Artikulation, die liegen mir im Blut. Ich begann meine Arbeit als Journalistin, schon während meiner Schulzeit schrieb ich für die Jugendseite der Oberösterreichischen Nachrichten. Dann wurde ich Reporterin und Moderatorin bei Life Radio, ging dann nach Wien, um für eine sehr starke Filmproduktionsfirma zu arbeiten.

Meinen ganzen beruflichen Weg zu zeichnen, sprengt fast den Rahmen. Es war immer sehr abwechslungsreich. Seit 2007 bin ich selbständig und arbeite als Sprecherin, Schauspielerin, Moderatorin und Produzentin. 

Du hast auch in Los Angeles/USA gelebt, welche Erfahrungen hast Du da gemacht?

Im Gegensatz zu Falco habe ich die USA immer geliebt. Meine Zeit in Los Angeles hat mich geprägt. Die Stadt erfüllt nicht nur jedes Klischee, sie übertrifft sie alle. Los Angeles ist große Freiheit, unheimliche Kreativität und knallhartes Überleben.

Was sind Deine aktuellen Projekte?

Für eine TV-Krimi-Reihe durfte ich gerade für eine kleine, feine, durchgehende Rolle vor der Kamera stehen. Als Produzentin und Moderatorin warte ich gerade auf das Green Light für eine TV-Sendung. Und als Sprecherin stehe ich immer sehr viel vor dem Mikrofon.

Darf ich Dich abschließend zu einem Falco Akrostichon bitten?

Fabulously

Artistic

Last

Communication

Offline

Station in den 80thies _
Pia Raunjak, Schauspielerin, Produzentin und Moderatorin

Station in den 80thies _

Pia Raunjak, Schauspielerin, Produzentin, Moderatorin,
Werbe- und Synchronsprecherin

Pia Raunjak und Walter Pobaschnig

Alle Fotos & Interview _ Walter Pobaschnig

Vielen Dank an das Hotel „Jaz in the City Vienna“ für die freundliche Kooperation!

https://literaturoutdoors.com 5/2024

Station bei Milena _ „ungestüm, frech, bunt, frei!“ Katrin Koch, Sopranistin _Wien 13.6.2024

Station bei Milena Jesenska  und Franz Kafka _
Katrin Koch, Sopranistin _Wien_performing

80.Todesjahr _ Milena Jesenská (10.August 1896 Prag + ermordet 17.Mai 1944 KZ Ravensbrück) _Journalistin, Schriftstellerin, Übersetzerin

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller

Fotos _ am Wohnort Milena Jesenskas in Wien bzw. im angrenzenden Pfarrhof_
Franz Kafka war hier im Sommer 1920 4 Tage zu Gast.

80.Todesjahr _ Milena Jesenská (10.August 1896 Prag + ermordet 17.Mai 1944 KZ Ravensbrück) _Journalistin, Schriftstellerin, Übersetzerin

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller

Fotos _ am Wohnort Milena Jesenskas in Wien bzw. im angrenzenden Pfarrhof_
Franz Kafka war hier im Sommer 1920 4 Tage zu Gast.
Milena Jesenská (10.August 1896 Prag + ermordet 17.Mai 1944 KZ Ravensbrück) _
Journalistin, Schriftstellerin, Übersetzerin
Franz Kafka, Schriftsteller _
100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller

Zum Projekt: Das Literatur outdoors Projekt „Station bei“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Station bei Milena Jesenska  und Franz Kafka _
Katrin Koch, Sopranistin _Wien_performing

Liebe Katrin Koch, welche Zugänge gibt es von Dir zur Schriftstellerin/Übersetzerin und Journalistin Milena Jesenska wie zu Franz Kafka, Schriftsteller?

Bisher noch nicht so viele, ich habe mich erst vor Kurzem näher mit Franz Kafka und Milena Jesenska auseinandergesetzt.

Wir sind hier am Lebensort Jesenskas, an Kafka im Sommer 1920 4 Tage zu Gast war. Welche Eindrücke hast Du vom Haus/Umfeld hier?

Ich glaube dass diese Ecke der Lerchenfelderstraße, in der das Haus steht, vor über 100 Jahren viel mehr Vorstadt- als Großstadtcharakter hatte. Vor meinem inneren Auge sehe ich ein damals gemütliches und eher ruhiges Viertel, mit Marktständen, Greißlern und der wunderschönen Kirche Altlerchenfeld nebenan als soziales Zentrum. Heute dient die Lerchenfelderstraße zwar als häufig genutzte Verbindung zwischen Ottakring und dem Zentrum, doch wenn man genau hinschaut und hinspürt, lässt sich noch viel vom Charme vergangener Zeiten erahnen.

Wie siehst Du den Briefwechsel und die Beziehung beider?

Ich denke Kafka und Milena haben sich auf einer Ebene verstanden, die sich nicht allen Menschen eröffnet. Waren sie Lebensmenschen? Seelenverwandte? Kann man das überhaupt aus einer Briefsammlung herauslesen? Kafkas Sprache dringt beim Lesen tief ein, vorbei an vielen verschiedenen Schichten die man sich als Mensch aus verschiedensten Gründen zugelegt hat. Am Ziel angekommen zerlegt seine Sprache scheinbar bestehende Strukturen, reißt sie nieder und baut Neues auf – mit einer unvergleichlichen Eindringlichkeit aber auch als unerbittlicher Spiegel. Kafka war meiner Meinung nach ein sehr einsamer Mensch, der seine Sprache als seine eigene Welt um ihn herumbaute. Milena war wohl einer der wenigen Menschen, der eine Tür in diese Welt öffnen konnte, um für kurze Zeit darin zu verweilen.

Gibt es Textstellen, die Du hervorheben möchtest?

„Jetzt bin ich zwei Stunden auf dem Kanapee gelegen und habe wohl kaum an etwas anderes gedacht als an Dich. Du vergißt Milena daß wir doch nebeneinander stehn und dieses Wesen auf dem Boden anschauen, das ich bin; aber ich der dann zuschaut, bin dann allerdings wesenlos. (…) Wie kommt es Milena dass du noch immer nicht Angst oder Abscheu vor mir hast oder dergleichen? In was für Tiefen geht dein Ernst und deine Kraft!

(Prag, September 1920)

Was lässt Liebe wachsen, was Liebe untergehen?

Bereitschaft an sich selbst und an der eigenen Veränderung zu arbeiten und eine Verbindlichkeit zum Gemeinsamen lässt Liebe aus meiner Erfahrung wachsen. Ein Mangelerleben an unterschiedlichsten Stellen leitet den Untergang der Liebe ein.

Was macht für Dich die Schriftstellerin Jesenska und den Schriftsteller Kafka aus?

Im Vergleich zu Kafka, aus dem eine alte Seele zu sprechen scheint, nehme ich die Schriftstellerin Milena Jesenska ungestümer, frecher, jünger wahr. Ihre Sprache bahnt sich ihren Weg freier und bunter als die in jedem Wort Gewicht tragende Sprache Kafkas. Beiden gemeinsam scheint mir ein durch und durch Kennen des eigenen Wesens, eine daraus entstehende authentische literarische Sprache.

Wann bist Du erstmals mit den Texten Kafkas in Berührung gekommen und welche Aussagen gibt es da für Dich?

Meine erste Berührung mit Kafka war wahrscheinlich wie bei vielen die Pflichtlektüre von ‚Die Verwandlung‘ in der Schule. Obwohl doch schon einige Zeit her kam mir diese Geschichte im Laufe des Lebens immer wieder in Erinnerung und ist mir in verschiedenen Situationen durch den Kopf gegangen – von wie vielen Büchern kann man das behaupten? So eindringlich hat Kafka das im Körper des Ungeziefers Feststecken beschrieben, dass man diese Ohnmacht am eigenen Körper miterlebt. Das Gute daran ist, als Mensch kann man aus seinen Ohnmächten auch wieder rauskommen.

Wie hast Du Dich auf das Fotoshooting/die Performance vorbereitet?

Ich habe mich in die Briefe an Milena eingelesen und mich mit den Biografien der beiden intensiver auseinandergesetzt.

Gab es bisher schon Kafka Projekte für Dich?

Nein bisher noch nicht.

Wie musikalisch/rhythmisch schreibt Kafka?

Hm das ist eine schwierige Frage, ohne lange darüber nachzudenken ist das erste was mir spontan in den Sinn kommt eine Fuge von Bach. Unglaublich komplex und detailliert, aber im Gesamten von einer ungemeinen Klarheit und Schönheit.

Wie war Dein Weg zur Musik?

Musik war schon immer da in meinem Leben als ein Teil von mir, also kann ich nicht von einem Weg zur Musik sprechen sondern eher von einem Weg mit der Musik. Der geht wie fast alle Wege nicht nur gerade aus, sondern auch mal auf und ab und nimmt auch schon mal einen Umweg. Aber ich würde ihn auf jeden Fall immer wieder gehen.

Was sind Deine nächsten Projektpläne?

Neben einigen Messen und Konzerten möchte ich ein Projekt, das mir besonders am Herzen liegt hervorheben, nämlich eine (halb)szenische Schöne Müllerin mit Müllerin, die die Handlung durch andere Schubert Lieder ergänzt oder auch in den direkten Dialog mit dem Müllersgesellen tritt. Es gibt zwei mögliche Enden, das Publikum kann in der Pause abstimmen, wie es ausgeht. Den Abend haben wir bereits mehrfach gespielt und jedes Mal wieder freue ich mich wahnsinnig wenn ich mitbekomme, wie das Publikum in der Pause darüber diskutiert, wie es mit der Handlung weitergehen soll. Dann habe ich das Gefühl, ich habe meine Aufgabe erfüllt, die Musik ist bei den Menschen angekommen. Zu Hören im September in der Klimt Villa in Wien.

Darf ich Dich abschließend zu einem „Milena  Franz“ Akrostichon bitten?

Mutig

Inniglich

Lebensmensch

Eingeengt

Narrativ

Analytisch



Faszination

Ruhelos

Angst

Nachdrücklich

Zweifel

Station bei Milena Jesenska  und Franz Kafka _
Katrin Koch, Sopranistin _Wien_performing

80.Todesjahr _ Milena Jesenská (10.August 1896 Prag + ermordet 17.Mai 1944 KZ Ravensbrück) _Journalistin, Schriftstellerin, Übersetzerin

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller

Fotos _ am Wohnort Milena Jesenskas in Wien bzw. im angrenzenden Pfarrhof_
Franz Kafka war hier im Sommer 1920 4 Tage zu Gast.
Katrin Koch und Walter Pobaschnig vor dem Wohnhaus von Milena Jesenska/Wien
im Wohnhaus Milena Jesenskas
an das Wohnhaus Milena Jesenskas angrenzender Pfarrhof

Alle Fotos&Interview _ Walter Pobaschnig 6/24

https://literaturoutdoors.com

„In der Kunst teilen wir uns mit“ Eva Surma, Schriftstellerin _ Leibnitz/Stm 13.6.2024

Liebe Eva Surma, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Nachdem ich mit 58 zum allerersten Mal in meinem Leben alleine lebe, ist für mich alles neu. Als hätte ich immer noch Kinder, die den Schulbus erreichen müssen, bin ich besonders morgens zwanghaft.

Im freien Spiel der Mächte bin ich eine Frühaufsteherin und eigentlich auch eine Früh-Einschläferin. Ich bemerke jetzt an mir Ähnlichkeiten mit meiner Mutter, die 20 Jahre allein gelebt hat. Es hat sich schon in der ersten Woche des Alleinlebens nicht das Syndrom des leeren Nests eingestellt, sondern eine unbändige Freude darüber, frei und selbstbestimmt meine Zeit zu strukturieren. Ich hab jetzt sehr viel Ruhe und Ideen zum Schreiben, Zeit zum Lesen, zum Laufen, Zeit um ans Meer zu fahren oder Ausstellungen zu besuchen. Der Broterwerb als Beraterin in der Leibnitzer Frauenberatungsstelle, die ich selbst mit einer Kollegin vor 20 Jahren gegründet habe, ist eine zentrale und nicht wegzudenkende Beschäftigung.

Eva Surma, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Selbstfürsorge und Besonnenheit. Wer nicht gut auf sich selbst schaut, verliert den Anschluss an die Gesellschaft. Ruhiges Nachdenken kann da hilfreich sein. Wer für sich selbst interessant ist, weiß auch worauf bei den Mitmenschen zu achten ist. Dadurch entsteht Beziehung, Bindung, Nähe und dafür ist der Mensch gemacht. In der heutigen Gesellschaft müssen wir uns nicht dadurch verleugnen, dass wir uns alles leisten (können). Gemeinsames Schwingen ist etwas Unbezahlbares. Das erlebe ich gerade in der Gleisdorfer Konvergenzzone des Martin Krusche, im Lyrik.Treff.Punkt der Karin Klug und in der IGfem, bei den feministischen Autorinnen, um Gerlinde Hacker und Doro Pointner. Wer mit sich selbst anständig umgeht, kommt auch mit neuen und vielen und sehr unterschiedlichen Menschen gut aus. Und es braucht eine Bezugsperson, der wir uns anvertrauen können, Liebe spüren. Für mich ist das meine Tochter, der ich nicht immer so nahe war.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn, also in unserer jetzigen Situation: Welche Rolle kommt dabei der Kunst, der Literatur zu?

Tatsächlich stehen wir an jedem neuen Tag vor einem Neubeginn, der uns nicht auf Ewigkeiten gewährt ist. In der Kunst teilen wir uns mit. Wir bringen unser Innerstes zum Ausdruck. Das macht uns für die Außenwelt interpretierbar, aber auch wir selbst lernen dadurch immer wieder neue Seiten an uns kennen. Die Kunst besteht nicht darin, sich möglichst clever zu verkaufen. Die Kunst liegt in der Freude am Perspektivenwechsel, liegt in der Wertschätzung der Arbeiten, die bei persönlichen Auseinandersetzungen mit mir und der Welt entstehen und dem ständigen Austausch darüber mit den mir Nahestehenden. Wer sich für meine Gedichte nicht interessiert, hat an einem wesentlichen Bestandteil von mir kein Interesse. Das habe ich viel zu spät verstanden und daher mein Schreiben immer hintangestellt. Den Menschen, die mir etwas bedeuten bringe ich Interesse entgegen. Ich hebe ihre Talente und lasse sie glänzen. Alles andere, was nur mir zum Nutzen ist, was Kohle bringt, was mir Bequemlichkeit beschert, ist kapitalistische Ausbeuterei. Das macht den Gendergap so richtig weit auf. Auch wir Feministinnen sind Teil des Patriarchats. Jammern bringt nix. Wir leben die Sisterhood. Und glaub mir: Das ist eine Kunst!

Was liest du derzeit?

Dunkelgrün fast schwarz, von Mareike Fallwickl, nachdem mir Die Wut, die bleibt so gut gefallen hat.

Immer wieder: Die Liebe ruht von Drago Jancar.

Lieblingsbücher habe ich viele. Allen voran Brigitte Schwaiger: Wie kommt das Salz ins Meer. Atwoods Report der Magd. Das Fünfte Kind von Doris Lessing, Stay away from Gretchen von Susanne Abel. Die Gedichte der Kaschnitz. Mascha Kaleko.

Die Postkarte von Anne Berest hat mich auch sehr beeindruckt.

Und ich liebe die Filme von Doris Dörrie. Und Undine vom Petzold. Auch In den Gängen ist ein steiler Film.

Welches Zitat möchtest du hier teilen?

Simone de Beauvoir: Das Private ist politisch und das Politische ist Privat.

Das spricht für sich selbst, finde ich. Und erklärt, warum Feminismus für alle da ist. Augen auf!

Vielen Dank für das Interview, liebe Eva, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Eva Surma, Schriftstellerin

Zur Person_ Eva Surma, gebürtige Grazerin. Lebt und schreibt in Leibnitz, in der Südsteiermark, aber auch sehr gern am Meer. Sie hat Deutsch als Fremdsprache in Graz, Judenburg und Modena im MA-Studium abgeschlossen und darf sich, nach einem Studium an der Donau Universität Krems, Akademische Expertin der Migrationswissenschaften nennen. Feminismus ist ihr Beruf und ihre Berufung. 2005 gründet sie gemeinsam mit der Geschlechterforscherin Sandra Jakomini den verein-freiraum, der fortan die Frauenberatungsstelle Leibnitz trägt. 2021 gründet sie mit Mark Klenk den Verein Worte und Taten, der aktuell in der Ukrainehilfe sehr aktiv ist. Seit 2022 ist Eva Surma Mitglied der IGfem und gründet in selben Jahr zusammen mit der IGfem-Präsidentin Gerlinde Hacker und der Wordrapperin Anna Cech die IGfem Bezirk Leibnitz Schwesternvereinigung. Eva Surma ist seit vielen Jahren leidenschaftliches Mitglied der internationalen Plattform literatur*grenzenlos und seit 2023 PEN Mitglied.

Als dem Chaos verbundene Grenzgängerin ist sie immer auf der Suche nach Altem und nach Neuem. Seit 15 Jahren ist Eva Surma Mitglied des Lebringer Literaturkreises. Jüngster Poetik-Preis: 2022 Un Monte di Poesia, Florenz, „Premio Oltre Confine“. Am 26. Mai 2023 reklamiert sie ihre Meerschutzgedicht „Mare, il grande fratello blu“ auf der Piazza Unitá in Triest auf Italienisch und Deutsch, im Rahmen der Veranstaltung von Mare Nordest gemeinsam mit ihrer feministischen Künstlerkollegin Qing Yue.

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 10.6.2024

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Bachmannpreis 2024 _ „Es ist famos, Literatur in dieser Weise zu inszenieren“ Henrik Szanto, Schriftsteller _ Hannover 12.6.2024

Bachmannpreis 2024 _  im Interview:

Henrik Szántó, Schriftsteller, Spoken Word-Künstler und Literaturvermittler, Bachmannpreis Nominierung 2024

Henrik Szántó, Schriftsteller

Lieber Henrik Szántó, herzliche Gratulation zur Nominierung zum Bachmannpreis! Was war Deine erste Reaktion dazu und auf was freust Du Dich besonders?

Vielen Dank! Ich hatte schon eine Weile auf Neuigkeiten gewartet und mit jedem weiteren Tag wich die Zuversicht der Sorge, es sei nichts geworden. Und dann: Mail von Mara Delius, Herzklopfen, geballte Faust und Wochen der Warterei, die auf einmal von den Schultern fließen. Ich habe die Nachricht immer wieder gelesen, bis das stadtweite Mittagsgebimmel losging (keine Sorge, die Mail kam um 11.53).

Seit Jahren verfolge ich den Bachmannpreis und freue mich sehr darauf, die anderen Nominierten und ihre Texte kennenzulernen – und meinen eigenen zu lesen.

Welche Bedeutung hat der Bachmannpreis heute?

Es ist schon famos, Literatur in dieser Weise zu inszenieren: Als Fernsehformat mit Jury, die natürlich auch gewissen archetypisierten Showlogiken folgt, die Dynamiken, die Meinungsverschiedenheiten und der Geist, der über allem schwebt und flüstert: „Das sind die aktiv gestalterischen Kräfte der deutschsprachigen Literatur.“

Ich schätze sehr, dass der Bachmannpreis eine Gelegenheit bietet, sich zu vernetzen, Perspektiven kennenzulernen und eine Eintrittskarte in neue Bereiche des literarischen Geschehens zu lösen.

Die Mischung aus arrivierten schriftstellerischen Persönlichkeiten und vergleichsweise noch wenig bekannten – darin liegt eine ungeheure Wertschätzung des Schreibens. Das gilt es zu würdigen.

Was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?

Neugier. Neugier auf Menschen, Neugier auf das Übersehene, die Suche nach dem, was droht, in den Ritzen zu verschwinden.

Ein achtungsvoller Umgang mit Schmerz, der nicht romantisiert oder verklärt, sondern ernst nimmt und ergründet, ob aus diesem Schmerz eine Hoffnung gewonnen werden kann.

Das mag naiv klingen – auch das Naive ist mir beim Schreiben wichtig. Es ist so einfach, zynisch zu sein. Das langweilt mich.

Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?

Auch ich bewege mich gern in verschiedenen Textformen, am liebsten im erzählerischen Schreiben und in der Lyrik.

Ich vermute Gemeinsamkeiten in der Weise, wie wir auf Schmerz blicken – auch wenn die Schlussfolgerungen sich unterscheiden mögen.

Welche drei Dinge kommen unbedingt nach Klagenfurt nicht mit?

Ich habe eine gut sortierte und wohlbehütete Sammlung meiner treuesten Selbstzweifel, die lasse ich gerne zuhause.

Vielen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

Zur Person: Henrik Szanto, D/FIN/UK

Geboren 1988 in Frankfurt/Main, lebt in Hannover. Finnisch-britisch, liest auf Einladung von Mara Delius.

Henrik Szanto ist halb Ungar, halb Finne und lebt als Autor, Spoken Word-Künstler und Literaturvermittler in Hannover. In Schreibwerkstätten bereitet er Bühnen für neue und arrivierte Stimmen. Die Kernthemen seiner Arbeit sind Mehrsprachigkeit, Erinnerungsarbeit, Neugier und das Übersehene.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Es hat 18 Buchstaben und neun davon sind Ypsilons, überarb. Neuauflage 2023, Lektora Verlag Paderborn
  • Im Gehege, In: Literatur und Kritik, Mai 2022, Otto Müller Verlag Salzburg
  • Entscheidungen und die Äxte, mit denen wir sie fällen, 2021, Lektora Verlag Paderborn

Auszeichnungen und Stipendien:

  • Arbeitsstipendium für Literatur 2022 des Landes Niedersachsen
  • Arbeitsstipendium 2021 der Stadt Wien
  • H.C.Artmann-Stipendium 2021 der Stadt Salzburg

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257240/

Bachmannpreis 2024 _ Tage der deutschsprachigen Literatur _ 26. bis 30. Juni 2024 Klagenfurt

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257422/

v.l. Heimo Strempfl (Robert Musil Literatur-Museum), Bettina Kugi (BKS Bank), Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Horst L. Ebner (Koordinator „Tage der deutschsprachigen Literatur), Karin Bernhard (ORF Landesdirektorin), Christian Scheider (Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Reinhard Draxler (Kelag), Inga Horny (Stadtmarketing Klagenfurt)

Nominierte _ Bachmannpreis 2024:

Kaska Bryla, A/POL

Semi Eschmamp, CH

Ulrike Haidacher, A

Jurczok, CH

Christine Koschmieder, D

Miedya Mahmod, D

Sarah Elena Müller, CH

Denis Pfabe, D

Johanna Sebauer, A/D

Tijan Sila, D/BIH

Tamara Stajner, A/SLO

Sophie Stein, D

Henrik Szanto, D/FIN/UK

Olivia Wenzel, D

Infos zum Bachmannpreis 2024_

https://bachmannpreis.orf.at/

Fotos_ Portrait: Marvin Ruppert; Präsentation Bachmannpreis_Johannes Puch

Walter Pobaschnig  6/24

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„Kunst spiegelt das Wesentliche“ Uta Alexander, Künstlerin _ München 12.6.2024

Liebe Uta Alexander, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mit meinem Long Covid hat sich mein ganzer Tag-Nachtrhythmus verschoben. Ich gehe erst gegen 4 Uhr ins Bett, schlafe bis 11, frühstücke ausgiebig, und versuche mir dann, den Tag energiemäßig sehr gut einzuteilen. Dinge, die mir Energie geben und nicht nehmen, werden da zuerst geplant. Dazu gehört alles Kreative. Der Rest muss sich um die Kunst drumrumlegen!

Uta Alexander, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Bewusster mit sich selber und anderen, sowie mit Ressourcen umzugehen. Genauer sehen, woher Energien kommen, und wohin sie gehen. Besser auswählen, wo man Energien hineingibt

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?  

Qualität des Lebens ist wichtiger als Quantität von Dingen, und die Kunst spiegelt uns immer das Wesentliche

Was liest Du derzeit?

Ich lese viel englischsprachige Bücher, im Moment Andy Weir: Project Hail Mary

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„She loved me, but when a broken person loves you, it isn’t a whole expression, and it brings with it its own pains.”“ (Delemhach)

Vielen Dank für das Interview, liebe Uta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Uta Alexander, Künstlerin

Zur Person_ Uta Alexander

2024               DICHOTOMY, Einzelausstellung, Atelier wagnisART

2023               [ kunst im dorf ] Veranstaltung und Ausstellung

2023               Ausstellung „Double Trouble“, mit Ele Kittl, Galerini, München

2023               Gemeinschaftsausstellung Pop Up Galerie Stemmerhof

2023               Gemeinschaftsausstellung wagnisART

2021/22        Quarat | Panta Rhei | mit Blau, Hailer, Schwarz

2021               „IN MOTION“, 14. Galerie und Atelier wagnisART

2020               Quarat | Boxes | „pandemia“

2020               Quarat | Panta Rhei | mit Blau, Hailer, Schwarz

2019               Ramses Belinda, Ausstellung und Benefiz @ Gasthaus Domagk

2019               Veranstaltung und Ausstellung [ kunst im dorf ] 2019

2019               Künstlergruppe Quarat – Projekt „Panta Rhei“

2019               Einzelausstellung gasthaus domagk, Mixed Media auf Leinwand

2018               Street Art-Projekt „Many Mini Pussyhats for Munich“

2017               Projekt Farbkonzept Bauprojekt Tiefgarage wagnisART, Domagkpark

2017               Veranstaltung und Ausstellung [ kunst im dorf ] 2017

2017               Hamburg KUNSTSLAM / Ausstellung „cathedral“ Brakula, Acryl auf Leinwand

2016               Einzelausstellung 14. Galerie, Aquarelle

2014               Einzelausstellung Galerie 5ever, Acryltechnik

2013               Gemeinschaftsausstellung „Ramses Belinda“ Freie Kunstakademie

2012               Street Art-Projekt “Trees” mit der Häkelkunstgruppe “Pink Ladies”

2011               Initiatorin / Künstlerin des Charity Projekts Ramses Belinda

2010               Gemeinschaftsausstellung „Künstler einer Kneipe“ Galerie Grabsdorf, München

Seit 2009.     Selbständig als Schmuckdesignerin, Galeristin, Künstlerin

2001-05        Gold’n’Jewels, Schmuckdesign, Tucson, USA

2003               Ausstellung River Oaks Gallery, Tucson (Acryl / Leinwand)

1990-2000   Kurse / Studien / Zeichengruppe Porträt, Akt, Öl

1988-90         München, spontanes Malen bei Sieglinde Wührer

1984-88         Berlin, Studium Psycholinguistik, Amerikanistik

1980-81         San Diego, USA – Zeichen- und Maltechniken bei Jim Montague

1979                 München, spontanes Malen bei Sieglinde Wührer

https://www.utaalexander.de/

Foto_Ele Kittl

Walter Pobaschnig _ 8.6.2024

https://literaturoutdoors.com

„Literatur und Kunst können den Finger in Wunden legen“ Anne Hashagen, Schriftstellerin _ Frankfurt/Main 11.6.2024

Liebe Anne Hashagen, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich arbeite in einer Bank, beschäftige mich also beruflich mit Zahlen, insbesondere der Finanzierung von Assets. Tagsüber bin ich also im Büro, abends widme ich mich – zumindest häufig – dem Schreiben. In den letzten dreizehn Jahren, seitdem habe ich meine private Leidenschaft fürs Schreiben (wieder-)entdeckt, habe ich sechs Bücher (Sachbuch und Fiktion) sowie einige Drehbücher geschrieben. Ein Buch zu schreiben ist schön – ein eigenständiges Projekt, Selbstverwirklichung im wahrsten Sinne. Allerdings mag ich nur das Schreiben selbst, alles, was danach kommt (Verlagssuche, Vermarktung) finde ich eher unangenehm. Der Buchmarkt ist kein Markt, den ich mag, das merkt man sicher auch beim Lesen meines Romans „Fucking Famous“ …

Anne Hashagen, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Leben und leben lassen, weg von der Empörungskultur, Diskurs statt Erregung. Der Siegeszug der sozialen Medien hat Hauptanteil daran, dass sich ein Klima verbreitet hat, das die Gesellschaft so gespalten wie nie erscheinen lässt. Influencer nutzen Empörung als Mittel für Clickbait und Follower-Fishing, man überhäuft sich gegenseitig mit moralischen Belehrungen, aber digitale, moralische Indoktrination führt zu nichts, Erregung ohne Wirkung. Wichtig wäre auch, die Algorithmus-gesteuerten Plattformen einer schärferen Kontrolle zu unterziehen. Über fünfzig Prozent der jungen Menschen geben als Berufswunsch Content Creator an – „Berühmtwerden“ und Reichweite-Besitz werden stillschweigend und völlig ohne Hinterfragen als Nummer 1- Ziel akzeptiert, „Mach dich zur Marke“ ist das neue Mantra. Die Algorithmen fördern Penetranz, Trivialität und Trash zu Lasten von Qualität. Der Content Creator wird zum „Herrn“, der „Follower“ zum Knecht. Hyper-Narzissmus zur gewinnenden Ideologie. Über diese Themen schreibe ich in meinem Roman „Fucking Famous“. Ich habe mich sehr gewundert, dass es keinen satirischen Roman dieser Art bisher gab.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich denke, Literatur und Kunst können den Finger in Wunden legen. Belehrende Literatur, die Weltanschauungen oder dringende Botschaften vermitteln will, schätze ich nicht sonderlich. Ebenso wenig interessiert mich Wohlfühl-Literatur. Ich denke, Literatur erfüllt ihren Zweck am besten, wenn sie zum ausführlichen Nachdenken anregt, einen vielleicht sogar verärgert.

Was liest Du derzeit?

Ich lese (zum zweiten Mal) Faserland von Christian Kracht, der auch meinen Roman „Fucking Famous“ inspiriert hat. Ansonsten „Yellowface“ von R.F Kuang, da dieser Roman ähnliche wie meiner Social Media-Mechanismen und den Literaturbetrieb durchleuchtet.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Meine Eltern haben zum Beispiel nur sehr wenig Follower“ (Zitatgeber unbekannt)

Vielen Dank für das Interview, liebe Anne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

Anne Hashagen, Schriftstellerin

5 Fragen an Künstler*innen:

Anne Hashagen, Schriftstellerin

Zur Person_  Anne Hashagen, Schriftstellerin.

Anne Hashagen erblickte in Wuppertal das Licht der Welt und liebte als Kind Astrid Lindgren, Enid Blyton und ganz besonders Michael Ende. Als promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin arbeitet sie als Bankerin im Finanzwesen. Ihre private Leidenschaft ist das Schreiben.

Ihr psychologischer Ratgeber Ja! 10 Regeln den Mann fürs Leben zu finden wurde u. a. bei 3nach9 vorgestellt und in mehrere Sprachen übersetzt. Es folgten ihre beiden Jugendbücher um die Figur Anton Pfeiffer, die von zahlreichen Literaturblogs empfohlen wurden. Ihr Roman Die Wette wartet als englisches Drehbuch auf Verfilmung. Das Sachbuch Ich denke, aber wer ist Ich? Neue Antworten auf die alte Frage nach dem Sinn des Lebens veröffentlichte sie zusammen mit dem Philosophieprofessor und Robotiker Riccardo Manzotti. Fucking Famous ist ihr sechstes Buch, ein zeitgeistiger Roman, in dem sie sich – inspiriert von existierenden Prominenten und eigenen Erfahrungen – satirisch, humorvoll aber auch bitterböse mit Social Media und dem Influencer-Phänomen auseinandersetzt.

Bibliografie

2024: „Fucking Famous – Wie ich zu einer Million Followern kam und dabei unendlichen Spaß hatte“

2021: „Ich denke aber wer ist Ich? Neue Antworten auf die alte Frage nach dem Sinn des Lebens“, zusammen mit Prof. Riccardo Manzotti

2018: „Die Wette“.

2013: „Anton Pfeiffer und der Hexensabbat“

2012: „Anton Pfeiffer und der Zauberkongress“

2011: „Ja! Zehn Regeln den Mann fürs Leben zu finden und zu heiraten“

https://www.solibro.de/autoren/hashagen-Anne.php

Aktuelles Buch von Anne Hashagen:

Fucking Famous

Wie ich zu einer Million Followern kam und dabei unendlichen Spaß hatte.

Sind eine Million Follower es wert, mit dem Teufel ins Bett zu steigen?

Lotte Hohenfeld, 39 Jahre, studiert, ambitioniert, attraktiv, hat die Nase voll. Nach gescheitertem Start-up ist auch ihr erstes Buch gefloppt. Höchste Zeit, dem Leben noch etwas Großartiges abzutrotzen. Aber wie? Freundin Tessa, eine IT-Beraterin, weiß die Lösung: berühmt werden! Gemeinsam rufen sie das Projekt „Lotte“ ins Leben. Mit Witz und Verstand, Lug und Trug, Deep Fake und einem falschen Adelstitel wird Lotte zur Celebrity, die tief in die Welt der Influencer und B-Prominenz eintaucht. Doch alles hat seinen Preis. Aber wie sagte Anna Delvey: „Prison is the new sex tape“ …


Deutschlands abgründigste Roman-Satire über Instagram & Co., schamlose Selbstdarstellung im Zeitalter der Algorithmen, Hyper-Narzissmus und das allgegenwärtige Mantra der Influencer: Mach dich zur Marke! (Presse Text _ Solibro Verlag)

https://www.solibro.de/buecher/Fucking-Famous

Anne Hashagen, Fucking Famous.

Wie ich zu einer Million Followern kam und dabei unendlichen Spaß hatte.

Solibro Verlag

2024 [cabrio Bd. 8] ● ISBN 978-3-96079-112-6 ● Broschur ● 21,5 x 13,5 cm ● 328 Seiten ● erscheint 29.5.24 ● 16.00 Euro (D)

als E-Book: eISBN 978-3-96079-113-3 (epub) ● 2024 erscheint ● erscheint 29.5.24 ● 9.99 Euro (D)

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 2.6.2024

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Bachmannpreis 2024 _ „Im Schreiben dort hingehen, wo es ambivalent wird“ Tamara Stajner, Schriftstellerin _ Wien 11.6.2024

Bachmannpreis 2024 _  im Interview:

Tamara Stajner, Schriftstellerin, Violinistin, Bachmannpreis Nominierung 2024

Tamara Stajner, Schriftstellerin, Violinistin,
Bachmannpreis Nominierung 2024

Liebe Tamara Stajner, herzliche Gratulation zur Nominierung zum Bachmannpreis! Was war Deine erste Reaktion dazu und auf was freust Du Dich besonders?

Danke vielmals! Es war neun Uhr. Gerade hatte ich meine Sportsachen angezogen, da kam die Mail von Brigitte Schwens-Harrant. Meine Hände zitterten und so sorgte an dem Morgen erstmal die Nominierung für einen hohen Puls, nicht das Laufband.

Danach musste ich an die vielen Sommer in Slowenien denken, als das Schuljahr gerade zu Ende ging und im Fernsehen der Bachmannpreis übertragen wurde. Ich habe immer zugeschaut, ohne viel zu verstehen. Also war ich erstmal sehr gerührt, jetzt selbst auf dieser Bühne zu lesen. Ich wollte es so vielen Menschen mitteilen! Durfte aber nicht. Paul, mein Mann, bekam also den ersten großen Jubel ab. Gleich meldeten sich aber auch meine Nerven – beim Bachmannpreis zu lesen ist ja ein Rodeo.

Ich freue mich jedenfalls, Teil eines Jahrgangs, einer Gruppe zu sein, die sich bestimmt gegenseitig motiviert und vielstimmig ist.

Welche Bedeutung hat der Bachmannpreis heute?

Das Setting ist schon mal einmalig: Eine Kärntner Stadtkulisse am See, eine Fachcommunity, untergebracht in verschiedenen Hotels, eine Bubble, die sich Tag für Tag in einer von Medien und Publikum vollbesetzten Arena versammelt. Die Zuschauer an den Bildschirmen. Die oft skurrilen Dynamiken, die sich daraus entwickeln. Und trotzdem die Transparenz, die dieses Vortragen und Nachdenken über Texte in der Öffentlichkeit hat.

Bachmannpreis ist Bachmannpreis: Mir bedeutet er sehr viel. Ich halte es nicht für selbstverständlich, dass ich da lesen darf, dass mein Text und ich als Autorin diese Aufmerksamkeit erfahren. Das ist bei Weitem nichts Gewöhnliches. Ich habe Respekt davor.

Bereits der Klagenfurter Literaturkurs, an dem ich vor zwei Jahren teilnahm, war für mich unglaublich bereichernd. Wir konnten uns mit tollen – im Stil und im Umgang ganz verschiedenen Autor:innen – austauschen und bekamen den Zugang zu den Bachmannpreis-Lesungen und dem Reigen drum herum. Daraus wurden Freundschaften.

Was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?

Hinzugehen, wo es ambivalent wird. Da finde ich meistens, was ich fürs Schreiben brauche. Auch Humor und doppelbödige Verwandlungen.

Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?

Die Beatrixgasse 26. Sie wohnte von 1946 bis 1949 dort. Das ist im dritten Bezirk, damals noch im sowjetischen Sektor von Wien. Während meines Studiums 2006 bis 2012 ging ich wöchentlich dahin, weil mein Bratschenprofessor in der Beatrixgasse 26 lebte und der Unterricht meistens bei ihm zuhause stattfand. Ein leises Haus mit üppigen Laubbäumen im Innenhof. Auch der hintere Eingang zur Universität für Musik und darstellende Kunst (mdw) liegt z.B. gegenüber den Romanschauplätzen von Malina in der Ungargasse.

Welche drei Dinge kommen unbedingt nach Klagenfurt nicht mit?

Meine beiden Bratschen und das Rosshaar. Irgendwer muss ja die Wohnung hüten!

Vielen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

Danke Dir!

Tamara Stajner, Schriftstellerin, Violinistin,
Bachmannpreis Nominierung 2024

Zur Person: Tamara Stajner, A/SLO

Geboren 1987 in Novo mesto, Slowenien. Lebt in Wien, liest auf Einladung von Brigitte Schwens-Harrant.

Tamara Stajner wurde 1987 in Novo mesto geboren und wuchs in Krsko auf. Seit 2006 lebt sie in Wien. Sie schloss ihr Master-Studium im Konzertfach Viola an der mdw Wien ab. Derzeit promoviert sie in Musiktheorie.

Sie war Gastdozentin u.a. an der MUK Wien, KU Graz sowie dem Williams College (USA). Sie erhielt START-Stipendien für Musik und darstellende Kunst (2015) sowie für Literatur (2020) des BMKÖS. Mitglied der Jungen Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz). 2022 war sie Stipendiatin des 25. Klagenfurter Literaturkurses. 2024 gewann sie den Lyrikpreis Meran.

Veröffentlichungen/Auswahl:

  • 2023: Raupenfell, Roman, Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg
  • 2022: Schlupflöcher, Gedichte, Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg
  • Beiträge in Zeitschriften und Sammelbänden (Auswahl)
  • Wunderwerk Text, Mackinger Verlag (Anthologie), 2023
  • Lichtungen (eine Serie von acht Lyrikpartituren), 2022-2023
  • 365 x Freud, Klett-Cotta (Anthologie), 2022
  • Lichtblicke, Philipp Reclam (Anthologie), 2022
  • Das Buch vom Drehen und Wenden der Blätter, Das böhmische Dorf (Anthologie), 2022
  • Gesund schreiben 2021, Braumüller Verlag (Anthologie)

Auszeichnungen und Stipendien:

  • 2024: Lyrikpreis Meran
  • 2022: Stipendiatin des 25. Klagenfurter Literaturkurses im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises 2022
  • 2021: Literaturpreis der Ärztekammer für Wien „Gesund schreiben“ 2021 (Longlist)
  • Aufnahme in die Junge Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
  • 2020: START-Stipendium für Literatur des BMKÖS
  • 2015: START-Stipendium für Musik und darstellende Kunst des BMKÖS

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257233/

Bachmannpreis 2024 _ Tage der deutschsprachigen Literatur _ 26. bis 30. Juni 2024 Klagenfurt

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257422/

v.l. Heimo Strempfl (Robert Musil Literatur-Museum), Bettina Kugi (BKS Bank), Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Horst L. Ebner (Koordinator „Tage der deutschsprachigen Literatur), Karin Bernhard (ORF Landesdirektorin), Christian Scheider (Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Reinhard Draxler (Kelag), Inga Horny (Stadtmarketing Klagenfurt)

Nominierte:

Kaska Bryla, A/POL

Semi Eschmamp, CH

Ulrike Haidacher, A

Jurczok, CH

Christine Koschmieder, D

Miedya Mahmod, D

Sarah Elena Müller, CH

Denis Pfabe, D

Johanna Sebauer, A/D

Tijan Sila, D/BIH

Tamara Stajner, A/SLO

Sophie Stein, D

Henrik Szanto, D/FIN/UK

Olivia Wenzel, D

Infos zum Bachmannpreis 2024_

https://bachmannpreis.orf.at/

Fotos_ Portrait: Andrej Grilc; Präsentation Bachmannpreis_Johannes Puch.

Walter Pobaschnig  6/24

https://literaturoutdoors.com

Station bei Hedy Lamarr_ „eine unglaublich starke und beindruckende weibliche Energie“ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin _ Leipzig 11.6.2024

Station bei Hedy Lamarr_ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_ Leipzig _
performing _
Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Wien/Donau_
Station bei Hedy Lamarr_ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_ Leipzig _
performing _
Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Wien/Donau_

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_

Liebe Daniela Mitterlehner, welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Hedy Lamarr?

Hedy Lamarr beeindruckt mich immer wieder,  weil sie in mehreren recht ungewöhnlichen Feldern herausragende Pionierarbeit geleistet hat. Sie war Schauspielerin UND Erfinderin und ich bewundere Multitalente (die aus ihren Talenten auch tatsächlich etwas machen). Auch ich versuche in verschiedenen Bereichen meine Fähigkeiten einzusetzen, auch wenn ich mich dabei immer im künstlerischen Rahmen bewege. So bin ich Schauspielerin, Regisseurin, Jongleurin, Sprecherin, Moderatorin und arbeite mit Feuer. Und ich leite – mit einem tollen Kollegen gemeinsam – unser eigenes, kleines Tourneetheater, mit dem wir Klassiker an Schulen bringen und so Interesse an Sprache, Kultur, Literatur und Theater zu erwecken versuchen. Mit Hedy Lamarr will ich mich dabei aber nicht vergleichen, denn ihre Felder waren viel weiter auseinander als meine und ihre Arbeit hat die Welt verändert. Unsere verändert vielleicht nur das Denken und das Interesse (an Theater/Literatur/Kunst) einzelner. Aber auch das ist viel wert.

Außerdem beeindruckt mich an Hedy Lamarr, dass sie sich in einer absoluten Männerdomäne – damals noch mehr als heute – der Technik durchgesetzt hat. Das hat etwas sehr Feministisches und das mag ich sehr an ihr.

Und als Schauspielerin war sie natürlich auch ganz besonders, wegen ihres Könnens, aber auch wegen ihrer Ausstrahlung. Daran fasziniert mich besonders, dass sie das Weibliche , Emotionale und Sanfte so sehr ausstrahlt und verkörpert, während sie sich als Erfinderin trotzdem in einer Männerwelt behaupten musste, was sicher eine gewisse Härte, Durchsetzungskraft, Ausdauer und Toughness erfordert und das auch hervorragend geschafft hat.

Das Thema unseres Shooting ist auch der Film „Ekstase“ (1933), der aufgrund der Nacktszenen zum Skandal wurde. Wie siehst Du den Film und die Reaktion, Rezeption?

Zur Zeit seiner Entstehung war dieser Film enorm mutig und auch Hedy Lamarr hat damit einiges riskiert. Dieser Film wurde zum Erfolg. Er hätte ihr aber genausogut ihre Karriere als Schauspielerin und jedes gesellschaftliche Ansehen ruinieren können. Dass sie den Mut hatte, das in dieser Zeit trotzdem zu tun und erfolgreich daraus hervorging, ist bewundernswert.
Auch ich versuche immer wieder, mutige Entscheidungen zu treffen und mit Optimismus an Herausforderungen zu heranzugehen. Wer nie ein Risiko eingeht, wird auch nur selten gewinnen.

Heute ist Nacktheit im Film oder auf Fotos ganz normal. Überall sieht man nackte Menschen. Das finde ich einerseits toll, weil es ein viel freieres Denken zeigt, andererseits wird es aber manchmal auch ein Bisschen inflationär und ich finde es schade, wenn es dabei manchmal eben nicht mehr um eine Aussage oder ein notwendiges Element geht, mit dem eine Geschichte erzählt wird, wenn es nur um Schaulust und ein Mensch durch Bilder oder Videos zum reinen Objekt ohne Wert verkommt, wenn die Hülle alles ist und das, was in ihr steckt, gar nicht mehr interessiert. Das ist für mich ein Grund, mich selber vor der Kamera nicht (ganz) auszuziehen. Vielleicht kommt irgendwann der Moment, in dem ich das für sinnvoll halte, weil es eine Geschichte wirklich weiterbringt. Aber nur, um ein Stück Fleisch unter vielen solcher Fleischstückchen zu sein, mache ich das definitiv nicht. Da fehlt mir der Sinn und Wert. Und nach wie vor gilt, dass man sich damit auch einiges kaputt machen kann, wenn man es falsch oder nicht mit voller Überzeugung tut. Außerdem finde ich es persönlich viel spannender, wenn man eben nicht gleich alles sieht und noch ein Bisschen Platz für die eigene Phantasie bleibt, auch wenn ich mir selber tolle Fotos von anderen Menschen anschaue.

Wie siehst Du als Schauspielerin die Schauspielerin Hedy Lamarr?

Sie hat definitiv Pionierarbeit geleistet und war eine tolle Schauspielerin. Außerdem hat sie eine unglaublich starke und beindruckende weibliche Energie, die zugleich Sanftmut und Emotionalität, aber auch Energie und Durchsetzungskraft vermuten lässt. Das finde ich super!

Gab es in Deinen Musik-, Theaterprojekten bisher Berührungspunkte zu Hedy Lamarr?

Ich durfte mal die Off-Stimme für zwei Info-Videos zum Lamarr Security Research Center der TU Graz sprechen, das nach Hedy Lamarr benannt wurde und in denen es nicht nur um diese Forschungseinrichtung ging, sondern eben auch um Hedy Lamarr und warum man diese Einrichtung nach ihr benannt hat. 🙂

Wie war Dein Weg zu Musik/Theater und was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Ich habe als Jugendliche angefangen in einem der Jugendspielclubs des Linzer Landestheater zu spielen, dort Schauspiel-, Sprech- und Improunterricht bekommen und bald auch angefangen, dort gemeinsam mit anderen auch eigene Theaterstücke und Szenen zu entwickeln. Spätestens nach der ersten Premiere war für mich klar, dass ich das Spielen zum Beruf machen möchte, um möglichst viel Zeit damit verbringen zu können. So habe ich dann – nach ein paar Kurven – eine Schauspielausbildung angefangen und auch abgeschlossen und konnte – gegen alle gängigen Erwartungen  – auch sofort davon leben. (Allerdings habe ich von Anfang an auch immer wieder mal Regie geführt, als Moderatorin, Jongleurin, Sprecherin und mit Feuer gearbeitet und anfangs auch immer wieder mal Workshops gegeben.)

Der Grund, warum ich überhaupt angefangen habe zu spielen, war der Gedanke, dass es mir – wenn es mir mal nicht gut ging – immer geholfen hat, einen guten Film oder ein Theaterstück zu sehen und ich wollte diese Fähigkeit auch selbst lernen: Menschen für ein paar Stunden aus ihrem Alltag herauszunehmen, sie ihre Sorgen, Ängste, Trauer, Wut oder auch nur Langeweile vergessen zu lassen, ihnen eine gute Zeit zu geben und sie dann – mit einem Lächeln, neuen Gedanken und/oder einem guten Gefühl wieder in Ihrer eigenen Welt abzusetzen, den Menschen durch meine Arbeit sozusagen das Leben ein Bisschen schöner und unbeschwerter zu machen. 🙂

Mein derzeit (und hoffentlich auch langfristig) wichtigstes Projekt ist unser eigenes kleines Tourneetheater – das ÜBERALL-THEATER – das ich im Sommer letzten Jahres mit einem guten Freund und tollen Kollegen gemeinsam gegründet habe. Damit bringen wir lehrplanrelevante Klassiker an Schulen, versuchen so (Deutsch-)Lehrer:innen das Unterrichtsleben zu erleichtern, ein Bisschen Farbe in den Schulalltag zu bringen, aber vor allem auch, Schüler:innen für Theater, Kultur, Sprache und Literatur zu begeistern. Und es gelingt uns! 🙂 An einer Schule, an der wir gespielt haben, wollten die Schüler:innen danach sogar eine eigene Theatergruppe gründen. 🙂

Was wünscht Dir für Deinen Beruf als Künstlerin?

Weiterhin viele spannende, künstlerisch herausfordernde, aber auch schöne, lustige und abwechslungsreiche Rollen und Stücke, Zusammenarbeiten mit tollen Menschen und Künstler:innen (was jetzt umso einfacher für uns möglich ist, da wir ja als Theaterchefs nun selbst entscheiden, wen wir mit auf Tour nehmen :-)), gegenseitige Inspiration, sich dabei entwickelnde, echte Freundschaften, gemeinsame Erfolge und natürlich genug Buchungen, um auch weiterhin davon leben zu können. 🙂
Und: Trotz dem Schwerpunkt auf meine geliebte Arbeit auch intensive zwischenmenschliche Kontakte (mit Freunden, Familie, Kolleg:innen, etc.) zu pflegen, halten und bestenfalls sogar ausbauen zu können. Das ist manchmal nämlich gar nicht so einfach, aber zum Glück möglich, wenn man es darauf anlegt. 🙂

Was möchtest Du Künstler:innen am Anfang Ihres Weges mitgeben?

Einfach machen! Auch wenn alle sagen, das ist schwierig oder man kann davon nicht leben. Doch! Kann man! Man wird in den meisten Fällen dadurch nicht reich, aber es ist – wenn man ihn gerne macht und nicht aufgibt – der schönste Beruf der Welt. Und: Durchhalten, kreativ sein, weiterentwickeln, weitermachen! Irgendwann läuft’s dann. 🙂 Dann aber bloß nicht aufhören mit dem Arbeiten und Weiterentwickeln, sondern immer weiter fleißig dranbleiben! Und: Geht euren eigenen Weg! Niemand hat die Qualitäten und Besonderheiten, die ihr habt. Nützt das! (Ich mische zum Beispiel oft Schauspiel oder Moderation mit Jonglage oder Feuer, weil das eben was Besonderes ist, was nur wenige können, eben ein Unique Selling Point.) Und: Was viele leider oft vergessen: Nicht zu Hause sitzen und warten, dass euch jemand findet und engagiert! Nur wenn ihr aktiv seid, werdet ihr auch wahrgenommen und gebucht. Ihr seid nicht nur Künstler:innen, sondern auch Unternehmer:innen, die ihr Produkt (sich selbst) vermarkten müssen. Sonst hilft das größte künstlerische Talent nichts, wenn ihr euch nicht dahinter klemmt, dass ihr immer besser und besser werdet und dass ihr gesehen werdet! Und wenn euch erstmal keiner engagiert, dann stellt eben selber was auf die Beine und macht. So bekommt ihr Erfahrung, könnt was herzeigen und zeigt, dass es euch gibt. Und Spaß macht das obendrein! (Arbeit auch, aber das gehört nunmal dazu.) Was übrigens auch enorm hilft ist unkompliziert sein und (potentiellen) Arbeitgeber:innen zeigen, dass man sich wirklich für den Job einsetzt und sich freut, ihn zu haben, gerade weil es eben in unserer Branche nicht selbstverständlich ist, dass man einen (guten) Job hat. Das kann ich sowohl als Künstlerin sagen als auch als Arbeitgeberin in diesem Bereich. Wenn wir merken, dass ein:e  Schauspieler:in, der/die für uns spielt, wirklich mit Freude und Energie dabei ist, ständig daran arbeitet, besser und besser zu werden, sich einbringt und auch mal bereit ist, das eine oder andere kleine Opfer für den Beruf und den Job an unserem Theater zu bringen (z. B. auch mal einzuspringen, wenn ein:e Kolleg:in ausfällt oder mitanzupacken, wo er/sie vielleicht nicht unbedingt müsste oder nicht zu meckern, wenn ein Tag mal sehr anstrengend war, …), dann werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um diese:n Kolleg:in immer und immer wieder zu engagieren, weil so jemand einfach ein Geschenk und eine Freude für jede:n Arbeitgeber:in und für jede Zusammenarbeit ist. Und genau dasselbe habe ich als Künstlerin erlebt, wenn ich für andere gearbeitet habe, dass ich eben immer wieder engagiert oder verlängert werde, weil ich zeige, wie wichtig mir der Beruf und die jeweilige Zusammenarbeit ist.
Und: Seid verlässlich und verbindlich! Wenn man was zusagt, dann hält man das auch, komme was wolle! Ein:e Künstler:in, bei dem/der man nie weiß, wann und ob er/sie auftaucht, ob die Vorbereitung gemacht wurde, ob die vereinbarte Leistung so erbracht wird wie ausgemacht, den/die holt man kein zweites Mal, und wenn er/sie noch so gut ist.

Hättest Du mit Hedy Lamarr gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Ja, sehr gerne! Ich glaube, ich würde den Tag mit ihr einfach gerne in einem Café sitzend und redend verbringen, von ihr lernen, zuhören und Fragen stellen, Erfahrungen austauschen.

Was inspiriert Dich als Schauspielerin an Hedy Lamarr heute?

Vieles! Ihre Vielseitigkeit, ihr Feminismus (über den sie gar nicht groß reden musste, sondern den sie einfach gelebt hat, auch dadurch, dass sie Erfinderin war und technisch gearbeitet hat), ihren Pioniergeist, ihre Neugier (die braucht man, sowohl als Schauspielerin, sicher aber auch als Erfinderin), ihre tolle Ausstrahlung, ihre Stärke (die sie einfach ausstrahlt), ihr Mode- und Stielbewusstsein, ihren Mut und ihren Fleiß.

Darf ich Dich abschließend zu einem Hedy Lamarr Akrostichon bitten?

Heute noch aktuell

Eine tolle Frau

Damals und jetzt

You are special!

Lernen und anwenden

Anders, im besten Sinne

Modebewusst, malerisch

Aktiv

Ruhe und (emotionale) Stärke ausstrahlend

Riesenerfolge

Station bei Hedy Lamarr_ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_ Leipzig _
performing _
Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Wien/Donau_

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig  6/24

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com  6/24

„den Kopf oben behalten!“ Stefan Heuer, Schriftsteller _ Hannover 10.6.2024

Lieber Stefan Heuer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Generell geht der Wecker wochentags um 6.00 Uhr und ich brauche ein bisschen, um in den Tag zu finden … aber heute: angenehm ruhig! Ich habe frei und nutze die Zeit, um an neuen Collagen für eine Serie zu arbeiten. Wie immer läuft dabei ein Hörspiel, gerade ist es eine Holmes-Folge mit den wunderbaren Stimmen von Christian Rode und Peter Groeger. Später werde ich es ausnutzen, dass der Schreibtisch gerade relativ aufgeräumt ist, und an den Feinheiten eines Kindergedichts weiterschreiben, das ich gestern skizziert habe. Und wenn es das Wetter denn zulässt, werde ich heute auch endlich noch die Kohlrabi-Setzlinge pflanzen, die schon einige Tage neben dem Hochbeet stehen …

Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Gerade jetzt ist genau das wichtig, was immer wichtig ist: den Kopf oben behalten! Sich nicht von schlechten Nachrichten lähmen lassen, nicht in sich hineinmeckern, sondern gut informiert dagegenhalten, wo immer es geht und nötig ist. Seine Meinung vertreten, auch wenn es mal unangenehm sein und Freundschaften kosten sollte. Keinen Fußbreit der Dummheit und Ignoranz, auch nicht im Freundeskreis oder der Verwandtschaft! Und natürlich Körperlichkeit. Gegen Isolation, KI und schlechte Gedanken hilft nur Körperlichkeit.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Der Kunst kommt genau die Rolle zu, die man selbst ihr in seinem Leben zugesteht, nicht mehr und nicht weniger. Das kann viel sein, in anderen Fällen nichts bedeuten. Dass sie heutzutage gesellschaftliche Tendenzen beeinflussen kann, denke ich nicht.

Was liest Du derzeit?

Wie viele andere auch, lese ich immer mehrere Bücher/Hefte gleichzeitig – aus unterschiedlichen Anlässen und an unterschiedlichen Orten. Selten zielgerichtet – meistens ziehe ich blind etwas aus dem immer höher werdenden Bücherstapel heraus. Gerade gestern habe ich mit Jürgen Ploogs »Der Raumagent« begonnen; einem Buch, das ich zu Social Beat-Zeiten das letzte Mal gelesen und nun zum Geburtstag in wunderbarer Aufmachung (Galrev) von einem Freund geschenkt bekommen habe. Parallel dazu genieße ich die ersten drei Gedichtbände (Sabine Göttel, Caroline Hartge und Hans Georg Bulla) der neuen Lyrikedition Hannover. Außerdem stecke ich mitten in der OXEN-Reihe, Krimis von Jens Henrik Jensen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Viele Zitate sind leidlich überstrapaziert, und so halte ich mich an die erste Zeile aus dem Song »Der Mann aus Russland« des großen Poeten Stephan Sulke, die eigentlich alles sagt: Im Grunde klingt die Story schrecklich simpel …

Vielen Dank für das Interview, lieber Stefan, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler

Zur Person_  Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler _geb. 1971 in Großburgwedel.

Verheiratet, Vater, Raucher ohne Suchtpotenzial. Lebt und arbeitet in Burgdorf/Hannover.

Malerei, Assemblage, Collage, Combine Painting.

Einzel- und Gruppenausstellungen, Mail-Art-Projekte.

●  „langustenbäume, die auch reden“, Gedichte von Frank Milautzcki zu Collagen von  

     Stefan Heuer

●  „Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner

●  „Einheitskurzschrift“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner (Redfoxpress)

●  „Wonderful Holiday Picture-Stories“, Collage-Kollaboration mit Geronimo Finn

●  „Sprechnotiz / orange“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy

●  „augen I höhen“, Gedichte von Stefan Heuer zu Alpenlomos von Maks Dannecker

●  „SPIELZEIT“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner (Redfoxpress)

●  „Silence Break“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner

●  „Look“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy

●  „THE IMPOSSIBLE EXILE“, Collage-Kollaboration mit Brandstifter (Redfoxpress)

●  „Kühle Tips für heiße Tage“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy (Redfoxpress)

●  „(aus dem) Schneider“, Collage-Kollaboration/Dialog mit Boris Kerenski (Moloko+)

●  „Scharfe Schere – Nacktes Beil“, Collage-Kollaboration/Dialog mit Boris Kerenski

     (Moloko+)

●  “ KLEPPER (special one)“, Collage-Kollaboration mit Svenja Wahl

Zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik, Prosa, Rezensionen und experimentellen Kurzdramen in Literaturmagazinen, Anthologien, Kalendern und Internetforen.

Seit 1997 unterschiedlichste Einzelpublikationen, zuletzt:

●  „werkstatt“, Gedichte, 2015 (parasitenpresse köln)

●  „herzstück“, Gedichte, 2016 (Verlagshaus Berlin)

●  „Katzen im Sack“, Roman, 2017 (Elif Verlag)

●  „Asche in den Wunden“, Gedicht-Dialog mit Urs Böke, 2018 (Ratriot Medien)

●  „Vielleicht ein paar Raben“, Gedicht-Trialog mit Urs Böke & Fabian Lenthe, 2023

     (Moloko+)

Songtexte für die hannoversche Deutsch-Soul-Formation tiefblau und das Elektro-Projekt kannkind.

Elektronische Musik unter den Namen horrak und mixpoke.

www.heuerseite.de

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 30.5.2024

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