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„handlungsfähig zu bleiben“ Christoph Schiele, Clown _ Wien 17.11.2023

Lieber Christoph Schiele, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich arbeite hauptberuflich als Clown. Meine Tagesabläufe sind sehr strukturiert, aber kein Tag gleicht dem nächsten.

Gestern kamen Termine mit Anatoli Akerman für Auftritte von „Kuku“ in Berlin und Bremen im Jänner 2024 herein, die natürlich mit schon bestehenden Terminen kollidieren. D.h. mal wieder neuplanen und damit heute mehr Büroarbeit als gedacht.

Ansonsten arbeite ich mit meiner Frau, der Autorin Miriam V. Lesch, gerade an der Konzeptentwicklung für eine neue Kreation für unsere Compagnie Filou, die sich im großen Spielfeld des neuen und zeitgenössischen Zirkus bewegt.

Parallel schreibe ich an meinem dritten Solo, dass auch mein erstes Clown-Solo wird. Es hat keine Eile, aber die Pitch steht seit August und ich find sie nach wie vor gut.

Christoph Schiele, Clown

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich merke, dass ich persönlich mehr Ruhe brauche, um das politische Weltgeschehen besser verarbeiten zu können, mich nicht zu sehr emotionalisieren zu lassen und handlungsfähig zu bleiben. Ich meide schnelle Nachrichten und lese lieber über die Ereignisse in Journalen, höre Podcasts und tausche mich mit politischen Freund:innen aus. Mir fehlen aktuell wichtige Formen der Differenzierung und der Diskussionsbereitschaft. Vielleicht wäre das besonders wichtig für uns alle gerade, aber ich kann nur für mich reden.


Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Kunst wird nicht die Welt retten. Bestenfalls lässt sie uns das Zeitgeschehen mit Leichtigkeit begleiten – bis zum Schluss.

Wenn allerdings Kunstformen zu einer elitären selbstverliebten Blase mutieren, die sich ausschließlich selbst befruchten und das Publikum nicht abholen, dann schreibe ich dieser Entwicklung keine wesentliche Rolle für einen gesellschaftlichen Aufbruch oder Neubeginn zu.

Was liest Du derzeit?

Zum Einschlafen: Popov und Piezke von Janosch

Zum Aufstehen: Herr Wondrak von Janosch

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

We (clowns) can not change the reality, but we can help to change the view about it.

Avital Dvory

Christoph Schiele, Clown

Vielen Dank für das Interview, lieber Christoph, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Danke dir. Gerne.

5 Fragen an Künstler*innen:

Christoph Schiele, Clown

Zur Person _ Christoph Schiele ist ein Künstler des Nouveau Cirque, Clown und Physical Comedian, der in Wien lebt und international in und mit verschiedenen Formationen arbeitet. 2015-17 studierte er in Brüssel an der École Internationale de Théâtre LASSAAD und von 2019-2021 Magie Nouvelle an der CNAC, dem Centre National des Arts du Cirque in Châlons-en-Champagne, Frankreich. Zusammen mit seiner Compagnie Filou realisierte und spielte er Kammerflimmern (2018) und Paule – Ein Bademeisterstück (2021). Seit 2021 ist er mit dem Starclown Anatoli Akerman in ihrem abendfüllenden Programm KuKu zu sehen.

www.christophschiele.com

Foto_1: Igor Ripak (LE MANÈGE / KreativKultur)

Foto_2: Alexandre Mhiri

Foto_3: Miriam V. Lesch

Walter Pobaschnig _ 3.11.2023

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„Der Kunst die Freiheit“ Thomas Toppler, Regisseur _ Wien 16.11.2023

Lieber Thomas Toppler, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufwachen – Handy zücken und Katzenvideos anschauen – Frühstück – Leute treffen oder Büroarbeit  oder Schlagzeug üben – Mittagessen – Kurzer, ausgedehnter Schlaf – Büro oder Leute treffen – Abendessen – Lesen oder Theaterbesuch oder Fußball schauen – Katzenvideos – schlafen.

Thomas Toppler, Regisseur, Schauspieler, Musiker

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Emphatisches aufeinander aufpassen! Das sollte aber nicht ein Zeitgeist sein sonder wie 3x täglich Zähneputzen. Ich putz nur 2x, verwende aber Zahnseide, wegen den kleinen, brauen, unerwünschten Stücken, die sich verstecken und später an die Oberfläche kommen um für mehr Schaden zu sorgen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Der Kunst die Freiheit. Wir KünstlerInnen können wirtschaftlich spärlich davon leben, lasst uns doch die Freiheit uns ausdrücken zu dürfen. Da mein ich vor allem die gesellschaftliche, die erfundene Moral von Heute.

Was liest Du derzeit?

Der Ernährungskompass von Bas Kast

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Verzichtet auf industriellen Zucker! Der ist nicht gut.“ Bas Kast

Vielen Dank für das Interview, lieber Thomas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspiel-, Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Sehr gerne!!!

5 Fragen an Künstler*innen:

Thomas Toppler, Regisseur, Schauspieler, Musiker

Zur Person _ Thomas Toppler, Regisseur, Schauspieler, Musiker.

Geboren 1985, aufgewachsen in Mürzzuschlag

Musikgymnasium Oberschützen, Studium „Schlagwerg Klassik“ an der Kunst Uni Graz / Expositur Oberschützen, Masterabschluß 2010

2010 – 2012 Internationale Schauspielschule „Ècole Philipp Gaulier“

2012 Mitbegründer der Bouffontheatergruppe „Ship of Fools“ in London, UK – seitdem als Regisseur tätig, zahlreiche Aufführung in ganz Großbritannien

2013 Mitbegründer des Ensembles „The Erlkings“.

Konzerte im Wiener Konzerthaus, Konzerthaus Berlin, Schubertiade Hohenems, Wigmore Hall, Schleswig Holstein Musik Festival, Ludwigsburger Schloßfestspiele, etc.

Unterrichtstätigkeit an der Musikuniversität MDW Wien im Fach Bühnenpräsenz

Weiters: Allegro Vivo, Internationalen Sommerakademie Reichenau, European Chambers Music Academy, Gründerzentrum der WU im Bereich Pitching, Schule des Theaters, VETA

Regiearbeiten seit 2014: Ship Of Fools theatre Company, Da Blechhauf’n, Mozartfest 2019, Werbespots für Die Gruft (Caritas Wien) und dem Neunerhaus Wien, Liedfestival Sindelfingen, etc.

Gewinner des Nestroypreis 2022 in der Kategorie „Best Off Produktion“ mit „Ein bescheidenerer Vorschlag“ (Idee, Konzept, Text, Regie und Schauspiel) in Kooperation mit dem TAG Theater Wien.

https://www.nestroypreis.at/show_content2.php?s2id=487

https://www.thomastoppler.com/

Foto Portrait_Theresa Pewal; Foto „Ein bescheidenerer Vorschlag“  Nestroy 2022 _ Stefan Panfili

Walter Pobaschnig _ 9.11.2023

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Baumgartner, Paul Auster. Roman. Rowohlt Verlag.

Da ist ein Leben, in dem alles geordnet ist.

„Baumgartner sitzt an seinem Schreibtisch im ersten Stock, in einem Zimmer, das er je nach Laune als Arbeitszimmer, Cogitorium oder seinen Bau bezeichnet…“

Er ist Philosoph arbeitet über Kierkegaard, hat Kontakt zu seiner Schwester, schätzt die Postbotin in ihren regelmäßigen Besuchen und blickt in vielem zurück auf ein Leben, das mit dem Tod Annas, seiner Frau, einen jähen Einschnitt erfuhr…

Doch in Erinnerungen, Träumen kehrt das gemeinsame Leben wie seine Kindheit und Lebensstationen zurück und Baumgartner sucht sich in Verlust und neuen Lebensschritten zu finden…

Paul Auster, 1947 in Newark, New Jersey geborener Schriftsteller, legt einen neuen Roman vor und das ist immer ein Ereignis der Sonderklasse.

Diesmal nimmt Paul Auster in die Einsamkeit eines Protagonisten mit, der sich im ringenden Lebensprozess der Unfassbarkeit des Todes eines geliebten Menschen, dieses unsäglichen Schmerzes wie existentiellen Ringens im Meer der Fragen danach und des Wahrnehmens und sich Stellens von Erinnerungen an Familie, Liebe, Beruf, wiederfindet. Und es wäre nicht Paul Auster, wenn nicht überraschende Wendungen und Erfahrungen das Leben in Glück und Zufall, Verlust und Hoffnung tragen und weitertragen.

Paul Auster stellt sich einmal mehr als einer der außergewöhnlichsten, fesselndsten Schriftsteller der Gegenwart vor.

„Paul Auster begeistert einmal mehr mit Spracheleganz, Lebenstiefe und der unerträglichen Leichtigkeit des Zufalls!“

Baumgartner, Paul Auster. Roman. Rowohlt Verlag.

Erscheinungstermin: 07.11.2023

208 Seiten

ISBN: 978-3-498-00393-7

Gebundene Ausgabe: 22 EUR

E-Book: 19.90 EUR

Walter Pobaschnig   11/23

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„Girlanden schmücken festlich unsere Welt“ Mathias Lodd, Schauspieler _ Give Peace A Chance _ Graz 15.11.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Girlanden schmücken festlich unsere Welt

In einem winz’gen kurzen Augenblick

Vergessen wir, was uns zusammenhält

Erleben Schmerz, erfahren Glück


Poltern nachts durch dunkle Gassen

Eine letzte Runde zum Verprassen

Am Ende gehts getrennter Wege

Charons Pfennig auf dem Augenlide

Erwacht man, ist es schwarze Nacht


Augenblicklich still in der Umgebung


Chance auf Frieden scheint doch möglich

Hofften wir nicht alle stets vergeblich?

Aufbruch, auf geht’s, auf nach Süden

Nirgends glaubt man noch die Lügen

Chance auf Frieden ist dort möglich

Einmal Frieden ist nicht vergeblich

Mathias Lodd, 15.11.2023

Mathias Lodd, Schauspieler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Mathias Lodd, Schauspieler

Zur Person  _  Mathias Lodd – Künstler

Geboren in Hennigsdorf, aufgewachsen in Oranienburg, studiert in Berlin und Potsdam. Das erste Engagemant führt den jungen Absolventen von Potsdam Babelsberg ans Schauspielhaus Köln, wo er zwei Jahre bleibt, Karneval kennenlernt, für den WDR und Deutschlandfunk im Studio steht und die Rheinische Frohnatur entdeckt.

Dann wechselt er die Stadt, Darmstadt in Südhessen wird für zwei weitere Jahre seine Station. Er spielt viel, lernt auf engstem Raum in eine WG zu leben, zieht oft um und entdeckt, dass die Hessische Küche nichts für ihn ist.

Er zieht weiter, Freiburg im Breisgau. Er befindet den Ort für gut und bleibt bis 2015, ganze sechs Jahre. Er spielt noch mehr als in Darmstadt, fängt an zu inszenieren, was ihm viele Nerven kostet, aber auch sehr viel Vergnügen bereitet. Ist viel in Frankreich hört auf zu rauchen, was ihm gut tut. Er singt seine erste Oper und macht zum ersten Mal in seinem Leben Erfahrungen im Physical Theatre.

Dann, ohne zu wissen wie es weitergeht, siedelt er nach Mannheim um, gastiert am Staatstheater Mainz, dem Heidelberger Zimmertheater und an der Oper Mannheim. Er bekommt ein Angebot nach Österreich zu gehen. Er nimmt an. Ab Herbst 2016 spielt er durchgehend am Schauspielhaus Graz. Dann endet sein Engagement und er beschließt freischaffend in Graz zu bleiben.

Foto_Lex Karelly

Walter Pobaschnig _ 15.11.2023

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„Mehr Diversität auf der Bühne und weniger Diversität bei den Gagen“ Luisa Stachowiak, Regisseurin _ Wien 15.11.2023

Liebe Luisa Stachowiak, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich schlafe bis c.a. halb acht. Dann Kaffee und Lektüre im Bett. Danach erledige ich Schriftkram und kleinere Haushaltssachen. Ab zehn beginne ich zu unterrichten, je nach Anzahl der Schüler*Innen geht das bis 17:00. Da ich momentan an keiner Produktion arbeite, habe ich die Abende zur freien Verfügung. Als passionierte Hobbyköchin verbringe ich sie gerne am Herd.

Luisa Stachowiak, Regisseurin, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Auf der Probe schätze ich einen Zustand besonders: den, des Nicht- Wissens. Damit meine ich keineswegs den Verzicht auf profunde Textkenntnis oder Hintergrundwissen. Theater ist komplexe Materie und je mehr man sich beschäftigt umso komplexer wird sie. Deswegen erscheint es mir komplett unsinnig, dass man meint, BEVOR die Probe überhaupt begonnen hat, zu wissen wie „es geht“.  Ich bin immer dann am schlechtesten, wenn ich nur sehen will, was ich mir in meinem Kopf ausgedacht habe. Es ist total okay zu sagen: ich weiß eine Menge, aber ich habe keine Ahnung wie es funktionieren soll.

Wenn ein Schauspieler keine Angst hat zu scheitern, kann er unmittelbare Erfahrungen machen und Erkenntnisse gewinnen, die jenseits der Kopfgeburt liegen. Und diese Erkenntnisse bzw. Fragen übertragen sich dann auch auf die Zuschauenden.

Vielleicht würde es uns allen guttun ein bisschen weniger nach Bestätigung unserer vorgefertigten Weltbilder zu suchen und uns wieder unvoreingenommener entgegenzutreten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Wesentlich? Unsere Kinder zu guten Menschen erziehen und mit Liebe zu überschütten.

Ansonsten? Beckett sagt es ja: Scheitern, scheitern, besser scheitern.

Aber das Theater als moralische Anstalt? Meiner Meinung nach müsste da gewaltig vor der eigenen Tür gekehrt werden.

Mehr Diversität auf der Bühne und weniger Diversität bei den Gagen wäre ein Anfang.

Was liest Du derzeit?  

Gerade fertiggelesen: Tonio Schachinger, „Echtzeitalter“. Ein Schulroman.

Das perfekte Buch für Halloween. Selten gleichzeitig so gelacht und gegruselt.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Erwachsensein ist nichts als eine Illusion.“ J. Brel

Vielen Dank für das Interview, liebe Luisa, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Luisa Stachowiak, Regisseurin, Schauspielerin

Zur Person _ Luisa Stachowiak wurde 1980 in Köln geboren.

Nach abgeschlossener Schauspielausbildung an der Folkwang Hochschule Essen/ Studiengang Schauspiel Bochum war sie 6 Jahre lang am Nationaltheater Mannheim als Ensemblemitglied und Gast tätig.

2013 zog sie nach Wien und gründete dort das Schauspielstudio Stachowiak.

Ihre letzten Inszenierungen waren „Was ihr Wollt“ (OFF Theater, Wien), „Frau Müller muss weg“ (Schikaneder, Wien), „Kunst“ (Theatertage Weissenbach) und „Der Tod und das Mädchen“ (Theater Arche, Wien), „Betrogen“ (Kunst im Prückel), „Lost Mythologies“, (Semmelweisklinik)

http://www.schauspielstudio-stachowiak.at/

https://www.facebook.com/luisa.stachowiak

Foto_privat

7.11.2023 _Walter Pobaschnig

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Rilke. Der ferne Magier. Gunnar Decker. Eine Biographie, Siedler Verlag.

Seine poetische Kraft hat der modernen Literatur Tür und Tor geöffnet. Hier betritt ein Dichter Sprachbühne und Öffentlichkeit, dessen Faszination bis in die Gegenwart ungebrochen ist. Sprache ist für ihn Selbstvergewisserung des Lebens, der Liebe, in allen Facetten und Schattierungen von Rausch, Hoffnung und Entgleiten.

Rilke setzt der Welt die Poesie entgegen, die als Himmelsleiter wie Zufluchtsort zur Tragik des Alltäglichen wird. Vielseitig ist er dabei inspiriert von weiteren Kunstgenres (etwa bildender Kunst) wie den persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen, Bindungen und Verlusten. Der Familie wie der Liebe kommt dabei entscheidende Bedeutung zu. Ebenso der Natur und der Suche, Erfahrung von Transzendenz. Rilke strebt in seiner unverwechselbaren Sprache nach Verstehen, Akzeptieren, nach  Ganzheitlichkeit in allem. Dies zeichnet lyrisches Hauptwerk wie Prosa aus.

Gunnar Decker, promovierter Philosoph, Autor und Journalist, legt eine umfassende wie facettenreiche Biographie des 1875 in Prag geborenen und 1926 in Montreux/Schweiz früh verstorbenen Dichter vor, der zur Inspiration wie zum Wegbereiter literarischer Moderne wird.

So bedeutsam und bekannt das Werk Rilkes ist, so weitestgehend im Dunklen ist die Persönlichkeit, der Sohn, der Liebende, der Freund, der gesellschaftliche Mensch und genau hier setzt die Biographie des Berliner Autors an und geht den Spuren von Beziehungsebenen eines Lebens und deren Ineinandergreifen von Kunst und Leben nach.

Der Autor wählt einen achtteiligen Kapitelaufbau, der in seiner thematischen Schwerpunktsetzung, der brillanten Erzählform wie der Darstellung werks- und lebensgeschichtlicher Eckpunkte überzeugt. Zudem gelingt es einen Bogen zu Kunst und Leben der Zeit zu spannen und damit Kontexte zu öffnen, die verdeutlichen, eröffnen und vertiefen.

Es gelingt den Menschen Rilke in seinen „wachsenden“ Lebensringen eindringlich vorzustellen, ohne jedes Geheimnis entschlüsseln zu wollen und zu können. Sicherlich eine wegweisende Biographie.

„Rilke als ringender Sohn, Liebender und Sterbender  – eine brillante, wegweisende Biographie!“

Rilke. Der ferne Magier. Gunnar Decker. Eine Biographie, Siedler Verlag.

Hardcover mit Schutzumschlag,

608 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 33 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-8275-0103-5

Erscheinungsdatum 01. November 2023   € 36,00 [D] inkl. MwSt.

€ 37,10 [A] | CHF 47,90 * (* empf. VK-Preis)

Walter Pobaschnig  10/23

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„Nicht cool, ehrlich!“ Jürgen Seibold, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Stuttgart 14.11.2023

GIVE PEACE A CHANCE

G         anz

I           m

V         ertrauen:

E          twas


P         assiv

E          rtragen,

A         lles

C         hronisch

E          rleiden,


A         m


C         haos

H         ilflos

A         bstumpfen –

N         icht

C         ool,

E          hrlich!


Jürgen Seibold, 13.11.2023

Jürgen Seibold, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Jürgen Seibold, Schriftsteller

Zur Person  _ Jürgen Seibold ist gelernter Journalist, lebt mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart und veröffentlichte 2007 seinen ersten Krimi. Seit 2012 arbeitet er hauptberuflich als Buch- und Theaterautor und zuletzt auch wieder als Musiker und Songwriter. Von ihm erschienen Komödien, ein historischer Roman und ein Psychothriller, vor allem aber humorvolle Krimis, seit einigen Jahren im Piper-Verlag. Die Gesamtauflage seiner Romane beträgt derzeit gut 530.000 Exemplare.

Aktueller Krimi_ „Sherlock ist ausgeflogen“ Jürgen Seibold. Kriminalroman. Piper Verlag

€ 12,00 [D], € 12,40 [A]

Erschienen am 27.04.2023

304 Seiten, Broschur

ISBN EAN 978-3-492-31766-5

https://www.piper.de/buecher/sherlock-ist-ausgeflogen-isbn-978-3-492-31766-5

Aktuelle Komödie _

https://www.piper.de/buecher/mein-perfektes-ich-kann-mich-mal-isbn-978-3-492-31454-1

Ratgeber Parodie _

https://shop.seibold.de/#!/Powerboring-Epub/p/505861864/category=145385267

Foto_Stefanie de Buhr

Walter Pobaschnig _ 13.11.2023

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„Für mich hat Schauspiel mit Dankbarkeit und Spiritualität zu tun“ Matea Novak, Schauspielerin _ Wien 14.11.2023

Liebe Matea Novak, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zurzeit ist mein Alltag sehr energetisch. Ich stehe früh auf, springe aus dem Bett und höre Bossa Nova oder wenn ich mehr Feuer brauche Samba oder Ska, dann mache ich meinem Partner und mir grünen Tee, dann gönn ich mir ein paar Seiten Lesestoff und dann gibt’s Frühstück. Ich bin ein Mensch, der ohne Frühstück nicht aus dem Haus geht. Das habe ich so von meinen Eltern gelernt und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Der Vormittag ist für mich eine heilige Zeit. Die Ruhe, das Auftanken von Energie, Liebe und Erwachen des Körpers.

Matea Novak, Schauspielerin

Um richtig in den Tag zu starten brauche ich Yoga oder Gymnastik. Ich tanze auch sehr gerne am Morgen. Mein Partner ist sehr musikaffin und dadurch bin auch ich ständig mit Musik in Verbindung. Körperliche Bewegung ist in meinem Alltag ein wichtiges Tool.

Meine Stimme wärme ich erst später auf, nachdem mein Körper mehr in Gang ist und ich das Gefühl habe meine Stimme ist jetzt da und ich kann mit ihr arbeiten.

Ja und dann sieht mein restlicher Tag dem Terminplaner entsprechend aus. Die Tage sind immer anders. Mir ist es wichtig alles so gut wie möglich zu planen, darauf verlasse ich mich und es gibt mir Sicherheit.

Neben alle dem Unterricht, den Castings, der künstlerischen, sowie der sozialen Arbeit fülle ich meinen Tag mit Inhalten aus der Mode, Musik, Kunst und ganz wenig Politik.

Neben dem Schauspiel arbeite ich im öffentlichen Dienst als Kinder- und Jugendbetreuerin in einem Jugendzentrum an einem Hotspot in Wien. Mir ist die Nähe zur Öffentlichkeit sehr wichtig. Es gibt Nichts was realer ist als da zu sein, wenn etwas passiert.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt! Gemeinschaft! Und sich eine eigene Meinung bilden über jedes aktuelle Geschehen. Auch wenn ich mit meiner Freundin nicht der gleichen Meinung bin, sind wir trotzdem Freundinnen. Das ist so wie mit der Religion. Meine Freundin ist muslimisch und ich nicht, trotzdem sind wir Freundinnen.

Nicht zu viel Nahrichten schauen, loszulassen von dem aktuellen Weltgeschehen.
Das Leben ist voller Widersprüche. Es ist nicht schwarz/weiß. Nichts ist konstant. Alles ist immer im Wandel.

Vor allem auch sehr wichtig, wenn du helfen willst: Dann fange dort an wo du wohnst, mit kleinen Handlungen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Für mich persönlich hat Kunst sehr viel mit Emotionalität zu tun, auch mentale Inhalte anderen Menschen zu übermitteln. Ich denke, Kunst ist ein möglicher Katalysator, das was man in sich trägt und fühlt, nach außen zu präsentieren. Schauspiel ist ein mögliches Tool, um das zu verdeutlichen.

Als Schauspielerin diene ich, als Schauspielerin bewerte ich nicht. Es geht mir darum, den Menschen eine Person näher zu bringen. Zu verstehen, warum ist diese Person so geworden, wie sie ist. Und das kann, muss aber nicht, auch politischen Zwecken dienen.
Jedoch möchte ich möglichst wenig politisches Theater betreiben.

Für mich hat Schauspiel mehr mit Dankbarkeit und Spiritualität zu tun. Ich kann mit meinem Spiel etwas in den Menschen auslösen und damit möchte ich sehr bewusst und heilig umgehen.

So wie Schönheit, liegt auch Kunst für mich im Auge des Betrachters. Kunst kann auch destruktiv und zerstörend sein. Es gibt für mich keine genaue einzige Definition davon, was Kunst ist und wie sie helfen kann. Das überlasse ich den Betrachterinnen.

Was liest Du derzeit?

„M Train“ von Patti Smith, zwei Theaterstücke und „The art oft the straight line“ von Lou Reed

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Hach, da gibt’s viele. Das letzte was ich aufgepickt habe:

„Das Leben ist ein Thriller!“ von James Ephraim Lovelock

Matea Novak, Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Matea, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Matea Novak, Schauspielerin

Zur Person _ Matea Novak, Schauspielerin _ Wien

Geboren und aufgewachsen in Wels, OÖ. Meine Eltern stammen beide aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Meine schauspielerische Laufbahn begann im Theater Dschungel in Wien.
Während der Jahre malte ich Bilder, spinnte die Decks als DJ und entwickelte mich in viele Richtungen weiter. Dazu gehört auch meine Ausbildung als Kinder- und Jugendbetreuerin.

Im Sommer 2024 mache ich die staatliche Bühnenreifeprüfung.

Fotos_Matea Novak

Walter Pobaschnig _ 10.11.2023

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Femina. Eine neue Geschichte des Mittelalters aus Sicht der Frauen. Janina Ramirez. Aufbau Verlag.

Die Welt des Mittelalters. Könige, Kriege, Kämpfe, Macht – bestimmen Politik und Leben. Alles in Männerhand. Doch wirklich alles?

Wie sieht es über den Blick traditioneller Geschichtsschreibung hinaus aus? Wo waren im Mittelalter Einflussbereiche der Frauen? In welchen Bereichen setzen sie Akzente? Wie sieht diese Geschichte denn aus?

Janina Ramirez, Kulturhistorikerin, Literatur- und Sprachwissenschaftlerin,  Dozentin und Forscherin in Oxford, Winchester und Warwick, legt eine spannende Entdeckungsreise zu Persönlichkeiten, Positionen und Wirkungsräume von Frauen in der Zeitspanne des Mittelalters vor.

Das Buch ist in neun Kapitel gegliedert, in denen jeweils ein Schwerpunkt – etwa Künstlerinnen, Unternehmerinnen – exemplarisch geöffnet wird und Frauen in Biographie und Wirkungskreis vorgestellt werden.

Hervorzuheben ist die genaue Quellenrecherche, die gut lesbare, spannende Aufbereitung, das perspektivenreiche Bemühen um Zusammenschau in Zeit und Gesellschaft über Jahrhunderte wie auch Brückenschläge zu Fragestellungen der Gegenwart.

„Eine spannende, überraschende Spurensuche zu Frau und Gesellschaft im Mittelalter!“

Femina. Eine neue Geschichte des Mittelalters aus Sicht der Frauen. Janina Ramirez. Aufbau Verlag.

Übersetzer:in: Karin Schuler

Format: Hardcover mit Schutzumschlag und Abbildungen

Seiten: 522

Sprache: Deutsch

Veröffentlichung  14.02.2023

ISBN 978-3-351-04181-6

Walter Pobaschnig  11/23

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Rom und der Orient. Reiche, Götter, Könige. Marek, Christian. Beck Verlag

Das römische Imperium in seiner Struktur, Expansion und Nachwirkung ist eine der entscheidensten Epochen der Weltgeschichte, die bis heute, und gerade in diesen herausfordernden Zeiten, in ihren Grundlagen, Entwicklungswegen und Folgen bedeutsam ist.

Die römische Herrschaft legt in ihren politischen, religiösen, gesellschaftlichen Ausrichtungen Bausteine für die folgenden Jahrhunderte, ja Jahrtausende. Das Zusammenleben von Mensch, Völkern, Staaten ist bis heute davon geprägt. Das Verhältnis von Okzident und Orient in allen Gemeinsamkeiten, Erschütterungen Perspektiven wie Hoffnungen hat in dieser römischen Epoche politischer Gestaltung und Formung seine Anfänge.

Wie sahen nun diese Anfänge in der Antike und weiteren Entwicklungen bis in das Mittelalter aus? Was waren Herrschafts-, Kommunikations-, und Bruchlinien?

Christian Marek, em.Prof. für Alte Geschichte an der Universität Zürich, legt nun eine bemerkenswerte umfangreiche Darstellung wie Zusammenschau von Ereignissen, Persönlichkeiten und Organisationsstrukturen der römischen Epoche im speziellen Perspektivenblick vor. In 4 umfassenden Überblickskapitel wird eine Fülle von Informationen zu Herrschaft, Leben, Gesellschaft der römischen Herrschaft im Schwerpunkt zum Verhältnis zum Orient über Jahrhunderte erläutert.

Es gelingt dem renommierten Historiker und Autor einen wesentlichen Beitrag zu einem der ganz großen weltgeschichtlichen Themenstellungen zu leisten.

Rom und der Orient. Reiche, Götter, Könige. Marek, Christian. Beck Verlag

ISBN 978-3-406-80688-9

Erschienen am 12. Oktober 2023

720 S., mit 113 Abbildungen und 14 Karten

Hardcover: 48,00 €

Walter Pobaschnig  10/23

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