Lieber David Hecher, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Unterschiedlich; In der Regel stehe ich zwischen 6 und 7 Uhr auf und bereite mich zunächst spirituell auf den Tag vor. Der Tagesablauf danach ist variabel, bestehend aus Proben, Unterricht für die Hochschule vorbereiten, Klavier und E-Gitarre üben und Komponieren. Zwischendurch ist Sport und Zeit in der Natur für mich wesentlich.
David Friedrich Hecher, Komponist, E-Gitarrist
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Sich seinem eigenen Da-Sein und den damit verbundenen existenziellen Fragen bewusster zu werden und sich auf die Suche nach Antworten danach zu machen. Und so lange danach zu suchen, bis man wirklich mit dem Herzen spürt, dass man Frieden gefunden hat.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Kunst hat meiner Auffassung nach in dieser Hinsicht die Aufgabe, Missstände und evtl. auch Lösungsansätze aufzuzeigen. Innerhalb der Musik ist das nur indirekt möglich durch die Verbindung mit Sprache. Reine Instrumentalmusik hat in dieser Hinsicht transzendentales Potenzial – also das Potenzial, den Geist bzw. die Seele aus den äußeren Umständen zu erheben und in weitere Räume zu versetzen.
Was liest Du derzeit?
Das Matthäus-Evangelium; in Bezug auf Musik: Formenlehre von Clemens Kühn und Schriften zu Renaissance-Kontrapunkt.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. (Mt 5,8)
Vielen Dank für das Interview, lieber David, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
David Friedrich Hecher, Komponist, E-Gitarrist
Zur Person _ David Friedrich Hecher, geb. am 4. Februar 1999, ist Komponist und E-Gitarrist aus Niederösterreich. Im Alter von 16 Jahren begann er am Joseph Haydn Konservatorium, Eisenstadt, zu studieren (E-Gitarre; klassische Gitarre; Komposition/Tonsatz). Ein weiterführendes Studium für Komposition führte ihn im Jahr 2021 auf die Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien. Neben Uraufführungen u.a. bei den Sommerkonzerten Stift Melk, 100 Jahre Burgenland, oder einer Ausstrahlung im ORF, wurde er 2021 und 2022 bei internationalen Kompositions-Wettbewerben jeweils mit dem 1.Preis ausgezeichnet (u.a. Uraufführung von Orchesterwerk in St.Petersburg).
Seit 2022 ist David Friedrich Hecher Dozent an der Joseph Haydn Privathochschule, Eisenstadt (Gehörbildung; Ensemble Neue Musik; Praktikum Musik der Gegenwart).
Liebe Dorothee Krämer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Aufgrund meiner Lehrtätigkeit ist mein Tagesablauf an gewisse Zeiten gebunden, d. h. vormittags unterrichten, am späteren Nachmittag oder abends den Unterricht vorbereiten. Dazwischen bin ich meistens draußen in der Natur. Mit dem Schreiben beschäftige ich mich quasi nebenbei, wobei die Natur für mich Inspirationsquelle und Ruhepol zugleich ist.
Dorothee Krämer, Lyrikerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Jedes einzelne Leben mehr achten und zwar ganz egal, wo es sich auf diesem Planeten gerade befindet, und dabei sich selbst nicht so wichtig nehmen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Kunst ist Kreativität und in scheinbar ausweglosen Situationen kann sie helfen, Lösungen zu finden. Insbesondere die Lyrik öffnet neue Gedankenräume. Diese Räume können leer sein oder sie können andere Möglichkeiten des Lebens aufzeigen. Für unsere heutigen Gesellschaften würde ich mir wünschen, dass sie sich mehr damit beschäftigen, Auswege aus festgefahrenen Situationen und Konflikten zu suchen.
Was liest Du derzeit?
Oft lese ich mehrere Bücher gleichzeitig. Im Moment ist es das Buch von Sabine Kuegler „ Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind“.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Bring mir all deine Träume
du Träumer,
bring mir alle deine Herzmelodien,
damit ich sie einpacken darf
in einem blauen Wolkentuch,
weg von den rauen Fingern der Welt.„ Langston Hughes
Vielen Dank für das Interview, liebe Dorothee, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Dorothee Krämer, Lyrikerin
Zur Person _ Dorothee Krämer, geb. 1971 in Wuppertal, dort studierte sie Germanistik. Heute lebt, schreibt und gärtnert sie in Bad Essen.
Sie ist Dozentin für Integrationskurse. Gedichte hat sie in Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. 2020 erhielt sie den Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis.
Ihr Lyrikdebüt “Von der Poesie deiner Worte“ (Verlag Königshausen & Neumann) erschien im November 2023.
Zum Objekt „Friedensmaschine“ _ Die Entstehung begann mit dem Krieg in der Ukraine. Man macht sich Gedanken über den Sinn dieses Überfalls. Nachdem du mich gefragt hast, ob ich ein Akrostichon für die „Give Peace A Chance“ Reihe https://literaturoutdoors.com/give-peace-a-chance/ schreiben könnte, war das der Start für die Friedensmaschine. Ich hatte es versucht, aber nichts Sinnvolles aufs Papier gebracht. Ich dachte über eine Plastik zu „Give Peace A Chance“ nach. Teile aus einer alten Schreibmaschine, einer Kühltasche, eines Computers und eines Kinderspielzeugs waren die Basis für das Vorhaben. Peace oder Frieden zu schreiben, war nicht möglich, da jede Schreibmaschine nur ein „E“ besitzt. Erst wollte ich „MIR“ nehmen, doch da es viele Kriege auf der Welt gibt, habe ich mich für „PAX“ entschieden. Das Reizvolle an der Maschine ist, dass sie mit einer Kerze betrieben wird und ununterbrochen das Wort PAX schreibt, sie ist also selbsterklärend. Heinz Winkler 3.4.2024
Zur Person _ Heinz Winklerwurde als drittes von vier Kindern 1958 in eine Bergmannsfamilie hineingeboren. Technisches Interesse veranlasste ihn, sich zum Elektriker auf der Zeche Westfalen in seinem Heimatort Ahlen, ausbilden zu lassen. Später arbeitete er über ein Jahrzehnt als Elektrohauer unter Tage. Anfang der 90er Jahre wechselte er, bedingt durch das Zechensterben, zum Heizkraftwerk der Uni Münster. In diesen Jahren begann er an sich mit Kunst zu beschäftigen. Sein Interesse galt vor allem Skulpturen. Mit viel Fantasie und handwerklichem Geschick begann er mit dem Bau von Plastiken. Nach einigen Nana-Nachbauten, die noch aus Pappmache bestanden, enddeckte er den Werkstoff Beton für sich. Es entstanden einige großformatige, anspruchsvolle Auftragsarbeiten zu Werbezwecken. Die Ausführungen waren eine gute Lehre für den Autodidakten.
Sein Interesse galt immer auch der Erforschung von Krankheiten wie Alzheimer oder Depression, der Funktion des menschlichen Gehirns oder auch künstlicher Intelligenz. Erst mit über sechzig begann er seine Gedanken umzusetzen und schuf die ersten Betonköpfe, die bis heute sein Hauptanliegen darstellen.
In neuerer Zeit sind zu den Betonköpfen noch Quallen gekommen. Winkler war nach einem Buch der australischen Wissenschaftlerin Lisa-Ann Gershwin so fasziniert von diesen unscheinbaren Tieren, dass er sie als Fantasiewesen in Beton künstlerisch neu erfand. Als Winkler 2019 in den Ruhestand ging, konzentrierte er sich auf die Betonköpfe.
Seit 2018 stehen viele seiner Arbeiten in deutschen Forschungs-instituten. So z.B. 2018 Labyrinth der Sinne – Charité, Institut für Neurologie und Experimentelle Neurologie , Berlin
2019 Thank You Greta – Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Ökologie, Gießen
2019 Keine Erinnerung – RWTH Aachen Universitätsklinikum, Klinik für Neurologie, Aachen
2020 Das schnelle Vergessen – Leibnitz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg
2021 Mattschwarzer Tunnel – Robert Koch-Institut für Psychische Gesundheit, Berlin
2021 Deep Learning – Heinz Nixdorf Museum, Paderborn
2021 The Cultural Memory – Stadt- und Landesbibliothek, Dortmund
2022 Tiefschwarze, unendliche Traurigkeit – Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Frankfurt am Main
2022 Die Kaskadierung der Zeit – Medical School Berlin
Liebe Carina Koller-Stockinger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ziemlich durchgetaktet. Nach dem Aufstehen spiele mit meinem Sohn (3), versorge ihn und bringe ihn in den Kindergarten. Danach begebe ich mich an meinen Arbeitsplatz als Leiterin eines Kreativteams.
Am Nachmittag nutze ich die Zeit für meine erste Albumproduktion mit „hope will lead”, während Mann und Kind an der frischen Luft sind. Wir gehen alle früh schlafen, da unser Tag oft schon um 5:30 Uhr beginnt.
Die Wochenenden nutzen wir vorwiegend, um in den Tag hineinzuleben, zu garteln und wenn es sich ergibt, Musik zu schreiben oder zu produzieren.
Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin und Illustratorin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Auf sich selbst zu schauen. Aber nicht in einem egoistischen, sondern essenziellen Sinne!
Es ist erschütternd, wie tief der Keil in unserer Gesellschaft bereits steckt. Nicht zuletzt durch Algorithmen, die uns in Bubbles separieren, die sich einander nur zum sinnlosen Wortgefecht öffnen, um sich anschließend wieder in feindselige Koexistenz abzukapseln.
Der Fokus sollte daher dort liegen, wo Veränderung möglich ist, nämlich auf einem selbst. Damit dieser sich erst schärfen kann, wäre die Loslösung von Ablenkungen in allen Lebenslagen ein guter Ansatz, dem ich selbst viel zu wenig nachkomme, mich aber täglich bemühe. Auf diesem Nährboden sollte sich dann (fast) alles wieder dezentralisieren.
Die fortschreitende Monopolbildung und der damit entstandenen Macht durch gewisse Lobbys sind meiner Meinung nach das Kernproblem unserer Gesellschaft, da sie echte Demokratie gefährden. Und: es fehlt die Einheit der breiten Masse.
Wo zu viel Macht in den Händen der falschen (meist narzisstisch oder psychopathisch veranlagten) Menschen liegt, wird es leider dann auch so richtig gefährlich.
Es wäre also vorrangig zu erkennen, dass uns alle viel mehr verbindet als trennt, um sich geeint für einen so nötigen Umbruch stark zu machen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Jede*r Künstler*in begegnet dem Thema anders. Problematisch finde ich es eigentlich nur dann, wenn sich billigen Mitteln ohne Tiefe und Message bedient wird, nur weil es kommerziell funktioniert. Denn das sind am Ende des Tages wiederum farb-und rückgratlose Produkte, die wertvollen Speicherplatz in den Köpfen der Rezipient*innen belegen – also Teil der Ablenkungskultur sind.
Die Aufgabe der Kunst war seit jeher der Spiegel der Gesellschaft zu sein. Und zwar ohne AI-Filter – ehrlich und oft unangenehm, mit schonungslosem Licht in dem man jede Pore sieht.
Auch finde ich gut erfassbare Ideen von Utopien schön und wichtig, denn nur auf Missstände hinzuweisen ist deprimierend und birgt am Ende des Tages Hoffnungslosigkeit, die wir alle aktuell wirklich NICHT brauchen können. Auch intime, ergreifende und aufwühlende Erkenntnisse gehören für mich zu dem Kulturgenuss, den ich mir selbst gerne zuführe, da sie das Mindset bereichern können und bei der nötigen Selbstreflexion helfen, die uns wiederum klarer sehen lässt.
Diese Werke müssen aber auch gefunden und gehört werden, damit sie Veränderung erwirken können. Haltet also eure Augen und Ohren offen!
Was liest Du derzeit?
Das Gewicht der Worte
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Zwar nicht aus dem obigen Buch aber leider aktuell wieder passender denn je:
„Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke.“
Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin und Illustratorin
Vielen Dank für das Interview, liebe Carina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin und Illustratorin
Zur Person _Carina Koller-Stockinger released ihre Musik unter dem Namen „Hope Will Lead“. Und kann es denn eine bessere Zeit für diese Band geben als das Jetzt? Das Medium ist die Botschaft. Der Sound bleibt durch sphärische Wolken aus Celli und Synth-Pads sowie der elastischen, unbeugsamen Stimme der Frontfrau alias Hope unverkennbar. Man könnte als Genre-Kästchen – wenn das denn wichtig wäre – „Adult Pop“ ankreuzen. Ihre Texte stellen die großen Fragen des Jetzt mit sanfter Klarheit, Verve und Nachdruck. Neben Hope bilden Patrick Koller, David Dornig, Dorian Windegger, Roman Richter sowie Anna Starzinger und Thomas Milacher das Kernteam hinter ihren Produktionen.
Seit ihrer Gründung 2015 sind Hope Will Lead mit ihren Singles auf vielen Kanälen zu hören – von FM4 über 88.6 bis Radio Orange, vom Donauinselfest bis zum „Wir sind Wien“-Festival (womit auch die Frage ihres Herkunfts- und Wirkungsorts geklärt wäre).
2025, nach einem intensiven Reifeprozess, soll ihr erstes Album veröffentlicht werden.
Mehr zur Band „Hope Will Lead“ unter
hopewilllead.com
@hopewilllead
YouTube.com/c/hopewilllead
Fotos_ 1 u. 3 Nikolaus Ostermann; 2 Sebastian Tóth.
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Liebe Natalie Campbell, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für dich?
In „Undine geht“ spritzt das Wasser, schäumen die Wellen und darunter brodelt eine Kampfansage an die Männer, beziehungsweise an die patriarchalen Strukturen, denen auch Nixen ausgeliefert sind – Ingeborg Bachmann ist eine herausragende Autorin und, im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen, hat sie von der Literaturwelt die Anerkennung erhalten, die ihrem Werk auch gebührt.
Wie siehst Du „Undine“?
Undine ist eine Wassernixe, die beschlossen hat, sich keine Ungerechtigkeiten mehr gefallen zu lassen. Sie geht mit den Männern hart ins Gericht und fordert Gerechtigkeit ein.
Viele Mythen handeln von Nymphen, Flusswesen, Unterwasserwelten und diesen Erzählstoff finde ich insbesondere dann spannend, wenn er zeitgenössisch reflektiert und interpretiert wird.
„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?
Ein paar Zahlen:
In Österreich durften Frauen in den 60er Jahren immerhin schon studieren. Das wurde ihnen ab 1897 erlaubt, mehr als 500 Jahre später, als ihren männlichen Kollegen. Seit 1918 durften sie (auch) wählen.
In den 60er Jahren war Schwangerschaftsabbruch noch ein Verbrechen (dieser wird erst seit 1975 durch die Fristenregelung geduldet).
Gleichzeitig war Vergewaltigung in der Ehe nicht strafbar (das hat sich erst 1989 geändert).
In den 60er Jahren durfte der Ehemann seiner Gattin verbieten, arbeiten zu gehen, er konnte alleinig über ihren Wohnsitz und ihren Nachnamen entscheiden (erst seit 1975 ist das anders).
Seit den 60er Jahren haben Gesetze bahnbrechende Veränderungen in der Gleichstellung von Frauen und Männern geschaffen. Trotzdem können wir nicht davon sprechen, dass Männer und Frauen gleich behandelt werden. Auf keinen Fall in der Berufswelt (Frauen verdienen fast 20% weniger als ihre männlichen Kollegen). Sicher nicht in der Literaturszene (siehe: Nicole Seifert: Frauen Literatur). Und am allerwenigsten zu Hause.
Das „Heim“ ist für Frauen der gefährlichste Ort, Femizide werden in der großen Mehrzahl von männlichen Familienmitgliedern verübt. Und wenn Frauen von ihren männlichen Familienmitglieder nicht ermordet werden, Ungerechtigkeiten gibt es allemal, denn: die Hausarbeit wird in Familien nach wie vor zu einem viel größeren Teil von Frauen als von Männern verrichtet. 2023 verwendeten Frauen im Schnitt 4,54 Stunden und Männer 2,34 Stunden für unbezahlte (Care-)Arbeit auf.
Abschließend möchte ich noch die Frage stellen: selbst wenn wir es schaffen, dass Frauen für gleiche Arbeit gleichen Lohn bekommen, schaffen wir es auch, Veränderungen auf interpersonaler Ebene zu schaffen, und können wir Machtstrukturen dort aufbrechen, wo wir am vulnerablsten sind und wo es am schwierigsten ist, Gewohnheiten zu ändern: in unseren intimsten Beziehungen?
Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst du die Situation patriarchaler Macht heute?
Patriarchat, die Vormachtstellung des „weißen“ Mannes, ist 2024 ungebrochen.
Aber wie es der Historiker Yuval Noah Harari ausdrückt: „The feminist revolution is one of the hopeful examples of how people, just by changing the story, also change the world.“
Intersektionaler Feminismus, der Diskriminierung anhand einer Vielzahl von Kategorien, wie Geschlecht, sexuelle Orientierung, Race, soziale Herkunft, soziale Identität, Alter,… bekämpft, wird weiterhin die Welt zum Besseren verändern.
Was bedeutet dir Natur?
Wir, als Menschen, sind Teil der Natur. Natur ist unsere Mitwelt. Natur ist Lebendigkeit.
Wenn unsere Spezies auf dem Planeten Erde (über)leben will, dann ist die Einsicht, dass die „Natur-Kultur-Dichothomie“ Quatsch ist, unabdingbar.
Den meisten von uns Menschen (mir eingeschlossen) fehlt es an grundlegendem Wissen und Verständnis über unsere Mitwelt. Über Kreisläufe, Symbiosen, Gesetzesmäßigkeiten.
Die meisten von uns leben in eine, in Beton gegossene, Welt. Gehen über versiegelten Boden und trinken Wasser aus einer Metallleitung. Wir wissen nicht, welchen Weg die Nahrung gemacht hat, die wir essen. Wir spülen unsere Exkremente mit Trinkwasser in ein Kanalsystem, irgendwo, tief vergraben unter den Häusern, das wir noch nie betreten haben, und nie betreten werden.
Wir haben nur ganz selten Kontakt mit dem grundlegenden Kreislauf der Natur: Geburt und Tod.
Was bedeutet dir das Element Wasser?
Wasser ist Leben. Wasser ist der kostbarste Rohstoff auf unserem Planeten.
Menschen bestehen zu einem Großteil aus Wasser.
Ich bin sehr gerne am Wasser, und im Sommer auch im Wasser …
Wie lebst du den Kreislauf der Jahreszeiten?
Ich lebe derzeit in einer Wiener Wohnung. Die meiste Zeit des Tages verbringe ich in geschlossenen Räumen. 5 Jahre lang habe ich hauptsächlich im Van gelebt und damals hatten das Wetter und Naturereignisse einen viel größeren Einfluss auf mich.
In wohltemperierten Innenräumen zu leben, hat durchaus sehr viele angenehme Seiten. Ich muss mich weder vor Sonne, Wind, Regen, noch großen Temperaturschwankungen schützen.
Aber an milden Sonnentagen vermisse ich das exponierte Leben im Van schon.
Den Kreislauf der Jahreszeiten spüre ich besonders im Bezug auf die Lichtverhältnisse. Wenn es im Winter schon am Nachmittag dunkel wird, habe ich keine Lust mehr raus zu gehen und mache es mir lieber zu Hause gemütlich.
Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?
Auf individueller Ebene wäre mein Vorschlag, in Bezug zur Mitwelt, zur Natur zu treten. Für sich eine Praxis der Kommunikation zu finden.
Auf globaler Ebene befürchte ich, dass es mit unserem wirtschaftlichen System und den Ideologien, die damit einhergehen (Patriarchat, Neoliberalismus, Kolonialismus,…), unmöglich sein wird, so eine Harmonie herzustellen, denn unser System beruht auf einer Ausbeutung der Natur und ihren Ressourcen (uns Menschen eingeschlossen).
Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?
Ich denke, dass sich die Liebe in kleinen Gesten oft mehr noch als in großen Worten entfaltet.
Liebe ist die Art, wie ich mit mir selbst umgehe, mit Fremden, wie mit meinen Nächsten. Wie ich mit meiner Mitwelt in Beziehung trete.
Liebe ist an keine Bedingungen geknüpft.
Sie lässt sich in einer romantischen Partnerschaft erfahren, aber das ist nur ein Aspekt von vielen.
Als wertvolles Tool für ein liebevolles Miteinander erachte ich „Zuhören“.
Was lässt Liebe untergehen?
Angst.
Wie war Dein Weg zur Literatur und zum Tanz?
Literatur und Tanz begleitet mich seit meiner Kindheit. Ich habe als Kind viel gelesen, viel getanzt und Geschichten erfunden. Von journalistischen Texten hat sich mein Schreiben zur Prosa entwickelt. Von Afrikanischem Tanz habe ich zu Zeitgenössischem Tanz gefunden und jetzt bewege ich mich hauptsächlich in den Räumen von Axis Syllabus und Contact Improvisation.
Ich bin unglaublich dankbar, dass es mir möglich ist, meinen künstlerischen Impulsen nachzugehen.
Maßgeblich daran beteiligt ist meine Familie, die diesen Werdegang unterstützt hat und meine abstrusen Ideen wohlwollend hinnimmt…
Welche aktuellen Projektpläne hast Du?
Wieder einmal arbeite ich derzeit an der Schnittstelle von Text und Körper. Mich beschäftigt seit längerem die Frage, wie körperliche Dimensionen um Texte entstehen können.
Das letzte Projekt habe ich dazu im LOT realisiert. Das Projekt „Sporenflug“ beschäftigt sich mit dem Schreiben von sympoietischer Geschichten (nach Donna Haraway) und dem Weben von Myzel.
Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?
„Dann sind alle Wasser über die Ufer getreten, die Flüsse haben sich erhoben, die Seerosen sind gleich hundertweise erblüht und ertrunken, und das Meer war ein machtvoller Seufzer, es schlug, schlug und rannte und rollte gegen die Erde an, dass seine Lefzen trieften von weißem Schaum.“
Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Was macht unser Dasein aus? Wie gehen wir mit der Kunst des Miteinanders, des Liebens um? Wieviel Schönheit, Wahrheit vermögen wir zu geben, zu empfangen in Körper und Geist…Wie können wir etwas darüber erfahren?
Wir können darüber lesen und wir können den Körper befragen, die Bewegung zu uns selbst und zu einander erleben, spüren…die Musik, die Poesie in uns hören…
Der Tanz, die Musik, die Kunst des Flamenco lassen im mitreißenden Ausdruck Herz und Seele zum Klingen, Schwingen bringen…in allen Emotionen von Nähe und Distanz…
Es ist ein Flamenco Abend der Sonderklasse, der im Off Theater Wien in der wunderbaren Choreographie von Tanz, Musik, Poesie wie Style begeistert und mit langanhaltendem Applaus belohnt wird!
Die Wiener Flamenco Tänzerin und Dipl. Bewegungs- und Tanzpädagogin Andrea Narten wie die Wiener Tänzerin, Yulia Kuleshova, die Sängerin Mónica Clavijo und der Gitarrist Franklin Henao Valle verzaubern und entführen das Publikum in eine farbenprächtige Seelenreise, die in höchster Tanz- und Musikkunst einmalig ist.
Ausdruck, Präzession wie Koordination der Tanzchoreographie wie Gesang und Gitarre sind sensationell. Ein Erlebnis, das zweifellos zu den Höhepunkten des Wiener Tanz/Musikjahres zählt.
Das Konzept „Libretto” und die künstlerische Koordination wurde von Yulia Kuleshova konzipiert, die Choreografien wurden von Andrea Narten und Yulia Kuleshova erstellt.
Flamenco Show „NUESTRAS FORMAS DE SER“ („Unsere Form des Seins“)
Lieber Ingo Ospelt, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Aktuell fahre ich mit der Bahn von meinem Wohnort täglich nach St.Gallen, wo ich am Stadttheater in den Endproben zu “ Fischer Fritz” von Raphaela Bardetzky stehe, die Premiere ist am 17.4.2024. Wenn Zeit bleibt, bin ich sehr gerne im Garten am arbeiten. In den Randzeiten schreibe ich Tagebuch, lese, höre Musik, und versuche mails zu beantworten.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Im Großen Ganzen kann Kunst nicht viel bewirken; Kunst kann aber Anstoß geben, Anstoß sein. Im und durch das Theater kann es im besten Fall gelingen, dass sich Menschen verbinden, in Austausch treten.
Was liest Du derzeit?
Die seltsame Wendung / Ludwig Hohl
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
“Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” ist ein Bibelzitat, welches ich als eine sehr kluge Herausforderung verstehe: die Aufforderung, sich über sich selbst im Klaren zu werden um so in Austausch mit dem Gegenüber zu treten.
Vielen Dank für das Interview, lieber Ingo, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Ingo Ospelt, Schauspieler
Zur Person _ Ingo Ospelt, Schauspieler, 1961in München geboren, in Vaduz, Liechtenstein aufgewachsen, lebt in Uster bei Zürich in der Schweiz. Seit vielen Jahren arbeitet er als freischaffender Schauspieler am Theater (Schauspielhaus Zürich, Stadttheater Bern,Theater an der Winkelwiese Zürich, Theater am Kirchplatz Schaan, Theater St. Gallen und verschiedene freie Theatergruppen), sowie für Film („Tatort“, „Der Kreis“, „Die göttliche Ordnung“, „Zwingli“, „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Und morgen seid ihr tot“ ua.), als auch als Sprecher.
Zur Zeit steht Ingo Ospelt in Proben zu dem Stück „Fischer Fritz“ von Raphaela Bardutzky am Theater St.Gallen, welches am 17.4.2024 Premiere haben wird.
Liebe Agnieszka Salamon, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jetzt habe ich gerade viel zu tun. Ich inszeniere zurzeit in Wien eine Adaptation von einem polnischen Comicbuch („Abortion Stories“) über Abtreibungsproblematik und Frauenrechte für das Theater am Werk, Petersplatz. Das heißt viel Probenarbeit, die ich mit Familien- und Privatleben koordinieren muss.
Agnieszka Salamon, Regisseurin, Schauspielerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Über die Geschichte lernen und aus ihr lernen. Versuchen, so viele Informationen über andere Menschen und ihre Motivation zu erfahren, bevor man Urteile fällt. Und vor allem versuchen, ruhig zu bleiben.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Für mich ist die Aufgabe des Theaters oder Films, Geschichten zu erzählen. Und das möglichst ehrlich und wahrhaftig. Damit die Zuschauer sich in diesen Geschichten selbst wiederfinden können und daraus entweder neue Erkenntnisse oder Trost finden können.
Was liest Du derzeit?
„Aborcja jest“ („Abtreibung ist da“), ein Buch der polnischen Autorin Katarzyna Wezyk über die Geschichte der Abtreibung, nicht nur in Polen.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Eine Stimme zu haben ist essenziell. Es schöpft zwar nicht die Rechte des Menschen aus, steht aber in ihrem Mittelpunkt. Man kann also die Geschichte der Frauenrechte und ihres Mangels als eine Geschichte des Schweigens und der Versuche, es zu brechen ansehen.
Agnieszka Salamon, Regisseurin, Schauspielerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Agnieszka, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Agnieszka Salamon _ Regisseurin, Schauspielerin
Zur Person _Agnieszka Salamon ist 1975 in Wroclaw in Polen geboren und wuchs in Ostrowiec Swietokrzyski, einer industriell geprägten Kleinstadt auf. Sie studierte polnische Sprachwissenschaft an der Jagiellonischen Universität in Krakau und absolvierte ihre Schauspiel- und Puppenspielerausbildung an der staatlichen Schauspielschule in Wroclaw. Nach ihrem Diplom und einigen Engagements in Polen verlagerte sie 2001 ihren Lebensmittelpunkt nach Wien. Sie arbeitet vorwiegend mit freien Theatergruppen zusammen, mit dem Theater ortszeit (Salzburg / Wien), dem Theater des Lachens (Berlin) und in letzten Jahren mit der dänisch/österreichischen Performancegruppe SIGNA, bei der sie unter anderem in der Produktion „Wir Hunde / Us Dogs“ (Nestroy Preis 2016) mitspielte. Ihre Regietätigkeit begann mit der Gründung einer Theatergruppe polnischer Migranten in Wien, dem Theater AA-Vademecum.
Sie inszeniert seit fünfzehn Jahren politisch relevante polnische Texte und eigene Adaptationen von nicht dramatischen Werken. In Krakau inszenierte sie am Theater Laznia Nowa ein soziales Theaterprojekt mit Arbeitslosen aus Nowa Huta („Vademecum des Amateurtheaters“). Am Jungen Schauspielhaus in Düsseldorf führte sie Regie bei einem integrativen Theaterprojekt mit Jugendlichen aus Deutschland und Polen („Born Digital“). Im Rahmen der WienWoche 2019 inszenierte sie „Tkaczki / die Spinnerinnen“, eine Performance über die Emanzipation und den Freiheitskampf von Textilarbeiterinnen. Diese wurde in einer Siebdruckwerkstatt aufgeführt.
Während der Corona Krise inszenierte sie mit ihrer polnischen Migrantengruppe das Stück „Zwei arme, polnisch sprechende Rumänen“ von Dorota Maslowska und nahm an der Performance „City of Whores“ von Natalie Assmann teil. 2021 / 22 arbeitete sie wieder mit der Gruppe SIGNA an der Performance „Die Ruhe“ im Deutschen Schauspielhaus Hamburg zusammen. Diese Inszenierung wurde mit einer Einladung zum Berliner Theatertreffen 2022 ausgezeichnet.
Agnieszka Salamon konzentriert sich bei ihren Arbeiten vor allem auf Probleme der Menschen, die aus verschiedenen Kulturen stammen, welche durch (freiwillige oder erzwungene) Migration ihre Identität neu suchen und gestalten müssen.
Zur Person _Nikolaus Stich, geboren in Wien, Ausbildung in Wien und New York. Schauspieler und freischaffender Regisseur. Zuletzt inszenierte er im Herbst 2023 im Theater Westliches Weinviertel „Mord im Orient Express“, sowie das Familien-Musical „Lilly und die wilden Räuber“ im Theater Akzent in Wien.
Seine Engagements als Schauspieler führten ihn durch den gesamten deutschen Sprachraum: „In 80 Tagen um die Welt“, „Ein Sommernachtstraum“, „Die Wunderübung“, „Ladies Night“, „Spamalot“, „Mamma Mia!“, „Jesus Christ Superstar“, „Cabaret“, um nur einige zu nennen. In Retz war er als Weißes Kaninchen in „Die Wunderland-Affäre“, als Albert Speer in „Führerbunker , Berlin April 1945“, als Gerichtsmediziner Dr Phillips in „Jack the Ripper“ sowie als Bruder Berengar in „Der Name der Rose“ zu erleben. Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich in der Sparte Darstellende Kunst: 2015 mit „Verein Rabauki“, 2021 mit „Verein handikapped unicorns NÖ“.
Aktuelle Produktion _
Kriminalkomödie nach den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle
05. April – 12. Mai 2024 – Stationentheater im Erlebniskeller Retz
Nach dem großen Erfolg beim Publikum und einer ausverkauften Vorstellungsreihe wird das schaurig-humorvolle Stationentheater „Sherlock Holmes – Das zweite Gesicht“ im Erlebniskeller Retz wiederaufgenommen. Im unterirdischen Labyrinth von Österreichs größtem historischen Weinkeller lässt das mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis ausgezeichnete Theaterkollektiv „handikapped unicorns Niederösterreich“ den berühmten Meisterdetektiv in einem neuen geheimnisvollen Fall ermitteln.
„Sherlock Holmes: Das zweite Gesicht“ (folgende) _ Regie: Ursula Leitner & Nikolaus Stich _ Premiere: Freitag, 05. April – 19:30 Uhr, Erlebniskeller Retz, Hauptplatz 30, 2070 Retz
Im Zirkus Baskerville geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Während der Halloween-Vorstellung werden der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes und sein ständiger Begleiter Dr. Watson Zeugen eines mysteriösen Attentats. Jemand – oder etwas – hat es offenbar auf die neue Zirkusdirektorin Harriet Baskerville abgesehen, die Tochter des erst kürzlich unter ungeklärten Umständen verstorbenen Direktors Charles Baskerville. „Wenn Sie Wert auf Ihr Leben und Verstand legen, spielen Sie an Halloween keine Vorstellung. Packen Sie Ihre Sachen und verschwinden Sie für immer“, so lautet ein mysteriöser Brief. Eine Warnung? Eine Drohung? Oder ist doch etwas dran an der alten Zirkuslegende, nach der der Geist von Edward Mordrake mit seinem teuflischen zweiten Gesicht all jene, die es wagen, an Halloween eine Vorstellung zu spielen, mit sich in die Hölle reißt? Das Interesse von Sherlock Holmes und Dr. Watson ist geweckt. Treibt hier wirklich ein mörderischer Geist sein Unwesen? Wer hätte noch Interesse am Verschwinden von Harriet Baskerville? Und ist im Zirkus wirklich jeder der, für den er oder sie sich ausgibt?
Seit 2018 wird der Retzer Erlebniskeller vom preisgekrönten Theaterkollektiv „handikapped unicorns Niederösterreich“ eindrucksvoll in Szene gesetzt. Das bewährte Stationen-Theater-Format ermöglicht es dem Publikum, gemeinsam mit Sherlock Holmes den Erlebniskeller Retz zu erkunden und Zeuge seiner brillanten Ermittlungen zu werden. Das 20 km lange Labyrinth aus verwinkelten Nischen und Räumen bietet eine einmalige und stimmungsvolle Kulisse für diese gruselige bis humorvolle Kriminalkomödie.
Mit viel Humor und einer gehörigen Prise Grusel adaptiert das bewährte Regieduo Ursula Leitner und Nikolaus Stich Sir Arthur Conan Doyles Kriminalklassiker „Der Hund von Baskerville“ als absurd-komischen Trip durch die verwinkelten Welten des Retzer Erlebniskellers, in denen schräge Artistinnen, Magier, Clowns, starke Männer und bärtige Frauen ihr Unwesen treiben. Manege frei!
MIT:Klemens Dellacher, Julia Handle, Lara Fabienne Karasek, J-D Schwarzmann, Samuel Schwarzmann, Nikolaus Stich, Sophie Benedikte Stocker, Gerald Walsberger, Kerstin Zinober & Marlene Fröschl / Lisa Hochrainer
TEAM:Regie: Ursula Leitner & Nikolaus Stich | Dramaturgie & Produktion: Valentin Werner | Kostüme & Bühne: Petra Teufelsbauer | Technik: Martin Kerschbaum, Patrick Widhofner-Schmidt | Maske: Michelle Hofbauer, Daniela Novelli, Hannelore Uhrmacher | Produktion: Ignacio Busch | Regieassistenz: Daniela Graf | Öffentlichkeitsarbeit: Hannah Balber | Fotos: Anna Zehetgruber | Statisterie: Michelle Hofbauer | Publikumsbegleitung: Fabian Hauser, Robert Schirrer, Klaus Wiklicky-Leitner
Eine Produktion der „handikapped unicorns Niederösterreich“ gefördert durch das Land Niederösterreich
TICKETS
Vorverkauf online unter www.theater-retz.at, per Telefon unter 0681/20884266 sowie in der Gästeinfo Retzer Land (Hauptplatz 30, 2070 Retz)
SPIELTERMINE: 05. April – 12. Mai 2024
Premiere: Freitag, 05. April – 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen: 6. April / 12. – 14. April / 18. – 21. April / 25. – 28. April / 2.- 5. Mai / 9. – 10. Mai / 12. Mai
Wien. Eine faszinierende Stadt in einmaliger kultureller Vielfalt in wunderbaren Begegnungsorten. So präsentiert sich die knapp 2 Millionen Stadt heute und so war es auch in den Jahrhunderten davor. Zahlreiche Denkmäler in Stein wie Wort und Bild erinnern daran und machen Erfahrungen, Geschehnisse über Zeiten hinweg lebendig. Eine Spurensuche, die Überraschungen bietet…
Rainer Metzger, Kunsthistoriker, Kurator, Autor, begibt sich nun in 25 kulturhistorischen Blitzlichtern von Marc Aurel, Lina Loos bis zu Thomas Bernhard und John Lennon zu topographischen Bezugspunkten und lässt Kulturgeschichte vielfältig lebendig werden.
„Eine spannende Wiener Spurensuche von Marc Aurel, Thomas Bernhard bis zu John Lennon.“
Willkommen in Wien. So haben Marc Aurel und Maria Theresia Paradis, Yoko Ono, Thomas Bernhard und viele weitere die Stadt erlebt. Rainer Metzger. Molden Verlag.