„Musik verbindet uns“ Marie&Luise, Liedermacherin _ Klagenfurt 4.7.2024

Liebe Marie-Therese Vollmer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ein Kuss, ein Kaffee und eine schnelle Dusche — die heilige Dreifaltigkeit meines Aufstehens. Dann ein kurzer Spaziergang (wenn ich nicht mit meinem Rad ‚Gurki‘ unterwegs bin) durch den Lendhafen zu meinem Arbeitsplatz im CoWorking Space mit den wunderbarsten Menschen. Und dann kommt es darauf an, was gerade los ist, welche Projekte anstehen und in welcher Phase sich diese befinden. Manche Tage stecken voller Austausch und Im-Außen-Sein. Andere bestehen wiederum daraus, dass alles in mir zu sortieren und dafür Worte, Klänge, Bilder zu finden.

Marie-Therese Vollmer ist selbständige Filmschaffende, Liedermacherin, Musikerin.

Aktuell stehen Recherchen für ein neues Dokumentarfilm-Projekt an und ich finde es immer wieder spannend, mich in ein neues Feld hineinzugraben, mich mit unterschiedlichen Perspektiven zu befassen und zu konzeptionieren.

Parallel spielt die Musik immer eine wichtige Rolle und Gitarre Luise hat nur selten Tage, an denen ich sie nicht zumindest für ein paar Minuten zur Hand nehme.

Im Sommer in Kärnten/Koroška zu sein, ist natürlich ein Privileg; ein Abstecher zum See für eine kleine Abkühlung oder auch um sich zwischendurch mal das Hirn zu waschen (Hirne waschen und ab ins Bett von meta bene – eine absolute Empfehlung), ist schon immer wieder drin und ein großes Stück Lebensqualität.

Was die Abendgestaltung angeht: Wir haben grandiose Kunst- und Kulturschaffende, die hier ein vielseitiges Angebot stemmen, oft mit sehr ‚ausbaufähigen‘ Mitteln… (Falls jemand Geld loswerden möchte, ich hätte Vorschläge.)

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Genügend Trinkwasser und weltweite Lebensmittelsicherheit – for starters. Die Ressourcen, die unsere ganz existenziellen Bedürfnisse betreffen, sind nicht endlos und nicht selbstverständlich. Es wäre hilfreich, wenn wir uns darauf endlich verständigen.

Ansonsten würde ich sagen: Dass wir uns einander zuwenden und dabei offen bleiben. Dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam an Wegen, an Lösungen arbeiten, statt uns gegenseitig das Leben unnötig schwerer zu machen, als es ohnehin oft ist.

Was es dafür meiner Meinung nach braucht: Empathie. Liebe. Mut. Zuversicht.

Eine Voraussetzung dafür ist, glaube ich, eine gesunde Beziehung zu sich selbst. Und was ich uns allen zudem sehr wünsche, weil es vieles leichter macht: Humor.

Mein Vater ist im letzten Jahr an Krebs gestorben. Und auf diesem harten Weg hat er es geschafft, sich seinen großartigen Humor zu bewahren. Das hat mich tief beeindruckt und viele Situationen erträglicher gemacht. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Was mich an der Musik immer und immer wieder aufs Neue fasziniert, ist diese unmittelbare Wirksamkeit. Da entsteht sofort ein Resonanzraum… Es lässt sich ein Gefühl von Verbundenheit herstellen zwischen völlig fremden Menschen. Das ist einer der Aspekte, die ich am live spielen so unendlich liebe.

Musik verbindet uns. Obwohl mir Worte so wichtig sind und der Fokus bei meiner Musik ja meistens auf den Texten liegt, ist die Musik die universelle Sprache, die immer vermitteln kann. Letztens hab ich ein ganz kleines intimes Konzert in Dortmund gespielt und da war ein junger Mann aus der Ukraine, der noch sehr wenig Deutsch verstanden hat. Am Ende des Abends haben wir uns unterhalten und er sagte: i don’t understand much, but i feel. Das bringt es schön auf den Punkt, finde ich. Und das gilt für Musik ebenso wie für die Kunst allgemein. Sie führt uns manchmal tief in uns hinein, aber auch aus uns hinaus.

Ich finde auch, dass Irritation eine große Stärke der Kunst ist, die ungemein wichtig ist und die wir immer (mehr) brauchen. Während Algorithmen uns mit unseren eigenen Meinungen aus unseren Bubbles füttern, kann die Kunst uns diese Blasen immer wieder aufstechen, uns mit anderen Sichtweisen und Zugängen konfrontieren oder uns sogar zu neuen Ansätzen inspirieren. 

Was das Medium Film betrifft, sehe ich ganz viel Kraft im Eintauchen-Können in andere Lebensrealitäten, Erfahrungswelten, im Aufmachen von Möglichkeitsräumen, dem neuen In-Beziehung-Setzen verschiedener Perspektiven auf ein Thema.

Wenn gute Dokumentarfilme so viel gesellschaftlichen Einfluss nehmen würden wie Hollywood auf die Vorstellung von „romantischer Liebe“ wäre auch viel gewonnen, glaube ich.

Was liest Du derzeit?

Menata Njie: In der Drehtürfalle +

Maria Cervenka: Der Kirschbaum +

Sontag. Her Life, eine Biographie über Susan Sontag geschrieben von Benjamin Moser.

Welchen Textimpuls / welches Zitat möchtest Du mitgeben?

Aus dem eben genannten Werk über Susan Sontag:

Q: Do you succeed always?

A: Yes, I succeed thirty percent of the time.

Q: Then you don’t succeed always.

A: Yes, I do. To succeed 30 % of the time is always.

  • From the journals of Susan Sontag, November 1, 1964

Und von George Elliot:

 „What do we live for, if not to make life less difficult for each other?“

Marie-Therese Vollmer _ Filmschaffende, Liedermacherin, Musikerin.
Foto: Lendhauer Saisoneröffnung 2024, Präsentation Postkartenbuch_Klagenfurt

Vielen Dank für das Interview, liebe Marie-Therese, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Film-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Marie&Luise _ Marie-Therese Vollmer _ Filmschaffende, Liedermacherin, Musikerin.

Zur PersonMarie-Therese Vollmer, Erdenbewohnerin mit Lebensmittelpunkt Klagenfurt/Celovec.

1987 geboren in Northeim (De).

Abschluss Masterstudium Angewandte Kulturwissenschaft an der Alpen-Adria-Universität.

2017 Einstieg in die Filmbranche durch Mitarbeit am Kino-Dokumentarfilm MIND THE GAP (Regie: Robert Schabus). Tätigkeiten von Recherche und Konzeptarbeit über Produktionsassistenz zu Aufnahmeleitung und Regieassistenz (z.B. alpenland-film.at)

Kurzfilmprojekte mit Bertram Knappitsch, u.a. KINDER MACHEN KINO, gelebte Filmvermittlung mit Kindergarten- und Schulkindern.

Unter dem Namen MARIE & LUISE als Liedermacherin aktiv. Auftritte u.a.: FM4 Protestsongcontest 2022; Dolga noč žensk; VISIBLE Festival — 72 Stunden Feminismus.

2022 Debütalbum doppelleben: marieundluise.bandcamp.com .

2023 erste Filmmusik für Dokumentarfilm (Gitarre, instrumental).

2024 Mitarbeit an Musik(-Komposition) für Kinderhörbücher.

Fotos _ 1-6 Helga Rader; 7 Johannes Puch.

Walter Pobaschnig _ 28.6.2024

https://literaturoutdoors.com

„Kultur ist Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ Gerald Lagler, Künstler _ Stm. 3.7.2024

Lieber Gerald Lagler, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Relativ banal: Ich stehe um 5:30 Uhr morgens auf, frühstücke mit meiner Lieblingsfrau ausgiebig, steige in die Bahn Richtung Frohnleiten, betreue ein Kind mit Beeinträchtigung im Unterricht in der 1. Klasse Mittelschule. Danach kommt das Mittagessen auf den Tisch (ab und zu eher nachmittags!) und dann beginnt meine Leidenschaft zu glühen: Mein Arbeitstisch wartet schon und Bleistift und Papier stehen bereit mir creative Unterstützung zu geben. Das geht dann bis in die späten Abendstunden.

Gerald Lagler, Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das ist eine sehr individuelle Frage. Naturgemäß ist es am Wichtigsten in einem friedlichen Land zu leben wo soziale Interessen herrschen, gleich danach käme für mich eine ökologische Lebensweise für mich in Frage und natürlich Gesundheit und auch Kultur, die das gesamte Leben lebenswert macht.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Die Kunst ist ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft und der Menschheit generell. Ohne Kultur gäbe es keine Kreativität, keine Ideen, keine Zivilisation. Seit Anbeginn der Zeit herrscht das Kulturelle und die künstlerische Vielfalt über das Leben auf dem Planeten – im positiven Sinne. Kultur ist Spiel. Kultur ist das Spiegelbild der Gesellschaft. Kultur ist Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.

Was liest Du derzeit?

Na was wohl? Sämtliche Klassiker der Literatur in Comic-Form: Meine aktuellen Bestseller sind „Il nome della Rosa” von Umberto Eco, gestaltet vom genialen italienischen Illustrator Milo Manara (in italienischer Sprache) und der Graphic Novel „Der Ring des Nibelungen” illustriert von P. Craig Russell, einen Wälzer von 448 Seiten. Kult!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Gerhard Lagler, Künstler

Vielen Dank für das Interview, lieber Gerald, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Gerhard Lagler, Künstler

Zur Person: Gerald Lagler, Künstler 1965 Geburt in Bruck an der Mur
1971-1980 Volks- und Hauptschule, Polytechnicum in Leoben
1980-1985 Grafische Ausbildung an der HTBLA Ortweinplatz in Graz
1985-1986 Meisterklasse für Dekorative Gestaltung an der HTBLA Ortweinplatz in Graz
1986-1987 Tätigkeit als Schaufensterdekorateur bei Kastner & Öhler in Graz
1987 Präsenzdienst in Klagenfurt, Militärgeografische Abteilung im
Mil.-Kdo. Kärnten
1987-1991 Grafiker und Illustrator für die Werbeagentur Preiss & Preiss in Wien
1991-1996 Grafiker und Illustrator für die Werbeagentur GGK in Wien
1997-2007 Selbstständigkeit mit Grafik-Studio in Leoben

2007 Pilotprojekt „1. Strassengler ComicContest“ für die
steirischen Bezirke Graz und Graz-Umgebung
2008-2009 Diverse Tätigkeiten in Graz
Eröffnung der „1. österreichischen Comic.Schule“ in Judendorf-Straßengel
2009 Tätigkeit als Assistent in der Malwerkstatt bei „Jugend am Werk“ in Graz
„2. Strassengler ComicContest“
Präsentation der „Strassengler Comic Krippe“ in der Adventzeit im
Prälatenhaus in Judendorf-Straßengel
Erster „OutdoorComicKurs“ der „1. österreichischen Comic.Schule“ in
Zusammenarbeit mit dem Verein für Diabetiker der Universitätskinderklinik
Graz im Ferien-Camp in Großwilfersdorf


2009-2013 Ausbildung zum Pflegehelfer und Behindertenbegleiter in Graz
2010 „OutdoorComicKurs“ der „1. österreichischen Comic.Schule“ in
Zusammenarbeit mit der Firma „Beck, Koller, Fischer“ in Wiener Neustadt
2012 „OutdoorComicKurs“ der „1. österreichischen Comic.Schule“ in
Zusammenarbeit mit dem Institut „Mensch im Mittelpunkt“ in Würflach und
dem „Lebensspuren.Museum“ in Wels
2013 Beginn der alljährlichen Kooperation der „1. österreichischen Comic.Schule“
mit dem UniGraz@Museum an der Karl-Franzens-Universität unter der
Leitung von Univ.-Prof. Mag. Dr. phil. Nikolaus Reisinger und Mag. Franz
Stangl im Rahmen der jeweils aktuellen Sonderausstellung in Graz
2014 Beginn der Tätigkeit als Schulassistent für den Grazer Verein „ISI“ und
selbstständiger Comic-Illustrator.
Zweiter Platz beim 1. Wiener COMiC_SLAM. Wien. Die COMICS-BOX der
GB*5/12 – die Comicbibliothek im Freien – Poetry-SlamerInnen mit
ComiczeichnerInnen und Slam-Text mit Live-Zeichnung vor Publikum.
2015 „OutdoorComicKurs“ der „1. österreichischen Comic.Schule“ in
Zusammenarbeit mit der „Evangelischen Jugend Steiermark“ in Graz und auf
Burg Finstergrün in Ramingstein sowie mit SchülerInnen des Oeversee-
Gymnasiums in Graz
2016 Live Drawing beim „Comic-Salon” in Erlangen, „NextComic” in Linz sowie
„ViennaComix” und „ComicCon Austria” in Wien und weiterhin zwei
ComicWorkShops im UniGraz@Museum in Graz
2017 Eröffnung des „ComiXeum” und der „1. österreichischen Comic.Schule” am
Mühlweg 9a in Gratwein-Straßengel. Live Drawing und Zeichentische in
Hamburg, Linz und Wien. ComicWorkShop mit der NMS Gratwein und dem
UniGraz@Museum im Rahmen einer Sonderausstellung.
2018 Vernissage/Midissage/Finissage im Grazer „Atelier12” in der
Münzgrabenstrasse 24 zur Ausstellung „10 Jahre 1. österreichische
Comic.Schule” mit allen noch vorhandenen Schlussarbeiten von 2008 bis – Diese werden heuer noch von einer namhaften Jury aus Wirtschaft,
Politik, Kunst und Gesellschaft prämiert und die besten drei Werke im Herbst
mit einem Preis ausgezeichnet: dem „COMiC Panther” in Gold, Silber und
Bronze.
2019 Mehrere ComicWorkShops und -Kurse in Graz und Gratwein-Straßengel.
Buch-Illustrationen für die Schwimmschule „Blue Circus” und die heitere
Biographie des ehemaligen Superintendenten der Steiermark Mag. Hermann
Miklas.
Absage von Förderungen seitens des steirischen KulturLandesrates
Mag. Christopher Drexler. Das Projekt „1. österreichische Comic.Schule”
findet ein jähes Ende. Durch die finanzielle Unterstützung der öffentlichen
Hand ist die Möglichkeiten eines Druckwerkes („Steirischer ComicAnnual”)
nicht mehr gegeben. Die Pforten der creativ-pädagogischen Einrichtung
werden mit Ende 2019 geschlossen.
2020 Daraufhin ein äusserst positives Feedback von vielen Comic-Fans.
Motivation zum Weitermachen bzw. „Renaissance der „etwas anderen
CreativSchmiede”. Aus der „1. österreichischen Comic.Schule” wird der
„COMiC CiRCLE [Comic.Schule.Austria] mit einem neuen Konzept.
Einladung von der Stadt Graz/Amt für Jugend und Familie während der
Semesterferien einen ComicWorkShop durchzuführen.
Cooperation mit der Gemeinde Lieboch und der Unternehmensberatung
Sabathy – Umsetzung der Initiative „Comics können Brücken bauen”:
Gemeinsam mit Migrantinnen werden in einem Asylantenheim Comics gestaltet. Erneute Zusammenarbeit mit dem UniGraz@Museum ein themenbezogener ComicWorkShop im Rahmen der Sonderausstellung „WO WISSEN WÄCHST – 130 Jahre Botanischer Garten Graz”. Einladung zu diversen Comic-Messen die jedoch wegen der Corona-Krise zunächst auf den Herbst 2020 danach sogar auf das Jahr 2021 verschoben wurden. Nur die „Austria Comic Con” in Wels wird realisiert. ComicWorkShops auch direkt im „COMiC CiRCLE [Comic.Schule.Austria] in Gratwein-Straßengel. Projekt „Blue Circus” – Comic/Animiertes Lernspiel via APP 2021 Trotz Corona-Pandemie funktioniert der „COMiC CiRCLE [Comic.Schule.Austria]” ziemlich unbeschadet. Zwar wurden einige Veranstaltungen im CoViD19-Jahr endgültig abgesagt oder zumindest erneut verschoben, jedoch in etwas „abgespeckter” Form fanden diverse ComicWorkShops in Gratwein-Straßengel und in Graz statt. Auch die Möglichkeit einer Präsentation im benachbarten Deutschland (Comic Con Stuttgart) war kurzfristig gegeben … und erfolgreich! 2022 Coronabedingt mit 2 Monaten Verspätung endlich die Präsentation des „COMiC CiRCLE MAGAZiNs” im UniGraz@Museum an der Karl-Franzens- Universität am Anfang des Jahres. Die „Strassengler KirchenMaus feiert ihren 25. Geburtstag. Aus diesem Anlass wird ein Zeichenwettbewerb ausgeschrieben und am Ende des Jahres die zehn besten Arbeiten der „Creativ Challenge 2022” („Wer zeichnet die schönste und lustigste Strassengler KirchenMaus?”) im „COMiC CiRCLE MAGAZiN 2022” im Rahmen einer Gala inklusive Preisverleihung veröffentlicht … 2023 Erneut creative Zusammenarbeit mit einer pädagogischen Institution: die HAK in Weiz wo im Rahmen einer Projektwoche ein 4-tägiger ComicWork- Shop statt findet. 25 Schülerinnen und Schüler nehmen daran teil und fertigen Bildgeschichten zum Thema „Nachhaltigkeit” an. Die Arbeiten werden im „COMiC CiRCLE MAGAZiN 2023” veröffentlicht. Gleichzeitig live zeichnen in der „Artist Alley” vor Publikum bei der „Vienna Comix” im Frühjahr und „Vienna Comic Con” im Herbst. 2024 Start der neuen Saison beim „COMiC CiRCLE” am 29. Februar und 1. März beim ComicProjekt „Götter, Göttinnen und Heldinnen” in Cooperation mit der Volksschule Stattegg bei Graz und der KinderKunstHochschule Steiermark.


Weitere Informationen:
Eltern: Mutter Edith Lagler (01.06.1937 – 23.02.2018)
Vater Ewald Lagler (06.05.1942 – 24.10.2020)
Lebensgefährt*innen:
Elfriede „Frieda” Weingrill (08.05.1937 – 09.11.2023)
von 1985 bis 2012.
Elisabeth Grundauer (geb. 12.09.1961) seit 2013
Haustiere: Goldhamster „Gipsy” (1968 – 1971)
Wellensittiche „Max” und „Moritz” (1972 – 1976)
Meerschweinchen „Toby” (1974 – 1977)
Katze „Susi” (1974 – 1976)
Katze „Cindy” (1976 – 1991)
Kater „Rinaldo” (1989 – 2005)
Kater „Enzo” (1989 – 2002)
Katze „Micky” (1991 – 2004)
Kater „Felix” (1993 – 2006)
Katze „Nera” (1993 – 1997)
Kater „Nepomuk” (1993 – 2005)
Kater „Luigi” (2005 – 2013)
Katze „Laura” (2005 – 2012)
Kater „Aristoteles” (2006 – 2017)
Katze „Ceres” (2006 – 2018)
Kater „Angelo” (2018 – 2019)
Katze „Susi” (2019 – 2022)
Katze „Lucy” (2019 – 2021)
Kater „Maurizio” seit 2023
ComicFiguren:
Rudi, die gezüchtete Kanalratte (1983)
SteirerMan (1987)
Enzo Duck (1987)
Strassengler KirchenMaus (1997)
Arnie, die TouristenMaus (2004)
Affi & Spatzilein (2012)
Hooki/Hucki/Blue Circus (2012)
Conchita’s Wurstfabrik (2014)
SchöcklHexe (2014)
Boris Wolf (2015)
Die (Comic-)Alpen Yetis (2018)
Sven, der steirische Reise-Elch (2018)
Semmi, die TunnelMaus (2018)
Eigene Publikationen:
Strassengler KirchenMausBote (2001 – 2015)
Strassengler Comic Contest – Das Magazin (2007)
Strassengler Comic Annual (2008-2014)
Strassengler KirchenMaus ComicMalBuch (2014)
Steirischer Comic Annual (2015-2019)
Panther Comics (2017)
Panther Comics (2018)
Strassengler KirchenMaus DoppelComicMalBuch (2020)
Corona Comic Malblätter (2020)
COMiC CiRCLE MAGAZiN (seit 2020)
Seit 2018 die Strassengler KirchenMaus präsentiert:
„Steirische ComicStars”, diverse 4-seitige ComicFolder (monatlich)
Illustrationen in diversen Medien:
ATTENSAM KundenMagazin ComicStrip „Sammy” (2001 – 2003)
Humanitas/Tierschutzmagazin Cover „BundesTierschutzGesetz” (2004)
Humanitas/Tierschutzmagazin Cover „Der Prozess” (2006)
Humanitas/Tierschutzmagazin Cover „Der Überfall” (2008)
„Überleben als Mama”, Autorin: Ingrid Stelzer (2011)
„Das 1×1 des Geldes”, Autor: Markus Leyacker-Schatzl (2011)
„Hucki-Malbuch”, Autoren: Harald Pessler/Michael Zacek (2015)
„Erlebnisführer St. Radegund” Autorin: Andrea Adler-König (2016)
„Erlebnisführer St. Radegund” Autorin: Andrea Adler-König (2017)
„Wie gut dass es was im Leben zu Lachen gibt”, Autor Herrmann Miklas (2019)
„Comics übers Quatschen”, Autorin: Christina Rajković (2019)

Fotos _ privat.

Walter Pobaschnig _ 25.6.2024

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„Was bleibt ist die Liebe“ Von Beethovens Mutter bis Kafkas Braut. Dietmar Grieser, Amalthea Verlag

Die Liebe. In ihren so vielen Formen Motor des Lebens und der Welt.

Die Liebe, ein Bogen, der sich durch die Welt und Kunstgeschichte spannt und deren Verbindungen, Freuden und Tragiken bis heute Bühne, Literatur, Musik, Malerei, Tanz und viele weitere Formgebungen inspirieren und antreiben.

Liebe, die ihren Ausdruck sucht und in der Kunst wunderbar findet. Und welche Wege, Umwege und Verluste fand die Liebe nun in dem Leben der Künstler:innen selbst, wie gestaltete sich Leben und Werk im Wunderland der Liebe…

Dietmar Grieser, renommierter Sachbuchautor mit einer ganz außergewöhnlichen Bandbreite in Geschichte, Kunst, Kultur lässt im vorliegendem Buch Lebensgeschichten, Lebenserfahrungen der unerträglichen Leichtigkeit der Liebe mit großer Erzählgabe und erstaunlicher Detailkenntnisse vor den Vorhang der Vergangenheit treten und es sind überraschende Auftritte, die Beethoven, Franz Kafka, Benjamin Britten, Kaiserin Zita, Goethe und mehr in ganz persönlichen Lebenswegen zeigen.

Ein besonders, spannendes wie kurzweiliges Leseerlebnis, das in dieser Form einzigartig ist.

„Was bleibt ist die Liebe“ Von Beethovens Mutter bis Kafkas Braut. Dietmar Grieser, Amalthea Verlag

ISBN-13: 978-3-99050-136-8

Hardcover

1. Auflage, mit zahlr. Abb., 272 Seiten

€ 25,00 inkl. MwSt.

Walter Pobaschnig 6/24

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„Die Sprache der Kunst ist universell“ Heinz Payer, Künstler _ Stm. 2.7.2024

Lieber Heinz Payer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Normaler Lebensalltag eines Witwers, (ordnung- halten des Hauses, kochen, einkaufen,..)

Vormittag: kreatives Arbeiten (nachdenken, zeichnen, malen, schreiben)

Nachmittags : Bewegung (Radfahren) Besprechungen, Beratungstätigkeit.

Abends/Nachts: Veranstaltungen, kreatives Arbeiten

Heinz Payer, Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Kontakte aufrechterhalten, Netzwerke knüpfen, für einander da-sein

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Kunst ist für mich eine besondere Kommunikationsform, ein Mitteilen an die Außenwelt, unter bestimmten Codes und Metaphern , die den künstler:innen helfen, ihre „unaussprechlichen“ Mitteilungen zu verfassen, ich glaube, dass die Sprache der Kunst universell ist, kommt sie doch aus paleoantroplogischer sicht aus entwicklungsgeschichtlich früheren mitteilungsinstrumentarien des körpers.

Was liest Du derzeit?

Ein Bildband : Maria Lassnig

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Meine Zeichnungen sind interessanter als die malereien…“ „Der Radiergummi ist der Erlöser …“ „Die Sprache des Bleistiftes ist spitz, zielgerichtet, nicht zielsicher, verwegen aber nicht frech…“

Heinz Payer, Künstler

Vielen Dank für das Interview, lieber Heinz, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Heinz Payer, Künstler

Fotos _ Mayr; Krosche, privat.

Walter Pobaschnig _ 27.6.2024

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„Gerade noch“ Marie&Luise, Liedermacherin _ Give Peace A Chance _ Klagenfurt 1.7.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gerade noch

In einem Moment

Vor unserer Begegnung

Erschien der Tag düster


Platzregen donnerte herunter

Ergoss sich über

Allen, die wir uns hier versammelt hatten

Chaotisch nach Worten suchend

Empört über die Ungeheuerlichkeiten


Atmen. AUFSTEHEN.


Change ist the only constant thing in life

Hast Du zu mir gesagt

Alles, was ist, könnte auch anders sein

Nichts muss so bleiben

Communities matter

Empathie auch.


Marie&Luise, Marie-Therese Vollmer, 28.6.2024

Marie&Luise, Marie-Therese Vollmer ist selbständige Filmschaffende, Liedermacherin, Musikerin.

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Marie&Luise _ Marie-Therese Vollmer _ Filmschaffende, Liedermacherin, Musikerin.

Zur PersonMarie&Luise, Marie-Therese Vollmer, Erdenbewohnerin mit Lebensmittelpunkt Klagenfurt/Celovec.

1987 geboren in Northeim (De).

Abschluss Masterstudium Angewandte Kulturwissenschaft an der Alpen-Adria-Universität.

2017 Einstieg in die Filmbranche durch Mitarbeit am Kino-Dokumentarfilm MIND THE GAP (Regie: Robert Schabus). Tätigkeiten von Recherche und Konzeptarbeit über Produktionsassistenz zu Aufnahmeleitung und Regieassistenz (z.B. alpenland-film.at)

Kurzfilmprojekte mit Bertram Knappitsch, u.a. KINDER MACHEN KINO, gelebte Filmvermittlung mit Kindergarten- und Schulkindern.

Unter dem Namen MARIE & LUISE als Liedermacherin aktiv. Auftritte u.a.: FM4 Protestsongcontest 2022; Dolga noč žensk; VISIBLE Festival — 72 Stunden Feminismus.

2022 Debütalbum doppelleben: marieundluise.bandcamp.com .

2023 erste Filmmusik für Dokumentarfilm (Gitarre, instrumental).

2024 Mitarbeit an Musik(-Komposition) für Kinderhörbücher.

Fotos _ Helga Rader.

Walter Pobaschnig _ 28.6.2024

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Freiheit im Fokus. Gerda Taro und Robert Capa in Leipzig. Irme Schaber. Hentrich & Hentrich

Es sind zwei ganz außergewöhnliche Künstler:innenleben – Gerda Taro (1910–1937) und Robert Capa (1913–1954) – die vor allemin verschiedenen Stationen des Krieges in der Mitte des 20.Jahrhunderts (Spanischer Bürgerkrieg wie II.Weltkrieg) in ihren Reportagefotografien neue Wege gingen und Maßstäbe in Perspektive/Kampfnähe setzten.

Die Leidenschaft zur Fotografie wurde auch zu einer kurzen Lebenspartnerschaft. Der außergewöhnliche wie gefährliche Stil der Kriegsfotografie wurde schließlich Gerda Taro zum Verhängnis und sie wurde bei Kampfhandlungen 1937 von einem Panzer überrollt und starb an den Folgen der schweren Verletzungen.

Robert Capa wird zum berühmten Kriegsfotografen (Landung der Alliierten in der Normandie/Letzte Kriegshandlungen in Deutschland), dessen  Foto-Dokumentationen bis heute ganz außergewöhnliche Stationen moderner Reportagefotografie darstellen.

Ein topographischer Angelpunkt beider Persönlichkeiten in Lebens- und Zeitgeschichte ist Leipzig. Das „Capa-Haus“ erinnert heute daran.

Irme Schaber, Kunsthistorikerin und Kulturwissenschaftlerin, freie Autorin, Kuratorin und Kunstvermittlerin, legt eine spannende Spurensuche vor, die beeindruckend in Wort&Bild Lebens- und werkstationen öffnet, dokumentiert und zusammenfasst.

„Gerda Taro und Robert Capa – Leben&Werk zweier ganz außergewöhnlicher Persönlichkeiten moderner Kunst und Reportage.“

Freiheit im Fokus. Gerda Taro und Robert Capa in Leipzig. Irme Schaber. Hentrich & Hentrich

Sprache: Deutsch

112 Seiten, Hardcover

51 Abbildungen

ISBN: 978-3-95565-648-5

Erschienen: 2024

18,90 €

Walter Pobaschnig  6/24

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„gemeinsam einen Weg finden mit der Angst, Verzweiflung und auch Wut umzugehen“ Kerstin Ablasser, Schauspielerin _ Wien 27.6.2024

Liebe Kerstin Ablasser, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Um das nötige Kleingeld zu verdienen, arbeite ich in einer Parfümerie. Das bedeutet früh aufstehen und ca. 9 bis 10 Stunden im Geschäft verbringen. An den freien Tagen übe ich zurzeit an meiner Rolle für ein Theaterstück. Im Moment noch alleine, demnächst endlich im Team.

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model _ Wien _
Fotos: „Undine geht“ Literatur outdoors 6/24

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns von der Künstlichen Intelligenz im Feld der Kunst (und auch sonst) nicht einschüchtern lassen. Der Mensch in der Kunst ist durch nichts zu ersetzen. Alles, was wir erleben, fühlen, lernen und lieben fließt in das, was wir erschaffen mit ein.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich denke, das Theater bzw. die Kunst können einen großen Einfluss auf die Gesellschaft ausüben. Gerade jetzt ist es wichtig, die Welt wachzurütteln. Krieg, Geld und Macht sind Themen, die omnipräsent sind und darum behandelt werden müssen. Damit wir gemeinsam einen Weg finden mit der Angst, Verzweiflung und auch Wut umzugehen. Und mit dem Ziel vor Augen, ein friedvolles Miteinander schaffen zu können.

Was liest Du derzeit?

Zurzeit lese ich „Die Häupter meiner Lieben“ von Ingrid Noll. Ich liebe Kriminalromane!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Verschwende keine Zeit auf Mauern einzuschlagen, in der Hoffnung sie in eine Tür zu verwandeln.“  – Coco Chanel

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model _ Wien _
Fotos: „Undine geht“ Literatur outdoors 6/24

Vielen Dank für das Interview, liebe Kerstin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model _ Wien

Alle Fotos _ „Station bei Undine“ Literatur outdoors _ Walter Pobaschnig 6/24  

Walter Pobaschnig _ 24.6.2024

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„Typografie macht Sprache sichtbar“ Irmgard Sonnen, Künstlerin _ Düsseldorf 26.6.2024

Liebe Irmgard Sonnen, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ab dem Vormittag arbeite ich in meinem Atelier. Es befindet sich direkt über meiner Wohnung. Hier gibt es genügend Raum, um die Entwürfe für meine neuen Buchprojekte auszubreiten. Seite für Seite.

Innenseite
Lustwandeln
für Flaneure und Landstreicher
Szenarien eines Spaziergangs
Queredo-Verlag
Irmgard Sonnen ist Kommunikations-Designerin, Künstlerin, Herausgeberin, Honorarprofessorin für Typografie und Editorial Design an der Hochschule Düsseldorf.

Zur Zeit ist der Andruck für eine neue Publikation auf dem Tisch ausgebreitet: Buchräume öffnen Denkräume. Editorial Design – Lehren, Lernen und Forschen sind für mich untrennbar miteinander verbunden und stellen im Rückblick nach 38 Jahren Lehre eine enorme Bereicherung in fachlicher und zwischenmenschlicher Hinsicht dar. Die Auseinandersetzung mit dem Medium Buch stand unter anderem im Fokus meiner Lehre:

»Wir betreten den Raum des Buches, die Seite scheint fast leer zu sein, doch die Zeichen verleihen dem Weiß Bedeutung, das Zeichen ist zu lesen als die Schwelle zu einem Raum, den wir als Leser betreten können«, so der niederländische Typograf Walter Nickels…

Innenseite
Balancieren auf dem Gedankenstrich
zwischen Reden und Schweigen
Queredo-Verlag

Die Nähe zu Sprache und Literatur ist in meinen Arbeiten immer zentral. Typografie kann Sprache sichtbar machen.

Da ich tagsüber viel lese, nachdenke oder am Computer arbeite, treibe ich zum Ausgleich regelmäßig Sport und fahre sehr gern mit dem Rad. Die Wege am Rheinufer bieten dazu Weite und Raum. Sehen und Bewegen ist dabei eine ideale Verbindung. Immer wieder entstehen dabei auch fotografische Arbeiten. Auch das Gehen und Lustwandeln in der Landschaft oder das Flanieren im urbanen Raum gehört zu meinem Ausgleich. Beim Gehen erschließen wir uns die Welt auf allen Sinneskanälen. Der Spaziergänger befindet sich auch immer auf einer Schwelle des Weges. Wir kommen an. Ist es ein Ende oder ein Neuanfang?

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Inmitten der Schwierigkeit liegt die Möglichkeit. (Einstein)

Wir dürfen nicht aufhören nach Lösungen zu suchen.

Solidarität, Akzeptanz, Empathie, das Eintreten für eine soziale und gerechte Gesellschaft, ein geeintes Europa sind wichtige Kernthemen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst zu?

Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen, so Pablo Picasso. Immer wieder neue Perspektiven und Sichtweisen aufzuzeigen, bedeutet ständigen Neubeginn.

Was liest Du derzeit?

Roger Willemsen, Wer wir waren

John Cage, Silence

Tanizaki Jun’ichirō, Lob des Schattens

Welches Zitat, welche Textstelle möchtest Du uns mitgeben?

Was inspiriert?

„Die Kunst ist die wichtigste Inspiration. Auch in unserem Beruf kommt ursprünglich alles aus der Kunst. Aus der Malerei, aus der Bildhauerei und aus der konzeptionellen Kunst. Sie gibt einem immer wieder Impulse und sagt einem auch, wie klein wir eigentlich sind. Die Kunst inspiriert mich und gibt mir Mut. Am meisten gefällt es mir, wenn die Grenzen zwischen Kunst und Kommunikation aufgehoben werden.“ (Klaus Hesse, Designer)

in: Irmgard Sonnen, Anna Blume ist rot. Farbe als Ereignis, Queredo-Verlag

Vielen Dank für das Interview, liebe Irmgard, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Irmgard Sonnen, Kommunikations-Designerin, Künstlerin, Herausgeberin, Honorarprofessorin für Typografie und Editorial Design an der Hochschule Düsseldorf.

Zur PersonIrmgard Sonnen ist Kommunikations-Designerin, Künstlerin, Herausgeberin, Honorarprofessorin für Typografie und Editorial Design an der Hochschule Düsseldorf. Sie gestaltet Bücher und Kataloge an der Schnittstelle von Literatur, Poesie, Bildender Kunst und Design.

Sie wurde 1954 geboren und lebt und arbeitet in Düsseldorf. Für ihre Arbeiten erhielt sie und ihre Studierenden zahlreiche internationale Auszeichnungen.

Bibliographie

Irmgard Sonnen

Zur Poesie des Augenblicks

Ein Tagebuch für 365 Zeitpunkte

Düsseldorf 2004

Irmgard Sonnen

Anna Blume ist rot. Farbe als Ereignis

Düsseldorf 2007

Irmgard Sonnen

Balancieren auf dem Gedankenstrich

zwischen Reden und Schweigen

Düsseldorf 2009


Dieter Fuder

Der Funke der Semantik

Designtheorie als Erkenntnismethodik

Hg. Irmgard Sonnen/Hochschule Düsseldorf 2013


Sprache als Ereignis

Ein allegorischer Liebesbrief

Ausstellungskatalog

»Ideen. Das Buch Le Grand«

von Heinrich Heine

Peter Behrens School of Arts,

Fakultät Design

Hg. Irmgard Sonnen/Hochschule Düsseldorf 2016


Hans Georg Lenzen

Mit leichter Hand

Die szenische Metaphorik des Zeichnerischen Hg. Irmgard Sonnen/Hochschule Düsseldorf 2019


Der Morgen ist schön

Hanni Kowalczyk 1924-2004

Bilder haben Gedanken

Hg. Irmgard Sonnen

Düsseldorf 2020


Irmgard Sonnen, Lustwandeln

für Flaneure und Landstreicher

Szenarien eines Spaziergangs

Düsseldorf 2021


Irmgard Sonnen

Buchräume öffnen Denkräume

Editorial Design – Lehren und Forschen

Düsseldorf 2024


http://www.designbuero-sonnen.de

Fotos _ privat.

Walter Pobaschnig _ 24.6.2024

https://literaturoutdoors.com

Undine geht _ „Ein Ruf nach Veränderung, der Wunsch Grenzen zu überschreiten“ Kerstin Ablasser, Schauspielerin _ Wien 25.6.2024

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _
 performing „Undine geht“
 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

„Immer wenn ich durch die Lichtung kam und die Zweige sich öffneten, wenn die Ruten mir das Wasser von den Armen schlugen, die Blätter mir die Tropfen von den Haaren leckten, traf ich auf einen, der Hans hieß…“

Undine geht, Ingeborg Bachmann, 1961, f.

″Guten Abend.″          

″Guten Abend.″

″Wie weit ist es zu dir?″

″Weit ist es, weit.″

″Und weit ist es zu mir.″ […]

Ja, diese Logik habe ich gelernt, dass einer Hans heißen muss, dass ihr alle so heißt, einer wie der andere, aber doch nur einer. Immer einer nur ist es, der diesen Namen trägt, den ich nicht vergessen kann, und wenn ich euch auch alle vergesse, ganz und gar vergesse, wie ich euch ganz geliebt habe…

Und wenn eure Küsse und euer Samen von den vielen großen Wassern – Regen, Flüssen, Meeren – längst abgewaschen und fortgeschwemmt sind, dann ist doch der Name noch da, der sich fortpflanzt unter Wasser, weil ich nicht aufhören kann, ihn zu rufen, Hans, Hans …

„Ihr Monstren mit den festen und unruhigen Händen, mit den kurzen blassen Nägeln, den zerschürften Nägeln mit schwarzen Rändern, den weißen Manschetten um die Handgelenke, den ausgefransten Pullovern, den uniformen grauen Anzügen, den groben Lederjacken und den losen Sommerhemden!…“

Es gibt keine Fragen in meinem Leben.

Ich liebe das Wasser, seine dichte Durchsichtigkeit, das Grün im Wasser und die sprachlosen Geschöpfe (und so sprachlos bin auch ich bald!), mein Haar unter ihnen, in ihm, dem gerechten Wasser, dem gleichgtültigen Spiegel, der es mir verbietet, euch anders zu sehen. Die nasse Grenze zwischen mir und mir …“

Ich habe keine Kinder von euch, weil ich keine Fragen gekannt habe, keine Forderung, keine Vorsicht, Absicht, keine Zukunft und nicht wusste, wie man Platz nimmt in einem anderen Leben. Ich habe keinen Unterhalt gebraucht, keine Beteuerung und Versicherung, nur Luft, Nachtluft, Küstenluft, Grenzluft, um immer wieder Atem holen zu können für neue Worte, neue Küsse, für ein unaufhörliches Geständnis: Ja. Ja.

Wenn das Geständnis abgelegt war, war ich verurteilt zu lieben; wenn ich eines Tages freikam aus der Liebe, musste ich zurück ins Wasser gehen, in dieses Element, in dem niemand sich ein Nest baut, sich ein Dach aufzieht über Balken, sich bedeckt mit einer Plane. Nirgendwo sein, nirgendwo bleiben. Tauchen, ruhen, sich ohne Aufwand von Kraft bewegen – und eines Tages sich besinnen, wieder auftauchen, durch eine Lichtung gehen, ihn sehen und ″Hans″ sagen. Mit dem Anfang beginnen…“

„…wenn ich eines Tages freikam aus der Liebe, musste ich zurück ins Wasser gehen, in dieses Element, in dem niemand sich ein Nest baut, sich ein Dach aufzieht über Balken, sich bedeckt mit einer Plane. Nirgendwo sein, nirgendwo bleiben. Tauchen, ruhen, sich ohne Aufwand von Kraft bewegen – und eines Tages sich besinnen, wieder auftauchen, durch eine Lichtung gehen…“

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _
 performing „Undine geht“
 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ Wien

 performing „Undine geht“ _

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Fotos_Donau_Wien.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Liebe Kerstin Ablasser, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

  • Der Text vermittelt mir ein starkes Aufbegehren. Ein Ruf nach Veränderung, der Wunsch Grenzen zu überschreiten sowie gesellschaftliche und politische Zustände nicht einfach hinnehmen zu wollen.

Wie siehst Du „Undine“?

  • Undine ist für mich weiblich konnotiert – vielleicht weil ich mich selbst in ihr sehen möchte. Sie ist ein geheimnisvolles Wesen, das mit einer inneren Unruhe zu kämpfen hat. Sie will sich spüren, will alles und jeden aufwühlen, will genießen und aus dem Vollen schöpfen, will erobern und erobert werden…

„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

  • Das Konzept der Frau, die sich lediglich um das Wohl des Gatten und der Kinder kümmert und den Haushalt führt, ist mittlerweile veraltet. Aber dennoch hat sich dieses Bild der perfekten und aufopfernden Frau/Mutter/Gattin immer noch in vielen Köpfen manifestiert. Genauso wie das Bild des immer starken Mannes, der das Geld nach Hause bringen muss. Ja, es gibt bereits viele Ansätze und Versuche, dieses Konstrukt zu durchbrechen, aber es liegt noch ein steiniger Weg vor uns. Wir müssen uns alle gegenseitig mehr unterstützen, einander zuhören und respektieren.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

  • Beängstigend, vor allem wenn es um Gewalt gegen Frauen geht. Zum heutigen Stand (Juni 2024) gab es bereits 12 Femizide und 25 schwere Fälle von Gewalt gegen Frauen in Österreich. Tendenz leider steigend.

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?

  • Ein gute Kommunikation zwischen den Parteien ist das A und O. Und was macht eine gute Kommunikation aus? – Zuhören und nachfragen, wenn etwas unklar ist. Keine Schuldzuweisungen. Und wichtig: einfühlsam sein oder es zumindest versuchen.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute  mitnehmen?

  • Dass man Gegebenheiten nicht einfach akzeptieren, sondern für sich und seine Meinung einstehen sollte.

Was bedeutet Dir Natur?

  • Natur bedeutet für mich abschalten zu können, Gedanken nachzuhängen, sich zu spüren.

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

  • Wasser schenkt mir Freiheit, ein Gefühl der Glückseligkeit.

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

  • Das wird viele schockieren. Ich bin kein Fan vom Sommer, obwohl ich im Sommer geboren wurde. Die Hitze erdrückt mich, ich bin unfähig, etwas zu tun und das beunruhigt mich. Schon im Winter fürchte ich mich vor dem Sommer. Ich weiß nicht, wo diese Furcht ihren Ursprung hat, ich weiß nur, dass sie da ist. Aber ich versuche, dieser Furcht Herr zu werden, um endlich genießen zu können.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

  • Ich denke, es ist wichtig, sorgsam mit unseren Ressourcen umzugehen. In der westlichen Welt werden zum Beispiel tagtäglich Unmengen an Lebensmitteln einfach weggeworfen, obwohl sie anderswo noch einen guten Zweck erfüllen würden.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?

  • Geduld, Verständnis und viele Streicheleinheiten (verbal und physisch)

Was lässt Liebe untergehen?

  • Gleichgültigkeit dem anderen gegenüber.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel?

  • Ich war immer schon auf der Suche nach dem gewissen Etwas. Ich habe vieles ausprobiert, habe mich aber irgendwie nie richtig „satt“ gefühlt. Das Schauspielen hat mich auf meinen Wegen sozusagen begleitet. Zunächst nur durch Workshops, später (mit 27 Jahren) habe ich eine richtige Ausbildung begonnen.

Welche aktuellen Projektpläne hast Du?

  • Ich werde kommendes Frühjahr die Rolle der Sophie Gladwell in „Ein Fall für Pater Brown“ bei „Unser Theater“ im 19.Bezirk in Wien spielen.

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

  • „Wohl euch! Ihr werdet geliebt, und es wird euch viel verziehen. Doch vergesst nicht, dass ihr mich gerufen habt in die Welt, dass euch geträumt hat von mir, der anderen, dem anderen, von eurem Geist und nicht von eurer Gestalt, der Unbekannten, die auf euren Hochzeiten den Klageruf anstimmt, auf nassen Füßen kommt und von deren Kuss ihr zu sterben fürchtet, so wie ihr zu sterben wünscht und nie mehr sterbt: ordnungslos, hingerissen und von höchster Vernunft.“

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?

U Unfassbar

N Natürlich

D Durchdringend

I Inbrünstig

N Nebulös

E Einnehmend

G Gefühle

E Erlebtes

H Heimweh

T Tauchgang

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _
 performing „Undine geht“
 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ Wien

 performing „Undine geht“ _

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Fotos_Donau_Wien.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Kerstin & Thomas Ablasser & Cosmo – herzlichen Dank für die spontanen Gastrollen lieber Thomas&Cosmo!
Kerstin Ablasser und Walter Pobaschnig

Alle Fotos & Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 6/24

„arbeiten, lesen, informieren, Freunde treffen, mich ärgern,  mich wundern“ Erika Swoboda, Künstlerin _ Sternhof/Arnfels/Stm. 25.6.2024

Liebe Erika Swoboda, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wann immer es mein Programm zulässt, beginne ich seit ca. 50 Jahren meinen Tag mit Yoga-Übungen. Sie stabilisieren mich für den weiteren Tag. Mag da kommen was will: arbeiten, lesen, informieren, Freunde treffen, mich ärgern,  mich wundern, an den Tod denken und mich freuen, dass ich noch da sein darf.

Erika Swoboda,, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Lassen wir uns nicht, und unter keinen Umständen auseinanderdividieren, und stehen wir für den Frieden 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Die Kunst der Künste in unserer Zeit ist es, bei sich und der eigenen Überzeugung zu stehen, aber auch flexibel zu sein, und sich belehren lassen, indem man fake und fakt unterscheiden lernt. Menschen mit anderen Überzeugungen und Meinungen mit Respekt begegnen. Über allen Ideologien und Meinungen steht der Mensch.

Was liest Du derzeit?

Alle paar Jahre lese ich Dostojewski. Jetzt ist es mal wieder so weit!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Sprichwort aus meiner Kindheit fällt mir ein:

„Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu“!

Erika Swoboda,, Künstlerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Erika, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Erika Swoboda, Künstlerin

Zur Person: Erika Swoboda, „Ich über mich“

Ich wuchs auf in einem jener Altwiener Häuser, an dem sich auf der Rückseite, dem Fußgänger verborgen, ein etwas verwilderter herrlich duftender Garten befand.

Das Schönste an diesem Garten aber war der riesige Maulbeerbaum, der unter Naturschutz stand. Wenn ich die Augen schließe, vermeine ich den Geschmack der schwarzen, saftig süßen Früchte zu spüren, und Bilder der Vergangenheit steigen aus meinem Inneren empor.

In diesem Baum war ich daheim, jeder Ast war mir bekannt und blind hätte ich ihn erklettern können. In seinem dichten Blattwerk hatte ich Obdach genommen, und seine Ästen schützten und verbargen mich.

Erst vor wenigen Jahren habe ich mir den Duft der Kindheit wieder zurückgeholt. Vor meinem Haus gibt es Jasmin und Schwertlilien, und wenn ich aus dem Fenster schaue so sehe ich einen Maulbeerbaum, noch klein, aber immerhin, es gibt schon Früchte.

Ich glaube, dass in jener frühen Zeit, in der ich eingehüllt war von Duft, Frucht und Blatt eine natürliche Prägung entstanden ist, der ich meine heutige Hingezogenheit zu Kräutern, Wurzeln und Blüten verdanke.

Die Natur hat mich aber nicht gleich eingeholt, war ich doch eine echte Großstadtpflanze – ein Nachtschattengewächs, wie einer meiner Freunde es treffend ausdrückte.

In der Wiener Szene war ich zwischen Hawelka und Vanilla daheim, befreundet mit vielen Malern, Literaten und Filmemachern.

Meine Vision war mit Menschen in einer Gemeinschaft zusammenzuleben und zu arbeiten. Das begann in Wien, wo ich in mehreren Kommunen gelebt habe, und hat am Sternhof für zwei Jahrzehnte seine Fortsetzung gefunden.

https://www.naturkosmetik.at/erika_swoboda.html

Sternhof: Erika Swoboda „Unser Sternhof“

Liebe Freundin, lieber Freund,

Ich erinnere mich noch lebhaft des sonnigen Tages im August 1974, als mein Mann und ich Wien den Rücken kehrten und in die Südsteiermark fuhren. Bei bestem Wetter parkten wir zum ersten Mal unser Auto neben dem 250 Jahre alten Bauernhaus, das seit jeher „Sternhof“ hieß und von nun an unser neues Zuhause sein sollte. Ich war schwanger und wir wollten unserem Kind die Möglichkeit geben, fern von Asphalt und Lärm aufzuwachsen.

Zur gleichen Zeit begann eine große Stadtflucht. Viele Freunde aus Wien kamen. Einige blieben, andere gingen wieder.
Es kamen auch viele junge Menschen, die vom Sternhof gehört hatten und wissen wollten, wie man trotz kaum vorhandener äußerer Arbeitsmöglichkeiten, eine eigenständige Existenz am Land aufbauen kann.
Andere waren auf der Suche nach neuen Formen des Zusammenseins und inspirierenden Lebensmodellen.
In Kommunen zu wohnen war für mehr als zwei Jahrzehnte mein Lebensmodell, denn kollektiv zu leben, mit vielen verschiedenen Menschen auf kleinstem Raum auszukommen und gemeinsam Probleme zu lösen, war meine wichtigste Sozialisation.

https://www.naturkosmetik.at/unser_sternhof.html

Fotos _ Privat.

Walter Pobaschnig _ 24.6.2024

https://literaturoutdoors.com