„Schreiben allein genügt nicht“ Alex Thomas, Autorenehepaar _ Bremen 3.11.2023

Liebe Alex, lieber Thomas, wie sieht jetzt euer Tagesablauf aus?

Thomas: Ich bin ein Morgenmensch. Dreimal die Woche gehe ich um halb sieben zum Frühsport ins Gym. Danach wird gefrühstückt, und es folgt bis etwa 12 Uhr meine besonders kreative Zeit, in der ich mich von Emails und den sozialen Medien fernhalte. Kurz vor Mittag, bevor ich mit dem Kochen beginne, widme ich mich meinem derzeitigen Hobby, einem Sprachkurs in Koreanisch. Am Nachmittag geht es dann an alle möglichen Dinge, vom Recherchieren für neue Romanstoffe, übers E-Mail-Schreiben bis hin zum Designen von Grafiken für Facebook und Instagram. Außerdem lektoriere ich meine am Vormittag geschriebenen Texte. So ist der Tag unglaublich schnell vorbei.

Alex:  Mein Tagesablauf sieht ebenfalls unspektakulär aus. Hausarbeit, Einkaufengehen, Bewegungstraining für Muskulatur und Knochen, Lesen, Recherchieren, dadurch den eigenen geistigen Horizont etwas erweitern, und last but not least kommt das Schreiben. Meine Kreativzeit liegt vor allem in den späten Vormittags- und in den Mittags- und Nachmittagsstunden.

Alex Thomas ist das Alter Ego eines Autorenehepaares, unter dem es Thriller und Psychothriller veröffentlicht.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Alex Thomas: Achtsamkeit. Besonnen bleiben, unsere Menschlichkeit trotz globaler und gesellschaftlicher Umbrüche nicht verlieren. Haltung zur Demokratie und ihren Institutionen zeigen. Egal ob Rechts oder Links, das eigentliche Übel liegt im Extremismus.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Alex Thomas: Wesentlich wird dabei sein, nicht zu schweigen. Wer schweigt, stimmt zu. Wir beobachten den Kulturkampf in den USA, unter anderem die Bücherverbote. Auf dem Index der Schulbibliotheken einiger US-Bundstaaten steht mittlerweile humanistische Weltklasseliteratur wie die von Toni Morrison oder Harper Lee. Auf der anderen Seite wurden Bücher von Rowling wegen Transphobie-Vorwürfen von Fans verbrannt.

Bücherverbote. Bücherverbrennungen. So etwas darf in Europa, erst recht in Österreich und Deutschland, nie wieder passieren. Eine demokratische und pluralistische Gesellschaft benötigt Menschen, die mehr als nur einen Standpunkt einnehmen und nachvollziehen können. Gute, empathische Geschichten, Geschichten über Menschen in Grenzsituationen können den Weg dorthin bereiten. Wir freuen uns jedenfalls, wenn unsere Spannungsromane und Jugendbücher ein klein wenig dazu beitragen.

Aber Reden und Schreiben allein genügt nicht. So haben wir in unserer Nachbarschaft eine Familie, die aus dem umkämpften Damaskus geflohen ist. Wir haben Bilder zerstörter Stadtteile gesehen, die uns an Deutschland unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg erinnerten. Aus dieser Hölle ist die Familie mit ihren Kindern geflohen. Inzwischen haben sich unsere Nachbarn gut eingelebt, schulisch wie beruflich. Und was hat dabei geholfen? Ein klein wenig persönliches Engagement – und zum Erlernen der deutschen Sprache Kinder- und Jugendbücher sowie jede Menge Comics, von Disneys Lustigen Taschenbüchern bis hin zu Asterix & Obelix.

Was lest Ihr derzeit?

Thomas: Ich lese derzeit zum vierten oder fünften Mal „The bones beneath my skin“ von T. J. Klune. Der Sciencefiction-Roman spielt in den 1990ern und ist jenen gewidmet, die von Sternen träumen: „For those who dream of stars.“ Das Buch kam gerade auf Deutsch bei Heyne unter dem Titel „Aus Sternen und Staub“ heraus. Außerdem schaue ich, nachdem ich den Sciencefiction-Roman vor vielen Jahren gelesen habe, immer wieder mal in Vernor Vings „Ein Feuer auf der Tiefe“ hinein. Ein fast schon prophetischer Roman, dessen Story in einer bizarren, ungewöhnlichen Welt spielt, die mich in Teilen an Bradbury oder an die „Caleban“-Reihe von Frank Herbert erinnert.

Alex:  „Jenseits“ von Johannes Hemleben. (Ideen der Menschheit über das Leben nach dem Tode …) Dann liegt neben einem Kriminalroman von Romy Fölck ein Sciencefiction-Thriller von Andreas Brandhorst ganz oben auf meinem Lesestapel. Zu meinen Herzensbüchern, in die ich immer wieder gerne hineinlese, gehört unter anderem „Das Buch der Unruhe“ von Fernando Pessoa.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtet Ihr uns mitgeben?

Thomas: „Hope clouds observation.“ – Frank Herbert, Dune

Alex: „Leben und leben lassen.

Vielen Dank für das Interview, liebe Alex, lieber Thomas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Eure großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Wir haben zu danken.

5 Fragen an Künstler*innen:

Alex Thomas, Autorenehepaar

Zu den Personen _ Alex Thomas ist das Alter Ego eines Autorenehepaares, unter dem es Thriller und Psychothriller veröffentlicht. Alex arbeitet seit langem im Buch- und Medienbetrieb, schreibt, übersetzt und lektoriert. Thomas war viele Jahre als Professor für Künstliche Intelligenz an einer Londoner Universität tätig, bevor er sich dem Schreiben und Übersetzen von Romanen widmete.

Unter dem Pseudonym Tom Alex veröffentlichen beide zudem Jugendbücher und All -age-Romane.

https://www.alex-thomas.info/

Aktuelle Buchneuerscheinung_

ALEX THOMAS, PIETÀ – STEINERNER TOD. Thriller. Gmeiner Verlag.

„Als an einem Wintermorgen unter dem Brandenburger Tor die blutüberströmte Leiche eines Mannes in den Armen einer Frau entdeckt wird, schrillen bei Ex-Kriminalkommissar Magnus Böhm sämtliche Alarmglocken. Er hat diese Skulptur aus Menschenkörpern schon einmal gesehen, 14 Jahre zuvor in Rom. Die Presse stürzt sich auf den Fall und spricht von der Berliner Pietà. Doch dieses Mal gibt es einen entscheidenden Unterschied: Das weibliche Opfer hat überlebt.“

Kommissare Magnus Böhm und Annetta Niedlich

352 Seiten, 13,5 x 21 cm, Paperback

Buch 16,– € / E-Book 5,99 11,99 €*ISBN 978-3-8392-0500-6

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/pieta-steinerner-tod.html

Foto _ privat

Walter Pobaschnig _ 26.10.2023

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„Der große Gogo“ Egyd Gstättner. Roman. Picus Verlag.

„Ich bin egal. Ich bin nicht immer egal gewesen, ich bin egal geworden, dann sind mir die anderen egal geworden, dann bin ich mir selbst egal geworden…“

Es ist ein Weg in das Dunkel, in einen persönlichen wie gesellschaftlichen Tunnel, in dem es den Fußballer, aufstrebenden Stürmerstar und Nationalteamdebütanten, Gustav »Gogo« Goggerwenig, nun geführt hat. Jetzt steht er vor einem Leben, allein auf dem Spielfeld der Öffentlichkeit, das so viele Erfolge und Hoffnungen aufzuweisen hatte, ihn  feierte und ihn dann allein, verletzt, in einer entscheidenden Partie zurückließ, seine große Zeit, einfach abgepfiffen, Scheinwerfer aus…

Doch wie begann es? Wie war der Weg auf das Spielfeld, in das Rampenlicht? Was waren Hoffnungen, Träume und wie geschah das Hochheben und Fallenlassen? Wie wurde es finster…

Egyd Gstättner, renommierter, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller, legt mit „Der große Gogo“ einen fulminanten wie kritischen Roman zur Hochschaubahn wie Kurzlebendigkeit einer Sportkarriere vor, die als ganz große Parabel auch wesentliche Facetten österreichischer Mentalität und Identität in den spannenden literarischen Blick wie Ausblick nimmt.

Leserin und Leserin, nicht nur mit regionaler wie österreichischer Fußball- und Sportgeschichte vertrauten, sind von der ersten Seiten weg mittendrin und gepackt von einer Sport- und Lebensstory, die mitreißend in literarischer Virtuosität – beeindruckend das sprachliche Kurz- und Langpassspiel in Gesprächs-, Reportage-, und Erzählpassagen – begeistert!

„Ganz große Literatur als österreichisches Sport- und Lebensbuch, das rundum begeistert wie erschüttert!“

„Der große Gogo“ Egyd Gstättner. Roman. Picus Verlag.

Einband gebunden, Umfang 160 Seiten

Format 13,5 x 21,0

ISBN 978-3-7117-2138-9

Ersch.Datum September 2023

Buch: €22,00

E-Book: €17,99E-Book

Walter Pobaschnig  10/23

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„Heilung“ Andrea Fischer, Sängerin _ Give Peace A Chance _ Linz 2.11.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gewissen

Idealismus

Vereint

Euch


Perpetuum

Eintracht

Ausrichtung

Chancen

Ergreifen


Alpha


Chime

Heilung

Achtsamkeit

Neubeginn

Chime

Erkenntnis

Andrea Fischer, 26.10.2023

Andrea Fischer _ Künstlername: CHIME, Sängerin, Komponistin,
Musik- und Filmproduzentin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Andrea Fischer _ Künstlername: CHIME, Sängerin, Komponistin,
Musik- und Filmproduzentin

Zur Person  _ Andrea Fischer _ Künstlername: CHIME, Sängerin, Komponistin,
Musik- und Filmproduzentin
Ihr Debütalbum hat sie im Alleingang produziert und ist auf allen gängigen Streamingplattformen unter Andrea Fischer – Chime zu finden. Ihre Reels findet man auf Facebook.

Foto _ privat

26.10.2023 _Walter Pobaschnig

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„Konsumieren Sie aus Langeweile, arbeiten Sie nur für Geld?“ Nur Gimenez Villarroya, dancer/performer _ Verscio/Ticino, Switzerland 2.11.2023

Liebe Nur Gimenez Villarroya, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Vor kurzem zog ich in die Schweiz. Ich wurde ich für das Master-Programm in Physical Theatre an der Dimitri Theater Akademie ausgewählt.

Seit September hat sich meine Routine komplett gewandelt, vom Leben auf den Straßen von Urfahr in Linz, Österreich, zum Aufwachen in den Bergen des Tessins, Schweiz.

Hier beginnen die Tage um 9 Uhr und enden um 16 Uhr – als feste Struktur – der Inhalt variiert zwischen Kursen, Seminaren, Forschung, aber am Nachmittag haben wir eine Vielzahl von Aktivitäten unter ihnen, Akrobatik, Kulturabende, mehr Seminare, mehr Kurse.

Also, eigentlich endet mein Tag um 20 Uhr, aber obwohl die Tage lang sind, sind sie voller Inspiration.

Nur Giménez Villarroya, dancer, performer _
Le Sacre du Printemps at Landestheater Linz, choregrafin Mei Hong Lin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Lenken Sie den Fokus Ihrer Aufmerksamkeit auf den nächsten Körper (den Körper). Verbinden Sie sich mit diesem sensiblen, einfühlsamen, ehrlichen und natürlichen Raum, der uns mit der Welt verbindet, schauen Sie „nach innen“, um zu lernen, auf „das Äußere“ zu hören, und so werden wir vielleicht aufhören, gefühllos zu handeln.

Nur Giménez Villarroya _
Foto: Silvia Arenas

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Theater, Kunst und Tanz waren in unserer menschlichen Entwicklung schon immer in unzähligen Ausdrucksformen präsent. Ich denke nicht, dass wir Theater/Kunst/Tanz fragen sollten, was sie uns in diesen Zeiten bieten können, sondern wiederum unseren Körper fragen sollten: In welcher Beziehung steht er jetzt zu den Künsten? Konsumieren Sie aus Langeweile, arbeiten Sie nur für Geld? Was möchte ich schaffen, um (ich = meinen Körper) der Welt mit meiner Kunst anzubieten? – Schaffen bedeutet, lieben zu verstehen, sich weiterzuentwickeln und neu aufzubauen.-

Nur Giménez Villarroya, queer feminist festival,
folgendes

Was liest Du derzeit?

Momentan:

Metagenealogía, Alejandro Jodorowsky y Marianne Costa

Politica Sexual de la Pornografia. Sexo, Desigualdad, Violencia, Mónica

Alario Gavilán

Sommerhits:

Un apartamento en Urano, Paul B. Preciado

Tengo miedo Torero, Pedro Lemebel

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„(…) Aber weil ich euch liebe, meine tapferen Gleichen, wünsche ich, dass auch ihr den Mut verliert. Ich wünsche mir, dass Ihnen die Kraft fehlt, die Norm zu wiederholen, dass Sie nicht die Energie haben, Ihre Identität weiter zu erschaffen, dass Sie die Entschlossenheit verlieren, weiterhin daran zu glauben, dass Ihre Rollen die Wahrheit über Sie sagen. Und wenn Sie allen Mut verloren haben und verrückt vor Feigheit sind, wünsche ich Ihnen, dass Sie neue und fragile Verwendungsmöglichkeiten für Ihre verletzlichen Körper erfinden. Weil ich dich liebe, wünsche ich dir schwach und nicht mutig. Weil die Revolution durch Schwäche handelt. Lyon, 22. November 2014.“

Der Mut, du selbst zu sein, aus „An Apartment on Uranus“ von Paul B. Preciado.

Vielen Dank für das Interview, liebe Nur, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanz-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Nur Giménez Villarroya, dancer, performer

Zur Person _ Nur Giménez Villarroya ( 7.5.88, Barcelona/Spain) a non-binary , transfeminist freelance dancer/Performer with 15 years of International Professional Experience, graduated with Distinction by the Royal Academy of Dance and awarded dancer of the year 19/20 by Landestheater Linz. As well a Yoga Teacher, Phytotherapist and actively involved in several cultural collectives. Currently cursing the Masters Program of Physical Theater at Academia Teatro Dimitri, Verscio/Switzerland.

Fotos_Sakher Almonem, Silvia Arenas, Tanja Kanazir

Walter Pobaschnig _ 25.10.2023

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„Der doppelte Erich“ Kästner im Dritten Reich. Biographie. Tobias Lehmkuhl. Rowohlt Verlag.

Es ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die für den 1899 als Sohn eines Sattlermeisters in Dresden geborenen vielseitigen Journalisten Ende der 1920 Jahre in Deutschland beginnt. Der gefeierte Theaterkritiker veröffentlicht 1929 sein erstes Kinder/ Jugendbuch „Emil und die Detektive“, dem „Pünktchen und Anton“ (1931) und „Das fliegende Klassenzimmer“ (1933) als Bestseller der Zeit folgen. Es ist eine Millionenauflage, denen auch eine Verfilmung folgt. Der Gipfel des Erfolges. Alles steht dem studierten Germanisten, Dr.phil., offen und viele Pläne gibt es jetzt. Doch dann…

1933. Jetzt verändert sich alles in Deutschland. Der Nationalsozialismus ergreift die Macht. Der Erfolgsautor wird verhört, seine Bücher werden öffentlich verbrannt. Seine Kollegen:innen emigrieren nach Möglichkeit, suchen Wege dem Terror zu entkommen.

Er bleibt. Schreibt weiter in Pseudonymen. Überlebt.

Sein Name: Erich Kästner.

Tobias Lehmkuhl, renommierter Literaturkritiker und Autor, geht in dem vorliegenden Buch den Wegen eines der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellers in Leben, Werk, Gesellschaft und Politik nach und öffnet in 14.Kapitel viele bisher nicht bekannte Realitäten und Facetten einer Schriftstellerexistenz in herausforderndsten Zeiten.

Das Buch besticht in Recherche, Aufbau, narrativer Zusammenschau wie kritischem Ein- und Ausblick. Es stellt den Menschen, Schriftsteller Erich Kästner an Lebens-, Werksstationen in unbekannten Details vor und lässt diesen interessiert folgen.

In der Zusammenschau geht es in dieser sehr bemerkenswerten Biographie um Grundwerte des Lebens und Kunst im äußersten Spannungsfeld von Leben und Gesellschaft und greift damit weit über ein Leben hinaus.

Der doppelte Erich. Kästner im Dritten Reich. Biographie. Tobias Lehmkuhl. Rowohlt Verlag.

Verlag: Rowohlt Berlin

Erscheinungstermin: 17.10.2023

Lieferstatus: Verfügbar

Gebunden, 304 Seiten

ISBN: 978-3-7371-0150-9

Walter Pobaschnig  10/23

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Maria Callas. Kunst und Mythos. Jacobshagen, Arnold. Reclam Verlag

Es ist ein Leben im Rampenlicht der berühmtesten Opernbühnen der Welt, der TV- und Filmscheinwerfer und der privatem Öffentlichkeit, welche die 1923 als Tochter griechischer Eltern in New York geborene und 1977 in Paris verstorbene Sängerin, Schauspielerin Maria Callas zur einzigartigen Sopranistin, außergewöhnlichen Schauspielerin wie hingebungsvoll und unglücklich Liebenden abseits der Bühne zur Legende von „Kunst und Mythos“ bis zum heutigen Tage machen.

Zum 100.Geburtstag der letzten „Diva“  legt nun der renommierte Musikwissenschaftler und Professor an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Arnold Jacobshagen, eine kompakt informative wie inspirierende Biographie vor, die kompetent Leben und Werk vorstellt wie auch vielfältige Impulse zur Gegenwart setzt.

Hervorzuheben ist zunächst der klare Kapitelaufbau, den der Autor wählt, und der in vier Themenbereichen – Leben-Kunst-Mythos-Callas morgen  – aufgebaut ist. Damit gelingt ein klarer Leitfaden, was bei der Komplexität des Themas nicht einfach ist, aber diese Biographie auch wesentlich ausmacht. Leserin und Leser folgen den Stationen eines Lebens und erleben gleichsam Erfahrungen und Erlebnisse, Träume und Triumphe wie Enttäuschungen und Hoffnungen eines ganz außergewöhnlich erfolgreichen wie persönlich tragischen Künstlerinnenlebens strukturiert und hervorragend in den Rahmen der Zeit gesetzt mit.

Bestechend wie begeisternd ist das musikalische Fachwissen des Autors, mit dem die Bühnenauftritte in Genre, Aufbau, Musikgeschichte und schließlich Wirkung vorgestellt und lebendig gemacht werden. Das ist eine besondere Konzertreise, zu der hier eingeladen wird.

Schließlich ist auf die Darstellung des Lebensbogens zu verweisen, der auch hier Fakten aneinanderreiht, ohne nach Sensationen greifen zu wollen, und damit ins Schwarze trifft. Die Kunst wird über das Leben gestellt.

„Eine Callas Biographie, die Maßstäbe setzt!“

Maria Callas. Kunst und Mythos. Jacobshagen, Arnold. Reclam Verlag

Originalausgabe

Geb. mit Schutzumschlag

Format 13,5 × 21,5 cm,

Seiten 367. 38 Abb.

ISBN: 978-3-15-011451-3

25,00 €

Walter Pobaschnig  10/23

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„Kunst macht das Leben sehnlicher“ Ana Bilic, Autorin und Filmregisseurin _ Wien 1.11.2023

Liebe Ana Bilic, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Neben dem Notwendigen – Frühstück, Mittagessen und Abendessen – und auch dem Erwarteten – das Schreiben, das Planen, das Umsetzen – gibt es auch drei wichtige Rituale:

1) „Welt hören“ – ruhig sitzen und eine kurze Zeit auf die Töne und die Geräusche um mich konzentrieren;

2) sich ein leichtes Dessert nach dem Mittagessen gönnen;

3) meine gekrizelten Notizen voll von Ideen in Ordnung bringen.

Ana Bilic, Autorin und Filmregisseurin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Eigene Krisen zu bewältigen: Selbsterkenntnis gepaart mit Toleranz zu sich selbst, sich Zeit nehmen und Gelassenheit festigen. Bei Krisen um uns herum: Teilnahme an der Umweltnachhaltigkeit, gesunde Diät bei Informationsüberflutung und kritisches Denken bei Moden jeder Art.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Film, der Kunst an sich zu?

Als Antwort nehme ich ein Gedicht aus meinem Lyrikband „Von Klarheit und anderen Irrtümern“ als Zitat:

Opferbereitschaft

Heutzutage ist Kunst anders als sie früher war:

Auch zum Frühstück zu gehen oder Wäsche zu waschen

wird als Kunst betrachtet.

Solche Performances helfen sowohl Kunstmachenden als auch Kunstkonsumenten

ein höheres Bewusstsein zu erreichen:

Jeder Akt des Lebens wird zur Kunst,

und damit wird das Leben auch viel sehnlicher.

Was liest Du derzeit?

Den Roman „Der Einzelgänger“ von Eugène Ionesco – der einzige Roman, der dieser großartige Dramatiker1973 verfasst hat. „Der Einzelgänger“ redet über Gott und die Welt in einem einfachen, fast infantilen Stil und somit trägt der Roman die Witzigkeit und die Komik in sich, wegen der sich der Roman in einem Atem lesen lässt. Die Frage wird in den Raum gestellt: Ein Teil der Welt oder ein Einzelgänger zu sein?

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein kurzes Zitat aus meinem Langspielfilm „Wenn die Heidelerche singt“ zum Thema Natur und Umwelt: 

„JUNGE FRAU:

Du hast kein Recht so zu reden. Der Wald rettet und liebt. Ich bin noch immer am Leben.“

Ana Bilic, Autorin und Filmregisseurin

Vielen Dank für das Interview, liebe Ana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Filmprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Ana Bilic, Autorin und Filmregisseurin

Zur Person _ Ana Bilic (1962, Zagreb) lebt in Wien als Autorin/Filmregisseurin. Sie ist auch tätig als Theaterautorin und -regisseurin sowie als Linguistin.

Mehr Informationen über sie und ihr Werk auf der Webseite https://www.ana-bilic.at

Fotos_Danilo Wimmer

Walter Pobaschnig _ 25.10.2023

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„Die ideale Frau“ Eleanor Janega. Wie uns mittelalterliche Vorstellungen von Weiblichkeit noch heute prägen. Propyläen Verlag.

Der ideale Mensch. Die ideale Frau. Der ideale Mann. Was ist das? Gibt es das? Und vor allem wo kommen Ideale hier? Wie wurden diese Ideale geformt und wie wirken diese heute nach?

Eleanor Janega, Professorin für mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte an der London School of Economics, Forschungsschwerpunkte sind dabei Sexualität, Propaganda und apokalyptisches Denken im Spätmittelalter, legt ein Grundlagenwerk kritischen Gesellschaftsverständnisses vor, das fundiert historische Grundlagen von Frausein in Komplexität und Variabilität erläutert wie persönliche Wege von Frauen in der Lebenswelt der Zeit vorstellt:

„Wenn wir verstehen wollen, wie die westliche Gesellschaft zu ihren gegenwärtigen Einstellungen in Bezug auf Frauen kommt, müssen wir sie bis ins mittelalterliche Europa zurückverfolgen…“

Das Buch ist in fünf Kapitel aufgebaut, die jeweils Form und Norm weiblicher Rolle beleuchten und vorstellen und dann zum Ausblick „Was bedeutet das für uns heute?“ ansetzt.

In der Analyse mittelalterlicher Quellen bringt die Expertin Überraschendes ans Licht der Forschung und setzt dies in einem gut lesbaren Stil und Kontext, sodass das Leben der Zeit in allem Licht und Schatten sehr bildhaft lebendig wird. Kritisch wird dabei der Bogen in die Gegenwart gespannt und so entsteht ein vielfältig impulsgebender Dialog zu Existenz und Gesellschaft im Heute

„Eine spannende Reise zu Leben und Bild der Frau im Mittelalter und deren gegenwärtige Auswirkungen!“

„Die ideale Frau“ Eleanor Janega. Wie uns mittelalterliche Vorstellungen von Weiblichkeit noch heute prägen. Propyläen Verlag.

Propyläen Verlag, Hardcover mit Schutzumschlag

Seitenanzahl: 352 Seiten

Originaltitel: The Once and Future Sex

Übersetzung aus dem Englischen von Karin Schuler

ISBN 9783549100721

Erscheinungstag 28.09.2023

Preise: DE 26,00 €, AT 26,80 €

Walter Pobaschnig 10/23

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„Literatur & Kunst können wieder mehr Empathie entfachen“ Robert Preis, Schriftsteller _ Graz 31.10.2023

Lieber Robert Preis, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich starte mit einem Morgenlauf mit meiner Hündin Bonnie. Dann gibt’s Social Media-Check und ein bis zwei Stunden Schreiben am aktuellen Romanprojekt.  Danach fahre ich in die Weststeiermark – ich bin Journalist einer Tageszeitung. Am Abend Plaudern mit der Familie, Netflix oder ein gutes Buch.

Robert Preis, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Diese Frage verstehe ich nicht ganz.
Aber spontan würde ich sagen, dass wir uns klarmachen sollten, dass das Leben endlich ist, ziemlich schnell vorüberbraust und wir das Beste daraus machen sollten – ohne anderen – den Menschen, den Tieren, der Natur – damit zu schaden. Das ist manchmal schwer genug. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich sehe das pragmatisch. So groß ist der Aufbruch gar nicht. Wir sollten einander nur nicht ständig vorhalten, welche Art zu leben richtig und welche falsch ist, denn ich befürchte, die Antwort darauf ist immer subjektiv. Ich sehe die Rolle von Literatur & Kunst eher darin, wieder mehr Empathie zu entfachen. Auch Empathie für sich selbst.

Was liest Du derzeit?

„Die Wilde Jagd“ von Rene Freund

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Manche träumen vom Erfolg, andere stehen auf und arbeiten hart dafür…

(habe ich gerade irgendwo aufgeschnappt und fand es ganz treffend)

Foto_privat

Vielen Dank für das Interview, lieber Robert, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Robert Preis, Schriftsteller

Zur Person _ Robert Preis wurde 1972 in Graz geboren. Nach dem Publizistik- und Ethnologiestudium in Wien lebt er heute mit seiner Familie wieder in der Nähe seiner Heimatstadt. Er ist Journalist, Autor zahlreicher Romane und Sachbücher und Initiator des FINE CRIME-Krimifestivals™ in Graz.

www.robertpreis.com

Aktueller Roman _ Gottes Plagen, Robert Preis. Historischer Roman. emons Verlag.

Die Geschichte einer unmöglichen Liebe und der Entstehung des Grazer Gottesplagenbildes.
1463: Stjepan Tomašević, der letzte Despot Serbiens und König von Bosnien, wird von osmanischen Reitern enthauptet. Seine hochschwangere Frau Helena beobachtet die Ermordung und kann mit einem kleinen Gefolge fliehen. Hilfe erhält sie auch von einem Pilger namens Johannes, der sie Richtung Norden ins sichere Graz des Heiligen Römischen Reiches führen will. Doch die Osmanen sind ihnen dicht auf den Fersen, und in einer Zeit von Krankheiten, Plagen und Kriegen scheint am Ende nur noch ein Bild die Hoffnung auf eine Zukunft zu nähren.

Gottes Plagen, Robert Preis, Broschur
13.5 x 20.5 cm
576 Seiten
ISBN 978-3-7408-1945-3
18,00 € [DE] 18,60 € [AT]


Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2023

https://emons-verlag.de/p/gottes-plagen-6979

Walter Pobaschnig _ 14.10.2023

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„Es gibt immer ein Morgen, come on“ Tanja Langer, Schriftstellerin und Verlegerin  _ Give Peace A Chance _ Berlin 31.10.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gegebenenfalls

Ich meine

Vielleicht

Erinnern wir uns an das


Paradies das

Es niemals gab

Aber immer doch

Charakteristisch für uns

Es niemals aufzugeben


Ach, trotz


Chronischer Verzweiflung

Hoffentlich ist der Krieg

Am Donnerstag zu Ende

Na sicher doch

Come on

Es gibt immer ein Morgen, come on

Tanja Langer, 14.10.2023

Tanja Langer, Schriftstellerin und Verlegerin 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Tanja Langer, Schriftstellerin und Verlegerin 

Zur Person  _ Tanja Langer, geboren 1962 in Wiesbaden, lebt seit 1986 in Berlin. Sie veröffentlichte Erzählungen, Hörspiele und Romane wie Der Tag ist hell, ich schreibe dirDer Maler MunchKleine Geschichte von der Frau, die nicht treu sein konnte und den Afghanistanroman Der Himmel ist ein Taschenspieler (mit D. Majed). Als Textdichterin für Neue Musik verfasste sie das Libretto für die Oper Kleist (UA 2008) und den Liederzyklus Künstlerinnen / Fürchterlich ist die Braut am Abend von Rainer Rubbert, die Oper Ovartaci – crazy, queer & loveable für 12 Komponist*innen (2017/8 Staatsoper Unter den Linden, Berlin) u.a.. 2019 eröffnete sie ihr Projekt zum Erinnern und Vergessen mit dem Roman Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder die Erfindung der Erinnerung. 2016 gründete sie den polyphonen Bübül Verlag Berlin.

Langer gilt als »… eine aufregende und avancierte Autorin mit Gespür für politisch-gesellschaftliche Umbrüche, die sie immer auch aus privater Sicht zu spiegeln weiß.«  Volker Heigenmooser, literaturkritik.de

http://www.tanjalanger.de

Foto _ Michele Corleone

14.10.2023 _Walter Pobaschnig

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