„vor allem auf die Wünsche und Träume der Jugend zu hören und sie respektieren“ Nikolaus Stich, Regisseur _ Wien 4.4.2024

Lieber Nikolaus Stich, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Einen regelmäßigen Tagesablauf gibt es bei mir nicht. Jeder Tag sieht komplett anders aus. Arbeitszeiten und Tätigkeiten wechseln ständig und fließen ineinander. Das ist eines der Dinge, die ich als „Theatermensch“ liebe: Es ist immer aufregend, spannend und herausfordernd.

Nikolaus Stich _ Regisseur, Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ein „Mehr“ an Miteinander. Das Augenmerk darauf richten, dass wir nicht alleine auf der Welt sein können und in Wirklichkeit auch nicht wollen. Einander Helfen, Füreinander da sein. Beginnend im Kleinen, bei den Nachbar*innen, im Arbeitsumfeld. Respektvoll und mitfühlend sein und verstehen, dass große Belastungen und Veränderungen auch den Menschen betreffen, der gerade neben mir steht.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Offen dafür sein, neue Wege zu gehen, und nicht vor Ängsten und Unsicherheiten gelähmt in den Zwängen der Vergangenheit verharren. Das kann gelingen durch viel miteinander reden, gegenseitig Lust auf Veränderung machen, nicht vor Stolpersteinen zurückschrecken und vor allem auf die Wünsche und Träume der Jugend hören und sie respektieren, auch wenn man sie möglicherweise nicht versteht.

Theater war und ist ein Spiegel der Zeit, der uns helfen kann Veränderungen und Herausforderungen einzuordnen, damit besser umzugehen und sowohl in die Gesellschaft als auch im persönlichen Leben zu integrieren. Das ist auch jetzt die große und wichtige Kraft des Theaters und der Kunst an sich.

Was liest Du derzeit?

Ich schäme mich fast das hier zu schreiben, aber ich will ehrlich sein: Nichts. Für Lesen bleibt im alltäglichen Stress leider kaum Zeit. Ich vermisse es sehr und freue mich auf meinen nächsten Urlaub, wo ich wieder ein Buch nach dem anderen verschlingen werde. Mein letztes Buch: BLUTBUCH – Kim de l´Horizon

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Schaut auf euch und stärkt einander. Geht raus in die Natur und schnappt euch die Zuversicht, die an jeder Ecke auf euch wartet.

Vielen Dank für das Interview, lieber Nikolaus, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Nikolaus Stich _ Regisseur, Schauspieler

Zur Person _ Nikolaus Stich, geboren in Wien, Ausbildung in Wien und New York. Schauspieler und freischaffender Regisseur. Zuletzt inszenierte er im Herbst 2023 im Theater Westliches Weinviertel „Mord im Orient Express“, sowie das Familien-Musical „Lilly und die wilden Räuber“ im Theater Akzent in Wien.

Seine Engagements als Schauspieler führten ihn durch den gesamten deutschen Sprachraum: „In 80 Tagen um die Welt“, „Ein Sommernachtstraum“, „Die Wunderübung“, „Ladies Night“, „Spamalot“, „Mamma Mia!“, „Jesus Christ Superstar“, „Cabaret“, um nur einige zu nennen. In Retz war er als Weißes Kaninchen in „Die Wunderland-Affäre“, als Albert Speer in „Führerbunker , Berlin April 1945“, als Gerichtsmediziner Dr Phillips in „Jack the Ripper“ sowie als Bruder Berengar in „Der Name der Rose“ zu erleben. Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich in der Sparte Darstellende Kunst: 2015 mit „Verein Rabauki“, 2021 mit „Verein handikapped unicorns NÖ“.

Aktuelle Produktion _

Kriminalkomödie nach den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle

05. April – 12. Mai 2024 – Stationentheater im Erlebniskeller Retz

Nach dem großen Erfolg beim Publikum und einer ausverkauften Vorstellungsreihe wird das schaurig-humorvolle Stationentheater „Sherlock Holmes – Das zweite Gesicht“ im Erlebniskeller Retz wiederaufgenommen. Im unterirdischen Labyrinth von Österreichs größtem historischen Weinkeller lässt das mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis ausgezeichnete Theaterkollektiv „handikapped unicorns Niederösterreich“ den berühmten Meisterdetektiv in einem neuen geheimnisvollen Fall ermitteln.

Sherlock Holmes: Das zweite Gesicht“ (folgende) _
Regie: Ursula Leitner & Nikolaus Stich _
Premiere: Freitag, 05. April – 19:30 Uhr,
Erlebniskeller Retz, Hauptplatz 30, 2070 Retz

Im Zirkus Baskerville geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Während der Halloween-Vorstellung werden der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes und sein ständiger Begleiter Dr. Watson Zeugen eines mysteriösen Attentats. Jemand – oder etwas – hat es offenbar auf die neue Zirkusdirektorin Harriet Baskerville abgesehen, die Tochter des erst kürzlich unter ungeklärten Umständen verstorbenen Direktors Charles Baskerville. „Wenn Sie Wert auf Ihr Leben und Verstand legen, spielen Sie an Halloween keine Vorstellung. Packen Sie Ihre Sachen und verschwinden Sie für immer“, so lautet ein mysteriöser Brief. Eine Warnung? Eine Drohung? Oder ist doch etwas dran an der alten Zirkuslegende, nach der der Geist von Edward Mordrake mit seinem teuflischen zweiten Gesicht all jene, die es wagen, an Halloween eine Vorstellung zu spielen, mit sich in die Hölle reißt? Das Interesse von Sherlock Holmes und Dr. Watson ist geweckt. Treibt hier wirklich ein mörderischer Geist sein Unwesen? Wer hätte noch Interesse am Verschwinden von Harriet Baskerville? Und ist im Zirkus wirklich jeder der, für den er oder sie sich ausgibt?

Seit 2018 wird der Retzer Erlebniskeller vom preisgekrönten Theaterkollektiv „handikapped unicorns Niederösterreich“ eindrucksvoll in Szene gesetzt. Das bewährte Stationen-Theater-Format ermöglicht es dem Publikum, gemeinsam mit Sherlock Holmes den Erlebniskeller Retz zu erkunden und Zeuge seiner brillanten Ermittlungen zu werden. Das 20 km lange Labyrinth aus verwinkelten Nischen und Räumen bietet eine einmalige und stimmungsvolle Kulisse für diese gruselige bis humorvolle Kriminalkomödie.

Mit viel Humor und einer gehörigen Prise Grusel adaptiert das bewährte Regieduo Ursula Leitner und Nikolaus Stich Sir Arthur Conan Doyles Kriminalklassiker „Der Hund von Baskerville“ als absurd-komischen Trip durch die verwinkelten Welten des Retzer Erlebniskellers, in denen schräge Artistinnen, Magier, Clowns, starke Männer und bärtige Frauen ihr Unwesen treiben. Manege frei!

MIT: Klemens Dellacher, Julia Handle, Lara Fabienne Karasek, J-D Schwarzmann, Samuel Schwarzmann, Nikolaus Stich, Sophie Benedikte Stocker, Gerald Walsberger, Kerstin Zinober & Marlene Fröschl / Lisa Hochrainer

TEAM: Regie: Ursula Leitner & Nikolaus Stich | Dramaturgie & Produktion: Valentin Werner | Kostüme & Bühne: Petra Teufelsbauer | Technik: Martin Kerschbaum, Patrick Widhofner-Schmidt | Maske: Michelle Hofbauer, Daniela Novelli, Hannelore Uhrmacher | Produktion: Ignacio Busch | Regieassistenz: Daniela Graf | Öffentlichkeitsarbeit: Hannah Balber | Fotos: Anna Zehetgruber | Statisterie: Michelle Hofbauer | Publikumsbegleitung: Fabian Hauser, Robert Schirrer, Klaus Wiklicky-Leitner

Eine Produktion der „handikapped unicorns Niederösterreich“ gefördert durch das Land Niederösterreich

TICKETS

Vorverkauf online unter www.theater-retz.at, per Telefon unter 0681/20884266 sowie in der Gästeinfo Retzer Land (Hauptplatz 30, 2070 Retz)

SPIELTERMINE: 05. April – 12. Mai 2024

Premiere: Freitag, 05. April – 19:30 Uhr

Weitere Vorstellungen: 6. April / 12. – 14. April / 18. – 21. April / 25. – 28. April / 2.- 5. Mai / 9. – 10. Mai / 12. Mai

ADRESSE: Erlebniskeller Retz, Hauptplatz 30, 2070 Retz

KONTAKT

Hannah Balber, M.A. medien@theater-retz.at

Foto-Portrait: Stefan Sappert

Szenenfotos _ „Sherlock Holmes: Das zweite Gesicht“: Anna Zehetgruber

Fotos_Erlebniskeller Retz: Die Reisereporter

Walter Pobaschnig _ 2.4.2024

https://literaturoutdoors.com

„Geben wir nicht auf“ Ursula Leitner, Regisseurin _ Give Peace A Chance _ Wien 4.4.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Geben wir nicht auf

In Zeiten wie diesen, müssen wir

Vertrauen

Erheben wir uns in Zeiten des Demokratieverlustes, geben wir


Polemikern keine Chance

Erheben wir uns gegen

Autokraten, lasst uns gemeinsam im

Chor unsere Stimmen

Erheben


Alle zusammen, Friede darf keine


Chimäre sein, der wir nachjagen müssen

Halten wir zusammen, halten wir uns

An den Händen

Nie mehr Krieg

Chancengleichheit für alle für immer und

Ewig



Ursula Leitner, 2.4.2024

Ursula Leitner, Regisseurin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Ursula Leitner, Regisseurin

Zur Person _ Ursula Leitner arbeitet als freischaffende Regisseurin und Theatermacherin. Sie ist Mitbegründerin des Theaterkollektivs handikapped unicorns. In Wien inszenierte sie erfolgreich „Zum Wilden Mann“ im Werk-X Petersplatz sowie „Sherlock Holmes“ von Tex Rubinowitz im Werk-X. Zudem inszeniert sie regelmäßig im Theater Westliches Weinviertel (u.a. „Ladies Night“, „Die 39 Stufen“, „Krach im Hause Gott“) und war vier Jahre für die Sommerspiele Melk als Regiemitarbeiterin tätig. Ihre Inszenierung von „Hödlmoser“ tourt derzeit durch die Steiermark. 

Weitere Arbeiten waren u.a. „Im Auftrag Charles Mansons“ im Werk-X Eldorado. Ihre Inszenierungen von „norway.today“ und der Romanadaption „Bienensterben“ waren im Ateliertheater Wien zu sehen. Für das jährliche Stationentheater im Erlebniskeller Retz fungiert sie als künstlerische Leiterin, wo zuletzt „Sherlock Holmes – Das zweite Gesicht“ gezeigt wurde. 2024 folgt die Wiederaufnahme. Zuletzt inszenierte sie „Sauschneidn“ von Ewald Palmetshofer im Hof-Theater/Höf-Präbach, sowie „Herstory. No more excuses. No more abuses.“ im Werk-X Petersplatz und „Revanche“ im Theater Westliches Weinviertel.

Im April ist die Wiederaufnahme ihrer Inszenierung von „Sherlock Holmes – Das zweite Gesicht“ erneut im Erlebniskeller zu sehen. Ebenfalls im April gastiert sie mit ihrer für das Hof-Theater/Höf-Präbach erarbeitete Inszenierung von „Das Wechselbälgchen“ im Off-Theater Wien. Von April 2021 bis Juni 2023 war sie als Dozentin für das Fach Rollengestaltung am Max-Reinhardt-Seminar tätig.

Aktuelle Produktion _

Kriminalkomödie nach den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle

05. April – 12. Mai 2024 – Stationentheater im Erlebniskeller Retz

Nach dem großen Erfolg beim Publikum und einer ausverkauften Vorstellungsreihe wird das schaurig-humorvolle Stationentheater „Sherlock Holmes – Das zweite Gesicht“ im Erlebniskeller Retz wiederaufgenommen. Im unterirdischen Labyrinth von Österreichs größtem historischen Weinkeller lässt das mit dem Niederösterreich Kulturpreis ausgezeichnete Theaterkollektiv „handikapped unicorns Niederösterreich“ den berühmten Meisterdetektiv in einem neuen geheimnisvollen Fall ermitteln.

Sherlock Holmes: Das zweite Gesicht“ (folgende) _
Regie: Ursula Leitner & Nikolaus Stich _
Premiere: Freitag, 05. April – 19:30 Uhr,
Erlebniskeller Retz, Hauptplatz 30, 2070 Retz

Im Zirkus Baskerville geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Während der Halloween-Vorstellung werden der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes und sein ständiger Begleiter Dr. Watson Zeugen eines mysteriösen Attentats. Jemand – oder etwas – hat es offenbar auf die neue Zirkusdirektorin Harriet Baskerville abgesehen, die Tochter des erst kürzlich unter ungeklärten Umständen verstorbenen Direktors Charles Baskerville. „Wenn Sie Wert auf Ihr Leben und Verstand legen, spielen Sie an Halloween keine Vorstellung. Packen Sie Ihre Sachen und verschwinden Sie für immer“, so lautet ein mysteriöser Brief. Eine Warnung? Eine Drohung? Oder ist doch etwas dran an der alten Zirkuslegende, nach der der Geist von Edward Mordrake mit seinem teuflischen zweiten Gesicht all jene, die es wagen, an Halloween eine Vorstellung zu spielen, mit sich in die Hölle reißt? Das Interesse von Sherlock Holmes und Dr. Watson ist geweckt. Treibt hier wirklich ein mörderischer Geist sein Unwesen? Wer hätte noch Interesse am Verschwinden von Harriet Baskerville? Und ist im Zirkus wirklich jeder der, für den er oder sie sich ausgibt?

Seit 2018 wird der Retzer Erlebniskeller vom preisgekrönten Theaterkollektiv „handikapped unicorns Niederösterreich“ eindrucksvoll in Szene gesetzt. Das bewährte Stationen-Theater-Format ermöglicht es dem Publikum, gemeinsam mit Sherlock Holmes den Erlebniskeller Retz zu erkunden und Zeuge seiner brillanten Ermittlungen zu werden. Das 20 km lange Labyrinth aus verwinkelten Nischen und Räumen bietet eine einmalige und stimmungsvolle Kulisse für diese gruselige bis humorvolle Kriminalkomödie.

Mit viel Humor und einer gehörigen Prise Grusel adaptiert das bewährte Regieduo Ursula Leitner und Nikolaus Stich Sir Arthur Conan Doyles Kriminalklassiker „Der Hund von Baskerville“ als absurd-komischen Trip durch die verwinkelten Welten des Retzer Erlebniskellers, in denen schräge Artistinnen, Magier, Clowns, starke Männer und bärtige Frauen ihr Unwesen treiben. Manege frei!

MIT: Klemens Dellacher, Julia Handle, Lara Fabienne Karasek, J-D Schwarzmann, Samuel Schwarzmann, Nikolaus Stich, Sophie Benedikte Stocker, Gerald Walsberger, Kerstin Zinober & Marlene Fröschl / Lisa Hochrainer

TEAM: Regie: Ursula Leitner & Nikolaus Stich | Dramaturgie & Produktion: Valentin Werner | Kostüme & Bühne: Petra Teufelsbauer | Technik: Martin Kerschbaum, Patrick Widhofner-Schmidt | Maske: Michelle Hofbauer, Daniela Novelli, Hannelore Uhrmacher | Produktion: Ignacio Busch | Regieassistenz: Daniela Graf | Öffentlichkeitsarbeit: Hannah Balber | Fotos: Anna Zehetgruber | Statisterie: Michelle Hofbauer | Publikumsbegleitung: Fabian Hauser, Robert Schirrer, Klaus Wiklicky-Leitner

Eine Produktion der „handikapped unicorns Niederösterreich“ gefördert durch das Land Niederösterreich

TICKETS

Vorverkauf online unter www.theater-retz.at, per Telefon unter 0681/20884266 sowie in der Gästeinfo Retzer Land (Hauptplatz 30, 2070 Retz)

SPIELTERMINE: 05. April – 12. Mai 2024

Premiere: Freitag, 05. April – 19:30 Uhr

Weitere Vorstellungen: 6. April / 12. – 14. April / 18. – 21. April / 25. – 28. April / 2.- 5. Mai / 9. – 10. Mai / 12. Mai

ADRESSE: Erlebniskeller Retz, Hauptplatz 30, 2070 Retz

KONTAKT

Hannah Balber, M.A. medien@theater-retz.at

Foto-Portrait: Stefan Sappert

Szenenfotos _ „Sherlock Holmes: Das zweite Gesicht“: Anna Zehetgruber

Fotos_Erlebniskeller Retz: Die Reisereporter

Walter Pobaschnig _ 2.4.2024

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„wie bekommen wir Menschen außerhalb unserer Bubble ins Theater?“ Ursula Leitner, Regisseurin _ Wien 3.4.2024

Liebe Ursula Leitner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe morgens auf und brauche erstmal eine Stunde nur für mich, für Kaffee und für Nachrichten, um mich auf dem Laufenden zu halten. Dann erledige ich alles was gerade so im Home-Office ansteht, beantworte Emails und kümmere mich um die Organisation diverser Termine und Produktionen. Mittags oder nachmittags geht es momentan zu den Proben nach Retz in den Erlebniskeller. Am 5. April ist Premiere von „Sherlock Holmes – Das zweite Gesicht“.

Ursula Leitner, Regisseurin
Sherlock Holmes: Das zweite Gesicht“ (folgende) _
Regie: Ursula Leitner & Nikolaus Stich _
Premiere: Freitag, 05. April – 19:30 Uhr,
Erlebniskeller Retz, Hauptplatz 30, 2070 Retz

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Augen und Ohren offenhalten. Ich denke, wir sollten uns für unsere Umwelt sensibilisieren, empathisch sein und auch schwierigen Gesprächen nicht aus dem Weg gehen. Zuhören aber auch widersprechen. Sich weiterbilden und nie aufhören zu lernen. Wir beobachten einen massiven Rechtsruck, den es zu verhindern gilt. Menschen werden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihres Geschlechts oder ihrer Kunst (Stichwort: Drag) massiv bedroht. Es scheint so, als würden wir oft einen Schritt vorwärts wagen, im Anschluss aber geht es dann gleich meterweit zurück. Das kann ich nicht verstehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich verstehe das Theater als Ort des Austausches und als Möglichkeit der Gesellschaft den Spiegel vor Augen zu halten. Aber auch als Mittel zur Zerstreuung, um Menschen eine gute Zeit zu verschaffen, abseits ihrer Alltagsprobleme. Jede Form hat seine Berechtigung. Ich denke aber, dass wir uns Gedanken machen sollten, wie man auch die Menschen außerhalb unserer Bubble ins Theater bekommt, um die Vielfalt und den Austausch zu fördern und vielleicht auch, um den ein oder anderen zum Denken oder sogar Umdenken anzuregen.

Was liest Du derzeit?

Der Russe ist einer, der Birken liebt – Olga Grjasnowa

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Nieder mit dem Patriarchat!“

Vielen Dank für das Interview, liebe Ursula, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Ursula Leitner, Regisseurin

Zur Person _ Ursula Leitner arbeitet als freischaffende Regisseurin und Theatermacherin. Sie ist Mitbegründerin des Theaterkollektivs handikapped unicorns. In Wien inszenierte sie erfolgreich „Zum Wilden Mann“ im Werk-X Petersplatz sowie „Sherlock Holmes“ von Tex Rubinowitz im Werk-X. Zudem inszeniert sie regelmäßig im Theater Westliches Weinviertel (u.a. „Ladies Night“, „Die 39 Stufen“, „Krach im Hause Gott“) und war vier Jahre für die Sommerspiele Melk als Regiemitarbeiterin tätig. Ihre Inszenierung von „Hödlmoser“ tourt derzeit durch die Steiermark. 

Weitere Arbeiten waren u.a. „Im Auftrag Charles Mansons“ im Werk-X Eldorado. Ihre Inszenierungen von „norway.today“ und der Romanadaption „Bienensterben“ waren im Ateliertheater Wien zu sehen. Für das jährliche Stationentheater im Erlebniskeller Retz fungiert sie als künstlerische Leiterin, wo zuletzt „Sherlock Holmes – Das zweite Gesicht“ gezeigt wurde. 2024 folgt die Wiederaufnahme. Zuletzt inszenierte sie „Sauschneidn“ von Ewald Palmetshofer im Hof-Theater/Höf-Präbach, sowie „Herstory. No more excuses. No more abuses.“ im Werk-X Petersplatz und „Revanche“ im Theater Westliches Weinviertel.

Im April ist die Wiederaufnahme ihrer Inszenierung von „Sherlock Holmes – Das zweite Gesicht“ erneut im Erlebniskeller zu sehen. Ebenfalls im April gastiert sie mit ihrer für das Hof-Theater/Höf-Präbach erarbeitete Inszenierung von „Das Wechselbälgchen“ im Off-Theater Wien. Von April 2021 bis Juni 2023 war sie als Dozentin für das Fach Rollengestaltung am Max-Reinhardt-Seminar tätig.

Aktuelle Produktion _

Kriminalkomödie nach den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle

05. April – 12. Mai 2024 – Stationentheater im Erlebniskeller Retz

Nach dem großen Erfolg beim Publikum und einer ausverkauften Vorstellungsreihe wird das schaurig-humorvolle Stationentheater „Sherlock Holmes – Das zweite Gesicht“ im Erlebniskeller Retz wiederaufgenommen. Im unterirdischen Labyrinth von Österreichs größtem historischen Weinkeller lässt das mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis ausgezeichnete Theaterkollektiv „handikapped unicorns Niederösterreich“ den berühmten Meisterdetektiv in einem neuen geheimnisvollen Fall ermitteln.

Sherlock Holmes: Das zweite Gesicht“ (folgende) _
Regie: Ursula Leitner & Nikolaus Stich _
Premiere: Freitag, 05. April – 19:30 Uhr,
Erlebniskeller Retz, Hauptplatz 30, 2070 Retz

Im Zirkus Baskerville geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Während der Halloween-Vorstellung werden der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes und sein ständiger Begleiter Dr. Watson Zeugen eines mysteriösen Attentats. Jemand – oder etwas – hat es offenbar auf die neue Zirkusdirektorin Harriet Baskerville abgesehen, die Tochter des erst kürzlich unter ungeklärten Umständen verstorbenen Direktors Charles Baskerville. „Wenn Sie Wert auf Ihr Leben und Verstand legen, spielen Sie an Halloween keine Vorstellung. Packen Sie Ihre Sachen und verschwinden Sie für immer“, so lautet ein mysteriöser Brief. Eine Warnung? Eine Drohung? Oder ist doch etwas dran an der alten Zirkuslegende, nach der der Geist von Edward Mordrake mit seinem teuflischen zweiten Gesicht all jene, die es wagen, an Halloween eine Vorstellung zu spielen, mit sich in die Hölle reißt? Das Interesse von Sherlock Holmes und Dr. Watson ist geweckt. Treibt hier wirklich ein mörderischer Geist sein Unwesen? Wer hätte noch Interesse am Verschwinden von Harriet Baskerville? Und ist im Zirkus wirklich jeder der, für den er oder sie sich ausgibt?

Seit 2018 wird der Retzer Erlebniskeller vom preisgekrönten Theaterkollektiv „handikapped unicorns Niederösterreich“ eindrucksvoll in Szene gesetzt. Das bewährte Stationen-Theater-Format ermöglicht es dem Publikum, gemeinsam mit Sherlock Holmes den Erlebniskeller Retz zu erkunden und Zeuge seiner brillanten Ermittlungen zu werden. Das 20 km lange Labyrinth aus verwinkelten Nischen und Räumen bietet eine einmalige und stimmungsvolle Kulisse für diese gruselige bis humorvolle Kriminalkomödie.

Mit viel Humor und einer gehörigen Prise Grusel adaptiert das bewährte Regieduo Ursula Leitner und Nikolaus Stich Sir Arthur Conan Doyles Kriminalklassiker „Der Hund von Baskerville“ als absurd-komischen Trip durch die verwinkelten Welten des Retzer Erlebniskellers, in denen schräge Artistinnen, Magier, Clowns, starke Männer und bärtige Frauen ihr Unwesen treiben. Manege frei!

MIT: Klemens Dellacher, Julia Handle, Lara Fabienne Karasek, J-D Schwarzmann, Samuel Schwarzmann, Nikolaus Stich, Sophie Benedikte Stocker, Gerald Walsberger, Kerstin Zinober & Marlene Fröschl / Lisa Hochrainer

TEAM: Regie: Ursula Leitner & Nikolaus Stich | Dramaturgie & Produktion: Valentin Werner | Kostüme & Bühne: Petra Teufelsbauer | Technik: Martin Kerschbaum, Patrick Widhofner-Schmidt | Maske: Michelle Hofbauer, Daniela Novelli, Hannelore Uhrmacher | Produktion: Ignacio Busch | Regieassistenz: Daniela Graf | Öffentlichkeitsarbeit: Hannah Balber | Fotos: Anna Zehetgruber | Statisterie: Michelle Hofbauer | Publikumsbegleitung: Fabian Hauser, Robert Schirrer, Klaus Wiklicky-Leitner

Eine Produktion der „handikapped unicorns Niederösterreich“ gefördert durch das Land Niederösterreich

TICKETS

Vorverkauf online unter www.theater-retz.at, per Telefon unter 0681/20884266 sowie in der Gästeinfo Retzer Land (Hauptplatz 30, 2070 Retz)

SPIELTERMINE: 05. April – 12. Mai 2024

Premiere: Freitag, 05. April – 19:30 Uhr

Weitere Vorstellungen: 6. April / 12. – 14. April / 18. – 21. April / 25. – 28. April / 2.- 5. Mai / 9. – 10. Mai / 12. Mai

ADRESSE: Erlebniskeller Retz, Hauptplatz 30, 2070 Retz

KONTAKT

Hannah Balber, M.A. medien@theater-retz.at

Foto-Portrait: Stefan Sappert

Szenenfotos _ „Sherlock Holmes: Das zweite Gesicht“: Anna Zehetgruber

Fotos_Erlebniskeller Retz: Die Reisereporter

Walter Pobaschnig _ 2.4.2024

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„Geburt“ Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin _ Give Peace A Chance _ Wien 3.4.2024

GIVE PEACE A CHANCE

G eburt ist die Schleuse in die

I nternalisierung eines Systems der

V erbote und oft auch der

E rniedrigungen.


P erplexität über Ungerechtigkeiten kann in

E rleichterung münden, wenn man doch Luft zum

A tmen findet. Das ist eine

C hance. Worte zu inhalieren, die

E inheit fühlen lassen und heilsamen


A nklang. Sie sind eine

C hance vor der machtvollen

H alluzination dieses Konstruktes die

A ugen zu weiten. Für ein klares

N ein zu Entzweiung. Vielleicht ist es unsere letzte

C hance.

E rgreifen wir sie!



Carina Koller-Stockinger, 3.4.2024

Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin
und Illustratorin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin
und Illustratorin

Zur Person _  Carina Koller-Stockinger released ihre Musik unter dem Namen „Hope Will Lead“. Und kann es denn eine bessere Zeit für diese Band geben als das Jetzt? Das Medium ist die Botschaft. Der Sound bleibt durch sphärische Wolken aus Celli und Synth-Pads sowie der elastischen, unbeugsamen Stimme der Frontfrau alias Hope unverkennbar. Man könnte als Genre-Kästchen – wenn das denn wichtig wäre – „Adult Pop“ ankreuzen. Ihre Texte stellen die großen Fragen des Jetzt mit sanfter Klarheit, Verve und Nachdruck. Neben Hope bilden Patrick Koller, David Dornig, Dorian Windegger, Roman Richter sowie Anna Starzinger und Thomas Milacher das Kernteam hinter ihren Produktionen.

Seit ihrer Gründung 2015 sind Hope Will Lead mit ihren Singles auf vielen Kanälen zu hören – von FM4 über 88.6 bis Radio Orange, vom Donauinselfest bis zum „Wir sind Wien“-Festival (womit auch die Frage ihres Herkunfts- und Wirkungsorts geklärt wäre).

2025, nach einem intensiven Reifeprozess, soll ihr erstes Album veröffentlicht werden.

Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin
und Illustratorin

Mehr zur Band Hope Will Leadunter

hopewilllead.com

@hopewilllead

YouTube.com/c/hopewilllead

Fotos _ Nikolaus Ostermann

Walter Pobaschnig _ 3.4.2024

https://literaturoutdoors.com

Meuterei im Paradies. Die Fahrt der Bounty und die globale Wirtschaft im 18. Jahrhundert. Simon Füchtenschnieder. Klett-Cotta Verlag.

Es ist einer der großen Hollywoodfilmklassiker, in dem Marlon Brando, dessen hundertsten Geburtstag heuer gedacht und der in zahlreichen Filmen zelebriert wird, brilliert (Meuterei auf der Bounty, 1962). Diesem spannenden Filmstoff (es wurde auch an den Originalschauplätzen gedreht) gehen zahlreiche weitere künstlerische Zugänge (Filme, Bücher) voraus.

Simon Füchtenschnieder, Anglist und Historiker, dessen Arbeitsschwerpunkte in der britischen Seefahrtsgeschichte des 18. Jahrhunderts liegen, widmet sich im vorliegenden Buch dem umfassenden historischen Kontext der Ereignisse auf der Bounty im Jahre 1789. In 11.Kapitel geht der renommierte Autor den Grundlagen der Seefahrtsgeschichte der Zeit in den wirtschaftlichen, globalpolitischen und sozialgeschichtlichen Perspektiven nach wie öffnet auch das historisch gesicherte Wissen um die unmittelbaren Ereignisse auf der Bounty nach der möglichen Quellenlage. Es entsteht so ein beeindruckendes Panorama wie Drama als historisches Beispiel moderner Entwicklungszusammenhänge und deren Brüchen und Herausforderungen.

„Ein großer Filmstoff in beeindruckender sozialhistorischer Analyse!“

Meuterei im Paradies. Die Fahrt der Bounty und die globale Wirtschaft im 18. Jahrhundert. Simon Füchtenschnieder. Klett-Cotta Verlag.

304 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit farbigem Tafelteil und Vorsatzkarten

ISBN: 978-3-608-98773-7

1.Auflage 2024

Walter Pobaschnig  4/24

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„Nähe feiern“ Anette Welp, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Trebur-Astheim/D 2.4.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Glücklich sein

Intuition spüren

Vertrauen bejahen

Engel berühren


Positiv leben

Entscheidungen treffen

Aufmerksamkeit geben

Charme versprühen

Erfüllung finden


Allheilmittel entdecken


Chancen erkennen

Herzenswärme verschenken

Authentizität bewahren

Nähe feiern

Charisma entfalten

Energievoll wirken


Anette Welp, 29.3.2024

Anette Welp, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Anette Welp, Schriftstellerin

Zur Person _  Anette Welp (*1963) studierte Germanistik, Pädagogik und Bibliothekswissenschaften. Sie absolvierte eine zweijährige Ausbildung zur systemischen Familienberaterin.

Die Schriftstellerin, Malerin, Verlegerin, mehrfache Literaturpreisträgerin und Dozentin für kreatives Schreiben gründete 2006 den Augen Auf Verlag, in dem bis heute vielzählige Bücher, Hörbücher und Kalender erschienen sind.

Anette Welp ist Mitglied in der DGPB (Deutschsprachige Gesellschaft für Poesie- und Bibliotherapie, kreatives Schreiben und Biographiearbeit e.V.) und seit 2023 Mitglied in der GEDOK Frankfurt Rhein Main e.V.

Zudem bietet die Dozentin in der Reihe »Bilder von der Seele schreiben« seit vielen Jahren KreativSchreibKurse an, die zu heilsamer Selbstreflektion anregen.

Hauptberuflich ist Anette Welp im Rathaus Trebur in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Frauengleichstellung.

Homepage: www.vollweiblich.de

Die aktuelle Veröffentlichung von Anette Welp ist ein Mutter-Tochter-Projekt:


Ein Wunder, bitte!

Texte: Anette Welp

Fotografien: Nadine Grüßgen

Hardcover, 48 Seiten, A5-Format

ISBN 978-3-9825944-0-8

Preis: 15,00 Euro

Zum Buch: Anlass des Buches war die Rede von Anette Welp für das Projekt »Ungehaltene Reden von ungehaltenen Frauen«, das von der Stiftung Brückner-Kühner sowie dem Verlag S. Fischer Theater und Medien veranstaltet wurde.

Zwei Frauen, zwei Generationen: Mutter und Tochter – die eine Autorin, die andere Fotografin. Zwei Frauen mit mal gleichem, mal unterschiedlichem Blick in die Welt. Gemeinsam haben sie bereits einige Projekte an den Start gebracht. Und jetzt haben sie Seite an Seite ihr erstes Buch entwickelt und gestaltet.

»Wir sind zwei Künstlerinnen, die sowohl einen gleichen als auch unterschiedlichen Blick auf die aktuelle Weltsituation haben. Meine Freiheit, die Texte fotografisch so zu interpretieren, wie ich sie empfinde, hat dieses Buch zu einem ganz besonderen Mutter-Tochter-Projekt gemacht.« (Nadine Grüßgen)

Entstanden ist ein Buch mit Texten von Anette Welp und Fotografien von Nadine Grüßgen – jede mit ihrem ureigenen Blick auf das Leben, jede mit ihrem ureigenen Medium. Anette Welp, die Mutter, die Autorin beschreibt es mit ihren Worten; Nadine Grüßgen, die Tochter, die Fotografin zeigt es in ihren Bildern. Beide stehen nicht nur im Rahmen ihrer Familienbande wie auch als selbstbewusste Frauen Seite an Seite, sondern zeigen auch in ihrem künstlerischen Miteinander diese besondere Nähe, die sie verbindet, inspiriert, gegenseitig beflügelt und zu ihrem ersten Buch animierte.

Anette Welp Schriftstellerin & Nadine Grüßgen, Fotografin

Zu meinem „Augen Auf Verlag„:

Im März 2006 habe ich den Augen Auf Verlag gegründet. Der Name macht mich stolz. Ich habe ihn kreiert, wie so viele meiner Buchtitel. Seit 18 Jahren veröffentliche ich Bücher, Hörbücher, immerwährende Jahreskalender und widme mich besonderen Projekten.

Der Augen Auf Verlag lebt durch meine Menschen, die mir vertrauen, mir ihre Texte und Fotografien zur Verfügung stellen, mit mir gemeinsame Veranstaltungen planen und durchführen.

In den 18 Jahren bin ich mit meinem Verlag gewachsen. Ich habe viel Wissen hinzugewonnen. Mein bisheriger Weg ist durch wundervolle Begegnungen geprägt. Einen Verlag mit allem Drum und Dran zu führen, ist keine einfache Angelegenheit. Wie oft bin ich zerrissen, weil die Aufgaben in mir immer wieder die Frage aufbrachen: Was bin ich denn jetzt? Autorin, Lektorin oder Verlegerin.

Es war jedoch nicht nur immer kreativ, spannend, inspirierend. Es gibt Menschen, die mich in ungesunde Abhängigkeiten hineinprotegieren wollten. Es gibt energiefressende Menschen und es gibt Egoisten. Das zu erkennen, war meine Lernaufgabe. Meine Haltung war und ist die: Auf Augenhöhe können wir vieles gemeinsame schaffen. Es ist wundervoll, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, kleine Netzwerke aufzubauen, win-win-Situationen herzustellen.

https://www.vollweiblich.de/

Fotos_ Nadine Grüßgen

Walter Pobaschnig _ 29.3.2024

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„Ich wünsche mir mehr Solidarität, gerade auch unter Frauen“ Cornelia Koepsell, Schriftstellerin _ Hermannsburg/D 2.4.2024

Liebe Cornelia Koepsell, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es gibt zwei Rituale, die ich fast täglich einhalte. Morgens: schreiben. Ein langer Spaziergang oder fahrradfahren. Dabei kommen mir die besten Ideen. Der Rest des Tages richtet sich nach aktuellen Erfordernissen.

Cornelia Koepsell,,Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Runterkommen aus der Aufregungs-Spirale. Zuhören. Nachdenken. Nicht sofort urteilen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich wünsche mir mehr Solidarität, gerade auch unter Frauen. Die Literatur hat die Aufgabe, den Blick zu öffnen für andere Lebensrealitäten. Sie soll Mitgefühl, Staunen und Neugier hervorrufen.

Was liest Du derzeit?

Lea Ypi: FREI

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Sie getraute sich, ihre Gedanken unbeaufsichtigt laufen zu lassen.

Vielen Dank für das Interview, liebe Cornelia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Cornelia Koepsell,,Schriftstellerin

Buchveröffentlichungen/Auszeichnungen: 

Über 100 Einzelveröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien

Debütroman „Das Buch Emma“ , September 2013 Geest Verlag

Roman „Lauf weg wenn du kannst“ Juli 2017, Geest Verlag

3. Preis des Schwäbischen Literaturpreises 2011

1. Preis Kunsthaus Lisa 2021 u.a. Einladung Bieler Gespräche 2022 u.a.

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 31.3.2024

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„Kultur muss manchmal auch sinnlos sein dürfen, damit sie Kultur ist“ Moritz Franz Beichl, Regisseur _ Wien 1.4.2024

Lieber Moritz Franz Beichl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Früh aufstehen, Kaffee trinken, »Büro Moritz« spielen und schnellstmöglich die wichtigsten Aufgaben erledigen. Dann: Schreiben. Das geht meist nur in der Früh oder vormittags. Derzeit habe ich mein Handy mehr als die Hälfte des Tages im Flugmodus.

Im Laufe des Nachmittags wird mein Tagesablauf unstrukturierter, ich nenne das seit meiner Jahre in Hamburg liebevoll »produktives daddeln« (norddeutsch für das österreichische »Bummeln«, wenn man eine Sache sehr langsam oder nicht effizient genug macht). Ich gehe viel spazieren, höre Podcasts, lese, schaue Filme, denke mir Konzepte aus und treffe Freund:innen und Familie.

Moritz Franz Beichl, Regisseur, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Erstens: Gemeinschaft. Eigentlich logisch und offensichtlich. Momentan führen wir viele der herrschenden Diskurse wir meines Erachtens falsch: zu absolut, zu emotional, unterkomplex. Außerdem steht für uns das individuelle Subjekt sehr stark im Mittelpunkt, das Netzwerk oder die Gruppe sind in den Hintergrund gerückt. Das macht uns egoistisch, teilweise sogar narzisstisch. In »Männer« (aktueller Roman, siehe unten, Anm.) schreibe ich an einer Stelle über Schwärme bei Fischen oder Vögeln. Das ist ein Bild, das mich seit einem Jahr durch den Alltag trägt. Wir sind zwar komplexere Wesen als diese Tiere, aber mich inspiriert bei ihnen diese Gruppendynamik, die durch und durch egalitär ist und gänzlich ohne Hierarchien oder Milieus funktioniert.

Zweitens: Aushalten, dass die Welt widersprüchlich ist. Wir lernen immer, wenn etwas schwarz ist, dass es dann nicht gleichzeitig weiß sein kann. Das stimmt aber gar nicht unbedingt. Viel Gewalt in unserer Welt entsteht durch hilflose Erklärungsversuche hochkomplexer Phänomene, die vermeintliche Einordnung ermöglichen sollen. Wir müssen unbedingt üben die Widersprüche in der Welt auszuhalten – sie vielleicht sogar als produktives Potential begreifen. Ich habe zum Beispiel vor Kurzem festgestellt, dass ich sowohl introvertiert als auch extrovertiert bin – diese scheinbar unbedeutende Erkenntnis hat mir sehr gut getan.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Früher oder später wird der Literatur jene Rolle zukommen, die nicht durch eine Wertschöpfung oder eine Funktion oder einen fiktiven, messbaren Wert zu definieren ist – selbst wenn jener Wert nur ein ideeller ist. Das gleiche gilt für alles andere und uns selbst auch.

Die subventionierten Stadt-, Staats- und Landestheater im deutschsprachigen Raum beispielsweise sind heutzutage bei ihren Entscheidungen sehr viel mehr als noch einige Jahre zuvor ebenso klassischen wirtschaftlichen Parametern unterworfen wie man sie in Betrieben am freien Markt findet. Ähnliches gilt auch für andere Kultureinrichtungen, Universitäten, Schulen oder sogar Krankenhäuser. Das kann über kurz oder lang nicht gut sein. Diese Bereiche können ihre Qualität nicht unter kapitalistischen Bedingungen am freien Markt gewährleisten – zumindest nicht für ein breites Volk.

Wichtig ist vor allem: die Zahlen. Welche Zahlen auch immer es sind. Hauptsache: Zahlen. Ich habe mal gehört: Wenn das Theater kaputtgespart wird, dann kommt irgendwann eine:r, stellt sich auf eine Bühne und das Theater wird wieder neu erfunden – und die Leute werden davon begeistert sein! Während Corona wurden Fragen nach »Systemrelevanz« und der unabdingbaren Notwendigkeit von Kultur diskutiert. Momentan denke ich: Kann Kultur überhaupt notwendig sein, wenn sie eine bestimmte »Notwendigkeit« zu erfüllen hat? Die stärkste Wirkung für eine Gesellschaft wird die Kultur dann erreichen, wenn sie auch »nutzlos« sein darf und keiner Funktion (wie Wertschöpfung oder Aufklärung oder Pädagogik oder Unterhaltung oder politischer Bildung oder anderes) dienen muss. Kultur muss manchmal auch sinnlos sein dürfen, damit sie Kultur ist.

Was liest Du derzeit?

Die Bedienungsanleitung meiner Kaffeemaschine, meinen Roman als Vorbereitung für die Lesungen und ein Buch über Trauma von Bessel van der Kolk.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich weiß jetzt endlich wo ich sein mag / Und das ist entweder zuhaus / Oder irgendwo anders / Zum Beispiel nicht zuhaus

Donnerwetterblitz, Endless Wellness

Moritz Franz Beichl, Regisseur, Schriftsteller

Vielen Dank für das Interview, lieber Moritz, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Moritz Beichl, Regisseur, Schriftsteller

Zur Person _ MORITZ FRANZ BEICHL wurde 1992 in Wien geboren. Er beginnt mit 19 Jahren im Ensemble der JUNGEN BURG am Wiener Burgtheater. Im Anschluss studiert er Regie an der Theaterakademie Hamburg. Für seine Arbeiten kommt Beichl auf die Shortlist des KÖRBER STUDIO JUNGE REGIE, gewinnt den START OFF Wettbewerb, und wird zwei Mal Preisträger des HART AM WIND Festival. 2019 erhält er den NESTROY PREIS und 2023 den KULTURPREIS DES LANDES NIEDERÖSTERREICH.

2022 erscheint Beichls Debütroman »Die Abschaffung der Wochentage«. Im selben Jahr schreibt und veröffentlicht er im S. Fischer Verlag seine queer-feministische Komödienüberschreibung »Effi, Ach, Effi Briest«, die in Wien, Hamburg und Lübeck inszeniert wird. Für sein dramatisches Schreiben erhält er Stipendien des österreichischen Bundesministeriums und der Stadt Wien. Eben erschien »Männer«, Beichls zweiter Roman, im Residenz Verlag.

Beichl ist HAUSREGISSEUR am DT Göttingen und inszeniert an zahlreichen Theatern in Österreich und Deutschland – u. a. Schauspielhaus Hamburg, Staatstheater Braunschweig, Bronski & Grünberg, Stadttheater Klagenfurt, Tiroler Landestheater, Landestheater Niederösterreich und Salzkammergut Festwochen Gmunden. Neben Romanadaptionen, Uraufführungen und seiner eigenen Dramatik, widmet sich Beichl vor allem dem klassischen Kanon und versucht mit Stücken von u. a. Shakespeare, Büchner, Schiller, Nestroy, Horváth oder Molière, einen Abgleich zu unseren gegenwärtigen Lebensrealitäten vorzunehmen.

Moritz Franz Beichl lebt in Wien.

Aktuelle Buchveröffentlichung: „Männer“ Moritz Franz Beichl. Residenz Verlag

Mit schmerzhafter Offenheit, Witz und Zärtlichkeit erzählt Moritz Franz Beichl von zwei ungleichen Brüdern und von seiner Suche nach alternativen Bildern von Männlichkeit.

In Moritz Franz Beichls Roman begegnen sich zwei Männer, die nichts gemeinsam haben – außer etwas Wesentliches: den Vater. Denn alles unterscheidet den Erzähler von seinem Bruder Konrad, dem Juristen und Familienvater, der in einem schönen Haus wohnt – und ein konventionelles Männerbild fortschreibt. Attraktiver, moderner, aber mit all der normativen Gewalt, die da immer schon war. Doch jetzt ist der Vater gestorben, die beiden Brüder müssen gemeinsam das Begräbnis organisieren – und erstmals hat der Erzähler seinem großen Bruder etwas entgegenzuhalten: ein selbstbestimmtes Leben als Balletttänzer, als schwuler Mann, als eigensinniger Single. Die alten Konflikte brechen auf, aber Versöhnung kann es vielleicht auch geben, ohne das Leben des anderen ganz zu verstehen.

https://www.residenzverlag.com/buch/manner?_translation=de

Buchpräsentation/Lesungstermine:

18. April – Buchpräsentation im Café Roza (1070, Wien)

17. Mai – Lesung mit Musik im Bronski & Grünberg (1090, Wien)

Fotos_ Selina Schobel

Walter Pobaschnig _ 31.3.2024

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Station bei Franz Kafka _ „wie viel Kafka steckt in dir? “ Mariana De Meo, Pantomime _ Wien 1.4.2024

Station bei Franz Kafka _
Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _
acting Franz Kafka „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912.

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller

Kafka war wiederholt in Wien zu Gast.
Station bei Franz Kafka _
Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _
acting Franz Kafka „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912.

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller

Kafka war wiederholt in Wien zu Gast.
Franz Kafka, Schriftsteller _
100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Mariana De Meo, wie verstehst Du die Erzählung „Die Verwandlung“? Welche Aussagen zu Menschen, Familie, Beruf, Welt gibt es da?

Meiner Meinung nach war am Ort der Handlung jeder die Hauptfigur – Gregor, die Eltern, die Schwester. Jeder von uns gerät in Situationen, in denen wir uns selbst nicht (mehr) erkennen. Man sieht gleichsam von außen einen anderen Menschen, fremd, böse, schwach, ängstlich, unsicher, selbst wenn man verliebt ist, entdeckt man ein neues ICH. Wer von uns allen hat nicht das Fremde, Hässliche, Andersartige abgelehnt, wer hat sich nicht darüber lustig gemacht oder erniedrigt? In Kafkas „Die Verwandlung“ entdeckt jeder sich selbst in der gesamten Palette menschlicher Schwächen.

Wie hast Du Dich auf das Fotoshooting/die Performance vorbereitet?

Ich hatte ‚Die Verwandlung‘ während meiner Studienzeit gelesen, deshalb las ich die Geschichte vor den Aufnahmen noch einmal. Und ich erkannte, welche große Verwandlung ich in den Jahren erlebt hatte. Die Wahrnehmung der Geschichte war ganz anders.

Was ist Dir als Pantomime, Schauspielerein in Deinen Projekten wichtig?

Immer wichtig ist, was ich den Menschen zu sagen habe. Ich möchte, dass sie nach der Aufführung anders sind. In der Pantomime entfaltet sich das Geschehen schnell und intensiv. Es gibt keine Zeit für natürliche Bilder und Beschreibungen. Du handelst und wirkst schon mit deinem Auftreten. Daher muss die Geschichte präzise, klar und kurz sein, wie Haiku-Poesie.

Wie bist Du zur Pantomime gekommen?

Meine erste Begegnung mit der Pantomime war vor 40 Jahren. Mir wurden drei Wörter gegeben, aus denen ich eine kurze Geschichte erfinden und sie ohne Worte erzählen musste, sodass alle sie verstehen konnten.

Was inspiriert Dich?

Gott sei Dank ist das eines der Dinge, die nicht vom Alter beeinflusst werden. Inspiration, Eingebung, Kreativität werden von allem immer genährt, solange man dafür Sinn hat. Morgens, wenn ich mit dem Dackel am Donaukanal spazieren gehe und die Sonne das Wasser küsst, die Art und Weise, wie der kleine Dackel mit der Welt kommuniziert, die Musik beeinflusst mich am meisten. Vor kurzem war ich bei der Eröffnung der Ausstellung einer engen Freundin. Die Bilder sehe ich immer noch, wir überlegen jetzt sogar ein gemeinsames Projekt-Theaterstück.

Darf ich Dich abschließend zu einem „Verwandlung“ Akrostichon bitten?

Vitalität

Erde

Ruhe

Welt

Achtsamkeit

Natur

Dauer

Lust

Unterbewusstsein

Nacht

Genius

Station bei Franz Kafka _
Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien _
acting Franz Kafka „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912.

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller

Kafka war wiederholt in Wien zu Gast.

Station bei Franz Kafka_

Mariana De Meo, Pantomime, Schauspielerin _Wien

Performing – „Die Verwandlung“, Franz Kafka. Erzählung, 1912.

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Fotos: Ungargasse/Wien _ MERCURE GRAND HOTEL
BIEDERMEIER WIEN_ Wien.

Franz Kafka war wiederholt in Wien zu Gast.

Mariana De Meo und Walter Pobaschnig

Alle Fotos&Interview _ Walter Pobaschnig 3/24

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„erblicken, begegnen, umarmen, erkennen, bewegen“ Anette Welp, Schriftstellerin _ Trebur-Astheim/D 31.3.2024

Liebe Anette Welp, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe jeden Morgen gegen 6.30 Uhr auf – außer am Wochenende. Da ich vier Tage im Rathaus im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, freitags als Dozentin für kreatives Schreiben arbeite, ist kein Tag wie der andere. Meine Tage sind bewegt und gefüllt mit allem Möglichen. Ich beschreibe meinen Tag mal lyrisch:

Augen auf, Geist wach

Spuren meiner Seelenenergie.

Morgenkuss mit Teegeschmack

springe in das, was muss

tauche in das, was darf.

Freue mich über alles, was gelingt:

erblicken, begegnen, umarmen, erkennen, bewegen.

Tauchen in das hütende Dunkel der Nacht,

erholen von allem Herzbewegenden,

das der Tag bereitet hat.

Anette Welp, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zurzeit drücken sich viele Themen an die Oberfläche. Unser Leben dreht sich auf den Kopf und manchmal ist es kaum auszuhalten, was sich da an die Oberfläche drückt.

Eigenverantwortung ist besonders wichtig für jeden von uns. Jeden Tag treffen wir Entscheidungen. Wir sollten klug, authentisch und wahrhaftig sein. Es entwickeln sich neue Lebensformen und Inhalte.

Es ist besonders wichtig, aus den Polarisierungen herauszuwachsen, uns bewusst zu machen, dass die Liebe ALLES ist. Gemeinsamkeiten erkennen und leben, achtsames Miteinander und Mut, für die Wahrheit einzustehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur hat große Kraft. Sie kann spiegeln, wecken, Grenzen überfliegen mit Gedanken und Worten. Literatur kann Seelen trösten und umarmen. Sie kann aufklären, warnen, ermutigen und Menschen verbinden.

Ich schreibe Prosa und Lyrik. Ich schreibe, weil ich es mich drängt. Weil mich das Leben reichlich bewegt. Weil ich mich durchs Schreiben und der intensiven Auseinandersetzung mit meinen Lebensthemen selbstentwickeln und selbstreflektieren, zu Klarheit und Erkenntnis gelangen kann. Weil zu meiner eigenen Überraschung immer wieder wunderbare Texte entstehen, die Bewegung bewirken – bei mir selbst und bei denjenigen, die meine Texte lesen.

„Entzündet mich ein Thema, entsteht ein Text. Eine Situation, ein Wort, eine Tat, irgendetwas, das mich berührt. Ich finde Worte in meinem Kopf und mich drängt es geradezu, sie aufzuschreiben. Einzig wichtig ist, dass meine Gedanken ihren Weg auf das Papier finden. Ist dieser Vorgang beendet, ist erst einmal Stille in meinem Kopf. Ich fühle mich entladen und kann frei atmen. Eine Geschichte, ein Gedicht oder eine Kolumne? Das entscheide ich später.“ (Aus meinem Essay: Warum sind Kolumnen ein Stück Literatur?)

Was liest Du derzeit?

Ich lese immer viele Bücher parallel. Im Moment lese ich:

„Die Rückkehr der weisen Frau“ von Miriam Wagenblast

„Liebe kann alles“ von Eva-Maria Zurhorst

„Sein & Werden“ von Liane Dirks

Und zwischendurch Gedichte, u.a. von Mascha Kaléko und Rainer Maria Rilke

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Mein eigenes Gedicht, weil es irgendwie immer wieder passt:

Racheengel

Während Racheengel Fallen stellen,

Wahrsager sich zu Seelenrettern gesellen,

schreit sich die Dummheit heiser,

die Wahrhaftigen werden leiser

und leiser

still.

Vielleicht auch nur übertönt,

von Scharlatanerie geschönt.

Während die Blödheit unerträglich

glaubt, sie könne siegen,

gibt es keine Rettung mehr,

es sei denn,

die Blödheit würde sich

in die Klugheit verlieben.

@Anette Welp

Vielen Dank für das Interview, liebe Anette, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Anette Welp, Schriftstellerin

Zur Person _  Anette Welp (*1963) studierte Germanistik, Pädagogik und Bibliothekswissenschaften. Sie absolvierte eine zweijährige Ausbildung zur systemischen Familienberaterin.

Die Schriftstellerin, Malerin, Verlegerin, mehrfache Literaturpreisträgerin und Dozentin für kreatives Schreiben gründete 2006 den Augen Auf Verlag, in dem bis heute vielzählige Bücher, Hörbücher und Kalender erschienen sind.

Anette Welp ist Mitglied in der DGPB (Deutschsprachige Gesellschaft für Poesie- und Bibliotherapie, kreatives Schreiben und Biographiearbeit e.V.) und seit 2023 Mitglied in der GEDOK Frankfurt Rhein Main e.V.

Zudem bietet die Dozentin in der Reihe »Bilder von der Seele schreiben« seit vielen Jahren KreativSchreibKurse an, die zu heilsamer Selbstreflektion anregen.

Hauptberuflich ist Anette Welp im Rathaus Trebur in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Frauengleichstellung.

Homepage: www.vollweiblich.de

Die aktuelle Veröffentlichung von Anette Welp ist ein Mutter-Tochter-Projekt:

Ein Wunder, bitte!

Texte: Anette Welp

Fotografien: Nadine Grüßgen

Hardcover, 48 Seiten, A5-Format

ISBN 978-3-9825944-0-8

Preis: 15,00 Euro

Zum Buch: Anlass des Buches war die Rede von Anette Welp für das Projekt »Ungehaltene Reden von ungehaltenen Frauen«, das von der Stiftung Brückner-Kühner sowie dem Verlag S. Fischer Theater und Medien veranstaltet wurde.

Zwei Frauen, zwei Generationen: Mutter und Tochter – die eine Autorin, die andere Fotografin. Zwei Frauen mit mal gleichem, mal unterschiedlichem Blick in die Welt. Gemeinsam haben sie bereits einige Projekte an den Start gebracht. Und jetzt haben sie Seite an Seite ihr erstes Buch entwickelt und gestaltet.

»Wir sind zwei Künstlerinnen, die sowohl einen gleichen als auch unterschiedlichen Blick auf die aktuelle Weltsituation haben. Meine Freiheit, die Texte fotografisch so zu interpretieren, wie ich sie empfinde, hat dieses Buch zu einem ganz besonderen Mutter-Tochter-Projekt gemacht.« (Nadine Grüßgen)

Entstanden ist ein Buch mit Texten von Anette Welp und Fotografien von Nadine Grüßgen – jede mit ihrem ureigenen Blick auf das Leben, jede mit ihrem ureigenen Medium. Anette Welp, die Mutter, die Autorin beschreibt es mit ihren Worten; Nadine Grüßgen, die Tochter, die Fotografin zeigt es in ihren Bildern. Beide stehen nicht nur im Rahmen ihrer Familienbande wie auch als selbstbewusste Frauen Seite an Seite, sondern zeigen auch in ihrem künstlerischen Miteinander diese besondere Nähe, die sie verbindet, inspiriert, gegenseitig beflügelt und zu ihrem ersten Buch animierte.

Anette Welp Schriftstellerin & Nadine Grüßgen, Fotografin

Zu meinem „Augen Auf Verlag„:

Im März 2006 habe ich den Augen Auf Verlag gegründet. Der Name macht mich stolz. Ich habe ihn kreiert, wie so viele meiner Buchtitel. Seit 18 Jahren veröffentliche ich Bücher, Hörbücher, immerwährende Jahreskalender und widme mich besonderen Projekten.

Der Augen Auf Verlag lebt durch meine Menschen, die mir vertrauen, mir ihre Texte und Fotografien zur Verfügung stellen, mit mir gemeinsame Veranstaltungen planen und durchführen.

In den 18 Jahren bin ich mit meinem Verlag gewachsen. Ich habe viel Wissen hinzugewonnen. Mein bisheriger Weg ist durch wundervolle Begegnungen geprägt. Einen Verlag mit allem Drum und Dran zu führen, ist keine einfache Angelegenheit. Wie oft bin ich zerrissen, weil die Aufgaben in mir immer wieder die Frage aufbrachen: Was bin ich denn jetzt? Autorin, Lektorin oder Verlegerin.

Es war jedoch nicht nur immer kreativ, spannend, inspirierend. Es gibt Menschen, die mich in ungesunde Abhängigkeiten hineinprotegieren wollten. Es gibt energiefressende Menschen und es gibt Egoisten. Das zu erkennen, war meine Lernaufgabe. Meine Haltung war und ist die: Auf Augenhöhe können wir vieles gemeinsame schaffen. Es ist wundervoll, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, kleine Netzwerke aufzubauen, win-win-Situationen herzustellen.

https://www.vollweiblich.de/

Fotos_ Nadine Grüßgen

Walter Pobaschnig _ 29.3.2024

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