„dass jede Veränderung, die wir in unserem persönlichen Leben machen, Wirkung hat“ Violetta Parisini, Musikerin _ Wien 16.3.2024

Liebe Violetta Parisini, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus

Um 7h läutet mein Wecker, und dann ist Familien-Arbeit angesagt: Frühstück machen, die verlorene Lieblings-Jeans suchen, solche Sachen. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, fahre ich momentan meistens in mein Studio, um zu schreiben, aufzunehmen oder zu produzieren, denn ich arbeite gerade an meinem nächsten Album.

Mein Leben verläuft in Phasen: letztes Jahr war ich sehr viel unterwegs für diverse Konzerte und Songwriting-Camps, da hat mein Partner die Kinder oft alleine gehabt. Momentan arbeitet er viel, und ich hole die Kinder oft von der Schule ab, bespreche mit ihnen, was es zu besprechen gibt, koche, bringe sie ins Bett. Wir versuchen, uns die Care-Arbeit 50:50 aufzuteilen, das ist uns beiden wichtig, und klappt ganz gut.

Violetta Parisini, Musikerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zuversicht (sage ich, weil sie mir nicht immer leicht fällt), Mitgefühl („everyone you meet is fighting a battle you know nothing about. Be kind, always.“), Selbst-Mitgefühl (mindestens genauso schwer) und Vernunft (auch unangenehmen oder komplizierten Antworten eine Chance geben).

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich glaube, dass jede Veränderung, die wir in unserem persönlichen Leben machen, Wirkung hat. Auch wenn ich diesen Glauben manchmal verliere und dann verzweifle, weil ich die großen Veränderungen, die ich mir wünsche, (noch) nicht sehe, ist das doch einer meiner grundlegendsten Glaubenssätze. „Alle“ bestehen aus jeder*m Einzelnen. Dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit zu verlieren, treibt uns entweder in die Depression oder in die Hände von Populisten.

Natürlich müssen wir dafür kämpfen, dass es ein radikales Umdenken in Wirtschaft und Politik gibt, wenn wir in den nächsten Jahrzehnten auf dieser Erde weiterleben wollen. Gemeinsam. Aber in meinem eigenen Leben die Veränderung, die ich mir wünsche, zu leben, hilft mir, daran zu glauben, dass auch im Großen radikale Veränderungen möglich sind. Das beginnt dabei, das Essen tierischer Produkte auf ein Minimum zu reduzieren und meine Wege mit dem Fahrrad oder Zug zurückzulegen, geht über den Umgangston und die Ehrlichkeit in den Beziehungen, die ich führe, und endet bei meiner Wähler*innenstimme.

Was die Musik dazu beitragen kann, ist, Verbundenheit zu schaffen, und zwar über die Gefühle, die sie transportiert. Ich schreibe zum Beispiel viel über meine Erschöpfung und meine Zweifel, und höre von meinen Hörer*innen, dass sie sich gehört fühlen und durch meine Musik Worte für ihre Gefühle gefunden haben. Dieses Abgeholt-Werden, dort, wo man gerade ist, in aller unangenehmen Verletzlichkeit, das gibt – auch mir als Musik-Hörende – Mut, weil ich dadurch spüre, dass ich nicht alleine bin. Sich ehrlich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen und nicht einfach drüber zu gehen, macht uns, glaube ich, auch zu verantwortungsvolleren und rücksichtsvolleren Menschen. Wenn wir diese Verbundenheit mit uns selbst haben, ist es leichter, sich mit der Umwelt und den anderen verbunden zu fühlen und dementsprechend zu handeln.

Was liest Du derzeit?

„Systemsturz“ von Kohei Santo (an starken Tagen)

„Pachinko“ von Min Jin Lee

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Ich lass jetzt los – schau her! – ich bin noch immer da“

(aus dem Lied „Flatterndes Herz“)

Vielen Dank für das Interview, liebe Violetta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Violetta Parisini, Musikerin

Zur Person _  Die Musikerin Violetta Parisini begann ihre künstlerische Karriere während eines Philosophie Studiums als singende DJ. Der hauptsächlich improvisierte Gesang zu ihren Techno-Sets machte sie zu einer begehrten DJ im Wiener Nachtleben und in verschiedenen Clubs in Berlin, München und Zürich.

Nach dem wiederholten Verlust ihrer Stimme legte sie eine Techno-Club-Pause ein, machte ihren Studien-Abschluss, und kaufte sich ein Klavier. Sie begann, Lieder zu schreiben.
Gemeinsam mit dem Produzenten Florian Cojocaru entstand ihr erstes Album „Giving You My Heart To Mend“, das 2010 bei Universal Music Austria veröffentlicht wurde, und auf Begeisterung bei Kritikerinnen und Publikum stieß. 2012 folgte „Open Secrets“. Die englischen Songs bewegten sich zwischen Singer-Songwriter und Popmusik. In den darauffolgenden Jahren wurde Violetta Parisini zwei mal Mutter, kuratierte 2014 das Popfest Wien und wirkte bei verschiedenen Kunstprojekten mit, bevor sie ihr nächstes Solo-Album „Alles Bleibt“ auf dem gemeinsam mit dem Produzenten Sixtus Preiss gegründeten Label „Else Musik“ veröffentlichte. Die deutschen Texte verhandelten Themen wie Depression und Identitätssuche, die Arrangements und Produktion von Sixtus Preiss zeichnen sich durch komplexe Rhythmen, eingängige Melodien und instrumental-analogen Sound aus. Das Album erntete berührte und ausführliche Kritiken. Im Herbst 2022 folgte die EP „Unter Menschen“.

Violetta Parisini spielt regelmäßig Konzerte im Trio und solo, schreibt Lieder auch mit und für andere Musikerinnen, und unterrichtet eine Songwriting-Klasse am VMI in Wien. Momentan arbeitet sie außerdem an ihrem nächsten Album, das im Herbst 2024 erscheinen soll.

https://violettaparisini.at/

Foto_Hanna Fasching

Walter Pobaschnig _ 8.3.2024

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Wort&Bild _ „Die dunkle Kaiserin. Elisabeths späte Jahre.“ Michaela Lindinger, Amalthea Verlag _Valentina Himmelbauer, Schauspielerin acting „Sisi“ _ Wien 15.3.2024

Valentina Himmelbauer, Schauspielerin _ Wien _ acting „Sisi“ _
Walter Pobaschnig
_ 10/23

Es ist ein Leben, das sich in Jugendjahren mit der Heirat des österreichischen Kaisers radikal verändert. Die Übersiedlung an den Kaiserhof, die strenge Etikette, das neue Umfeld und die Aufgaben als Kaiserin sind Herausforderungen, denen sich die bayrische Herzogin in Überforderung wie Mut stellt. Und es wird zum lebenslangen Kampf, Weg, der in Licht und Schatten durch die Stürme des Privatlebens wie einer Zeit in Beben und Umbruch führt…

Das Leben Elisabeth von Österreichs „Sisi“  (* 24. Dezember 1837  Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, Herzogin in Bayern, ermordet † 10. September 1898 Genf, Schweiz) ist aufgrund von Verfilmungen, Büchern, Kunstprojekten wie neuesten Forschungsergebnissen immer wieder im Mittelpunkt spannender Zugänge und Projekte.

Michaela Lindinger, vielbeachtete Autorin und Kuratorin im Wien Museum (verantwortlich u.a. für die „Hermesvilla“, die Kaiser Franz Joseph I für seine Frau in Wien erbauen ließ) wie ausgezeichnete Kennerin von Leben, Zeit der österreichischen Monarchie an sich, legt mit „Die dunkle Kaiserin“ ein in zwölf Kapitel gegliedertes Meisterwerk von historischer, gesellschaftskultureller wie biographischer Kompetenz und Präsentation vor, das in Wort wie Bild begeistert. Es ist eine Zeitreise zu Herz und Seele einer Frau und Kaiserin in Lebensalltag, Orten, Menschen wie tragischem Tod, die Neugierige wie Fans gleichermaßen fasziniert.

Hervorzuheben sind die sehr gelungene Buch/Kapitel-Komposition, der feine Rhythmus von Fachkenntnis und Erzählstil, der auch mit atemberaubenden Fotos (etwa um das Begräbnis der Kaiserin in Wien) bestens abgestimmt ist.

„Ein Buch, das „Sisi“ im sehr persönlichen Licht der letzten Lebensjahre in Wort und Bild beeindruckend vorstellt!“

Zur Autorin_ Michaela Lindinger studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Politikwissenschaft, Ur- und Frühgeschichte sowie Ägyptologie an der Universität Wien. Seit 1986 ist sie in Museen und bei Ausstellungen tätig, u. a. im Kunsthistorischen Museum, Belvedere, Oberösterreichisches Landesmuseum, seit 2003 Kuratorin im Wien Museum.

Michaela Lindinger_
c_SabineHauswirth

Die dunkle Kaiserin. Elisabeths späte Jahre. Michaela Lindinger. Amalthea Verlag.

14,3 x 21,5 cm, 264 Seiten, mit zahlr. Abb.

A/D € 25,00 inkl. MwSt.,

CHF 34,50

ISBN 978-3-99050-264-8

Erscheinungsdatum 22. Januar 2024

Valentina Himmelbauer, Schauspielerin _ Wien _ acting „Sisi“ _
Walter Pobaschnig
_ 10/23

Wort&Bild

Valentina Himmelbauer, Schauspielerin _ Wien _ acting Sisi

Alles Fotos_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 3/24

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„Ich denke, die Kunst wird notwendiger denn je sein“ David Lapuch, Regisseur _ Graz 15.3.2024

Lieber David Lapuch, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ganz schön unspektakulär zurzeit. Aufstehen, meinen Kater füttern. Heißes Wasser mit Zitrone, dann gehts ab an den Computer und arbeiten. Abends ein Spaziergang, um frische Luft zu schnappen.

David Lapuch – österreichischer Filmregisseur und Drehbuchautor

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

In Anbetracht dieser Zeiten wo es gerade eher wenig zu lachen gibt, sollte man einen kühlen Kopf bewahren aber dennoch mit offenem Blick durch die Welt gehen. Man sollte sich die nötige Zeit für sich selbst und seine Liebsten nehmen und nicht davor scheuen ins Gespräch zu kommen, vor allem auch dann, wenn einem die Meinung des Gegenübers nicht zusagt. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Film, der Kunst an sich zu?

Ich denke, die Kunst wird notwendiger denn je sein. Da diese gerade in den jetzigen Zeiten ein notwendiges Ventil für die Menschen darstellt, egal in welcher Form. Die Kunst muss jedenfalls frei, unangepasst und kritisch sein, dasselbe gilt natürlich für den Film.

Was liest Du derzeit?

Ich wurde in einen Filmbeirat bestellt und lese seit Wochen ein Projekt nach dem anderen. Da bleibt gerade keine Zeit für irgendetwas anderes.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock von ’nem Hochhaus fällt. Während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: ‚Bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut…“.

Zitat aus dem Film „La Haine“ aus dem Jahr 1995 von Mathieu Kassovitz

Vielen Dank für das Interview, lieber David, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Filmprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

David Lapuch _ Filmregisseur und Drehbuchautor

Zur Person: Sein erstes Projekt verwirklichte David Lapuch (*1987) mit 17 Jahren. Im Jahr 2014 feierte sein Debüt-Spielfilm „Adam“ mit Pia Hierzegger, Wolfram Berger, Reinhard Novak in den österreichischen Kinos Premiere.

Nach einer Vielzahl an Festival-Teilnahmen gewann er im Jahr 2023 den Diagonale-Preis[ für den besten Kurzspielfilm für seinen Film „Cornetto im Gras“.

https://de.wikipedia.org/wiki/David_Lapuch 3/24

Foto_Alexander Haider

Walter Pobaschnig _ 7.3.2024

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Die Königin. Nofretetes globale Karriere. Sebastian Conrad. Propyläen Verlag

Es ist ein ganz besonderer archäologischer Fund, der am 6.Dezember 1912 im mitteläygptischen Tell el Amarna gemacht wird. Es ist die Büste der Nofretete, Hauptgemahlin des Pharaos Echnaton (Amenophis IV.). Sie lebte im 14. Jahrhundert v. Chr.. Der Fund wird sofort zur Sensation uns ist bis heute ein Ausstellungshighlight in der Ägyptischen Abteilung des Ägyptisches Museum Berlin im Neuen Museum Berlin.

Doch wie kam es zu diesem Fund, der wesentlich die Rezeption ägyptischer Pharaonen-Kultur bis in die Gegenwart inspiriert und prägt? Wer war die Gattin des ebenso legendären Pharaos Echnaton? Was wissen wir und können wir über Leben und Zeit wissen?

Sebastian Conrad, Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin, legt nun in sechs Kapitel einen fundierten, spannenden kulturgeschichtlichen Über- und Durchblick der Faszination „Nofretete“ vor, der in Fachkenntnis wie interessanten Schlussfolgerungen und Thesen inspiriert. Es ist ein Querschnitt, der mit den Umständen der Entdeckung (Fundteilung), der ersten großen Ausstellung beginnt und sich über Fragen zu Standort wie Prozessen der Globalisierung und kulturgeschichtlichen Ausblicken sehr gut rundet. Hervorzuheben sind auch die beeindruckenden Fotos, die Fund und weitere Geschichte dokumentieren.

„Eine spannende Zeitreise zu einer der faszinierendsten Persönlichkeiten der Welt- und Kulturgeschichte.“

Die Königin. Nofretetes globale Karriere. Sebastian Conrad. Propyläen Verlag

Einbandart: Hardcover mit Schutzumschlag

Seitenanzahl: 384 Seiten

ISBN 9783549100745

Erscheinungstag: 01.02.2024

Preise:

Buch/gebunden_DE 29,00 €, AT 29,90 €

E-Book (ePub) 26,99 €

Walter Pobaschnig 3/24

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„Alive“ Luise, Burlesqueperformerin _ Give Peace A Chance _ Wien 14.3.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Eskapismus in die Welt des Burlesque:

Glamorous

Intelligence

Various

Elegant


Precious

Embrace

Action

Chansons

Eternity


Ambitious


Charme

Hilarious

Alive

Naughty

Curious

End



Luise von Puderluder, 14.3.2024

Luise von Puderluder, Burlesqueperformerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Luise von Puderluder, Burlesqueperformerin

Zur Person _  Luise von Puderluder zeigt sich auf der Bühne mit elegantem Schmäh. Sie kann aber auch ganz anders: verführerisch entblättert sich die Burlesque-Künstlerin und fesselt das Publikum. Mit etwas Glück kann man sie sogar auf der Bühne singen hören.

Angefangen hat alles 2019 als ich zum ersten Mal eine Burlesque-Show gesehen habe. Nachdem ich bereits seit meinem siebten Lebensjahr tanze, immer schon singe, dazwischen eine Musikhauptschule in Oberösterreich besucht habe, Klavier- sowie Gesangsunterricht genommen habe, wusste ich, dass es Zeit wird meine Leidenschaft auch in Wien zu verwirklichen. Mittlerweile unterrichte ich Burlesque, bin auf diversen Bühnen zu sehen und habe ein eigenes Event ins Leben gerufen. Denn für mich ist Burlesque der beste Weg, seine Gefühle und sich selbst auszudrücken!

Hinter Luise von Puderluder steckt Sophie Brandl, Redakteurin und Wahl-Wienerin aus Oberösterreich.

Instagram: @luisevonpuderluder

Fotos_ Lucie Kout

Walter Pobaschnig _ 14.3.2024

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Kleopatra. Die Königin, die Rom herausforderte und ewigen Ruhm gewann. Alberto Angela. HarperCollins.

Ägypten. Das Reich der Pharaonen. Da ist unermesslicher Reichtum, Macht wie politische Gefahr, die mit der Expansion des römischen Reiches im 1.Jahrhundert v.Chr. ihren Höhepunkt erreicht. Kleopatra, die mythenumwobene ägyptische Herrscherin, steht nun in der Mitte politischer Rivalitäten Roms und setzt in dieser Situation alles auf eine Karte…es ist ein dramatisches Leben in politisch stürmischen Zeiten, ein Leben zwischen Macht und Liebe, Glanz und Untergang…

Alberto Angela, renommierter Wissenschaftsjournalist und Autor, legt nun eine Biographie einer der schillerndsten wie tragischsten Persönlichkeiten der Antike vor – Kleopatra VII. Philopator * 69 v. Chr. Alexandria; † 12. August 30 v. Chr. ebenda  – die in ihrer Chronologie wie dem Spannungsaufbau des Erzählstils eine ganz außergewöhnliche Kombination darstellt. Der Autor versteht es, verschiedene Perspektiven zu setzen und die Regentin, Frau so in neuem Licht erscheinen zu lassen.

Ein Buchprojekt, das informiert, Leben und Zeit lebendig vorstellt wie vielfältige Anregungen bietet.

Kleopatra. Die Königin, die Rom herausforderte und ewigen Ruhm gewann. Alberto Angela. HarperCollins.

Elisabeth Liebl_Übersetzung

Seitenanzahl: 512

ISBN/Artikelnummer: 9783959673242

Gebundene Ausgabe 24,00 EUR inkl. MwSt.*

E-Book  15,99 EUR

Walter Pobaschnig 3/24

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„uns gegenseitig daran zu erinnern, was uns zu Menschen macht, was uns verbindet“ Verena Göltl, Sängerin, Texterin _ Wien 14.3.2024

Liebe Verena Göltl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist anders. Je nachdem, welche Tätigkeit grad im Vordergrund steht. Oft sind es organisatorisch-administrative Dinge, die mit Kunst leider gar nichts zu tun haben, die aber gemacht werden müssen, damit man zu neuen Engagements kommt. Generell bin ich kein Morgenmensch. Kreativ sein am Vormittag: schwierig. Das passiert bei mir frühestens am Nachmittag. Wenn ich einen Auftritt habe sowieso erst abends. So gesehen passt auch die Jazznacht, die ich ja live moderiere, ganz gut zu mir. Studiotermine kann ich auch in der Früh ausmachen. Das ist für mich eine andere Form der Stimmarbeit. Da passiert die kreative Arbeit schon im Vorfeld mit der Themenfindung, der Musikwahl und dem Schreiben der Moderationen. Im Studio geht’s dann nur mehr um die Umsetzung.

Verena Göltl _ Sängerin, Texterin & Moderatorin, Wien

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben. Werde ich am Ende des Tages bereuen, zu wenig Streaming-Dienste geschaut zu haben? Eher nein. Wir müssen uns gegenseitig daran erinnern, was uns zu Menschen macht, was uns verbindet. Einander wieder mehr in die Augen statt aufs Display zu schauen. Den Wert eines echten Gegenübers wieder schätzen zu lernen, uns den Menschen, denen wir begegnen zuwenden mit echtem Interesse und der Bereitschaft, wirklich zuzuhören. Die Facebookfreunde werden uns nicht besuchen, wenn wir mit Liegegips auf der Dacken liegen – die echten schon. Sind wir uns dieser Tatsache bewusst, wenn wir alleine zuhause hocken und alle zehn Minuten unsere Likes zählen?

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Haltung zeigen und danach zu handeln, wird immer wichtiger werden. Im Privaten wie in der Kunst. Nicht schweigen, sich ausdrücken in Literatur, Musik, Malerei etc. Alle Kunstformen dienen dazu, den Menschen zum Menschen zu machen. Das wird in einer immer rauher werdenden Wirklichkeit vermutlich einer der wenigen Rettungsanker sein, die uns bleiben. Und ohne Verbündete werden wir nicht weit(er) kommen. Das Miteinander wird wieder stärker in den Vordergrund rücken. Eine durchaus positive Zukunftsperspektive, die der Vereinzelung und Vereinsamung, der Ausgrenzung und Vorverurteilung, die so schmerzvoll allgegenwärtig sind, den Wind aus den Segeln nehmen wird. Darauf freue ich mich jetzt schon!

Was liest Du derzeit?

„Die Sonne – mein Herz“, Thich Nhat Hanh

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

A ship in harbour is safe, but that is not what ships are built for.

(vermutlich John A. Shedd)

Verena Göltl _ Sängerin, Texterin & Moderatorin, Wien

Vielen Dank für das Interview, liebe Verena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Text-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Verena Göltl _ Sängerin, Texterin & Moderatorin

Zur Person _

VERENA GÖLTL kurz & knackig
Verena Göltl stammt aus dem Nordburgenland und lebt im Wiener Exil. Als ausgebildete Jazzsängerin ist sie mit ihrer Band „Veri & die Luxuscombo“, im Duo mit Andreas Haidecker und anderen Formationen im In- und Ausland unterwegs. Ihre unverwechselbare Stimme leiht Sie als Sprecherin auch dem Hörfunk. Als freie Musikredakteurin moderiert und gestaltet sie Sendungen für ORF Radio Ö1 (Spielräume, Ö1-Jazznacht, On Stage…).

Als Texterin dichtet Verena Göltl nicht nur für ihre eigenen Dialektlieder, sondern auch für andere Musiker:innen. Willi Resetarits: „Die Lyrik von Verena Göltl hat eine Qualität, die jeder gute Text haben sollte: man fühlt sich persönlich angesprochen. Oft denk ich mir: Das ist ja meine private Befindlichkeit, über die ich da singe! Wieso weiß sie das?“

https://www.verenagoeltl.at/

Fotos _ Steve Haider

Walter Pobaschnig _ 3.3.2024

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„als Künstlerin stehe ich nicht außen vor, sondern mittendrin“ Annegret Soltau, Bildende Künstlerin _ Darmstadt 13.3.2024

Liebe Annegret Soltau, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wenn ich keine weiteren Termine habe, gehe ich meist jeden Tag ins Atelier. Der Wohnbereich und mein Atelier liegen nah beieinander, Privates und Kunst befruchten sich gegenseitig, nach dem Slogan der 70iger Jahre: Das Private ist politisch!  Vormittags beantworte ich Anfragen, die ich meist am PC erledige, Ausstellungsplanungen usw. Am Nachmittag komme ich dann, wenn alles gut läuft, zum eigentlichen Arbeiten, also meine Bilder zu kreieren.

Annegret Soltau,
Bildende Künstlerin
_
vor ihren Bildern Mit mir SELBST 1975#2022, Santiago de Chile 2022

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Der Zusammenhalt, auch wenn die Meinungen kontrovers sind, es zu schaffen im Dialog zu bleiben.

A.Soltau _generativ-Selbst mit Tochter, Mutter und Großmutter doppelt 1994

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Die Kunst war schon immer ein Spiegel der Gesellschaft, ob in den politischen 60iger Jahren, als ich noch in Hamburg an der Kunstakademie studierte oder danach die 70iger Jahre, in denen Frauen sich feministisch engagierten. Auch als Künstler/in stehe ich nicht Aussen vor, sondern mittendrin.

A.Soltau _ Körper-Eingriffe (schwanger), 1977-78

Was liest Du derzeit?

Den Roman „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

MEIN ZENTRALES ANLIEGEN IST, KÖRPERLICHE PROZESSE IN MEINE BILDER MITEINZUBEZIEHEN, UM KÖRPER UND GEIST ALS GLEICHWERTIG ZU VERBINDEN

Annegret Soltau,
Bildende Künstlerin
_ im Atelier _
Foto Theo Jansen

Vielen Dank für das Interview, liebe Annegret, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Annegret Soltau, Bildende Künstlerin

Zur Person _ Annegret Soltau, Bildende Künstlerin

1946 geboren in Lüneburg

1967-72 Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg und Wien

https://www.annegret-soltau.de/

Fotos_ Annegret Soltau

Walter Pobaschnig _ 28.2.2024

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„Ein Engel in der Hölle von Auschwitz. Das Leben der Krankenschwester Maria Stromberger“ Harald Walser. Falter Verlag.

Es ist ein Leben voll unglaublichem Mut, Gesinnung und Unerschrockenheit, das die österreichische Krankenschwester und Widerstandskämpferin Maria Stromberger (* 16. März 1898 in Metnitz (Kärnten); † 18. Mai 1957 in Bregenz), auszeichnet.

In Kärnten aufgewachsen und nach der Pflege ihrer Eltern im Beruf als Krankenschwester tätig, ließ sie sich in das Konzentrationslager Auschwitz versetzen und arbeitete dort unter Einsatz ihres Lebens für den Widerstand.

1957 geht ein ganz außergewöhnliches Leben als Beispiel von Courage und Engagement zu Ende.

Martin Walser macht sich in diesem Buch auf eine umfassende Spurensuche nach Maria Stromberger, ihren Lebensstationen wie die erschütternden Vorgänge im Konzentrationslager Ausschwitz, in denen Stromberger nach Umständen zu helfen suchte, wie auch das persönliche und gesellschaftliche Leben danach.  In ausführlichen Dokumentationen in Wort und Bild rekonstruiert der Autor ein Lebenswerk, das hier eine entsprechende Würdigung erfährt.

„Mut, Gesinnung, Unerschrockenheit – das Leben Maria Strombergers in hervorragender, umfassender Dokumentation!“

„Ein Engel in der Hölle von Auschwitz. Das Leben der Krankenschwester Maria Stromberger“ Harald Walser. Falter Verlag.

Gebundene Ausgabe, 256 Seiten

EAN   9783854397021

€ 24,90

Walter Pobaschnig  3/24

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„1924. Schneller, frecher, wilder – Der Beginn der fabelhaften Zwanziger“ Gerhard Jelinek. Amalthea Verlag.

1924. Ein besonderes Jahr europäischer Gesellschafts- und Kulturgeschichte zwischen den Weltkriegen. Ein Jahr exemplarisch für eine kurzfristige lebensfrohe schillernde Zeitspanne in bahnbrechenden Erfindungen, mitreißender Musik, Kultur und ungeahnter Freiheit in den zentralen Metropolen in der Dämmerung politischer Katastrophen.

1924. Ein Jahr, dem es sich lohnt chronologisch nachzugehen und die Ereignisse vorzustellen, die bis heute faszinieren und begeistern.

Was ereignete sich nun wann, wo, wie in diesem „goldenen“ Jahr der „Goldenen“ Zwanziger Jahre…?

Gerhard Jelinek, renommierter Journalist und Autor, legt einen gesellschaftshistorischen Jahreskalender vor, der in seiner großen Bandbreite wie der sehr gelungenen Kombination von Wort und Bild eine spannende Zeitreise bietet, die eine Fülle von bemerkenswerten, überraschenden Details ans Licht bringt.

„1924. Ein Jahr voll Hoffnung, Optimismus und Esprit im gesellschaftskulturellen Zeitraffer.“

„1924. Schneller, frecher, wilder – Der Beginn der fabelhaften Zwanziger“ Gerhard Jelinek. Amalthea Verlag.

Gebundene Ausgabe mit zahlr. Abb., 256 Seiten

ISBN-13: 978-3-99050-253-2

€ 28,00 inkl. MwSt.

Walter Pobaschnig 3/24

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