„eine Sprache zu finden und zu verweben: Gedanken, Erinnerungen, Wünsche, Utopien“ Eva-Marie Hanser, Schriftstellerin _ Wien 10.3.2024

Liebe Eva-Marie Hanser, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich unterrichte abends und schreibe unter tags. Am Wochenende bereite ich den Unterricht vor. Zwei Mal pro Woche gehe ich schwimmen und optimiere meine Schwimmtechnik, feine Millimeterarbeit, bei der der Körper wie von selbst die Notwendigkeiten zu erschließen scheint, derer es bedarf, um noch widerstandsloser durchs Wasser zu gleiten.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, sprechen ist wichtig, sprechen im Sinne eines vollen Sprechens, auch wenn es etwas ist, das mir schwerfällt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Zwei Ansätze: Rezeption und Produktion (abseits der Frage nach Aufbruch und Neubeginn):

Die Rezeption von Kunst, Literatur, Film, Musik etc. führt mich an (reale + imaginäre) Orte, zu Assoziationen und auf Pfade, die ich nicht kommen gesehen habe. Unerwartet wird etwas angestoßen und geht mir nicht aus dem Kopf.

Die Produktion gibt die Möglichkeit, den Raum und die Zeit zu denken, eine Sprache zu finden und zu verweben: Gedanken, Erinnerungen, Gegenstände, Beobachtungen, Abläufe (ich liebe Abläufe), Praktiken, Theorie, Ethik, Wünsche, Utopien und allfällig Bescheuertes, das auch auf Äußerung drängt.

Was liest Du derzeit?

Ein Klischee: Tatsächlich lese ich zurzeit „Die Vorbereitung des Romans“ von Roland Barthes, das sich über ein Jahr in dem von mir mittlerweile abgearbeiteten (und wieder erhöhten) Bücherstapels befand. Gerade bin ich beim Wetter: „falscher Referent, der es erlaubt zu kommunizieren“ (S. 82f.) (Kommentar: das Sprechen über Wetter ist/wird existenziell à globale Erwärmung und Klimagerechtigkeit)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Etwas sperrt sich bei mir, wenn ich nach einem Zitat gefragt werde, Leere in meinem Kopf, und dann der Refrain von dem Song „Watching Trees“ von Eleven Pond (1986): „I want to be, in a tree, watching you, watching trees, memories of the trees, watching you, watching trees”

Vielen Dank für das Interview, liebe Eva-Marie, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Eva-Marie Hanser, Schriftstellerin

Zur Person _ Eva-Marie Hanser, lebt in Wien, 2019 Promotion in Theater-, Film- und Medienwissenschaft, diverse Publikationen und Vorträge u.a. zu Theatergeschichte, Industrial Culture, Undergroundkino und Ecocriticism, arbeitet derzeit als Deutschtrainerin und an einem Romanprojekt.

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 28.2.2024

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„Ich baue sehr gern Dinge auf, unter allen Umständen!“ Josefine Gottwald, Autorin und Netzwerkerin_ Dresden 9.3.2024

Liebe Josefine Gottwald, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zurzeit lese ich viel vor Kindergruppen und mache Workshops zum Schreiben. Ansonsten lebe ich so minimalistisch wie möglich, trinke grünen Tee und bringe mit meinen Töchtern Spenden zur Tafel. Um die Ecke gibt es einen neuen Gemeinschaftsladen lokaler Höfe, dort kaufe ich gern ein …

Im Online-Austausch versuche ich vor allem, Mut zu machen. Das ist nicht immer einfach; viele Menschen fragen, woher die Zuversicht kommen soll – Hoffnung nährt vor allem unsere eigene Kraft.

Josefine Gottwald schreibt Romane und setzt sich im Literaturnetz Dresden für mehr Öffentlichkeit der lokalen Literaturszene ein

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich bin ein Mensch, der das Positive für konstruktiv hält. „Zusammenhalt“ drückt es gut aus: Wir geben uns Halt, indem wir weiter Nähe zulassen. Jeder weiß, wie verhärtete Fronten eskalieren. „Dialog“ vielleicht, auch wenn es Kraft kostet. Globale Probleme können uns leicht überfordern, dann müssen wir uns kleinere Baustellen suchen, um den Eindruck zurückzugewinnen, dass wir etwas bewirken können. Ich baue sehr gern Dinge auf, unter allen Umständen!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst kann neue Gedankenräume öffnen, das ist ihre größte Stärke. Es mag abgegriffen sein, aber für mich sind Krisen noch immer Chancen. Was mir gesellschaftlich fehlt, ist die Leichtigkeit. Jeder macht sich ernsthafte Sorgen, auch um die eigene wirtschaftliche Situation. Aber wenn wir auf Spielplätzen oder Supermärkten sind, wenn wir Menschen auf der Straße begegnen, sind wir auch ihnen, dem Miteinander verpflichtet. Ich freue mich über alle Kunstschaffenden, jeden Dichter und jede Poetin, die Energie investieren und positive Gefühle säen – irgendwoher müssen wir ja die Kraft nehmen zu kämpfen.

Was liest Du derzeit?

Ein Briefwechsel von Astrid Lindgren und Louise Hartung hat mich zuletzt inspiriert. Sie schrieben sich von Deutschland nach Schweden bis Mitte der Sechziger – damals stand Lindgren schon in einem stressigen Autorenleben, musste Kritiken und ständig Leserbriefe beantworten, bekam Fluten von Kinderbildern. In den Briefen berühren die beiden Frauen pädagogische und politische Themen, schreiben von Schatten der Ehe und Möglichkeiten in der Sexualität … Das Buch ist sehr emanzipiert.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Man kann es wohl nicht oft genug sagen. Ich denke oft an den Brecht zugeschriebenen Satz, der wohl älter ist, aber stilistisch so herausragend – vor allem erinnert er uns inhaltlich, welche Macht wir als Gemeinschaft haben: „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ …

Josefine Gottwald schreibt Romane und setzt sich im Literaturnetz Dresden für mehr Öffentlichkeit der lokalen Literaturszene ein

Vielen Dank für das Interview, liebe Josefine, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Josefine Gottwald, Autorin und Netzwerkerin

Zur Person _ Josefine Gottwald schreibt seit ihrer Jugend Phantastische Literatur. Nach dem Studium arbeitete sie journalistisch, gründete die Facebook-Gruppe „Literatur erleben in Dresden“ und trat der Jury für einen Nachwuchsautorenpreis bei; zuletzt baute sie das Festival Pirna schreibt mit auf. Im Literaturnetz Dresden thematisiert sie Highlights der Szene im Onlinemagazin und pflegt Einträge der Akteur*innen und Veranstaltungen, um ihre Sichtbarkeit zu vergrößern.

http://www.josefinegottwald.de

Fotos_ Heike Stille

Walter Pobaschnig _ 28.2.2024

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„Der Tod von August“ Alexandra Zeillinger, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Wien 9.3.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Alexandra Zeillinger, Künstlerin

Aus den Aufzeichnungen meiner Tante Gertrude, Jahrgang 1926.
Und es passiert immer noch, weltweit…es hat sich nichts geändert….

Alexandra Zeillinger, 19.2.2024

Alexandra Zeillinger, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Alexandra Zeillinger, Künstlerin

Zur Person Alexandra Zeillinger – Disegnisandra                    

1968 in Wien geboren, Besuch des Oberstufenrealgymnasium
Hegelgasse Schwerpunkt „Bildnerische Erziehung“ bei Herwig Zens.

Ausbildung zur Buch-/Kunsthändlerin.

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

Kooperation mit der Fotografin Claudia Ziegler sixthsenses.at, deren
Fotografien von ihr in Form von dreidimensionalen Collagen interpretiert
werden.

Die Collagen entstehen in einem sehr zeitaufwändigen Verfahren, die
Zeichnungen werden wiederholt auf Papier geklebt und ausgeschnitten,
bis die gewünschte Tiefenwirkung erreicht ist. Je nach Thematik werden verschiedenste Materialien verarbeitet. Der schwarze Hintergrund schafft Ruhe und lässt den Blick nicht
abschweifen!

www.disegnisandra.at

Walter Pobaschnig _ 19.2.2024

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„Neue Tage“ Lydia Steinbacher. Gedichte. Septime Verlag

70 Jahre nach dem bahnbrechenden Gedichtband „Die gestundete Zeit“ von Ingeborg Bachmann, der Zeit, Mensch, Liebe wie Welt, Dunkelheit und Horizont als poetisches Manifest gleichsam an die Tür der Sprache und einer taumelden Welt hämmert, legt die vielfach österreichische Schriftstellerin Lydia Steinbacher eine virtuose Reise in Herz und Seele von Existenz und Gegenwart vor, die ergreift, erschüttert und begeistert.

Es ist ein ganz feines lyrisches Florett, das Linien von Begegnung, Erfahrung  in das ziehende Band der Wolken über den Horizont der „neuen Tage“ zeichnet:

Der Sommer

Drei Blätter fallen zu früh

eines ist schon welk

das rollt sich ein

wie um ein falsches Wort

Der Sommer geht weiter

Ein Hohlraum in der Gabelung

des Baums und eine leise Scham

das niemand nur ein Blatt

vermisst

Lydia Steinbacher ist die lyrische Stimme der Zeit. Ihr Selbst-, Sprach- und Weltbewusstsein ist ein Plädoyer für ein Menschsein in Aufmerksamkeit, Sensibilität und Handlungsfähigkeit in Neugierde, Mut wie Erschütterung. Es ist ein auf dem Weg machen und immer wieder Beginnen mit dem Geheimnis, Abenteuer Leben und Liebe, das nie ganz zu verstehen, sondern nur vorwärts in Mensch und Natur zu erfahren ist.

Hervorzuheben ist auch der wunderbare Dialog von Wort und Illustration, in denen sich auch die sehr begabte Zeichnerin Lydia Steinbacher beeindruckend vorstellt.

Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien.
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _ @Walter Pobaschnig 2023

„Neue Tage“ Lydia Steinbacher. Gedichte. Septime Verlag

Gebunden

mit Illustrationen der Autorin

120 Seiten

Erscheint am 12.2.2024

Preis:

17,50 € [D]

18,00 € [A]

ISBN: 978-3-902711-86-1

Auch als E-Book

Walter Pobaschnig 3/24

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„Ich könnte ohne meine kreative Arbeit nicht glücklich leben“ Katharina Irrelevant / Lenz, Künstlerin und Maskenbildnerin _Wien 8.3.2024

Liebe Katharina Lenz, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Nachdem ich meinen Hund Rumo und meine Katze Flauschi zwischen 6 und 7 Uhr gefüttert habe, drehe ich mit Rumo eine Runde in der Natur. Wenn es die Zeit zulässt, gehe ich zwei- bis dreimal die Woche thaiboxen.

Manchmal verbringe ich dann Tage und Nächte ununterbrochen in meinem Atelier, manchmal nicht.

Derzeit sammle ich Ideen für ein Monster, das ich eventuell für einen Film kreieren werde, und warte gleichzeitig auf eine Rückmeldung zu einer Ausschreibung, bei der ich mich mit meinen Skulpturen beworben habe.

Es ist im Moment also angenehm ruhig. Demnächst werde ich aber sechs Wochen als Maskenbildnerin bei einem Dreh zu einer Serie beschäftigt sein, und dann wird mein Alltag strikt geplant sein. In dieser Zeit lebt man für den Film, da ist kaum Platz für Freizeit. Meine Tagesabläufe sind also oft ziemlich konträr, aber das liebe ich auch so.

Katharina Irrelevant / Lenz, Künstlerin und Maskenbildnerin aus Wien

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Kindness is the key und zu lernen, bei sich selbst zu bleiben. Sich Zeit für sich und für seine Liebsten zu nehmen und nach Innen zu schauen, um herauszufinden, was man gerade wirklich braucht. Das versuche ich zumindest. Auch wenn es nicht immer leicht ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen, am Ende wird es uns aber immer voranbringen, denn wenn man das Innere stärkt, ist das Äußere leichter zu bewältigen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein, und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Manchmal ist es auch einfach „eine Kunst“, es in schwierigen Zeiten aus dem Bett zu schaffen und den Mut nicht zu verlieren. Vor jedem Neubeginn und Aufbruch stand bei mir meistens – zumindest ein kleiner – Zusammenbruch und Angst.

Ich bin ein Gefühlsmensch und versuche auf mein Herz zu hören; wenn das Ja sagt, wird es für mich immer richtig sein. Wenn ich bei einem Menschen oder einem Projekt kein gutes Gefühl habe, nehme ich den Auftrag nicht mehr an. Mein Seelenfrieden ist wichtiger, das habe ich gelernt.

Welche Rolle die Kunst dabei spielt? Für mich als Künstlerin ist es ein Gefühl, ein Ausdruck und ein Im-Moment-Sein. Sobald ich ein Projekt abgeschlossen habe, vergeht diese Verbundenheit, die ich während des Arbeitens gefühlt habe, ziemlich schnell. Ab diesem Zeitpunkt geht die Begeisterung zu den Betrachterinnen und Betrachtern über, und meine schwindet. Für mich spielt Kunst also eine andere Rolle als für Außenstehende. Ich könnte ohne meine kreative Arbeit nicht glücklich leben – jemand anderer mit Sicherheit schon.

Was liest du derzeit?

Zuletzt war es „Alice I/II“ von Lewis Carroll, aus dem Jahr 1984.

Aber meistens fehlt mir die Konzentration, um ein Buch fertig zu lesen. Ich bin spätestens nach 10 Seiten in meiner eigenen Phantasiewelt und habe keine Geduld dafür, den Weg immer wieder aufs Neue zurück zu suchen. Ich modelliere lieber stundenlang oder meditiere. Das entspannt mich, ein Buch tut das nicht.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

Character is how you treat those who can do nothing for you.

Katharina Irrelevant / Lenz, Künstlerin und Maskenbildnerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Katharina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Katharina Irrelevant / Lenz, Künstlerin und Maskenbildnerin

Zur Person _ Katharina Irrelevant / Lenz, Künstlerin und Maskenbildnerin aus Wien, präsentierte im Dezember 2023 zum ersten Mal ihre Skulpturen der Reihe ‚ASPHYXIA‘ in der City Gallery Vienna im 1. Bezirk.

Website: www.k-irrelevant.at

Instagram: @katharina_irrelevant

publicartists.online: Katharina Irrelevant

Film / Crew-United: Katharina Lenz

Fotos _privat.

Walter Pobaschnig _ 23.2.2024

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Goethe. Porträt eines Lebens, Bild einer Zeit. Thomas Steinfeld. Rowohlt.

Es ist ein Bestseller, der den in Wetzlar tätigen Juristen Johann Wolfgang Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar), der seiner großen Leidenschaft dem Schreiben mit Enthusiasmus, Experimentierfreude und außergewöhnlicher Sprachvirtuosität nachgeht, schlagartig berühmt macht. „Die Leiden des jungen Werther“ (1774), ein Briefroman über eine tragische Liebe, wird zum europäischen Ereignis, das Begeisterung bis zu Napoleon auslöst, der ihn zu einem Gespräch einlädt.

Ein beeindruckendes künstlerisch vielfältiges Leben in höchster gesellschaftlicher Anerkennung wie privaten, politischen Stürmen der Zeit folgt. Ein Werk, das bis in die Gegenwart neu entdeckt, interpretiert und bewundert wird.

Thomas Steinfeld, ehemaliger Literaturchef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, wie Feuilleton Chef der „Süddeutschen Zeitung“ und vielfach ausgezeichneter Autor und Übersetzer, legt nun eine umfangreiche Biographie Goethes vor, die in beeindruckender biographischer wie kultur- und weltpolitischer Sachkenntnis der Zeit überzeugt wie auch im narrativen Stil, der ein 700Seiten Werk zu einem Leseereignis macht, das fesselt.

Die Biographie ist in 7.Kapitel gegliedert, die einen wunderbaren Bogen über Leben, Kunst, Liebe, Gesellschaft und Tod spannt, der in Klang, Rhythmus und Virtuosität wohl auch Goethe selbst begeistert hätte.

„Eine Biographie Goethes als spannende Erlebnisreise zu Leben und Kunst in allen Jahreszeiten und Schattierungen eines Menschen.“

Goethe. Porträt eines Lebens, Bild einer Zeit. Thomas Steinfeld. Rowohlt.

Verlag: Rowohlt Berlin

784 Seiten

ISBN: 978-3-7371-0059-5

Gebundene Ausgabe 38 EUR

E-Book 34 EUR

Walter Pobaschnig 3/24

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„Aus jedem Tag einen SCHOENEN machen“ Goerdt Abel, Schriftsteller _ Mexico 7.3.2024

Lieber Goerdt Abel, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Morgens nach dem  Frühstück gibt es eine Stunde Aerobics und Strecken, danach wird der „Kleinkram“ also Tagesthemen erledigt, um dann möglichst viel Zeit für kreative Themen zu haben.

Die Abende werden mit Theater, Musik, (im wesentlichen Klassik) und Freunden verbracht.

Goerdt Abel, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir werden die Klimakrise und weitere gesellschaftliche Herausforderungen nicht ohne wesentliche Verhaltensänderungen korrigieren können.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wir müssen den Erziehungs- und Bildungsreichtum, den wir geschaffen haben, anfangen vollständig zu nutzen und das Hinterherlaufen nach materiellem Zuwachs (Wachstums des Bruttosozialproduktes) zu Lasten der Natur beenden. Dazu gehört auch die Umverteilung des vorhandenen materiellen Wohlstandes. Es ist unsinnig, dass ein 1% Anteil der Weltbevölkerung über den Großteil der Vermögen verfügt. Das wird sichtbar in der Wirtschaft und bei den Spitzenverdiensten im professionellen Sport und leider auch in der Kunst.

Was liest Du derzeit?

„Wittgensteins Vienna“ by Allan Janik & Stephen Toulmin und Blaise Pascal: „Gedanken über Gott und den  Menschen“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Aus jedem Tag einen SCHOENEN machen“

Goerdt Abel, Schriftsteller

Vielen Dank für das Interview, lieber Goerdt, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Goerdt Abel, Schriftsteller

Zur Person_ Goerdt Abel wurde am 18.7.1944 in Unterfranken geboren. Er besuchte die Technische Hochschule   und die Hochschule für Welthandel in Wien, die er mit dem Diplom-Kaufmann und dem Doktorat der Handelswissenschaften abschloss. Nach einer dreijähren Tätigkeit bei dem Maschinen-und Stahlkonzern Mannesmann übernahm er 1973 die Geschäftsführung des Familienunternehmens „Abel“. Er entwickelte das Unternehmen zu einer weltweit tätigen Spezialpumpenfirma mit Niederlassungen in GB, Spanien, den USA und mit Vertretungen in den meisten industrialisierten Ländern. Nach dem Verkauf der Firma im Jahre 2001 baute er zusammen mit seinem Sohn Godard die Softwarefirma „Big Machines“ auf. Deren Nachfolgegesellschaften werden heute von diesem erfolgreich weiterführt.

Goerdt Abel lebt heute wieder in Wien und widmet sich seinen sportlichen, kulturellen und familiären Interessen. Er hat ein autobiographisches Buch mit dem Titel: „Steinach und die Wahrheiten“ geschrieben, das als Fallbeispiel die Thematik der wirtschaftlichen Wiedervereinigung Deutschlands aufarbeitet.

Wien, März 2024

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 26.2.2024

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„Kunst kann Wissen vermitteln und uns aufrütteln“ Reinhard Paul, Schriftsteller _ Ostercappeln/D 6.3..2024

Lieber Reinhard Paul, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist mein privates Geheimnis. Gönnen Sie mir bitte meine kleinen Geheimnisse.

Reinhard Paul, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Im politischen und gesellschaftlichen Sinne sollten wir immer wach bleiben und nicht gleichgültig werden. In einer freien Gesellschaft wie in unserer Demokratie müssen wir das Wort erheben, Farbe bekennen und eine feste Position beziehen.

Ich war vor kurzem in mehreren Städten (Lingen (Ems), Vechta, Osnabrück, Rheine) als Teilnehmer auf politischen Demonstrationen dabei. Das Motto auf allen Demos lautete „Zusammen gegen rechts“, „Nie wieder ist jetzt“, „Unsere Gesellschaft ist bunt“. Damit in unserer Gesellschaft weiterhin alle Menschen dazugehören dürfen. Ich finde aber auch, dass alles, was radikal und nicht gemäßigt ist, nicht gut ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich hoffe, ich verstehe diese Frage richtig, sonst werde ich die Frage für mich so interpretieren, wie ich denke, dass sie gemeint ist. (Manche Schülerinnen und Schüler und Studierende an Schulen und Hochschulen fallen ja nur deshalb durch Klausuren, weil sie die Fragestellungen nicht verstanden hatten.)

Wir stehen gesellschaftlich in einem Prozess der Veränderungen. Drei Stichworte: 1.) Energiewende, 2.) Verkehrswende, 3.) Agrarwende und über allem schwebt weltweit der Klimawandel, der uns alle ebenso betrifft.

Literatur, also Bücher aller Art, Zeitschriften, Zeitungen, Magazine, bewahrt das Wissen unserer Zivilisation über Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende auf.

Das Wissen von Architekten, Wissenschaftlern, Forschern, Entdeckern, Erfindern, Ingenieuren, Philosophen. Dieses Wissen kann uns beim Umbau der Gesellschaft auf neue Lebensweisen nützlich sein. Würde dieses Wissen in Büchereien, Bibliotheken, Archiven verlorengehen, würden wir in unserer Zivilisation auf den Stand eines Entwicklungslandes zurückgeworfen.

Die Kunst bietet uns Schönheit und Ästhetik, aber sie kann uns auch lehren, uns Wissen vermitteln und uns aufrütteln. Sie kann uns bilden. Nach meiner Ansicht sollte gute Kunst das können.

Was liest Du derzeit?

Ich war nie ein großer Belletristikleser von Unterhaltungsromanen. Ich bin eher ein Sachbuchleser. Wenn ich jetzt mitteile, was ich gerade lese, dann wird vermutlich niemand in Euphorie ausbrechen.

Meine derzeitigen Bücher bzw. Zeitschriften, die ich zeitlich abwechselnd lese:

  • Bund der Steuerzahler Deutschland e. V. „Das Schwarzbuch- die öffentliche Verschwendung 2023/24“
  • Wirtschaftszeitschrift FOCUS Money Nr. 3, 10. Januar 2024, die Beilage FOCUS Spezial: 44 Seiten Frauen und Geld, FEMALE FINANCE – DIE MILLIARDENFRAU – Wie Superstar Taylor Swift das größte Pop-Unternehmen der Welt aufbaut
  • Zeitschrift Münsterschwarzacher (Missionare) „ruf in die Zeit“, Februar 2024, Thema der Ausgabe: „Türen“ (Türen, die sich schließen; Türen, die sich öffnen)
  • Wirtschaftszeitschrift „manager magazin“, Januar 2024, Haupttitel: Notfall Audi, weitere Titel: Start-up-Leaks, Nvidia, DHL, Private Rente, die Top 100 Frauen 2023 in der deutschen Wirtschaft
  • Bastei Westernroman Reihe „Lassiter“ Band 2658, Titel: „der Fluch der Anasazi“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

  • „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Sokrates (griechischer Philosoph)
  • „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ Maria Ebner-Eschenbach (österreichische Lyrikerin und Schriftstellerin)
  • „Sei du selbst. Alle anderen gibt es schon.“ Oscar Wilde (irischer Schriftsteller)
Reinhard Paul, Schriftsteller

Vielen Dank für das Interview, lieber Reinhard, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Reinhard Paul, Schriftsteller

Aktuelle Bucherscheinung _

Fotos_privat.

Walter Pobaschnig _ 19.2.2024

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„Chuzpe“ Verena Göltl, Sängerin, Texterin _ Give Peace A Chance _ Wien 6.3.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Geben

Innig

Vertrauensvoll

Ehrlich


Perforierte

Egos

Angeln

Charakterlose

Einfalt


Atmen


Chimären

Haben

Ausgedient

Nur

Chuzpe

Ewig währt


Verena Göltl, 29.2.2024

Verena Göltl _ Sängerin, Texterin & Moderatorin, Wien

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Verena Göltl _ Sängerin, Texterin & Moderatorin, Wien

Zur Person _

VERENA GÖLTL kurz & knackig
Verena Göltl stammt aus dem Nordburgenland und lebt im Wiener Exil. Als ausgebildete Jazzsängerin ist sie mit ihrer Band „Veri & die Luxuscombo“, im Duo mit Andreas Haidecker und anderen Formationen im In- und Ausland unterwegs. Ihre unverwechselbare Stimme leiht Sie als Sprecherin auch dem Hörfunk. Als freie Musikredakteurin moderiert und gestaltet sie Sendungen für ORF Radio Ö1 (Spielräume, Ö1-Jazznacht, On Stage…).

Als Texterin dichtet Verena Göltl nicht nur für ihre eigenen Dialektlieder, sondern auch für andere Musiker:innen. Willi Resetarits: „Die Lyrik von Verena Göltl hat eine Qualität, die jeder gute Text haben sollte: man fühlt sich persönlich angesprochen. Oft denk ich mir: Das ist ja meine private Befindlichkeit, über die ich da singe! Wieso weiß sie das?“

https://www.verenagoeltl.at/

Foto_ Steve Haider

Walter Pobaschnig _ 29.2.2024

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„Erdbeeren“ Josefine Gottwald, Autorin und Netzwerkerin _ Give Peace A Chance _ Dresden 5.3.2024

GIVE PEACE A CHANCE

G                                 Ging                         

I                                  ich                             

V                                vorgestern              

E                                einkaufen?        


     

P                                 Pakete                     

E                                 Eier,                          

A                                 auch                         

C                                 chinesische             

E                                 Erdbeeren …    


      

A                                 Aberhundert!       


  

C                                 Chancen                  

H                                 haben                       

A                                 alle                           

N                                noch!                        

C                                Chancen,                 

E                                Erdbeeren.       


Josefine Gottwald, 28.2.2024

Josefine Gottwald schreibt Romane und setzt sich im Literaturnetz Dresden für mehr Öffentlichkeit der lokalen Literaturszene ein

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Josefine Gottwald, Autorin und Netzwerkerin

Zur Person _ Josefine Gottwald schreibt seit ihrer Jugend Phantastische Literatur. Nach dem Studium arbeitete sie journalistisch, gründete die Facebook-Gruppe „Literatur erleben in Dresden“ und trat der Jury für einen Nachwuchsautorenpreis bei; zuletzt baute sie das Festival Pirna schreibt mit auf. Im Literaturnetz Dresden thematisiert sie Highlights der Szene im Onlinemagazin und pflegt Einträge der Akteur*innen und Veranstaltungen, um ihre Sichtbarkeit zu vergrößern.

http://www.josefinegottwald.de

Foto_ Heike Stille

Walter Pobaschnig _ 28.2.2024

https://literaturoutdoors.com