„Am Anfang die Keule, das Schwert, und nun“ Stefan Heuer, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Hannover 3.6.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gegner sein, das friedvolle

Ich Mann vs. Mann, Kind vs. Kind verleugnen.

Vor langer Zeit das Magazin der

Erbsenpistole ein Schatz.


Plötzlich kein Spiel mehr, das

Erwachsensein fordert seinen Tribut.

Am Anfang die Keule, das Schwert, und nun

Chemie als Waffe;

Ein Physiker, der Böses denkt …


Atomare, nukleare,


Chauvis an die Front. In den Bunkern
        zwischen Flensburg und Berchtesgaden

Hocken die Kinder, die Alten,

Alle, die nicht an die Wiedergeburt glauben.

Noch kann es gut enden, noch gibt es Hoffnung,
        noch gibt es die

Chance auf Vernunft.

Ein frommer Wunsch, sagt der Verstand …

Stefan Heuer, 30.5.2024

Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler

Zur Person_  Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler _geb. 1971 in Großburgwedel.

Verheiratet, Vater, Raucher ohne Suchtpotenzial. Lebt und arbeitet in Burgdorf/Hannover.

Malerei, Assemblage, Collage, Combine Painting.

Einzel- und Gruppenausstellungen, Mail-Art-Projekte.

●  „langustenbäume, die auch reden“, Gedichte von Frank Milautzcki zu Collagen von  

     Stefan Heuer

●  „Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner

●  „Einheitskurzschrift“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner (Redfoxpress)

●  „Wonderful Holiday Picture-Stories“, Collage-Kollaboration mit Geronimo Finn

●  „Sprechnotiz / orange“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy

●  „augen I höhen“, Gedichte von Stefan Heuer zu Alpenlomos von Maks Dannecker

●  „SPIELZEIT“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner (Redfoxpress)

●  „Silence Break“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner

●  „Look“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy

●  „THE IMPOSSIBLE EXILE“, Collage-Kollaboration mit Brandstifter (Redfoxpress)

●  „Kühle Tips für heiße Tage“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy (Redfoxpress)

●  „(aus dem) Schneider“, Collage-Kollaboration/Dialog mit Boris Kerenski (Moloko+)

●  „Scharfe Schere – Nacktes Beil“, Collage-Kollaboration/Dialog mit Boris Kerenski

     (Moloko+)

●  “ KLEPPER (special one)“, Collage-Kollaboration mit Svenja Wahl

Zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik, Prosa, Rezensionen und experimentellen Kurzdramen in Literaturmagazinen, Anthologien, Kalendern und Internetforen.

Seit 1997 unterschiedlichste Einzelpublikationen, zuletzt:

●  „werkstatt“, Gedichte, 2015 (parasitenpresse köln)

●  „herzstück“, Gedichte, 2016 (Verlagshaus Berlin)

●  „Katzen im Sack“, Roman, 2017 (Elif Verlag)

●  „Asche in den Wunden“, Gedicht-Dialog mit Urs Böke, 2018 (Ratriot Medien)

●  „Vielleicht ein paar Raben“, Gedicht-Trialog mit Urs Böke & Fabian Lenthe, 2023

     (Moloko+)

Songtexte für die hannoversche Deutsch-Soul-Formation tiefblau und das Elektro-Projekt kannkind.

Elektronische Musik unter den Namen horrak und mixpoke.

www.heuerseite.de

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 30.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„Als Künstler müssen wir überleben… moralisch, wirtschaftlich, inhaltlich“ Christian Dörge, Schriftsteller _ München/Linköping/SWE 2.6..2024

Lieber Christian Dörge, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?  

Mein Tag ist – naturgemäß – wie stets konsequent strukturiert: Ab 5.30 Uhr sitze ich im am Schreibtisch, checke die über Nacht eingegangenen E-Mails, beantworte diese direkt (oder auch nicht), anschließend folgen ein, zwei Stunden täglicher Büro-Routine. Danach… wird entweder geschrieben oder komponiert/aufgenommen, je nachdem, ob ich gerade an einem Buch oder an einem neuen Album arbeite. Von unwesentlichen Pausen/Unterbrechungen abgesehen, dauert mein Arbeitstag bis ca. 22.00 Uhr.

Christian Dörge_ Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?  

Kontinuität, Resonanz, friedliche Ko-Existenz. Insbesondere als Künstler sollten wir abbilden, was oft nur wortreich gefordert, im beruflichen Umfeld jedoch nicht oder nur mangelhaft umgesetzt wird: ein friedliches Miteinander, Progression ohne Ideologie, Kunst und Kultur als Gefäß, nicht als zertrennendes, eitles Schwert.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?  

Aufbruch und Neubeginn – gesellschaftlich, politisch – wird (hier sollte man realistisch sein) weder von der Kunst noch von der Literatur geprägt, motiviert oder wirkmächtig begleitet. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, Kunst könne politische oder gesellschaftliche Entscheidungen/Entwicklungen beeinflussen. Gelegentlich schmücken sich Politik und Gesellschaft mit Kunst, mit Literatur, jedoch allenfalls zur Bestätigung entsprechender Positionen oder Gesinnungsansprüche. Kunst und Literatur sind bestenfalls Begleiter im Schatten, Illustratoren eines Für und Wider. Etwas anderes zu glauben hieße, die Wirklichkeit zu ignorieren.

Persönlich mag man Kraft und Perspektive aus Kunst und Literatur (be)ziehen, aus den Werken Dritter, aus den eigenen Werken. Aufbruch und Neubeginn bedeuten persönlich, im Strudel der Veränderungen und im Schrillen und Schreien der Medien nicht unterzugehen oder gar zu verzweifeln. Als Künstler müssen wir überleben… moralisch, wirtschaftlich, inhaltlich. Relevanz ist hier eine Frage der Selbstdisziplin.

Was liest Du derzeit?

Kronos von Rainald Goetz – und mein eigenes Stück Crowley, der Antichrist, weil ich die Inszenierung vorbereite.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?  

»Ich muss nicht über die Zukunft schreiben. Für die meisten Menschen ist die Gegenwart der Zukunft so ähnlich, dass bereits die Gegenwart außerordentlich beängstigend ist.« William Gibson

Vielen Dank für das Interview, lieber Christianviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Musik-, Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Christian Dörge _ Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur.

Zur Person_ Christian Dörge, Jahrgang 1969.

Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur.

Erste Veröffentlichungen 1988 und 1989: Phenomena (Roman), Opera (Texte).

Von 1989 bis 1993 Leiter der Theatergruppe Orphée-Dramatiques und Inszenierung

eigener Werke, u.a. Eine Selbstspiegelung des Poeten (1990), Das Testament des Orpheus (1990), Das Gefängnis (1992) und Hamlet-Monologe (2014).

1988 bis 2018: Diverse Veröffentlichungen in Anthologien und Literatur-Periodika.

Veröffentlichung der Textsammlungen Automatik (1991) sowie Gift und Lichter von Paris (beide 1993).

Seit 1992 erfolgreich als Komponist und Sänger seiner Projekte Syria und Borgia Disco sowie als Spoken Words-Artist im Rahmen zahlreicher Literatur-Vertonungen; Veröffentlichung von über 60 Alben, u.a. Ozymandias Of Egypt (1994), Marrakesh Night Market (1995), Antiphon (1996), A Gift From Culture (1996), Metroland (1999), Slow Night (2003), Sixties Alien Love Story (2010), American Gothic (2011), Flower Mercy Needle Chain (2011), Analog (2010), Apotheosis (2011), Tristana 9212 (2012), On Glass (2014), The Sound Of Snow (2015), American Life (2015), Cyberpunk (2016).

Rückkehr zur Literatur im Jahr 2013: Veröffentlichung der Theaterstücke Hamlet-Monologe und Macbeth-Monologe (beide 2015) und von Tristana – Eine Werkausgabe (2022), einer ersten umfangreichen Werkschau seiner experimentelleren Arbeiten.

2021 veröffentlicht Christian Dörge mehrere Kriminal-Romane und beginnt drei Roman-Serien: Die unheimlichen Fälle des Edgar Wallace, Ein Fall für Remigius Jungblut und Friesland.

2022 folgen zwei weitere Krimi-Serien: Noir-Krimis um den Frankenberger Privatdetektiv Lafayette Bismarck und München-Krimis mit Jack Kandlbinder, der in der bayrischen Landeshauptstadt die merkwürdigsten Verbrechen aufzuklären hat.

2023 erscheinen Dörges neuen Alben Kafkaland, Lycia, sich entfernen und Halbes Superego.

Website: https://www.christiandoerge.de/

Walter Pobaschnig _ 8.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„aufs Herz zu hören, Zuversicht und Hoffnung zu haben und Mut zum Handeln“ Karoline Hugler, Schriftstellerin _ Potsdam/D 1.6.2024

Liebe Karoline Hugler, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jetzt im Frühling und Sommer versuche ich, möglichst viele Mahlzeiten im Freien einzunehmen, auf dem Balkon oder im Garten. An manchen Tagen gibt es Theaterproben, an anderen schreibe ich und versuche, vor aller Organisationsarbeit, erst einmal etwas Kreatives zu machen, solange der Geist frisch ist. An den Nachmittagen unternehme ich etwas Schönes mit der Familie. Abends ist meist frei – oder Theatervorstellung.

Karoline Hugler _ Schriftstellerin, Regisseurin, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Menschlichkeit nicht zu verlieren, auch im Miteinander, auch im Kleinen. Den Blick auf die anderen nicht zu vergessen. Die wichtigen Werte im Leben… aufs Herz zu hören, Zuversicht und Hoffnung zu haben und Mut zum Handeln. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Kunst, zumal die Literatur, kann natürlich reflektieren, hinterfragen, was gerade alles so geschieht, Mut machen und vielleicht auch manches bewahren vor dem Vergessen. Vieles ändert sich so schnell. Auch neue Visionen durchspielen – wie Utopien –  oder warnen vor Gefahren, wie Dystopien. Die Kunst sollte sich nicht begrenzen lassen, sich frei behaupten und vor allem Kunst bleiben, unabhängig zwischen all den Einflüssen von Markt, künstlicher Intelligenz und drohenden Versuchen der Zensur.

Was liest Du derzeit?

»Boston« von Upton Sinclair. Über die beiden Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti und das große Unrecht, das ihnen widerfahren ist.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Sie werden nicht in Reih‘ und Glied marschieren

Nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt

Auf einem gottverlass′nen Feld erfrieren

Während ihr euch in weiche Kissen setzt!

Die Kinder schützen vor allen Gefahren

Ist doch meine verdammte Vaterpflicht

Und das heißt auch, sie vor euch zu bewahren!

Nein, meine Söhne geb′ ich nicht –

Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!“

von Reinhard Mey aus dem Lied »Nein, meine Söhne geb’ ich nicht« – unbedingt auch das ganze Lied.

Vielen Dank für das Interview, liebe Karoline, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Karoline Hugler _ Schriftstellerin, Regisseurin, Schauspielerin

Zur Person_ Karoline Hugler wurde 1980 in Neuruppin geboren und ist in Potsdam aufgewachsen. Früh begann ihre Leidenschaft für das Geschichtenerzählen. Als Jugendliche erhielt sie mehrfach den Voltaire-Jugendliteraturpreis, war als Nachwuchsautorin in der Master School Drehbuch und ließ sich zur Schauspielerin ausbilden, um auch noch selber in Geschichten und Figuren zu schlüpfen. Nach verschiedenen Theater – und Filmprojekten hat sie seit 2013 gemeinsam mit dem Regisseur und Autor Julian Tyrasa die künstlerische Leitung des Theaters Comédie Soleil in Werder (Havel), wo sie auch als Schauspielerin und Regisseurin tätig ist und eigene Theaterstücke entwickelt. Sie lebt im Umland von Potsdam.

Aktueller Roman von Karoline Hugler „Meer von Sonnenblumen“

„Max, ein Waisenjunge, der durch den Krieg seine Eltern verloren hat, und der Deserteur Marius, der diesen Krieg verweigert, treffen in einem Zirkus aufeinander. Während der eine davon träumt, Clown zu werden, muss der andere es notgedrungen sein,

um sich zu verstecken. Aus den erzwungenen Gefährten entsteht eine Solidargemeinschaft und wird zur Freundschaft – doch die Bedrohungen von Außen bleiben nicht aus. Marius’ Verfolger sind ihm auf der Spur.

Angesiedelt ist die Geschichte im Zweiten Weltkrieg, doch sie könnte zu jederzeit passieren. Es ist eine Geschichte um Mut und Menschlichkeit, die in ihrer Zeitlosigkeit aktueller denn je ist.

Meer von Sonnenblumen ist gerade vor dem traurigen Hintergrund des Krieges doch ein Buch mit einer unbedingt positiven Haltung – über die Kraft der Liebe zum Leben und zur Freiheit, über Mut, Freundschaft und das Verfolgen seiner Träume – schließlich schafft Max es, seinen Traum zu leben und Clown zu werden.

Es ist ein spannendes, berührendes Buch, das ermutigt, für sich selbst und seine eigenen Überzeugungen einzustehen. Ein Buch für alle – Erwachsene und Kinder – ab 10 Jahre. Für alle, die sich Frieden wünschen.“ (Pressetext, Erzählverlag)

Karoline Hugler zu Ihrem Buch: „Die Ursprungsidee zu dieser Geschichte hatte ich schon mit 17 Jahren. Von da an hat sie mich immer wieder beschäftigt. Die Figuren waren einfach da, wurden Vertraute und ließen mich nicht los. Ihre Geschichte wollte erzählt werden. Über die Jahre habe ich sie immer wieder überarbeitet und weiter entwickelt. Dass sie genau jetzt als Buch erscheint, ist natürliche eine Aussage in dieser Zeit, verbunden mit dem großen Wunsch nach Frieden für die Welt. Das Meer der Sonnenblumen steht dabei für mich für die Lebensfreude. Marius entscheidet sich mit seinem Sprung in das Sonnenblumenfeld für das Leben!“

Über die Illustratorin des Umschlags:

Die Umschlagillustration stammt von der ukrainischen Künstlerin Maryna Hromenko, die in Berlin lebt. Sie war in ihrem Heimatland Ukraine ein Popstar, die für ihren gewagten Einsatz von Farben und unkonventioneller Kleidung bekannt wurde. Maryna Hromenko wurde 1974 in Riga, Lettland, geboren und besuchte das Studio für Bildende Kunst und Zeichnung (1984-1993) und die Designschule (1992-1993) in Kiew. Sie studierte an der Nationalen Universität für Bildende Kunst in Kiew (2003-2008) bei dem Monumentalkünstler und Philosophen Prof. Y.G. Lehenkyi. Die Werke von Maryna Hromenko befinden sich im Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie sowie in privaten Sammlungen in der Ukraine, Russland, Israel, Deutschland und den USA.

Karoline Hugler, Meer von Sonnenblumen

84 Seiten, 13,5 x 21,5 cm,

Hardcover mit Schutzumschlag, Fadenheftung

Der Erzählverlag 2024

ISBN 978-3-947831-97-5

18,00 €

Termine: Die Autorin liest am Sonntag, den 9. Juni 2024 um 17:30 Uhr aus Anlass des Berliner Bücherfestes auf dem Bebelplatz Berlin-Mitte aus ihrem bewegenden Buch.

Über den Verlag:

Der Erzählverlag ist Teil der Literaturstadt Berlin, eine Initiative der Berliner Literaturkonferenz, deren Mitglieder sich für eine gerechte Förderpolitik und gute Rahmenbedingungen für die Produktion und Präsentation von Literatur in der Stadt einsetzen. Sie finden den Verlag beim Berliner Bücherfest vom 8./9. Juni 2024 am Stand D8 auf dem Bebelplatz.

Der Erzählverlag ist eine publizistische Plattform für alle Menschen, die das freie mündliche Erzählen als eine Methode der Begegnung und des Austausches von Erfahrungen und Erlebnissen zu befördern suchen. Unser Ziel ist die Stärkung der Erzählkultur sowie die Förderung der Erzählkunst in ihren beruflichen Anwendungsgebieten. Wir verstehen uns damit als Teil einer Alternativkultur zur überbordenden Digitalisierung menschlichen Lebens – für alle, die etwas zu sagen haben: in Kindergarten und Schule, in Beruf und Therapie, auf der Bühne oder zu Hause zwischen den Generationen.

Kontakt:

E-Mail: kontakt@erzaehlverlag.de

Ansprechpartner: Herr Peter Amsler

Foto Portrait_ Hannes Caspar

Walter Pobaschnig _ 21.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„durch das fallende dünne Gewölk“ Bernhard Hadriga, Musiker _ Wien 31.5.2024

Lieber Bernhard Hadriga, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Alltag ist wie der wohl vieler Interviewpartner:innen hier recht heterogen. Ich starte allerdings so gut es geht nahezu jeden Tag gleich: mit einem Lauf. Das empfinde ich als ungemein bereichernd. Es spendet mir Ruhe, Energie und Struktur.

Im Anschluss an die sportliche Routine widme ich mich der Arbeit des jeweiligen Tages, sei es künstlerische Praxis jeglicher Art, Unterrichten oder produktionsbezogene Tätigkeit.

Ich bin dankbar für den Abwechslungsreichtum – variatio delectat!

Bernhard Hadriga, Musiker (Gitarre & Electronics)

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es gibt sicherlich qualifiziertere Anlaufstellen auf der Suche nach pauschalen Empfehlungen für unsere derzeitige Gesellschaft, ich teile aber gerne mein subjektives Empfinden.

Mir erscheint, die soziopolitischen und -kulturellen Evergreens gelten auch für die Gegenwart: Empathie, Solidarität, Offenheit. Besondere Notwendigkeit sehe ich für das Zuhören, gemeinsame Resonanz, kollektive wie individuelle Reflexion und Ressourcenmanagement in allen Morphen des Begriffs. Die unmittelbare kommunikative Verbundenheit unserer Zeit birgt selbstverständlich unglaubliche Möglichkeiten, verlangt allerdings auch Hingabe zu einer nach wie vor steilen, damit zusammenhängenden Lernkurve. Dabei gilt es eine Flut an Informationen, Berge von Pessimismus und wohl bisher nie dagewesene Schnelllebigkeit zu jonglieren. Es heißt wohl also Ruhe bewahren. Epiphanie ist das sicherlich keine, aber für zu lang geratene Aphorismen reicht es. Ich hoffe, man liest mein Augenzwinkern.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Diese Frage möchte ich wohl auch abseits jedes Aufbruchs und Neubeginns beantworten, da ich die Rolle der Kunst nahezu als allgegenwärtig und immer geltend empfinde: Fragen aufwerfen, Perspektiven herausfordern, Reflexion, Emotion, Verbindung.

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich einen Band an Kurzgeschichten von Fyodor Dostoyevsky, aktuell The Meek One. Parallel dazu komme ich immer wieder auf Lyrik aus Ilse Aichingers Gedichtband Verschenkter Rat zurück.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich schreibe euch keine Briefe,

aber es wäre mir leicht, mit euch zu

sterben.

Wir ließen uns sacht die Monde hinunter

und läge die erste Rast noch bei den

wollenen Herzen,

die zweite fände uns schon mit Wölfen

und Himbeergrün

und dem nichts lindernden Feuer, die

dritte, da wär ich

durch das fallende dünne Gewölk mit

seinen spärlichen Moosen

und das arme Gewimmel der Sterne, das

wir so leicht überschritten,

in eurem Himmel bei euch.

– Ilse Aichinger, Widmung

Vielen Dank!

Ich danke auch!

Vielen Dank für das Interview, lieber Bernhardviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

Bernhard Hadriga, Musiker (Gitarre & Electronics)

5 Fragen an Künstler*innen:

Bernhard Hadriga, Musiker (Gitarre & Electronics)

Zur Person_ Bernhard Anton Josef Hadriga (*1994) ist ein österreichischer Gitarrist und Improvisator mit Wurzeln im Weinviertel. Er absolvierte Studien in Jazz und Popularmusik (BA), wie Jazz und Improvisierter Musik (MA), jeweils mit Auszeichnung in Wien und Linz.

Als freischaffender Künstler mit Lebensmittelpunkt in Wien geht Bernhard Hadriga verstärkt des Vokabularaufbaus im Kontext von Abstraktion der Gitarre und erweiterten Spieltechniken nach. Dabei liegt der Fokus Gitarre & Elektronik als modulares Instrumentennetzwerk zu verstehen. Er arbeitet interdisziplinär als Musiker, als auch als Produzent und Redakteur im Video- und Kurzfilmbereich.

Fotos_ Felix_Fruehauf

Walter Pobaschnig _ 15.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„In der Kunst können wir weit denken, tief fühlen und unsere Sinne verfeinern“ Nadja Kayali, Intendantin _ Villach 30.5.2024

Liebe Nadja Kayali, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Sehr früh aufstehen, Tee trinken, Radio hören (Ö1 natürlich), ins Büro in Villach gehen und arbeiten, zwischendurch Physiotherapie (da ich einen Unfall hatte und wieder gehen lernen muss), dann wieder ins Büro, abends manchmal für meine MitarbeiterInnen kochen und den Tag gemeinsam ausklingen lassen.

Nadja Kayali _
Intendantin des Carinthischen Sommers
Carinthischer Sommer 2024 _ Programmpräsentation (folgendes)

Programm des Carinthischen Sommers 2024:

6.Juli – 4.August 2024

Mit der Saison 2024 starten viele neue Kooperationen mit anderen Festivals und Kulturschaffenden in Kärnten – die gemeinsame Begeisterung für das Kulturland Kärnten öffnet hier neue Perspektiven der Zusammenarbeit.

https://carinthischersommer.at/programm/

Seit Oktober 2023 ist Nadja Kayali Intendantin des Carinthischen Sommers.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ruhe bewahren, sich auf das Miteinander fokussieren, Prioritäten setzen und die Gemeinschaft im Blick und im Herz behalten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Kunst schafft persönliche Freiräume. Darin können wir weit denken, tief fühlen und unsere Sinne verfeinern. Das ist die Grundvoraussetzung, um andere Menschen spüren und wahrnehmen zu können.

Was liest Du derzeit?

Fernando Pessoa, denn ich arbeite gerade an einer Lesefassung für unseren Pessoa Abend am 14.7. mit Michael Maertens und Petra Morzé.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

39. Ode von Ricardo Reis (Heteronyom von Fernando Pessoa)

Um groß zu sein, sei ganz: entstelle und

verleugne nichts, was dein ist.

Sei ganz in jedem Ding. Leg, was du bist,

in dein geringstes Tun.

So glänzt in jedem See der ganze Mond,

denn er steht hoch genug.

Fernando Pessoa (übersetzt von Georg Rudolf Lind): Alberto Caeiro, Dichtungen; Ricardo Reis, Oden. Amman Verlag. Zürich 1986.

Vielen Dank für das Interview, liebe Nadjaviel Freude und Erfolg für den wunderbaren Carinthischen Sommer in seinem so vielfältigen spannenden Programm und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Nadja Kayali _ Intendantin des Carinthischen Sommers

Zur Person_ Nadja Kayali

»Fremdenführerin für Musik« betitelte Alexander Kluge sein Fernsehportrait (2006 SAT 1) über die gebürtige Wienerin mit syrischen Wurzeln, Nadja Kayali. Dem Studium der
Musikwissenschaft und Soziologie folgten Engagements an Theater und Oper, u. a. als
Regieassistentin von Christoph Marthaler (Volksbühne Berlin, Hamburger Schauspielhaus, Salzburger Festspiele), als Dramaturgin an Luzerner Theater und im Betriebsbüro der Opéra du Rhin in Strasbourg.

Seit 1998 inszeniert Nadja Kayali als Regisseurin Projekte, die verschiedene Kunstsparten
auf ungewöhnliche Weise miteinander verbinden. Hinzu kommen Auftritte als Rezitatorin, etwa beim Festival Resonanzen oder beim Festival Imago Dei.

Andererseits ist Nadja Kayali als Moderatorin und als Vortragende für Konzert- und
Operneinführungen sehr gefragt, so war sie über 100 Mal im Rahmen der Salzburger
Festspiele zu hören, begleitete von 2015-2020 den renommierten Streichquartettzyklus
„Belcea/Artemis“ im Wiener Konzerthaus und war in Projekten beim Steirischen Herbst
oder regelmäßig im Musikverein zu Gast.

Seit 2007 gestaltet und moderiert Nadja Kayali Radiosendungen bei Ö1 (ORF), darunter
die prime time Sendung »Pasticcio«.

Von 2022-24 war Nadja Kayali Künstlerische Leiterin des Festivals IMAGO DEI in Krems.

Seit Oktober 2023 ist sie geschäftsführende Intendantin des Carinthischen Sommers

http://www.nadjakayali.com
(Biographie kurz , Mai 2023)

Fotos _ Portrait (1): Sascha Osaka; Programmpräsentation (2,3) : Violetta Stuchlik

Walter Pobaschnig _ 27.5.2024

https://literaturoutdoors.com

Station bei Jim Morrison _ „deep, obsessive, strange“ Christiane Burghofer, Schauspielerin_Wien 29.5.2024

Station bei Jim Morrison_
Christiane Burghofer, Schauspielerin_Wien
Jim Morrison, Sänger, Songwriter, Poet * 8. Dezember 1943 Melbourne,
Florida/USA † 3. Juli 1971 Paris.
Station bei Jim Morrison_
Christiane Burghofer, Schauspielerin_Wien
Jim Morrison, Sänger, Songwriter, Poet * 8. Dezember 1943 Melbourne,
Florida/USA † 3. Juli 1971 Paris.

Station bei Jim Morrison _

Christiane Burghofer, Schauspielerin_Wien

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Christiane Burghofer, Schauspielerin_Wien

Liebe Christiane Burghofer, welche Zugänge gibt es von Dir zu Jim Morrison und den „DOORS“?

Ich habe als Jugendliche viel The Doors gehört, dann lange Zeit fast gar nicht. Als ich mich jetzt für dieses Projekt wieder mehr mit der Musik auseinandergesetzt habe, habe ich gemerkt, dass ich an manchen Tagen einige Lieder als sehr anstrengend, an anderen als sehr meditativ empfinde. Und genau diese ambivalenten Gefühle, die Jim Morrison durch seine Musik auslöst finde ich wahnsinnig spannend.

Gibt es songs, die Du hervorheben möchtest?

People are strange mag ich sehr gern und geistert mir ganz oft im Kopf herum.

Du bist Schauspielerin und Sängerin. Wie siehst Du die Bühnenperformance von Jim Morrison?

Bei den Livekonzerten, die man online findet, hatte ich den Eindruck als wäre er sehr kontrolliert. Manchmal mehr bei sich, manchmal spielerisch mit dem Publikum und dann wieder sehr inszeniert. Er macht meistens nicht viel und was er macht, ist sehr gesetzt. Ein gutes Beispiel für „weniger ist mehr“ würde ich sagen. Ich hab ihm ja trotzdem gern zugeschaut- und gehört.

Wie siehst Du die Umstände seines frühen Todes?

Es klingt alles ein bisschen eigenartig, aber womöglich war es gar nicht so mysteriös wie es jetzt im Nachhinein erzählt wird. Aber who knows…

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Ich starte nächste Woche in die Proben für das Stück „Der Talisman“ im Theater im Hof Enns und direkt anschließend geht es mit den Endproben für „Der Floh im Ohr“ beim Theatersommer Wolfpassing weiter. Der Sommer wird also intensiv und ich freu mich darauf!

Darf ich Dich abschließend zu einem DOORS Akrostichon bitten?

D eep

O bsessive

O ne-of-a-kind

R aw

S trange

Station bei Jim Morrison_
Christiane Burghofer, Schauspielerin_Wien
Jim Morrison, Sänger, Songwriter, Poet * 8. Dezember 1943 Melbourne,
Florida/USA † 3. Juli 1971 Paris.

Station bei Jim Morrison _

Christiane Burghofer, Schauspielerin_Wien

Jim Morrison, Sänger, Songwriter, Poet * 8. Dezember 1943 Melbourne,
Florida/USA † 3. Juli 1971 Paris.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Christinane Burghofer und Walter Pobaschnig

Alle Fotos & Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 5/24

„Theater ist für mich der Raum, um Gesellschaft besser verstehen zu können“ Juliane Aixner, Regisseurin _ Wien 29.5.2024

Liebe Juliane Aixner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Die einzige Konstante in meinem Alltag ist der Kaffee nach dem Aufstehen.

Juliane Aixner, Regisseurin _ aktuelle Produktion: „Körper [sic!]“ _
Theater Arche _ laufende Vorstellungen

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ein realistischer, aber hoffnungsvoller Blick auf Gegenwart und Zukunft.

„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _
Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _
laufende Spieltermine
https://www.theaterarche.at/
„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende)

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Theater ist für mich der Raum, der es möglich macht, eine absurde Realität – sei sie dys- oder utopisch – nachzubilden und zu versuchen, gesellschaftliche Prozesse besser verstehen zu können.

Was liest Du derzeit?

„Hässlichkeit“ von Moshtari Hilal

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„So, na dann, bitte!“

Vielen Dank für das Interview, liebe Juliane, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Juliane Aixner, Regisseurin

Zur Person_ Juliane Aixner (*1996 Klagenfurt a. Wörthersee) hat im Zuge ihres Skandinavistik-Studiums die Sprachen Isländisch und Norwegisch erlernt und einige Zeit in peripheren nordischen Gegenden verbracht. Bereits während ihres Studiums absolvierte sie Regiehospitanzen (Bronski& Grünberg Theater und Burgtheater Wien) und war in den Spielzeiten 2017/18 und 2018/19 EnsembleMitglied von striktambivalent im Zuge der OffenenBurg am Burgtheater Wien.

Seit 2020 arbeitet sie als freie Regieassistentin in Wien und Kärnten. Arbeiten mit Valerie Voigt Firon, Anna Marboe, Fanny Brunner, Igor Bauersima, Isabella Sedlak, Blanka Radoczy u. a. Des weiteren war sie 2022/ 2023 sie am interdisziplinären, performativen Festival Unter dem Pflug der Zeit/ Nën braza të kohës im Kosovo beteiligt.

2024 feiern ihre ersten Regiearbeiten Collective Rage und Körper[Sic!] Premiere.

Aktuelle Produktion von Juliane Aixner : „Körper [sic!]“ Ars ex Machina _ Der menschliche Körper als Abbild einer Gesellschaft.

„Körper [sic!]“ ist der Titel des neuen Projektes von Ars ex Machina, einem Verein, der 2022 von Schauspieler und Kulturjournalist Clemens Janout gegründet wurde, um mit innovativen Formen im Sprechtheater zu experimentieren. Für die aktuelle Produktion hat das vierköpfige Kernteam eigens ein Theaterstück verfasst, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in unserer Gesellschaft auslotet.

Jeder Mensch hat einen Körper. Eine Gemeinsamkeit, die noch lange keinen Garant für Gleichberechtigung darstellt, das war dem Theaterkollektiv Ars ex Machina schnell klar. Ob im TV, auf der Kinoleinwand oder im Internet: Die Masse an stereotypisierten Abbildungen von Menschen prägt unser Verständnis davon, was schön ist. Mit negativen Folgen, denn Schönheit als Ware verkauft sich nur so lange sie exklusiv, also für den Großteil der Menschen unerreichbar bleibt. Welche Auswirkungen heutige Schönheitsideale auf junge Menschen haben, das hat erst kürzlich eine Studie von Saferinternet.at festgestellt. Die jungen Generationen fühlen sich zunehmend von stereotypisierten Körperbildern unter Druck gesetzt. Wenig verwunderlich, führt man sich die französische Kosmetikkette Sephora vor Augen, die mit einer Anti-Faltencreme für Achtjährige wirbt.

Wiener Erstaufführung

Ob jung oder alt, groß oder klein, dick oder dünn: Unser Körper ist und bleibt ein Thema, das uns Menschen unser ganzes Leben lang beschäftigt. Genug Stoff also für einen Theaterabend, so der Gedanke von Schauspieler Clemens Janout, der für die Stückentwicklung „Körper [sic!]“ ein junges Künstler:innenkollektiv versammelt hat, um die Verflechtungen zwischen dem menschlichen Körper und der Gesellschaft zu erforschen. Neben ihm zeichnen die Schauspielerinnen Lara Bumbacher und Julia Hammerl sowie die Regisseurin Juliane Aixner für Konzept und Text verantwortlich. Nach der Uraufführung des mit humorvoller Gesellschaftskritik gespickten Theaterstücks am 1. Mai beim klagenfurter ensemble in Kärnten, gastiert „Körper [sic!]“ zwischen 20. Mai und 8. Juni für sechs weitere Vorstellungen im Rahmen einer Kooperation mit der Theater Arche in Wien.

Aufstrebendes Künstler:innenkollektiv

Bei dem Projekt handelt es sich nicht nur um die zweite Produktion von Ars ex Machina, sondern auch um die zweite Regiearbeit von Juliane Aixner, die erst vor wenigen Monaten ihr Regiedebüt mit „Collective Rage“ am Wiener Ateliertheater gefeiert hat. Zur Mitwirkung bei „Körper [sic!]“ animiert hat die Jungregisseurin auch den Künstler Philipp Pettauer, dessen musikalische Kreationen neulich in Produktionen des Theater am Werk und Kosmos Theater zu hören waren, sowie die aufstrebende Kostüm- und Bühnenbildnerin Svea Egger. Das Schauspielensemble besticht durch die aus der Schweiz stammende Lara Bumbacher, die gebürtige Wienerin Julia Hammerl und den Kärntner Clemens Janout.

Wien-Debüt für Ars ex Machina

Vereinsgründer Clemens Janout hat mit dem interaktiven Monologstück „All das Schöne“ vergangenen Herbst den Einstand von Ars ex Machina gefeiert. Nachdem der Theatertext des britischen Autors Duncan Macmillan ausschließlich in Kärnten gespielt wurde, wird mit der Stückentwicklung „Körper [sic!]“ wenige Monate später erstmals eine Ars ex Machina[1]Produktion in Wien präsentiert.

Neuer künstlerischer Zugang

Statements setzen möchte der Verein sowohl mit der Kunst an sich, als auch mit der Art und Weise, wie sie produziert wird. Ein Arbeiten auf Augenhöhe ohne große Hierarchien stellt vor allem in den darstellenden Künsten nach wie vor die Ausnahmeerscheinung dar – oft zum Leidwesen der mitwirkenden Künstler:innen. Der Zugang von Ars ex Machina soll auch neues Publikum erschließen und Theater wieder zu einem Ort des gesamtgesellschaftlichen Diskurses machen.

http://www.arsexmachina.com

„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _
Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _
laufende Spieltermine

Die Wiener Erstaufführung von „Körper [sic!]“ – ein Theaterstück, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in der Gesellschaft auslotet – findet am 20. Mai um 20 Uhr in der TheaterArche, Münzwardeingasse 2a, 1060 Wien statt. Weitere Vorstellungstermine28. und 29. Mai sowie 6., 7. und 8. Juni, jeweils 20 Uhr. 

Schauspiel: Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout
Regie: Juliane Aixner
Konzept, Text: Juliane Aixner, Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout
Musik: Philipp Pettauer
Bühne, Kostüm: Svea Egger

Alle Fotos_ Tim Dornaus

Walter Pobaschnig 27.5.2024

https://literaturoutdoors.com

Station bei Malina _ „gibt es das Ich überhaupt?“ Sigrid Redl, Schauspielerin _ Wien 29.5.2024

Station bei Malina_
Sigrid Redl, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)
Station bei Malina_
Sigrid Redl, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Foto: Heinz Bachmann, Rom 1962.

Liebe Sigrid Redl, wir sind hier an literarischen Bezugsorten des Romans „Malina“ (1971) von Ingeborg Bachmann in Wien. Sind Dir die Orte hier vertraut?

Der 3. Wiener Gemeindebezirk ist mir natürlich ein Begriff, da ich oft in Wien Mitte, im Stadtpark und auf der Landstraße unterwegs bin. Auch bin ich auf der Suche nach einer Wohnung in genau diesem Bezirk, da ich den 3. von allen Bezirken doch am angenehmsten und sympathischten finde. Auch bin ich schon ab und zu an der Ungargasse vorbeigegangen, ja sogar einmal die Ungargasse entlang gegangen.

Die Gebäude selbst sind mir nur aus dem Roman ein Begriff, allerdings habe ich sie erst beim Shooting das erste Mal auch tatsächlich betreten. Beides sind beeindruckende und schöne Gebäude, in denen viel Energie und Geschichte spürbar ist.

Welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Ingeborg Bachmann und dem Roman Malina?

Um ehrlich zu sein, bis zu diesem Roman war mir nur der Name der Autorin Ingeborg Bachmann ein Begriff, den Roman habe ich erst im Zuge dieses Shootings zu lesen begonnen. Ich habe an den Namen Ingeborg Bachmann immer mit Achtung und auch Bewunderung gedacht, aber nie ein tatsächliches Verlangen verspürt, ihre Werke auch zu lesen. Nun ja, das hat sich mittlerweile deutlich verändert. Ich finde den Roman Malina äußerst spannend und sehr lesenswert. Vieles das darin geschrieben steht, lässt sich für mich, eins zu eins in meiner Welt und meiner Realität wiederfinden, wodurch dieser Roman deutlich schwerer und intensiver zu lesen ist.

Welche Eindrücke hast Du von den Schauplätzen in der Ungargasse, die wir besucht haben?

Alle Plätze haben etwas Besonderes an sich. Oben auf den Dächern der Stadt Wien ist es natürlich unglaublich befreiend, der weite Ausblick, das Gefühl oben über den Straßen zu fliegen ist faszinierend und betörend, den engen Gassen und bedrückend hohen Häusern entfliehen zu können ist reizvoll und wunderbar, aber auch die Gebäude innen, mit ihren alten, mächtigen Treppen, den schönen Wänden oder Eingangstüren aus der Originalzeit bieten mir als Betrachterin so viel Inspiration und Ideen für Geschichten, oder Szenen die diese Treppen und Mauern und Türen vielleicht einmal erlebt haben oder beherbergen durften.

Wie siehst Du den Aufbau und das Konzept des Romans?

Zu Beginn war das Konzept eher befremdlich und es ist im Laufe des Lesens immer wieder überraschend, jedoch je weiter ich vordringe, desto mehr werde ich hineingezogen und das Konzept verschwimmt mit meinen eigenen Gedanken.

Was sind für Dich zentrale Themen und Aussagen des Romans?

Emotionale Abhängigkeit ist für mich vor allem im ersten Kapitel das ausschlaggebende Thema. Sich ständig dafür freizuhalten, dass der/die Geliebte sich meldet oder Zeit hat, gleichzeitig dieses Verhalten verstecken und sich dessen bewusst sein, dass es im Grunde selbstzerstörerisch ist und der andere das nicht sehen darf und wiederum die Unfähigkeit, dieses Verhalten abzulegen. Es wirkt wie Sucht und der Kick ist die Aufmerksamkeit der anderen Person. Wie bei jeder Sucht rückt der „Kick“ in den Lebensmittelpunkt und Süchtige leben nur noch für den nächsten Kick, wie auch die Ich-Erzählerin die Zeit möglichst schnell hinter sich bringen will, bis Ivan sich wieder meldet.

Verdrängung. Die Realität verdrängen und der innere Rückzug in die eigene Wirklichkeit, in der sich jeder selbst Erklärungen baut, mit denen er/sie leben bzw. auskommen kann.

Umgang mit Erlebten, teilweise auch traumatischen Erfahrungen. Die Geschehnisse aus der Nazizeit fallen mir da als Thema ein. Wie geht eine Person, die das miterlebt hat, damit um ohne äußerlich jemanden zu haben, der wirklich helfen kann.

Zum Teil auch Selbstfindung. Was ist das Ich und wann ist das Ich ein Ich und gibt es das Ich überhaupt.

Wie ist die Beziehung zwischen Mann und Frau im Roman dargestellt und wie ist dies heute zu sehen?

Die Beziehung, die die Ich -Erzählerin zu den beiden Männern hat ist denke ich genauso einzigartig wie gewöhnlich. Die Sicht der Ich-Erzählerin ist mir sehr bekannt, für mich ist im Roman auch nicht sehr eindeutig, was „real“ passiert ist und was nur in Imagination der Ich-Erzählerin. Insofern denke ich, dass das, was Bachmann beschreibt, heute noch genauso gültig ist. Es gibt immer noch toxische Beziehungen, in denen nicht alles kommuniziert wird, Missverständnisse vorprogrammiert sind und jeder einzelne versucht möglichst keine echten tiefen Begegnungen zuzulassen, da man sich dabei ja genau dann am meisten sich selbst stellt und es gibt kaum Menschen, die zu sich selbst stehen können und damit zufrieden sind. (Sonst gäbe es wahrscheinlich keine Kriege mehr auf der Welt, oder so…) Eine Beziehung, in der man sich danach sehnt, offene, tiefe und erfüllende Begegnungen zu erfahren und sich dabei ganz sich selbst und dem anderen anvertrauen erfordern Mut und Größe von sich selbst und von den anderen und es ist schmerzhaft. Genauso schmerzhaft ist es zu erkennen und zu entdecken, wenn weder ein Raum genau dafür zur Verfügung steht noch andere groß und mutig genug sind, dasselbe zu wagen für eine gemeinsame schöne Sache.

Und ich denke in der heutigen Zeit, in der Achtsamkeit und Bewusstheit eine immer größere Rolle spielen kommt noch viel deutlicher das Kernproblem zum Vorschein.

Wie beurteilst Du die Protagonisten Ivan, Malina, Ich-Person in Ihrem literarischen Kontext bzw. dem Kontext der Autorin und Ihrer Biografie?

Ich kann die Charaktere nicht beurteilen. Sie sind mehr oder weniger fiktive Figuren, die es jedoch ganz sicher auch im wirklichen Leben so gibt und daher kämpft jeder und jede für sich, seine/ihre Wahrnehmung und Werte. Daran ist nichts zu beurteilen, es ist absolut menschlich.

Für mich wirkt Ivan wie ein Macho, der es braucht, von jemandem so eine Aufmerksamkeit zu bekommen, wie er sie von der Ich-Erzählerin bekommt. Es verleiht ihm ein Gefühl von Macht und Herrschaft über sie, das scheint ihm zu gefallen. Auch das ständige Zurechtweisen und bestimmen, was sie zu tun und zu denken hat, bzw. nicht tun und denken oder fühlen soll gibt ihm gewissermaßen Kontrolle, die ihm Sicherheit und Stärke verleiht. Damit kann er bestimmen, wie nahe sich die beiden kommen, dass er sie damit jedoch verletzt und zerstört scheint ihm nicht klar zu sein, oder es ist ihm egal.

Malina wirkt in der Welt der Ich-Erzählerin teilweise empathielos, teilweise wieder allwissend, was mich fragen lässt, wie viel von Malinas Eigenschaften in der Imagination der Ich-Erzählerin stattfinden.

Welches Frauen- und Männerbild spricht Ingeborg Bachmann in Malina an und wie aktuell ist dies heute?

Ich denke, dass die Gedanken, die Bachmann in ihrem Roman niederschreibt, heute noch genauso aktuell sind. Vielleicht kann man nicht mehr unbedingt von Frauen- und Männerbildern sprechen (nachdem in der heutigen Zeit ja versucht wird die Schubladisierung aufzuweichen und -lösen), aber über eine tiefere Beziehung zwischen zwei Menschen und die Probleme und Grenzen, die dabei in einem selbst und in dem was man selbst wahrnimmt, existieren.

Welchen Einfluss hatte und hat der Roman auf die Entwicklung von Literatur, Kunst und Emanzipation und Gesellschaft?

Das weiß ich nicht.

Wie siehst Du das Ende des Romans?

Naheliegend. Bachmann baut eine Spannung auf, die am Ende zumindest für mich, unerträglich wird. Das Verschwinden der Ich-Erzählerin löst die Spannung und hinterlässt ein bedrückendes und zugleich befreiendes Gefühl.

Gab es in Deinen Schauspielprojekten Berührungspunkte zu Ingeborg Bachmann?

Bis zu diesem Shooting gab es noch keine Berührungspunkte zwischen meinen Projekten und Ingeborg Bachmann.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel?

Ungeplant. Ich habe vor ca. 4 Jahren begonnen klassischen Gesang zu lernen und meine damalige Lehrerin meinte, auf meine Frage hin, klassischen Gesang intensiver und vielleicht sogar beruflich zu machen, ich solle doch ein Schauspielstudium machen, da mir das in der Welt der Opern und des klassischen Gesangs mit Sicherheit auch Vorteile bringen könnte.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

An der Neuen Oper Wien arbeite ich als Regieassistenz momentan an dem Projekt Passion von Pascal Dusapin.

Hättest Du mit Ingeborg Bachmann gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Schwere Frage. Nachdem ich diese Frau ja nicht kenne, kann ich schwer beurteilen, ob ich mich freiwillig mit ihr getroffen hätte und was wir dann gemacht hätten. Wenn ich den Roman als fiktive Autobiografie sehe und die Ich-Erzählerin damit als Ingeborg Bachmann, würden wir uns sehr wahrscheinlich nicht treffen und keinen Tag in Wien verbringen. Nicht weil wir uns nicht verstehen würden, aber ich denke es würde wahrscheinlich ganz einfach an der Terminfindung und -einhaltung scheitern.

Station bei Malina_
Sigrid Redl, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Darf ich Dich abschließend zu einem Malina Akrostichon bitten?

Menschlich

Allein

Leben,

Im

Nirgendwo

Atmen.

Station bei Malina_Roman Ingeborg Bachmann_Wien_1971

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.Juni 1926 Klagenfurt +17.Oktober 1973 Rom

Sigrid Redl, Schauspielerin _ Wien

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Sigrid Redl und Walter Pobaschnig
Mag.Sigrid Redl und Dr.Gertraud Gürtler

Interview und alle Fotos_Romanschauplatz _ Malina_Wien _ Walter Pobaschnig 5/24

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 5/24

„Die Welt wäre besser, wenn Menschen dankbarer wären“ Bernadette Nemeth, Schriftstellerin _ Breitenbrunn/Neusiedler See 28.5.2024

Liebe Bernadette Nemeth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist jeden Tag unterschiedlich. Das würde manche Menschen nervös machen, ich bin sehr froh darüber. Neben meiner Arbeit als Schriftstellerin arbeite ich in Teilzeit als Ärztin in einem Plasmaspendezentrum in Kittsee. Meine Kinder sind noch recht klein – worüber ich sehr froh bin, da die Zeit ohnehin viel zu schnell vergeht – und in jedem Fall ist mir ein gemeinsames Frühstück mit ihnen sehr wichtig.

Wenn ich einen Tag zum Schreiben reserviert habe, versuche ich, schon vormittags viel zu erledigen. Früher war ich kein Morgenmensch, das hat sich geändert. In der warmen Jahreszeit führt mich mein erster Weg auf einen kurzen Rundgang in meinen Garten, für den ich unheimlich dankbar bin. Dieser Check, ob alles wächst und gedeiht, beruhigt mich und gibt mir die innere Ruhe, die ich für kreatives Arbeiten brauche.

Bernadette Németh, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir sollten uns alle ein bisschen mehr auf Dankbarkeit besinnen.  Das ist – wie mir scheint – ein Begriff, der sehr aus der Mode gekommen ist. In Medien, Blogs, Werken wird sehr stark das Negative betont. Wir merken gar nicht, wie sehr uns das blockiert, weil es so viel Angst erzeugt. Dabei gibt es immer etwas, wofür man dankbar sein kann, und sei es nur, in der Früh aufgewacht zu sein. Unser Gehirn ist so gepolt, dass es Dankbarkeit und Angst nicht gleichzeitig empfinden kann. Die Welt wäre besser, wenn Menschen dankbarer wären.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur sollte etwas „zum Mitnehmen“ bieten. Das muss nicht unbedingt oberflächlich sein. Auch für mich persönlich ist Literatur eine Möglichkeit, auf Probleme hinzuweisen, ich versuch jedoch stets, etwas Positives, einen Mehrwert für die LeserInnen, herauszufiltrieren.

Was liest Du derzeit?

„Fuchserde“ von Thomas Sautner aus dem Picus Verlag – zum zweiten Mal. Ein wunderbares Buch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die Wirklichkeit beginnt in deinem Kopf. Du schaffst sie jeden Tag aufs Neue. Wenn du ein Ziel mit  jeder Faser deines Herzens anstrebst, hat das Schicksal gar keine andere Wahl, als es dich erreichen zu lassen.“ (Aus „Fuchserde“, Thomas Sautner, Picus Verlag)

Bernadette Németh, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Bernadetteviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Bernadette Németh, Schriftstellerin

Zur Person_ Bernadette Grohmann-Németh wurde 1979 in Wien geboren und wuchs zweisprachig mit deutsch und ungarisch auf. Von Kindheit an schrieb sie Texte (Prosa und Lyrik) für Zeitschriften und Anthologien und nahm an zahlreichen Schreibwettbewerben teil. Neben dem Medizinstudium und ihrer Arbeit als Medizinjournalistin gewann sie 2001 den 2.Preis bei einem Kurzgeschichten-Schreibwettbewerb der Zeitschrift „Wienerin“. 2010 erschien ihr erster Kurzgeschichten-Band „Der zweite Blick“ – noch unter ihrem früheren Namen Bernadette Németh, inspiriert durch Reisen nach Mittelamerika und Mexiko. 2011 gewann die Medizinerin mit ihrer Kurzgeschichte „Der Wunsch“ den 1. Platz beim Literaturwettbewerb der Menschenrechtsinitiative „With (he)art against fgm“ in der Kategorie Prosa.

2013 gewann sie beim internationalen Sophie-Kinsella-Schreibwettbewerb, Goldmann-Verlag, einen Platz unter den ersten 10 Gewinnertexten. Ihre Geschichte „Ein Glücksfall“ wurde im e-book „Ein Kuss, der mein Leben verändert hat“ veröffentlicht.

Ebenso 2013 erschien ihr erstes Kinder- und Jugendbuch, ein humoristisches „Mut-mach-Buch“ für kranke Kinder im Spital, „Elmedin und der Zaubertukan“. Im Dezember 2013 wurden zwei Gedichte der Autorin in der Lyrik-Anthologie „Mein wilder Traum gegen die Zeit“, Elif-Verlag, veröffentlicht. Es folgten Veröffentlichungen in den Literaturzeitschriften Driesch und Reibeisen.

Im Jänner 2017 Veröffentlichung des Debütromans „Der Rest der Zeit“, Wortreich Verlag. Im August 2017 Platzierung beim Forum Land Literaturpreis Niederösterreich. November 2017 Platzierung beim Lyrikwettbewerb Art Experience in Baden.

Im März 2019 erschien ihr erstes Sachbuch, der Reiseführer „111 Orte für Kinder in Wien, die man gesehen haben muss“ im Emons Verlag, im Jahr 2021 dann der Reiseführer „111 Orte rund um den Neusiedler See die man gesehen haben muss“.

Bernadette Németh _ 111 Orte rund um den Neusiedler See, die man gesehen haben muss
Broschur
ca. 240 Seiten
ISBN 978-3-7408-2157-9
18,00 € [DE] 18,60 € [AT]
Erscheinungsdatum: 27. Juni 2024

https://emons-verlag.de/p/111-orte-rund-um-den-neusiedler-see-die-man-gesehen-haben-muss-7142

Kürzlich erschien neben dem Krimi „Neusiedler Tod“ (Gmeiner Verlag) die 3., überarbeitete Neuauflage ihres Reiseführers, „111 Orte rund um den Neusiedlersee, die man gesehen haben muss“ .

Im Sommer 2024 erscheint ihr nächster Roman „Wunschnovelle“, ein Liebesroman über einen Pianisten beim Verlag Edition Lex Liszt, derzeit arbeitet sie an einem weiteren Roman über ungarische Zwangsarbeiter in der NS-Zeit, für den sie 2020 ein Arbeitsstipendium der Stadt Wien bekam (Arbeitstitel derzeit „Der Ruf der Kraniche“).

Für 2025 ist der historische Roman „Das kleine Weingut am Neusiedler See“ im Gmeiner Verlag geplant.

Bernadette Németh lebt und arbeitet in Breitenbrunn am Neusiedler See. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Publikationsliste Bernadette Németh, Literatur (Belletristik, Lyrik, Sachbuch)

Geplant für 2025: Historischer Roman im Gmeiner Verlag (AT „Das kleine Weingut am Neusiedler See“)

Geplant für 2024: Weiterer historischer Roman „Der Ruf der Kraniche“, sowie Roman „Wunschnovelle“ im Verlag Edition Lex Liszt, weiters der Relaunch des Reiseführers „111 Orte rund um den Neusiedler See die man gesehen haben muss“ im Emons Verlag

-02/24 Krimi „Neusiedler Tod“ (Gmeiner Verlag)

-09/23 Teilnahme an der Publikation „Junge Literatur Burgenland Band 7“ im Verlag Edition Lex Liszt

-02/21 Sachbuch „111 Orte rund um den Neusiedler See die man gesehen haben muss“,  Emons Verlag

-2020 Arbeitsstipendium der Stadt Wien (einmalig 1000 Euro) für den Roman „Der Ruf der Kraniche“ (über ungarische Zwangsarbeiter in der NS-Zeit), erscheint 2024 im Picus Verlag

-07/19 Vortrag von vier Gedichten von Bernadette Németh, „Kirschbaum“, „Der Platz“,

„Warten“ und „Berührung“ von der Schauspielerin Katharina Stemberger im Rahmen

der Literaturmatinée Lampacher Literaturforum Edlitz am So, 7.7.19 in Edlitz

– 03/19 Sachbuch „111 Orte für Kinder in Wien die man gesehen haben muss“, Emons Verlag

– 09/18 Wiederauflage des Kinderbuches „Elmedin und der Zaubertukan“ im Renate Götz Verlag

– 11/17 Platzierung (6.Platz) Lyrikwettbewerb der Art Experience 2017, Gedicht „Oktober“

– 07/17 Platzierung beim Forum Land Literaturpreis, Land Niederösterreich, Gedicht

„Kirschbaum“ und Veröffentlichung in der Anthologie „Durst“

– 01/2017 Debütroman „Der Rest der Zeit“, Verlag Wortreich, Wien

– 10/14: Text „Spinnwebfaden“ im Literaturmagazin „Reibeisen“ 31/2014 , Literaturkreis Kapfenberg, 31/2014

– 12/13: Text „Kristall“ in der Zeitschrift für Literatur & Kultur DRIESCH Nr. 16

(Lesung am 10.12.13 in der Geologischen Bundesanstalt Wien)

– 12/13: Veröffentlichung & Vertonung des Gedichtes „Hoffnung“, Literarischer Adventskalender, 1001 Buch

– 11/13: 2 Gedichte („Taucher“, „Sanduhrentraum“) in der Lyrik-Anthologie „Mein wilder Traum gegen die Zeit“, Elif-Verlag, Nettetal

– 2/13: „Ein Kuss, der mein Leben verändert hat“ – Anthologie mit der Gewinner-

Kurzgeschichte „Ein Glücksfall“, Sophie-Kinsella-Schreibwettbewerb, Goldmann- Verlag

– 4/13: „Elmedin und der Zaubertukan“, Mut-Buch für kranke Kinder, Dortmund-Verlag

-2/13 : Platzierung unter den ersten 10 Gewinnertexten beim Sophie-Kinsella-

Schreibwettbewerb, Goldmann-Verlag, Kurzgeschichte „Ein Glücksfall“ / Thema „Ein Kuss, der mein Leben verändert hat“

3

– 2/12: 1. Preis beim Kurzgeschichtenwettbewerb der Menschenrechtsorganisation „With (he)art against FGM, Kurzgeschichte „Der Wunsch“, Thema: „Mein Körper gehört mir“

– 4/10: Kurzgeschichtenband „Der zweite Blick“, ACABUS-Verlag, Hamburg

– 1/10: Gedicht „Der Baum“ für das Projekt „Wortkraft-Kraftwort – Poesie und Prosa für den Spitalsalltag auf der Homepage des Krankenhauses SMZ Ost

– 12/08: Kurzgeschichte „Sommernachtstraum“, Anthologie Querschnitte 2008, Novum Verlag

– 10/01: 2. Platz beim Kurzgeschichten- Schreibwettbewerb der Zeitschrift „Wienerin“, Text „Sommernachtstraum“/Thema: „Sommernachtstraum“

Darüber hinaus: Zahlreiche Artikel als Medizinjournalistin in diversen Journalen und Zeitungen, populärmedizinische Artikel und Gastkommentare in Print- und Onlinemedien (Standard Online, Presse, Profil, Wiener Zeitung…. )

Fotos_ Sabine Klimpt

Walter Pobaschnig _ 13.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„Kafkas Werkstatt“ Der Schriftsteller bei der Arbeit. Kilcher, Andreas _ C.H.Beck Verlag

Es ist ein Werk als einzigartiges Sprachkunstwerk, welches Franz Kafka, dessen 100.Todestag heuer begangen wird, bis heute als faszinierendes Rätsel Generation um Generation den begeisterten Leser:innen öffnet. Eine Welt tut sich zwischen Buchseiten auf, die Alltag, Existenz und Geheimnis, Ungeheuerlichkeit und Erschütterung in sich birgt. Eine Reise, auf der es immer Neues zu entdecken, erfahren, erleben gibt…

Doch welche Einflüsse hat nun dieses Schreiben? Welche weltanschaulichen, philosophischen, psychologischen und religiösen Bezugspunkte gibt es? Wie formte sich Inhalt und Textstruktur? Wie war die „Werkstatt Kafkas“ aufgebaut? Was können wir darüber erfahren…

Andreas Kilcher, Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft an der ETH Zürich – ebenso ehemaliger Gastprofessor an der Hebrew University in Jerusalem, der Tel Aviv University, der Princeton und der Stanford University – legt nun eine umfangreiche wie spannende Spurensuche nach Text und Inhalt vor und diese ist ein literarisches Abenteuer der Sonderklasse. Biographie und Werk werden großartig geöffnet und auf Bezugspunkte befragt, die von der Psychoanalyse bis zur Theosophie reichen.

„Eine wahre Schatzkiste für Literatur Experten:innen wie Kafka begeisterte Leser:innen!“

„Kafkas Werkstatt“ Der Schriftsteller bei der Arbeit. Kilcher, Andreas _ Beck Verlag

978-3-406-81505-8

Erscheinungsdatum: 16. Mai 2024

302 S., mit 53 farbigen Abbildungen

Hardcover 28,00 €

e-Book 19,99 €

Walter Pobaschnig  5/24

https://literaturoutdoors.com