„dass es Theater geben wird, solange es Menschen gibt“ Julia Stiegler, Schauspielerin _ Hamburg 24.9.2023

Liebe Julia Stiegler, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Tatsächlich sind meine Tage derzeit noch alle recht unterschiedlich. Ein Kanne Tee am Morgen scheint da manchmal die einzige Konstante. Es gibt Tage, an denen verbringe ich den Großteil meiner Arbeitszeit am Computer. Dann gibt es zum Glück auch Tage, an denen Text lernen und / oder Proben mehr Raum nimmt. Was für mich nie zu kurz kommen darf ist die Bewegung. Ich brauche das, spazieren zu gehen, um die Gedanken wandern zu lassen. Musik anzumachen und einfach zu Hause zu tanzen.

Manchmal wünschte ich, ich könnte sagen, ich stehe jeden Morgen zur exakt selben Zeit auf, gehe in die Arbeit, komme nach Hause, bereite ein Abendessen zu, schaue eine Folge einer Serie oder lese ein Buch und gehe schlafen. Aber gleichzeitig liebe ich auch die Abwechslung, die das Leben als Freischaffende mit sich bringt.

Julia Stiegler, Schauspielerin, Sängerin_
(c) Julia Windischbauer

Nachtrag: dass ich diesen Absatz geschrieben hab ist nun schon ein paar Monate her – inzwischen bin ich in einem neuen Projekt tätig – ich spiele Montag-Freitag ein Präventions-Theater-Stück zum Thema Drogen an Schulen. Dadurch sind meine Tag zwar super strukturiert – ich bin allerdings auch jeden Tag in einer anderen Stadt und viel – mit meiner Spielpartnerin – im Auto unterwegs ☺ die (teils unmittelbaren) Begegnungen mit den Jugendlichen in unserem Nachgespräch ( & natürlich auch dem erwachsenen Publikum /
Sozialarbeiterinnen / Berufsschülerinnen) sind sehr bereichernd.

Julia Stiegler in „Ausgeliefert!“ Stückentwicklung der Theaterkompanie BIISH _
Freies Theater Innsbruck 2023 _
(c) Alena Klinger _ folgendes

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wissen, was uns gut tut. (Und das muss natürlich jeder für sich – vielleicht auch immer wieder aufs Neue – herausfinden) Ich finde es manchmal beruhigend, uns daran zu erinnern, dass das Leben stets im Fluss ist und kein Zustand endgültig. Gleichzeitig helfen kleine Rituale, Fixpunkte und natürlich Zeit mit Menschen, die der Seele gut tun.

Julia Stiegler in „Bacchen“ 2021 _
(c) Benjamin Strobel _ folgendes

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Puh. Ich weiß nicht ob ich das so „richtig“ beantworten kann. Wir wurden letztens an einer Schule von einer Person aus dem Lehrenden-Team im Nachgespräch zu unserem Theaterstück gefragt, ob wir (nicht) der Meinung seien, dass das Theater sowieso im Angesicht von Serien-Giganten, Streaming Anbieterinnen-Überfluss & dem Strom von Reels / Ultra-Short-Videos (bzw. der damit einhergehenden, verkürzten Aufmerksamkeitsspanne (nicht nur) von Jugendlichen) unweigerlich sterben wird. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es Theater geben wird, solange es Menschen gibt (salopp gesagt funktioniert das ja auch in die entgegengesetzte – zeitliche – Richtung).

Was das Theater (in all seinen Formen von Schauspiel über Tanz bis Performance) von allen anderen Kunstformen abhebt ist immerhin die Einzigartigkeit der Konfrontation im Hier und Jetzt. Die Momente auf der Bühne sind flüchtig. Das „Kunstwerk“ entsteht und vergeht sozusagen vor den Augen des Publikums. Das macht Theater – denke ich – so besonders. Und ich glaube, dass die Begegnung, die ein Publikum in einem Theatersaal – oder wie auch immer gearteten „Performance-Space“ – mit dem Geschehen auf der Bühne hat
den Zusehenden viel mehr über sie selbst verrät, stärker und dauerhafter zur Reflexion mit den eigenen Gedanken führt, als dies andere bzw. digitale – visuelle Formen vermögen.

Für mich persönlich ist Theater / Spiel der Ort, an dem das Leben konzentriert
passieren darf & das empfinde ich als das größte Geschenk überhaupt!

Julia Stiegler in „am beispiel der butter“_
(c) Benjamin Strobel

Was liest Du derzeit?

Im Überschwang – von Hannelore Elsner
Mein Stück Zeit – von Juri Breznan
& immer wieder: Leben. Schreiben. Atmen – von Doris Dörrie


Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Lass dir Alles geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muss nur gehn: Kein Gefühl ist das fernste.”

-Rainer Maria Rilke
(wobei ich die englische Übersetzung fast lieber mag ☺ )
Let everything happen to you. Beauty and terror.
Just keep going. No feeling is final.

Rainer Maria Rilke

In Venus“ _
dance shooting _ (c)Lea Bethke (dop)

Vielen Dank für das Interview liebe Julia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

 Julia Stiegler, Schauspielerin, Sängerin_
(c) Julia Windischbauer

5 Fragen an Künstler*innen:

Julia Stiegler, Schauspielerin, Sängerin

Zur Person _ Julia Stiegler, geboren in Innsbruck, studierte zunächst am Sprachen- und Dolmetscher- Institut in München, bevor sie ihr Schauspielstudium in Innsbruck&Passau absolvierte.

Während ihrer Studienzeit wirkte sie bei diversen Theaterfestivals wie dem
„steirischen herbst“ (2017), dem internationales Kunstfestival „Unter dem Pflug der
Zeit“ im Kosovo (2019 & 2021) oder auch dem feministischer Tanz-Performance-Film
„In Venus“ der Choreographin Edith Buttingsrud Pedersen mit.

Sie ist Mitbegründerin der Theaterkompanie BIISH deren Stückentwicklung
AUSGELIEFERT! 2023 im bruxx (freies theater innsbruck) sowie beim Schäxpir Festival
in Linz zu sehen ist.

Mit dem Musik-Theater-Workshop „Katze Bartputzer und das Töne A-B-C“ aus der
Feder von Miriam Baghai-Thordsen tourte sie im Rahmen des Europäischen
Klassikfestivals 2022 durch Kitas in NRW und mit dem Team rund um „Katze
Bartputzer feiert Weihnachten“ spielte sie in Kindergärten der deutschsprachigen
Minderheit in Süddänemark.

Zur Spielzeit 2023 stand sie mit der „W.-Voigt-Life-Show“ und „Oh, wie schön ist
Panama“ erstmals mit dem Schauspielkollektiv Neues Schauspiel Lüneburg auf der
Bühne, u.a. beim Theatersommer Burg Bodenteich.

Seit August 2023 tourt sie von Hamburg aus mit dem Weimarer-Kultur-Express mit
dem Präventionstheater-Stück „Drogen“ im deutschsprachigen Raum an Schulen.
Der Fokus in ihrer freischaffenden Arbeit liegt auf dem Körper als gesamtheitliches
und transdisziplinäres „Instrument“ im „Hier & Jetzt“ des ( – wie auch immer
gestalteten – ) Theater-Raums

Fotos_ (c) vermerkt im Foto

16.9.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

Station bei Hedy Lamarr _ „Legende“ Michaela Khom, Sängerin, Schauspielerin _ Wien 24.9.2023

Station bei Hedy Lamarr_
Michaela Khom, Sängerin, Sprecherin, Schauspielerin _ Wien _
a
cting Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Elternhaus von Hedy Lamarr in Wien/Döbling 
Station bei Hedy Lamarr_
Michaela Khom, Sängerin, Sprecherin, Schauspielerin _ Wien _
acting Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA)
Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Elternhaus von Hedy Lamarr in Wien/Döbling 

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Michaela Khom, wir sind hier am Wohnhaus der Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr ( in Wien/Döbling. Sind Dir die Orte hier vertraut?

Gar nicht, ich bin selten in dieser Gegend, finde es aber schön, immer wieder neue Orte in Wien entdecken zu können..

Welche Eindrücke hast Du vom Haus, Garten in dem Hedy Lamarr aufgewachsen ist?

Es mag Einbildung sein, aber ich finde an Orten an denen Menschen mit außergewöhnlichen Geschichten gelebt haben, spürt man immer so einen Nachhall an Magie und es wird einem noch bewusster, dass hinter der öffentlichen Geschichte eines Menschen noch viel mehr Leben steckt, als man je erfahren kann.

Welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Hedy Lamarr?

Hedy Lamarr vereint Schönheit und Intelligenz, was in unserer Gesellschaft noch immer eher als Ausnahme als die Regel gesehen wird. Dabei sind für mich „Schönheit“ & „Intelligenz“ die Inbegriffe des Frauseins, vielen Frauen ist es nur leider nicht bewusst.

Möchtest Du einen Film Hedy Lamarrs hervorheben?

„Ziegfeld Girl“ hat mich persönlich sehr angesprochen. Er beschreibt den Traum dreier junger Frauen eine Karriere im Showbusiness zu verfolgen

Wie siehst Du die Schauspielerin wie die Erfinderin Hedy Lamarr?

Erfindungsreichtum ist eine Eigenschaft, die ich jeder Frau nahelegen würde, die sich abseits der ausgetretenen Pfade bewegen will. Insofern unterscheide ich gar nicht so sehr zwischen der Schauspielerin und der Erfinderin.

 Was hast Du mit Hedy Lamarr gemeinsam?

…vermutlich die Wandlungsfähigkeit.

 Wie erfinderisch bist Du?

Sehr. Ich habe als Kind immer davon geträumt eine bedeutende Erfindung hervorzubringen habe auch unendlich viele Pläne gezeichnet, deren Umsetzung nur in meiner kindlichen Fantasie stattgefunden hat. Spätestens in der Schule habe ich gemerkt, dass Physik, Mathematik und andere wissenschaftliche Fächer gar nicht meine Leidenschaft sind.

Erfinderin bin ich heute in der Kunst und in dem Wissen, dass mir nie die Ideen ausgehen.

Hast Du auch Filmerfahrungen und ist dies auch ein künstlerischer Schwerpunkt?

Das Genre Film interessiert mich tatsächlich nur als Konsumentin. Ich liebe es ins Kino zu gehen, sehe mich aber selbst gar nicht auf der Leinwand. Mein Platz ist die Bühne und das kreative Arbeiten an meinen Bühnenprogrammen, Songs, Bildern etc. Ich mag es, wenn Momente eine Einmaligkeit haben. Man kann auf der Bühne hundert mal die gleiche Szene spielen und trotzdem ist sie jedes Mal anders und neu – das fasziniert mich. 

Gab es in Deinen Musik-, Theaterprojekten bisher Berührungspunkte zu Hedy Lamarr?

Bis jetzt noch nicht.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Im August bin ich im Studio- wir nehmen unser zweites Album auf (Band: Die Duetten) Ab 12.9 spiele ich in Wien in der Theater Arche die Wiederaufnahme von Jura Soyfers „Weltuntergang“ (ein hochaktuelles Stück, das ich nur empfehlen kann).

Und dann probe ich für die moderne Oper „Daphnes Garten“ (wird in Oberwart und Klagenfurt aufgeführt).

Was möchtest Du Künstler:innen am Anfang Ihres Weges mitgeben?

Als Künstler:in fühlt sich jeder Tag wie der Anfang des Weges an, auch nach zehn Jahren im Beruf – damit muss man leben lernen, bzw. hat die Kraft des Anfangs auch eine Qualität die man für sich nutzen kann.

Hättest Du mit Hedy Lamarr gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Wenn schon, dann hätte ich sie gerne in Hollywood kennengelernt und dort einen Einblick hinter die Kulissen erhalten 🙂

 Darf ich Dich abschließend zu einem Hedy Lamarr Akrostichon bitten?

Hedwig

Erfinderin

Diva

HollYwood

Legende

Algiers

MGM

Außergewöhnlich

Raffiniert

Rarität

Station bei Hedy Lamarr_
Michaela Khom, Sängerin, Sprecherin, Schauspielerin _ Wien _
acting Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA)
Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Elternhaus von Hedy Lamarr in Wien/Döbling 

Station bei Hedy Lamarr_

Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_

im Interview und szenischem Fotoportrait am Wohnhaus von Hedy Lamarr in Wien/Döbling:

Michaela Khom, Sängerin, Sprecherin, Schauspielerin _Wien_

https://www.michaelakhom.at/

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 9/23

„In der Literatur kann man die Stimmung der Menschen erkennen“ Verena Prantl, Schriftstellerin _ Wien 23.9.2023

Liebe Verena Prantl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Früh aufstehen, Sport machen, arbeiten und schreiben. Ein Buch lesen oder einen Film schauen gehört natürlich auch dazu. Aber auch mal nichts tun, sich langweilen. Das finde ich eigentlich auch ganz schön, wenn es mir gelingt, mich einmal gepflegt zu langeilen.

Verena Prantl, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Hinsichtlich der aktuellen Probleme in der Welt, denke ich, dass wir die kleinen Dinge bewusster wahrnehmen und uns ein wenig kindliche Faszination behalten sollten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Literatur ist etwas, das menschliche Erfahrungen teilt, speichert und greifbar machen kann. In der Literatur kann man, wenn man genau hinhört, die Stimmung der Menschen erkennen. Ein interessanter Versuch diesbezüglich ist das „Projekt Kassandra. Literatur als Frühwarnsystem“, das nur am Rande.

Die Literatur hat den Vorteil, dass sie subjektiv sein darf, dass sie emotional sein darf. Nachrichten sollten, im besten Fall, eine objektive Sicht vertreten. Aber in der Literatur können Probleme und unter anderem auch Auswirkungen von, zum Beispiel, Klimawandel, ganz anders, persönlicher, geschildert und dadurch greifbarer gemacht werden. Und das ist meiner Meinung nach unheimlich wichtig.

Was liest Du derzeit?

Michael Köhlmeier, Dein Zimmer für mich allein.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Euer Gehorsam ist grenzenlos, und er wird, dass ich es euch nur sage, von Tag zu Tag unverzeihlicher.

Thomas Mann

Vielen Dank für das Interview, liebe Verena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Verena Prantl, Schriftstellerin

Zur Person _ Verena Prantl wurde 1996 in Hall in Tirol geboren und lebt seit 2016 in Wien. Sie schloss ihr Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften an der Universität Wien ab und veröffentlicht seither auf ihrer Webseite zahlreiche Essays und Kurzgeschichten. Im Oktober 2016 erschien mit Glas ihr Debütroman.

Aktueller Roman _ Glas, Verena Prantl. Roman. Septime Verlag.

Eva, eine junge Frau Anfang zwanzig, wird seit frühester Kindheit von Selbstzweifeln geplagt. Während ihr Freund Aaron nach schweren Schicksalsschlägen immer wieder aufstand, leidet sie auf der ständigen Suche nach der eigenen Identität unter Realitätsverlust und Verfolgungswahn. Ihre beste Freundin Gioia verkörpert all das, was Eva an sich vermisst. Sie ist hübsch, anziehend und selbstbewusst. Gioia wird von allen gemocht und ist der Anker in Evas Leben.
Eva hegt den fürchterlichen Verdacht, dass ein Unbekannter sie ständig begleitet. Mehrere Indizien bestätigen diese Annahme. Es besteht die Möglichkeit, dass sie ihren Verfolger sogar kennt.
Doch anstatt sich ihren Freunden anzuvertrauen, zieht sich Eva in sich selbst zurück und verfällt zunehmend ihrer Paranoia. Sie kauft ein Tagebuch und beginnt, die Erlebnisse zu dokumentieren. Dabei ist sie dem ständigen Versuch unterworfen, die Gegenwart mit ihren Erinnerungen an die Vergangenheit zu erklären. Doch wie wahr sind Evas Erinnerungen an Erlebtes wirklich? Die Realität scheint sich immer mehr mit Hirngespinsten zu vermischen und Evas Welt gerät ins Wanken.

Glas ist die Geschichte einer Innenschau. Ein Roman, in dem das Verhältnis der Protagonistin zu sich selbst wichtiger ist als alle zwischenmenschlichen Beziehungen. Und in dem nicht vollzogene Handlungen mehr Bedeutung haben, als das, was tatsächlich geschieht.

Gebunden
216 Seiten

Preis: 24,00 € (D), 24,60 € (A)

ISBN: 978-3-99120-027-7

Auch als E-Book

ET: 16. Oktober 2023

http://www.septime-verlag.at/Buecher/buch_glas.html

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 13.9.2023

https://literaturoutdoors.com

„Theater kann Gedankenimpulse für eine mögliche, alternative Gesellschaft geben“ Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien 22.9.2023

Liebe Pia Schiel, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es ist Sommer, und ich tue wenig, zumindest so wie wir das definieren. Alltag gibt es keinen, ich schlafe aus, und wenn ich nicht gerade auf Reisen bin, trinke ich Kaffee und schreibe an meinem Roman.

Pia Schiel, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir aufhören, „Who’s Right?“ zu spielen und es gegen „How to make Life wonderful“ tauschen. Und dass wir uns alle den Vortrag von Marshall Rosenberg über Gewaltfreie Kommunikation auf Youtube ansehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Wir dürfen nicht vergessen, was Theater für eine Macht hat. Alles, was wir sehen, gleichen wir mit unserer persönlichen Wirklichkeit ab. Daher denke ich, dass Theater die Aufgabe hat, als Spiegel der Gesellschaft zu fungieren. Aber auch als Instrument, mit dem man Gedankenimpulse an eine mögliche, alternative Gesellschaft geben kann.

Was liest Du derzeit?

„Die Mitternachtsbibliothek“ von Matt Haig

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Es ist nicht wichtig, was wir betrachten, sondern was wir sehen.

Pia Schiel, Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Pia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien

Fotos_Walter Pobaschnig _ Station bei Malina 5/23

18.9.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

‚Kunst ist ein Geben und ein Nehmen‘ Ursula Schachschneider, Künstlerin _ Grevenbroich/D 21.9.2023

Liebe Ursula Schachschneider, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Allermeistens weckt mich schon sehr früh unsere alte Hündin, um mir unmissverständlich mitzuteilen: Sie muss raus. Nach dem Fertigmachen schmeiße ich vor dem Rausgehen noch schnell die Kaffeemaschine an, um nach dem ‚Gassigang‘ bei einer Tasse Kaffee die von unten mitgebrachte Tageszeitung zu lesen und den Tag in Ruhe angehen zu lassen.

Neben der üblichen Alltagsmelange, bestehend aus Haushalt, Garten, Enkelbetreuung und sonstiger vielfältiger Verpflichtungen, ergeben sich mir zahlreiche Möglichkeiten, den Tag zu gestalten, meist zu Projekten, die terminlich anstehen. Das kann Malen für eine Ausstellung sein, auftragsgemäß Buchillustrationen zu fertigen, Textschreiben für ein Buchprojekt, ehrenamtlich im Museumsförderverein tätig zu sein, den Spanischkurs zu besuchen oder Projekte mit meiner Künstlergruppe in Angriff zu nehmen, also all die Dinge zu tun, die zwar mit Arbeit verbunden sind, mein Leben aber in vielfältiger Hinsicht bereichern und verschönern.

Ursula Schachschneider, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für alle zu sprechen, ist mir eher nicht möglich. Da im Leben gilt: Nichts bleibt, wie es war, unterliegt das Weltgeschehen sowie auch der eigene kleine Kosmos ständigen Veränderungen. Es wird immer die geben, die alles hinnehmen und die anderen, die sich im ständigen Aufschrei üben.

Zunächst ist es wichtig, mit sich selbst im Reinen zu sein und auch seine eigenen Unzulänglichkeiten zu akzeptieren, auch in dem Wissen, dass man nicht mit einem Schlag die Welt verändert. So ist es notwendig, für sich selbst zu eruieren, wo und wann kann ich persönlich durch meinen Einsatz mit kleinen Dingen einen Anfang machen, vielleicht zur Erhaltung der Natur, der Umwelt, des ,kleinen‘ Friedens.

Eine für mich bittere Erkenntnis ist es, dass die Menschen aus den Gräueln der Vergangenheit nichts lernen. So gibt es weiterhin Kriege, Diktatoren, unmenschliche Gewaltakte und Zerstörung der Natur.

Was man aber tun kann, ist zu reden, den Austausch und die Nächstenliebe zu pflegen, zuzuhören und die Dinge auch wirklich in Angriff zu nehmen; allein oder gemeinsam, in der Hoffnung, dass vielleicht etwas Großes daraus werden kann aber zumindest mit dem Wissen, im Kleinen schon einmal angefangen zu haben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Den gesellschaftlichen Aufbruch- im Sinne von Brechen und Mischen der Schichten und den Neubeginn hat es schon immer und zu allen Zeiten gegeben; wie oben schon gesagt, nichts bleibt, wie es war.

Was kann die Literatur und die Kunst bewirken?

In dem Wissen, dass für Kunst und Literatur bei weitem nicht alle Menschen empfänglich sind, werden diejenigen in den Bann gezogen, verzaubert und bereichert, deren Antennen hierfür ausgefahren sind. Das Schreiben ebenso wie die bildende Kunst können zusätzlich einen großen Umfang von Impulsen auslösen, wie z.B. Aufbruch, Veränderung, das Sensibilisieren von Empfänglichkeiten und vieles mehr.

Ganz wichtig: ‚Kunst ist ein Geben und ein Nehmen‘. Bereits im Kindesalter sollte neben all dem Wissen  auch die kulturelle Bildung vermittelt werden sonst rosten später die Antennen ein. Ich bin guter Dinge, unseren Kindern diesbezüglich einiges mit auf den Weg gegeben zu haben und setze die Tradition mit den Enkelkindern fort.

Was liest Du derzeit?

Das Buch ‚Hard Land‘ von Benedict Wells, eigentlich ein Jugendbuch aber m.E. fesselnd für alle Altersklassen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Es ist ein eigener, vor Jahren geschriebener Aphorismus, der wie folgt lautet

‚Der Mensch betreibt Raubbau mit den Schätzen der Natur und bemerkt dabei nicht, dass er sich selbst bestiehlt‘

Vielen Dank für das Interview, liebe Ursula, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Ursula Schachschneider, Künstlerin

Zur Person _ Ursula Schachschneider _ Grevenbroich, Germany

Familienstand:        Verheiratet, 2 Kinder

Erlernter Beruf:      Rechtsanwaltsfachangestellte, Fremdsprachenkorrespondentin

Kunststudium:        Diplomabschluss, Malerei _ Note: Sehr gut

Ausstellungen:        Über 130 Einzel- und Gemeinschafts- Ausstellungen im In- und Ausland

Dozentin für Malkurse:  Nach weit über zwanzig Jahren Unterrichtstätigkeit nunmehr im Ruhestand

Einführungen: Einführungen in Ausstellungen für andere Künstler

Buch-Vorwort: Verfassen von Vorworten für Autoren

Autorin:  5 eigene Bild/Buchbände

Illustratorin:  Meine Bilder wurden allein 34mal als Buchcover verwendet;   zahlreiche Innenillustrationen nicht eingeschlossen

Präsentationen:  Künstlerinnen-Präsentation in verschiedenen Kunst-, Literatur-Magazinen im In- und Ausland

Öffentliche Ankäufe:  Mehrere Kunstwerke im öffentlichen Raum

Aphoristikerin:  Eine Auswahl meiner Aphorismen finden sich bei http://www.aphorismen.de

Homepage               http://www.u-schachschneider.de

Weitere Adressen:

Auswahl:                 niederrhein-kunst.de

                                gill-verlag.de

                                stadtbibliothek-neuss.de

                                museum-villa-erckens.de

                                kuenstlergruppevillaerckens.de

                                aphorismen.de

Social media:          Facebook

                                Instagram

                                Linkedin

Fotos _ Ursula Schachschneider

Walter Pobaschnig _ 7.9.2023

https://literaturoutdoors.com

„Große Flüge“ Susanne Kubelka, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Köln 21.9.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Große Flüge

Innerhalb einer Herzenswelt

Verbinden

Endlich Fremdes mit Fremdem


Panzer

Eisen

Angst

Chaos

Erinnern


All das Verwundete beim Andern erkennen.


Circulation

Humanismus

Adlerschwingen

Nachtfalter

Charakter

Ewig ist Musik


Susanne Kubelka, 13.9.2023

Susanne KubelkaSchauspielerin,
Regisseurin, Musikerin, Autorin, bildende Künstlerin und Sprecherin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Susanne KubelkaSchauspielerin, Regisseurin, Musikerin, Autorin, bildende Künstlerin und Sprecherin

Zur Person _ Susanne Kubelka, geboren in Klagenfurt/ Kärnten, besuchte das Musisch-pädagogische Gymnasium in Viktring, es folgte ein Studium im Bereich Schauspiel am Max-Reinhardt- Seminar in Wien.

Nach ersten Engagements in Deutschland wurde sie Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt in Wien, seit 2002 arbeitet sie frei. Neben Theater, Film, Funk und Fernsehen gründete sie 2005 zusammen mit Gerhard Roiss den Verein Coop 05, mit dem sie länderübergreifende Theater- und Musikprojekte realisierte. Schon während des Studiums beschäftigte sie sich intensiv mit der Erforschung der Stimme, 2007 begann sie, zu
komponieren.

2015 brachte sie ihre erste eigene spartenübergreifende Arbeit heraus, eine Vertonung des Lebens der Bildhauerin Camille Claudel. Es folgte „Absent Faces“, eine Zusammenarbeit mit der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura, die im Museum Moderner Kunst Klagenfurt uraufgeführt wurde.

Durch einen Auftrag der Stadt Klagenfurt begann sie 2019, Installationen aus Lichtobjekten und Klang für den öffentlichen Raum zu entwerfen.

2020 gründete sie zusammen mit dem Musiker Dirk Schilling die Band
„Humming Lights“, 2023 die Künstlergruppe „Expedition Bela“. In ihren freien Projekten beschäftigt sie sich besonders mit Themen am Schnittpunkt zwischen Musik, darstellender und bildender Kunst.

Sie ist als Schauspielerin, Regisseurin, Musikerin, Autorin , bildende Künstlerin und Sprecherin tätig.

http://www.susannekubelka.art

Foto_privat

13.9.2023_Interview_Walter Pobaschnig.

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„Musik und Kunst helfen uns, Sinn und Identität zu bewahren“ Ana Topalovic, Cellistin _ Wien 20.9.2023

Liebe Ana Topalovic, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist nie gleich. Ich bin eine freiberufliche Künstlerin, die in viele Projekte involviert ist. Ich bin Mutter einer 4-jährigen Tochter, und mein Mann ist oft auf Konzertreisen. Ein paar feste Punkte haben wir bereits.

Morgens genieße ich entspannten Kaffee und Kuschelzeit mit unserer Kleinen, bevor ich mit meiner Arbeit beginne. Vormittags und abends habe ich die beste Konzentration, die ich für intensives Arbeiten nutze.

Abends spiele ich oft Konzerte, gefolgt von meiner Abendroutine: Abendessen, Aufräumen, Freizeit und kreatives Arbeiten, zum Beispiel das Komponieren.

Danach plane ich meinen nächsten Tag und mache eine kurze Meditation

Ana Topalovic
(Multi)Cellistin – Komponistin – Pädagogin

 Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die offensichtlichen Antworten wären: Klimaziele erreichen, mehr Toleranz und Empathie, KI unter Kontrolle halten, Umgang mit Fake News, das Bildungssystem aktualisieren… Es handelt sich um eine lange Liste, daher erfordern komplexe Probleme auch komplexe Lösungen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

In Zeiten des gesellschaftlichen und persönlichen Wandels spielen Musik und Kunst eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen uns, Emotionen auszudrücken, Kreativität zu fördern und Inspiration zu finden. Darüber hinaus schaffen sie Verbindungen zwischen Menschen verschiedener Hintergründe und helfen uns, Sinn und Identität inmitten des Wandels zu bewahren. Musik und Kunst sind somit unverzichtbare Begleiter auf unserem Weg zu neuen Anfängen.

Was liest Du derzeit?

Harari: 21 Lessons for the 21 Century

Pamuk: Istanbul

Juul: Your Competent Child

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„let the waters settle and

you will see the moon and the stars mirrored in your own being. “ Rumi

Ana Topalovic
(Multi)Cellistin – Komponistin – Pädagogin

Vielen Dank für das Interview, liebe Ana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Ana Topalovic, (Multi)Cellistin – Komponistin – Pädagogin

Zur Person _ Ana Topalovic, seit ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Alter von 10 Jahren tritt Ana Topalovic regelmäßig bei renommierten Festivals und in Konzerthäusern: Wiener Konzerthaus, Wiener Musikverein, Carnegie Weil Hall, Salzburger Festspiele, Berliner Konzerthaus, Gasteig München, Tokyo Opera City House, Centro Cultural Kirchner, Opatija Music Tribune, Cluj Modern, SIMN Bukarest, Meridian Festival, und viele mehr. Sie war in 29 Ländern auf 4 Kontinenten tätig.

Ana Topalovic setzt sich als Cellistin keine Grenzen. Ihr Repertoire reicht von Sololiteratur und Kammermusik, bis zu interdisziplinärer und zeitgenössischer Musik mit elektronischen Sounds. Anas letztes solo Album “Bachiana” (2022) wurde in 3 Kategorien für den Opus Klassik Preis nominiert. Ihre Diskografie umfasst derzeit 10 Alben mit Musik für Violoncello solo von J.S. Bach, J. Doderer, S. Gubaidulina, K. Saariaho, D. Rotaru, C. Ioachimescu, A. Di Scipio, über 30 Ersteinspielungen, Tangos mit Erwin Schrott, sowie ihre eigene Kompositionen; erschienen bei den Labels Hänssler, Neos, Capriccio, Paladino und Sony.

Durch ihre intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik entstanden etliche
persönliche Kollaborationen mit renommierten Komponist:innen des 21. Jahrhunderts wie T.
Larcher, F. Cerha, J. Doderer, G. Proy, R. Clemencic, G.F. Haas, G. Resch oder M. Ferek-Petric in Form von Uraufführungen, Widmungen und gemeinsamen musikalischen Arbeiten.
Von der Vielseitigkeit ihres Instruments inspiriert, tritt sie vermehrt als Komponistin eigener Werke auf. Sie sucht nach verborgenen musikalischen Schnittstellen zu anderen Denk- und
Kunstrichtungen was daran liegt dass sie eine visuelle Synästhetikerin ist.

Ihre Werke hat sie in der Carnegie Weil Hall, im Gasteig München, Prinzregententheater, Posthof Linz, Wiener Konzerthaus u.a. aufgeführt. Für ihre Interpretation “Das Buch” von P. Vasks erhielt sie den Sonderpreis der IBLA Foundation. Sie war die Solistin bei der österreichischen Erstaufführung von “Die Tochter des Mondes – Moravac & Finale” von A. Sedlar für Cello und Orchester im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.
Ana Topalovic spielte mit Partnern wie E. Schrott, Janoska Ensemble, J. Stancul und C. Pichler. Sie tritt mit verschiedenen Orchestern auf wie Filharmonia Oradea, Camerata Internacional, Filharmonia Oltenia Orquesta Nacional de Música Argentina u.a.

http://www.anatopalovic.com

Ana Topalovic ist Mitgründern von Green Thing Ensemble Wien mit dem Sie über 30
Auftragswerke und Uraufführungen gespielt hat. Sie haben mit der Zürcher Hochschule der
Künste an dem Projekt “Polytempo” zusammengearbeitet.

MULTICELLO: wenn ein einziges Cello live zum Orchester wird.
Ana Topalovic entwickelte die Multicello-Technik durch die Zusammenstellung verschiedener
digitaler Tools, in Kombination mit dem analogen Cello sowie einem 5-saitigen elektronischen Cello. Die Musik kann so von der akustischen Einstimmigkeit des Cellos zum hybriden Orchesterklang in verschiedensten Nuancen live heranwachsen. Ihr ist es wichtig, mit dieser Musik auch aus dem rein klassischen Konzertsetting heraustreten zu können und mit minimalen und hoch-mobilen Equipment an mitunter auch unerwarteten Orten auftreten zu können.

Ana Topalovic ist Dozentin für Violoncello und Moderne Spieltechniken am Richard Wagner
Konservatorium Wien. Sie leitet das Wiener Cello Studio und online Lernplattform Vienna Cello Masterclass.

Ana ist Ehren-Gastprofessorin am “Jose Hernandez” Konservatorium in Buenos Aires
und als Jurorin bei mehreren Musikwettbewerben tätig.

Als Musikvermittlerin (Cello, Komposition, Musik-Konzept) spielte sie bei den Projekten des
Jeunesses, im Wiener Musikverein, Mozart Haus und bei mehreren Musikfestivals. Sie ist
Gründerin und künstlerische Leiterin des Festival Treff • Kunst in Wien.


Ana Topalovic wurde in Belgrad, Serbien geboren und zog als 17-jährige nach Wien. Klavier- und Cellounterricht erhielt sie bereits in sehr jungen Jahren. Sie begann das Konzertfach-Studium am Konservatorium der Stadt Wien bei J. Bayrov. Danach studierte sie bei M. Kliegel an der Hochschule für Musik in Köln und absolvierte das Masterstudium am Konservatorium Wien Privatuniversität bei M. Hornstein und L. Schulz-Bayrova. Während dieser Zeit gewann sie mehrere Preise bei verschiedenen Wettbewerben wie z.B. IBLA Grand Prize (über 400 Bewerber in einem multisparten Wettbewerb). Ana und ihre Projekte wurden mehrfach von Thomastik-Infeld, Kulturabteilung der Stadt Wien und Österreichischen Bundesministerium für Kultur (bmkoes) unterstützt.

Fotos_1&3 Ionut Macri; 2 Kiwai Chan.

Walter Pobaschnig _ 6.9.2023

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„dass man sich öfters die Freiheit zu träumen gönnt“ Jeanette Blank, Schriftstellerin _ Steinen, Schwyz 19.9.2023

Liebe Jeanette Blank, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ganz unterschiedlich – ich arbeite als Projektleiterin ziemlich frei, das heisst, jeder Tag ist total anders strukturiert. Das gibt mir viele Möglichkeiten, so auch, dass ich an einigen Tagen mehr Zeit für meine kreativen Projekte habe und beispielsweise schreiben kann. Vor allem aber, dass ich stark auf mein Gefühl hören darf: Wann ist die beste Zeit wofür? Ich versuche eigentlich jeden Tag eine gute Balance zu finden zwischen dem, was ich für andere mache, und dem, was mir selbst guttut.

Jeanette Blank, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich Zeit zu nehmen ist ein Luxus, den ich mir gönne. Dafür verzichte ich auch gerne auf andere Dinge. Ich bin mir jedoch sehr bewusst, dass das nicht für alle möglich ist. Deshalb finde ich es wichtig, dass man sich öfters die Freiheit zu träumen gönnt. Tagträume sind so etwas wunderbares… Sie sind unabhängig, kosten nichts und spenden Freude, Motivation, Kreativität, neue Ziele…

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich denke, es ist sehr wichtig, immer wieder einen Perspektivenwechsel zu machen, damit wir mehr Verständnis füreinander haben können. Und wo könnten wir das besser lernen als durch die Kunst? Egal ob Literatur, Musik oder bildende Kunst – durch den Austausch lernen wir viel über die subjektive Sichtweise des*der Anderen. Literatur und Kunst können vermitteln, Menschen zusammenbringen, den Austausch fördern… und uns dabei auch noch ganz individuell Freude bereiten!

Was liest Du derzeit?

Viele unterschiedliche Bücher: Auf meinem Nachttisch liegen Oktoberkind, Vor aller Augen, Vilma, In einer dunkelblauen Stunde… Auf dem Wohnzimmertisch die Caran d’Ache Saga, verschiedene Street Art- und Kochbücher… und auch Bücher von befreundeten Autorinnen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Mein Lieblingsgedicht von Rose Ausländer:

Noch bist du da

Wirf deine Angst
in die Luft

Bald
ist deine Zeit um
bald
wächst der Himmel
unter dem Gras
fallen deine Träume
ins Nirgends

Noch
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken
noch bist du da

Sei was du bist
Gib was du hast

Vielen Dank für das Interview, liebe Jeanette, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Jeanette Blank, Schriftstellerin

Zur Person _ Jeanette Blank ist 1981 in Liechtenstein geboren. Sie hat in Zürich Germanistik, Sozialpädagogik und Publizistik studiert und anschließend Weiterbildungen in Coaching und Organisations-entwicklung absolviert. Wohnhaft in der Zentralschweiz arbeitet sie als Projektleiterin im Bereich Soziale Arbeit, vor allem in der Kinder- und Jugendförderung.

Unter dem Titel «Von der Freiheit zu träumen» führt sie seit 2014 einen literarischen Blog mit Fotos, Gedichten und kurzen Texten.

https://von-der-freiheit-zu-traeumen.blog/

2022 veröffentlichte sie die biografische Erzählung «Hatka. Was ich tragen kann» über die Erlebnisse einer jungen Mutter im Bosnienkrieg und auf der Flucht.

2023 folgte ihr erster Gedichtband „Fragiles Herz“.

Selbstverlag _ https://von-der-freiheit-zu-traeumen.blog/

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 11.9.2023

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„Immer 4h morgens auf, bis 14h rotieren, danach Menschheit meiden.“ Gerald Herrmann, Künstler _ Neumarkt am Wallersee 18.9.2023

Lieber Gerald Herrmann wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Immer 4h morgens auf, bis 14h rotieren, danach Menschheit meiden.

Gerald Herrmann (folgende)
Gerald Herrmann, Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Meine latente Disposition ist so – warumauchimmer, dass ich die Erde nur von „aussen” wie einen Ameisenhaufen betrachten kann. Empathie und Caritas wären moralisch geboten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Kaum war die Aussicht je trostloser als heute.

Was liest Du derzeit?

„Sandman” von Neil Gaiman, im englischen Original, wieder einmal. Ward nie kreativer Geschreibsel auf diesem Planeten.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Was immer Du glaubst, schränkt Dich ein.” (Robert A. Wilson)

Vielen Dank für das Interview lieber Gerhard, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Gerald Herrmann, Künstler

Zur Person_Gerald Herrmann  _ 1963 in Salzburg geboren, Stadt-Salzburger, jetzt wohnhaft in Neumarkt am Wallersee. Studium Philosophie und Kunstgeschichte (Paris Lodron Universität, Salzburg). Professioneller Künstler seit 30 Jahren: Malerei, Computergrafik, Design im Hauptberuf; Geschreibsel und eigene Rockbänd RIFFWERK als Hobby. Rege Kunstwerkerei seit Mitte der 80er Jahre, siehe:

www.geraldherrmann.at

Foto_privat

11.8.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Neugierde, Lust, Wut. Nicht still bleiben.“ Susanne Kubelka, Schauspielerin _ Köln 17.9.2023

Liebe Susanne Kubelka, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufstehen, Kaffee machen, damit auf den Balkon rausgehen und die neuen Knospen anschauen. Im Herbst die dunkelblauen Windenblüten. Wenn es ein richtiger, geformter Tag ist, dann schreiben, bevor etwas anderes geschieht. Danach turnen, dann frühstücken. Dann üben und übergehen ins Komponieren oder Erfinden oder, wenn es eine Zeit ist, die das verlangt, erst Dinge organisieren und später üben und entwickeln.

Spazierengehen, laufen oder schwimmen und Ideen finden. Sie kommen nur so oder beim Aufwachen. Wenn es eine Probenzeit ist, vormittags und Abends proben und die anderen Dinge weniger tun. Viel singen, viel sprechen mit meinem Mann.

Susanne Kubelka, Schauspielerin, Regisseurin, Musikerin,
Autorin, bildende Künstlerin und Sprecherin_
in „Undine – Das Bachmannprojekt“  Susanne Kubelka und Dirk Schilling _ Heunburgtheater Kärnten 8/23 (weitere)

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Intuition. Zivilcourage. Zuhören. Vertrauen in den Körper. In allen Fragen.

Neugierde, Lust, Wut. Nicht still bleiben. Nicht moralisch erpressen lassen. Keine Selbstlügen zulassen, keine Beruhigungen. Dabei weich bleiben, nicht hart werden.
Auf diese Weise mutig sein. Riskieren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Am Wesentlichsten erscheint mir, dass wir uns selbst wirklich spüren und kennen – dass wir nicht so tun, „als ob“. Zweifel, Fragen, radikales Ehrlichsein vor allem sich selbst gegenüber scheinen mir wahnsinnig wichtig.

In „Solaris“ sagt Kelvin „das Einzige, was die Menschheit retten kann, ist die Scham“. Das hat für mich mit Würde zu tun. Dass wir beispielsweise nicht teilen, weil es uns moralisch vorgeschrieben wird, sondern es tun, weil es unser tiefstes Bedürfnis ist, um uns aufrecht und stark zu fühlen. Weil auf diese Weise ein Lebenssinn entsteht, Großzügigkeit im Herzen.

Ich denke nicht, dass Katastrophenangst gut ist, sondern eine jeden Augenblick andauernde aufrichtige Suche nach dem Sinnvollen. „Wir sind die vom Leben Befragten.“ Das finde ich so schön bei Viktor Frankl.

Was haben wir zu geben? Die Suche danach kann, glaube ich viele gute Wege aufmachen, die wir noch nicht kennen und lässt dennoch den Einzelnen frei entscheiden. Nicht in Kategorien von richtig oder falsch. Nicht im Urteilen und Verurteilen.

Das Theater und die Kunst können uns ein Gefühl vermitteln für unser eigenes sinnvolles und aufrichtiges Handeln. Sie können feinnervige Messnadeln sein für das, was ganz allein für uns selbst Sinn macht und stimmt, für uns wirklich richtig ist. Wie Träume.

Fragen zu stellen, ohne die Antworten zu wissen. Die Antworten auf ganz seltsame Weise dann finden oder erkennen, Tage später. Das kann die Kunst sein. Jene Kunst, die kein richtig und falsch kennt. Jene Kunst, die konfrontiert, provoziert, verzaubert und uns durcheinanderbringt. In meinen Augen darf sie daher nicht angepasst sein. Sonst ist sie Unterhaltung. Das ist auch schön, aber ganz anders.


Was liest Du derzeit?

Graue Bienen von Andrej Kurkow; Ulrich von Christoph Kubelka; Shamanism, Colonialism and the Wild Man von Michael Tapsig; Gedichte von Giuseppe Ungaretti,


Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

There is a crack in everything – that s, how light comes in.
Leonard Cohen

Susanne Kubelka, Schauspielerin, Regisseurin, Musikerin,
Autorin, bildende Künstlerin und Sprecherin

Vielen Dank für das Interview, liebe Susanne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Musik-, Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Susanne Kubelka, Schauspielerin, Regisseurin, Musikerin, Autorin, bildende Künstlerin und Sprecherin

Zur Person _ Susanne Kubelka, geboren in Klagenfurt/ Kärnten, besuchte das Musisch-pädagogische Gymnasium in Viktring, es folgte ein Studium im Bereich Schauspiel am Max-Reinhardt- Seminar in Wien.

Nach ersten Engagements in Deutschland wurde sie Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt in Wien, seit 2002 arbeitet sie frei. Neben Theater, Film, Funk und Fernsehen gründete sie 2005 zusammen mit Gerhard Roiss den Verein Coop 05, mit dem sie länderübergreifende Theater- und Musikprojekte realisierte. Schon während des Studiums beschäftigte sie sich intensiv mit der Erforschung der Stimme, 2007 begann sie, zu
komponieren.

2015 brachte sie ihre erste eigene spartenübergreifende Arbeit heraus, eine Vertonung des Lebens der Bildhauerin Camille Claudel. Es folgte „Absent Faces“, eine Zusammenarbeit mit der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura, die im Museum Moderner Kunst Klagenfurt uraufgeführt wurde.

Durch einen Auftrag der Stadt Klagenfurt begann sie 2019, Installationen aus Lichtobjekten und Klang für den öffentlichen Raum zu entwerfen.

2020 gründete sie zusammen mit dem Musiker Dirk Schilling die Band
„Humming Lights“, 2023 die Künstlergruppe „Expedition Bela“. In ihren freien Projekten beschäftigt sie sich besonders mit Themen am Schnittpunkt zwischen Musik, darstellender und bildender Kunst.

Sie ist als Schauspielerin, Regisseurin, Musikerin, Autorin , bildende Künstlerin und Sprecherin tätig.

http://www.susannekubelka.art

Fotos_Undine/Heunburgtheater Walter Pobaschnig; Portrait privat.

https://literaturoutdoors.com/2023/08/11/undine-das-bachmannprojekt-susanne-kubelka-dirk-schilling-begeisternde-urauffuhrung--heunburgtheater-karnten-10-8-2023/

Walter Pobaschnig _ 13.9.2023

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