„Ich träume von einer Welt, in der wir uns als große Familie organisieren“ Miriam Strasser, Performance Künstlerin _ Wien 1.3.2024

Liebe Miriam Strasser, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Das ist immer ein bisschen anders, da ich seit ca. zwei Jahren mit einer fiesen Autoimmunkrankheit lebe, die mir meine gwohnte Routine nicht mehr erlaubt… Davor habe ich jeden Morgen „Morningpages“ geschrieben, danach eine Stunde Poweryoga und 15-30 Minuten TaiChi und/oder Shaolin QuiGong gemacht und dann war es tagesabhängig, was ich danach machte. Leider habe ich aufgrund meiner Krankheit nicht mehr genug Kraft, diese Routine zu verfolgen. Wenn ich einen ganz schlimmen Tag habe und mich ein Schub quält, komme ich nicht mal aus dem Bett heraus… Das war ein sehr schmerzhafter Prozess, diese Diagnose zu aktzeptieren und damit leben zu lernen. Vor allem weil ich Jahre meines Lebens lang gefühlt endlos Energie hatte und mich unangreifbar gefühlt habe.

MIRIAM STRASSER http://www.soulmove.org
Performing Artist
Physical Storytelling, Hybrid-Performance
Outside-Eye-Direction, Cultural Work
Clown, Butoh, Butoh-Clown _
 Miriam Strasser ist freischaffende Performance Künstlerin und Kulturarbeiterin mit einem wissenschaftlichen Hintergrund in biologischer Anthropologie (BSC) und Lebensmittelpunkt in Wien _

Foto/folgende _ Station bei Malina/Ingeborg Bachmann _
acting „Eiskönigin“ Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _ Eislaufverein/Wien _
Walter Pobaschnig.

Im Moment geht es mir aber ganz gut und ich arbeite eigentlich jeden Tag an meinem aktuellen Projekt „Bewusstsein in Beziehung: Homo Kemoni“. Das heißt ich lese, denke, schreibe, kommuniziere und organisiere viel. Jetzt startet die Projektphase so richtig an und Ende März bin ich auf der ersten Artist in residency zur choreografischen Entwicklung. Eigentlich arbeite ich bereits seit letztem Sommer an dem Projekt und langsam schlägt es Wurzeln und beginnt zu wachsen. Diese Phase kann ich immer sehr genießen. Die allererste Visionsphase ist auch immer sehr schön – wenn der Geist in den höchsten Sphären schwebt und voller Inspiration ein neues Projekt erträumt.

Die Phase in der es dann darum geht das Projekt auf den Boden zu holen empfinde ich meist als sehr anstrengend… Sobald es aber eben beginnt Wurzeln zu schlagen und zu wachsen fühlt es sich wieder richtig gut an und ich kann dann eine zeitlang zufrieden und stolz sein.

Dann kommen aber noch einige anstrengende Phasen, bis zur Geburt und der großen Erleichterung und Freude, die damit einhergeht.

Außerdem gebe ich immer wieder Workshops in Clownerie und Improtheater, Privatunterricht in Butoh-Tanz, gehe regelmäßig mit meinem Hund in die Natur und verbringe Zeit mit meinem Pflegepferd. Ich liebe es in der Natur zu sein. Dort kann mein Geist am leichtesten Frieden finden und ich kann der Stille lauschen und ganz weit werden. Gemeinsam mit Tieren finde ich es noch schöner. Vor allem Pferde haben mit ihrer unglaublichen Sensibilität einen guten Einfluss auf mich, denn um ihnen auf Augenhöhe zu begegnen braucht es unglaublich viel Achtsamkeit und Bewusstheit. Hunde sind einfach eine gute Unterhaltung, mit ihrem Humor und ihrer Lebensfreude.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ganz ehrlich: auf der persönlichen, Individuellen Ebene ist das SPIELEN! Wenn wir spielen sind wir präsent, wir aktivieren unsere emotionale Intelligenz. Spielen macht uns zu ganzheitlichen Wesen. Beim Spielen setzt der Körper Botenstoffe wie Katecholamine und körpereigene Opiate frei, die zum einen für Wohlbefinden sorgen, zum anderen aber auch die Synapsenbildung im Gehirn anregen. „Spielen ist Dünger für das Gehirn“, sagt auch der Hirnforscher Gerald Hüther. Aus der Gehirnforschung weiss man, dass völlig absichtsloses Spielen für die besten Vernetzungen im Gehirn sorgt. Durch das Spiel können sich im Gehirn möglichst viele Netzwerke miteinander verbinden, die sonst, im Zustand der fokussierten Aufmerksamkeit, nie miteinander verknüpft sind. Das Spiel öffnet quasi hundert Schubladen. Wir kommen auf ganz neuartige Ideen und Lösungen. Wir bekommen mehr Lebensfreude, spüren uns wieder selbst, bleiben kreativ. Wir sollten alle Spiele spielen, die Menschen zusammenführen, sie der alltäglichen Welt der Sorge entreissen und erlauben, Gefühle und Emotionen zu zeigen, die im Alltag oft verschüttet sind. Die Schauspielerei etwa. Aber auch die Clownerie. Oder „einfach“ Brettspiele, wie Activity. Oder gemeinsam frei musizieren. Die Beispiele, die ich aufführen könnte, sind endlos! Allen Eltern möchte ich ans Herz legen: lasst eure Kinder spielen, so frei wie möglich, denn spielen ist selbstorganisiertes, intrinsisch gesteuertes Lernen. Diese Art des Lernens ist entscheidend dafür, wie gut sich ein Menschenkind später in der Welt zurechtfindet. Damit das riesige Potential an Vernetzungsmöglichkeiten im Gehirn möglichst gut stabilisiert werden kann und die Talente der Kinder zur Entfaltung kommen, müssen sie so lange wie möglich spielen zu können. Und am besten ist es, ihre Eltern, und auch alle anderen Erwachsenen, spielen mit! Ich bin ja nicht ohne guten Grund Schauspielerin, Performancekünstlerin, Butoh-Tänzerin und Clownin geworden – das war eine wissenschaftlich fundierte Entscheidung! Ich liebe es den Raum zu öffnen, damit Menschen sich treffen und miteinander Spielen können – das habe ich deshalb auch zu meinem Beruf gemacht.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Ich denke es ist höchste Zeit zu begreifen, dass wir eine große Menschheitsfamilie sind und endlich auch dementsprechend zu handeln. Wir haben das Wissen, die technologischen Mittel und ausreichend gute Konzepte, um den Neoliberalismus zu überwinden, aus dem gehetzten Egoismus auszusteigen und ein System zu erschaffen, in der „Mensch“ Teil eines Kreises ist und alle anderen Lebewesen gleichwertig mitdenkt, anstatt sich als „Krone der Schöpfung“ zu inszenieren, um damit die stattfindende Ausbeutung zu rechtfertigen. Die Kunst kann dabei viele Rollen einnehmen: sie kann erinnern, aufrütteln, inspirieren, trösten, transformieren, aufheitern, kritisieren… das alles darf und soll sie auch. Ich würde mir wünschen, die Kunst würde wieder als „normales Artverhalten“ der Menschen gesehen werden und nicht als etwas, in dem es gilt besser zu werden.

Wir kommen alle als Künstler*innen auf die Welt – in uns schlummern Musik, Geschichten, Formen, Bilder, Tänze und Lieder. Kunst spült den Staub von unserer Seele, lässt uns leuchten, lebendig sein.

Miriam Strasser_ButohClown_Homo Kemoni_

Wenn wir alle unsere Ressourcen und Mittel auf eine faire, nachhaltige Weise einsetzen würden, könnten wir alle gut leben und hätten ausreichend Zeit, um täglich Kunst zu machen. Einfach so, aus einem natürlichen inneren Antrieb heraus. Nennt mich ruhig einen Hippie aber ich wünsche mir eine Welt, wie sie in dem Film „Der grüne Planet – Besuch aus dem All“ (Original: „La belle verte“) von 1996 gezeichnet wird, denn wir brauchen kein Wirtschaftswachstum, wir brauchen einen ethischen Welthandel, wir brauchen einen Wertewandel, damit die relevanten Kurven abgeflacht werden wie: Flächen-, Energie- Ressourcenverbrauch, Emission von Treibhausgasen, Gefährdung und Ausrottung von Arten; Wir brauchen außerdem: Gesundheitsschutz durch öffentlichen Verkehr und kürzere Wege, eine Gemeinwohl-Orientierung des Gesundheitssystems, eine Regionalisierung und Biologisierung der Ernährungsgrundlage…

Jetzt muss ich leider ausufern, denn ich denke wir brauchen eine neue große Erzählung und sollten uns die Frage stellen: „Was für einen Epos wollen wir als Menschheit erzählen?“ Ich träume dabei von einer egalitären Welt, in der alle über ihren Bauchnabel hinaus sehen, sich in Verzicht üben, als friedliche Weltgemeinschaft koexistieren; Ich träume von einer Welt, in der wir uns als alle miteinander verwandt verstehen, als große Familie organisieren- Was biologisch gesehen auch stimmt, also dass wir alle sehr viel verwandter miteinander sind, als ihr euch vielleicht denkt…“Systemerhaltend”, und somit wirklich wichtig, ist relativ wenig Arbeit, wie sich zeigte, weshalb ich den Vorschlag unterbreite: wie wäre es denn, wenn sich die gesamte Gesellschaft die Systemerhaltungsarbeit zu gleichen Teilen untereinander aufteilt? Dann arbeiten alle ziemlich wenig – eben so viel, wie notwendig ist, und haben jede Menge Zeit, um zu tun was sie wirklich freut. Wir wären alle SystemerhalterInnen, mit dem gleichen Grundeinkommen, und das Prekariat wäre mit einem Schlag abgeschafft. Wir investieren in die nächste Generation, bereiten sie auf die wahren Herausforderungen ihres Lebens vor: nämlich klarzukommen in riesigen sozialen Gruppen die wir Menschen als Gesellschaften bilden, deshalb sollten wir an die nächste Generation Fächer weiter geben wie: Meditation, Angstüberwindung und Kommunikation, Konfliktmediation, Selbstfürsorge und medizinisches Grundverständnis, Pflanzenkunde, Kreislauflehre, Grundlagen des Nahrungsanbau, Friedensforschung, Selbstausdruck durch Kunst und seelische Gesundheit. Denn das sind die wichtigen, großen Themen in denen wir humanitär versagen, mit denen wir uns als Menschheit selbst gegen die Wand fahren… Lassen wir doch Fabriken, Luxusgüter, Fernverkehr – vor allem Schiff und Flugzeug – links liegen, nehmen uns selbst den Leistungsdruck, geben uns mit dem Wichtigsten zufrieden. Am liebsten wäre mir, wir lösten alle Landesgrenzen auf, geben jedem Menschen den gleichen Pass, da steht “WeltenbürgerIn” drauf, das Gemeinwohlökonomie System breitet sich überall aus, wir steigen aus den unnachhaltigen Energiequellen aus und besinnen uns darauf, dass wir auf einem geothermischen Kraftwerk leben – ich denke, eine autarke Energierevolution ist die Grundlage für ein neues System!

Wir Menschen haben eine enorme Schöpfungskraft und wo ein Wille, da ist immer auch ein Weg wir können überall hin, in jedes erträumbare System – sieh uns doch mal an! Die Geschichte der Menschheit begann mit einer handvoll Jäger und Sammler, die sich gemeinsam an den jetzigen Punkt gebracht haben. Unglaubliche Dinge sind geschehen, wir sind ins Weltall geflogen, haben die Erde von oben gesehen, den Mond betreten, Fotos gemacht von beinahe allen Planeten in unserem Sonnensystem! Doch nicht alle unsere Erfindungen müssen weiterbestehen, unsere Leben können auch mit weniger weiter gehen. Es KANN ein System der Nachhaltigkeit, des Wohlwollen und Gemeinwohl geben! Wir sollten beginnen, davon zu träumen, beginnen darüber zu reden!

Butoh

Was liest Du derzeit?

„The Hidden Spring – A Journey to the Source of Consciousness“ von Mark Solms und zusätzlich jede Menge wissenschaftliche Papers über das Thema „Bewusstseinszustände“, da ich mich derzeit noch in der Researchphase für mein internationales, mehrsprachiges, interdisziplinäres, künstlerisch-wissenschaftliches Theater-Performance-Projekt „Bewusstsein in Beziehung: Homo Kemoni“ (Consciousness in Relation: Homo Kemoni“) befinde, welches am 20.September 2024 in der Theater Arche in Wien Premiere feiern wird. Zum Glück ist eine meiner Schwestern noch im Studium und auf der Uni Wien inskribiert. Über sie habe ich Zugang zu Publikationen aus den Universitären Datenbanken. Das ist unglaublich spannend und ich habe das Gefühl, ich könnte mindestens zehn Stücke aus dem Material entwickeln. Wobei eigentlich die Selbsterfahrungen noch spannender sind. Doch ich möchte mit diesem Projekt zeigen, dass es wissenschaftliche Erklärungen gibt und die Neurowissenschaften messbare Vorgänge im Gehirn gefunden haben, die sich nachweislich mit diesen spannenden Zuständen verbinden lassen. Im Zuge dieses Research erheben wir auch selbst Daten, in einer Kooperation mit der Universität Miguel Hernandez in Spanien. Wir untersuchen dabei, was in unserem Gehirn passiert während wir Butoh tanzen. Ich lerne dabei so viel Interessantes und freue mich darauf, dies in das Narrativ des Stücks fließen zu lassen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„The total number of minds in the universe is one. In fact, consciousness is a singularity phasing within all beings.“ Erwin Schrödinger [Physik-Nobelpreisträger, der mit der Katze.]

Sinngemäß wurde er so übersetzt: „Bewusstsein gibt es seiner Natur nach nur in der Einzahl. Ich möchte sagen: die Gesamtzahl aller »Bewusstheiten« ist immer bloß »eins«.“]

Diesen Gedanken, dass alle lebenden Wesen sich ein Bewusstsein teilen, wir alle miteinander verbunden sind, finde ich sehr stimmig, denn ich habe das oft selbst erlebt. In meinen Träumen aber auch in anderen Situationen während des Wachbewusstseins habe ich das erlebt: Gedankenbilder, die man sich schickt. Eine Art Telepathie. Das ist schwer in Worte zu fassen, weil es ohne Worte passiert… Zum Beispiel, wenn ich auf der Bühne oder in einer Probe mit Kolleg*innen improvisiere – da passiert diese unglaubliche Synchronisierung und alle befinden sich spontan und unabgesprochen in der gleichen Bilderwelt, finden sich im gleichen Wachtraum wieder. Die Atmung und die Bewegungen synchronisieren sich dann. Das ist immer wieder magisch, egal wie oft ich es schon erlebt habe. Das könnte ich jetzt auch noch Seitenweise ausformulieren und beschreiben. Aber ich lasse es damit gut sein.

MIRIAM STRASSER http://www.soulmove.org
Physical Storytelling, Hybrid-Performance
Outside-Eye-Direction, Cultural Work
Clown, Butoh, Butoh-Clown _

 Miriam Strasser ist freischaffende Performance Künstlerin und Kulturarbeiterin mit einem wissenschaftlichen Hintergrund in biologischer Anthropologie (BSC) und Lebensmittelpunkt in Wien _

Foto_Miriam Strasser_Headshot by Michaela Hochrathner_ed. with luminescence aftereffect by Miriam Strasser_

Vielen Dank für das Interview, liebe Miriam, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Miriam Strasser _ Performing Artist _
Physical Storytelling, Hybrid-Performance
Outside-Eye-Direction, Cultural Work
Clown, Butoh, Butoh-Clown

Miriam Strasser ist freischaffende Performance Künstlerin und Kulturarbeiterin mit einem wissenschaftlichen Hintergrund in biologischer Anthropologie (BSC) und Lebensmittelpunkt in Wien _

Zur Person _ MIRIAM STRASSER http://www.soulmove.org

ist freischaffende Performance Künstlerin und Kulturarbeiterin mit einem wissenschaftlichen Hintergrund in biologischer Anthropologie (BSC) und Lebensmittelpunkt in Wien. Als gebürtige Wienerin und Wahl-Spanierin ist sie seit 2014 im Kunst-und Kultur-Sektor aktiv und arbeitet an Projekten zwischen Spanien und Österreich. Sie studierte physisches Theater an der Internationalen Theaterschule Nouveau Colombier in Madrid. Hier lernte sie verschiedene Bühnendisziplinen wie Pantomime, zeitgenössischen Tanz, expressive Maske, Lecoq-Pädagogik, die Suzuki-Methode sowie Viewpoints, Regie und Textanalyse. Des Weiteren formierte sie sich in Clownerie an der Schule für szenische Künste “La Estupenda” und in Butoh-Tanz an der freien Schule für Tanz “Espacio en Blanco” und absolvierte zusätzlich eine Ausbildung zur integrativen Tanzpädagogin an der AGB-Tanz in Österreich.

In ihrem künstlerischen Schaffen forscht sie an der Schnittstelle verschiedener darstellender Künste mit einer Vorliebe für interdisziplinäre, hybride Performance-Formate. Während ihrer Zeit in Spanien war sie Teil der internationalen Kompagnien „Cia. MimoX Teatro“ (physisches Theater) sowie „The Physical Poets“ (Butoh-Tanz) und arbeitete mit dem Verein „ArtKolè“ (Theater für Inklusion) als Darstellerin zusammen. Sie ist Mitbegründerin des offenen Kunsthauses und des gleichnamigen Vereins „La Experimental“ in Barcelona, wo sie 2016 für die Programmierung und Projektkoordination zuständig war.

In Österreich arbeitete sie u.a. mit Will Lopes („Hybrid-Butoh“) und dem feministischen Theaterkollektiv “SAFT” zusammen und bespielte u.a. das Lalish Theaterlabor, als Ort experimenteller Performance-Kunst, sowie das Kosmos Theater in Wien und mit Freiluft-Formaten unkonventionelle Spielräume abseits von klassischen Bühnen.

Mit einer besonderen Vorliebe für das Groteske forscht sie seit 2019 an der skurrilen Butoh-Clown-Figur “Homo Kemoni”. Mit ihrem “Homo Kemoni Project” erarbeitet sie mit Künstler*innen verschiedener Sparten interdisziplinäre Performances und entwickelt derzeit „Consciousness in Relation: Homo Kemoni“, ein internationales Forschungsprojekt zur Erarbeitung einer trans- und interdisziplinären Bühnenperformance, die sich mit der Neurobiologie des Bewusstseins auseinandersetzt und dabei Kunst und Wissenschaft miteinander verbindet. (Gezeigt wird das Stück im Herbst 2024 in der Theater Arche in Wien).

Neben ihrer szenischen Arbeit betreut sie immer wieder Projekte als Outside-Eye-Regisseurin und ist als Kunstvermittlerin und Organisatorin im Kulturbereich tätig. Sie ist aktives Mitglied des „C³-Collective“, und damit im zeitgenössischen Zirkus Bereich unterwegs, sowie Mitbegründerin des „International Clown Lab Vienna“, mit zentraler Vereinstätigkeit im Theater Olè, dem sie bis 2022 als Vereinsvorsitzende vorstand. Seit 2022 leitet sie das Zwischennutzungsprojekt “Villa.Bunter.Hund” in Wien.

In den Jahren 2022 und 2023 war sie als Regieassistentin und Choreografin für körper-theatrale Belange der Ensemblearbeit für die Projekte „100 Jahre Frauenleben“ sowie „Am Beispiel der Kohlrabi“ am Landestheater Niederösterreich engagiert.

Mit ihrer langjährigen Lehrerfahrung und umfangreichen Ausbildung ist sie seit 2023 Dozentin an der „Open Acting Academy Vienna“ und unterrichtet dort Clown- und Improvisationstheater.

In ihrer Freizeit spielt sie gerne Saxophon und Klavier, ist schriftstellerisch tätig und tobt sich grafisch mit experimentellen Kurzfilmen, digital-art sowie Fotocollagen aus.

Fotos_ 1-5 Walter Pobaschnig_Projekt „Malina“ Ingeborg Bachmann; 6 Manuel Waldgeist; 7 Barbara Mair; 8 Carl Maria Dewald; 9 Dino Zigutamve; 10 Miriam Strasser_Headshot by Michaela Hochrathner_ed. with luminescence aftereffect by Miriam Strasser

Walter Pobaschnig _ 27.2.2024

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Die Wittgensteins. Geschichte einer unglaublich reichen Familie, Peter Eigner. Molden Verlag.

Wittgenstein. Ein klingender Name in der Philosophiegeschichte. Ludwig Wittgenstein _ * 26. April 1889  Wien +29. April 1951 Cambridge, Großbritannien _prägte mit seinem Denken der kritischen Reflexion und Zusammenschau von Sprache, Bewusstsein und Metaphysik die moderne Geschichte der Philosophie. Bis heute führt in vielen wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und existentiellen Bereichen kein Weg an diesen genialen  Erkenntniswegen vorbei.

Ludwig Wittgenstein war das jüngste von neun Kindern des Stahl-Industriellen Karl Wittgenstein und dessen Ehefrau Leopoldine (geborene Kalmus). Gebürtig aus Prag wurde die Familie in Wien ansässig und zu einer der einflussreichsten und glamourösesten Familien der Monarchie. Legendäre Feste im Gartenpalais und die Förderung der Kunst mit Persönlichkeiten wie Clara Schumann, Gustav Mahler, Johannes Brahms und Richard Strauss wurden zur Visitenkarte einer Familie, deren persönliche Wege durch Zeit und Sturm bisher nicht in großer Überblicksform dargestellt wurden.

Diese bisherige Lücke österreichischer Industrie- und Gesellschaftsgeschichte füllt nun Peter Eigner, Historiker, Germanist und Professor am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien, mit einer umfassend recherchierten biografischen wie zeithistorischen Darstellung einer Familiengeschichte, die zu einer der bemerkenswertesten der österreichischen Industriemoderne zählt.

Der Autor greift auf zahlreiche Familienquellen persönlicher Erinnerungen in Wort und Bild zurück und verbindet dies wunderbar mit wissenschaftlicher Sachkenntnis. Es entsteht ein sehr anschauliches Bild von Lebenswegen, die einer Galerie gleich vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Voraussetzungen und Prägungen erscheinen und faszinierende Einblicke in Denken, Glück und Erfolg wie Tragik ermöglichen. Hervorzuheben ist dabei auch der unmittelbare Rechercheweg des Autors, der wesentliche noch heute vorhandene Bezugspunkte „der Wittgensteins“ besucht und diese topgraphische Spurensicherung in eine sehr gut lesbare Zusammenschau einfließen lässt.

„eine hervorragende Darstellung der Geschichte einer Dynastie in Glanz und der Tragik der Zeit“

Zum Autor_Peter Eigner

Peter Eigner
(c) Nadine Vietze

Peter Eigner studierte Geschichte und Germanistik und ist Universitätsprofessor am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Wirtschaftsentwicklung der Habsburgermonarchie und die Banken- und Industriegeschichte Österreichs im 20. Jahrhundert.  Molden Verlag

Die Wittgensteins.Geschichte einer unglaublich reichen Familie, Peter Eigner. Molden Verlag.

Hardcover

16,8 x 24 cm; 336 Seiten

ISBN 978-3-222-15082-1

€ 39,00

Molden Verlag


E-Book – EPUB

0 x 0 cm; 336 Seiten

ISBN 978-3-99040-746-2

€ 30,99

Molden Verlag


Walter Pobaschnig 2/24

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„Begeisternde Premiere eines Theaterklassikers!“ „Engel in Amerika“ _ Off Theater Wien 29.2.2024

„Engel in Amerika“ (Tony Kushner) _ Off Theater Wien 29.2. – 3.3.2024

Neuinszenierung Alice Mortsch _

Ensemble: Andrea Müller, Clemens Lüer, Lisa Ringhofer, Michael Meier, Paul Peham, Sarah Schuster, Stefan Krismann

Bühnenbild: Gunther Dörfler

Kostüm: Theo Yang

„Engel in Amerika“ ist ein Theaterkultstück der frühen 1990er Jahre. Dem US-amerikanischen Dramatiker, Drehbuchautor und Schriftsteller Tony Kushner (*New York 1956) gelang dabei eine brillante packende Darstellung der gesellschaftlichen Umstände der AIDS Erkrankung (erste Diagnostik 1981) in den USA der Präsidentschaft von Ronald Reagan (*1911 +2004, von 1981 bis 1989 war er der 40. Präsident der Vereinigten Staaten) und den großen Herausforderungen insbesondere in der queere community und deren sexuellen, religiösen, beruflichen, familiären Identitäten und Konflikten. Das Stück wurde mit dem Pulitzer-Preis und dem Tony Award ausgezeichnet.

„Ich habe Angst und Du hast Angst – ich fürchte mich nicht vor dem Tod. Ich fürchte mich vor dem Leben.“

Jetzt, dreißig Jahre nach der umjubelten Premiere, der auch eine sehr erfolgreiche und ausgezeichnete Fernsehserie mit Al Pacino, Meryl Streep und Emma Thompson folgte, kommt das Stück auch wieder nach Wien.

Und dabei macht die so vielseitige Wiener Regisseurin und Schauspielerin Alice Mortsch den Anfang und dieser gelingt fulminant! Mit großem Spürsinn für die gesellschaftspolitische Brisanz des Stücks – die nach wie vor weltweit aktuell ist – akzentuiert die Inszenierung einen Abend in Dramatik, Humor, Aussage, welcher es schafft beim Publikum wunderbar anzukommen. Das sehr gut abgestimmte Ensemble bringt den Stoff in großer Spiel-, Strahlkraft auf die Bühne und setzt die Szenen mit begeisternder Wirkung. Bühnenbild und Kostüm sind dabei ebenso als sehr gelungen hervorzuheben.

Ein Theaterabend – vor ausverkauftem Haus – eines Kultstückes, das auch 2024 begeisternd ankommt, herzliche Gratulation an Regie&Ensemble wie Bühnenbild&Kostüm und Technik!

„Engel in Amerika“ (Tony Kushner) _ Off Theater Wien 29.2. – 3.3.2024

Neuinszenierung Alice Mortsch _

Ensemble: Andrea Müller, Clemens Lüer, Lisa Ringhofer, Michael Meier, Paul Peham, Sarah Schuster, Stefan Krismann

Bühnenbild: Gunther Dörfler

Kostüm: Theo Yang

„Engel in Amerika“ (Tony Kushner)

Regie: Alice Mortsch

Es spielen: Andrea Müller, Clemens Lüer, Lisa Ringhofer, Michael Meier, Paul Peham, Sarah Schuster, Stefan Krismann

Bühnenbild: Gunther Dörfler

Kostüm: Theo Yang

Technik: On-CORE Entertainment

Premiere Do., 29.2.2024, 19:30 – 21:30

Weitere Spieltermine: Fr – So 1.3. – 3.3. 19:30h

Das OFF Theater, Kirchengasse 41, 1070 Wien, Österreich

https://off-theater.at/

Alle Fotos&Videos _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 29.2.2024

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„Feeling the value of every life, every moment, sincerity“ Ocheredko Art Twins _ Kyiv, Ukraine 29.2.2024

Kateryna Ocheredko_Bucha_linocut_
work size 30x40cm_paper size 39×53 cm_2022

Hi Ocheredko Art Twins, Kateryna & Tetiana Ocheredko, what`s your routine at the moment?

With the start of the war, life changed drastically. Thanks to the help of friends, the director, and colleagues at BreakThru Films studio where we worked, we moved to Poland. From that moment on, we became even more demanding of ourselves: early wake-ups, language courses before work, studio work, part-time jobs after the studio, volunteer projects, creative work on graphics and painting, sports. War motivates us to track our desires, set priorities, and work to the fullest, to be honest and open. This openness is reflected in our work and communication with people.

After moving, it was very difficult to start drawing; for almost 9 months, we created nothing. Pain, like chains, held us back.

One day, we received carving tools and linoleum as a gift and an invitation to create works for the Body and Soul art journal from Corvinus Presse studio. This was a huge support and encouragement to create works, and we started drawing again. We keenly felt the value of those moments when we had the opportunity to create.

Ocheredko Art Twins,
Kateryna & Tetiana Ocheredko, artists _
Kyiv, Ukraine

What`s now particularly important for all of us?

Feeling the value of every life, every moment, sincerity, and mutual assistance, we believe, are crucial now.

Sincerity with oneself and with others, a caring attitude towards life. Understanding that a house can be rebuilt, but life cannot be reproduced. War brings a lot of sorrow and death.

In such a challenging time, it is important to support cultural figures, artists, writers, musicians, scientists. They shape and preserve the culture of the nation.

Top of Form

Bottom of Form

Kateryna Ocheredko_
Mallow_paper_algrafia__30х20см_2022
Kateryna Ocheredko_Our life in your hands_
linocut_work size 25x15cm_paper size 39x27cm_2022
Kateryna_Ocheredko_
50х35см__Trap_linocut_2017
Kateryna_Ocheredko_50х35см__
Gourmet_linocut_2017

New start, new beginning. What will be essential and which roles will art play on society?

One of the main roles of culture is the preservation and transmission of the heritage of previous generations. Thanks to culture, we can learn about the history of our nation, discover its traditions and customs. Culture helps us see the connection with the past and analyze experiences for building the future.

Culture helps shape our identity, understand our place in the world, and strive for self-improvement. It contributes to the development of our intellect, emotional world, and interaction with others. Without culture, our lives would be devoid of meaning and value.

Culture forms the code of a nation, and in turn, helps preserve identity and unite people.

Tetiana Ocheredko_Borodyanka_linocut_
work size 28х42сm_paper size 39x53cm_2022
Tetiana Ocheredko_Kharkiv_linocut_work size 30х42сm_
paper size 39x53cm_2022
Tetiana Ocheredko_Kharkiv_linocut_
work size 30х42сm_paper size 39x53cm_2022
Tetiana_Ocheredko_Silence_
Linocut_30x42cm_2023

What are you reading currently?

In recent years, we have been reading both classical literature and works by contemporary authors. These include works by authors such as Lesya Ukrainka, Serhiy Zhadan, Lina Kostenko, Wladyslaw Reymont, Anton Popov, Andrzej Sapkowski, Donald Thompson, and Robert Kiyosaki.

Kateryna & Tetiana Ocheredko_books

Which quote, text will you propose to us?

No, I want to smile through tears and weeping.,

Sing my songs where evil holds its sway,

Hopeless, a steadfast hope forever keeping,

I want to live! You thoughts of grief, away!

All text

Lesya Ukrainka

«Contra spem spero»

Thoughts away, you heavy clouds of autumn!

For now springtime comes, agleam with gold!

Shall thus in grief and wailing for ill-fortune

All the tale of my young years be told?

No, I want to smile through tears and weeping.,

Sing my songs where evil holds its sway,

Hopeless, a steadfast hope forever keeping,

I want to live! You thoughts of grief, away!

On poor sad fallow land unused to tilling

I’ll sow blossoms, brilliant in hue,

I’ll sow blossoms where the frost lies, chilling,

I’ll pour bitter tears on them as due.

And those burning tears shall melt, dissolving

All that mighty crust of ice away.

Maybe blossoms will come up, unfolding

Singing springtime too for me, some day.

Up the flinty steep and craggy mountain

A weighty ponderous boulder I shall raise,

And bearing this dread burden, a resounding

Song I’ll sing, a song of joyous praise.

In the long dark ever-viewless night-time

Not one instant shall I close my eyes,

I’ll seek ever for the star to guide me,

She that reigns bright mistress of dark skies.

Yes, I’ll smile, indeed, through tears and weeping

Sing my songs where evil holds its sway,

Hopeless, a steadfast hope forever keeping,

I shall live! You thoughts of grief, away!

Ocheredko Art Twins,
Kateryna & Tetiana Ocheredko, artists _
Kyiv, Ukraine

Thank you very much for the interview and your great art, dear Ocheredko Art Twins,
Kateryna & Tetiana Ocheredko, all the best for you in these days!

5 questions on artists:

Ocheredko Art Twins,
Kateryna & Tetiana Ocheredko,Ukrainian artist
s

Kateryna & Tetiana Ocheredko

We are Ukrainian artists, founders of the art duo OCHEREDKO ART TWINS.

We were born on May 12, 1985, in Kyiv, Ukraine. Currently, we reside in Gdansk, Poland, since March 6, 2022.

Since 2012, we have been members of the National Union of Artists of Ukraine.

Since 2007, we have presented 9 solo exhibitions and participated in more than 20 All-Ukrainian and 30 international painting and graphics competitions and exhibitions in Europe, China, the USA, Australia, and Cyprus.

In 2020, for a series of graphic works, we received the „Silver Key Honor Award“ from the Cyprus Museum of Modern Art.

From 2012 to 2018, both of us worked on mosaic compositions for the Transfiguration Cathedral in Kyiv. For this work, we received an award from the Metropolitan of Kyiv and all of Ukraine, the Primate of the Ukrainian Orthodox Church, Vladimir.

From 2016 to 2023, we both worked as artist-animators on animated films such as „Loving Vincent“ and „The Peasants“ at BREAKTHRU FILMS studio in Poland.

Our works are included in museum collections in Cyprus, Ukraine, China, and Egypt.

We work in the fields of painting, graphics, mosaic, and animation.

List of presented works:

1_Kateryna Ocheredko_Bucha_linocut_work size 30x40cm_paper size 39×53 cm_2022(1)

The work was exhibited in the group exhibition „Day After Day,“ Nuremberg, Germany, 2023-2024, and at the 22nd International Print Biennial Varna 2023, Varna, Bulgaria.

2_KATERYNA OCHEREDKO_Weavers. Connections_linocut_40x58cm_2021

The work was exhibited at the International Contemporary Engraving Biennial N-E, Lasi, Romania, 2021, and at the solo exhibition „City and Body,“ Kyiv, Ukraine, 2022.

3_Kateryna Ocheredko_Mallow_paper_algrafia_30х20см_2022

The work was exhibited at the solo exhibition „City and Body,“ Kyiv, Ukraine, 2022.

4_Kateryna Ocheredko_Our life in your hands_linocut_work size 25x15cm_paper size 39x27cm_2022

This work was created for the art magazine „Body and Soul,“ Corvinus Presse, Berlin, Germany, 2023.

5_Kateryna_Ocheredko_50х35см__Trap_linocut_2017(3)

This work is in the museum collection of the Cyprus Museum of Modern Art, Nicosia, Cyprus.

The work was exhibited at the 21st International Engraving Biennial 2024, Marseille, France.

6_Kateryna_Ocheredko_50х35см__Gourmet_linocut_2017(3)

This work is in the museum collections of the China Printmaking Museum, China, and the Cyprus Museum of Modern Art, Nicosia, Cyprus.

7_Tetiana Ocheredko_Borodyanka_linocut_work size 28х42сm_paper size 39x53cm_2022

The work was exhibited in the group exhibition „Day After Day,“ Nuremberg, Germany, 2023-2024.

8_Tetiana Ocheredko_Kharkiv_linocut_work size 30х42сm_paper size 39x53cm_2022

The work was exhibited at the 21st International Engraving Biennial 2024, Marseille, France, and in the group exhibition „Day After Day,“ Nuremberg, Germany, 2023-2024.

9_Tetiana Ocheredko_The way home_linocut_30x42cm_2024

This work was created for the Art Book „Lindwurmischtungen & Berichtigungen“ by Georg Leb, Corvinus Presse, Berlin, Germany, 2024.

10_Tetiana_Ocheredko_Silence_Linocut_30x42cm_2023

11 Art BookLindwurmischtungen & Berichtigungenby Georg Leß, Corvinus Presse, Berlin, Germany, 2024.

11_Kateryna & Tetiana Ocheredko_book_2

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All fotos_  Ocheredko Art Twins,
Kateryna & Tetiana Ocheredko.

Walter Pobaschnig _ 28.2.2024

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„Das Gewicht eines Vogels beim Fliegen“ Dana Grigorcea. Roman. Penguin Verlag.

Das Fest ist in vollem Gange. Musik, Sekt, Tanz…mittendrin Doktor Hines und seine Verlobte Alba…

„Die Scheibe dreht sich. Finger schnippen im Takt, die Pailetten an den Kleidern schimmern, auch die große Schleife über dem Gesäß des Servierfräuleins da vorn. Der volle Saal beginnt zu schwingen…“

Mit Damenwahl geht es weiter und dann folgt die Überraschung des Abends…

Ein Geschenk, dass nun Doktor Hines öffnet und eine Statue kommt zum Vorschein…es ist Alba, die zum Himmel blickt…

Doch alles beginnt doch viel früher…

Zeitwechsel. Dora kommt jetzt mit ihrem Sohn Loris am Bahnhof in Mailand an. Sie ist Schriftstellerin und die Lebensgeschichte des Bildhauers, der Alba in Onyx formte, das Geschenk am Fest, lässt sie nicht los. Und jetzt geht es immer tiefer hinein in Wege des Lebens und der Kunst…

Damals und heute….

Dana Grigorcea, vielfach ausgezeichnete (2015, 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt), in der Schweiz lebende Schriftstellerin legt mit „Das Gewicht eines Vogels beim Fliegen“ einen sprachlich virtuosen, umwerfend spannenden wie hintergründig tiefsinnigen Roman vor, der ganz große Themen des Lebens und der Kunst aufnimmt, zeitlos verbindet und Leserin und Leser Inspirationen und Impulse mitgibt, die nach Entscheidungen, Wegen und Aufbrüchen fragen lassen.

Der Autorin gelingt ein Roman als Kunstwerk, der sich wie die Statue im ersten Kapitel Schleife um Schleife in Neugierde, Reflexion, Witz, voller Wendungen und Überraschungen öffnet und bis zum Ende nicht loslässt.

Wie die Statue zum Geschenk wird, wird es dieser Roman an Leserin und Leser und lässt in ein Labyrinth, einen Irrgarten, ein Spiegelkabinett stürzen, das Kunst und Leben an der pochenden, verzweifelten, hoffenden Seele packt, die Zeit, Liebe und Ewigkeit ausmachen.

Walter Pobaschnig 2/24

„Das Gewicht eines Vogels beim Fliegen“ Dana Grigorcea. Roman. Penguin Verlag.

Gebundenes Buch, Geb. mit SU

224 Seiten | 12,5×20,0 cm

978-3-328-60154-

EUR 24,00 [DE] [inkl. MwSt] | EUR 24,70 [AT] | CHF 32,90 [CH]* (* empf. VK-Preis)

Verlag Penguin

Walter Pobaschnig 2/24

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„Kunst fördert den Dialog, setzt neue Denkprozesse in Gang“ Margit Mohr, Kuratorin _ Nürnberg 28.2.2024

Liebe Margit Mohr, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

So unterschiedlich sich die Tage gestalten, sie beginnen immer mit Bewegung und Yoga. Bis ich morgens den ersten Schluck Kaffee genommen habe, ist das Erste erledigt. Danach arbeite ich zuhause oder im Büro, treffe mich zu Gesprächen in der Stadt.

Ich bin in ganz unterschiedliche Kunst-und Literaturprojekten involviert, wie das jährlichen Literaturfest WortWärts und die Biennale der Zeichnung in der Metropolregion Nürnberg.

Margit Mohr _
Leiterin und Kuratorin des Kulturzentrum KUNO und des Galeriehaus Nord in Nürnberg. 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zu schätzen, dass wir in einer Demokratie leben reicht nicht mehr. Denn es gilt die Demokratie zu schützen und zu verteidigen. In persönlichen Gesprächen, in sozialen Netzwerken. Dafür einzustehen, auf die Straße zu gehen. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Die Ermöglichung und Förderung von Kultur und die Schaffung kreativer Freiräume sind Errungenschaften demokratischer Prozesse unserer Gesellschaft.

Kunst fördert den Dialog, setzt neue Denkprozesse in Gang und trägt dazu bei, die Welt von einer anderen Seite zu betrachten. Im Austausch mit Besucher*innen unserer Galerie erlebe ich selbst, welche Wege das Gespräch über ein Kunstwerk nehmen kann.

GHN_PiaFerm_7. Biennale der Zeichnung der Metropolregion Nürnberg _

Die Kunst der Gegenwart setzt sich oft mit ihrer unmittelbaren Umgebung auseinander, macht sichtbar, was sich dem Wesen nach nicht schrill und laut behaupten kann. Die Literatur steht ihr in nichts nach. Wenn sie ihre Stimme erhebt, kann sie Gehör finden und eine starke Rolle spielen.

WortWärts2023_Robert_Prosser
WortWärts2023_Angela Steidele

Was liest Du derzeit?

Matrix von Lauren Groff, erzählt die Geschichte von Marie, die im 12. Jahrhundert auf Geheiß Königin Eleonores in ein heruntergewirtschaftetes, französisches Kloster eintreten muss, das sie später als Äbtissin gegen innere und  äußere Widerstände verteidigt.

Monster  und Siegerin von Yishai Sarid erzählen in klarer, schnörkelloser Sprache zu Geschichte und Gegenwart Israels.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Die Schriftstellerin Christiane Neudecker stellt in der aktuellen Rubrik „Denk ich an Deutschland“ des DLF fest…, dass die Besonnenheit im öffentlichen Diskurs abhandenkommt. Die Wucht des Wortes wird nicht mehr begriffen…. Sie wünscht sich, dass es ein Innehalten und vor allem ein Nachdenken geben wird, und dass man erst dann redet, wenn man wirklich etwas zu sagen hat.

Vielen Dank für das Interview, liebe Margit, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Margit Mohr _ Leiterin und Kuratorin des Kulturzentrum KUNO und des Galeriehaus Nord in Nürnberg. 

Zur Person _ Margit Mohr _ Leiterin und Kuratorin des Kulturzentrum KUNO und des Galeriehaus Nord in Nürnberg. 

Schwerpunkte meiner Arbeit sind zeitgenössische Bildende Kunst und Literatur. Erststudium Sozialpädagogik, Zweitstudium Kulturmanagement und Kunstgeschichte. 

Seit 2003 entwickle und realisiere ich Interdisziplinäre Veranstaltungsreihen und Kulturprojekte, arbeite vorwiegend mit regionalen, aber auch internationalen Künstler*innen. Netzwerke und Kooperationen in Bildender Kunst und Literatur entstehen und wachsen.

Bildende Kunst

Kunstprojekte „BetonKunst“ und „Tier+Mensch“. 

Seit 2005 ist das Literaturfest WortWärts der literarische Höhepunkt des Sommers in Nürnberg.

Seit 2011 koordiniere ich die Biennale der Zeichnung der Metropolregion Nürnberg.

Literatur

2013+16 Schweizer Literaturtage in Nürnberg, 

Nach ihrem öffentlichen Debüt 2009 läuft die szenische Lesung „Täterinnen – Frauen im Nationalsozialismus“ von und mit Nadja Bennewitz und Jule Schröder bis heute als Schulveranstaltung.

Ich habe Freude daran Neues zu planen und umzusetzen.

Netzwerke und Kooperationen bilden sich gleichermaßen in der Bildenden Kunst und Literatur heran. Bestens gelingt das mit einem guten Team und verlässlichen Partner*innen.

Aktuelle/Kommende Projekte _  

Mingzhe E _ Malerei der Gegenwart

Ausstellungseröffnung: Freitag, den 26. Januar 2024, um 19  Uhr _ Begrüßung: Margit MohrEinführung: Prof. Dr. Naiming Wie (Technische Hochschule Nürnberg)

Ausstellungsdauer: 26.01.-03.03.2024

Öffnungszeiten: Di-Mi 13-16 Uhr, Do – Fr 11-13 Uhr, So 11-16 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter T. 55 33 87.

www.galeriehaus-nuernberg-nord.de

Mingzhe E (geb 1986) studierte europäische Ölmalerei an der renommierten Tianjin Academy of Fine Arts. Erste Ausstellungsbeteiligungen in namhaften Kunstinstitutionen in China und Europa folgten. Für sein Zweitstudium der Freien Kunst kam Mingzhe E an die AdBK Nürnberg, wo er als Meisterschüler von Prof. Jochen Flinzer eine neue malerische Ausdrucksform entwickelte.

Die Serie „Reproduktion“  ist ein zentraler Teil der Ausstellung im Galeriehaus Nord.

Die konzeptionelle Arbeit umfasst mehrere, scheinbar gleichaussehende Gemälde des Werks „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ von Jan Vermeer. Überall findet sich das weltberühmte Motiv,  in Katalogen, Zeitschriften, Prospekten und als Titel auf deren Einbände und Deckblättern.

Mingzhe E hat von verschiedenen Vorlagen reproduziert, die Quellenangaben verweisen auf die Herkunft. Streng und konzentriert hat er Schicht um Schicht, Pixel um Pixel aufgetragen. Seine künstlerisch angelegte Studie ist zugleich eine Herausforderung an unsere Wahrnehmung.

Ausstellungseröffnung: Freitag, den 15. März 2024, um 19  Uhr

Karina Kueffner _REPEAT

Textile Installation und Malerei

Begrüßung: Margit Mohr (Leiterin und Kuratorin)

Einführung: Prof. Dr. Claus Christian Carbon (Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre, Universität Bamberg) Er forscht und arbeitet im Bereich der Kunst, Kunstwahrnehmung und Designwertschätzung.

Die Künstlerin ist anwesend.

Karina Kueffner (*1981) lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Nürnberg.

In den seriellen, textilbezogenen Werken von Karina Kueffner entstehen Kompositionen und raumgreifende Arbeiten, die sich durch Muster, Form und Materialität auszeichnen.

Karina Kueffner Brique 2024 Atelieransicht
Karina Kueffner – Brique 2024 Detail
Karina Kueffner – Pujols 2023

Begleitprogramm:

Donnerstag 28.03.2024, 14.00 Uhr
Gespräch mit Karina Kueffner, moderiert von Margit Mohr

Die Künstlerin wird Einblicke in ihr Werk geben. Offene Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Café Zeitlos, KUNO e.V.

Freitag 12.04.2024, 18.00 Uhr

Drink & Draw – Kunstaktion mit Karina Kueffner

Besucher*innen sind an diesem Abend zu Drink & Draw in der Ausstellung eingeladen. Außerdem wird in einer gemeinsamen Kunstaktion eine großformatige Wandarbeit gestaltet, die inhaltlich Bezug auf die Ausstellung nimmt.

Dienstag 16.04.2024, 18.00 Uhr

Apéro-Führung mit Wicky Reindl

Wicky Reindl, Künstlerin aus Nürnberg, bietet im Galeriehaus Nord am frühen Abend, in entspannter Atmosphäre, spannende Einblicke in die laufende Ausstellung, dazu wird ein Getränk gereicht.

Sonntag 28.04.2024, 14.00 Uhr

Führung durch die Ausstellung mit Künstlerin und Kuratorin

Mittwoch 01.05.2024, 15-19 Uhr

Sonderöffnung zum 1. Mai – Fest im Kulturzentrum KUNO, mit Konzert & mehr. www.kultur-nord.org

Eintritt zu allen aufgeführten Kunstterminen frei

Ausstellungsdauer: 15.03.-01.05.2024

Öffnungszeiten: Di-Mi 13-16 Uhr, Do – Fr 11-13 Uhr, So 11-16 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter T. 55 33 87. Sonderöffnung 1.5. von 15-19 Uhr

www.galeriehaus-nuernberg-nord.de

Alle Fotos_ Heike Hahn;

Walter Pobaschnig _ 27.2.2024

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„Tatort Genfer See. Kaiserin Elisabeth im Fadenkreuz der Anarchisten“ Anna Maria Sigmund. Molden Verlag _ acting Valentina Himmelbauer _ Schauspielerin _ Wien

Valentina Himmelbauer, Schauspielerin _ Wien _ acting „Sisi“ _
Walter Pobaschnig

Es ist ein Leben in Glanz und Glamour der öffentlichen Rolle einer Kaiserin wie dem engen Korsett persönlicher Freiräume und familiärer Tragik.

Ein Spannungsfeld, welche das Leben von Elisabeth, Kaiserin von Österreich – * 24. Dezember 1837 als Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach + ermordet 10. September 1898 in Genf, Schweiz – bis zu ihrem gewaltsamen Tod charakterisiert.

Schon zu Lebzeiten in ganz besonderer Aufmerksamkeit stehend, führt eine Verfilmung, in der Rolle „Sisis“ Romy Schneider, in den 1950er Jahren und den darauffolgenden Rezeptionen, Recherchen und Kunstprojekten (Theater/Musical) zu neuer anhaltender Aufmerksamkeit und neuen Zugängen zu Leben und Gesellschaft der Zeit.

Bisher etwas im Hintergrund bleibend sind dabei die letzten Lebensjahre wie die Umstände des Todes, der Ermordung von Elisabeth wie auch die politische Gefährdung der kaiserlichen Familie in den Jahren davor wie in den Nachwirkungen des Mordes.

Anna Maria Sigmund, promovierte Historikerin und renommierte Autorin, nimmt sich im vorliegenden Buch dieser letzten tragischen Station eines Kaiserinlebens an und begeistert dabei in hervorragender Quellenrecherche in Wort (Lebenszeugnisse, offizielle Polizeiberichte) wie Fotos (Portraits, Bezugs-, Lebensorte), welche Leben und Tod und die damit zusammenhängenden Umstände und Folgen eindrucksvoll öffnen.

Die Aufbereitung, in gewohnter ganz besonderer Verlagsqualität in sensationeller Verbindung von Wort&Bild, ist einmal mehr hervorzuheben und Autorin wie Verlag ist herzlich dazu zu gratulieren.

Es liegt ein Sachbuch vor, das spannend wie informativ zu einer Reise an das tragische Ende eines Lebens führt und dabei biographische, gesellschaftspolitische und kriminaltechnische Fakten und Überlegungen ans Licht bringt.

„Das tragische Ende eines Kaiserinlebens in hervorragender Wort&Bild Recherche und Darstellung.“

Zur Autorin _ Anna Maria Sigmund ist promovierte Historikerin, Mitglied des Instituts für Österreichische Geschichtswissenschaften der Universität Wien und freie Wissenschaftsjournalistin. Sie lebt in Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen, u. a.: „Die Frauen der Nazis I–III“, „Die verschollenen Tagebücher Franz Josephs“, „Des Führers bester Freund“.    Molden Verlag

Sigmund, Anna Maria_
c_Photo_Zimmermann

„Tatort Genfer See. Kaiserin Elisabeth im Fadenkreuz der Anarchisten“ Anna Maria Sigmund. Molden Verlag.

Hardcover

17 x 24 cm; 192 Seiten

ISBN 978-3-222-15053-1

€ 27,00

Molden Verlag


E-Book – EPUB

0 x 0 cm

ISBN 978-3-99040-566-6

€ 21,99

Molden Verlag

Wort&Bild

Valentina Himmelbauer, Schauspielerin _ Wien _ acting Sisi

Alles Fotos_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 2/24

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„Austrian Psycho _ Jack Unterweger“  Malte Herwig. Molden Verlag.

Jack Unterweger. Geboren 1950 in der Steiermark, aufgewachsen ohne Mutter und Vater in der Einschicht des Kärntner Tales. Es ist eine Kindheit ohne Richtung, ein Aufwachsen ohne Zuwendung, Nähe. Als uneheliches Kind kommt er zu seinem Großvater in das dunkle verlassene Tal und diese Dunkelheit setzt sich fest an Seele, Herz, Hand. In der starren Hierarchie von Dorf und Leben findet er keinen Platz, der Perspektiven eröffnen würde. Es bleibt das Dunkle und es folgen Straftaten, die schließlich in einem Mord mündeten und der Verurteilung zu lebenslanger Haft. Hinter Gittern beginnt er zu schreiben und dies dringt nach Außen und findet Anerkennung. Auch Künstler:innen setzen sich für ihn ein und er kommt frühzeitig frei. Nun ist er Gast in Fernsehstudios, besucht im schicken Auto, weißem Anzug das dunkle Tal der Herkunft. Doch im Inneren bleibt Dunkel und Gewalt. Im Zuge einer Mordserie kommt er in Haft, wird verurteilt und nimmt sich in der Nacht darauf in seiner Zelle das Leben.

Sein Leben, seine Taten und die Umstände der letzten Verurteilung finden in zahlreichen Rezeptionen in Theater, Literatur, Film ihren Niederschlag.

Der renommierte Hamburger Autor Malte Herwig öffnet Leserin und Leser in seinem Buch „Austrian Psycho – Jack Unterweger“ das Manuskript eines unbekannten 2023 verstorbenen Autors, der sich dem Leben und Taten Unterwegers widmete und dessen hier vorliegender Text von Malte Herwig abschließend bearbeitet wurde.

Das vorliegende Buch, das in Zeitzeugenberichten, Unterweger Texten, biographischen Stationen, Presseberichten die vielen Facetten der Persönlichkeit Unterwegers und damit einen der berühmtesten Kriminalfälle Österreichs in einer gut abgestimmten mosaikartigen Erzählung zusammenfasst überzeugt in der Konzeption wie Narration.

Das collagenartige Ineinandergreifen von persönlichen Zugängen, Berichten wie verfügbaren Quellen von Zeitzeugen und offiziellen Polizei/Gerichtsquellen trifft das Thema in die Mitte von Fakten wie offenen Fragen. Ein gelungenes Buch, das ein weiterer Mosaikstein, und wohl nicht abschließender, zu einem Leben aus und in Dunkelheit und Gewalt ist.

Zum Autor: Malte Herwig

Herwig Malte, Autor _
(c) Christina Körte

„Malte Herwig lebt in Hamburg. Er ist Autor und Host der Podcasts »Faking Hitler« (Stern) und »JACK. Gier frisst Schönheiten« (NDR). Er hat für das Magazin der »Süddeutschen Zeitung«, »Spiegel« und »Stern Crime« viele prominente Künstler:innen und Kriminelle interviewt. Über manche von ihnen schrieb er danach Biografien: »Françoise Gilot. Die Frau, die Nein sagt« (Diogenes, 2021), »Der große Kalanag« (Penguin Verlag, 2021) und »Meister der Dämmerung: Peter Handke« (Pantheon, 2020).“ Molden Verlag

„Austrian Psycho Jack Unterweger“  Malte Herwig. Molden Verlag.

Hardcover mit SU

12 x 19 cm; 128 Seiten

ISBN 978-3-222-15112-5

€ 18,90

Molden Verlag

E-Book – EPUB

€ 15,99

0 x 0 cm; 128 Seiten

ISBN 978-3-99040-742-4

Molden Verlag

Walter Pobaschnig 2/24

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„Ich fiebere den Stunden des Schreibens geradezu entgegen“ Thomas Frie, Schriftsteller _ Landshut/D 27.2.2024

Lieber Thomas Frie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf hat sich auf den ersten Blick wenig verändert. Ich pendle täglich von meinem Wohnort Landshut zur Arbeit nach München. Nach wie vor arbeite ich gerne in meinem Beruf als Krankenpfleger, auch wenn die Bedingungen schwierig sind.

Seit ich nebenbei schreibe, hat sich mein Tagesablauf aber doch auch verändert. Ich fühle mich dadurch in einem gewissen Sinne in eine andere Welt katapultiert, die es neben der sichtbaren Welt auch noch in mir gibt. Ich fiebere den Stunden geradezu entgegen, wenn ich in diese andere Welt abtauchen kann.

Thomas Frie, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich selbst treu zu bleiben, gerade in einer Zeit, in der die äußeren Einflüsse immer komplexer zu werden scheinen. Gerade jetzt ist es meiner Meinung nach wichtiger als je zuvor, in sich hineinzuspüren, auf seine innere Stimme zu hören, seinem eigenen Gefühl zu vertrauen und sich nicht von den äußeren Umständen verunsichern zu lassen, auch wenn dies wahrlich nicht immer leicht fällt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Das Wesentliche ist, sich bewusst zu werden, wer wir wirklich sind. Ich denke, dass die digitale Epoche, oder das digitale Zeitalter, in dem wir uns befinden, nicht nur positiv gesehen werden sollte. Auch wenn es Vorteile mit sich bringt, so birgt es zugleich die Gefahr, uns immer weiter von unserem Ursprung zu entfernen. Es führt uns immer weiter von unserem Ursprung weg und verhindert damit, dass wir uns selbst als einen Teil des Ganzen erkennen können, der eins ist mit der Natur, der mehr ist als das, was mit bloßen Auge gesehen werden kann.

Der Literatur und der Kunst muss es gelingen, eine Brücke zu schlagen, zwischen der äußeren Welt der Illusion und dem Teil in uns, der sich davon abtrennt. Die Literatur sowie die Kunst können bewirken, dass wir uns selbst nicht vollständig in der äußeren Welt verlieren und darin liegt meiner Ansicht nach ihre Rolle, darin liegt ihre große Aufgabe.

Was liest Du derzeit?

Store Kongensgade 23 von Sören Ulrik Thomsen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es kommt darauf an, meine Bestimmung zu verstehen, zu sehen, was Gott eigentlich will, dass ich tun soll; es gilt eine Wahrheit zu finden, die Wahrheit ist für mich, die Idee zu finden, für die ich leben und sterben will.“

Sören Kierkegaard

Vielen Dank für das Interview, lieber Thomas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Thomas Frie, Schriftsteller

Aktuelle Bucherscheinung_

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 21.2.2024

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„Perspective“ Petra Stefankova, visual artist, _ Give Peace A Chance _ Bratislava/Slovakia 27.2024

GIVE PEACE A CHANCE

G ratitude

I nspiration

V alue

E loquence


P erspective

E nthusiasm

A ltruism

C hance

E nergy


A rt


C ycle

H umour

A nalogy

N otions

C enter

E tics

Petra Štefanková, 24.2.2024

Petra Štefanková, visual artist,
illustrator and designer

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Petra Štefanková, visual artist, illustrator and designer

Foto_ privat

Zur Person _ Petra Štefanková, visual artist, illustrator and designer

Biography: Slovak artist Petra Štefanková studied graphic design and film and TV graphics in Bratislava, Prague and London. She has worked on global advertising, editorial, animation, publishing and fine arts projects. She collaborated with VooDooDog Animation in London on the animated title sequence for the Hollywood film Nanny McPhee 2. She is an author, designer and illustrator of books Moje malé more, Don’t Take My Dreams From Me, Čmáranica a Machuľa. Petra Štefanková is a winner of many awards, such as Channel4’s 4Talent Award 2007, Minister of Culture of the Slovak Republic Award 2019, American Illustration 42 Winner in New York and she is a Life Fellow of the Royal Society of Arts in London. She is currently based in Bratislava, Slovakia.

Aktuelles Buchprojekt mit Hannah Lena Rebel, Autorin, Komponistin, Choreographin_ Wien.

Buchpräsentation in Wien:


Walter Pobaschnig _ 24.2.2024

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