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„Freude“ Adria Just-Font, Schauspieler _ Wien 13.11.2023

Lieber Adria Just-Font, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Nach dem Aufstehen mache ich mir erst mal ein großes Frühstück, um gut in den Tag zu starten. Aktuell ist mein Tagesablauf jede Woche ganz unterschiedlich, mal gehe ich arbeiten oder ein neues Casting steht an. Am Abend nehme ich mir Zeit, um Familie oder Freunde zu treffen, der Kontakt zu anderen Menschen ist mir ganz besonders wichtig.

Adria Just-Font, Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Freude. In den letzten Jahren hat sich die Welt sehr verändert, leider nicht unbedingt zum Positiven. Viele vergessen was Online und was Realität ist, und lassen sich zu sehr von den vielen negativen Nachrichten beeinflussen. Natürlich sollte man so etwas nicht ausblenden, aber man darf ebenso nicht vergessen mit seinen geliebten Menschen soviel Freude wie möglich zu verbreiten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Das Schöne an der jeder Kunstform ist, dass sie uns vom Alltag ablenkt, oder uns auch die Realität klar vor Augen führen kann. Es braucht nur Leidenschaft und Spaß an der Sache. Die Möglichkeiten, die uns die Kunst bietet, sind unendlich, wie eine riesige Spielwiese. Die Kunst kann wie eine Sprache sein, die für sich selbst spricht, die jeder verstehen kann, wenn man es richtig macht.

Natürlich ist das in einem Theaterstück oder in einem Buch schwieriger, wenn man die Sprache, die dort verwendet wird, nicht beherrscht. Was ich aber damit meine ist, dass wir mit Kunst in jeder Form so viele Ausdrucksmöglichkeiten haben, und das dies essenziell für uns Menschen ist.

Was liest Du derzeit?

Aktuell lese ich „Abschied von Sidonie“ von Erich Hackl. Die Geschichte zeigt wieder einmal, wie tragisch das Verbrechen, was wir den zweiten Weltkrieg nennen, war. Und zeigt auch wie wichtig es ist, dass Antisemitismus keinen Platz auf dieser Welt hat.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Jeder von uns ist wie eine Blume, die viel Ressourcen braucht, um richtig blühen zu können“

Dieses Zitat hat mir meine Mutter immer mitgegeben, und es hat und mir gezeigt, wie wichtig es ist, über seinen eignen Schatten zu springen.

Vielen Dank für das Interview, lieber Adria, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Adria Just-Font, Schauspieler

Aktuelle Produktion mit Max Melo _ TheaterArche Wien:

„NICHTS Was im Leben Wichtig ist“

Premiere: 17. November 2023

Weitere Vorstellungen: 18., 25. und 27. November, 7., 8. und 9. Dezember

jeweils um 19:30

Regie: Jakub Kavin

Choreographie: Carola von Herder

Mit: Livia Andrä, Elizabeth Dorner, Kieran Foglar-Deinhardstein, Theresa Gerstbach, Viktoria Ginzel, Lena Hergolitsch, Adria Just-Font, Jakob Köllesberger, Max Melo

Ticketpreise 24€ | 18€* | 14€ *

* Ermäßigung: Student*innen, Senior*innen und Ö1-Club/Ö1-intro Mitglieder, IGFT-Mitglieder

Gruppenticket ab 10 Personen möglich

* Ermäßigung: Student*innen, Senior*innen und Ö1-Club/Ö1-intro Mitglieder. Gruppenticket ab 10 Personen möglich

Reservierungen unter TEL.: +43 6506204554 oder office@theaterarche.at

Mehr Info:https://www.theaterarche.at/nichts-was-im-leben-wichtig-ist/

Theater Arche: Die TheaterArche ist ein offenes Theater als Spiegelbild einer offenen Gesellschaft, ein Theater das den raschen gesellschaftlichen Wandel im Wien des 21. Jahrhunderts widerspiegelt. Die TheaterArche versteht sich als unabhängige Plattform zur Künstlervernetzung und Kunstproduktion, über alle gesellschaftlichen und kulturellen Gräben hinweg.

Münzwardeingasse 2a, 1060, Wien.

office@theaterarche.at

https://www.theaterarche.at/kontakt/

Foto_privat

8.11.2023 _Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

Undine geht _ „dass wir Frauen unser inneres Wesen zum Ausdruck bringen“ Judith Mahler, Schauspielerin _ Halle/D 12.11.2023

Undine geht _
Judith Mahler, Schauspielerin _ Halle/D _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)
Undine geht _
Judith Mahler, Schauspielerin _ Halle/D _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Undine geht _

Judith Mahler, Schauspielerin _ Halle/D _ Wien _

Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 

50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Judith Mahler, „Undine geht“ wurde vor 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

Diese Frage greift so weit, dass sie im Rahmen dieses Interviews nicht erschöpfend zu beantworten ist, aber folgendes fällt mir dazu ein: Frauen haben in der westlichen Welt viele Rechte erkämpft. Man darf jedoch nicht vergessen, dass der Schmerz von damals in unserem kollektiven Denken und Fühlen noch da ist. Ich meine, es ist erschreckend, dass es erst ca. 25 Jahre her ist, dass die eheliche Vergewaltigung von Frauen in Deutschland verboten wurde.

Ich fände es wichtig, dass wir Frauen unser inneres Wesen zum Ausdruck bringen, unabhängig von den Tätigkeiten, die wir ausüben. Solange es mit dem Herzen verbunden ist, ist ALLES in Ordnung. Also davon wegkommen, dass es überhaupt so etwas wie ein festgefahrenes Rollenbild gibt.

Wie siehst du Undine?

Eine Frau, die ihr Herz aufgrund von äußeren Gegebenheiten verschließen musste.
Eine Frau im Gefängnis.
Eine Frau, die Freiheit sucht.
Eine Frau mit Lebenserfahrung.
Eine Frau, mit Gegensätzen.
Eine Frau, die kämpft.
Eine Frau, die zu gewissen männlichen Praktiken und Ansichten ganz klar Nein sagt.
Eine Frau mit vielen Verletzungen und Enttäuschungen.
Eine Frau, die sich wehrt und das Alleinsein in Kauf nimmt.
Eine Frau, die sich selbst ermächtigt.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute  mitnehmen?

Der Text löst in mir Widerstand aus, irgendetwas will sich in mir wehren gegen das, was in ihr steckt. Ich will ihren Kampf nicht, ich will ihre Abspaltung nicht, ich will ihre Zerrissenheit nicht. Vielleicht liegt es an uns Frauen und Männern des 21sten Jahrhunderts innezuhalten, den Blick nach Innen zu richten, den kollektiven und persönlichen Schmerz zuzulassen, der da dahintersteckt und Mauern abzubauen.

Es ist wichtig, den vergangenen Schmerz anzuerkennen und zu sehen, wie es nicht geht, um im Heute anders zu handeln.

Was bedeutet Dir Natur? Welche Impulse gibt es von der Natur für Dich persönlich?

Sie bedeutet für mich Zuhause, Ruhe, Lebendigkeit, Ankommen. Sie lehrt mich einiges über die Verbindung zu meinem inneren Wesen, über den Tod und das Leben.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

In dem er mit Hingabe einen Weg der Bewusst-werdung geht und eigenen inneren Schmerz und Verletzungen heilt. Davon bin ich ganz fest überzeugt, dass es in uns selber anfängt, dass es eine tiefgehende Auseinandersetzung damit braucht, wie wir mit uns selber in Beziehung gehen. Wie wir mit anderen oder mit unserer Umwelt in Beziehung treten, ist dann nur eine Folge davon.

Was braucht eine Liebesbeziehung immer, um zu wachsen, blühen?

Dafür müsste man erst definieren, was denn für jemanden überhaupt Liebe ist. Das kann, denke ich, sehr unterschiedlich empfunden werden und ich glaube auch, dass man sich auch entscheiden kann, was Liebe denn für einen selbst bedeutet.
Aber hier ein paar Dinge, die mir einfallen, was Liebe braucht, um wachsen und blühen zu können:

Vergebung

Zuwendung, immer wieder aufs Neue, Tag für Tag

Verletzlichkeit

Das Sich-Offenbaren

Ehrlichkeit zu sich selbst und zum Gegenüber, auch wenn dies zu einem Konflikt führt

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Erfüllung im Leben außerhalb der Partnerschaft.

Bereitschaft eine Reise anzutreten, in der man mutig genug ist, sich selbst zu begegnen

Das Loslösen von den Eltern, Geschwistern, Ex-Partner*innen

Was lässt Liebesbeziehungen untergehen?

Angst, und das daraus resultierende Kontrollverhalten

fehlende echte Begegnung und Berührung in der Sexualität

fehlendes Bewusstsein der eigenen verletzten Anteile und ein Nicht-Wissen, wie man diese Anteile betreut und integriert.

Angst sich wirklich zu zeigen

Zu häufige Implosion von Gefühlen, Gedanken, Bedürfnissen und zu häufige Explosion von Gefühlen, Gedanken und Bedürfnissen

Kritik

Wie war Dein Weg zum Schauspiel?

Mein Weg zum Schauspiel kam aus einer inneren Überzeugung heraus, dass es das ist, was mir entspricht. Alles andere hat sich dann organisch daraus ergeben.

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

Ausziehen, anziehen. Frieren, Schwitzen. Schauen, Staunen. Also betrachtend und körperlich.

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

Ich liebe Wasser in all seinen Formen und Qualitäten; von Tränen über das Malen von Aquarellen bis hin zu Wasserfällen.

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

„Ihr Ungeheuer mit euren Redensarten, die ihr die Redensarten der Frauen sucht, damit euch nichts fehlt, damit die Welt rund ist. Die ihr die Frauen zu euren Geliebten und Frauen macht, Eintagsfrauen, Wochenendfrauen, Lebenslangfrauen und euch zu ihren Männern machen laßt.“

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?

U no ! –

N iemand! –

D och!

I n

N ebelschwaden

E ingedeckt ein

G ast.

E rdenbewohner?

H euschreckenkönig oder

T ourist?

Undine geht _
Judith Mahler, Schauspielerin _ Halle/D _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Undine geht _

Judith Mahler, Schauspielerin _ Halle/D _

Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 

50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ 

Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Walter Pobaschnig, 11_23

https://literaturoutdoors.com

„eine klare, gemeinsame Vision für die Zukunft“ Elizabeth Dorner, Schauspielerin _ Wien 12.11.2023

Liebe Elizabeth Dorner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin momentan Schülerin des BORG für Kunst und Musik, Hegelgasse 12, 1010 Wien und in meinem Maturajahr. Das heißt sehr viel Schulstress. Zum Glück habe ich momentan Proben für unser Projekt „Nichts“, die mich ablenken und mir helfen für einen gewissen Zeitraum alles auszublenden und voll in meine Rolle einzutauchen. Außerdem treffe ich mich gerne mit Freunden und höre Musik. Wenn es sich ergibt spiele ich auch ab und zu Basketball, Klavier und Tanze.

Elizabeth Dorner, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt und Freundlichkeit. Es sind schwierige Zeiten. Auch wenn Österreich nicht direkt von den Naheliegenden Konfilkten betroffen ist, sind wir es jedoch indirekt. Meine Oma ist derzeit in Kiew und ich wünsche mir nichts mehr als, dass es ihr gut geht und dass sie nicht alleine ist. In solchen Zeiten müssen wir zusammenhalten und Freundlichkeit verbreiten, vorallem weil es viele Menschen gibt die gerade schwierige Zeiten durchmachen und ein bisschen Freundlichkeit könnte ihren Tag ausmachen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Vor einem bevorstehenden Neuanfang, sei es gesellschaftlich oder persönlich, stehen wir vor zentralen Herausforderungen. Wichtig ist eine klare, gemeinsame Vision für die Zukunft, die auf Prinzipien wie Gerechtigkeit und sozialem Zusammenhalt basieren. Kunst, insbesondere Theater und Schauspiel, spielt eine bedeutende Rolle. Diese Formen der kreativen Ausdrucksweise haben die einzigartige Fähigkeit, Geschichten zu erzählen und Emotionen hervorzurufen, was die Kommunikation und das Verständnis in der Gesellschaft vertieft. Sie dienen als Spiegel für gesellschaftliche Fragen und regen dazu an, über diese nachzudenken.

Was liest Du derzeit?

Jetzt gerade lese ich „Girl in Pieces“ von Kathleen Glasgow. Das Buch spricht Tabuthemen wie Suizid und Selbstverletzung an, die für die heutige Jugend sehr wichtig sind. Die Hauptfigur Charlotte hat mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen und ich finde, dass sich viele mit Charlotte identifizieren können.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Zum einen würde ich gerne ein Zitat aus dem Stück „Nichts“ von Janne Teller teilen, in dem ich gerade spiele.

„Und wenn es nicht wehtun würde, wäre es ja auch nichts von Bedeutung.“

Dieses Zitat bringt mich jedesmal zum Nachdenken. Im ganzen Stück wird die Bedeutung immer wieder aufs Neue in Frage gestellt und wenn es die Bedeutung wirklich gibt, sollte sie dann wirklich wehtun?

Zum anderen würde ich auch gerne ein Zitat von Marcus Aurelius teilen.

„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab“

Dieses Zitat betont die Macht unserer eigenen Gedanken und wie sie unser Glück beeinflussen. Es erinnert mich daran, wie wichtig es ist, positiv und optimistisch zu denken und wie sehr das mein Leben beeinflussen kann.

Vielen Dank für das Interview, liebe Elizabeth, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Elizabeth Dorner, Schauspielerin

Zur Person _Ich heiße Elizabeth Dorner und bin 17 Jahre alt. Derzeit bin ich Schülerin am BORG für Kunst und Musik, Hegelgasse 12, 1010 Wien mit Schwerpunkt Tanz, Schauspiel, Musik und Vokal. 

Ich spiele Theater und bin auch ab und zu im Filmbereich tätig. Außerdem spiele ich Basketball, tanze, spiele Klavier und singe.

Foto_privat

8.11.2023 _Walter Pobaschnig

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„Gute Literatur ist wie eine gute Umarmung, mehr nicht, nicht weniger“ Klaus Ungerer, Schriftsteller _ Berlin 12.11.2023

Lieber Klaus Ungerer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufwachen. Kaffee. Melvyn Bragg. Roman schreiben. Texte schreiben, Bewerbungen schreiben, Anträge schreiben, Hund. Überlegen, wo noch Geld herkommen könnte. Die Geliebte küssen. Die Geliebte drücken. Mails verschicken, Mails abnicken. Fluchen wegen irgendwas. Hund. Tochter. Ozzy Man, Mary Beard, Amala Ekpunobi. Hertha BSC. Die Geliebte streicheln. Auf morgen freuen. Melvyn Bragg.

Klaus Ungerer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich finde ja immer wichtig, dass man sich vor Scheinsubjekten wie „wir alle“ in Acht nimmt. Sie können nicht anders als dich belügen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Jeder Tag ist ein Neuanfang, wieso heute besonders? Kunst und Literatur sollten jeder Rollenzuschreibung zu entgehen trachten, sollten jedem diskursiven Auftrag zu entgehen trachten, denn sie sind keine Ersatzreligionen und keine Ersatzpolitik. Gute Literatur ist wie eine gute Umarmung, mehr nicht, nicht weniger.

Was liest Du derzeit?

Laura Spinney: Pale Rider

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Etwas Besseres als den Tod findest Du überall.“

(aus den „Bremer Stadtmusikanten“)

Vielen Dank für das Interview, lieber Klaus, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Klaus Ungerer, Schriftsteller

Zur Person _ Klaus Ungerer, Schriftsteller. Wuchs auf in Lübeck, wurde von Frank Schirrmacher als Feuilletonredakteur zur FAZ geholt, lebt heute als Schriftsteller in Berlin. Seine Liebesnovelle „Wir sagen einfach alles, wovor wir Angst haben“ benannte die „Welt am Sonntag“ 2022 als „Das Beste Buch“.

„Die Liebe in Berlin: Tim und Nuna. Nuna und Tim. Beim Chatten läuft Nunas Waschbecken über. Dann treffen sie sich, in Fried­richshain. Etwas passiert in Tim, schon auf 50 Meter Entfernung. Nuna sagt, Beziehung kann sie nicht, erfahrungsgemäß, wir wol­len es Das Experiment nennen. Tim will ihr zeigen, dass er brennt – aber brennt er? Tim fühlt sich erst sicher, wenn Nuna mit ihm schläft. Nuna schläft erst mit Tim, wenn sie sich sicher fühlt. Tim fragt: Gibt es eine Chance, dass ich in 20 Jahren noch in deinem Leben bin? Da lacht Nuna…“

Klaus Ungerer: Wir sagen einfach alles, wovor wir Angst haben. edition schelf. 2022

Softcover: 112 Seiten, 12,99 €,
ISBN 9783757507213

https://editionschelf.wordpress.com/2022/07/18/klaus-ungerer-wir-sagen-einfach-alles-wovor-wir-angst-haben/

Foto_ Anusch Thielbeer

Walter Pobaschnig _ 1.11.2023

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„Geschichten können uns im täglichen Miteinander helfen“ Helmut Scharner, Schriftsteller _ NÖ 11.11.2023

Lieber Helmut Scharner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Der ist in der Tat recht unterschiedlich, ich reise oft ins Ausland, wenn ich daheim bin, unternehme ich Ausflüge mit meiner Familie in meiner Heimat im niederösterreichischen Mostviertel. Dabei bin ich auch immer auf der Suche nach interessanten Schauplätzen für meine nächsten Krimis, die üblicherweise im Mostviertel spielen. Mit meiner Tochter gemeinsam lese ich am Morgen und am frühen Abend Kinderbücher. Wenn sie dann schläft, setze ich mich an den Schreibtisch und bringe meine Ideen zum nächsten Krimi zuerst per Hand aufs Papier und danach tippe ich den Text in den Computer. 

Helmut Scharner, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, es ist wichtig, festzustellen, was man selbst beeinflussen kann und was nicht. Bei den Dingen die man selbst in der Hand hat, sollte man sich entscheiden, ob man aktiv wird oder nicht und dann entsprechend handeln. Was man nicht beeinflussen kann, das sollte akzeptiert werden, wie es ist. Man sollte sich darauf einstellen und nicht durch unnötige Konzentration darauf Energie verschwenden oder sich seine Stimmung verderben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Mit der Literatur und fiktiven Geschichten lässt sich der Zeitgeist gut darstellen und auch mögliche Lösungsansätze lassen sich fast spielerisch finden und durchspielen. Insofern ist Literatur in Zeiten des Umbruchs und des Neubeginns immens wichtig.

Mir als Krimiautor fällt dabei nur ein kleiner Teil zu, aber wer Geschichten schreibt, und auch wer sie liest, lernt dabei, sich in andere Figuren hineinzuversetzen und deren Handlungen und Motivationen zu verstehen. Das kann uns im täglichen Miteinander helfen, wenn Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten aufeinandertreffen, wie es derzeit eben oft vorkommt.

Was liest Du derzeit?

Shaolin – Du musst nicht kämpfen, um zu siegen

Bernhard Moestl

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Sei dazu entschlossen, und die Sache ist getan. (Konfuzius)

Helmut Scharner, Schriftsteller

Vielen Dank für das Interview, lieber Helmut, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Helmut Scharner, Schriftsteller

Zur Person _Helmut Scharner wurde 1975 in Ybbsitz in Niederösterreich geboren, der heimlichen Schmiedehauptstadt Mitteleuropas. Er arbeitet als Sales Manager für den größten österreichischen Stahlkonzern. Beruflich wie privat reist er viel um die Welt, doch sein Dreh- und Angelpunkt ist das niederösterreichische Mostviertel, in dem er mit seiner Familie lebt.

Helmut Scharner hat bereits mehrere erfolgreiche Kriminalromane geschrieben, die in seiner Heimat verankert sind. Er ist Mitglied der Autorenvereinigungen »Das Syndikat« und der österreichischen Krimiautoren.

https://www.helmutscharner.com/

Aktueller Roman _ Helmut Scharner, Mostviertler Grafen, Kriminalroman. Gmeiner Verlag.

Mostviertel, Niederösterreich: Beim Schautriften im Mendlingtal wird ein lebloser Körper im Wasser entdeckt, zermalmt von Baumstämmen. Doch der Mann wurde zuvor mit einem geschmiedeten Nagel erstochen. Es handelt sich um den „Schmiedepapst“ Gottfried Lugbauer, eine angesehene Persönlichkeit der Mostviertler Eisenstraße. Der Kreis der Verdächtigen lässt sich rasch auf die Teilnehmer seiner Schmiedekurse eingrenzen. Doch auch Lugbauers Konkurrenz profitiert von seinem Ableben. Als ein weiterer Mord geschieht, beginnt für Major Brandner ein Wettlauf gegen die Zeit.

8 Februar 2023
sofort lieferbar

299 Seiten, 12,5 x 20,5 cm, Paperback

Buch 15,50 € / E-Book 11,99 €*

ISBN 978-3-8392-0397-2

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/mostviertler-grafen.html

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 17.10.2023

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„Ein mitreißender Theaterabend voller Witz und Esprit!“ Premiere _ Spiel`s nochmal Sam _ theater privat _ Wien 10.11.2023

„Spiel’s nochmal, Sam“ theater privat _

Jetzt ist der Filmkritiker allein in seiner Wohnung. Seine Frau Nancy hat ihn verlassen…Selbstzweifel nagen an ihm…

Seine Freunde Linda und Dick besuchen ihn und versuchen jetzt Wege für ihn in neuen Beziehungswirklichkeiten zu finden…und da gibt es so manche Überraschungen…denn auch Humphrey Bogart ist imaginär zu „Gast“…

Das Wiener Theaterensemble theater privat begeistert in der Regie von Alice Mortsch mit einer Inszenierung von Woody Allens Komödienklassiker „Play it again, Sam“ in pointensicherer Spielfreude, die beim Publikum treffsicher landet und mitreißt.

Regie und Ensemble gelingt es, auch mit einem wunderbar abgestimmten detailreichen Bühnen- wie Kostümbild, die komplexe Theater/Filmvorlage selbstbewusst aufzunehmen und für einen ganz besonderen Theaterabend mit wunderbaren Esprit zu akzentuieren, der als ein Highlight des Wiener Theaterlebens zu bezeichnen ist. Hier wird Hervorragendes in Inszenierung, Spiel geleistet und der Abend voller Witz über moderne Beziehungs- und Berufswirklichkeiten wird zum Erlebnis. Da wäre auch Woody Allen begeistert!

„Ein mitreißender Theaterabend voller Witz und Esprit!“

Spiel’s nochmal, Sam _Woody Allen _theater privat

Premiere 10. November 2023 um 19:30 Uhr

weitere Aufführungen: 11., 12., 14., 17., 18. November 2023

jeweils um 19:30 Uhr

Es spielen: Jörg Bergen, Karin Frank, Klaus Kubo, Christoph Sautter, Kerstin Zimmermann


Regie: Alice Mortsch

Bühne: Gunter Dörfler

Kunsttankstelle Ottakring

Grundsteingasse 45-47, 1160 Wien

Reservierungen unter reservierung@theaterprivat.at

https://www.theaterprivat.at/privat/Sam/index.html

Walter Pobaschnig 11/23

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Ingeborg Bachmann. Spiegelungen eines Lebens. Uta Degner. wbg Theiss Verlag.

Es sind Fotos, die als Erinnerungen Menschen wieder in Begegnungen, Erfahrungen, Lebensstationen sichtbar machen und gleichsam einen neuen stillen Dialog herstellen, der ein ganz besonderer Zugang in aller Freude wie Vergänglichkeit ist.

Wie im Privaten ist dies bei Künstler:innen nicht anders. Fotos stellen Gegenwart und Nähe von Person und Werk her. Sie sind Wirkung, bewusst inszeniert, ausgewählt und an die Öffentlichkeit gebracht. Es steckt eine Erzählung darin, die es zu vermitteln gilt. Stilbild, Projektionsfläche, Ansprache und Hingabe, Formen von Präsenz von Kunst und Öffentlichkeit, die erwünscht wie Spannungsfeld sind. Das ist heute wie schon Jahrhunderten so. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, es hat seine Macht und Gültigkeit. Davon gibt es kaum ein Entkommen in Kunst als Existenzform. Es gehört zum „Job“.

Auch bei der vor fünfzig Jahren verstorbenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Es gibt längere Fotostrecken von ihr, in denen sie gleichsam mit der Öffentlichkeit des Bildes spielt und etwa in Rom mit dem befreundeten Schauspieler und Fotografen Garibaldi Schwarze sich in einer klassischen hollywoodlike „homestory“ präsentiert. Lächelnd, entspannt in Küche, auf der Terrasse, in der Stadt. Bachmann wusste um gesellschaftliche Mechanismen. Durchschaute diese, litt an diesen, setze diesen das Wort und das Spiel entgegen. Die Bilder der Serie sind ganz direkter Ausdruck davon. Selbstbewusst sich entgegenstellend – „Da habt ihr, was ihr wollt, aber ihr bekommt mich nicht“, scheint der Subtext im Bild zu sein.

In der Fotoserie von 1962, die ihr Bruder Heinz anlässlich eines Familienbesuches anfertigte (über 70 Aufnahmen, die umfassendste Serie von Ingeborg Bachmann überhaupt), und von der auch das Coverbild des vorliegenden Bandes stammt, zeigt eine sehr persönliche Seite, die einem Requiem in reduzierter ernster Mimik gleicht. Es ist die Zeit des Trennungsprozesses von Max Frisch. Die Fotos entstanden in der letzten gemeinsamen Wohnung, Via de Notaris 1F, Rom. Die Zukunft ist dunkel und unsicher,  Bachmann will gleichsam festhalten – „Mach` Fotos von mir!“ , lädt oder fordert sie ihrem Bruder auf. Der erfüllt diesen Auftrag genial. Wählt, obgleich weitestgehend ohne Erfahrung, sehr professionelle Portrait Perspektiven. Das ist erstaunlich und wohl einer dieser golden moments in der Kunst, gerade in der Fotografie, die nicht gänzlich zu entschlüsseln sind. Gut so.

Dies sind zwei exemplarische Fotostationen, welche Uta Degner, Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Salzburg und mit Irene Fussl Herausgeberin der Salzburger Bachmann Edition, in ihrem bemerkenswerten Fotoband zum 50.Todestag Ingeborg Bachmanns (*25.Juni 1926 Klagenfurt  +17.10.1973 Rom) vorlegt.

Es ist eine Fotoreise von der Kindheit bis zu den letzten Lebensjahren, die viele Facetten des privaten wie literarisch-öffentlichen Lebens zeigt und spannende Wege von Präsentation, Inszenierung in der Bildanalyse offenlegt.

Hervorzuheben ist die Bandbreite wie Auswahl der Fotos, die in diesem Querschnitt wie dem Kommentar, Kontext etwas ganz Besonderes sind.

„Ingeborg Bachmann im Bild. Eine ganz besondere Fotobegegnung zum 50.Todestag.“

Ingeborg Bachmann. Spiegelungen eines Lebens. Degner, Uta. wbg Theiss Verlag.

208 S. mit über 150 farb. Abb., 22 x 29 cm, geb. mit SU.

wbg Theiss, Darmstadt.

2023.

60,00 €

Walter Pobaschnig 10/23

https://literaturoutdoors.com

Station bei Malina _ „Irgendwie scheint die Zeit hier stehengeblieben zu sein“ Sabine Foraboschi, Schriftstellerin _ Kurtatsch/Südtirol 10.11.2023

Station bei Malina_
Sabine Foraboschi, Schriftstellerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Station bei Malina_
Sabine Foraboschi, Schriftstellerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Liebe Sabine Foraboschi, wir sind hier an literarischen Bezugsorten des Romans „Malina“ (1971) von Ingeborg Bachmann in Wien. Sind Dir die Orte hier vertraut?

Ich kenne diese Orte bisher nur als Romanschauplaetze von „Malina“, bin aber fasziniert von deren Authentizität.

Welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Ingeborg Bachmann und dem Roman Malina?

Ich habe mich auch mit Bachmanns Biographie befasst und finde mich in einigem wieder. Malina gilt für mich inhaltlich als sehr interessant, da es sich hierbei um die Geschichte einer Dreiecksbeziehung handelt, die zur damaligen Zeit nicht oft öffentlich thematisiert wurde.

Welche Eindrücke hast Du von den Schauplätzen in der Ungargasse, die wir besucht haben?

Irgendwie schien die Zeit stehengeblieben zu sein.

Wie siehst Du den Aufbau und das Konzept des Romans?

Ich finde den dreistufigen Aufbau sehr interessant, das Konzept dahinter als Meisterklasse der Literatur, dass dieser Erzählung seine besondere Note verleiht.

Wie ist die Beziehung zwischen Mann und Frau im Roman dargestellt und wie ist dies heute zu sehen?

Der Mann im Roman wird als dominant dargestellt, die Frau untetwürfig. In einigen Bereichen des Lebens ist dies heute noch so, vielfach hat sich aber das Rollenbild gewandelt, u a auch durch die Emanzipation der Frauen.

Wie beurteilst Du die Protagonisten Ivan, Malina, Ich-Person in Ihrem literarischen Kontext bzw. dem Kontext der Autorin und Ihrer Biographie?

Laut Bachmann handelt es sich hierbei um ein autobiographisches Werk, aber nicht um eine eigentliche Biographie. Es wird auch als Aufarbeitung ihrer Beziehung zu Max Frisch gesehen, sowie den Erlebnissen ihres Vaters im 2.Weltkrieg. Ivan verkörpert den dominanten Mann, Malina, hat stets für die Erzählerin Zeit, während diese als geduldig, unterwürfig charakterisiert wird.

Wie siehst Du das literarische Konzept des dreistufigen Aufbaus des Romans?

Ich erachte diesen Aufbau als sehr interessant und vor allem sehr passend zur Handlung

Welches Frauen- und Männerbild spricht Ingeborg Bachmann in
Malina an und wie aktuell ist dies heute?

Der Mann wird als sehr dominant und bestimmt dargestellt, die Frau als unterwürfig, wartend und geduldig. Auch heutzutage ist das noch in manchen Fällen so, wenngleich sich durch die Emanzipation der Frau schon einiges geändert hat.

Welchen Einfluss hatte und hat der Roman auf Literatur und Kunst?

Ende der 1960iger Jahre gab es bereits die erste Emanzipationswelle in Europa. Natürlich wurden auch Künstler und Literaturschaffende davon inspiriert. Auch das Gegenteil davon spiegelt sich in den zu jener Zeit verfassten Werke wieder, eben auch das klassische Rollenbild und die damit verbundenen Nachteile, die diese mit sich brachten.

Wie siehst Du das Ende des Romans?

Die Szene, in der die Erzählerin im Mauerspalt verschwindet, finde ich sehr interessant. Somit wird das Ende offengelassen.

Gab es in Deinen Literatur-, Kunstprojekten Berührungspunkte zu Ingeborg Bachmann?

Ich habe auch Bachmanns Biographie gelesen, da mich ihr Leben sehr fasziniert. Schriftsteller sind häufig nicht Menschen der großen Worte, verbringen auch viel Zeit allein in ihrem Schaffen. Die Identifikation mit den Romanfiguren und der Bezug zur eigenen Geschichte spielen dabei auch eine wichtige Rolle.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

2024 erscheint mein Ratgeber über Sterbebegleitung. Gleichzeitig arbeite ich an einem Auftragsbuch über herzkranke Kinder, sowie an einem Buchprojekt über Menschen, die einen medizinischen Schicksalsschlag gemeistert haben.

Hättest Du mit Ingeborg Bachmann gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Ein Spaziergang an der Donau wäre mit Sicherheit dabei, wie auch ein Besuch in der Ungar- und Beatrixgasse. Ein paar gute Gespräche bei einer Tasse Tee in ihrem Lieblingskaffee. Mit Sicherheit würde ich Ihr auch eines meiner Bücher als Geschenk überreichen.

Darf ich Dich abschließend zu einem Malina Akrostichon bitten?

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N Neues

      entdecken

A Aufbruch

Station bei Malina_
Sabine Foraboschi, Schriftstellerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Station bei Malina_Roman Ingeborg Bachmann_Wien_1971

im Interview und szenischem Fotoportrait_acting Malina:

Sabine Foraboschi, Schriftstellerin__Südtirol/I_
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  

2023 _ 50.Todesjahr_Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Interview und alle Fotos_Romanschauplatz _ Malina_Wien _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 11/23

„Viel, viel lauter müssen wir werden, auch im »Kulturbetrieb«“ Andreas Pflüger, Schriftsteller _ Berlin 10.11.2023

Lieber Andreas Pflüger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Der neue Roman kam am 9. Oktober heraus, also trabe ich jetzt Tag für Tag in die Zirkusarena, gebe Interviews, habe Fototermine, mache Lesungen und bin fast jeden Abend in einer anderen Stadt. Früher habe ich das gehasst, aber seit Corona – dem Wegbrechen so vieler Veranstaltungen – genieße ich jeden einzelnen Auftritt. Anfang November las ich im Saarland, meiner alten Heimat.

Andreas Pflüger, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir müssen dem Antisemitismus entgegentreten, der sich in »Demonstration« genannten Zusammenrottungen von Israelhassern Bahn bricht. Viel, viel lauter müssen wir werden, auch im »Kulturbetrieb«, wo man derzeit ja staunt, dass viele von denen, die bei jedem Scheiß das Maul aufreißen, beschämend still geworden sind, wenn es um die Verurteilung des Hamas-Terrors geht. Ein salopper Antisemitismus ist unter Künstlern und Veranstaltern hoffähig geworden, wir wissen es alle, schon lange. Für diese Menschen kann ich mich nicht mal mehr schämen, ich verachte sie.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur ist immer politisch, jedenfalls meine. Dennoch halte ich wenig davon, als Autor zu jeder politischen oder gesellschaftlichen Entwicklung Stellung zu beziehen. Das ist kein Widerspruch zu meiner Antwort auf die vorherige Frage. Autoren sind nicht per se klüger als Politiker, und aus ihrem Blick auf die Welt lässt sich in den seltensten Fällen eine Maxime für ein besseres Miteinander ableiten. Literatur sollte das tun, was sie am besten kann: die Welt mit poetischen Mitteln deuten, das Schreckliche im Komischen zeigen und das Komische im Schrecklichen.

Was liest Du derzeit?

Deepti Kaapor, »Zeit der Unschuld« – und zwar zum zweiten Mal. Im Sommer habe ich einen ersten Anlauf gemacht; das Buch hat mich sprachlich überzeugt und auf den ersten hundert Seiten sogar begeistert, doch dann habe ich die Lektüre abgebrochen, aus einer Reihe handwerklicher Mängel, die aufzuzählen hier zu weit ginge. Dennoch habe ich beschlossen, dem Roman eine zweite Chance zu geben. Ich bin nun schon auf Seite 250, 20 Seiten weiter als ich im Sommer kam, also ist vielleicht doch noch nichts verloren. Übrigens bin ich ein großer Freund von zweiten Chancen, in der Literatur und im Leben.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Sollte am Ende noch Zeit sein

will ich mich nicht fragen

warum ich sterben muss

sondern wissen

warum ich gelebt habe.

(Aus meinem Roman »Endgültig«)

Andreas Pflüger, Schriftsteller _
Fernsehstudio

Vielen Dank für das Interview, lieber Andreas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Andreas Pflüger, Schriftsteller

Zur Person _  Andreas Pflüger wurde 1957 in Thüringen geboren. Er wuchs im Saarland auf und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Zu seinen Werken zählen Theaterstücke, Hörspiele, Drehbücher, Dokumentarfilme und Romane. Nach dem Spionagethriller Operation Rubikon, seiner preisgekrönten Bestseller-Trilogie um die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron und Ritchie Girl legt Pflüger nun seinen sechsten Roman vor.

Burgdorfer Krimipreis 2020

Deutscher Krimipreis 2018

Stuttgarter Krimipreis 2018

Hypovereinsbank-Krimipreis 2018

Aktuelles Buch: Andreas Pflüger, Wie Sterben geht. Thriller. Suhrkamp Verlag.

„Winter 1983. Auf der Glienicker Brücke ist alles bereit für den spektakulärsten Agentenaustausch der Geschichte. KGB-Offizier Rem Kukura – Deckname Pilger – soll gegen den Sohn eines Politbüromitglieds ausgetauscht werden. Mittendrin: Nina Winter, die Kukura als Einzige identifizieren kann. Doch auf der Brücke wird Nina in ein Inferno gerissen, und das Schicksal von ihr und Rem wird zu einer Frage von Krieg und Frieden zwischen den Supermächten.

Drei Jahre zuvor: Nina ist Analystin beim BND und wertet Spionage-Informationen aus. Eine Schreibtischagentin. Bis man ihr mitteilt, dass Pilger, der geheimnisvolle Moskauer Top-Agent des BND, seine weitere Zusammenarbeit von ihr abhängig macht: Er will, dass Nina als seine Führungsoffizierin nach Russland kommt. Sie weiß, dass es die Chance ihres Lebens ist. Doch Nina ahnt nicht, dass sie beim KGB einen Todfeind haben wird. Um zu überleben, muss sie zu einer anderen werden, zu einer Frau, die mit dem Tod tanzt.“

Erscheinungstermin: 09.10.2023

Fester Einband mit Schutzumschlag, 448 Seiten, Sprachen: Deutsch

978-3-518-43150-4

Suhrkamp Verlag, 1. Auflage, Originalausgabe

25,00 € (D), 25,70 € (A), 35,50 Fr. (CH)

ca. 13,4 × 21,6 × 3,2 cm, 558 g

https://www.suhrkamp.de/buch/andreas-pflueger-wie-sterben-geht-t-9783518431504

Walter Pobaschnig _ 2.11.2023

https://literaturoutdoors.com

„Gerade daran gedacht“ Simone Kucher, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 10.11.2023

GIVE PEACE A CHANCE


Gerade daran gedacht

In welcher Welt ich eigentlich gern leben würde und dass, sich das

Vorstellen zu können, zu wollen,

Ein


Privileg ist, dass

Ein

Aufflackern der Imagination irgendwie schon im Kern

Clownesk

Entzaubert und mich zurückwirft


Auf Fragen nach


Chancengleichheit

Hierarchie

Autonomie

Nichts, was dem

Chaos

Entgegentritt – und doch!


Simone Kucher, 9.11.2023

Simone Kucher, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Simone Kucher, Schriftstellerin

Zur Person  _ Simone Kucher schreibt Hörspiele- Theaterstücke und Prosa. Studierte Theaterwissenschaft, gender studies und Neuere deutsche Literatur in München und Berlin.

Ihr erstes Stück „Falls City“ kam 2005 in der Roten Fabrik in Zürich zur Uraufführung. Die Autorin wurde zur Dramatikerwerkstatt der Internationen Schillertage am Nationaltheater Mannheim, der Nacht der Dramatiker der Münchner Kammerspiele, zur Theaterbiennale Wiesbaden „Neue Stücke aus Europa“ eingeladen und 2009 mit ihrem Stück „Silent Song“ für die St. Gallener Autorentage nominiert. (veröffentlicht in „Theater der Zeit“). Ihre Theaterstücke wurden in Wien, Basel, Zürich und Berlin uraufgeführt und ins Tschechische, Englische und Französische übersetzt.

Mit dem Theaterstück „Eine Version der Geschichte“ wurde sie 2016 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens und 2018 zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater eingeladen, in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich. Am 30.09.2023 war die Uraufführung ihres Stückes „Nach dem Essen“ im Theater Regensburg.

Für den WDR3 entstanden die Hörspiele „Der Stimme ihren Ort zurück“ (2015), „Von einem zum anderen Tag“ (2017), „playgrounds“ (2019), „Nach dem Essen“ (2020)

Mit dem Komponisten Petros Ovsepyan realisierte sie 2015 die Sprechoper „Sprach der Wolf“ im Rahmen der Klangwerkstatt Berlin und das Hörspiel „playgrounds“.

Im Februar 2024 erscheint ihr erster Roman „Die lichten Sommer“.

https://www.verlagderautoren.de/autorinnensuche/portrait/autor/simone-kucher.html

Foto_@Lutz Knospe

Walter Pobaschnig _ 9.11.2023

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