Armseliger Bruder, da drüben, auf der anderen Seite. Der stolz im
Chor der Angreifenden schreit. Nicht einmal ein
Einzelkämpfer. Blutiges Kanonenfutter.
Abkehr! Hörst du?
Cherson als Beispiel: Beschossen und umkämpft.
Hasserfüllter, aussichtsloser Krieg. Wozu? Zur Befriedung deiner
Angst, du Schwächling. Winzig klein vor
Neid und Missgunst, du jämmerlicher Häuptling.
Charon in Wartestellung. Ob du dir den Obolus leisten kannst?
Eingeständnis der Schuld. Einsicht. Reue.
Roland Freisitzer, 3.2.2023
Roland Freisitzer,Schriftsteller, Komponist, Dirigent
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Roland Freisitzer,Schriftsteller, Komponist, Dirigent
Zur Person_
1973 in Wien geboren, wuchs Roland Freisitzer in Moskau, Warschau, Kapstadt und St. Pölten auf, bevor er sich 1989 erneut nach Moskau begab, um Komposition zu studieren. Der Komponist und Dirigent ist Dozent im Bereich der zeitgenössischen Musik an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien sowie stellvertretender Schulleiter an der Friedrich Gulda School of Music in Wien. 2021 erschien sein Debütroman Frey bei Septime Verlag. Im März 2023 erscheint sein zweiter Roman Die Befreiung und mit Emily Maguires Ein Einzelfall auch seine erste Romanübersetzung bei Septime
Liebe Judith, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Man kann sich meinen Tagesablauf aktiv vorstellen, mit Hunderunden von Zeit zu Zeit (wenn ich zu Hause bin), Fußwegen zur Uni (statt Öffis) und eigener künstlerischer Arbeit- die eigentlich nie aufhört (Bleistift und Papier sind immer vorrätig). Ich bin in 3 Bereichen tätig: Bildhauerei (eigene künstlerische Arbeit), Kuratieren (Befassung mit den Werken anderer Künstler*innen), Lehre an der Angewandten (Aktzeichnen) – die Tage sind also ausgefüllt. Das Wochenende unterscheidet sich nur wenig von der Woche, zum Beispiel durch ein Frühstücksei und das genüssliche Lesen der Wochenendausgabe. Es gibt viele spannende Aufgaben, Ideen und Projekte. Dazu kommt der Kontakt mit den Studierenden (- das hat mir in den Lockdown-Phasen 2020/21 wohl am meisten gefehlt). Der Ablauf des Tages ist immer unterschiedlich und doch gleichbleibend- nach dem Motto: ein Kaffee zwischendurch, wann immer es passt.
Judith P. Fischer, Bildende Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
WELTFRIEDEN!
Wenn die Frage lauten würde, was mir wichtig ist: Dann würde ich so antworten: Für meinen jugendlichen Sohn eine saubere Welt zu hinterlassen, in der auch er noch gerne lebt. Für meine Mitmenschen würde ich so antworten: wertschätzender Umgang untereinander. Also die Frage, was jetzt für uns alle besonders wichtig ist, greift (bei mir) nicht so richtig, denn jeder Mensch ist anders und diese Andersartigkeit zieht nach sich, dass eben für jede(n) etwas anderes von Bedeutung ist.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Kunst- und hier antworte ich (denn nur so kann ich überhaupt etwas dazu antworten) persönlich: Kunst ist für mich ein Lebenselixier. Musik, Literatur gehören da genauso dazu wie bildende Kunst. Die Frage ist doch eher, wie würde unser Leben ohne Kunst aussehen. Es wäre eine endlose TO-DO-LISTE an Wichtigkeiten und Dringlichkeiten ohne Sinnlichkeit und Freude (wenn man von der zwischenmenschlichen tiefen Paarbeziehung absieht, die zweifellos auch ohne Kunst Freude machen kann).
Daher die Frage, welche Rolle der Kunst zukommt- meiner Meinung nach:
Sie kann (mich) glücklich machen.
Sie kann das Leben bereichern.
Sie kann aufrütteln genauso wie beruhigen!
Einen Krieg kann sie nicht beenden!
Was liest Du derzeit?
GALSAN TSCHINAG „Die Rückkehr“, Roman meines Lebens
GÜNTHER OBERHOLLENZER „Von der Liebe zur Kunst“ (die 2. Auflage, die erste habe ich schon gelesen)
JANA CERNA=Honza Krejcarová „TOTALE SEHNSUCHT“, Gedichte, Prosa, Liebesbrief
MARIN MONTAGUT „Verborgene Schätze in Paris“, Dumont
Und hin und wieder blättere ich voll Freude in der eigenen (2022 erschienen) Monografie: LINIE FORM RAUM/LINE SHAPE SPACE, De Gruyter Verlag.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Ein schönes Buch nicht wieder zu lesen, weil man es schon gelesen hat, das ist, als ob man einen teuren Freund nicht wieder besuchen würde, weil man ihn schon kennt.“ Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)
Vielen Dank für das Interview liebe Judith, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Zur Person_In Linz geboren. Aufgewachsen in Linz und Niederösterreich. Lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich.
AUSBILDUNG Studium der Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst Wien (Prof. Wander Bertoni) Studium für Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Studium der Kunstgeschichte 1990 Diplom für Gesang 1991 Diplom für Bildhauerei (Mag. art.)
PREISE|ANERKENNUNGEN|FÖRDERUNGEN (Auswahl) 1997 Trakl- Förderpreis des Landes Salzburg (Ausstellung und Katalog) 1998 Pfann-Ohmann-Preis für interdisziplinäre Kunst im öffentlichen Raum 1998/99 Paris Stipendium des Bundeskanzleramts, Kunstsektion des Bundes/A 2000 Kulturpreis für bildende Kunst (Anerkennung) des Landes Niederösterreich 2018 1. Preis Kunst-am-Bau Wettbewerb Wohnhausanlage Salzburg
WERKE IM ÖFFENTLICHEN RAUM (Auswahl) 1996 skull, Flughafen Wien/Schwechat/NÖ 2004 cascade, Handelsakademie Korneuburg/NÖ 2011 Schöpfung.Gerechtigkeit.Frieden, 3 Glocken für die Pfarre Liechtenberg/OÖ 2013 gate, Stahlskulptur für das Wirtschaftszentrum N/ St. Pölten/NÖ 2015 mutiara, Gedenkraum und Objekt, Pfarre Schönau im Mühlkreis/OÖ 2019 together Wohnhausanlage Glanbogen, Salzburg/S 2022 STEP BY STEP, Kunstschaufenster Nespresso Atelier/Kooperation Künstlerhaus u. Nespresso (temporär) 2022 Ha(SHE)tech, Skulptur für ÖBB INFRA/Praterstern Wien (curated by: zs art)
Aktuelle Ausstellung_Wien
AUSSTELLUNG ÖBV: JUDITH P. FISCHER | RÉFLEXION bis 21. April 2023
MONOGRAFIE:
• JUDITH P. FISCHER LINIE FORM RAUM/LINE SHAPE SPACE
Wer noch auf der Suche nach einem Kunstbuch ist (als Geschenk oder ganz einfach aus Freude am Thema), dem lege ich mein heuer erschienenes Buch ans Herz, das im Buchhandel, ONLINE, im LENTOS KUNSTMUSEUM, in der zsart Galerie Wien und im KÜNSTLERHAUS WIEN erhältlich ist. Die Herausgabe des Buches war eines der Highlights des heurigen Jahres und eine schöne Zusammenarbeit mit der Herausgeberin Theresia Hauenfels, dem Grafiker, dem Verlag De Gruyter, der Universität für Angewandte Kunst Wien sowie allen Autor*innen. Die Publikation ist in der Buchreihe der Universität für angewandte Kunst Wien erschienen: Edition Angewandte! Das Buch wurde unterstützt von ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH.
1916. Der I.Weltkrieg tobt in aller Grausamkeit. In den Schützengräben sterben täglich Tausende und es nimmt kein Ende. Die Front wird zum Schlachthaus, aus dem es kein Entkommen gibt. Nur für Stunden, Tage gelingt es wieder in das Dorf, die Stadt zurückzukehren, in das Leben davor – aber gibt es das noch?…
Toni Muhr kommt mit dem schweren Dampfzug am Wiener Westbahnhof an. Der Blick aus dem Fenster am Weg in die Kaiserstadt zeigte noch eine Welt von „gestern“ in all ihrer scheinbaren Idylle und Beschaulichkeit. Doch diese Idylle gibt es schon lange nicht mehr, gab es nie…
Und jetzt macht sich Toni Muhr auf den Weg zu den schillernden wie verlassenen Straßen, Plätzen der Stadt und begegnet den Menschen in all ihrer Vielfalt der Herkunft und Persönlichkeit…im Schatten, Spiegel des Krieges und der Sehnsucht nach Leben, Liebe, Hoffnung…
Der österreichische Schriftsteller, Diplomat und Journalist Paul Zifferer(* 9. März 1879 Bistritz † 14. Februar 1929 Wien) legt mit dem Roman „Die Kaiserstadt“ ein faszinierendes Panoptikum von Mensch, Zeit, Gesellschaft in der Monarchie am Ende des I.Weltkrieges und der beginnenden 1920er Jahre vor, das in seiner Unmittelbarkeit wie Ganzheitlichkeit beeindruckt. Zifferer schafft es eine Zeit und ihr Denken, Fühlen, Handeln lebendig darzustellen und anschaulich zu machen und kreiert ein mitreißendes Leseerlebnis im und um den geographischen Romanmittelpunkt Wien.
„Ein Roman, der Mensch und Zeit in der Dunkelheit des Krieges wie des Neubeginns beeindruckend zur Sprache bringt.“
„Die Kaiserstadt“ Paul Zifferer. Roman. Reclam Verlag
Lieber Boris, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Das ist schwer zu sagen, da ich unterschiedlich lange Arbeitszeiten habe, aber man kann sagen, dass ich in aller Regel tagsüber meinen Verpflichtungen im „Brotberuf“ nachkomme und dann in den Abend- und auch Nachtstunden schreibe. Im Urlaub, an Wochenenden oder Feiertagen sieht das wieder anders aus – da schreibe ich dann zu jeder vorstellbaren Tages- oder Nachtzeit. Da bin ich meiner geduldigen und duldsamen Frau zu größtem Dank verpflichtet, die mich sehr unterstützt – bisweilen kopfschüttelnd.
Boris Greff, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Humanität! Mensch bleiben angesichts aller Unmenschlichkeit, die uns umgibt; trotz Krieg, Pandemie und allgemeiner Unruhe dürfen wir nicht die Menschlichkeit preisgeben, nicht dem Hass und dem Extremismus in die Falle gehen. Den Horizont weiten, trotz aller Engstirnigkeit. Trotz aller Zweifel auch im Zweifelsfall nicht verzweifeln.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wesentlich ist für mich, dass wir die Technik beherrschen und nicht die Technik uns; dass wir Natur und Technologie miteinander in Einklang bringen, ebenso Geistes- und Naturwissenschaft. Das wird viel zu oft gegeneinander ausgespielt.
Kunst bedarf der Unterstützung, der Förderung, der geeigneten Rahmenbedingungen – das wird manchmal so verklärt gesehen, der arme Künstler, die Boheme, das Leben unter Entsagungen, aber dennoch glücklich, da von der Muse geküsst – aber materielle Sicherheit brauchen wir alle, egal wie spirituell wir sind, und Kunst ist zwar eine große Freude, eine tiefe Erfüllung – aber harte Arbeit. Dabei denke ich, dass vor allem die Kunst es uns ermöglicht, menschlich zu bleiben, und nicht zu raubtierkapitalistischen Technokraten zu degenerieren. Kunst ist in meinen Augen ein menschliches Grundbedürfnis, schon die Urmenschen bemalten die Wände ihrer Höhlen, schlugen die Trommeln und benutzten ihre Stimmbänder. Die Kunst gegen wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt auszuspielen und immer mehr zu beschneiden, ist kurzsichtig, jede Form des gesellschaftlichen Fortschritts bedarf der Dichter und Denker, der Musiker und bildenden Künstler – ohne Kunst kann man vielleicht eine zeitlang überleben, aber wahre Lebensqualität birgt vor allem die Kunst, die Kreativität, die Liebe zu allem Schönen, und nicht Macht, Gewalt oder Finanzkraft.
Was liest Du derzeit?
Derzeit viel Lyrik und Poesie: Federico García Lorca, Friederike Mayröcker, Werner Fritsch, Durs Grünbein, Kathrin Niemela, Jan Wagner, Heinrich Heikamp, Uwe Kraus – dazu noch allerlei Anthologien, gedruckt und online, auch ganz unbekannte Künstlerinnen und Künstler in den sozialen Netzwerken – da gibt es viel zu entdecken. Neben den unvergänglichen Namen, die ich immer wieder konsultiere: Goethe, Schiller, Mörike, Trakl, Benn, ach, und so viele mehr. Jede Nennung tut mindestens einem Dutzend nicht genannter, toller Schriftsteller großes Unrecht. Was Romane angeht, lese ich derzeit von Alex Capus „Susanna“.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Als Entschädigung dafür, dass ich mich selbst zitiere, möchte ich der geneigten Leserschaft gerne ein Gedicht aus meinem ersten Lyrikband „Augenblicke und Wimpernschläge“ (Treibgut Verlag, Berlin, 2021, S. 69) schenken:
„Kratz an den Wolken“
Vogelgesänge, die in vertikalen Schlangenlinien leise tönen,
dort, wo tagsüber dröhnende Baumaschinen dröhnen;
in Asphalt, Glas und Stahlbeton
stürmen wir senkrecht der Natur davon,
jagen immer höheren Himmeln nach,
roden alle Träume, liegen innerlich brach.
Und wenn uns auch tausend Höllenfeuer lodern:
wir möchten alle gerne modern vermodern.
Vielen Dank für das Interview lieber Boris, und viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Papa schlief einst im Bombenkeller. Kinder schlafen dort heute.
Ewigkeiten sind seither vergangen. Es geschah soeben, im Hier und Jetzt.
Achtzig Jahre. Nicht ‘mal Sekunden.
Charakter wurden geformt, deformiert. Und werden.
Erklärungen fehlten. Und fehlen.
Achtzig Jahre, offene Wunden, keine Heilung.
Chancen darauf, waren denn welche da? Wird es je welche geben?
Hilfe fehlte. Und fehlt.
Angst übertrug sich auf die nächste Generation. Wird sich übertragen. Doch
Chancen wird es wieder geben.
Es wird, hoffentlich, bald ein Ende haben. Es muss!
Winfried Dittrich, 4.2.2023
Winfried Dittrich, Schriftsteller
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Winfried Dittrich, Schriftsteller
Zu Person und Text_
Winfried DITTRICH (Autor) wurde 1981 geboren und lebt in der Ruhrgebietsstadt Witten. Er ist Vater von drei Töchtern und hauptberuflich Direktor im „Hotel Papa“. Daneben schreibt er u.a. Gedichte, arbeitet im Dortmunder Schreiblust-Verlag mit und steht ab und zu vor Menschen, um ihnen etwas zu erzählen. Nicht nur in dem vorliegenden Text setzt er sich mit der Biografie seines Vaters auseinander, der 1942 im Ruhrgebiet geboren wurde und während seiner ersten Lebensjahre Luftangriffe erlebte
Da ist Tom. Und da sein Weg in eine neue berufliche Existenz. Tief unter und über der Erde. Mehlwürmer. Ideen und Produktentwicklung laufen. Die Gesprächspartnerin jetzt ist nicht so ganz überzeugt. Das Schnitzel klatscht jetzt fetttriefend auf den Teller. Er ist zurück. Bei Oma.
Das Zimmer oben. Der Balkon. Das Handtuch im Bad. Als ob die Sommerferien weitergingen und die Wünsche der Oma. Alles wie gehabt.
Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Nicht bei Tom und nicht bei Oma…Unvorstellbares geschieht, ein Unfall und nun braucht Oma Hilfe, Pflege. Pflegekräfte kommen. Und jetzt ist Kreativität gefragt in Organisation, Planung. Und noch mehr Fingerspitzengefühl…
„Oma, wir sind zu Hause. Schau, das ist dein Haus. Alles ist wie immer, nichts hat sich verändert! Dein Haus…“
Alina Lindermuth, 2022 mit dem Sonderpreis des Wiener Werkstattpreises ausgezeichnet, legt mit Ihrem zweiten Roman „Fremde Federn“ eine sprachlich und thematisch rasante, spritzige wie begeisternde Tragikkomödie der Herausforderungen modernen Generationenlebens vor. Die österreichische Schriftstellerin, die schon 2010 den Bachmann Jugendliteraturpreis gewann, überzeugt mit einer variantenreichen Erzählstruktur, die in witzig-pointierten Gesprächen, reflexiven, psychologisch sehr feinen wie direkten Innenperspektiven mitreißend packt, eine außergewöhnliche Lebendigkeit, die bis zur letzten Seite nicht nachlässt.
Das Thema Mensch, Familie, Weg und Verantwortung, Forderung wie Überforderung wird perspektivenreich geöffnet und lässt wiedererkennen, lachen, nachdenken, weinen. Es trifft ins Herz. Von Mensch und dessen Brüchen in Wunsch, Ziel und Weg.
„Alina Lindermuth, das sind literarisch 1000 Volt in Witz, Anspruch, Spannung und Sinn!“
CHANCE Erfolgsaussichten, Wege, Umwege -chance ist zu schwammig
Waltraud Mittich, 15.11.2022
Waltraud Mittich, Schriftstellerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Waltraud Mittich, Schriftstellerin
Zur Person_Waltraud Mittich _geboren 1946 in Bad Ischl; 1952 Übersiedlung nach Südtirol; Studium „Lingue e letterature straniere e moderne“ an der Universität Padua; anschließend Unterrichtstätigkeit. Lebt in Südtirol.
Lieber Jens-Philipp, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Nach dem Morgenkaffee gehe ich an den Schreibtisch, um mich der Brotarbeit als Lektor zu widmen. Meine eigenen Projekte – gerade feile ich an einem Buch über die Mystik – verfolge ich nachmittags. Täglich nehme ich den Faden wieder auf, und räume der literarischen Umsetzung von Gedanken, Ideen und Träumereien so viel Zeit wie möglich ein. Zur Zerstreuung male ich vergleichsweise dilettantische Aquarelle, gehe spazieren und höre Musik. Songtexte, die mich berühren, dienen mir als Inspiration für meine Prosa.
Jens-Philipp Gründler, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Dass wir einen kühlen Kopf bewahren und eine gewisse innere Friedlichkeit kultivieren, mit der im Idealfall Toleranz und kulturelle Offenheit einhergehen. Wir sollten künstlerischen Erzeugnissen stets unvoreingenommen und gewissermaßen naiv entgegentreten und den Arbeitsaufwand der Schöpferinnen und Urheber berücksichtigen, bevor wir harte oder ungerechte Urteile fällen. Diese Herangehensweise lässt sich auch auf das gesellschaftliche Zusammenleben übertragen, wie ich meine. Jeder Mensch hat eine ganz eigene Geschichte, die wir sanftmütig und mittels kindlicher Arglosigkeit miteinbeziehen sollten, bevor wir uns ein Bild machen. Menschlichkeit entspringt tiefgreifenden, gelegentlich leidvollen Erfahrungen. Dies sollten wir beachten, wenn wir anderen begegnen.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Die Kunst transzendiert unsere Menschlichkeit. Einerseits stecken wir in diesem Körper; bestehen aus Fleisch, Blut und Knochen. Andererseits ist uns die Fähigkeit zur Transzendenz gegeben worden. Die Literatur gibt Beispiele, indem sie anhand von Geschichten und Gedichten etwas schwer Begreifliches abbildet. Ewigkeit, ein Verbleiben im permanenten Jetzt, betrachte ich als das Geheimnis der Kunst. Gute Literatur fängt einen Funken der metaphysischen Essenz ein und verursacht so ein uns wärmendes, inneres Feuer.
Was liest Du derzeit?
The Philosophy of Modern Song von Bob Dylan. In atemberaubenden Essays philosophiert Dylan über Songs, die ihn beeinflussten und prägen. Meines Erachtens handelt es sich bei Dylan um den größten lebenden Poeten.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
“An unlocked door means that, occasionally, you might get a devil come in, but a locked door means you have thousands of angels just walk by.” (Ian MacKaye)
Vielen Dank für das Interview lieber Jens-Philipp, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Marco Anders Rauch wurde 1976 in Erlangen geboren. In der Vergangenheit hat er für Verbraucherportale Produktrezensionen verfasst, nebenberuflich Texte für ein IT-Unternehmen geschrieben und sie ins Englische übersetzt. Der gelernte Fotolaborant hat später eine Ausbildung zum Pflegehelfer absolviert und einige Jahre in dem Bereich gearbeitet. Seit 2010 beschäftigt er sich im Bereich der Medizintechnik mit kranken Menschen und verwebt seine Eindrücke aus der Praxis gerne mit in die Geschichten.
Bücher: April 2021: Erster Roman „Hinter deiner Wirklichkeit“ veröffentlicht
„Wie aus einer anderen Welt stand die Kaiserin vor mir…“ Constantin Christomanos, Tagebücher (folgende)
Christomanos war der Griechisch-Lehrer und Reise-Begleiter von Elisabeth von Österreich. Seine Gespräche mit Elisabeth, Erinnerungen erschienen erstmals unmittelbar nach ihrem Tod 1898.
Valentina Himmelbauer, Schauspielerin _ acting Sissy _125.Todesjahr _ Elisabeth von Österreich(* 24.Dezember 1837 München +ermordet 10.September 1898 Genf)
„Wir sollten die Musik aller Dinge in uns aufnehmen, in uns zu einer Einheit verschmelzen...“
„Aus einer gegenüberliegenden Tür, die offen war und in kleines Boudoir blicken ließ, trat mir die Kaiserin entgegen…“
„Übrigens hat die Liebe auch Flügel zum Fortfliegen…“
„Haben Sie jemals einen Toten gesehen? frug mich die Kaiserin nach einer Weile. Auf allen toten Gesichtern drückt sich Weh und Hohn aus. Es ist der Hohn des Sieges über das Leben, das so weh getan hat…“
„Alle gehen unbewusst, aber sicher einem Ziel zu…“
Valentina Himmelbauer, Schauspielerin _ acting Sissy _125.Todesjahr _ Elisabeth von Österreich(* 24.Dezember 1837 München +ermordet 10.September 1898 Genf)
Fotonovel_Sissy
125. Todesjahr Elisabeth von Österreich_ 2023
Elisabeth von Österreich(* 24.Dezember 1837 als Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, Herzogin in Bayern/München +ermordet 10.September 1898 Genf/Schweiz)
Alle Zitate_ Constantin Christomanos: Tagebuchblätter 1898. Ausgabe Insel Verlag 1993
Zur Person_Constantin Christomanos (* 1.8.1867 Athen + 14.November 1911 ebenda), Historiker, Autor und Theaterleiter. Herausgeber der Wiener Rundschau.
Christomanos war der Griechisch-Lehrer und Reise-Begleiter von Elisabeth von Österreich. Seine Gespräche, Erinnerungen mit Elisabeth erschienen erstmals unmittelbar nach ihrem Tod 1898.