Katrin Fuchs, Sängerin und Schauspielerin _ Wien _ performing Undine geht _ Donau/Wien _ Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _ Walter Pobaschnig 5/26 folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance _ Donau/Wien
UNDINE GEHT _ Akrostichon
Text _ Rudolf Kraus, Schriftsteller _ Wien
Performance _ Katrin Fuchs, Sängerin und Schauspielerin _ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Katrin Fuchs, Sängerin und Schauspielerin _ Wien _ performing Undine geht _ Donau/Wien _ Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _ Walter Pobaschnig 5/26 folgende
Katrin Fuchs, Sängerin und Schauspielerin _ Wien _ performing Undine geht _ Donau/Wien _ Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _ Walter Pobaschnig 5/26 folgende
UNDINE GEHT
undine
nähert sich
dem
ideal einer
neuen
elfe
gestern aber
entstand unerwartet &
heimlich ein
tabu
Rudolf Kraus, 2.5.26
Katrin Fuchs, Sängerin und Schauspielerin _ Wien _ performing Undine geht _ Donau/Wien _ Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _ Walter Pobaschnig 5/26 folgende
Katrin Fuchs, Sängerin und Schauspielerin _ Wien _ performing Undine geht _ Donau/Wien _ Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961 _ Walter Pobaschnig 5/26 folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance _ Donau/Wien
UNDINE GEHT _ Akrostichon
Text _ Rudolf Kraus, Schriftsteller _ Wien
Performance _ Katrin Fuchs, Sängerin und Schauspielerin _ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 10/21
Undine geht _ Annkathrin Dehn_Tänzerin, Choreografin _ Wien _ Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _ Walter Pobaschnig 9/23, folgende
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann
Fotos: Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 10/21.
Fotos: Undine geht _Annkathrin Dehn_Tänzerin, Choreografin _ Wien _ Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _ Walter Pobaschnig 9/23.
Im Interview_ Doris Fleischmann, Schriftstellerin _ Wien
Liebe Doris, welche Zugänge gibt es von dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Als ich Anfang der Neunziger Jahre in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur (ÖGfL) gearbeitet habe, war Wolfgang Kraus, damals Präsident, sehr angetan von Ingeborg Bachmann und hat mir voller Stolz erzählt, dass er der erste gewesen wäre, dem sie „Böhmen liegt am Meer“ vorgelesen habe, damals Anfang der Sechziger Jahre in den Räumen der ÖGfL.
Ich denke, Ingeborg Bachmann hatte zwei Gesichter: das Gesicht der erfolgreichen, immer etwas zerbrechlich wirkenden Ausnahmeschriftstellerin, aber auch das Gesicht der privaten (und doch öffentlichen) Frau, die von der intellektuellen Gesprächspartnerin bis zur leidenden Geliebten so viele verschiedene Facetten in sich trug, die wohl nie alle ans Licht kommen werden.
Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?
Ingeborg Bachmann ist unbestritten eine der wichtigsten österreichischen Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit. Sie hat sich mit der Rolle der Frau in der patriarchalischen Gesellschaft auseinandergesetzt, mit der nationalsozialistischen Vergangenheit unseres Landes (und ihres Vaters) und sie hat ihren eigenen literarischen Ton gefunden, eindringlich und klar. Wenn man sich Aufnahmen anhört, auf denen sie Gedichte und Prosa vorträgt, kann man sich ihrem Leserhythmus nicht entziehen.
Möchtest du bestimmte Werke hervorheben und warum?
In meinem Bücherschrank steht ein Band mit Ingeborg Bachmanns Erzählungen. Ich würde „Undine geht“ hervorheben: „Ihr Ungeheuer mit Namen Hans! Mit diesem Namen, den ich nie vergessen kann.“ „Hans“ fungiert hier als Chiffre für den männlich-enttäuschenden Liebhaber, und Ingeborg Bachmann hatte ja tatsächlich Liebhaber mit dem Vornamen Hans: Hans Weigel und Hans Magnus Enzensberger. 2016 haben wir in der AGA Arbeitsgemeinschaft Autorinnen ein ganzes Heft zum Thema „Alle Männer heißen Hans“ herausgebracht. Ich habe damals ein fiktives (natürlich sehr zynisches) Interview mit dem Verleger Hans W. Schmidt anlässlich seines 80. Geburtstages geschrieben: „Na ja. Wissen Sie, ich habe einfach nur mit den Augen zwinkern müssen, und keine Frau hat meiner Einladung zu einem Glas Wein widerstehen können oder zu einem Theaterbesuch oder zu einer kleinen Reise. (Lacht.)“
Was hättest du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ich hätte sie gerne persönlich kennengelernt, vor allem um mir ein eigenes Bild machen zu können. Die Mystifizierung von Ingeborg Bachmann habe ich nie verstanden. Sie war eine sehr widersprüchliche Person, denke ich, und dieser Mythos Bachmann ist bestimmt durch ihren frühen geheimnisvollen Tod entstanden. Ich hätte sie wahrscheinlich gefragt, wo sie sich zu Hause fühlt und wo sie schreiben kann.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich bin am Recherchieren und möchte kleine literarische Porträts schreiben.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Jahre kommen und vergehen, die Menschen kommen und gehen, und die Zeit und die Menschen wollen mir wohl, und ich habe meinen Platz unter der Sonne.“
Aus: Ingeborg Bachmann, Auch ich habe in Arkadien gelebt, Zeitschrift Morgen, Wien 1952
Herzlichen Dank für das Interview!
Doris Fleischmann, Schriftstellerin
Zur Person: Doris Fleischmann, geboren 1970 in Wiener Neustadt, lebt und arbeitet in Wien; viele Jahre im Kulturbetrieb tätig; schreibt Prosa. Regelmäßige Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, eine Co-Herausgeberschaft.
Ihr Debütroman „Alles, was bleibt oder Ein Haus in Wien“ erschien 2018 im Hollitzer Verlag, Wien. Im April 2022 erschien ihr Kurzgeschichtenband „Spaziergänger zwischen den Welten“ im Pilum Literatur Verlag, Strasshof an der Nordbahn.
Doris Fleischmann ist Mitglied beim Literaturkreis Podium, der Literaturgruppe Textmotor sowie der Arbeitsgemeinschaft Autorinnen. Mitglied des Österreichischen PEN-Clubs.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Blumenleere _ Michael Johann Bauer _Schriftsteller, Projektkünstler_Augsburg
Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Foto: Blumenleere _ privat
Fotos: Ungargasse Wien _ Romanschauplatz Malina _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 3/26
Im Interview _ Blumenleere _ Michael Johann Bauer _Schriftsteller, Projektkünstler_Augsburg
Liebe blumenleere, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
ausschlieszlich indirekte, da ich nie wirklich explizit einen text von ingeborg bachmann gelesen habe bzw. mich nur vage zu erinnern koennen vermeine, vor relativ langer zeit ein wenig in einem geblaettert, ihn dann allerdings eher desinteressiert – er passte wohl nicht zur damaligen lebenslage – ad acta gelegt & hernach auch nie wieder aufgeschlagen zu haben. jedoch inspiriert just dieses interview mich nunmehr dazu, mir gedanken darueber zu machen, warum ich welche buecher welcher autor:innen im laufe meines lebens waehle & warum welche nicht.
gehen wir aber einen schritt weg, von ingeborg bachmann per se, um ihr nicht mutwillig ihr fremde details & charakteristika ueberzustuelpen, & fabulieren wir uns besser eine rein hypothetische, mit ihrem jeweiligen schaffen insoweit verschmolzene persona zusammen, die wir im folgenden phantasmagoria nennen wollen: phantasmagoria, also, eine idolisierte – kanonisierte – entitaet, erfaehrt in den ihr huldigenden kreisen eine phaenomenale verehrung, welche bei kritik an ebenderselben rapide zu in heftigen angriffen kumulierenden abwehrmechanismen muenden kann. gleicherdings dient sie der orientierung wie auch dem ornament respektive gar talisman, von dem man sich erhofft, er moege doch tunlichst die ihm zugeschriebenen eigenschaften auf seine traeger:innen abfaerben. die behauptete profunde kenntnis ihrer angenommenen existenz – kategorisch eine durch persoenliche blickwinkel verzerrte immer hoechstens annaeherung –, egal, ob gezielter bluff oder tatsaechliche eigene ueberzeugung, fungiert als voraussetzung diverser zugaenge & bildet mit die basis, unter ihren zuschreibungen & damit assoziierten verflechtungen anhaengenden akzeptanz & wertschaetzung zu generieren. andererseits soll es durchaus einige geben, die sich uneigennuetzig & wahrhaftig an ihren werken berauschen & daraus verschiedenste arten von ekstasen & inspirationen ziehen – sowie das unermessliche spektrum des dazwischen –: leidenschaft, herausgeboren aus einer konstatierung von groesze – wiederum, zumindest ab dem passieren kritischer schwellen, mit dergleichen widersprechenden ueberstrahlenden effekten.
Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?
was macht das besondere eines schreibens aus, das einem zusagt, das einem nicht zusagt? oszillierend zwischen sympathie & antipathie & sich dann vielleicht fuer eine seite entscheidend, impulse, die auf geeignete naehrboeden fallen & zu darueber hinaus wuchernden manifestationen damit korrespondierender ideen fuehren?
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?
solcherlei entzieht sich mir, aus den aufgefuehrten gruenden.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
wahrscheinlich nichts: das, was ich ueber sie via hoerensagen festzustellen meine, skizziert mir jemanden, zu dem & dessen lebenswelten ich keinen maszgeblichen bezug habe; ich glaube: ich haette sie nicht ihres renommees willen aufsuchen & sprechen wollen. waeren wir uns dahingegen irgendwo zufaellig begegnet – des weiteren gesetzt den fall, ueberhaupt einer bereitschaft ihrerseits, mit mir in einen austausch zu gehen, aus prinzipieller wertschaetzung fuer jedweden menschen, schenkte ich ihr gerne mein ohr –, kann ich mir vorstellen, wir haetten vielleicht durchaus anlaesse & themen gefunden, die sich aus dem uns eben zufallen einer begegnung resultierten. streifte ich derweil unvorhergesehen ihr reales grab, praeferierte ich eindeutig die gepflegte schoenheit gemeinsamen schweigens.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
zurzeit beende ich illustrationen (schwarze tusche mit feinem pinsel auf papier; mein von mir sogenannter stil: kalligraphie des unbewussten) fuer wohin ein wind uns jemals traegt, ein sich in 11 mal 11 gedichten mit je 11 zeilen manifestierendes poetisches system, worin die lesende persona nach jedem einzelnen auf drei wahlmoeglichkeiten & dadurch insgesamt eine interaktive endlosschleife stoeszt, die im dritten quartal 2026 bei killroy media erscheinen darf. ansonsten feile ich ein philosophisches traktat samt zwei erweiterungen aus, einen das prinzip des als ob zum modus operandi unseres soseins erklaeren philosophischen primaertext. & nach wie vor arbeite ich, mit wichtigen, inspiration erzeugenden pausen seit inzwischen ueber sechs jahren an einem monumentalen entscheidungstext.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
ich waehle stattdessen lautreamont, da meine verbundenheit sich hier verwurzelt, aus die gesaenge des maldoror: es ist schön die ruinen der städte zu betrachten, noch schöner aber ist es die ruinen der menschen zu betrachten!
Herzlichen Dank für das Interview!
Blumenleere _ Michael Johann Bauer _Schriftsteller, Projektkünstler_Augsburg
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Im Interview _ Dietmar Koschier, Schriftsteller _ Wien
Lieber Dietmar, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Ehrlich gesagt kenne ich gar nicht so viel von ihr, und es gibt Schriftstellerinnen bzw. Dichterinnen, die mir näherstehen, aber sie ist, aus welchen Gründen auch immer, eine Dichterin, die bis in unsere heutige Zeit hineinstrahlt und abgesehen davon eine interessante (Künstler-)Persönlichkeit.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Kühne, originelle, manchmal aber auch unverständliche Sprachbilder.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Anrufung des großen Bären.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Manches ist und bleibt berechtigt, manches hat sich allerdings überholt bzw. war damals schon überzogen.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Sooo großen Wert kann ich ihr unmöglich zumessen, dass ich die Liebesfähigkeit anhand von Bachmann einteilen möchte…
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Wenn, dann nur ein ganz kleines. Viele Künstler, na ja, eher die Möchtegerns, leiden eher an ihrem Ego…
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Sie war durchaus eine „zerrissene“ Außenseiterin
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Eigentlich nichts
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Gott zu finden
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
Da müsste ich erst nachsehen bzw. googeln – ad hoc fällt mir keines ein-, und dies wäre jedoch keine große Kunst…
Herzlichen Dank für das Interview!
Dietmar Koschier, Schriftsteller
Zur Person: Dietmar Koschier, Schriftsteller, geb. 1976
1993 Abbruch des BORG Perg aufgrund schwerer Depressionen. In Folge Aushilfsjobs beiTischlern, Gärtnern und Bestattern.
2004 Matura am Abendgymnasium Spittelwiese, Linz.
2005 Studium Theologie in Linz.
2006 Studium Germanistik, Kunstgeschichte & Philosophie in Graz.
2007 Übersiedlung nach Wien
2010-2017 Studium Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien
Seit Herbst 2018 freiberuflich unterwegs
Veröffentlichungen:
Monologe-Dialoge-Resumees (Anthologie), edition pro mente, 2004;
Sehnhunde auf Grölland. Kurzprosa & Lyrik, Resistenz-Verlag, 2013.
Katzengräser, Resistenz-Verlag, 2014.
17er-Edition. Literatur aus Hernals (Anthologie), Verlagshaus Hernals, 2014
Du fehlst. Geschichten von Leben und Tod (Anthologie), Q5-Verlag, 2018
So stark bin ich! (Anthologie), Geest-Verlag 2018
Auf krummen und geraden Wegen, Edition Sonnberg 2020
Corona und die Generalpause (Anthologie), Edition Sonnberg 2021
Lesen wir Louise Glück (Anthologie), PEN Austria 2022
Außerdem in den Zeitschriften Tarantel, Wienzeile, ausreißer, Kupfermuckn, dynamis, Pappelpblatt, AbsolventenzeitungAMSSpittelwiese, Das fröhliche Wohnzimmer, Der Maulkorb, etcetera, Pilum sowie auf smartstorys.at.
Da ist die Natur im Wechsel der Jahreszeiten, die Bruno Courrèges, chef de police, so liebt und genießt, wie Wein, gutes Essen und weibliche Gesellschaft. Jetzt mit Balzac, seinem Basset, am Parkplatz und einem atemberaubenden Ausblick zu Erde und Himmel.
Und da ist der geschulte Blick des erfahrenen Kriminalisten auf die Frau am Lenkrad im Auto nebenan. Sie ist tot.
Jetzt gilt es in die Jahreszeiten menschlicher Abgründe zu blicken, hinabzusteigen, um die Umstände von Leben und Tod zu erhellen. Und Bruno macht sich auf den Weg mit Spürsinn, Charme und starkem Willen durch Sturm und Regen der Welt…
Bestsellerautor Martin Walker legt einen neuen Bruno Krimi vor, der in seiner unverwechselbaren Rezeptur von Spannung, Witz, Charme, Überraschung immer wieder neu begeistert. Es ist ein ganz besonderer Stil, der unwiderstehlich in den Lesebann zwischen Leben, Liebe und dem dunklen Geheimnis von Abgrund und Dunkelheit zieht.
„Der charmanteste Kommissar der Krimigeschichte ermittelt wieder mit unwiderstehlichem Witz und Spürsinn!“
Martin Walker. Bredouille. Der achtzehnte Fall für Bruno, Chef de police. Diogenes Verlag.
Hardcover Leinen 384 Seiten erschienen am 22. April 2026
im Interview _Thomas Erlmoser, Schauspieler _ Wien.
Lieber Thomas, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Mein Weg zu Bachmann führt vor allem über ihre Erzählprosa. Besonders intensiv habe ich mich mit den Erzählungen aus „Das dreißigste Jahr“ auseinandergesetzt. Was mich dabei besonders packt, ist ihre gnadenlose Analyse der Nachkriegsgesellschaft, wie sie sie etwa in „Unter Mördern und Irren“ beschreibt.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Für mich ist es diese Verbindung aus messerscharfer Beobachtung und existenzieller Wucht.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Ich möchte hier die Wirtshausszene in „Unter Mördern und Irren“ hervorheben. Wie sie dort diese beklemmende „Haberer“-Atmosphäre einfängt, ist meisterhaft. Ein weiterer Schlüsselmoment ist für mich das Ende der Erzählung „Das dreißigste Jahr“, das nach einer tiefen Krise plötzlich einen Moment absoluter Klarheit und Unversehrtheit bietet. Die Bedeutung von „Moll“ – Jeder ist Moll Ein zentraler Aspekt, der mir bei der Lektüre klargeworden ist, ist die Bedeutung des Begriffs „Moll“. In der Musik steht Moll für das Dunkle und Melancholische, was die Grundstimmung vieler Erzählungen perfekt trifft. Aber noch tiefer geht die etymologische Wurzel: Das lateinische mollis bedeutet „weich“ oder „geschmeidig“. Wenn ich sage „jeder ist Moll“, meine ich diese gefährliche moralische Weichheit. Es beschreibt Menschen, die keine feste Substanz haben, die mitschwimmen und schweigen, wenn sie eigentlich aufstehen müssten. Diese weiche Indifferenz ist der Nährboden für die zerstörerischen Strukturen, die Bachmann so scharf kritisiert. Es ist eine Welt, die ihren „harten“ moralischen Kompass verloren hat und in einer dunklen, weichen Gleichgültigkeit versinkt.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Ich sehe diese Kritik vor allem in der Darstellung einer Gesellschaft, die sich der eigenen Wahrheit verweigert. In der Wirtshausgeschichte sitzen Menschen wie Herz, die vertrieben wurden, am selben Tisch wie die Profiteure von damals. Diese verlogene Gemütlichkeit, in der man sich gegenseitig befiehlt, „das Maul zu halten“, ist für mich das Sinnbild einer zerstörerischen Welt, die auch heute noch in Form von Seilschaften und Schweigekartellen existiert.
„Die Männer sind unheilbar krank…“ – wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Liebe bedeutet bei Bachmann oft ein schmerzhaftes Erwachen. Wenn die Welt um uns herum „krank“ ist, spiegelt sich das auch in den Beziehungen wider. Für mich heißt „nach Bachmann lieben“, radikal ehrlich zu sein – zu sich selbst und zum anderen – und den Mut zu haben, aus den alten, zerstörerischen Rollenmustern auszusteigen.
Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Bachmann sprach von einer „asozialen, einsamen, verdammten“ Existenz. Ich persönlich glaube aber nicht, dass man in diesem Martyrium verharren muss. Für mich ist Entwicklung eine Entscheidung. Man muss nicht superintelligent oder ein Genie sein, um etwas Sinnvolles zu tun. Es geht um die aktive Beschäftigung mit Dingen, die einem Freude bereiten und Sinn stiften. Das Tun ist für mich das Heilmittel gegen die Einsamkeit und das „Verdammtsein“.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Mir ist wichtig, dass man Bachmann nicht nur als leidende Figur sieht. In ihrem Werk steckt eine enorme Kraft zur Erneuerung. Es geht um die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden und sich nicht von der Vergangenheit oder gesellschaftlichen Erwartungen lähmen zu lassen. Aktivität und stetige persönliche Entwicklung sind Wege, die sie uns – vielleicht indirekt – aufzeigt.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ich hätte sie gerne gefragt, ob sie glaubt, dass eine wirklich sinnvolle, aktive Beschäftigung ausreicht, um die Schatten der Vergangenheit endgültig zu vertreiben. Und wie man es schafft, sich in einer Welt der Mitläufer die Freude an der eigenen Entwicklung zu bewahren.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
Passend zu meinem Verständnis von Resilienz und Aufbruch mein liebstes Zitat:
„Ich sage dir: Steh auf und geh! Es ist dir kein Knochen gebrochen!“
Herzlichen Dank für das Interview!
Thomas Erlmoser, Schauspieler
Aktuelle Theaterproduktion mit Thomas Erlmoser:
Was geschieht, wenn Vernunft effizienter wird als der Mensch? In einem nahen Jetzt geraten Kunst, Technologie und Macht in einen gefährlichen Dialog. Zwei historische Denker als KI-Avatare und eine scheinbar harmlose Idee setzen eine Kettenreaktion in Gang: Staat, Investoren und Entwickler verfolgen unterschiedliche Interessen, während ein unsichtbares System beginnt, sich selbst zu schützen. Jemand zieht einen Stecker und etwas entscheidet, dass das nicht vorgesehen war. Philosophisches Gedankenexperiment, politischer Thriller und existenzielle Parabel. Ein Stück über Freiheit ohne Pathos, Gewalt ohne Waffen – und die beunruhigende Möglichkeit, dass das Vernünftigste zugleich das Unmenschlichste sein könnte und über die Verlockung perfekter Systeme und die Frage, was von Freiheit bleibt, wenn Verantwortung delegiert wird. (Pressetext)
Undine geht _ Gudrun Liemberger/GuGabriel, Sängerin, songwriter, Schauspielerin_ Wien _ acting_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Walter Pobaschnig 10/23, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
UNDINE GEHT _ Akrostichon
Text _Ina Riegler, Malerin _ Kärnten
Performance _ Gudrun Liemberger/GuGabriel, Sängerin, songwriter, Schauspielerin_ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Undine geht _ Gudrun Liemberger/GuGabriel, Sängerin, songwriter, Schauspielerin_ Wien _ acting_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Walter Pobaschnig 10/23, folgende
UNDINE GEHT
U nter der Oberfläche
N immt sie Gestalt an
D durch Wasser und Traum
I n spiegelnder Zeit
N immt eine Gestalt Gestalt an
E ine Erinnerung
G edanken rotieren rhythmisch hell zur Sonne
E rinnerung wird Farbe
H eute klingt ihre Stimme weiter
T ief in die Gegenwart
Ina Riegler, 9.3.26
Undine geht _ Gudrun Liemberger/GuGabriel, Sängerin, songwriter, Schauspielerin_ Wien _ acting_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Walter Pobaschnig 10/23, folgende
Undine geht _ Gudrun Liemberger/GuGabriel, Sängerin, songwriter, Schauspielerin_ Wien _ acting_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Walter Pobaschnig 10/23, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
UNDINE GEHT _ Akrostichon
Text _Ina Riegler, Malerin _ Kärnten
Performance _ Gudrun Liemberger/GuGabriel, Sängerin, songwriter, Schauspielerin_ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.