„Dass wir uns auf unsere hart erkämpften, wertvollen demokratischen Werte (rück)besinnen sollten.“ Martina Berscheid, Schriftstellerin _ Homburg/Saar 20.7.2024

Liebe Martina Berscheid, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe in der Regel früh auf, selbst an den Wochenenden, weil ich da am ehesten Zeit habe zum Schreiben. Zunächst gehe ich mit meiner Hündin in den Wald. Der Wald, übrhaupt die Natur, ist für mich Inspirationsort, da klären und sortieren sich Gedanken, kommen Ideen. Schreiben findet ja nicht nur am Schreibtisch statt, die Denkarbeit dazu, die nimmt bei mir sehr viel Raum ein. Im Kopf bin ich sehr viel mit meinen Projekten beschäftigt.

Danach nehme ich mir Zeit für ein ausgiebiges Frühstück, das mir Kraft für die Anforderungen des Tages gibt und meine liebste und wichtigeste Mahlzeit ist.

Mehrmals die Woche arbeite ich danach in meinem Brotjob bis in den Nachmittag, widme mich der Familie, dem Garten, meiner Hündin. In den Zeitnischen dazwischen schreibe ich (am Notebook oder per Hand in meine Notizbücher).

Am liebsten ist mir jedoch der Morgen, auch als Schreibzeit, und wenn ich frei habe und ich ihn für meine Projekte nutzen kann, macht mich das glücklich.

Martina Berscheid, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns auf unsere hart erkämpften, wertvollen demokratischen Werte (rück)besinnen sollten. Rassismus, Misogynie, Queerfeindlichkeit und Hass widersprechen. Dagegen anschreiben. Gleichzeitig sollten wir uns bewusst machen, wie wir miteinander umgehen, an einer Umgangskultur mit mehr Toleranz und Wertschätzung arbeiten. Dass wir uns kritisch hinterfragen. Auch zur Bewältigung der Klimakrise, die alle betrifft, ist Zusammenhalt wichtig.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wesentlich finde ich, dass der demokratischen und sozialen Bildung mehr Raum und auch Geld eingeräumt wird. Dass diejenigen gestärkt werden, die sich dafür einsetzen. Dass sich jede(r) fragt: Was kann ich tun? Außerdem mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander. Marginalisierte Gruppen stärken. Solidarität. Literatur und Kunst kommt da eine besondere Rolle zu, indem Missstände thematisiert werden, der Finger in die Wunde gelegt wird. Über Literatur und Kunst erfolgt auch ein anderer Zugang zu diesen Themen.

Da ich Autorin bin, kann ich das für die Literatur etwas ausführen: Beim Schreiben widme ich mich immer auch gesellschaftlichen Themen. Mal leiser, mal lauter. Aber immer so, dass ein Gefühl zurückbleibt, eine Unruhe. Manchmal auch Wut. Etwas, das herausfordert, sich mit dem Text und darüber hinaus mit den Themen zu beschäftigen. Oder mit den Figuren, deren Rollen. Literatur kann ein Anstoß sein.

Was liest Du derzeit?

„Frauenliteratur“ von Nicole Seifert (Kiepenheuer & Witsch) – ein großartiges Buch, in dem die Autorin die systematische Benachteiligung von Frauen und damit eine Form von Misogynie im Literaturbetrieb und der Literaturgeschichte aufzeigt. Ein Buch, das ich nur jeder und jedem empfehlen kann.

Zudem „Black Vodka“ von Deborah Levy (Kampa Verlag), großartige Kurzprosa.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„… manche Menschen brauchen die Worte anderer, um Zugang zu sich selbst zu finden. Deswegen ist Literatur so wichtig.“

(Aus meiner Kurzgeschichte: „Die Worte anderer“, erschienen in „Am Grab von Joseph Brodsky: 30. Würth Literaurpreis, Swiridoff Verlag, 20. Oktober 2019)

Vielen Dank für das Interview, liebe Martina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Martina Berscheid, Schriftstellerin

Zur Person: Martina Berscheid, geboren 1973 in Kaiserslautern, studierte Biologin, schreibt Prosa – Kurzgeschichten, Erzählungen, Romane -, aber auch Haikus. Sie liebt vielschichtige Figuren und hat ein Faible für Sprachbilder. In ihren Texten lotet die Autorin die Beziehungen zwischen den Menschen aus, das Ungesagte, Verborgene. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden in Anthologien und Literaturzeitschriften publiziert.

2015 erhielt sie den Hans-Bernhard-Schiff-Literaturpreis der Stadt Saarbrücken.
Veröffentlichungen: „Leichtgewichte“, (Erzählungen, 2017), „Das Echo unseres Schweigens“, (Roman, 2018, Rabenwald Verlag, „Die Klassenkameradin“, (2023, Edition Schaumberg,   2020 Longlist des Blogbuster-Preises), „Fremder Champagner“ (Erzählungen, April 2024).

Martina Berscheid lebt mir ihrer Familie in Homburg/Saar.

Aktueller Erzählband von Martin Berscheid:

„Ein Familienfest, scheinbar ohne konkreten Anlass. Und wie immer in den letzten Jahren dominieren Belanglosigkeiten und Sticheleien das Gespräch – über wirkliche Probleme sprechen weder die drei erwachsenen Kinder noch ihre Eltern. »Nirgends wird so viel gelogen und verschwiegen wie in Familien«, denkt Claire. »Oder ist das nur in unserer so?« Doch dann werden die Geschwister unverhofft mit ihren Kindheitserinnerungen konfrontiert …

Fünfzehn Erzählungen über Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen, einfühlsam und genau beobachtet, mit einem feinen Gespür für Stimmungen und zwischenmenschliche Beziehungen. Spannend und mit überraschenden Wendungen.“

Martina Berscheid:
Fremder Champagner
Erzählungen
Mirabilis Verlag, 16.04.2024
ISBN 978-3-947857-25-8
Hardcover, Schutzumschlag, Fadenheftung
Umschlaggestaltung: Florian L. Arnold, „THE MORE YOU SEA“, 2021
236 Seiten
24 €

https://mirabilis-verlag.de/produkt/martina-berscheid-fremder-champagner-erzaehlungen/

Foto _ privat.

Walter Pobaschnig _ 17.7.2024

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„Kunst öffnet Geist, Herz und Seele, schafft Klarheit“ Gabriele Hasmann, Schriftstellerin _ Baden/NÖ 19.7.2024

Liebe Gabriele Hasmann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich arbeite von zu Hause aus als selbstständige Autorin, stehe also morgens auf, schalte den Laptop an und arbeite – mit gelegentlichen Unterbrechungen, um eine Hunderunde zu gehen oder mich abends mit Freunden zu treffen – bis nachts an meinen Büchern, Stücken, Führungen …

Gabriele Hasmann, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dasselbe, wie immer schon: Fürsorge, Empathie und Geduld.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ebenfalls dasselbe wie immer schon, denn Aufbruch und Neubeginn sowie den damit einhergehenden Unsicherheiten, Problemen und Krisen gab es zu jeder Zeit: Kunst hat stets Geist, Herz und Seele geöffnet, Klarheit geschaffen, Verständnis geweckt und Trost gespendet. 

Was liest Du derzeit?

Ich konsumiere Literatur via Hörbuch – derzeit: „Totholz“ von Andreas Föhr.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Im Makrokosmos gilt: Was Bestimmung ist, wird sein. Im Mikrokosmos können wir selbst ein Umfeld voller Harmonie, Liebe und Frieden schaffen und damit unsere Wegbegleiter „anstecken“, um nachhaltig den Makrokosmos positiv zu beeinflussen.

Vielen Dank für das Interview, liebe Gabriele, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Gabriele Hasmann, Schriftstellerin

Zur Person:  Gabriele Hasmann wurde 1968 in Wien geboren und lebt seit 1969 in Baden. Sie studierte Germanistik und Philosophie, arbeitete danach als Kolumnistin, Lokal- und Kultur-Redakteurin bei der Badener Szene-Zeitung Extrablatt und der Badener Rundschau, war Radio-Nachrichten-Redakteurin und -Sprecherin, Kultur- und Lokal-Reporterin sowie TV-Redakteurin und Producerin.

Bereits als Jungliteratin präsentierte sie Texte vor Publikum auf selbstorganisierten Veranstaltungen wie Marathon-Lesung, Haiku-Lesung, Grusel-Lesung oder Erotik-Liege-Lesung. Zur selben Zeit gab sie die Literaturzeitung „Frischer Wind“ heraus, der drei Jahre lang durch die Stadt fegte. Für „Ein trauriges Krokodil“ erhielt sie 1993 den Bad Wildbader Kinder- und Jugendliteraturpreis (Deutschland), romantische und erotische Fantasien verhalfen ihr 1995 zum Mödlinger Preis für Kurzprosa.

Seit 2010 ist Gabriele Hasmann als selbstständige Schriftstellerin tätig, organisiert darüber hinaus Events zur Nachwuchsförderung, veranstaltet das Mystery Dinner, gibt Schreibkurse und führt auf historischen Pfaden durch Baden und Wien.

Ihre rund 50 Sachbücher zu den Themen True Crime, Gruseliges, Historisches, Regionales und Unterhaltendes sind in den Verlagen Ueberreuter, Styriabooks, Falter und Kral erschienen. Die Schriftstellerin hat außerdem drei Krimis bei den Verlagen Elsengold, Federfrei und Medimont sowie einen Anti-Liebesroman im Luzifer Verlag herausgebracht.

Fanseite: https://www.facebook.com/autoringabrielehasmann/

Mystery Dinner: https://www.mystery-dinner.at/

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Hasmann

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Foto_ Tina King

Walter Pobaschnig _ 17.7.2024

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Undine geht – „Der Text spiegelt das Leben von vielen Frauen in vielen Kulturen.“ Marilene Novak, Sopranistin _ Velden/Wörthersee 19.7.2024

Marilene Novak, Sopranistin, Schauspielerin_ Velden/Wörthersee _
performing „Undine geht“ _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

″Guten Abend.″          

″Guten Abend.″

″Wie weit ist es zu dir?″

″Weit ist es, weit.″

″Und weit ist es zu mir.″ […]

Undine geht, Ingeborg Bachmann, 1961, f.

„Immer wenn ich durch die Lichtung kam und die Zweige sich öffneten, wenn die Ruten mir das Wasser von den Armen schlugen, die Blätter mir die Tropfen von den Haaren leckten, traf ich auf einen, der Hans hieß…“

Ja, diese Logik habe ich gelernt, dass einer Hans heißen muss, dass ihr alle so heißt, einer wie der andere, aber doch nur einer. Immer einer nur ist es, der diesen Namen trägt, den ich nicht vergessen kann, und wenn ich euch auch alle vergesse, ganz und gar vergesse, wie ich euch ganz geliebt habe…

Es gibt keine Fragen in meinem Leben.

Ich liebe das Wasser, seine dichte Durchsichtigkeit, das Grün im Wasser und die sprachlosen Geschöpfe (und so sprachlos bin auch ich bald!), mein Haar unter ihnen, in ihm, dem gerechten Wasser, dem gleichgültigen Spiegel, der es mir verbietet, euch anders zu sehen. Die nasse Grenze zwischen mir und mir …“

Ich habe keine Kinder von euch, weil ich keine Fragen gekannt habe, keine Forderung, keine Vorsicht, Absicht, keine Zukunft und nicht wusste, wie man Platz nimmt in einem anderen Leben. Ich habe keinen Unterhalt gebraucht, keine Beteuerung und Versicherung, nur Luft, Nachtluft, Küstenluft, Grenzluft, um immer wieder Atem holen zu können für neue Worte, neue Küsse, für ein unaufhörliches Geständnis: Ja. Ja.

Wenn das Geständnis abgelegt war, war ich verurteilt zu lieben; wenn ich eines Tages freikam aus der Liebe, musste ich zurück ins Wasser gehen, in dieses Element, in dem niemand sich ein Nest baut, sich ein Dach aufzieht über Balken, sich bedeckt mit einer Plane. Nirgendwo sein, nirgendwo bleiben. Tauchen, ruhen, sich ohne Aufwand von Kraft bewegen – und eines Tages sich besinnen, wieder auftauchen, durch eine Lichtung gehen, ihn sehen und ″Hans″ sagen. Mit dem Anfang beginnen…“

Marilene Novak, Sopranistin, Schauspielerin_ Velden/Wörthersee _
performing „Undine geht“ _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Marilene Novak, Sopranistin, Schauspielerin_ Velden/Wörthersee _ performing „Undine geht“ _

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _ Foto: Heinz Bachmann

Fotos_Klagenfurt/Henselstr._Wohnhaus von Ingeborg Bachmann_Kreuzbergl

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Liebe Marilene Novak, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

Es liest sich wie eine ewig gültige Wahrheit und spiegelt das Leben von vielen Frauen in vielen Kulturen. Ob er Hans, Rainer oder Michael heißt ist Nebensache. Das Drama um Mann und Frau geht immer weiter.

Unsere Frauenhäuser sind voll und viele Frauen trauen sich nicht dorthin zu gehen…

Wie siehst Du „Undine“?

Undine ist ein Wesen der Leichtigkeit, Lebensfreude und einem verspielten Zugang zum Leben. Leider wird ihr das schnell genommen in der menschlichen Erfahrung im Umgang mit der Liebe. Die Liebe ist wie die Rose voller Dornen, an denen man sogar sterben kann. Die Undine ist personifizierte Freiheit und Unabhängigkeit, zur Hingabe und Liebe fähig aber ohne jeden Schutz ausgeliefert, weil sie den Schmerz noch nicht kennt, wie ein kleines Mädchen, aber durch die Tränen reift sie heran zu einer Frau, einer echten starken und weisen Frau.

„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

Eigentlich so gut wie nichts. Es gibt immer wieder gute Ansätze. Aber der Mann lässt sich nicht so einfach verdrängen von seiner Vormachtsstellung, er kämpft mit allem, was ihm zur Verfügung steht, um dort zu bleiben und weiter zu herrschen. Die Frau allerdings holt ihn bald ein und er wird weichen müssen. Die Evolution bleibt nicht stehen, sie geht weiter und bahnt sich wie das Wasser seinen Weg…aber es werden noch viele Opfer der Frauen gebracht werden müssen.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

Es hat sich nicht viel verändert, oft nur an der Oberfläche, doch in die Tiefe der Seele des Mannes ist es noch nicht vorgedrungen die Frau zu sehen als sein Spiegelbild und seine Plattform, auf der er sich entwickeln soll. Zu tief sitzen noch alte Muster und Vorstellungen, eingeimpft von nichts ahnenden Müttern, welche selbst an der Unterdrückung zerbrochen sind, vorgelebt von Vätern, die es auch nicht besser wussten.

Bewusstwerdung ist unser einziger Ausweg.

Zu tief sitzt die Angst des Mannes vor der Frau. Der überlegenen Frau, die Frau wird immer überlegen sein. So wollte es die Natur.

Frauen sind Mütter (oder können es sein, was dasselbe ist, alle Anlagen sind ja vorhanden), das ist ihre Superkraft, diese Kraft so unendlich ein anderes Wesen zu lieben, manchmal bis zur völligen Selbstzerstörung, die Fähigkeit für ein Wesen so zu kämpfen und es zu beschützen hat nur die Frau!!!!

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?

Entwicklung, vor allem die Entwicklung der Männer. Gerald Hüther nennt es „den Entwicklungsweg des Mannes zu einem Liebenden“. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Mann sich wieder besinnen soll auf seine Fähigkeit zu beschützen, zu bewundern und ein Gefährte auf Augenhöhe zu sein.

Leider besitzen diese Fähigkeiten eine absolut verschwindende Anzahl an Männern. Zumindest in meinem Umkreis. Dies sehe ich auch eng mit dem kapitalistischen System verbunden, in dem der Mann gelernt hat, sich nur über äußeren Erfolg zu definieren.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute  mitnehmen?

Ich muss nichts mitnehmen, da ich es schon in mir habe. In mir und gewiss in vielen, wenn nicht allen Frauen steckt ein Teil von „Undine geht“, man muss ihn nur bewusst wahrnehmen. Undine ist ein immer gültiger Archetypus der in der weiblichen Psyche anzutreffen ist.

Was bedeutet Dir Natur?

Mein Rückzugsort, um Kraft zu tanken. Ich bin bin ihr verbunden in großer Dankbarkeit.

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

Zu Wasser habe ich ein etwas ambivalentes Verhältnis, da ich als Kind einmal fast ertrunken wäre, ich kann es noch fühlen diese Urgewalt, die mich fast verschluckt hat. Ich habe Respekt vor dem Wasser. Wasser zieht uns Menschen aber sehr an, wir sind ja zu überwiegendem Anteil selbst aus Wasser. Wasser ist unsere Urmutter. Wasser und Erde. Ohne Wasser kein Leben.

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

Da ich am Land lebe, bin ich ganz nah dran und genieße jede Jahreszeit mit ihren individuellen Schönheiten. Den Frühling mit seiner Hoffnung, den Sommer mit seiner reichen Frucht, den Herbst mit seinen Farben und den Winter mit seiner Stille- so findet man in allem etwas, das einem selbst und den Entwicklungsweg des Menschen wiedergibt und illustriert.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

Es gibt immer nur einen Weg: den Weg zur Selbstliebe. Dieser Weg ist gekennzeichnet durch die Arbeit an sich selbst, Reflexion der eigenen Worte Taten und Handlungen. Jeden Tag können wir uns entscheiden, wer wir sein möchten.

Eigenliebe führt zur Nächstenliebe und zur Liebe zur ganzen Schöpfung…der Weg ist bekannt. Gehen muss ihn jeder selbst. Wie kann ich jemandem böse sein, wenn ich dessen Wunden erkenne?

Allerdings muss sich jeder schützen vor Menschen, die Grenzen nicht respektieren.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?

Ehrlichkeit. Und zwar bedingungslose. Kommunikation auf Augenhöhe und Respekt vor dem Gegenüber.

Was lässt Liebe untergehen?

Selbstsucht, Respektlosigkeit, Untreue auf allen Ebenen aber auch Selbstvernachlässigung

Wie war Dein Weg zur Musik, zum Schauspiel?

Es war immer da, immer. Aber der Entwicklungsweg war hart und steinig.

Welche aktuellen Projektpläne hast Du?

Ich habe regelmässig Konzerte und kleinere Projekte. Bin für alles offen. Das nächste Konzert ist am 1.8 die Wörthersee Gala- Oper & Operette im Casineum in Velden. Mein Herzensprojekt. Ansonsten arbeite ich selbst in einem Kunst und Kulturverein- dem Kulturforum und Kunstkabinett Kärnten, dort passiert einiges in verschiedenen Sparten, es ist immer was zu tun, wenn man will…

https://www.woerthersee.com/dc/detail/event-16-woerthersee-gala-oper-operette

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

„Und wenn eure Küsse und euer Samen von den vielen großen Wassern (Regen, Flüssen, Meeren) längst abgewaschen und fortgeschwemmt sind, dann ist doch der Name noch da, der sich fortpflanzt unter Wasser, weil ich nicht aufhören kann, ihn zu rufen, Hans, Hans…“

Liebe bleibt, Liebe sitzt in unseren Zellen bis ans Ende unserer Tage.

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?

U  Unselig ist die Liebe

N Närrische Liebe, eine Krankheit

D Des Herzens und der Eingeweide

I immer wieder erwischt sie dich

N niemals Rücksicht nehmend

E erbärmlich kriecht sie in deine Zellen


G Gibst du dich ihr hin

E entzündet dich ein Feuer

H hoch lodernd in wildem

T Tanz fällst du am Ende. Tief

Marilene Novak, Sopranistin, Schauspielerin_ Velden/Wörthersee _
performing „Undine geht“ _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.
Marilene Novak und Walter Pobaschnig _
vor dem Wohnhaus von Ingeborg Bachmann
Kindheits-, Jugendhaus von Ingeborg Bachmann _ Klagenfurt/Henselstr. _
7/24
Kreuzberglteich/Klagenfurt _ in unmittelbarer Nähe des Elternhauses von Ingeborg Bachmann

Alle Fotos & Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 7/24

Martin Luther King. Ein Leben. Jonathan Eig. DVA Verlag

Es ist ein Leben aus der Kraft einer Vision für Gerechtigkeit und Engagement. Ein Leben, das bereit war, alles dafür zu geben und das am 4.April 1968 gewaltsam beendet wurde. Sein Name: Martin Luther King * 15. Januar 1929 Atlanta, Georgia/USA  † 4. April 1968 in Memphis/Tennessee, Baptistenpastor,  Anführer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1950/60er Jahre und Friedensnobelpreisträger 1964.

Ein Lebensalter von knapp vierzig Jahren, das so viel weltgeschichtliche Bedeutung erlangte und bis heute Inspiration und Auftrag für gesellschaftliches Engagement ist.

Doch wie war nun der Lebenslauf dieses so bedeutenden wie engagierten Pastors, was waren Bewegründe, Inspirationen wie Motivationen? Welche Lebensereignisse, Erfahrungen formten Leben und Werk?

Der renommierte Journalist und Autor, Jonathan Eig, legt nun eine umfassende Spurensuche in spannenden biographischen und gesellschaftshistorischen Facetten vor. Die schon vielfach ausgezeichnete – Pulitzer Preis 2024 – Biographie ist in drei großen Überblickskapitel aufgebaut, welche detailliert wie gut lesbar Lebensweg wie Begegnungen, Visionen und Herausforderungen herausarbeiten wie zusammenfassen.

„Eine spannende, beeindruckende Reise zu einem Leben zwischen Vision, Mut und Gesellschaft!“

Martin Luther King. Ein Leben. Jonathan Eig. DVA Verlag

Hardcover

752 Seiten, 15,0 x 21,5 cm

19 Fotos s/w

ISBN: 978-3-421-04845-5

€ 34,00 [D] inkl. MwSt.

€ 35,00 [A] | CHF 45,50 * (* empf. VK-Preis)

Walter Pobaschnig 7/24

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„…uns nicht von großen Sprüchen verführen lassen!“ Verena Vondrak, Clownin und Autorin _ Wien 18.7.2024

Liebe Verena Vondrak, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bereite mich auf mein neues Projekt vor: „Die Zuckererbsen“ – http://www.diezuckererbsen.at

Verena Vondrak, Clownin und Autorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

…uns nicht von großen Sprüchen verführen lassen!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Clownerie und Humor können die Dinge ein wenig zurechtbiegen…und Humor ist eine solide Brücke zwischen zwei Menschen!

Was liest Du derzeit?

Karina Sainz Borgo: Nacht in Caracas

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Kleist: Schließlich ist das Paradies verriegelt, und wir müssen die Reise um die Welt machen und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.

Vielen Dank für das Interview, liebe Verena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunst-, Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Verena Vondrak, Clownin und Autorin

Zur Person: Verena Vondrak, Clownin und Autorin _ Ausbildung in Paris und Prag, Autorin von 2 Kinderbüchern, Co-Direktorin vom Clowntheater Olé in Wien, 30 Jahre CliniClown (St. Anna Kinderspital), Workshopleiterin in Clownerie,

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 16.7.2024

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„eine Welt ohne Gewalt“ Val Wecerka, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Wien 17.7.2024

Val Wecerka, Arrangement of lines

GIVE PEACE A CHANCE

G emeinsam für den Frieden stehen.

I n Herzen Harmonie entstehen lassen

V erständigung und Respekt gewinnen

E inheit und Liebe von Innen beginnen


P ositiv denken, dass es möglich ist

E inander respektieren und unterstützen

A chtsamkeit für jede Stimme

C hancen für Frieden erkennen

E ine Zukunft in Harmonie


A llen Kriegsgefahren entgegentreten


C ourage zeigen für Gerechtigkeit

H armonie und Ruhe fördern

A nfang machen mit Vergebung

N eue Wege zum Frieden finden

C hancen ergreifen für eine Welt ohne Gewalt

E inheitlich für eine bessere Zukunft


Val Wecerka, 7.7.2024

Val Wecerka, Künstlerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Val Wecerka, Künstlerin

Zur Person:  Val Wecerka, geboren in Burgas, studierte Malerei, Grafik und Tapisserie (Universität für angewandte Kunst Wien bei Prof. Ch. L. Attersee) sowie Bildnerische Erziehung und Textiles Gestalten (Barbara Putz-Plecko). Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Wien.

Meine Arbeiten setzen sich intensiv mit den Themen Identität, Herkunft und Zeit auseinander. In meinen Werken erforsche ich die Komplexität dieser Konzepte und ihre Verflechtungen miteinander. Ich nutze eine Vielzahl künstlerischer Ausdrucksformen wie Malerei, Skulptur und Textil, um meine Botschaft zu vermitteln. Durch diese Vielfalt an Medien schaffe ich eine facettenreiche Betrachtung dieser Themen.

http://www.valwecerka.at

Aktuelle Ausstellung: „How Deep is Your Work“, Val Wecerka / Pavel Dušek

C.A. Contemporary, Ballgasse 8, 1010 Wien

Fotos _ Val Wecerka

Walter Pobaschnig _ 7.7.2024

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Der Doppelschreier, Lisei Luftvogel. Roman. Tredition.

Die Blätter fallen. Und zwei rote davon direkt auf den Sarg ihres Vaters. Sprachlos stehen Zara und ihre Mutter vor dem Dunkel des Grabes. Viele Freunde sind gekommen, es ist bunt wie das Leben des Reporters, der in Indien bei einem Motorradunfall starb. So heißt es, jetzt, im stummen Fall der Blätter. Doch für Zara zerreißt die Stille im Schmerz und sie stürmt davon, wie ihr Vater Reinhard in seinem Leben zwischen Kulturen, Grenzen, Begegnungen und Aufbrüchen…

In Italien begegnen Zara und Ruth dem Fotografen Johannes, einen Kollegen des Vaters und jetzt kommt es zu einer Offenbarung, der Zara nur mit einem Schrei begegnen kann…

Ihr Vater ist nicht tot. Im Grab liegt nur die verbrannte Lederjacke.

Und jetzt bricht Zara auf. Eine Spurensuche beginnt zwischen Tochter und Vater, Erinnerung und Erfahrung, Religion, Kultur und Politik, Liebe und Schmerz, Hoffnung und Ausweglosigkeit…

Lisei Luftvogel, in Essen geborene und in Ferrara lebende Autorin, legt mit  Der Doppelschreier ihren zweiten Roman vor und begeistert darin mit sprachlicher Virtuosität in einem kulturellen roadmovie der Sonderklasse.

Die studierte Philosophin wie ebenso der Arabistik/Judaistik packt eine spannungsgeladene literarische Spurensuche in Brennpunkte der Zeitgeschichte des Nahen Ostens wie Kalten Krieges und lässt so ein Gesellschaftspanorama entstehen, dass an ganz große literarische Werke wie Thomas Mann oder Alfred Döblin erinnert, allerdings im verdichteten Zeitraffer eines krimigleichen Erzählstranges, der im dialogischen wie topografischen Tempo eine genuin selbstbewusste wie faszinierende literarische Form findet.

„Ein mitreißender Spannungsgenuss mit tiefen Reflexionsebenen der Zeitgeschichte!“

Der Doppelschreier, Lisei Luftvogel. Roman. Tredition.

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Gebundenes Buch

Umfang: 396 Seiten

Verlag: Tredition

Erscheinungsdatum:25.06.2024

Preis: 25 Euro (Hardcover),  9,99 Euro (E-Book)

ISBN Hardcover: 9783384197207

ISBN E-Book: 9783384197214

Walter Pobaschnig  7/24

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„Dass wir nicht recht haben wollen, sondern rechtschaffen handeln wollen“ Rebekka Salm, Schriftstellerin _ Olten/CHE 17.7.2024

Liebe Rebekka Salm, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jetzt und heute stehe ich zwischen zwei Reisen. Zurück aus Dänemark und unterwegs nach Berlin. Ich packe Koffer aus, wasche Wäsche, packe Koffer wieder ein, suche Reisepässe, die ich gerade noch in den Händen gehalten habe, dazwischen höre ich alle zwei Minuten „Mama“ und die Katze streicht mir hungrig um die Beine. Im Kopf notiere ich mir Ideen, die ich später in mein aktuelles Romanprojekt einbauen werde – wenn ich sie bis dann nicht vergessen habe.

Rebekka Salm, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir es uns bei den wichtigen Themen wie Klimakrise oder ein funktionierendes soziales Miteinander nicht zu einfach machen. Dass wir nicht den bequemen Wahrheiten aufsitzen, einfach weil es bedeuten würde, dass wir uns nicht bewegen müssen. Dass wir nicht recht haben wollen, sondern rechtschaffen handeln wollen. Dass wir in freundlicher Weise kritisch mit uns selbst sind: Stimmt das, was ich denke? Was spricht dafür und – viel wichtiger –  was dagegen?

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur ist ein in endloser Weise ausgestaltbarer Raum – wir können ihn runterkühlen und die Lichter dimmen, wir können ihn in hoffnungsvollen Farben streichen, wir können darin dystopische Szenarien stattfinden lassen, die nie eintreten dürfen und wir können darin leicht verständlich und auf inspirierende Weise aufzeigen – ohne moralisierend zu werden -, wie es in Zukunft sein könnte und sollte.

Was liest Du derzeit?

„Auf allen Vieren“ von Miranda July / Kiepenheuer & Witsch, 3. Auflage 2024

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es brauchte keine Antwort auf die Frage nach dem Warum zu geben; alles Wichtige begann rätselhaft, und die Rätselhaftigkeit glich einem Ozean, den man mit einiger Kühnheit durchqueren musste. Wie oft hatte ich bei der ersten kleinen Welle von Selbstzweifeln wieder kehrtgemacht? Um an irgendeinen neuen Ort zu gelangen, musste man es aushalten, dass sich irgendetwas grundfalsch anfühlte.“

Vielen Dank für das Interview, liebe Rebekka, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Rebekka Salm, Schriftstellerin

Zur Person: Rebekka Salm *1979, wohnhaft in Olten, studierte Islamwissenschaften und Geschichte in Basel und Bern, arbeitet als Texterin und Erwachsenenbildnerin im Migrationsbereich und ist Mutter einer Tochter. Publikationen in verschiedenen Literaturformaten, 2022 erschien ihr Debut-Roman „Die Dinge beim Namen“, 2024 der zweite Roman „Wie der Hase läuft“. 2023 erhielt sie von den Kantonen Baselland und Solothurn je den Förderpreis Literatur sowie von der Hans und Beatrice Maurer-Billeter-Stiftung den Förderpreis Dreitannen.

https://www.rebekkasalm.ch/

Aktueller Roman von Rebekka Salm:

Wo nimmt die eigene Geschichte ihren Anfang? Und können wir uns sicher sein, dass das, woran wir uns erinnern, auch wahr ist? Rebekka Salm beweist nach ihrem fulminanten Debüt in ihrem zweiten Roman Wie der Hase läuft ihr tolles Erzähltalent.

Amsterdam, 1943: In einer Bäckerei fällt ein Schuss, hinter dem Tresen stirbt ein junger Mann. Seine Witwe, fast noch ein Kind, flieht in die Schweiz. Fünfzig Jahre später verlässt im Basler Hinterland ein Familienvater Frau und Kind, in der gleichen Nacht liegt eine Frau zwischen zwei Dörfern tot am Strassenrand.
Jahrzehnte später begegnen Teresa und Mirco einander. Sie verlieben sich und versuchen sich an ihre Kindheit zu erinnern, die geprägt war von Verlust und Schweigen.
Mirco hat Angst, dass die Vergangenheit sich wiederholt, wenn man sie nicht ruhen lässt. Aber Teresa begibt sich auf Spurensuche und erschafft Stück für Stück ihre gemeinsame Geschichte.

In ihrem neuen Roman entfaltet Rebekka Salm ein Panoptikum aus Geschichten und Erinnerungen zweier Familien, die sich nicht erinnern wollen – und die doch, ob’s ihnen gefällt oder nicht, Teil einer großen Erzählung sind.“

Rebekka Salm                                         
Wie der Hase läuft                                                                    
Roman
Gebunden, 13,5 x 21,5 cm
195 Seiten
CHF 29.00 

Erschienen im Knapp Verlag | CH-4600 Olten

ISBN 978-3-907334-20-1

https://www.knapp-verlag.ch/index.php?id_product=218&controller=product&search_query=Salm+&results=7

Foto Portrait_ Frederike Asael

Walter Pobaschnig _ 15.7.2024

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WATCH! WATCH! WATCH! HENRI CARTIER-BRESSON _ Hg. Kathrin Baumstark, Ulrich Pohlmann. Hirmer Verlag.

Er ist einer bedeutendsten wie stilbildendensten Fotografen des 20.Jahrhunderts und setzte in seinem knapp hundertjährigen Leben Maßstäbe in der Darstellungs- Eindrucks- und Ausdruckskraft des Lichtbildes im gesellschaftlichen Fokus von Zeit und Ereignis, sowohl im weltgeschichtlich „Großen“ wie sozial alltägllich „Kleinen“ Streetfotografie. Sein umfangreiches Werk umfasst einen zeitgeschichtlichen Bilderbogen, der ein einzigartiges Panorama von Gesellschaft und Ereignis ist. Sein Name:  Henri Cartier-Bresson * 22. August 1908 Chanteloup-en-Brie, Seine-et-Marne/F  † 3. August 2004 in Montjustin, Alpes-de-Haute-Provence/F.

Eine aktuelle Ausstellung zu Leben und Werk, die bis September in Berlin und dann in Madrid zu sehen ist, gibt einen wunderbaren Ein- und Überblick in Leben und Werk dieses so bedeutenden und inspirierenden Fotografen, Filmemacher, Künstler wie Journalisten.

Der Begleitband im Hirmer Verlag ist wie gewohnt ein Kunstwerk für sich und fasst in Wort – spannende Essays zu den künstlerischen Schwerpunkten wie Ausrichtungen zwischen Leben und Zeit – und Bild – ein wunderbarer Bildbogen des Werkes in genauer Beschreibung/Info – die laufende Ausstellung eindrücklich zusammen.

„Ein großartiger Ein-, und Überblick in Leben und Werk eines der bedeutendsten Fotografen des 20.Jahrhunderts!“  

WATCH! WATCH! WATCH! HENRI CARTIER-BRESSON

Hg. Kathrin Baumstark, Ulrich Pohlmann. Hirmer Verlag.

Beiträge von N. Bair, K. Baumstark, C. Chéroux, U. Pohlmann, D. Willis

288 Seiten, 240 Abbildungen in Farbe

22,5 x 28 cm, gebunden

Aktuelle Ausstellungen:

Hamburg | Bucerius Kunst Forum

15.06.2024 – 22.09.2024

Fundación MAPFRE, Madrid

Oktober 2024 – Januar 2025

ISBN: 978-3-7774-4347-8

Walter Pobaschnig  7/24

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„Kunst bringt Frieden mit sich“ Val Wecerka, Künstlerin _ Wien 16.7.2024

Liebe Val Wecerka, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Morgens, wenn ich aufwache, versuche ich, meine Träume festzuhalten bzw. mich an sie zu erinnern, da sie mir oft den Weg zeigen. Danach bereite ich das Frühstück für meinen Sohn vor, der zur Schule gehen muss. Anschließend erledige ich meinen Papierkram, der leider viel Zeit in Anspruch nimmt. Danach gehe ich ins Atelier, wo ich Entwürfe vorbereite und zeichne. Diese dienen als Vorlage für meine Bilder und Skulpturen. Abends, wenn keine Verpflichtungen anstehen, fahre ich nach Hause, um Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

Val Wecerka, Künstlerin
Arrangement of lines
Freuds letter ii

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Du sprichst einen Punkt an, der in verschiedenen Lebensphasen unterschiedliche Prioritäten mit sich bringt. Jeder Mensch durchläuft verschiedene Lebensphasen, und wie weise wir werden, ist entscheidend dafür, wie wir unser Leben gestalten. Respekt und gegenseitige Unterstützung sowie Frieden sind zentrale Werte, die wir pflegen sollten, besonders in einer Zeit, in der neue Technologien unsere Welt so schnell verändern. Wie wir sehen können, leidet auch die Natur darunter. Daher ist es ebenso wichtig, im Einklang mit ihr zu leben und diese Balance täglich zu pflegen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Für mich hat sich seit 2020 die Welt in eine neue Phase entwickelt. Es ist wirklich tragisch zu sehen, wie Menschenleben wegen Macht und Gier verloren gehen. Das betrübt mich zutiefst. Ich spüre und sehe, dass sich die Weltmacht verändert, aber es ist erschütternd zu sehen, wie oft persönliche Interessen über das Wohl der Gesellschaft gestellt werden.

Die Kunst bringt Frieden mit sich, da bin ich mir sicher. Daher spielt sie eine zentrale Rolle. Sie besitzt die Fähigkeit, komplexe Emotionen und Gedanken auszudrücken und Menschen auf einer tieferen Ebene zu verbinden. Sie kann inspirieren, zum Nachdenken anregen und neue Sichtweisen aufzeigen, die für die Bewältigung von Veränderungen und Herausforderungen wichtig sind.

Was liest Du derzeit?

Als Jugendlicher las ich Boris Vians “ Der Schaum der Tage“ und habe das Buch kürzlich wiederentdeckt.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein berührendes Zitat von Boris Vian lautet:

„Man kann ohne Kunst leben, aber nicht schön.“

Vielen Dank für das Interview, liebe Val, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Val Wecerka, Künstlerin

Zur Person:  Val Wecerka, geboren in Burgas, studierte Malerei, Grafik und Tapisserie (Universität für angewandte Kunst Wien bei Prof. Ch. L. Attersee) sowie Bildnerische Erziehung und Textiles Gestalten (Barbara Putz-Plecko). Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Wien.

Meine Arbeiten setzen sich intensiv mit den Themen Identität, Herkunft und Zeit auseinander. In meinen Werken erforsche ich die Komplexität dieser Konzepte und ihre Verflechtungen miteinander. Ich nutze eine Vielzahl künstlerischer Ausdrucksformen wie Malerei, Skulptur und Textil, um meine Botschaft zu vermitteln. Durch diese Vielfalt an Medien schaffe ich eine facettenreiche Betrachtung dieser Themen.

http://www.valwecerka.at

Aktuelle Ausstellung: „How Deep is Your Work“, Val Wecerka / Pavel Dušek

C.A. Contemporary, Ballgasse 8, 1010 Wien

Fotos _ Val Wecerka

Walter Pobaschnig _ 7.7.2024

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