Lieber Ralph Saml, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Früh aufstehen, meine 5 Raubtiere (Katzen füttern), dann laufen, und dann, wenn ein Begräbnis ansteht (Ich bin auch Trauerredner) zum jeweiligen Friedhof zu fahren.
Ralph Saml (Franz Ferdinand), Schauspieler und Beatrice Gleicher (Sophie) in „FRANZI & SOPH“ _ Premiere So 29.6.2025 Schloss Eckartsau/NÖ
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Trotz des ganzen Wahnsinns besonnen und positiv bleiben und im kleinen Frieden leben.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich versuche zu vermitteln, dass Hass, Neid, negative Gefühle nicht der Weg für uns Menschen sind.
Was liest Du derzeit?
Bin noch am Überlegen, vielleicht Agatha Christie.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Zitat aus „perfect days“ von Wim Wenders:
„Nächstes Mal ist nächstes Mal, jetzt ist jetzt.“
Vielen Dank für das Interview, lieber Ralph, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Ralph Saml, Schauspieler
Aktuelle Produktion mit Ralph Saml: „FRANZI & SOPH„
FRANZI & SOPH _ Die wahre Geschichte des Paares Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Esteund Sophie Herzogin von Hohenberg, geb. Chotek.
Dies ist die Geschichte einer verbotenen Liebe im Hause Habsburg, die sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzen konnte, dabei aber auch einen unbändigen Hass auf alle Widersacher entstehen ließ.
In aller Offenheit wird erzählt, wie aus dem kränklichen, unzufriedenen und schwachen Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este durch die Liebe zur böhmischen Gräfin Sophie Chotek von Chotkowa ein gesunder und willensstarker Thronfolger mit neuen Perspektiven für die Monarchie werden konnte.
Ein Mann, der weder auf seine Liebe noch auf die Krone verzichten wollte und sich gegen die Ehegesetze des habsburgischen Hofes und den starren Sinn des Monarchen, Kaiser Franz Joseph, durchsetzen konnte.
Eine Frau, die für diese Liebe bereit war, sich und ihre Kinder durch eine morganatische Ehe aus dem Hofleben ausgeschlossen zu sehen und entwürdigend behandelt wurde. Diese Liebe hatte eine große Fürsprecherin bei Kaiser Franz Joseph: Erzherzogin Marie Therese, die verehrte Stiefmutter von Franz Ferdinand. Sie hat als einzige Vertraute den Beginn dieser Beziehung, das tragische Ende dieser Ehe und das Aufwachsen der drei Waisenkinder erlebt.
Im Anschluss bittet das hohe Paar zu einem kleinen Jagd-Imbiss. Als besondere Draufgabe werden dazu die Jagdhornbläser Eckartsau spielen.
„Wenn unsereiner jemand gern hat, findet sich immer imStammbaum irgendeine Kleinigkeit, die die Ehe verbietet,und so kommt es, dass bei uns immer Mann und Frauzwanzigmal miteinander verwandt sind. Das Resultat ist,dass von den Kindern die Hälfte Trottel und Epileptiker sind.“ (Franz Ferdinand über die Ehegesetze des Hauses Habsburg)
Presseinfo _ GAMUEKL
Es spielen:Ralph Saml (Franz Ferdinand), Beatrice Gleicher (Sophie), Elisabeth Joe Harriet (Marie Therese)
Idee, Buch, Regie: Elisabeth-Joe Harriet
So., 29. 6. 2025 (11.30 Uhr) PREMIERE
Weitere Vorstellungen:
(jeweils 11.30 Uhr, Dauer bis ca. 13.30 Uhr)
Sonntage:
6. & 13. & 20. & 27. 7.2025
31.8. & 14.9. & 12.10.2025
Donnerstage:
10. & 24.7.2025 SCHLOSS ECKARTSAU 2305 Eckartsau / NÖ
V olksmusik ist Musik vom Volk und nicht Musik fürs Volk
E iner ist manchmal schon einer zuviel
P ersönlichkeit ist ein Geschenk der Eltern
E chtheit gibt sich zu erkennen
A ls ich 60 wurde atmete ich einmal tief durch
C laire Danes hat mir nur als Julia an der Seite von Leonardo di Caprio gefallen
E rst wenn man aufwacht weiß man, dass der Traum ein Traum war
A lles zu wissen sollte kein Ziel sein
C hancen kann man nützen, muss es aber nicht
H elfen bedeutet sich selbst zu beschenken
A ffen müssen sich am Morgen nicht überlegen was sie anziehen sollen
N ein heißt Nein, da gibt es kein Vielleicht
C hristbäume sind wie Leuchttürme am Festland
E in Ende sollte man immer wieder verändern dürfen
Gernot Ragger,16.6.2025
Gernot Ragger, Schriftsteller und Verleger
GIVE PEACE A CHANCE
Gernot Ragger, Schriftsteller und Verleger
Zur Person/über mich:Gernot Ragger
Lebenslauf:
1959 in Wolfsberg/Kärnten geboren
Anschließend Studium der Philosophie und Physik in Graz
Durch Motivation und Unterstützung von Alfred Kolleritsch und später auch von Fred Dickermann wurden aus Wunsch und Interesse Leidenschaft und Berufung
1989 Teilnahme am Ingeborg Bachmann Wettbewerb
Aufgrund der Nummer eins in der Lesereihenfolge war ich der erste Autor in der Geschichte dieses Wettbewerbs, dessen Lesung via 3sat live übertragen wurde.
1998 Literaturförderungspreis des Landes Kärnten
2019 – 2023 Literaturstipendien des Landes Kärnten
Bereits 1994 Gründung des „der wolf verlag“, in dem bis jetzt rund 290 Titel erschienen sind
Lebt als Schriftsteller und Verleger in Wolfsberg und Klagenfurt
Preise und Stipendien:
1985 – Ebenthaler Literaturpreis für Prosa mit dem Text „Bekenntnisse von WENN und ABER“
1989 – Stipendium beim „Preis der Arbeit“ der Kärntner Arbeiterkammer für den Text „Der Ziegelturm“
1990 – 3. Preis beim „Max-von-der-Grün-Preis“ der Arbeiterkammer Linzr für den Text „Schichtwechsel“
1998 – Förderungspreis für Literatur des Landes Kärnten
2019 – Finalisierungsstipendium des Landes Kärnten
2020 – Literaturstipendium des Landes Kärnten
2021 – Finalisierungsstipendium des Landes Kärnten
2021 – Literaturstipendium des Landes Kärnten
2022 – 2 x Literaturstipendium (Corona-Hilfe) des Landes Kärnten
2023 – Finalisierungsstipendium des Landes Kärnten
Veröffentlichungen:
„Ferdi“ – Erzählung, 1988
„Scalpay“ – Roman, 1989
„Doppelte Heimat“ – mit Berndt Rieger – Erzählungen, 1990
„Along the fault“ – mit Berndt Rieger – Erzählungen, 1990
„Afrika“ – Lyrik, 1994
„Violett“ – Erzählungen, 1994
„Der tote Vogel“ – Roman, 1995
„Tränen im Wind“ – mit Robert C. Schmid – Prosa, 1995
„Abschiede“ – Erzählungen, 1995
„365“ – Prosa, 1996
„Der Wahnsinnliche“ – Prosa, 1997
„Land ohne Boden“ – Erzählung, 1998
„Ferdi“ – Erzählung, 2. Auflage, 1999
„Bautta“ – Prosa, 2000
„Bananenrot und Erdbeergrün“ – Prosa, 2001
„Gegenhang“ – Erzählung, 2008
„Alphabet der Konsequenz“ – Prosa, 2011
„Der Wanderzirkus“ – Erzählung, 2017
„Blutleer“ – Erzählungen, 2018
„Ferdi“ – Erzählung, 3. Auflage, 2022
„Das Erbe“ – Roman, 2022
Derzeit sind mein Buch über meinen vor 20 Jahren verstorbenen Vater „Hungrige Schritte“ und eine aus drei eigenständigen Büchern bestehende Trilogie kurz vor der Fertigstellung.
Zur Trilogie: Die drei Bücher „Ein Abend mit Herrn Zimmerman“, „Au revoir“ und „Ich bau mir einen Himmel“ bilden eine für mich sehr wichtige Epoche ab, funktionieren aber nicht als EIN Buch, deshalb die Eigenständigkeit der Werke, die ich allerdings im Spätherbst zugleich mit einem Musikprogramm präsentieren werde.
Fotos: Portrait _ privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.
Lieber Gernot Ragger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Da ich mich seit einem halben Jahr in der Alterspension befinde und damit finanziell eine monatliche Absicherung habe, kann ich das Verhältnis meiner Arbeiten ändern – Bücher zu verlegen, um finanziell überleben zu können, nimmt nicht mehr so viel Zeit ein, dafür genieße ich jetzt mehr Freiheiten für die vielen angefangenen und nun fertigzuschreibende Projekte aus meiner eigenen Feder.
Als Selbstständiger war mein Tagesablauf immer flexibel und niemals starr, daran ändert sich also nichts, aber die Tatsache, einfach einmal NICHTS zu tun, fühlt sich irgendwie gerechter und angenehmer an.
Gernot Ragger, Schriftsteller und Verleger
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das Richtige zu tun. Noch mehr Fragen stellen, noch mehr in Frage stellen.
Das größte Problem und zugleich die wichtigste Aufgabe ist, endlich ein Mittel gegen die Dummheit zu finden. Die Dummheit ist die Wurzel des Übels, gefüttert von Gleichgültigkeit und Egoismus. Da muss uns bald etwas einfallen, sonst fallen wir in eine Zeit zurück, in der ich nicht leben möchte.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Kritik ist die eine Möglichkeit, auf Missstände und negative Veränderungen zu reagieren – nur ist Kritik an sich ein negativ behaftetes Wort.
Als Schriftsteller sehe ich meine Möglichkeit und meine Aufgabe in unserer gegenwärtigen Situation darin, Schönes zu vermitteln, über Hoffnung und positive Erlebnisse zu schreiben. Das Böse ins Leere laufen lassen und das Gute mit den eigenen Texten einfangen und in eine Form bringen, die möglichst viele Menschen ansteckt.
Was liest Du derzeit?
Immer wieder Handke, Nooteboom, Horvath und Kolleritsch, wobei das „Gedicht an die Dauer“ von Peter Handke nach wie vor mein absolutes Lieblingsbuch ist.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Wer hinter etwas kommen will, darf nicht davor stehen bleiben.
Gernot Ragger, Schriftsteller und Verleger
Vielen Dank für das Interview, lieber Gernot, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Verlagsprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Gernot Ragger, Schriftsteller und Verleger
Zur Person/über mich:Gernot Ragger
Lebenslauf:
1959 in Wolfsberg/Kärnten geboren
Anschließend Studium der Philosophie und Physik in Graz
Durch Motivation und Unterstützung von Alfred Kolleritsch und später auch von Fred Dickermann wurden aus Wunsch und Interesse Leidenschaft und Berufung
1989 Teilnahme am Ingeborg Bachmann Wettbewerb
Aufgrund der Nummer eins in der Lesereihenfolge war ich der erste Autor in der Geschichte dieses Wettbewerbs, dessen Lesung via 3sat live übertragen wurde.
1998 Literaturförderungspreis des Landes Kärnten
2019 – 2023 Literaturstipendien des Landes Kärnten
Bereits 1994 Gründung des „der wolf verlag“, in dem bis jetzt rund 290 Titel erschienen sind
Lebt als Schriftsteller und Verleger in Wolfsberg und Klagenfurt
Preise und Stipendien:
1985 – Ebenthaler Literaturpreis für Prosa mit dem Text „Bekenntnisse von WENN und ABER“
1989 – Stipendium beim „Preis der Arbeit“ der Kärntner Arbeiterkammer für den Text „Der Ziegelturm“
1990 – 3. Preis beim „Max-von-der-Grün-Preis“ der Arbeiterkammer Linzr für den Text „Schichtwechsel“
1998 – Förderungspreis für Literatur des Landes Kärnten
2019 – Finalisierungsstipendium des Landes Kärnten
2020 – Literaturstipendium des Landes Kärnten
2021 – Finalisierungsstipendium des Landes Kärnten
2021 – Literaturstipendium des Landes Kärnten
2022 – 2 x Literaturstipendium (Corona-Hilfe) des Landes Kärnten
2023 – Finalisierungsstipendium des Landes Kärnten
Veröffentlichungen:
„Ferdi“ – Erzählung, 1988
„Scalpay“ – Roman, 1989
„Doppelte Heimat“ – mit Berndt Rieger – Erzählungen, 1990
„Along the fault“ – mit Berndt Rieger – Erzählungen, 1990
„Afrika“ – Lyrik, 1994
„Violett“ – Erzählungen, 1994
„Der tote Vogel“ – Roman, 1995
„Tränen im Wind“ – mit Robert C. Schmid – Prosa, 1995
„Abschiede“ – Erzählungen, 1995
„365“ – Prosa, 1996
„Der Wahnsinnliche“ – Prosa, 1997
„Land ohne Boden“ – Erzählung, 1998
„Ferdi“ – Erzählung, 2. Auflage, 1999
„Bautta“ – Prosa, 2000
„Bananenrot und Erdbeergrün“ – Prosa, 2001
„Gegenhang“ – Erzählung, 2008
„Alphabet der Konsequenz“ – Prosa, 2011
„Der Wanderzirkus“ – Erzählung, 2017
„Blutleer“ – Erzählungen, 2018
„Ferdi“ – Erzählung, 3. Auflage, 2022
„Das Erbe“ – Roman, 2022
Derzeit sind mein Buch über meinen vor 20 Jahren verstorbenen Vater „Hungrige Schritte“ und eine aus drei eigenständigen Büchern bestehende Trilogie kurz vor der Fertigstellung.
Zur Trilogie: Die drei Bücher „Ein Abend mit Herrn Zimmerman“, „Au revoir“ und „Ich bau mir einen Himmel“ bilden eine für mich sehr wichtige Epoche ab, funktionieren aber nicht als EIN Buch, deshalb die Eigenständigkeit der Werke, die ich allerdings im Spätherbst zugleich mit einem Musikprogramm präsentieren werde.
Lieber Soac, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe meistens recht früh auf. Dann erledige ich ganz unspektakulär etwas Hausarbeit und gehe duschen. Meistens lese ich hier schon ein paar Seiten. An den meisten Tagen der Woche setzte ich mich dann an meinen Laptop und schreibe, konzeptioniere, arbeite dem Verlag etwas zu oder was eben gerade ansteht. Am meisten freue ich mich immer, wenn nur Schreiben ansteht.
Und danach fahre ich zu meinem Hauptjob in die Buchhandlung und gehe meiner Arbeit als Buchhändler nach. Und weil ich mich den ganzen Tag noch nicht genug mit Büchern auseinandergesetzt habe, lasse ich den Abend ebenfalls mit dem Lesen eines Buches ausklingen. Na ja, was soll ich sagen? Ich liebe es einfach, mich in guten Geschichten zu verlieren. Und irgendwo dazwischen esse ich natürlich auch mal was.
Soac, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wir sollten versuchen, uns wieder mehr in unsere Gegenüber hineinzuversetzen. Genau das habe ich auch mit den Charakteren von Monogatari versucht. Unterschiedliche Perspektiven einnehmen und versuchen, diese zu verstehen. Das glaube ich, würde sowohl unsere als auch die Welt von Monogatari zu einem freundlicheren Ort machen. Schließlich ist Freundlichkeit der größte Protest, den wir haben.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Kunst, egal in welcher Form, kann so vieles sein und vor allem kann sie so vieles mit uns machen. Sie kann uns inspirieren, uns unter die Haut gehen, uns zum Nachdenken anregen, uns neue Sichtweisen aufzeigen oder alte nostalgische Gefühle in uns wecken. Sie kann uns all das, was jeden Tag da draußen um uns herum passiert, für einen flüchtigen Augenblick vergessen lassen oder lädt uns zum Diskurs über sie ein. Kunst ist bunt und vielseitig. Genau wie wir. Deshalb kann sie auch so viele verschiedene Rollen in diesen Zeiten für uns einnehmen. So oder so, sie ist etwas, dem wir Raum in unserem Leben einräumen und uns bewahren sollten.
Was liest Du derzeit?
Derzeit lese ich HEN NA E – Seltsame Bilder von Uketsu und im Mangabereich 20th Century Boys von Naoki Urasawa. Stand jetzt ist beides auf jeden Fall eine Empfehlung wert!
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
»Denn ich glaube daran, dass es sie gibt. Die Schönheit der Chance.«
Aus Monogatari – Die Erde, Purpurrot in voller Blüte.
In Bezug auf die vorangegangenen Fragen fand ich dieses Zitat ganz passend. Vielen Dank für eure Zeit und viel Spaß mit meinem neuen Buch Monogatari – Die Erde, Purpurrot in voller Blüte.
Vielen Dank für das Interview, lieber Soac, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Soac
Zur Person/über mich:Soac oder auch Screen On A Chestwar schon immer fasziniert von der Tatsache, dass 26 kleine Zeichen genügen, um ganze Universen zu kreieren.
1994 wurde er in Berlin geboren. Danach verbrachte er seine Kindheit und Jugend auf dem bayrischen Dorf vorrangig mit seiner Leidenschaft für die Kunstformen Manga und Musik. Nach seinem Studium in Molekularer Biotechnologie arbeitete der Wahl-Dresdner sieben Jahre im Bereich der kardiochirurgischen Forschung, bevor er entschied, dass es für ihn an der Zeit war, den Ballast seines eigenen Herzens näher zu erforschen. Und mit seinen Büchern stellt er den Leser*innen einen Bildschirm zu diesem zur Verfügung.
Soac liebt vor allem eines: bitter-süße Enden, die einem Tage lang nicht aus dem Kopf gehen.
Aktuelles Buch von Soac:
„Monogatari“ Soac. Roman. Europabuch.
Ein episches Fantasy-Abenteuer zwischen Licht und Schatten
Mit „Monogatari“ erschafft Soac eine atmosphärisch dichte Welt voller Magie, Technik, Sehnsucht und Gewalt. Zwischen verfallenen Zonen, gefährlichen Machtspielen und geisterhaften Gestalten begleiten wir Akira, einen Mann ohne Hoffnung – bis eine Begegnung alles verändert.
Mit poetischer Sprache und tiefgründiger Symbolik entführt dieser Fantasy-Roman in eine Zukunft, die zugleich fern und erschreckend nah erscheint. Eine Geschichte über Mut, Schmerz, Freundschaft und das Schicksal, in einer Welt am Rande des Untergangs. Für alle, die außergewöhnliche Erzählkunst und emotionale Tiefe lieben.(Pressemitteilung _ Europabuch)
Lieber Florian, gratuliere zur Buchneuerscheinung!
Dein Gedichtband führt in das weite, helle und dunkle, Reich des Lebens, der Liebe in allen Facetten von Glück und Leiden in zahlreichen mythologischen Referenzen.
Wie kam es zur Entstehung der 27 Gedichte im Band, was hat Dich inspiriert?
Die 27 Gedichte, die im Band der Lyrik Edition Neun veröffentlicht wurden, stellen einen kleinen Ausschnitt jener Texte dar, die sich über die Jahre zuvor angesammelt haben. In der Reihe erscheinen jeweils drei mal neun Gedichte pro Band, die thematisch gefasst eine Einheit, ein Kapitel bilden. Ich habe mich für die Schwerpunkte Antike und Mythos, Liebe sowie Identität entschieden.
Meine poetische Arbeit begann etwa im Jahr 2018. Oft war es ein Augenblick, ein Erlebnis, eine Erfahrung oder ein Gefühl, das den Anstoß zu einem Text gab – manchmal kürzer, manchmal länger. Doch damit ist ein Gedicht für mich keineswegs abgeschlossen: Es verlangt nach Überarbeitung, nach Verdichtung, nach einem behutsamen Weiterdenken.
Der Band ist in drei Abschnitte geteilt, welche Phasen der Liebe spiegeln. Was macht für Dich Schönheit und Tragik von Liebe aus?
Liebe bedeutet für mich, nicht allein auf der Welt zu sein – kein Einzelwesen, nicht verloren oder bloß in die Welt geworfen, sondern im Vertrauen auf einen anderen Menschen geborgen zu sein und gemeinsam etwas gestalten zu wollen. Ihre Schönheit liegt für mich darin, dass mit ihr etwas Neues möglich scheint – ein gemeinsames Werden, ein Aufbruch. Die Tragik, so pathetisch der Begriff auch klingen mag, besteht vielleicht darin, dass sich die Liebe mit der Zeit verändert, sich allmählich in den Alltag einfügt und der Zauber des Anfangs verblasst. Doch scheint mir genau das unausweichlich zu sein.
Was kann Lyrik – gerade beim Thema Liebe – was Prosa nicht kann?
Die Poesie blickt auf eine lange Tradition in der Darstellung der Liebe zurück – beginnend mit den Liebesgedichten Sapphos über Ovid, Catull, Properz und Tibull bis hin zu Petrarca in der Renaissance, der mit seiner lyrischen Verehrung Lauras den Grundstein für den sogenannten Petrarkismus legte. Es scheint, als sei die Liebe ein ureigenes Thema der Lyrik – vielleicht, weil das Gedicht durch seine verdichtete Sprache, seine Bilder und Metaphern besonders unmittelbar ein Gefühl, eine Stimmung, ein inneres Erleben vermitteln kann.
Wo, wann schreibst Du? Gibt es da Routinen?
Da ich nicht als Vollzeitschriftsteller arbeite, schreibe ich unregelmäßig – immer dann, wenn sich Muße, Zeit und eine Idee zugleich einstellen. Ich nutze jene Momente, in denen sich Gedanken von selbst aufdrängen oder ein Eindruck nach Ausdruck verlangt. Am besten gelingt mir das Schreiben in ruhigen ebenso wie in bewegten Phasen; gerade dann, wenn das Leben in Unruhe gerät oder sich etwas verschiebt. In Zeiten, in denen alles geordnet und gleichförmig verläuft, fehlt mir oft die Inspiration. Es braucht offenbar einen äußeren Impuls – auch wenn dieser heute nicht mehr als „göttlich“ begriffen wird.
Was sind die nächsten Stationen der Buchpräsentation?
Da Storchenstolz mein erstes Buch ist, wird es für mich immer einen besonderen Stellenwert behalten. Als nächstes möchte ich einen weiteren Lyrikband veröffentlichen – und mich darüber hinaus an einen Roman wagen, der ein sehr persönliches Thema behandelt.
Vielen Dank für das Interview und viel Freude und Erfolg für Dein Buch!
Vielen Dank auch Ihnen!
Zur Person/über mich: Florian Birnmeyer: Geboren in Nördlingen im Donau-Ries (Nordschwaben), lebt Florian Birnmeyer seit über zehn Jahren in der Metropolregion Nürnberg, zunächst in Erlangen, seit Ende 2021/Anfang 2022 in Nürnberg. Er studierte Romanistik, Latinistik und Philosophie/Ethik in Erlangen und Paris. Florian Birnmeyer arbeitet als Lehrer für Migrantinnen und Migranten an einer Fürther Berufsschule und seit 2021 an seiner Promotion in romanistischer Linguistik. In der verbleibenden Zeit entstehen Gedichte und kürzere Texte, die in Anthologien (Auf der Zugspitze, Lichtflug) und einem ersten Gedichtband (Storchenstolz) erschienen sind. Er rezensiert außerdem die Werke anderer auf seinem Literaturblog Der-Leser.net sowie auf Rezensionsplattformen wie Literaturkritik.de und Lyrikkritik.de. Im Jahr 2024 war Florian Birnmeyer Teilnehmer der Bayerischen Akademie des Schreibens.
Im Internet: www.der-leser.net / www.florian-birnmeyer.de Biobibliographie: • Marlies Kemptner/Florian Birnmeyer/Grete Ruile (2024): Lichtflug. Literaturpodium/BoD. • Florian Birnmeyer (2023): Storchenstolz. Lyrik Edition Neun. • Kati Frischko/Florian Birnmeyer/Birgit Berger u. a. (2022): Auf der Zugspitze. Literaturpodium/BoD.
Liebe Pegah Ahmadi, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Das Leben verläuft wie zuvor – eine Mischung aus beruflicher Tätigkeit und alltäglichen Routinen einerseits und dem Versuch, dieser Monotonie Sinn oder neue Impulse zu geben andererseits. Seit einiger Zeit schreibe ich weniger, lese jedoch mehr. Kürzlich habe ich eine weiterführende Fortbildung im Bereich Übersetzung abgeschlossen. Abgesehen davon geht es mir gesundheitlich nun viel besser, nachdem ich mehrere Jahre an einer schweren Atemwegserkrankung gelitten und eine lange Behandlungsphase durchlaufen habe. Daher schätze ich heute jeden einzelnen Atemzug bewusst und mit Dankbarkeit. Ich versuche einfach, tiefer und bewusster zu atmen und empfinde inzwischen sicherlich mehr innere Ruhe und eine gewisse Leichtigkeit im Leben. Lass mich sagen: Ich strebe nicht mehr krampfhaft nach irgendetwas – und ich habe es nicht eilig. Die wirklich wichtigen Dinge sind oft jene, die im Alltäglichen verborgen bleiben, fast zu leise, um bemerkt zu werden.
Pegah Ahmadi, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Aus der Perspektive von „uns“, die wir in einer zunehmend komplexen und isolierenden Welt leben, fällt es mir nicht leicht, eine klare Antwort zu geben. Ich denke jedoch, dass in einer Welt, in der Künstliche Intelligenz essenzielle Entscheidungen trifft und manchmal sogar an unserer Stelle denkt, ja sogar Bücher schreibt und zum Verkauf vorbereitet, es besonders wichtig ist, nicht zuzulassen, dass die Technologie uns in Gleichgültigkeit und Entfremdung führt. Wir leben in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Mensch und Maschine zunehmend verschwimmen. Ich befürchte, dass wir unsere eigenen menschlichen Qualitäten wie Empathie, Liebe, Zusammenhalt, Kreativität und kritisches Denken allmählich verlieren, ohne es wirklich zu merken. Ebenso genau auch in der sozialen Dimension brauchen wir vor allem mehr Verbundenheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt, tiefere Empathie und ein echtes gegenseitiges Verständnis – nicht nur rhetorisch, sondern auch in der Praxis spürbar.
Es wäre hilfreich, wenn wir alle – trotz unterschiedlicher Erfahrungen und Perspektiven – versuchen würden, den Fokus nicht ausschließlich auf uns selbst zu legen, sondern aktiv daran zu arbeiten, das Gemeinsame zu fördern.
Letztlich leben wir alle in einem Netzwerk von gegenseitigen Einflüssen – sozial, politisch und kulturell. Dieses Bewusstsein kann uns helfen, verantwortungsvoller und mit mehr Verständnis füreinander zu handeln.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Literatur und Kunst können mehrdimensionale Ausdrucksräume erschaffen, in denen alles hinterfragt, bezweifelt und neu überdacht wird. Schreiben ist dabei nicht nur ein Denkprozess, sondern auch eine Formung des Denkens, die sich auf bewusster und unbewusster Ebene stets gegenüber dem, was geschieht, positioniert und neu orientiert. Daher ist es vielleicht notwendig, sensibler und wachsamer gegenüber den Vorgängen hier und anderswo in der Welt zu sein, denn gerade diese Aufmerksamkeit schafft die Grundlage, um neue Denk- und Ausdrucksformen zu entwickeln.
Literatur und Kunst entfalten ihr Potenzial oft in vertrauten gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen. Zugleich eröffnen sie die Möglichkeit, über diese gewohnten Rahmen hinauszugehen und neue, vielfältige Ausdrucks- und Denkweisen zu entdecken.
Was liest Du derzeit?
Zurzeit lese ich den Gedichtband „Das Alphabet von Deleuze & Guattari“ von Stefan Heyer, der in diesem Jahr beim Passagen Verlag erschienen ist.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Leider fiel das Ende dieses Gesprächs mit dem Angriff Israels auf mein Heimatland, den Iran zusammen. Also möchte ich ohne weitere Worte oder Parolen einen Teil meines heutigen Telefongesprächs mit meinem Vater zitieren:
„Papa, wie geht es dir? Bitte fahr in den Norden, dort ist es sicherer!
Hab keine Angst, meine Liebste, jene fahren in den Norden, die das Leben zu ernst genommen haben“.
Vielen Dank für das Interview, liebe Pegah, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Pegah Ahmadi, Schriftstellerin
Zur Person:Pegah Ahmadi, 1974 im Iran geboren, hat persische Sprach- und Literaturwissenschaft studiert und ist Lyrikerin, Übersetzerin und Literaturkritikerin. Sie ist Mitglied des iranischen Schriftstellerverbands, zählt zu den bekanntesten Gesichtern der iranischen Lyrikszene und hat bisher zehn Bücher veröffentlicht.
Auf Einladung von ICORN kam Pegah Ahmadi 2009 nach Frankfurt, wo sie erstmals zensurfrei schreiben und leben konnte. Unter dem Eindruck des Sommers 2009 entstand ihr Gedichtband Mir war nicht kalt (Sardam Nabud), der im Bremer Sujet Verlag erst auf Farsi und dann auf Deutsch erschienen ist.
Im Anschluss an ihren Aufenthalt in Frankfurt war sie ein Jahr Gastpoetin an der Brown University in Providence, Rhode Island.
Ahmadi war 2009 für den vom Verband iranischer Presserezensenten ausgeschriebenen Preis für das beste lyrische Werk und 2013 für den Heidelberger Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil nominiert. Im selben Jahr erhielt sie in Iran den Chorschid-Preis für iranische Lyrikerinnen. Pegah Ahmadi lebt zurzeit in Köln.
Liebe Aleksandra Pristin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich wache auf und ich weiß selten, wie der Tag verlaufen wird, denn dies hängt von Nachtträumen, vom Wetter, von anfallenden Aufgaben für unsere Skulpturenausstellungen und von Social Media ab.
Wenn das Wetter akzeptabel ist, gehe ich in meinen Garten, der mich braucht, damit er so ist, wie ich es mir wünsche und wie ich den Garten gerne zeigen mag, denn der Garten, der regelmäßig von vielen Menschen bestaunt wird, ist ein Star und soll ein Star bleiben. Er ist es auch, der mir meine Seelenruhe gibt, damit ich schreiben kann. Und schreiben muss ich dann, wenn meine Nachträume mich lenken, wenn sie mir Impulse geben, denen ich folgen muss. Nicht aus jedem Traum wird ein Gedicht und nicht jedes Gedicht folgt einem Traum, doch wenn ich so geträumt habe, dass ich den Traum nicht von der Haut abstreifen kann, dann gehe ich nicht in den Garten, ich schreibe, bis das mich verfolgende Gefühl im Kokon der Lyrik festgehalten wird und nicht mehr auf meiner Haut kriecht.
Doch sowohl das Wetter, wie auch die Träume, beide sind machtlos gegen Social Media Kram, der mich unnötig ablenkt und meinen Tagesablauf stört. Ich erfahre vieles Nötige und vieles Unnötige, bis ich oft merke, das schöne Gartenwetter ist vorbei, bis ich oft merke, mir entflieht ein schöner Satz, den ich schreiben wollte und nun schreibe ich einen anderen Satz.
Und schnell ist der Tag vorbei.
Bis in die Tiefe der Nacht erledige ich noch meine Aufgaben, bastele am Flyer, Banner, Plakat, Katalog, Internetauftritt für die Skulpturenausstellung, schreibe Briefe, Anträge, ordne Fotos und plane die nächsten Veranstaltungen für das nächste Jahr.
Doch zurückblickend bin ich mit dem Tag zufrieden, er verlief, wie jeder Tag, gelenkt vom Fleiß, Ehrgeiz, Zerstreutheit und vom Traum, immer ein Stück für die Erfüllung meines Lebenstraums.
Aleksandra Pristin, Lyrikerin, Gärtnerin und Veranstalterin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Nichts ist wichtiger jetzt, in der ins Rechts weltweit abdriftenden Gesellschaft, als das Herz zu bewahren und es noch mehr zu öffnen, nicht die Augen verschließen und an anderen zu rütteln, damit ihre Herzen Räume für leidende Menschen offen halten, nicht zulassen, dass sie verhärten, dass uns Kälte, Gier, Neid und Sarkasmus spalten, dass die Demokratie, in der wir unbesorgt aufwachsen durften, unbemerkt stirbt.
Auch ein engagiertes gesellschaftliches Leben ist sehr wichtig. Bewegen, gestalten, voranbringen. Daraus wächst eine geschlossene Gemeinschaft, die nicht so leicht zerfällt. Diesen Gedanken pflege ich seit 25 Jahren und öffne meinen Garten für interessierte Gartenliebhaber. Seit neun Jahren, zusammen mit meinem Mann, organisiere ich hier im Garten Skulpturenausstellungen begleitet von Lyriklesungen und Konzerten und wir erfreuen uns an der großen Resonanz und an immer glücklichen Gesichtern. Wichtig ist uns dabei, verschiedene Kunstformen und verschiedene Materialien unter immer wechselnden Themen mit namhaften Bildhauern zu präsentieren, die Kunst zu vermitteln und die Menschen zusammenzubringen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Jede Stimme, die schweigt, ist opportun und feige. Wach und hörbar zu sein ist die Aufgabe der Künste. Aus der Perspektive der Jahrzehnte und der Epochen sind die Kunst und die Literatur wie Zeigerpflanzen, die durch ihre Präsenz darauf hinweisen, welche Eigenschaften der Boden (die Gesellschaft) hat. Die Kunst und die Literatur haben es zur Pflicht das festzuhalten, was um uns geschieht und das aufzuzeigen, was beunruhigend ist. Utopisch wäre es zu denken, dass sie jede Seele erreichen, doch wenn sie dennoch wahrgenommen werden, sollten sie beleuchten, in den Verstand dringen und aufrütteln. Wie die Leuchttürme stehen sie in der Pflicht hellwach zu sein und den Weg in den Frieden zu weisen. Ich weiß aus meinem vergangenen Berufsleben, dass das Aufstehen und die Meinung äußern, nicht immer einen selbst vorwärtsbringen, doch sie bringen die Sache vorwärts. Als Künstler sollte man sich von eigenen Vorteilen losgelöst fühlen und gerade jetzt mit jedem verfügbaren Mittel sprechen, fragen, berühren, weinen.
Was liest Du derzeit?
Je nach Tageszeit und je nach Ort, wo ich mich gerade befinde, lese ich sowohl Lyrik wie auch Prosa. Inspiriert durch die Lesung „Das Alphabet des Feuers – Poesie aus Island“ mit Wolfgang Schiffer und Jón Thor Gíslason, die wir Ende Mai im Garten veranstaltet hatten, lese ich gerade Gedichte aus Island, „Ewigzeit“ von Ásta Fanney Sigurdardóttir, kleine sprachliche Meisterwerke, deren Konstruktion ich bewundere.
…. Wenn ich an den gerade warmen Tagen abends unter den Walnussbäumen sitze und vor den Sonnenuntergängen den Tag abschließe, lese ich „Air“ von Stefan Kracht, weil mich die Verbindung – Kunst und Literatur – angesprochen hatte, doch abgelenkt durch die Farben des Himmels und eigene Gedanken, die ich zu eigenen Versen legen möchte, komme ich seit Tagen mit dem Buch nicht voran. Zumindest bei letzten drei gelesenen Büchern war ich nicht so zerstreut wie jetzt und am liebsten würde ich die Bücher weiter und weiter lesen, denn es sind lyrische Prosameisterwerke: Maren Kames „Hasenprosa“, Han Kang „Griechischstunden“, Mieko Kanai „Leichter Schwindel“.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Mit meinem Gedicht – ein bohrender Gedanke über das heutige Deutschland:
laute enge
(zu bundestagswahl)
erstarrt fragen wir uns
was sich viele fragen
warum kannte man sie vorher nicht
die, die nun alle türen schliessen
und so laut schreien
dass man nicht mehr schlafen kann?
warum muten sie der welt ihr eigenes
und man ihre enge nicht mal weiten kann?
wer sind sie um uns ohne ein gesicht?
sind es nur die, die man nicht kennt?
oder doch die, die mit uns
durch die lichten wälder
wie fledermäuse streiften?
um uns ihre bahnen zogen?
und uns auf die feuchten lippen küssten?
kaufen wir bei denen
mit einem lächeln ein?
schauen sie in unsere fenster
tag und nacht vielleicht?
sehen sie gestochen scharf
wie wir am tisch erstarren?
auch wir, wir traumwandeln
obwohl wir wach sein müssen
und auch wir, wir träumen nicht
Aleksandra Pristin, Februar 2025
Vielen Dank für das Interview, liebe Aleksandra, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Aleksandra Pristin, Lyrikerin, Gärtnerin und Veranstalterin
Zur Person:Aleksandra Pristin, Lyrikerin, Gärtnerin und Veranstalterin.
Psychologiestudium in Danzig und Warschau. In Deutschland seit 1983, hier bis vor Kurzem auf dem Gebiet der Informationstechnologie tätig.
Als Hobby betreibe ich zusammen mit meinem Mann einen fürs Publikum offenen, parkähnlichen Garten, in dem ich jährlich wechselnde Skulpturenausstellungen mit namhaften Künstlern organisiere, mit begleitendem Kulturprogramm wie Lesungen und Konzerte.
Eine Eiseskälte drang hinein und lies die Lippen frieren.
Pass auf dich auf!
Eine Berührung
An der Schulter unvergessen wie der hellste
Chorgesang, wie das warme Licht,
das von außen fiel und auf ihren Wangen lag
Ein Kuss die Wärme sammelnd gegen die
Angst, die mit jeder Stunde in beiden Herzen wuchs.
Charkiw ist groß … sagte sie …
Hörst du? … Gib mir eine Nachricht, wenn du
Ankommst und wenn du etwas brauchst … Er fuhr um halb acht …
Nie wieder hat sie ihn geküsst, kein Wort von ihm gehört …
Cut … als wenn eine lichthungrige Drohne nur auf seine Wangen wartete …
Es blieb ihr nichts weiter, als vor einem Fenster zu wachen,
auf das Licht zu warten, das es nicht mehr gibt.
Aleksandra Pristin, 12.6.2025
Aleksandra Pristin, Lyrikerin, Gärtnerin und Veranstalterin
GIVE PEACE A CHANCE
Aleksandra Pristin, Lyrikerin, Gärtnerin und Veranstalterin
Zur Person:Aleksandra Pristin, Lyrikerin, Gärtnerin und Veranstalterin.
Psychologiestudium in Danzig und Warschau. In Deutschland seit 1983, hier bis vor Kurzem auf dem Gebiet der Informationstechnologie tätig.
Als Hobby betreibe ich zusammen mit meinem Mann einen fürs Publikum offenen, parkähnlichen Garten, in dem ich jährlich wechselnde Skulpturenausstellungen mit namhaften Künstlern organisiere, mit begleitendem Kulturprogramm wie Lesungen und Konzerte.
Drei Jahre ein Paar. Noah und Camilla. Und jetzt liegen sie auf dem Rücken, nackt, im Bett, nebeneinander und blicken an die Decke.
Es ist ein Abschied. Und Camilla beginnt, bricht die Stille.
„…Ich verlasse dich.
Warum?
Weil ich nicht mehr kann.
Mich lieben?
Quatsch, das kann ich noch lange. Aber das reicht nicht, verstehst du? Nicht für ein ganzes Leben. Jedenfalls mir nicht…“
Es geht jetzt hier zuende für Noah, den Künstler und Camilla, die Buchhalterin, hier in der romantischen Altbauwohnung, die Camilla bezahlen muss wie vieles Andere, weil Noahs Kunst, es nicht ermöglicht.
Drei Jahre. Nun ist das Bett leer. Wie alles jetzt. Nach dem Abschied.
Und Noah geht wieder abends in die Bar, allein. Trifft Betty, die voller Kummer ist, doch da tut sich vielleicht eine Chance in allem Schmerz und Abgrund da und dort auf…
Zwischen Wut und Liebe…
Martin Suter, ein Bestsellerautor, der ganz nah und tief in menschliche Abgründe zu blicken, zu kriechen, zu wühlen und die menschliche Seele der Zeit einzigartig ins Wort, ins klein-, wie großflächige Lebens-, Liebes-, und Weltbild zu setzen und zu katapultieren weiß, gelingt mit Wut und Liebe ein weiterer Roman der Spitzenklasse, der rasant und kurzweilig zum Lachen, Weinen bringt und bestens zu unterhalten weiß.
Eine geniale lovestory, die roadmoviegleich in Paradies, Wüste und ungeahnte Horizonte der Liebe in Licht und Dunkel entführt und Seite um Seite fesselt.
„Ein Meisterwerk!“
Wut und Liebe. Martin Suter. Roman. Diogenes Verlag.
Ragazzi del Mondo/Nur eine Welt _ Uraufführung _ aktionstheater ensemble _ Theater am Werk Wien 11.6.25
Über welche Leichen gehen wir beim Einkaufen? Und welches Blut wird da und dort vergossen? Was ist Dein Schmerz und was ist mein Schmerz, meine Sorge? Was ist objektiv dabei? Und wer hält zu meiner Meinung? Was ist Freude für mich? Was und wer sind wir als Gemeinschaft?
Gehen, tanzen, stolpern, schreien, kriechen wir hinein in unsere Welt mit Herz und Seele…Ragazzi del Mondo
In seiner neuesten Produktion „Ragazzi del Mondo – nur eine Welt“ lädt das aktionstheater ensemble zu einem existentiellen Kammerspiel der Sonderklasse. In rasantem einmaligen Sprach-, Bewegungsspiel wird das Publikum mitgenommen in Wahrnehmung und Erfahrung des individuellen Lebensraumes, der in Wort und Gegenrede zum reißenden Strom, zur bebenden Erde, zur Explosion wird bis der nackte Mensch übrigbleibt, liegenbleibt und das Licht ausgeht…
Ein Stück am Puls der Zeit, das in sensationeller Bühnenperformance ganz große Schauspielkunst in Humor, Staunen, Stille bietet und ganz tief in der Frage nach dem Menschenbild, Menschsein berührt. Großartig abgestimmt auch Musik, Kostüm-, Bühnenbild.
Ragazzi del Mondo/Nur eine Welt _ Uraufführung _ aktionstheater ensemble
Eine Produktion von aktionstheater ensemble in Koproduktion mit dem internationalen Festival Bregenzer Frühling, Kulturservice der Landeshauptstadt Bregenz und dem Theater Kosmos. n Kooperation mit Theater am Werk.
Konzept & Inszenierung _ Martin Gruber
Text _ Martin Gruber & Ensemble
Dramaturgie _ Martin Ojster
Mit _ Zeynep Alan, Isabella Jeschke, Thomas Kolle, Kirstin Schwab, Benjamin Vanyek, Andreas Dauböck & Pete Simpson
Bühne _ Valerie Lutz & Martin Platzgummer
Kostüme _ Luis Kaindlstorfer
Musik _ Andreas Dauböck
Video _ Resa Lut
Uraufführung _ 11.6.2025 Theater am Werk _KABELWERK , Oswaldgasse 35A _ 1120 Wien_weitere Spieltermine 12,.13., 14., 15.6.2025