Lieber Arsén Gürer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus
Als selbstständiger Musiker soll man ziemlich diszipliniert unterwegs sein, also teile ich meine Tage systematisch unter Üben, Komponieren/Produzieren, PR/Organisatorische Beschäftigungen, Unterrichten und Sport. Ich würde eigentlich viel lieber nur komponieren/produzieren, aber dann hat man 100 Stücke, die nie gespielt werden und von niemandem gehört sind und das wäre selbstverständlich nur schade. J
Arsén Gürer, pianist and composer
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Selbstreflexion und ein starkes Verständnis von globalen Ereignissen sind besonders wichtig, wenn wir uns weiterentwickeln wollen, egal was für eine Kunstform wir beherrschen.
In meinem Fall möchte ich meine Sounddesignfähigkeiten entwickeln, um Schreien, Bomben, Ausbeutung, Manipulation, Medienkontrolle, Biowaffen, Weinen, Trösten, Ärger, Oppression.. (ok, ich stoppe..) beschreiben zu können!
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Musik schafft unvergessliche, symbolische Momente. Eine Revolution hat immer einen OST-Playlist. Durch die Verschmutzung von Tiktok/Shorts, usw. wird Musik zu einer unpassenden ‚ „yeaah, burnnt!“-Hype-Rolle‘ gepusht. Aber auch das kommt von der symbolischen Stärke der Musik. Es wird immer Musiker geben, die diese Stärke für nötige, revolutionäre Ziele nutzen werden. Ohne irgendeine Fassade oder „Slay-Internetkultur“ wird Musik uns am Magen greifen und schütteln.
Aktuelles Musikprojekt von Arsén Gürer: NOTYOURORDINARY – Arsén Gürer und Michael Auinger
Was liest Du derzeit?
THE TYGER – William Blake
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
BE REALISTIC – DEMAND THE IMPOSSIBLE!
Vielen Dank für das Interview, lieber Arsén, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Arsén Gürer, pianist and composer
Zur Person:Growing up in a musical family, Arsén Gürer developed a love for the piano at a young age. His teacher and mentor was his grandfather, also a professional violinist/pianist and composer in Istanbul.
After graduating from the Austrian College St. Georg in Istanbul, Arsén came to Vienna to study musicology, classical composition and jazz piano. He completed his education with Wolfgang Reisinger, Martin Wöss, Michael Tiefenbacher, Alexandra Karastoyanova Hermentin, Clemens Salesny and Ulf Diether Soyka, among others.
Arsén worked as a music director at the International Cultural Association Nazim Hikmet and composed as a freelancer for short films and digital advertisements, whilst performing several concerts with his band Filler’s End, as well as numerous collaborations with professional musicians in various locations throughout Austria and Europe.
Currently, Arsén is living in Vienna, working on his solo piano album, the album of his newest electro-acoustic project NOTYOURORDINARY together with Michael Auinger, and several freelance composing & sound-design projects, such as the award-winning film „That Crow at the End“ with the next showing on January 7th at the Chicago Blowup Film Festival.
In addition to his music, he has been offering workshops and lessons for piano, keyboard & synthesizers for over 10 years. Arsén wants to pass on his passion for music to others and inspire them to create music themselves.
Titel: Lichtwächter Technik: Acryl auf Leinwand Maße: 120x80cm Jahr: 2024 Künstlerin: Aleksandra Neric (Info 1)
GIVE PEACE A CHANCE
Gathered from the ash of cries,
I have burned beneath my skies.
Voices left me wrapped in flame—
Every scar now speaks my name.
Peace was never soft or small,
Even fire learns to fall.
Amid the smoke, I found my breath,
Carved from silence, lit by death.
Every ending gave me flight.
Across the dusk, I rose in light.
Child of embers, torn and true,
Holding worlds the dark once knew.
All I loved and all I lost
Nest in feathers lined with frost.
Choosing pain, I found my name
Even ruin births the flame.
Aleksandra Neric, 31.5.2025
Aleksandra Neric, Künstlerin _ in ihrem Atelier Werk: Pegasus Maße: 120 × 80 cm Technik: Acryl mit goldenen Akzenten Jahr: 2024 (Info 2)
GIVE PEACE A CHANCE
Aleksandra Nerić, Künstlerin
Zur Person:Aleksandra Nerićist eine bildende Künstlerin serbischer Herkunft mit Wohnsitz in Österreich (Bruck an der Leitha). Sie ist die Begründerin des künstlerischen Ansatzes MetaLumina, der symbolische, philosophische und spirituelle Elemente durch Licht, Stille und intuitive Formen vereint. Ihr Schaffen ist stark von Mythologie, Archetypen und metaphysischen Themen geprägt – durch die sie innere Prozesse, die Kraft der Verletzlichkeit und künstlerische Transformation erforscht.
Aleksandra hat international ausgestellt, unter anderem in New York, Florenz, Venedig, Wien, Barcelona und Mailand. Im Jahr 2024 wurde sie in New York mit dem Titel „Master Award Artist“ ausgezeichnet und gewann die Global Art Competition. Im Jahr 2025 wurde sie für die Auszeichnung „Living Contemporary Artist in New York“ nominiert.
Neben der Malerei widmet sie sich auch der Poesie – ihre Gedichtsammlung „Die Stille, die ich trage“ erscheint demnächst in einer zweisprachigen Ausgabe (Serbisch–Englisch).
Bildinfos/Aleksandra Nerić:
1 „Lichtwächter“ Dieses Werk gehört zur Kunstbewegung MetaLumina, die durch die Symbolik von Licht, Stille und spirituellen Archetypen den inneren Raum des Seins erforscht. Die Darstellung eines Hirsches mit goldenen Geweihen steht für Wachsamkeit, Stärke und lichtvolles Dasein in der Dunkelheit. Die leuchtenden Geweihe erscheinen wie energetische Antennen, die unsichtbare Dimensionen verbinden – ein Zeichen innerer Reinheit und Verbindung zum Höheren. Vor schwarzem Hintergrund wird der Hirsch zum Symbol des inneren Lichts – still, aber wachsam.
2 „Pegasus„ , ein Symbol für geistige Freiheit und erhobene Bewegung, ist das zentrale Motiv dieses Werkes aus dem Zyklus mythischer Wesen im Rahmen des Kunstansatzes MetaLumina. Vor schwarzem Hintergrund werden die goldenen Flügel zum leuchtenden Kontrapunkt der Stille, während das weiße Pferd die reine Kraft der Intuition und die Unzähmbarkeit des inneren Impulses verkörpert. Dieses Gemälde vereint das Mythische mit dem Zeitgenössischen, das Reale mit dem Spirituellen – und schafft so ein Tor zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Raum inneren Erwachens verbinden. Der dunkle Hintergrund verstärkt das Heraustreten aus dem Unbewussten in einen höheren Schwingungszustand.
Aleksandra Neric Werk: „Code of Light: David’s Resonance” Maße: 50×50 Technik: Acryl Jahr: 2025 (1 Bildinfo _ unten)
Liebe Aleksandra Nerić, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?
Mein Alltag ist ein harmonisches Chaos zwischen Kunst, Intuition und Wirklichkeit. Er beginnt meist mit einem Moment der Stille – einem inneren Impuls, der mich zum Pinsel, zum Wort oder zur Idee führt. Den Großteil des Tages widme ich dem kreativen Schaffen: dem Malen, Schreiben, der Erforschung von Symbolik und der Ausarbeitung meines eigenen künstlerischen Weges MetaLumina, der bald in theoretischer Form vorgestellt wird – durch ein Manifest, eine persönliche Erklärung und einen textuellen Rahmen des Konzepts.
Ich arbeite außerdem an meinem Gedichtband mit dem Titel „Die Stille, die ich trage“, einer inneren Landkarte der Verletzlichkeit, des Lichts und der spirituellen Reifung – die bald das Licht der Welt erblicken soll.
Was meinen Alltag jedoch wahrhaftig vervollständigt, ist meine Rolle als Mutter. Mutter zu sein ist meine tiefste Identität – eine Quelle der Kraft, des Lernens und der bedingungslosen Liebe. In diesem stillen Raum zwischen Kreativität und Mutterschaft entsteht meine innere Welt.
Aleksandra Neric, Künstlerin _ in ihrem Atelier Werk: Pegasus Maße: 120 × 80 cm Technik: Acryl mit goldenen Akzenten Jahr: 2024 (Info 2)
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ehrlichkeit. In einer Welt voller Lärm und Oberflächlichkeit wird das, was wahrhaftig ist, heilend. Es ist nicht mehr wichtig, perfekt zu sein, sondern authentisch zu leben: zu fühlen, zu erschaffen und sich ehrlich zu verbinden – mit sich selbst, mit anderen Wesen, mit der Natur.
Ich glaube, dass die Kunst heute eine leise, aber kraftvolle Rolle hat – nicht um zu dominieren, sondern um zu berühren. Und genau das ist mir am wichtigsten: das Wahre in mir zu bewahren, selbst wenn sich im Außen alles verändert.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Wir stehen an der Schwelle einer Konfrontation mit unseren eigenen Grenzen. Als Gesellschaft verlieren wir zunehmend den Kontakt zum Wesentlichen – überflutet von Geschwindigkeit, Informationen, Konflikten. Die Welt befindet sich in einem angespannten Zwischenraum: zwischen Technologie und Menschlichkeit, zwischen Kontrolle und Freiheit, zwischen Lärm und echtem Dialog.
Künstler:innen tragen heute mehr denn je eine Verantwortung: nicht zu schweigen. Nicht nur Schönheit zu schaffen, sondern auch Zeugnis abzulegen, zu reagieren, Fragen zu stellen, die wehtun. Kunst verändert die Welt nicht über Nacht – aber sie kann Bewusstsein wecken und dort berühren, wo sonst nichts mehr durchdringt.
Wir stehen vor etwas Ungewissem. Und die Kunst bleibt einer der Orte, an dem Ehrlichkeit möglich ist.
Aleksandra Neric bei der Ausstellung in Golling (Österreich) Werk: Echoes of Majesty Maße: 60x80cm Technik: Acryl auf Leinwand Jahr: 2024 (4)
Was liest du zurzeit?
Zurzeit lese ich den Roman „Schuld und Sühne“ von Fjodor Dostojewski ein Werk, das in mir nicht nur literarische Bewunderung, sondern auch ein tiefes inneres Infragestellen auslöst. Es ist ein Buch, das keine Antworten gibt, sondern zur Konfrontation zwingt. In jedem Kapitel spüre ich die Schatten der Schuld, den inneren Bruch und das verzweifelte Verlangen nach Erlösung. Dostojewski schreibt über die dunklen Tiefen der menschlichen Seele – aber mit einer solchen Wahrheit, dass man nach dem Lesen nicht mehr derselbe ist. Seine Figuren suchen keine Rettung im Äußeren, sondern in der inneren Umkehr – und genau das berührt mich. ´
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Ich erschaffe nicht, um verstanden zu werden, sondern um das zu erkennen, was die Welt noch nicht auszusprechen vermochte.“
— Aleksandra Nerić
Kunst ist für mich keine Erklärung, sondern eine Offenbarung. Kein Weg zur Zustimmung, sondern zur Wahrheit. In einer Zeit, in der alle sprechen, wähle ich das Zuhören dem, was noch nicht gesagt wurde. Und durch das Schaffen gebe ich der Stille eine Form, die darauf wartet, Bedeutung zu werden.
Titel: Lichtwächter Technik: Acryl auf Leinwand Maße: 120x80cm Jahr: 2024 Künstlerin: Aleksandra Neric (Info 3)
Vielen Dank für das Interview, liebe Aleksandra, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Aleksandra Nerić, Künstlerin
Zur Person:Aleksandra Nerićist eine bildende Künstlerin serbischer Herkunft mit Wohnsitz in Österreich (Bruck an der Leitha). Sie ist die Begründerin des künstlerischen Ansatzes MetaLumina, der symbolische, philosophische und spirituelle Elemente durch Licht, Stille und intuitive Formen vereint. Ihr Schaffen ist stark von Mythologie, Archetypen und metaphysischen Themen geprägt – durch die sie innere Prozesse, die Kraft der Verletzlichkeit und künstlerische Transformation erforscht.
Aleksandra hat international ausgestellt, unter anderem in New York, Florenz, Venedig, Wien, Barcelona und Mailand. Im Jahr 2024 wurde sie in New York mit dem Titel „Master Award Artist“ ausgezeichnet und gewann die Global Art Competition. Im Jahr 2025 wurde sie für die Auszeichnung „Living Contemporary Artist in New York“ nominiert.
Neben der Malerei widmet sie sich auch der Poesie – ihre Gedichtsammlung „Die Stille, die ich trage“ erscheint demnächst in einer zweisprachigen Ausgabe (Serbisch–Englisch).
Bildinfos/Aleksandra Nerić:
1 „Code of Light: David’s Resonance“ Dieses Gemälde gehört zur Kunstbewegung Meta Lumina, die Lichtcodes, heilige Geometrie und die innere Architektur des Bewusstseins durch zeitgenössische Symbolik und metaphysischen Ausdruck erforscht. Inspiriert von den Idealen der Renaissance wird die Figur des David nicht nur als Form dargestellt, sondern als Träger einer leuchtenden Resonanz. Die goldenen Linien symbolisieren Bewusstseinscodes – Fäden, die klassische Schönheit mit dem quantenhaften Raum inneren Erwachens verbinden. Der dunkle Hintergrund verstärkt das Heraustreten aus dem Unbewussten in einen höheren Schwingungszustand. Dieses Werk ist keine bloße Neuinterpretation, sondern eine energetische Karte eine Einladung zur inneren Aktivierung.
2„Pegasus„ , ein Symbol für geistige Freiheit und erhobene Bewegung, ist das zentrale Motiv dieses Werkes aus dem Zyklus mythischer Wesen im Rahmen des Kunstansatzes MetaLumina. Vor schwarzem Hintergrund werden die goldenen Flügel zum leuchtenden Kontrapunkt der Stille, während das weiße Pferd die reine Kraft der Intuition und die Unzähmbarkeit des inneren Impulses verkörpert. Dieses Gemälde vereint das Mythische mit dem Zeitgenössischen, das Reale mit dem Spirituellen – und schafft so ein Tor zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Raum inneren Erwachens verbinden. Der dunkle Hintergrund verstärkt das Heraustreten aus dem Unbewussten in einen höheren Schwingungszustand.
3 „Lichtwächter“ Dieses Werk gehört zur Kunstbewegung MetaLumina, die durch die Symbolik von Licht, Stille und spirituellen Archetypen den inneren Raum des Seins erforscht. Die Darstellung eines Hirsches mit goldenen Geweihen steht für Wachsamkeit, Stärke und lichtvolles Dasein in der Dunkelheit. Die leuchtenden Geweihe erscheinen wie energetische Antennen, die unsichtbare Dimensionen verbinden – ein Zeichen innerer Reinheit und Verbindung zum Höheren. Vor schwarzem Hintergrund wird der Hirsch zum Symbol des inneren Lichts – still, aber wachsam.
4 Dieses Foto entstand während der Ausstellung in Golling, bei der Aleksandra Nerić Werke ihres künstlerischen Ansatzes MetaLumina präsentierte. Das dargestellte Bild zeigt einen Löwen – ein archetypisches Symbol für Kraft, Würde und inneren Autoritätsraum. Der Blick des Löwen richtet sich auf einen unsichtbaren Horizont, was im Kontext von MetaLumina die innere Stabilität inmitten äußerer Unruhe verkörpert. Durch die Kombination von Gold- und Neutraltönen lädt das Werk die Betrachtenden ein, ihre eigene Kraftquelle zu finden – leise, aber unerschütterlich.
glaskörper schäumen in deiner wut / deine sicht irrt getrübt seit zwölftausend jahren
in die netzhaut deiner feldzüge / fällt kein Licht / nur die linse singt
von mouches volantes / im fadenschein deiner weste
erstickst du w:orte / nicht das kind / unter den trümmern summt es
polyphon / suche das meer / bevor du erblindest / werde
einzeller / sei ursprung & / schwimme in der nahrungskette
auf dem grund / fleischlos als alge oder wimperntierchen / gleite
chemisch & / fröne dich der photosynthese
entfärbe dich / in der nacht / bist du namenlos / & kein
adieu erreicht je deine küsten / dort
changieren schatten / immer wieder
häutest du dich / bis auf die knochen / hüllenlos
als kleinstpartikel / bist nicht einmal mehr feinstaub / auf deinen
narben klebt noch blut / doch das kind zeigt
courage & / flicht neue sprachen in die ruinen / bald schon
erblüht der mohn / aus deiner abwesenheit
Mona Schwarz, 31.5.2025
„Inspiration und Titelgeber zum Gedicht war mein Sohn (5 Jahre), der mich vor vier Wochen fragte, ob man den Krieg denn nicht kaputt machen könne, und dass wenn er zu uns käme, er dies tun würde. Das hat mich berührt und nachdenklich gestimmt, denn obwohl wir uns nicht in einer solchen Situation befinden, denkt mein Kind darüber nach.“ Mona Schwarz
Mona Schwarz, Schriftstellerin
GIVE PEACE A CHANCE
Mona Schwarz, Schriftstellerin
Zur Person:Mona Schwarz (*1984) studierte Kulturwissenschaften, Spanisch und Tourismusmanagement. In Spanien war sie 15 Jahre als Übersetzerin und Sprachlehrerin tätig. Als Co-Host des Podcasts „Worte:Leben“ spricht sie über die Kompatibilität von Beruf, Familie und Schreiben. Sie ist Vorstandsmitglied im Lyrikverein „Vers & Vielfalt“ und Redakteurin des Kunst- und Literaturmagazins „¡Arte.Mira!“. Erste Veröffentlichungen in der St.Pöltner Literaturzeitschrift „Die Brache“ sowie in der Salzburger Literaturzeitschrift „mosaik“, dem Schweizer Germanistikmagazin „Denkbilder“, der Literaturzeitschrift „KARUSSELL“, dem Prosamagazin „introspektiv“ und dem Jahrbuch der Lyrik 2025 | AG Literatur. Aktuell lebt und arbeitet sie in Freiburg im Breisgau. Sie schreibt Lyrik und Prosa.
Liebe Mona Schwarz, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Vermutlich deckt sich mein Tagesablauf unter der Woche mit dem vieler berufstätiger Eltern u./o. Schreibender: Ich starte früh und ruhe spät. Kaffee spielt dabei eine entscheidende Rolle, und ich habe aufgehört, mich zu fragen, ob das gesund ist.
Am Vor- und Nachmittag bin ich stellvertretende Beauftragte für Chancengleichheit, arbeite in der Weiterbildungsberatung und unterstütze bei der Arbeitssuche. Danach gehört die Zeit meinen Kindern.
Wenn es der Kopf zulässt, schreibe oder lese ich abends. An den Wochenenden länger und mehr. Das Schreiben ist mir wichtig, mein Brotjob auch, und obwohl es zweifelsohne ein Balanceakt ist, alles unter einen Hut zu bringen, wäre ich wohl nicht der Mensch und die Schreibende, die ich bin, ohne all die anderen Leben in meinem Leben. Meine Freizeit verbringe ich gerne in der Natur, oder ich tanze Stepp und singe – letzteres nicht gut, aber ständig und laut.
Ansonsten bin ich Co-Host in einem Podcast, Redakteurin in einem Literaturmagazin und Vorstand in einem Lyrikverein. Ich schreibe und lebe dazwischen, am liebsten gleichzeitig.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Da ich nicht für jede*n antworten kann und möchte, beantworte ich diese Frage für mich. Ich denke, wir sollten lernen, wieder mehr miteinander zu sprechen, anstatt nur zu sprechen. Kommunikation, Akzeptanz und Toleranz sind gerade in diesen Zeiten wichtiger denn je. Ich wünsche mir, dass wir einander zuhören, anstatt nur zu hören.
Ich wünsche mir mehr Authentizität.
Wünsche mir echte Menschen mit echten Werten und echten Worten.
Mehr Empathie, weniger Selbstdarstellung und mehr Raum.
Mehr Raum für Fragen und Austausch.
Dass wir hinsehen, anstatt nur zu schauen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Was für den einen Aufbruch und Neubeginn ist, muss es für den anderen nicht unbedingt sein. Wesentlich für mich, angesichts politischer u./o. gesellschaftlicher Entwicklungen und für jegliche Form der Kontinuität, sind meine Familie und mein soziales Umfeld. In Sicherheit und Frieden zu leben, ist keine Selbstverständlichkeit, und ich denke, dass gerade Kunst und Literatur durch die Zeit(en) tragen, ja sogar tragen müssen, weil sie an- und aussprechen, offenbaren, entfesseln und manchmal entblößen. Das bedeutet Bewusstsein und Verantwortung für jede*n Kunstschaffende*n. Für sich selbst und andere.
Was liest Du derzeit?
Aktuell lese ich den Lyrikband „entschämungen“ von Siljarosa Schletterer, von Christine Lavant „Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus“, als Jahreslektüre immer wieder „Der Winter dauerte 24 Jahre“ von Marie T. Martin, den Erzählband „Würdest du bitte endlich still sein“ von Raymond Carver und „Unterwegs“ von Jack Kerouac.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Aus Marguerite Duras’ „Schreiben“:
Das Schreiben macht mich zu einem Wilden. Man kehrt zu einer Wildheit zurück, die vor dem Leben da war. Und man erkennt stets wieder, es ist jene der Wälder, alt wie die Zeit. Ein Zustand der Angst vor allem, die sich unterscheidet und doch untrennbar ist vom Leben…Man muss stärker sein als man selbst, um mit dem Schreiben zu anzufangen, man muss stärker sein als das, was man schreibt. Das ist eine merkwürdige Sache, ja…und es ist auch das heftigste Glück. Immer, das glaube ich.
Und aus „Andalemania“ das Gedicht „Dichter Ort II“ von José F.A. Oliver:
im hautgrund die uhr
ins nirgendwo der zeit
als das auge noch meer war
Vielen Dank für das Interview, liebe Mona!
Ich habe zu danken! Herzliche Grüße aus Freiburg.
Vielen Dank für das Interview, liebe Mona, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Mona Schwarz, Schriftstellerin
Zur Person:Mona Schwarz (*1984) studierte Kulturwissenschaften, Spanisch und Tourismusmanagement. In Spanien war sie 15 Jahre als Übersetzerin und Sprachlehrerin tätig. Als Co-Host des Podcasts „Worte:Leben“ spricht sie über die Kompatibilität von Beruf, Familie und Schreiben. Sie ist Vorstandsmitglied im Lyrikverein „Vers & Vielfalt“ und Redakteurin des Kunst- und Literaturmagazins „¡Arte.Mira!“. Erste Veröffentlichungen in der St.Pöltner Literaturzeitschrift „Die Brache“ sowie in der Salzburger Literaturzeitschrift „mosaik“, dem Schweizer Germanistikmagazin „Denkbilder“, der Literaturzeitschrift „KARUSSELL“, dem Prosamagazin „introspektiv“ und dem Jahrbuch der Lyrik 2025 | AG Literatur. Aktuell lebt und arbeitet sie in Freiburg im Breisgau. Sie schreibt Lyrik und Prosa.
Sophie Sumburane, Schriftstellerin _ Bachmannpreis Nominierung2025
Sophie Sumburane, Schriftstellerin _ Bachmannpreis Nominierung2025
Liebe Sophie Sumburane, herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung! Wie und wann hast Du von Deiner Nominierung erfahren? Was war Deine erste Reaktion und wie sieht jetzt die Vorbereitung aus?
Erstmal: Vielen Dank! Es hat mich ein freundlicher Mensch aus der ORF Redaktion angerufen, um mir zu gratulieren, ich glaube, da hatte ich gerade meine Kinder in die Schule geschickt und mich zum Arbeiten an den Schreibtisch gesetzt.
Meine Vorbereitung sieht jetzt so aus, dass ich vor allem versuche mich in den kommenden Tagen gut abzulenken, um mich nicht verrückt zu machen und natürlich auf die Lesung vorbereite, um mich am Tag der Tage dann möglichst sicher zu fühlen. Alles andere liegt sowieso nicht in meiner Hand.
Wie war Dein Weg zum Schreiben?
Schreiben wollte ich schon immer. Bücher haben mich dank meiner Oma und meiner Mutter, die mich früh damit versorgt haben, schnell fasziniert und ich habe als Kind und Jugendliche viel gelesen. Der Beruf der Autorin erschien mir darum ein sehr faszinierender zu sein und ich habe mich selbst darin ausprobiert, Geschichten nicht nur zu erfinden, sondern auch aufzuschreiben. Und der Wunsch hielt sich hartnäckig, also besuchte ich schließlich in Leipzig verschiedene Lesebühnen mit eigenen Texten, wo ich dann einem Verleger auffiel. Seit dem kann ich nicht mehr ohne das Schreiben, auch wenn bis heute der Weg bis hierher alles andere als gradlinig war. Aber jeder hat eben seinen eigenen Weg und der ist nicht immer nur vorwärts.
Wie sieht der Schreibprozess bei Dir aus, gibt es etwa bestimmte Routinen, was inspiriert Dich und was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?
Spaziergänge inspireren mich. Ich mag, dass meine Heimatstadt Potsdam eine Insel ist und man so immer irgendwie am Wasser ankommt. Ansonsten habe ich zwar einen festen Arbeitsplatz, nutze aber viel öfter das Bügelbrett als Stehpult oder fahre in die Bibliothek. Zu meinen Routinen gehört in erster Linie Kaffee und der Versuch, zur Ruhe zu kommen.
Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?
Ich hatte eigentlich gedacht, bis auf das Frausein nicht sehr viel. Aber je mehr ich sie las, desto besser sah ich auch mich in ihrem Werk und stellte fest: doch ganz schön viel.
Bitte assoziiere zu den Stichworten:
Gegenwart
Zu großen Teilen abgespalten.
Literatur
Sich was anderes trauen.
Leben
Empathietraining.
Klagenfurt
Bachmannpfad.
Preis
Tja.
Vielen Dank für das Interview! Viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!
Zur Person:Sophie Sumburane, D
Geboren 1987 in Potsdam, lebt und arbeitet ebenda. Liest auf Einladung von Mithu Sanyal. Studium der Germanistik und Afrikanistik an der Universität Leipzig. Publizierte ihren ersten Roman noch während des Studiums. Sie ist Autorin von drei Romanen, mehreren Kurzgeschichten und Essays und engagiert sich in unterschiedlichen Netzwerken und Vereinen.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Romane
Gestörte Verhältnisse. fhl Verlag, Leipzig, 2012
Gefährlicher Frühling. Pendragon, Bielefeld, 2014
Tote Winkel. Edition Nautilus, Hamburg, 2022
Essay: Verbündet Euch! Für eine bunte, solidarische und freie Gesellschaft. Denkfabrik (Hrsg.), Edition Nautilus, Hamburg, 2021
Essay: Mit Baby in Randomkleinödland. In: Carolin Callies (Hrsg.): Literaturmagazin poetin nr. 25. Poetenladen Verlag
Worüber man nicht Spricht. Hörspiel in sechs Teilen. Mit Jenny König, Sascha Nathan, Karin Hanczewski, Anne Ratte-Polle u. v. a. Musik: Andreas Bernhard; Regie: Kirstin Petri (Produktion: SWR 2024 – Premiere)
Herausgeberin von Roter Staub: Mosambik am Ende der Kolonialzeit. Mit einem Nachwort von Sophie Sumburane. Roman. Weidle Verlag, Bonn 2019
Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl)
Arbeitsstipendium des Brandenburger Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, 2023
Pressekonferenz Bachmannpreis 2025 _ 19.5.2025 Musilhaus Klagenfurt _ Veranstalter und Sponsoren (v. l. n. r.): Reinhard Draxler (KELAG-Vorstand), Brigitte Winkler-Komar (Land Kärnten, Leiterin Kunst und Kultur), Nadja Kayali (Intendantin Carinthischer Sommer), Horst L. Ebner (Koordinator Tage der deutschsprachigen Literatur), Christian Scheider (Bürgermeister von Klagenfurt), Karin Bernhard (ORF-Landesdirektorin), Franz Petritz (Stadtrat von Klagenfurt/Kulturreferent), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Julian Geyer (Gemeinderat der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Michaela Werblitsch (BKS Bank, Leiterin Communication & ESG) und Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis)
Autorinnen und Autoren 2025
14 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich lesen um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis.
Thomas Bissinger, D
Natascha Gangl, A
Max Höfler, A
Nefeli Kavouras, D
Fatima Khan, D
Laura Laabs, D
Kay Matter, CH
Tara Meister, A
Nora Osagiobare, CH
Josefine Rieks, D/A
Almut Tina Schmidt, D/A
Boris Schumatsky, D
Verena Stauffer, A
Sophie Sumburane, D
Die Jury
Vorsitzender Klaus Kastberger, Graz (A)
Mara Delius, Berlin (D)
Laura de Weck
Mithu Sanyal (D)
Brigitte Schwens-Harrant, Wien (A)
Thomas Strässle (CH)
Philipp Tingler, Zürich (CH)
Am 29. Juni wird in Klagenfurt am Wörthersee der 49. Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2025 finden vom 25. bis 29. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt.
Lieber Thomas Liesinger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Unterschiedlich. Montags und dienstags unterrichte ich Trompete in meinem kleinen Studio im 16. Bezirk. Davor oder danach übe ich meistens noch. An den restlichen Tage sind entweder Proben, oder Konzerte. Wenn wenig los ist, verwende ich die Zeit zum Komponieren.
Thomas Liesinger, Musiker
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Weniger oder besser reguliertes social media würde unserer Gesellschaft gut tun.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Ich finde Kunst hat eine ähnliche Aufgabe wie Journalismus. Gesellschaftliche Entwicklungen zu beobachten, kritisieren und kommentieren, ist vielleicht wichtiger denn je, in einer Zeit wo wir so stark von allen Seiten beschallt werden und der Egoismus wieder groß in Mode ist.
Was liest Du derzeit?
Bertolt Brecht – Flüchtlingsgespräche
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.“
Vielen Dank für das Interview, lieber Thomas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Thomas Liesinger, Musiker
Zur Person:Thomas Liesinger (Musiker), 1160 Wien
geboren 1987 in Bregenz, studierte Trompete an derUniversität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seit 2015 arbeitet er als freischaffender Musiker und Musikpädagoge in Wien. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit stehen freie Improvisation, die Erarbeitung zeitgenössischer Spieltechniken und die elektronischeProzessierung des Trompetenklangs. Besonderen Fokus legt er auf transdisziplinäre Projekte, wie zum Beispiel Mandelbox (zeitgenössische Musik und Tanz) und kit cut (freie Improvisation und bildende Kunst).
Liebe Natascha Gangl, herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung! Wie und wann hast Du von Deiner Nominierung erfahren? Was war Deine erste Reaktion und wie sieht jetzt die Vorbereitung aus?
Vielen lieben Dank! Ich wurde von Brigitte Schwens-Harrant nach einer Lesung im Rahmen ihrer „Werk.Gänge“ eingeladen, ihr einen Text für den Wettbewerb vorzuschlagen. Es hat sich nach einem guten Moment dafür angespürt und ich habe einen Text für Klagenfurt/Celovec geschrieben, den sie glücklicherweise mochte. Große Aufregung. Versuche gerade viel Ruhe in der Südoststeiermark für die turbulenten Tage zu sammeln und konzentriert weiterzuarbeiten.
Wie war Dein Weg zum Schreiben?
Ich kann mich nicht erinnern, wann es begonnen hat. Öffentlich geworden sind Texte von mir zum ersten Mal 2007 mit der Nominierung für den Retzhofer Dramapreis. Die Wege, auf die mich das Schreiben schickt, verwandeln sich oft. Aus einem Sprechtext wird ein Buch, dann ein Hörstück, ein Theaterstück, dann eine Ausstellung, dann wieder ein Buch. Manchmal inszeniere ich die Texte oder installiere oder performe sie, gern schreibe ich für andere, oft entwickle ich Stücke im Kollektiv mit Künstler:innen anderer Sparten – gerade arbeite ich sehr dokumentarisch. Alles glücklicherweise sehr unvorhersehbar und unplanbar.
Wie sieht der Schreibprozess bei Dir aus, gibt es etwa bestimmte Routinen, was inspiriert Dich und was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?
Routinen – kann ich nicht.
Zerlegen und wieder zusammensetzen, zersetzen und wieder zusammenlegen, widersetzen und sammeln und legen und wieder von vorne. Das ist vielleicht, was ich mache. Aus einer Arbeit eine andere entwickeln, alles verflechten und wieder zurück, umbauen, umstellen, zerlegen usw. usw.
Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?
Ich weiß nicht. Ich habe von ihr geträumt. Genauer: Von einem Interview, das sie gegeben hat. Den Traum habe ich an den Anfang meines Buches „Das Spiel von der Einverleibung. Frei nach Unica Zürn“ gestellt:
Du stehst im Raum, es ist dunkel. Du hörst eine Türe sich öffnen und kein Körper, aber eine Stimme tritt ein. Es ist die Stimme von Ingeborg Bachmann, die sich langsam Worte sucht:
„Die Bewusstseinslage in einer Zeit … das heißt doch nicht, dass man die Sätze nachspricht … die diese Gesellschaft spricht …, sondern sie muss sich anders zeigen … radikal anders zeigen … sonst würden wir nie wissen … was diese Zeit war. (…)“
Bitte assoziiere zu den Stichworten:
Gegenwart – GARTENWEG
Literatur – IRRTE LAUT
Leben – NEBEL
Klagenfurt –RUFTEN KLANG
Preis – RISPE
Vielen Dank für das Interview! Viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!
Danke Ihnen lieber Walter Pobaschnig!
Zur Person:Natascha Gangl, geboren 1986 in Bad Radkersburg, lebt in Wien und der Südoststeiermark. Liest auf Einladung von Brigitte Schwens-Harrant.
Natascha Gangl studierte Philosophie in Wien und Szenisches Schreiben bei uniT Graz. Sie lebte in Mexiko und Spanien. Gangl schreibt Prosa, Essays und Sprechtexte, entwickelt Musik- Objekt- und Sprechtheater sowie Hörstücke, die auch zu Ereignissen und Ausstellungen werden.
Veröffentlichungen (Auswahl)
„FRISCHE APPELLE & andere Sprechtexte“, Ritter, 2025
„Zwei Millionen Zeichen. Begegnungen mit dem Schriftsteller Peter Waterhouse“ SWR, 2024
„staub … a little mindblow*“, Spitzwegerich, Theater am Werk, Wien, 2024
„The Cosmic Strips. Klangcomics frei nach Matta“ mit Rdeča Raketa. Kunstforum Wien, 2024
„Öffnungen. Eine Mexiko-Archäologie“ SWR, 2023
„La manzana mexicana oder Burros in Mexiko. Ein Radioessay“, mit A. Castelló, SWR/ORF, 2022
„Einsame Ameisen Amnesie. Ein Klangcomic frei nach Anestis Logothetis“ mit Rdeča Raketa. Hörstück und Live-Performances, Wien Modern/ORF, seit 2021
„Pick mich auf. Ein Low-Tech-Spektakel“, Spitzwegerich, Theater am Werk, Wien, 2021
„Die Revanche der Schlangenfrau. Ein Klangcomic frei nach Unica Zürn.“ mit Rdeča Raketa. Hörstück, Live-Performances, Ausstellungen, LP Mamka Records/ORF, seit 2019
„Das Spiel von der Einverleibung. Frei nach Unica Zürn.“ Mit Bildern von T.Camuñas, starfruit publications, 2020
„Wendy Pferd Tod Mexiko. Ein Klangcomic.“ mit Rdeča Raketa, Hörstück, Live-Performances, div. Tonträger und Kunstbuch, MAMKA Records, seit 2016
„ein Fest der Literatur, ein Fest der Weltoffenheit und ein Fest der Menschlichkeit.“ TddL (Tage der deutschsprachigen Literatur) Organisator Horst L. Ebner, ORF Kärnten.
Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2025 finden vom 25. bis 29. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt.
Pressekonferenz Bachmannpreis 2025 _ 19.5.2025 Musilhaus Klagenfurt _ Veranstalter und Sponsoren (v. l. n. r.): Reinhard Draxler (KELAG-Vorstand), Brigitte Winkler-Komar (Land Kärnten, Leiterin Kunst und Kultur), Nadja Kayali (Intendantin Carinthischer Sommer), Horst L. Ebner (Koordinator Tage der deutschsprachigen Literatur), Christian Scheider (Bürgermeister von Klagenfurt), Karin Bernhard (ORF-Landesdirektorin), Franz Petritz (Stadtrat von Klagenfurt/Kulturreferent), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Julian Geyer (Gemeinderat der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Michaela Werblitsch (BKS Bank, Leiterin Communication & ESG) und Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis)
Autorinnen und Autoren 2025
14 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich lesen um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis.
Thomas Bissinger, D
Natascha Gangl, A
Max Höfler, A
Nefeli Kavouras, D
Fatima Khan, D
Laura Laabs, D
Kay Matter, CH
Tara Meister, A
Nora Osagiobare, CH
Josefine Rieks, D/A
Almut Tina Schmidt, D/A
Boris Schumatsky, D
Verena Stauffer, A
Sophie Sumburane, D
Bachmannpreis 2024, folgende
Die Jury
Vorsitzender Klaus Kastberger, Graz (A)
Mara Delius, Berlin (D)
Laura de Weck
Mithu Sanyal (D)
Brigitte Schwens-Harrant, Wien (A)
Thomas Strässle (CH)
Philipp Tingler, Zürich (CH)
Bachmannpreis 2023, Jury
Am 29. Juni wird in Klagenfurt am Wörthersee der 49. Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2025 finden vom 25. bis 29. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt.
Kay Matter, Schriftsteller _ Bachmannpreis Nominierung2025
Kay Matter, Schriftsteller _ Bachmannpreis Nominierung2025
Guten Tag Kay Matter, herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung!
Wie war Dein Weg zum Schreiben?
Bücher waren und sind für mich immer ein großer Trost. Ich hätte einige Phasen in meinem Leben nicht überstanden ohne die Texte und Geschichten anderer. Ich denke, eine Sache, die mich zum Schreiben gebracht hat, ist, dass ich die Endlichkeit von allem kaum ertragen konnte. Ich hatte immer das Gefühl, alles festhalten zu müssen. Als Kind hatte ich zum Beispiel unzählige Sammlungen, u.a. eine Plastiksammlung, die nach Farben sortiert war, eine Sammlung mit gefundenen Vogelfedern und eine Sammlung mit Obst-Stickern, die ich in mein Tagebuch klebte.
Wie sieht der Schreibprozess bei Dir aus, gibt es etwa bestimmte Routinen, was inspiriert Dich und was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?
Die einzige Routine bei mir besteht darin, dass ich mich daran gewöhnt habe, jedes Mal aufs Neue die Angst vor dem Schreiben zu überwinden. Ich sage nicht, dass Schreiben immer mutig ist, ich sage nur, dass ich fast immer Angst davor habe. Wenn ich einmal drin bin, ist es aber der sicherste Ort, den es gibt, und es nimmt mir die Angst vor allem anderen auf der Welt.
Vielen Dank für das Interview! Viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!
Zur Person:Kay Matter wuchs in Zürich und in der Provinz Cuneo (IT) auf. Er studierte szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Seine Stücke wurden vielfach ausgezeichnet und international gespielt. 2024 erschien Matters genrebending Romandebüt „Muskeln aus Plastik“ bei Hanser Berlin.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Muskeln aus Plastik, Hanser Berlin, 2024
Grelle Tage, Reihe Suhrkamp Theater, 2023
Alias Anastasius, Matter*Verse, Suhrkamp Theaterverlag, Uraufführung 2023 am Berliner Ensemble
„ein Fest der Literatur, ein Fest der Weltoffenheit und ein Fest der Menschlichkeit.“ TddL (Tage der deutschsprachigen Literatur) Organisator Horst L. Ebner, ORF Kärnten.
Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2025 finden vom 25. bis 29. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt.
Pressekonferenz Bachmannpreis 2025 _ 19.5.2025 Musilhaus Klagenfurt _ Veranstalter und Sponsoren (v. l. n. r.): Reinhard Draxler (KELAG-Vorstand), Brigitte Winkler-Komar (Land Kärnten, Leiterin Kunst und Kultur), Nadja Kayali (Intendantin Carinthischer Sommer), Horst L. Ebner (Koordinator Tage der deutschsprachigen Literatur), Christian Scheider (Bürgermeister von Klagenfurt), Karin Bernhard (ORF-Landesdirektorin), Franz Petritz (Stadtrat von Klagenfurt/Kulturreferent), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Julian Geyer (Gemeinderat der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Michaela Werblitsch (BKS Bank, Leiterin Communication & ESG) und Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis)
Autorinnen und Autoren 2025
14 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich lesen um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis.
Thomas Bissinger, D
Natascha Gangl, A
Max Höfler, A
Nefeli Kavouras, D
Fatima Khan, D
Laura Laabs, D
Kay Matter, CH
Tara Meister, A
Nora Osagiobare, CH
Josefine Rieks, D/A
Almut Tina Schmidt, D/A
Boris Schumatsky, D
Verena Stauffer, A
Sophie Sumburane, D
Die Jury
Vorsitzender Klaus Kastberger, Graz (A)
Mara Delius, Berlin (D)
Laura de Weck
Mithu Sanyal (D)
Brigitte Schwens-Harrant, Wien (A)
Thomas Strässle (CH)
Philipp Tingler, Zürich (CH)
Am 29. Juni wird in Klagenfurt am Wörthersee der 49. Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2025 finden vom 25. bis 29. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt.
Ist friedlich, doch ich seh´ Kinder spielen – mit Maschinengewehren, die echten zum
Verwechseln ähnlich sehen; sie erschießen sich gegenseitig
Empört sag´ ich: nicht mal zweitausend Kilometer weiter, herrscht wirklich Krieg!, da werden
Papas und Mamas und Jungs und Mädchen wirklich getötet; also sagt euren
Eltern, sie sollen euch lieber Pinsel, Bleistifte oder eine Gitarre kaufen
Anstatt Spielzeugwaffen; so würdet ihr lernen
Chaos und Ordnung in ein harmonisches Verhältnis zu bringen und
Eine schöne Welt erschaffen, eine für
Alle Zeit friedliche Welt!
Cerebral wäre es auch besser für euch Bilder zu malen,
Heitere Geschichten zu erzählen, oder Musik zu machen!
Aber mit einem Gewehr auf andere zielen – immer wieder Krieg spielen
Nein! Nein! Nein! Das muss eine
Chronische Krankheit der Menschen sein und es wird nicht so
Einfach! gehen, diese endgültig loszuwerden! Dazu brauchen wir euch alle!
Martin Trimmel, 25.5.2025
Martin Trimmel, Schriftsteller
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Martin Trimmel, Schriftsteller
Zur Person: Martin Trimmel ist 1982 geboren und lebt in Schwarzau am Steinfeld / Niederösterreich und in Wien. Er studierte Philosophie und arbeitet derzeit als Büroangestellter. Zahlreiche Orts- und Jobwechsel prägen ihn und sein Werk. Vor seiner ersten Buchveröffentlichung „Lizzie“ (Lyrik) im Hochroth Verlag erschienen Gedichte auf Online-Portalen und in der Lyrik-Zeitschrift Wortwerk. Lesungen hielt er in Wien bei der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und im Werk; in Leipzig auf der Buchmesse und in der Lyrikbuchhandlung und in Niederösterreich im Schloss Fischau.