„Ihre Verletzlichkeit“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Gabrielle Alioth, Schriftstellerin _ Termonfeckin/Irland 10.5.2026

Gabrielle Alioth _ Ingeborg Bachmann

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _Gabrielle Alioth, Schriftstellerin

Liebe Gabrielle, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Ich habe Ingeborg Bachmanns Werke gelesen, bevor ich selbst zu schreiben begann. Sie gehörte zusammen mit Christa Wolf, Marlene Haushofer, Barbara Frischmuth, Anne Duden u.a. zu den Schriftstellerinnen, die mich durch ihre weibliche Sicht und Schreibweise beeindruckten und motivierten, meine ersten Schreibversuche zu wagen und das Schreiben ernst zu nehmen. 

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ihre Verletzlichkeit, die in ihrem Schreiben so deutlich wird, zusammen mit diesem schon fast selbstzerstörerischen Willen, ihren eigenen literarischen Weg zu gehen, ihre Sicht in ihren Werken umzusetzen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Undine geht ist sicher die Erzählung, die mich am meisten trifft und betrifft, literarisch wie auch persönlich. Die Geschichte, der Mythos der „anderen“ Frau, die zwar begehrt, dann aber auch verlassen wird, weil sie zu gefährlich ist, zu unabhängig, zu erotisch, beschäftigt mich an sich. Ich habe selbst immer wieder darüber geschrieben, und Ingeborg Bachmanns Monolog hat mich als eine Art Urform einer weiblichen Perspektive dabei begleitet.    

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Dass Selbstzerstörung keine Lösung ist.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich arbeite (wie immer) an einem nächsten Roman, der vor allem in Basel spielt und in dem die Figuren aus der „entwendeten Handschrift“ nochmals auftauchen. Daneben sammle ich kürzere Geschichten über einen irischen Detektiv (Brophy), der die Welt bereist.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Dass wir enttäuscht, das heißt ohne Täuschung leben können.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Gabrielle Alioth, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Gabrielle Alioth _ privat

Walter Pobaschnig, 24.4.2026

https://literaturoutdoors.com

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