Es ist einer der großen Hollywoodfilmklassiker, in dem Marlon Brando, dessen hundertsten Geburtstag heuer gedacht und der in zahlreichen Filmen zelebriert wird, brilliert (Meuterei auf der Bounty, 1962). Diesem spannenden Filmstoff (es wurde auch an den Originalschauplätzen gedreht) gehen zahlreiche weitere künstlerische Zugänge (Filme, Bücher) voraus.
Simon Füchtenschnieder, Anglist und Historiker, dessen Arbeitsschwerpunkte in der britischen Seefahrtsgeschichte des 18. Jahrhunderts liegen, widmet sich im vorliegenden Buch dem umfassenden historischen Kontext der Ereignisse auf der Bounty im Jahre 1789. In 11.Kapitel geht der renommierte Autor den Grundlagen der Seefahrtsgeschichte der Zeit in den wirtschaftlichen, globalpolitischen und sozialgeschichtlichen Perspektiven nach wie öffnet auch das historisch gesicherte Wissen um die unmittelbaren Ereignisse auf der Bounty nach der möglichen Quellenlage. Es entsteht so ein beeindruckendes Panorama wie Drama als historisches Beispiel moderner Entwicklungszusammenhänge und deren Brüchen und Herausforderungen.
„Ein großer Filmstoff in beeindruckender sozialhistorischer Analyse!“
Meuterei im Paradies. Die Fahrt der Bounty und die globale Wirtschaft im 18. Jahrhundert. Simon Füchtenschnieder. Klett-Cotta Verlag.
304 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit farbigem Tafelteil und Vorsatzkarten
Zur Person _Anette Welp(*1963) studierte Germanistik, Pädagogik und Bibliothekswissenschaften. Sie absolvierte eine zweijährige Ausbildung zur systemischen Familienberaterin.
Die Schriftstellerin, Malerin, Verlegerin, mehrfache Literaturpreisträgerin und Dozentin für kreatives Schreiben gründete 2006 den Augen Auf Verlag, in dem bis heute vielzählige Bücher, Hörbücher und Kalender erschienen sind.
Anette Welp ist Mitglied in der DGPB (Deutschsprachige Gesellschaft für Poesie- und Bibliotherapie, kreatives Schreiben und Biographiearbeit e.V.) und seit 2023 Mitglied in der GEDOK Frankfurt Rhein Main e.V.
Zudem bietet die Dozentin in der Reihe »Bilder von der Seele schreiben« seit vielen Jahren KreativSchreibKurse an, die zu heilsamer Selbstreflektion anregen.
Hauptberuflich ist Anette Welp im Rathaus Trebur in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Frauengleichstellung.
Die aktuelle Veröffentlichung von Anette Welpist ein Mutter-Tochter-Projekt:
„Ein Wunder, bitte!„
Texte: Anette Welp
Fotografien: Nadine Grüßgen
Hardcover, 48 Seiten, A5-Format
ISBN 978-3-9825944-0-8
Preis: 15,00 Euro
Zum Buch: Anlass des Buches war die Rede von Anette Welp für das Projekt »Ungehaltene Reden von ungehaltenen Frauen«, das von der Stiftung Brückner-Kühner sowie dem Verlag S. Fischer Theater und Medien veranstaltet wurde.
Zwei Frauen, zwei Generationen: Mutter und Tochter – die eine Autorin, die andere Fotografin. Zwei Frauen mit mal gleichem, mal unterschiedlichem Blick in die Welt. Gemeinsam haben sie bereits einige Projekte an den Start gebracht. Und jetzt haben sie Seite an Seite ihr erstes Buch entwickelt und gestaltet.
»Wir sind zwei Künstlerinnen, die sowohl einen gleichen als auch unterschiedlichen Blick auf die aktuelle Weltsituation haben. Meine Freiheit, die Texte fotografisch so zu interpretieren, wie ich sie empfinde, hat dieses Buch zu einem ganz besonderen Mutter-Tochter-Projekt gemacht.« (Nadine Grüßgen)
Entstanden ist ein Buch mit Texten von Anette Welp und Fotografien von Nadine Grüßgen – jede mit ihrem ureigenen Blick auf das Leben, jede mit ihrem ureigenen Medium. Anette Welp, die Mutter, die Autorin beschreibt es mit ihren Worten; Nadine Grüßgen, die Tochter, die Fotografin zeigt es in ihren Bildern. Beide stehen nicht nur im Rahmen ihrer Familienbande wie auch als selbstbewusste Frauen Seite an Seite, sondern zeigen auch in ihrem künstlerischen Miteinander diese besondere Nähe, die sie verbindet, inspiriert, gegenseitig beflügelt und zu ihrem ersten Buch animierte.
Im März 2006 habe ich den Augen Auf Verlag gegründet. Der Name macht mich stolz. Ich habe ihn kreiert, wie so viele meiner Buchtitel. Seit 18 Jahren veröffentliche ich Bücher, Hörbücher, immerwährende Jahreskalender und widme mich besonderen Projekten.
Der Augen Auf Verlag lebt durch meine Menschen, die mir vertrauen, mir ihre Texte und Fotografien zur Verfügung stellen, mit mir gemeinsame Veranstaltungen planen und durchführen.
In den 18 Jahren bin ich mit meinem Verlag gewachsen. Ich habe viel Wissen hinzugewonnen. Mein bisheriger Weg ist durch wundervolle Begegnungen geprägt. Einen Verlag mit allem Drum und Dran zu führen, ist keine einfache Angelegenheit. Wie oft bin ich zerrissen, weil die Aufgaben in mir immer wieder die Frage aufbrachen: Was bin ich denn jetzt? Autorin, Lektorin oder Verlegerin.
Es war jedoch nicht nur immer kreativ, spannend, inspirierend. Es gibt Menschen, die mich in ungesunde Abhängigkeiten hineinprotegieren wollten. Es gibt energiefressende Menschen und es gibt Egoisten. Das zu erkennen, war meine Lernaufgabe. Meine Haltung war und ist die: Auf Augenhöhe können wir vieles gemeinsame schaffen. Es ist wundervoll, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, kleine Netzwerke aufzubauen, win-win-Situationen herzustellen.
Liebe Cornelia Koepsell, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Es gibt zwei Rituale, die ich fast täglich einhalte. Morgens: schreiben. Ein langer Spaziergang oder fahrradfahren. Dabei kommen mir die besten Ideen. Der Rest des Tages richtet sich nach aktuellen Erfordernissen.
Cornelia Koepsell,,Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Runterkommen aus der Aufregungs-Spirale. Zuhören. Nachdenken. Nicht sofort urteilen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich wünsche mir mehr Solidarität, gerade auch unter Frauen. Die Literatur hat die Aufgabe, den Blick zu öffnen für andere Lebensrealitäten. Sie soll Mitgefühl, Staunen und Neugier hervorrufen.
Was liest Du derzeit?
Lea Ypi: FREI
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Sie getraute sich, ihre Gedanken unbeaufsichtigt laufen zu lassen.
Vielen Dank für das Interview, liebe Cornelia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Cornelia Koepsell,,Schriftstellerin
Buchveröffentlichungen/Auszeichnungen:
Über 100 Einzelveröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien
Debütroman „Das Buch Emma“ , September 2013 Geest Verlag
Roman „Lauf weg wenn du kannst“ Juli 2017, Geest Verlag
Lieber Moritz Franz Beichl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Früh aufstehen, Kaffee trinken, »Büro Moritz« spielen und schnellstmöglich die wichtigsten Aufgaben erledigen. Dann: Schreiben. Das geht meist nur in der Früh oder vormittags. Derzeit habe ich mein Handy mehr als die Hälfte des Tages im Flugmodus.
Im Laufe des Nachmittags wird mein Tagesablauf unstrukturierter, ich nenne das seit meiner Jahre in Hamburg liebevoll »produktives daddeln« (norddeutsch für das österreichische »Bummeln«, wenn man eine Sache sehr langsam oder nicht effizient genug macht). Ich gehe viel spazieren, höre Podcasts, lese, schaue Filme, denke mir Konzepte aus und treffe Freund:innen und Familie.
Moritz Franz Beichl, Regisseur, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Erstens: Gemeinschaft. Eigentlich logisch und offensichtlich. Momentan führen wir viele der herrschenden Diskurse wir meines Erachtens falsch: zu absolut, zu emotional, unterkomplex. Außerdem steht für uns das individuelle Subjekt sehr stark im Mittelpunkt, das Netzwerk oder die Gruppe sind in den Hintergrund gerückt. Das macht uns egoistisch, teilweise sogar narzisstisch. In »Männer«(aktueller Roman, siehe unten, Anm.) schreibe ich an einer Stelle über Schwärme bei Fischen oder Vögeln. Das ist ein Bild, das mich seit einem Jahr durch den Alltag trägt. Wir sind zwar komplexere Wesen als diese Tiere, aber mich inspiriert bei ihnen diese Gruppendynamik, die durch und durch egalitär ist und gänzlich ohne Hierarchien oder Milieus funktioniert.
Zweitens: Aushalten, dass die Welt widersprüchlich ist. Wir lernen immer, wenn etwas schwarz ist, dass es dann nicht gleichzeitig weiß sein kann. Das stimmt aber gar nicht unbedingt. Viel Gewalt in unserer Welt entsteht durch hilflose Erklärungsversuche hochkomplexer Phänomene, die vermeintliche Einordnung ermöglichen sollen. Wir müssen unbedingt üben die Widersprüche in der Welt auszuhalten – sie vielleicht sogar als produktives Potential begreifen. Ich habe zum Beispiel vor Kurzem festgestellt, dass ich sowohl introvertiert als auch extrovertiert bin – diese scheinbar unbedeutende Erkenntnis hat mir sehr gut getan.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Früher oder später wird der Literatur jene Rolle zukommen, die nicht durch eine Wertschöpfung oder eine Funktion oder einen fiktiven, messbaren Wert zu definieren ist – selbst wenn jener Wert nur ein ideeller ist. Das gleiche gilt für alles andere und uns selbst auch.
Die subventionierten Stadt-, Staats- und Landestheater im deutschsprachigen Raum beispielsweise sind heutzutage bei ihren Entscheidungen sehr viel mehr als noch einige Jahre zuvor ebenso klassischen wirtschaftlichen Parametern unterworfen wie man sie in Betrieben am freien Markt findet. Ähnliches gilt auch für andere Kultureinrichtungen, Universitäten, Schulen oder sogar Krankenhäuser. Das kann über kurz oder lang nicht gut sein. Diese Bereiche können ihre Qualität nicht unter kapitalistischen Bedingungen am freien Markt gewährleisten – zumindest nicht für ein breites Volk.
Wichtig ist vor allem: die Zahlen. Welche Zahlen auch immer es sind. Hauptsache: Zahlen. Ich habe mal gehört: Wenn das Theater kaputtgespart wird, dann kommt irgendwann eine:r, stellt sich auf eine Bühne und das Theater wird wieder neu erfunden – und die Leute werden davon begeistert sein! Während Corona wurden Fragen nach »Systemrelevanz« und der unabdingbaren Notwendigkeit von Kultur diskutiert. Momentan denke ich: Kann Kultur überhaupt notwendig sein, wenn sie eine bestimmte »Notwendigkeit« zu erfüllen hat? Die stärkste Wirkung für eine Gesellschaft wird die Kultur dann erreichen, wenn sie auch »nutzlos« sein darf und keiner Funktion (wie Wertschöpfung oder Aufklärung oder Pädagogik oder Unterhaltung oder politischer Bildung oder anderes) dienen muss. Kultur muss manchmal auch sinnlos sein dürfen, damit sie Kultur ist.
Was liest Du derzeit?
Die Bedienungsanleitung meiner Kaffeemaschine, meinen Roman als Vorbereitung für die Lesungen und ein Buch über Trauma von Bessel van der Kolk.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ich weiß jetzt endlich wo ich sein mag / Und das ist entweder zuhaus / Oder irgendwo anders / Zum Beispiel nicht zuhaus
Donnerwetterblitz, Endless Wellness
Moritz Franz Beichl, Regisseur, Schriftsteller
Vielen Dank für das Interview, lieber Moritz, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Moritz Beichl, Regisseur, Schriftsteller
Zur Person _MORITZ FRANZ BEICHL wurde 1992 in Wien geboren. Er beginnt mit 19 Jahren im Ensemble der JUNGEN BURG am Wiener Burgtheater. Im Anschluss studiert er Regie an der Theaterakademie Hamburg. Für seine Arbeiten kommt Beichl auf die Shortlist des KÖRBER STUDIO JUNGE REGIE, gewinnt den START OFF Wettbewerb, und wird zwei Mal Preisträger des HART AM WIND Festival. 2019 erhält er den NESTROY PREIS und 2023 den KULTURPREIS DES LANDES NIEDERÖSTERREICH.
2022 erscheint Beichls Debütroman »Die Abschaffung der Wochentage«. Im selben Jahr schreibt und veröffentlicht er im S. Fischer Verlag seine queer-feministische Komödienüberschreibung »Effi, Ach, Effi Briest«, die in Wien, Hamburg und Lübeck inszeniert wird. Für sein dramatisches Schreiben erhält er Stipendien des österreichischen Bundesministeriums und der Stadt Wien. Eben erschien »Männer«, Beichls zweiter Roman, im Residenz Verlag.
Beichl ist HAUSREGISSEUR am DT Göttingen und inszeniert an zahlreichen Theatern in Österreich und Deutschland – u. a. Schauspielhaus Hamburg, Staatstheater Braunschweig, Bronski & Grünberg, Stadttheater Klagenfurt, Tiroler Landestheater, Landestheater Niederösterreich und Salzkammergut Festwochen Gmunden. Neben Romanadaptionen, Uraufführungen und seiner eigenen Dramatik, widmet sich Beichl vor allem dem klassischen Kanon und versucht mit Stücken von u. a. Shakespeare, Büchner, Schiller, Nestroy, Horváth oder Molière, einen Abgleich zu unseren gegenwärtigen Lebensrealitäten vorzunehmen.
Moritz Franz Beichl lebt in Wien.
Aktuelle Buchveröffentlichung: „Männer“ Moritz Franz Beichl. Residenz Verlag
Mit schmerzhafter Offenheit, Witz und Zärtlichkeit erzählt Moritz Franz Beichl von zwei ungleichen Brüdern und von seiner Suche nach alternativen Bildern von Männlichkeit.
In Moritz Franz Beichls Roman begegnen sich zwei Männer, die nichts gemeinsam haben – außer etwas Wesentliches: den Vater. Denn alles unterscheidet den Erzähler von seinem Bruder Konrad, dem Juristen und Familienvater, der in einem schönen Haus wohnt – und ein konventionelles Männerbild fortschreibt. Attraktiver, moderner, aber mit all der normativen Gewalt, die da immer schon war. Doch jetzt ist der Vater gestorben, die beiden Brüder müssen gemeinsam das Begräbnis organisieren – und erstmals hat der Erzähler seinem großen Bruder etwas entgegenzuhalten: ein selbstbestimmtes Leben als Balletttänzer, als schwuler Mann, als eigensinniger Single. Die alten Konflikte brechen auf, aber Versöhnung kann es vielleicht auch geben, ohne das Leben des anderen ganz zu verstehen.
Station bei Franz Kafka _ Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _ acting Franz Kafka „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912. 100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller
Kafka war wiederholt in Wien zu Gast.
Station bei Franz Kafka _ Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _ acting Franz Kafka „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912. 100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller
Kafka war wiederholt in Wien zu Gast.
Franz Kafka, Schriftsteller _ 100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.
Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.
Liebe Mariana De Meo, wie verstehst Du die Erzählung „Die Verwandlung“? Welche Aussagen zu Menschen, Familie, Beruf, Welt gibt es da?
Meiner Meinung nach war am Ort der Handlung jeder die Hauptfigur – Gregor, die Eltern, die Schwester. Jeder von uns gerät in Situationen, in denen wir uns selbst nicht (mehr) erkennen. Man sieht gleichsam von außen einen anderen Menschen, fremd, böse, schwach, ängstlich, unsicher, selbst wenn man verliebt ist, entdeckt man ein neues ICH. Wer von uns allen hat nicht das Fremde, Hässliche, Andersartige abgelehnt, wer hat sich nicht darüber lustig gemacht oder erniedrigt? In Kafkas „Die Verwandlung“ entdeckt jeder sich selbst in der gesamten Palette menschlicher Schwächen.
Wie hast Du Dich auf das Fotoshooting/die Performance vorbereitet?
Ich hatte ‚Die Verwandlung‘ während meiner Studienzeit gelesen, deshalb las ich die Geschichte vor den Aufnahmen noch einmal. Und ich erkannte, welche große Verwandlung ich in den Jahren erlebt hatte. Die Wahrnehmung der Geschichte war ganz anders.
Was ist Dir als Pantomime, Schauspielerein in Deinen Projekten wichtig?
Immer wichtig ist, was ich den Menschen zu sagen habe. Ich möchte, dass sie nach der Aufführung anders sind. In der Pantomime entfaltet sich das Geschehen schnell und intensiv. Es gibt keine Zeit für natürliche Bilder und Beschreibungen. Du handelst und wirkst schon mit deinem Auftreten. Daher muss die Geschichte präzise, klar und kurz sein, wie Haiku-Poesie.
Wie bist Du zur Pantomime gekommen?
Meine erste Begegnung mit der Pantomime war vor 40 Jahren. Mir wurden drei Wörter gegeben, aus denen ich eine kurze Geschichte erfinden und sie ohne Worte erzählen musste, sodass alle sie verstehen konnten.
Was inspiriert Dich?
Gott sei Dank ist das eines der Dinge, die nicht vom Alter beeinflusst werden. Inspiration, Eingebung, Kreativität werden von allem immer genährt, solange man dafür Sinn hat. Morgens, wenn ich mit dem Dackel am Donaukanal spazieren gehe und die Sonne das Wasser küsst, die Art und Weise, wie der kleine Dackel mit der Welt kommuniziert, die Musik beeinflusst mich am meisten. Vor kurzem war ich bei der Eröffnung der Ausstellung einer engen Freundin. Die Bilder sehe ich immer noch, wir überlegen jetzt sogar ein gemeinsames Projekt-Theaterstück.
Darf ich Dich abschließend zu einem „Verwandlung“ Akrostichon bitten?
Vitalität
Erde
Ruhe
Welt
Achtsamkeit
Natur
Dauer
Lust
Unterbewusstsein
Nacht
Genius
Station bei Franz Kafka _ Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _ acting Franz Kafka „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912. 100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller
Kafka war wiederholt in Wien zu Gast.
Station bei Franz Kafka_
Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien
Performing – „Die Verwandlung“, Franz Kafka. Erzählung, 1912.
Liebe Anette Welp, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe jeden Morgen gegen 6.30 Uhr auf – außer am Wochenende. Da ich vier Tage im Rathaus im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, freitags als Dozentin für kreatives Schreiben arbeite, ist kein Tag wie der andere. Meine Tage sind bewegt und gefüllt mit allem Möglichen. Ich beschreibe meinen Tag mal lyrisch:
Augen auf, Geist wach
Spuren meiner Seelenenergie.
Morgenkuss mit Teegeschmack
springe in das, was muss
tauche in das, was darf.
Freue mich über alles, was gelingt:
erblicken, begegnen, umarmen, erkennen, bewegen.
Tauchen in das hütende Dunkel der Nacht,
erholen von allem Herzbewegenden,
das der Tag bereitet hat.
Anette Welp, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Zurzeit drücken sich viele Themen an die Oberfläche. Unser Leben dreht sich auf den Kopf und manchmal ist es kaum auszuhalten, was sich da an die Oberfläche drückt.
Eigenverantwortung ist besonders wichtig für jeden von uns. Jeden Tag treffen wir Entscheidungen. Wir sollten klug, authentisch und wahrhaftig sein. Es entwickeln sich neue Lebensformen und Inhalte.
Es ist besonders wichtig, aus den Polarisierungen herauszuwachsen, uns bewusst zu machen, dass die Liebe ALLES ist. Gemeinsamkeiten erkennen und leben, achtsames Miteinander und Mut, für die Wahrheit einzustehen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Literatur hat große Kraft. Sie kann spiegeln, wecken, Grenzen überfliegen mit Gedanken und Worten. Literatur kann Seelen trösten und umarmen. Sie kann aufklären, warnen, ermutigen und Menschen verbinden.
Ich schreibe Prosa und Lyrik. Ich schreibe, weil ich es mich drängt. Weil mich das Leben reichlich bewegt. Weil ich mich durchs Schreiben und der intensiven Auseinandersetzung mit meinen Lebensthemen selbstentwickeln und selbstreflektieren, zu Klarheit und Erkenntnis gelangen kann. Weil zu meiner eigenen Überraschung immer wieder wunderbare Texte entstehen, die Bewegung bewirken – bei mir selbst und bei denjenigen, die meine Texte lesen.
„Entzündet mich ein Thema, entsteht ein Text. Eine Situation, ein Wort, eine Tat, irgendetwas, das mich berührt. Ich finde Worte in meinem Kopf und mich drängt es geradezu, sie aufzuschreiben. Einzig wichtig ist, dass meine Gedanken ihren Weg auf das Papier finden. Ist dieser Vorgang beendet, ist erst einmal Stille in meinem Kopf. Ich fühle mich entladen und kann frei atmen. Eine Geschichte, ein Gedicht oder eine Kolumne? Das entscheide ich später.“ (Aus meinem Essay: Warum sind Kolumnen ein Stück Literatur?)
Was liest Du derzeit?
Ich lese immer viele Bücher parallel. Im Moment lese ich:
„Die Rückkehr der weisen Frau“ von Miriam Wagenblast
„Liebe kann alles“ von Eva-Maria Zurhorst
„Sein & Werden“ von Liane Dirks
Und zwischendurch Gedichte, u.a. von Mascha Kaléko und Rainer Maria Rilke
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Mein eigenes Gedicht, weil es irgendwie immer wieder passt:
Racheengel
Während Racheengel Fallen stellen,
Wahrsager sich zu Seelenrettern gesellen,
schreit sich die Dummheit heiser,
die Wahrhaftigen werden leiser
und leiser
still.
Vielleicht auch nur übertönt,
von Scharlatanerie geschönt.
Während die Blödheit unerträglich
glaubt, sie könne siegen,
gibt es keine Rettung mehr,
es sei denn,
die Blödheit würde sich
in die Klugheit verlieben.
@Anette Welp
Vielen Dank für das Interview, liebe Anette, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Anette Welp, Schriftstellerin
Zur Person _Anette Welp (*1963) studierte Germanistik, Pädagogik und Bibliothekswissenschaften. Sie absolvierte eine zweijährige Ausbildung zur systemischen Familienberaterin.
Die Schriftstellerin, Malerin, Verlegerin, mehrfache Literaturpreisträgerin und Dozentin für kreatives Schreiben gründete 2006 den Augen Auf Verlag, in dem bis heute vielzählige Bücher, Hörbücher und Kalender erschienen sind.
Anette Welp ist Mitglied in der DGPB (Deutschsprachige Gesellschaft für Poesie- und Bibliotherapie, kreatives Schreiben und Biographiearbeit e.V.) und seit 2023 Mitglied in der GEDOK Frankfurt Rhein Main e.V.
Zudem bietet die Dozentin in der Reihe »Bilder von der Seele schreiben« seit vielen Jahren KreativSchreibKurse an, die zu heilsamer Selbstreflektion anregen.
Hauptberuflich ist Anette Welp im Rathaus Trebur in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Frauengleichstellung.
Die aktuelle Veröffentlichung von Anette Welp ist ein Mutter-Tochter-Projekt:
„Ein Wunder, bitte!“
Texte: Anette Welp
Fotografien: Nadine Grüßgen
Hardcover, 48 Seiten, A5-Format
ISBN 978-3-9825944-0-8
Preis: 15,00 Euro
Zum Buch: Anlass des Buches war die Rede von Anette Welp für das Projekt »Ungehaltene Reden von ungehaltenen Frauen«, das von der Stiftung Brückner-Kühner sowie dem Verlag S. Fischer Theater und Medien veranstaltet wurde.
Zwei Frauen, zwei Generationen: Mutter und Tochter – die eine Autorin, die andere Fotografin. Zwei Frauen mit mal gleichem, mal unterschiedlichem Blick in die Welt. Gemeinsam haben sie bereits einige Projekte an den Start gebracht. Und jetzt haben sie Seite an Seite ihr erstes Buch entwickelt und gestaltet.
»Wir sind zwei Künstlerinnen, die sowohl einen gleichen als auch unterschiedlichen Blick auf die aktuelle Weltsituation haben. Meine Freiheit, die Texte fotografisch so zu interpretieren, wie ich sie empfinde, hat dieses Buch zu einem ganz besonderen Mutter-Tochter-Projekt gemacht.« (Nadine Grüßgen)
Entstanden ist ein Buch mit Texten von Anette Welp und Fotografien von Nadine Grüßgen – jede mit ihrem ureigenen Blick auf das Leben, jede mit ihrem ureigenen Medium. Anette Welp, die Mutter, die Autorin beschreibt es mit ihren Worten; Nadine Grüßgen, die Tochter, die Fotografin zeigt es in ihren Bildern. Beide stehen nicht nur im Rahmen ihrer Familienbande wie auch als selbstbewusste Frauen Seite an Seite, sondern zeigen auch in ihrem künstlerischen Miteinander diese besondere Nähe, die sie verbindet, inspiriert, gegenseitig beflügelt und zu ihrem ersten Buch animierte.
Im März 2006 habe ich den Augen Auf Verlag gegründet. Der Name macht mich stolz. Ich habe ihn kreiert, wie so viele meiner Buchtitel. Seit 18 Jahren veröffentliche ich Bücher, Hörbücher, immerwährende Jahreskalender und widme mich besonderen Projekten.
Der Augen Auf Verlag lebt durch meine Menschen, die mir vertrauen, mir ihre Texte und Fotografien zur Verfügung stellen, mit mir gemeinsame Veranstaltungen planen und durchführen.
In den 18 Jahren bin ich mit meinem Verlag gewachsen. Ich habe viel Wissen hinzugewonnen. Mein bisheriger Weg ist durch wundervolle Begegnungen geprägt. Einen Verlag mit allem Drum und Dran zu führen, ist keine einfache Angelegenheit. Wie oft bin ich zerrissen, weil die Aufgaben in mir immer wieder die Frage aufbrachen: Was bin ich denn jetzt? Autorin, Lektorin oder Verlegerin.
Es war jedoch nicht nur immer kreativ, spannend, inspirierend. Es gibt Menschen, die mich in ungesunde Abhängigkeiten hineinprotegieren wollten. Es gibt energiefressende Menschen und es gibt Egoisten. Das zu erkennen, war meine Lernaufgabe. Meine Haltung war und ist die: Auf Augenhöhe können wir vieles gemeinsame schaffen. Es ist wundervoll, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, kleine Netzwerke aufzubauen, win-win-Situationen herzustellen.
Liebe Nina Feldgrill, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus
Ich stehe meist früh auf, trinke Kaffee und fahre dann entweder auf die Uni oder in die Musikschule, um zu unterrichten. Je nachdem, wie es die Zeit zulässt, übe ich davor, danach und/oder zwischendurch. Wenn ich nicht selbst am Abend spiele, gehe ich gerne auf Konzerte, treffe Freunde oder genieße einen gemütlichen Abend mit meinem Freund.
Nina Feldgrill ist eine in Wien geboren und lebende E-Bassistin.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wenn man über das derzeitige Weltgeschehen nachdenkt, fällt es oft schwer, sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen. Deshalb ist es, denke ich, wichtig, das persönliche „Ventil“ zu kennen, durch das man, zumindest kurz, Sorgen in den Hintergrund schieben kann und das einem Freude bereitet. Für mich ist es das Bassspielen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Es ist wichtig, auch schon kleine Dinge, die zu einer besseren Zukunft beitragen können, in den persönlichen Alltag zu integrieren (z.b. Stichwort „Klimaschutz“) und es wertzuschätzen/zu unterstützen, wenn sich andere für etwas aktiv einsetzen. Kunst ist dabei gesellschaftskritisch, regt zum Nachdenken an und/oder dient hoffentlich auch dem ein oder der anderen als sein/ihr „Ventil“.
Was liest Du derzeit?
„Shunas Reise“ – Hayao Miyazaki
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Nicht aus diesem Buch – sondern von Heinrich Heine:
„Wenn die Worte aufhören, beginnt die Musik.“
Nina Feldgrill, E-Bassistin
Vielen Dank für das Interview, liebe Nina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Nina Feldgrill, E-Bassistin
Zur Person _Nina Feldgrill ist eine in Wien geboren und lebende E-Bassistin. Sie schloss ihr künstlerisches Bachelorstudium in Jazz-Bass an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) ab und studiert derzeit ihren Master an der Jam Music Lab University, sowie das Instrumental-Pädagogik-Bachelorstudium an der MUK. Seit 2022 unterrichtet sie an der Joe Zawinul Musikschule in Gumpoldskirchen.
Nina leitet ihre eigenen Projekte, wie etwa das Fusion-Jazz Quartett river, als auch das Duo-Projekt Unterköfler/Feldgrill und ist Teil mehrerer Formationen, wie VIBERQUEEN, dem Emma Robatjazy Project oder Planet Yoni.
Nina Feldgrill hat bereits seit jungem Alter die Ehre, mit Größen der österreichischen Jazzszene in den unterschiedlichsten Projekten zusammenzuarbeiten, darunter mit Thomas Kugi, Herwig Gradischnig, Oliver Gattringer, Mario Gonzi, uvm.
Zur Person _Pascal Groß ist Schauspieler und Sprecher mit langjähriger Bühnenerfahrung. Bereits während seiner Ausbildung an der MUK Wien (ehemals Konservatorium) bekam er Engagements am Theater der Jugend Wien, den Festspielen Rosenburg und dem Tiroler Landestheater Innsbruck, wo er dann auch Ensemblemitglied war. Nach seinem vierjährigen Engagement am Landestheater Niederösterreich unter der Leitung von Bettina Hering arbeitete er als freier Schauspieler am TdJ, den Salzburger Festspielen, den Meraner Festspielen, dem Schauspiel Frankfurt und dem Burgtheater.
Er ist Gründer von ‚Theater Daheim‘ und aktiv mit dieser, seiner Version des „fahrenden Theaters“, in Österreich unterwegs. Die Grundidee besteht darin, zu den Menschen nach Hause zu kommen die nicht mehr ins Theater gehen können und in ihrem Wohnzimmer Theater zu spielen. Mittlerweile wird Pascal von der Agentur Schobesberger (Schobesberger Management) vertreten und kann individuell gebucht werden. Er spielt auch in Vereinen, Firmen, Hotels und auf Märkten und Messen und hat ein vielseitiges Programm anzubieten. Der soziale Aspekt seiner Arbeit kommt wohl durch seine Ausbildungen zum staatlich geprüften Sozialassistenten und Elementarpädagogen und diese führten ihn vom Kindertheater über den Kindergarten bis hin zum PensionistInnenklub, sei es als Theatergruppenleiter oder Teil des pädagogischen Personals.
Seit Oktober 2023 unterrichtet er im Fach Körperarbeit an der filmschool vienna. Die langjährige Hingabe zur Kampfkunst und die damit verbundenen Fertigkeiten nutzt er aktiv in seinem Unterricht. Neben den sportlichen Aspekten und Auszügen aus Judo, Shaolin Kung Fu und Kickboxen geht es um die Bewusstmachung des eigenen Körpers und des Körpers im Raum.
Pascal Groß arbeitet Seite an Seite mit der Regisseurin und Autorin Mona May zusammen die glücklicherweise auf dem Weg der Genesung dahin schreitet. Sie schrieb für sein Theater Daheim das berührende Stück: „Wilhelm schwebt“ welches am 12.04.24 im Zentrum P.U.U.N. Welturaufführung feiern wird
Lieber Steve Rasnic Tem, what does your daily routine look like now?
I get up at 8 AM, answer emails, write for a few hours, then lunch. After lunch I generally take a nap. The rest of the afternoon is taken up by reading, some writing, and the usual random business writers have to attend to which doesn’t involve actually creating fiction. After dinner I either write more or I watch a movie. I usually see two movies a week in theaters, plus another two or three on television.
Steve Rasnic Tem, writer
What is particularly important for all of us now?
It depends on one’s age and stage of life. I’m 73, and a widower who lives alone, although I have 4 adult children, 7 grandchildren, and 2 great-grandchildren who live nearby. My life has changed considerably since my wife died. Like most people, I try to live a meaningful life. I try to write about the things which move me. Being emotionally engaged in the world is essential to me. When I read or watch anything I want to be moved to laughter or to tears. I want to feel things.
We live in perilous times. Political division and climate change seem to be our biggest challenges. I expect in the coming decades the plight of climate refugees will become central to our existence, especially as we see friends and neighbors, people from our own countries, becoming such refugees. It’s an issue we need to start coming to terms with.
We will now all be faced with a start, a new beginning. What will be essential and what role will literature and art itself play?
I believe that literature and art (including film and television) are important ways in which people learn empathy, or at least expand their powers of empathy. Empathy, I’m afraid, has often been in short supply. But we need it now—in our institutions and in our personal lives—more than ever.
What are you currently reading?
Tim Lebbon’s novel Among the Living, new works by Claire Keegan and Kelly Link, The Dark online magazine, John Englander’s Moving to Higher Ground (nonfiction, about the changes we must make to accommodate sea level rise).
Which quote or text impulse would you like to give us?
“Man seeks for drama and excitement; when he cannot get satisfaction on a higher level, he creates for himself the drama of destruction.” – Erich Fromm, The Anatomy of Human Destructiveness.
I use this quote at the beginning of my novel Ubo, a meditation on violence. I close the novel with another quote from Fromm:
“Love is the only sane and satisfactory answer to the problem of human existence.” – Erich Fromm, The Art of Loving
Thank you very much for the interview, dear Steve, all the best for you writing Projects and you in these days!
5 questions on artists:Steve Rasnic Tem, writer
Zur Person _ STEVE RASNIC TEM, wurde 1950 in Jonesville, Virginia geboren. Er hat Anglistik und Kreatives Schreiben studiert. Seit 1974 lebt er in Colorado. Bereits in den Siebzigern erschienen erste Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien, 1987 sein erster Roman „Excavation“. Seither hat er sieben Romane, fast fünfhundert Kurzgeschichten sowie Gedichte und zwei Anthologien als Herausgeber veröffentlicht.
Zuletzt erschien unter dem Titel „Rough Justice“ (2023) eine Sammlung seiner Crime-Storys. Ein selbst zusammengestelltes Best Of seiner Geschichten erschien 2019: „Figures Unseen. Selected Stories“. Seit den frühen Nullerjahren sind fünfzehn Sammlungen mit Tem-Storys auf Englisch erschienen, bereits in den Neunzigern erschienen seine Texte auf Französisch und in der Folge in zahlreichen weiteren Übersetzungen. Für seine literarische Arbeit wurde Tem mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt u.a. den World Fantasy Award, den British Fantasy Award und viermal den Bram Stoker Award. Viele Texte schrieb er gemeinsam mit seiner Frau Melanie Tem (1949-2015), mit der zusammen er auch den Creative Writing-Ratgeber „Yours To Tell“ verfasste.
Steve Rasnic Tem schreibt in fast allen Genres, im Zentrum seiner Arbeit stehen allerdings Horror und Weird Fiction, und er erweitert die Genregrenzen konsequent. Dabei hat er schon früh einen ganz eigenen Sound entwickelt, der längst unverwechselbar ist. Tem ist eine herausragende Stimme der amerikanischen Gegenwartsliteratur und ein Meister der Kurzgeschichte, wird von Schriftstellerkollegen regelmäßig gefeiert und wurde u.a. mit Kafka, Carver und Bradbury verglichen.
Aktuelles Buch _ Steve Rasnic Tem – Das langsame Fallen von Staub an einem ruhigen Ort. Erzähltes. Literatur Quickie Verlag. Hamburg.
Liebe Helga Loddeke, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Cafe, Zeitung, MOMA=Morgenmagazin, weiter an meinem fünften Gedichtband EINSICHT schreiben. Meine Lesungen vorbereiten.
Einsicht 1
Es existiert
ein kleiner
Muskel
neben dem
Herzen
ein Arbeitsmuskel
der darf nicht
überstrapaziert
werden
Wie die Liebe.
Die Zuneigung.
Die Sympathie.
Der Geiz.
Sonst schmerzt
es gewaltig
Einsicht muss sein
Einsicht,
dass es eine
bessere Aussicht
geben wird,
auch als
älterer Mensch
Immer
Helga Loddeke, Einsicht. Gedichte (folgende)
Helga Loddeke, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Friede!
Einsicht 9
I would
like to say
good
bye to
Alina
Yes
I will search her
Icedreams
Fonteyn
Groede
Netherlands
Alina come:
Have a good
Journey
at Home
She is so friendly
I am sad
about
this
Ukrainian
War
draußen
sitzen
einheimische
ältere
Männer
eher
Mittelalter
so um
die 50
braungebrannte
Händler
Seefahrer
Groede
Pfingsten 2023
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Auf meinen Lesungen trage ich u.a. politische Gedichte vor, indem ich Demagogen ins Visier nehme.
Was liest Du derzeit?
Ein Leben und eine Nacht, Roman von Anne Griffin
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Einsicht 10
Das Glück
Blut ist
dicker
zarte
Feigenknospen
geschlossene
Magnolienblüten
weiße
purpurne
zarte Streifen
sattes Glück
mit den
Enkelkindern
zu sein
another day in Paradise
Einsicht
die kleinen Beine
von
#Millapopila
ihr zartes
Gesicht,
wie sie
verschmitzt
unter
der Couch
hervorlugt
sich wieder
versteckt
Oma, wo bin ich?
Glücks-
Einsicht
Helga Loddeke, Einsicht. Gedichte
Helga Loddeke, Schriftstellerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Helga viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Helga Loddeke, Schriftstellerin
Zur Person _ Helga Loddeke, in Quakenbrück geboren. Lehre als Schaufenstergestalterin in Quakenbrück Abitur auf dem 2. Bildungsweg [Zentralabitur in Bayern] BWL Studium, Abschluss Diplom-Kauffrau Verheiratet. Mutter einer Tochter [*1982]. Zwei Enkelkinder in München Von der Schmückerin zur Diplom-Kauffrau zur Autorin. Arbeit als Projektleiterin in Internet- und eCommerce Start-ups.
2008 Mitarbeit an der Eichbaumoper in Mülheim an der Ruhr: Idee raumlabor berlin. Libretto U-Afrika und Kurzgeschichten zum Thema Heimat. Aufnahme meiner drei Gedichtbände PANDEMISCHE VERSE, AHA-LOST und HÜGEL als museale Dokumentation der Corona-Krise in den Bestand des „Haus der Geschichte“ in Bonn https://www.hdg.de/haus-der-geschichte/
Viertes Buch ZEITENWENDE. Gedichte. erschienen 2023 Mehrere Lesungen 2019-2024 von Poems bislang: Mülheimer Lesebühne. Kreativ:Klasse Theaterpassage Essen. Medienbunker Duisburg. JesusChris Galerie Essen. Rick´s Cafe, Mülheim. Villa Kampschulte, Essen. Wissenschaftspark Gelsenkirchen. untergrundgefluester.de. MetropolenGarten Gelsenkirchen. galerie#23 Langenberg. Forum Kunst & Architektur, Essen. kulturraum_werkstatt, Gelsenkirchen Live Lesung aus dem Lyrikband PANDEMISCHE VERSE #DUstreamst Helga Loddeke übertragen am 25.07.2020 aus dem Medienbunker Duisburg Live Lesung Villa Kampschulte, ab 2019 Essen Live Lesung 11.08.2020 JesusChris Galerie, Essen Erste digitale Mülheimer Lesebühne am 30.04.2021: https://www.youtube.com/watch?v=h6GVMDX92mE&t=7s Live Lesung 21.10.2021 Vernissage FUCK YOU CORONA, Fotografische Positionen zur Pandemie, Wissenschaftspark Gelsenkirchen Online Lesung 09.04.2022 untergrundgefluester.de @untergrundgefluester_de Live Lesung 06.08.2022 Literatur-Festival MetropolenGarten, Gelsenkirchen Live Lesung 21.08.2022 galerie#23, Langenberg Live Lesung 28.01.2023 Forum Kunst & Architektur, Essen Live Lesung 30.04.2023 galerie#23, Langenberg Live Lesung 20.05.2023 Villa Kampschulte, Essen Live Lesung 24.11.2023 Unperfekthaus, Essen Live Lesung 28.01.2024 Forum Kunst & Architektur, Essen Live Lesung 12.04.2024 kulturraum_werkstatt, Gelsenkirchen Live Lesung 09.06.2024 Villa Kampschulte, Essen
Publikationsliste
A U T O R I N HELGA LODDEKE
Helga Loddeke: PANDEMISCHE VERSE – nominiert für den Förderpreis 2021 Literaturbüro Ruhr – Gedichte. ISBN 978-3-752975-64-2, 148 SEITEN, epubli, 2020, 7,99€ Helga Loddeke: AHA-LOST. Gedichte. ISBN 978-3-754153-43-7, 276 SEITEN, epubli, 2021, 12€ Helga Loddeke: HÜGEL. Gedichte. ISBN 978-3-756514-38-0, 240 SEITEN, epubli, 2022, 11€ Das „Haus der Geschichte“ in Bonn https://www.hdg.de/haus-der-geschichte/ hat meine drei Bücher als museale Dokumentation der Corona-Krise in seinen Bestand aufgenommen.
Preis Literarischer Wettbewerb. Shortstory: 38 Grad, unbeschwerte Lust. WORTE WANDELN SICH. Einmalige Anthologie rund um das Grafische Gewerbe, Sonderdruck, Dezember 2022, Seiten 53-56, Berlin 10 €. Helga Loddeke: ZEITENWENDE. Gedichte. ISBN 978-3-757536-08-4, 108 SEITEN, epubli, 2023, 9,00 €
Bei meinen Einzelveröffentlichungen handelt es sich mehrheitlich um einzelne Poems oder Poem- Zyklen in Anthologien. Beiträge ab 2020:
ZWISCHEN DEN SIRENEN. MIT POESIE DURCH PANDEMIE, ISBN 978-3-7529-5329-9, Anthologie Sternen Blick, Berlin 2020, Seiten 64-65 Auf Pfaden im Regenwald. Grüne Erzählungen und Gedichte, ISBN 9783755797524, Literaturpodium [Hrsg.], Dorante Edition, Berlin 2022, Seiten 309-310 Ektase, Paradiesäpfel und viele Küsse: Erotische Erzählungen und Gedichte, ISBN 9783756220939, Literaturpodium [Hrsg.], Dorante Edition, Berlin 2022, Seiten 77-80 Brandenburger Landschaften: Gedichte, ISBN 9783756218370, Literaturpodium [Hrsg.], Dorante Edition, Berlin 2022, Seiten 253-261 Was ich gestern … Was ich heute … ESSEN unterWEGs, ISBN 978-3-86685-905-0, Artur Nickel [Hrsg.], Geest-Verlag, Vechta 2022, Seite 45 Fest verbunden für immer. Erzählungen und Gedichte über Freundschaften und Begegnungen, ISBN 9783756820214, Literaturpodium [Hrsg.], Dorante Edition, Berlin 2023, Seiten 415-426 Ukraine: blau und gelb. Gedichte, ISBN 10.3746092264, Literaturpodium [Hrsg.], Dorante Edition, Berlin 2023, Seiten 210-219 Wie ein Vogel zu fliegen, ISBN 978-3-7543-1615-3, Anthologie Sternen Blick, Berlin 2023, Seite 56 Die Welt erschreiben, ISBN 978-3-902964-58-8, Mackinger Verlag, Austria, Bergheim 2023, Seiten 85-91 Berge und Sichten, Gedichte, ISBN 9783758326998, Literaturpodium [Hrsg.], Dorante Edition, Berlin 2024, Seiten 265-275