Ich denke oft an diese Zeit zurück. Vor allem Heute…
Vereinigt stehen wir im Friedenskampf?
Ene mene miste, es rappelt wieder in der Kiste.
Plötzlich ist Krieg.
Ene mene muh, und raus bist du.
Auf einmal ist alles anders, Kindheit adé.
C’est la Vie.
Eine kleine Dickmadam, fuhr mal mit der Eisenbahn, Eisenbahn die krachte.
Alarm plus Alarm=Frieden?
CO2 reichlich im Angebot, vielleicht noch etwas Napalm oder Nowitschok dazu?
H2O wird unterschätzt, und überhaupt, wer braucht schon blaue Himmel?
Auf einmal ist alles anders, doch ist das nicht schon hundertmal passiert?
Nicht noch einmal Krieg, der Abzählreim der Geduldigen, willst du auch mal?
Come on, Little Boy, auf zum letzten Tanz, aber lass es bitte nicht so enden, OK?
Es war einmal ein Junge, geb. 1989. Kurz danach hieß es, die Geschichte sei tot.
Ronny Thon, 14.8.2024
Ronny Thon, Schriftsteller
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace
Ronny Thon, Schriftsteller
Zur Person: Ronny Thon kam 1989 in Mühlhausen zur Welt. Nach dem Abitur verbrachte er insgesamt sieben Jahre in der Altenpflege, darunter drei Jahre in der Ausbildung zum Altenpfleger. Diese Zeit war nicht immer einfach, aber sie prägt ihn bis heute.
Zwischen 2017 und 2021 absolvierte er an der Universität Erfurt ein Bachelorstudium in Geschichte als Hauptfach und Literatur als Nebenfach. Diesem folgte ein Masterstudium in Transkultureller Geschichtswissenschaft. 2023 schloss er es erfolgreich mit einer Masterarbeit über den Film „Die Delegation“ und dessen historischer Bedeutung ab. Seitdem studiert er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena den Studiengang „Kunstgeschichte und Filmwissenschaft“, ebenfalls im Master.
Im August 2024 erscheint sein Debütroman „Der Filmkritiker“. In seiner Jugend schrieb er im „Star Trek“-Universum angesiedelte Fanfiction und erlernte das literarische Schreiben im Gymnasium. Nach kleinen Erfolgen bei Wettbewerben lernte er durch die Universität Julia Kulewatz kennen, die ihn ermutigte, es mit einer literarischen Karriere zu versuchen. Dafür ist er ihr sehr dankbar.
• 2023 Kurzgeschichte „Loch an Loch“ im Begleitmaterial zum Motion Comic „Die Dichte von Freiheit“, beides soll im Schulunterricht (v.a. im Fach Geschichte) Anwendung finden und ist auf der Webseite des Projekts kostenlos herunterzuladen
• 2024 Kurzgeschichte „Galmuth“ in Palmbaum, Heft 1/2024 (ISSN 0943-545X)
• 2024 Roman (ISBN: 978-3-949260-26-1) „Der Filmkritiker“, Verlag: „kul-ja! Publishing“
Aktueller Roman von Ronny Thon:
Der Filmkritiker
›Der Stadtneurotiker‹ meets ›Pulp Fiction‹
Ob Mumien im Zug, nur drei von fünf Daumen hoch oder internationale Filmfestivals, Ehekrisen und unter der Oberfläche schlummernde Geheimnisse, als Filmkritiker hat man es ohnehin nicht leicht, insbesondere nicht als der unscheinbare Bruder eines hochgelobten Bestsellerautors. Wenn dann das eigene Leben einer schlechten Verfilmung gleicht, in der man unfreiwilligerweise auch noch mitspielen muss, wird es Zeit, seine Bewertungsmaßstäbe zu überdenken. Denn wie rezensiert man die nackte Existenz?
Ronny Thons Episodenroman über einen Mann, der mehr Ahnung von Filmen als vom Leben hat, bricht die Leinwand schonungslos auf und entlarvt schlechte Schauspieler.
Zur Person:Anja Knafl wurde 2004 in Wien geboren und wuchs die ersten fünfzehn Jahre ihres Lebens in Klosterneuburg (NÖ) auf. Nachdem sie 2019 nach Kärnten zog, schloss sie 2022 ihre Ausbildung zur Tierärztlichen Ordinationsassistentin mit ausgezeichnetem Erfolg ab und ist seit demselben Jahr Teil des Kärntner Schauspiellehrgangs an der CMA Ossiach. Durch diesen fand sie den Weg in die Schauspielerei, welche ihr mittlerweile von Grund auf am Herzen liegt. 2024 spielte sie im mobilen Kinderstück „Konradine und Effi“ der Neue Bühne Villach die Rolle der Effi und in „Jugend ohne Gott“ des Jungen Theater Klagenfurt die Rolle „Gott“.
Zudem tritt sie seit 2023 als erfolgreiche Spoken Word- Poetin im deutschsprachigen Raum auf. Zu ihren bisher größten Erfolgen diesbezüglich zählen der 4. Platz bei den Österreichischen U20 Meisterschaften und der Titel der Trizemeisterin bei den W/NÖ U20 Landesmeisterschaften.
Nachdem sie im Mai 2024 die Kontrollprüfung im Bühnenberuf Schauspiel bei der Paritätischen Kommission Wien abgelegt hat, bekam sie für ihre künstlerischen Leistungen den Bruno-Gironcoli-Sonderpreis der Kulturstadt Villach verliehen. Ihre Debüt-Veröffentlichung erschien „Gruppe Rot – Ein Theaterstück“ wurde im Juli 24 unter dem Frankfurter Literaturverlag.
Lieber Ronny Thon, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Momentan wache ich oft sehr früh auf und gehe dann spazieren. Ich versuche jeden Tag zu schreiben, entweder Literatur oder etwas für die Universität. Dafür gehe ich oft in die Stadtbibliothek meiner Heimatstadt und atme dort die Gedanken einsamer Bücher ein. Wenn Zeit ist, schaue ich mir Filme oder Serien an, höre Musik, am liebsten Songs aus den 80ern und 90ern, oder ich lese Romane von Autoren wie Murakami oder Tokarczuk. Gern unterhalte ich mich auch mit meinen Mitmenschen, höre ihnen zu. Irgendwann werde ich müde und meistens gehe ich dann ins Bett.
Ronny Thon, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Liebe und Verständnis füreinander. In letzter Zeit begegne ich oft Menschen, die voller Zorn sind und sich Dinge wünsche, die für mich Horrorszenarien wären. Wir sollten aber diese Menschen mit Respekt begegnen und sie nicht als Schurken verurteilen. Auch wenn das manchmal sehr schwer fällt…
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wir müssen vor allem ehrlich sein. Allgemein, aber auch in der Kunst und Literatur. Egal ob man autofiktional oder surreal schreibt. Dinge ansprechen, Menschen respektieren, ihnen ein Ohr reichen, für wichtige Dinge einstehen. Man hört der Kunst zu, wenn sie aufrichtig ist.
Was liest Du derzeit?
„1984“ von George Orwell (lese ich eigentlich ständig), „All die Liebenden der Nacht“ von Mieko Kawakami (Super Autorin) und „Die Show“ von Richard Laymon (niemand glaubt mir, dass das einer meiner Lieblingsromane ist). Und wenn man mich schon fragt, natürlich auch mein Debütroman „Der Filmkritiker“.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Wenn ein wahres Genie in die Welt tritt, erkennt ihr es an den Idioten, die sich dagegen verschwören.“ Jonathan Swift
„Wie das so ist.“ aus „Schlachthof 5: oder Der Kinderkreuzzug“ von Kurt Vonnegut, einer meiner Lieblingsautoren. Wenn ich mal nicht weiter weiß (was öfter mal vorkommt), finde ich Trost in seinen Worten.
Vielen Dank für das Interview, lieber Ronny, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Ronny Thon, Schriftsteller
Zur Person: Ronny Thon kam 1989 in Mühlhausen zur Welt. Nach dem Abitur verbrachte er insgesamt sieben Jahre in der Altenpflege, darunter drei Jahre in der Ausbildung zum Altenpfleger. Diese Zeit war nicht immer einfach, aber sie prägt ihn bis heute.
Zwischen 2017 und 2021 absolvierte er an der Universität Erfurt ein Bachelorstudium in Geschichte als Hauptfach und Literatur als Nebenfach. Diesem folgte ein Masterstudium in Transkultureller Geschichtswissenschaft. 2023 schloss er es erfolgreich mit einer Masterarbeit über den Film „Die Delegation“ und dessen historischer Bedeutung ab. Seitdem studiert er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena den Studiengang „Kunstgeschichte und Filmwissenschaft“, ebenfalls im Master.
Im August 2024 erscheint sein Debütroman „Der Filmkritiker“. In seiner Jugend schrieb er im „Star Trek“-Universum angesiedelte Fanfiction und erlernte das literarische Schreiben im Gymnasium. Nach kleinen Erfolgen bei Wettbewerben lernte er durch die Universität Julia Kulewatz kennen, die ihn ermutigte, es mit einer literarischen Karriere zu versuchen. Dafür ist er ihr sehr dankbar.
• 2023 Kurzgeschichte „Loch an Loch“ im Begleitmaterial zum Motion Comic „Die Dichte von Freiheit“, beides soll im Schulunterricht (v.a. im Fach Geschichte) Anwendung finden und ist auf der Webseite des Projekts kostenlos herunterzuladen
• 2024 Kurzgeschichte „Galmuth“ in Palmbaum, Heft 1/2024 (ISSN 0943-545X)
• 2024 Roman (ISBN: 978-3-949260-26-1) „Der Filmkritiker“, Verlag: „kul-ja! Publishing“
Aktueller Roman von Ronny Thon:
Der Filmkritiker
›Der Stadtneurotiker‹ meets ›Pulp Fiction‹
Ob Mumien im Zug, nur drei von fünf Daumen hoch oder internationale Filmfestivals, Ehekrisen und unter der Oberfläche schlummernde Geheimnisse, als Filmkritiker hat man es ohnehin nicht leicht, insbesondere nicht als der unscheinbare Bruder eines hochgelobten Bestsellerautors. Wenn dann das eigene Leben einer schlechten Verfilmung gleicht, in der man unfreiwilligerweise auch noch mitspielen muss, wird es Zeit, seine Bewertungsmaßstäbe zu überdenken. Denn wie rezensiert man die nackte Existenz?
Ronny Thons Episodenroman über einen Mann, der mehr Ahnung von Filmen als vom Leben hat, bricht die Leinwand schonungslos auf und entlarvt schlechte Schauspieler.
Nico, Sängerin, Komponistin, Schauspielerin, Model * 16. Oktober 1938 als Christa Päffgen in Köln +18. Juli 1988 Ibiza. Foto: Maywald
Ihr Grab befindet sich im Friedhof Grunewald-Forst/Berlin _Nico ist hier neben ihrer Mutter begraben. Foto: Walter Pobaschnig 10/2019 (weitere)
Nico und Lutz Graf-Ulbrich. Auf einer Frankreich-Tour lernte Lutz Graf-Ulbrich die Sängerin Nico kennen, die für einige Jahre auch seine Lebensgefährtin wurde. Durch Nico kam er in Kontakt mit dem französischen Film-Avantgardisten Philipe Garrel, zu dessen Film „Le Berceau de Cristal“ Ulbrich mit Göttsching die Musik beisteuerte. In dieser Zeit trat er als Tour-Musiker von Nico auf und begleitete sie in Europa, USA und Kanada.https://luul.de/biography/ 15.8.2024
Nico und Lutz Graf-Ulbrichbei einem Bühnenauftritt.
Lieber Lutz Graf-Ulbrich, Du bist ein sehr vielseitiger Musiker, welche aktuellen Projekte gibt es?
Im Moment steht meine allererste Band „Agitation Free“ im Fokus. Wir haben nach 24 Jahren wieder ein Studioalbum – Momentum – veröffentlicht, das sehr gut ankommt und das wir jetzt auch live präsentieren, wie zum Beispiel gerade beim Burg Herzberg Festival und im November in Paris und Berlin. Nächstes Jahr ist Europa dran.
Dann habe ich eine neue vielköpfige Band gegründet: „Der Wilde Ballon“ – mit ganz tollen MusikerInnen, die sehr viel Spaß macht und eine großartige Zukunft verspricht. Wir gehen das aber behutsam an.
Und natürlich spiele ich als Lüül (& Band) meine Lieder auf den Bühnen Deutschlands. Meine aktuelle CD „Der Stille Tanz“ erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik.
Lüül (& Band)
Lüül (& Band) _ aktuelle CD „Der Stille Tanz“, 2022
Als langjähriger Lebensgefährte der Sängerin, Schauspielerin, Model Nico (Christa Päffgen 1938 – 1988) betreust Du auch ihr Grab in Berlin/Grunewald-Forst. Wie waren die Umstände der Beisetzung Nicos im Friedhof Grunewald-Forst? Im Grab ist auch Nicos Mutter beigesetzt, wie kam es dazu?
Als Nico 1988 in Ibiza starb, gab es dort keine Möglichkeit einer Feuerbestattung, die Nico nach einem Zitat von William Blake’s Gedicht „Tyger Tyger, Burning bright in the forest of the night…“ in ihrem Tagebuch zu bevorzugen schien. (Nico war Tiger im chinesischen Horoskop). So haben ihr Sohn Ari und ich beschlossen, ihren Leichnam in der Grabstelle hier Mutter zu bestatten. Als ich sie zu Lebzeiten fragte, warum sie das Grab nie besuchen möchte, sagte sie: „Weil ich mich dann gleich dazu legen würde.“
Lutz Graf-Ulbrich: „Gerade als ich mein Flugticket nach Ibiza gebucht hatte, um Nico zu besuchen, erreichte mich die Nachricht von ihrem Tod. Ich flog trotzdem.“ https://luul.de/chronik-1980-1989/
Nach Jüdischer Sitte brachte Nico Manager Alan Wise 1 Jahr nach dem Tod Nicos diesen Grabstein nach Berlinhttps://luul.de/chronik-1980-1989/
Foto_ 10/2019 _Walter Pobaschnig (folgendes)
Die Verlängerung der Grablizenz steht nun an und Du organisiert dies. Wie ist derzeit die Situation?
Ich hatte das schon einmal gemacht und die internationalen Nico Fans in meinem Verteiler aufgefordert. Der Zuspruch damals und auch wieder jetzt ist geradezu immens und die Summe kommt schnell zusammen. Das scheint vielen Fans ein Bedürfnis zu sein, um vielleicht auf diese Weise Nico nahe zu sein. Das ist ganz toll, wie überhaupt der Umgang der Fans mit ihrem Grab und die vielen Besuche dort immer respektvoll waren und sind.
Wann hast Du Nico kennengelernt und wie gestalteten sich die gemeinsamen Jahre als Künstler und Paar?
1972 spielten wir einen gemeinsamen Gig mit Agitation Free in der Operà Comique in Paris und sie schlug mich in ihren Bann. Da wir den gleichen Manager hatten, trafen wir uns öfter mal und als ich dann in Frankreich lebte, kamen wir uns bei einem Festival näher. 1975 spielten wir zusammen mit Ash Ra Tempel in Arles und sie kam spontan mit uns weiter auf Tour. Später zog ich zu ihr nach Paris und wir lebten ein wildes, sehr intensives Leben zwischen Paris, Amsterdam, Berlin und Ibiza. 1979 gingen wir für ein halbes Jahr nach New York, wohnten im Chelsea Hotel und tourten in den USA und Kanada, teilweise zusammen mit John Cale.
Lutz Graf-Ulbrich, Nico und John Cale
Was sind Deine lebendigsten Erinnerungen an Nico?
Da sind so viele, da jetzt eins rauszunehmen ist schwierig. Unter anderem deshalb habe ich ja auch mein Buch geschrieben, wo ich all die Erlebnisse schildere.
Was hast Du an Nico als Künstlerin und Mensch besonders geschätzt?
Ihre Wärme, Natürlichkeit, Schönheit, Stimme, Gesang, ihre eigene Art des Musikschaffens, Authentizität, Selbstständigkeit, Mut, ihren Drang, die besten Künstler der Welt kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten. Ihren weltweiten Ruhm als Subkulturstar, ihre vielseitige Begabung in unterschiedlichen Bereichen wie Mode, Musik und Film. Für mich war sie eine große Künstlerin und ich bin sehr dankbar, dass ich mit ihr einige Jahre verbringen konnte und bis zum Ende ihres Lebens ihr ein guter Freund sein durfte. Wenn man Nico ein Jahr nicht gesehene hatte und wieder traf, war es, als wäre sie nie weg gewesen. Diese Vertrautheit ist selten.
Nico _ 1985, Lampeter University/Wales/GB
Welche gemeinsamen Projekte gab es?
Leider zu wenige! Immerhin die Filmmusik von Ash Ra Tempel zu Philipp Garrels Film „Le Bercau de Cristal“, in dem sie mitspielt.
Mein Lied „Reich der Träume“, das ich für sie geschrieben habe, das sie eingesungen hat und auf meinem Debut Album „Lüül“ zu hören ist.
Viele gemeinsame Liveauftritte, z. B. CBGB mit John Cale oder im Whiskey á go go“ in L.A.
Das Festival „Wüstenklänge im Planetarium“ 1988 in Berlin, das ich organisiert und zu dem ich sie eingeladen hatte. Es wurde das letzte Konzert, das sie gespielt hat. Später wurde daraus die CD“ Fata Morgana“, die ich produziert habe.
Und posthum der vielfach preisgekrönte Film „Nico-Icon“, bei dem ich mitwirken durfte.
Was war Nico in ihrer Musik wichtig?
Sehr gute Frage, die ich aber nicht wirklich beantworten kann. Ich denke: Eigenartigkeit.
Wie lebte Nico Liebe?
Diese Frage ist mir zu privat.
Wie blickte Nico auf ihre Liebesbeziehungen zurück, sprach sie darüber?
Hin und wieder, vor allem über Jim Morrison, aber lieber schrieb sie Lieder über ihre Verflossenen.
Was machte sie in ihrer Freizeit gerne?
Träumen, schlafen, lesen, Musik hören, Drogen nehmen, Bier trinken, Filme schauen, vor allem Klassiker.
Welche Sicht hatte Nico auf Kunst und Gesellschaft?
Keine Ahnung.
Was sagte Sie zu Krieg?
Ich glaube, für sie war das eine unglaublich intensiv erlebte Zeit, die sie ihr Leben lang nicht losließ. Besonders, als sie als kleines Mädchen ins zerbombte Berlin kam, das muss sie erschüttert und nachhaltig beeindruckt haben.
Herzlichen Dank für das Interview und Deinen so tollen Einsatz für das Gedenken an Nico, lieber „Lüül“ Lutz Graf-Ulbrich, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte!
Lutz Graf-Ulbrich „Lüül“, Musiker, Komponist, Produzent, Autor_ *30.11.1952 Berlin, lebt und arbeitet in Berlin. Foto: Tanja Fuegener
Zur Person_Lüül, bürgerlich Lutz Graf-Ulbrich, früher Ulbrich (* 30. November 1952 in Berlin-Charlottenburg), ist ein deutscher Gitarrist, Sänger, Texter und Komponist.
Mitte der 60er Jahre gründete Ulbrich gemeinsam mit Christopher Franke, Michael Günther und Lutz Ludwig Kramer die Band The Agitation, die sich später in Agitation Free umbenannten und, mit mehreren Besetzungswechseln, bis 1974 bestand. Durch regelmäßige Auftritte im Zodiak-Club von Thomas Kessler, der für ihn eine Art Mentor wurde, entstanden weitreichende Kontakte über die Szene von West-Berlin hinaus. Das Beat Studio, von Agitation Free mit initiiert, wurde der Ursprung der sogenannten „Berliner Schule der Elektronischen Musik“. Touren führten durch Europa und bis nach Ägypten. Agitation Free traten im kulturellen Beiprogramm zur Olympiade 1972 in München auf.
Vielen, herzlichen Dank für die eingegangenen Spenden. Der Auftrag ist somit erfüllt und die Grabstelle von Nico Dank eurer Spende wieder bis 2039 gesichert. Das amtliche Procedere wird zwar noch etwas dauern, aber alles ist geregelt und auch die Übergabe an Philipp Wolff, der dann der Ansprechpartner für Nicos Grabstelle sein wird, ist in die Wege geleitet.
Liebe Grüße
Lutz Graf-Ulbrich
Dear Nico friends,
Thank you very much for the donations we have received. The mission has thus been accomplished and Nico’s grave site is once again secured until 2039 thanks to your donation. The official procedure will still take some time, but everything has been arranged and the handover to Philipp Wolff, who will then be the contact person for Nico’s grave site, has also been initiated.
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Liebe Lisa Fertner, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?
Ich lese darin, dass wir Menschen immer nach einem Sinn und einer Erklärung lechzen. Und dass wir daher den Drang nach Rationalität und Logik verspüren, wenn wir unsere Emotionen nicht verstehen. Wir halten es nicht aus, dass zwei oder mehr Wahrheiten parallel existieren können. Vor allem nicht in uns selbst.
Wie siehst Du „Undine“?
Undine ist für mich die Verführung und die Lust zur Hingabe wie auch zur Zerstörung, beides für sich und beides zugleich. Manche öffnen sich dafür, manche verschließen sich. Ich glaube aber, dass wir sie alle in uns tragen.
„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?
Ich würde ja sagen, weg mit allen Rollenbildern! Lasst uns endlich einfach Mensch sein. Individuen, die sich aufgrund ihrer Fähigkeiten und Begeisterung den verschiedensten Aufgaben annehmen. Ich denke, es wird immer Rollenbilder geben, aber man könnte auch endlich auf die Eigenschaften eingehen anstatt auf das Geschlecht.
Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?
Anzuerkennen dass patriarchale Machtverhältnisse existieren wäre der erste Schritt, den viele immer noch verweigern und meiner Meinung nach ist das der Grund, warum wir feststecken. Ich habe das Gefühl, dass viele Männer sich angegriffen fühlen, wenn man Aufklärung betreibt und dann in die Verweigerung bzw. Rechtfertigung gehen anstatt zuzuhören. Keine Frau, die ich kenne, möchte bevorzugt werden oder über den Männern stehen. Keine Frau, die ich kenne, möchte gegen Männer kämpfen. Keine Frau, die ich kenne, behauptet, Frauen wären besser oder würden alles können. Und dennoch glauben das viele Männer, sobald wir sagen, wir fordern Gleichberechtigung.
Es ist unglaublich anstrengend ständig Aufklärung zu betreiben und für sich und alle Frauen den Mund aufzumachen und laut zu sein. Ich merke, dass ich mittlerweile manchmal müde werde und mich frage, ob es mir diese Anstrengung gerade wert ist. Und darin zeigt sich für mich die patriarchale Macht heutzutage. Wir Frauen müssen so viel unserer Energie damit verbrauchen uns sichtbar zu machen, dass uns diese Energie anderswo ausgeht.
Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?
Der einzige Ausweg liegt für mich darin keinen -Ausweg- zu suchen, sondern hinzuschauen. Zu akzeptieren. Zu respektieren.
Im Scheitern zeigt sich uns ein Labyrinth. Anstatt verzweifelt den Ausweg zu suchen und an allem vorbeizulaufen, will ich es lieber erkunden und in die Tiefe gehen. Rauskommen werde ich dann mit einer gezeichneten Landkarte.
Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute mitnehmen?
Ich möchte meinen Blick von der heilen Welt auf die lenken, die übrig bleiben.
Was bedeutet Dir Natur?
Gerade als Stadtmensch bedeutet mir Natur sehr viel, da ich sie nicht als selbstverständlich nehme.
Ich kann mich fallen lassen in Bewunderung für die Schönheit und Kraft und merke wie gut das tut und immer mehr auch wie sehr ich das brauche.
Vor einigen Jahren spazierte ich allein die Elbe entlang und plötzlich war das Licht, die Umgebung, die Stimmung- alles war so intensiv und beeindruckend, dass ich mich an einen Monolog erinnert und spontan gespielt habe, weil ich diesem Gefühl, diesem Wirken auf mich nachgehen wollte. Da hab ich zum ersten Mal gespürt was die Natur auch mit mir als Schauspielerin machen kann, wenn ich es zulasse.
Seitdem suche ich eigentlich immer danach meine Figuren mit Natur zu verknüpfen. Es speichert sich etwas ganz eigenes im Körper ab, ein Zauber, ein inneres Bild.
Wie sieht für Dich ein idealer Tag in der Natur aus?
Ein idealer Tag in der Natur lässt mich staunen und inspiriert mich. Ich habe kein Handy dabei, keinen Zeitdruck, keine To-do-Liste im Kopf. Es hat max. 25°C und es gibt keine Gelsen.
Was bedeutet Dir das Element Wasser?
Wasser ist mein Lebenselixier. Ich trinke es, ich bade darin, ich betrachte es und in allem spüre ich die Kraft, die darin liegt.
Ich vergesse ja manchmal, dass es noch ein andere Welt gibt, als die, auf der ich lebe. Aber wenn ich daran denke, finde ich das irgendwie beruhigend.
Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?
Die Natur im Außen hat mich erstaunlich viel über meine Natur im Inneren gelehrt. Am meisten, dass ich nicht dagegen ankämpfen, sondern sie feiern sollte, und zwar jede Jahreszeit, weil jede etwas ganz eigenes mit sich bringt. Eigene Bedingungen, eigene Aufgaben, eigene Sehnsüchte und eigene Schönheit.
Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?
Indem er in Therapie geht.
Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?
Vertrauen.
Was lässt Liebe untergehen?
Neid.
Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?
„Hast du nicht gesagt: So soll es immer sein, und das andere soll nicht sein, ist ohne Gültigkeit!“
Ich glaube wir alle wollen manche Gedanken und Gefühle in uns wegdenken und ihnen keine Gültigkeit zuschreiben und ich frage mich warum.
Welche aktuellen Projektpläne hast Du?
Ich freue mich schon auf das Projekt „Und alle so still“ von Mareike Fallwickl. Da geht es darum, was passiert, wenn alle Frauen plötzlich nichts mehr tun, sich auf den Boden legen und still sind. Es wird nächstes Jahr am Salzburger Landestheater gespielt.
Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?
Liebe Anja Knafl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Dass ich ein Morgenmensch bin, spiegelt sich darin wider, dass ich nach dem Frühstück erst einmal eine entspannte Runde mit meinen Hunden im Wald spazieren gehe, woraufhin ich in die Arbeit fahre. Momentan probe ich für ein Theaterstück. Am frühen Nachmittag sind die Proben vorbei und ich fahre nach Hause, oder ins Fitnessstudio, wo ich mein vorgekochtes Mittagessen zu mir nehme und bestmöglich versuche, mich zu entspannen.
Am Nachmittag schreibe ich momentan an meinem neuen Roman und gehe eine weitere Runde spazieren, bevor ich am Abend entweder Theater-, oder Spoken-Word Auftritte habe. Danach wiederum geht es schnellstmöglich ins Bett, wo ich noch ein wenig lese und den Tag nach besten Möglichkeiten ausklingen lasse.
Die Wertschätzung der kleinen Dinge im Leben ist ein wichtiger Aspekt des Wohlbefindens und der Lebenszufriedenheit. Oft sind es nicht die großen Erfolge oder Ereignisse, die unser Glück ausmachen, sondern die kleinen, alltäglichen Momente, die Freude und Zufriedenheit bringen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Kunst, insbesondere das Theater, hat die bemerkenswerte Fähigkeit, Inspiration zu vermitteln und Hoffnung zu wecken. In Zeiten des Wandels oder der Unsicherheit können Geschichten, die auf der Bühne erzählt werden, als Lichtblicke fungieren und den Menschen helfen, neue Perspektiven zu gewinnen. Selbstgeschriebene Texte, sei es in Form von Theaterstücken, Gedichten, Kurzgeschichten oder Essays, spielen eine ebenso bedeutende Rolle bei der Vermittlung von Inspiration und Hoffnung. Sie bieten den Autorinnen und Autoren die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen, Gedanken und Gefühle auszudrücken und damit auch andere auf tiefgründigen Ebenen zu erreichen.
Was liest Du derzeit?
Im Moment lese ich „Wiedersehen im Cafe am Rande der Welt“. Dieses Selbsthilfebuch in Form eines Romans setzt sich mit den wesentlichen Fragen und damit verbunden auch Problemen unseres heutigen Daseins als Mensch in der modernen Gesellschaft auseinander und damit einhergehend mit den wesentlichen Fragen, welche wir uns vermehrt im Laufe des Alltags stellen sollten.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Wir alle haben zwei Leben. Das zweite beginnt, sobald wir realisieren, dass wir nur eines haben“ – Tom Hiddleston
Vielen Dank für das Interview, liebe Anja, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Anja Knafl, Schauspielerin, Sprecherin, Schriftstellerin Spoken Word-Artist
Zur Person:Anja Knafl wurde 2004 in Wien geboren und wuchs die ersten fünfzehn Jahre ihres Lebens in Klosterneuburg (NÖ) auf. Nachdem sie 2019 nach Kärnten zog, schloss sie 2022 ihre Ausbildung zur Tierärztlichen Ordinationsassistentin mit ausgezeichnetem Erfolg ab und ist seit demselben Jahr Teil des Kärntner Schauspiellehrgangs an der CMA Ossiach. Durch diesen fand sie den Weg in die Schauspielerei, welche ihr mittlerweile von Grund auf am Herzen liegt. 2024 spielte sie im mobilen Kinderstück „Konradine und Effi“ der Neue Bühne Villach die Rolle der Effi und in „Jugend ohne Gott“ des Jungen Theater Klagenfurt die Rolle „Gott“.
Zudem tritt sie seit 2023 als erfolgreiche Spoken Word- Poetin im deutschsprachigen Raum auf. Zu ihren bisher größten Erfolgen diesbezüglich zählen der 4. Platz bei den Österreichischen U20 Meisterschaften und der Titel der Trizemeisterin bei den W/NÖ U20 Landesmeisterschaften.
Nachdem sie im Mai 2024 die Kontrollprüfung im Bühnenberuf Schauspiel bei der Paritätischen Kommission Wien abgelegt hat, bekam sie für ihre künstlerischen Leistungen den Bruno-Gironcoli-Sonderpreis der Kulturstadt Villach verliehen. Ihre Debüt-Veröffentlichung erschien „Gruppe Rot – Ein Theaterstück“ wurde im Juli 24 unter dem Frankfurter Literaturverlag.
Lieber Daniel Gräfe, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Vom Bett geht es bei mir direkt in die Klamotten und schon raus für einen langen Spaziergang durch die Natur – ich wohne an einem Landschaftsschutzgebiet. Danach mit einem starken Kaffee an den Schreibtisch. Beides kalibriert mich jedes Mal neu für den Tag – und schafft im besten Fall die Weite in meinem Kopf, die ich für meine journalistische und schriftstellerische Arbeit brauche. Klappt leider nicht immer.
Daniel Gräfe, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Einfach mal den anderen zuhören, sich seiner eigenen Blase bewusst zu werden, in der man lebt, und die Welt darum wahrnehmen. Die Argumente von anderen erst einmal stehen lassen. Aber auch hinterfragen, ob die Behauptungen, die in der Welt stehen, stimmen können. Es gibt viel zu viel Aufregung, Redundanz und Geraune. Aber das ist meine Sicht.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Diesen Aufbruch und Neubeginn kann ich ehrlicherweise nicht erkennen, überhaupt bin ich bei solchen Zuschreibungen skeptisch.
Literatur kann helfen, genauer zuzuhören und hinzuschauen. Sich auf andere einzulassen, einfach, weil man sich mal wieder konzentrieren muss und Dinge wirken lassen kann. Ein guter Text schafft die Freiräume, damit man zum Entdecker wird – mit allem, was daraus folgen kann. Das ist ja das Schöne an Literatur: Alles kann sein, nichts muss.
Was liest Du derzeit? John Burnsides „Anweisungen für eine Himmelsbestattung“ – ein toller schottischer Dichter, der leider vor kurzem viel zu früh gestorben ist.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben? Gerne einen Satz, der am Anfang meines Debütromans steht und für diesen selbst zum Impuls wurde. „Seitdem wir uns kannten, war Fragen stellen unser Spiel, sie nicht beantworten zu müssen gehörte dazu.“
Ich finde es wichtig, nach Fragen zu suchen, statt Antworten zu geben.
Daniel Gräfe, Schriftsteller
Vielen Dank für das Interview, lieber Daniel, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Daniel Gräfe, Schriftsteller und Journalist
Zur Person:Daniel Gräfe, wohnt in Stuttgart, Schriftsteller und Journalist
Daniel Gräfe, geb. 1971 in Biberach, arbeitete in sozialen Projekten in den USA und Ägypten und bereiste nach dem Studium in London recherchierend und schreibend Afrika, Asien und den Nahen Osten. Er arbeitete als Kultur- und Wirtschaftsredakteur in Ost und West und ist Reporter der Stuttgarter Zeitung. Seine Erzählungen, Reportagen und Lyrik wurden mehrfach ausgezeichnet. „Wir sind Kometen“ ist sein Debütroman und wurde mit dem Stipendium des Förderkreises der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg unterstützt.
Aktuelles Buch: „Wir waren Kometen“ (danube books, ET 19.7.24)
Frühsommer 2010: Ein rätselhafter Anruf – und schon holt Lukas Brandt (32) die Sehnsucht nach einem erfüllteren Leben ein. Überstürzt verlässt er seinen Job und macht sich auf die Suche nach der Anruferin, mit der er einst in Berlin das zugleich aufregendste wie schmerzlichste Jahr seines Lebens verbrachte: Luba Matei.
Auf seiner Irrfahrt quer durch Rumänien strandet er in der sprichwörtlichen Walachei, freundet sich mit dem Cannabis-Bauern Bogdan an und trifft auf die Schatten von Lubas Vergangenheit, die ihn zu Lubas Kindheitsgeheimnis unter dem Ceaușescu-Regime führen. Erstmals in seinem Leben gibt Lukas alle Sicherheiten auf.
Doch auch Luba, die in Rom ein neues Leben beginnen wollte, ist wieder unterwegs: Sie fordert ihren Anteil Glück und will endlich ihre Peiniger stellen.
„Wir waren Kometen“ erzählt berührend wie poetisch von der Sehnsucht nach einem anderen Leben, von Freiheit, Unterdrückung und ungleicher Herkunft. Und mittendrin ein Paar, das sich vereinnahmt und füreinander kämpft.
Liebe Romana Hostnig, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe immer sehr früh auf und beginne zu malen, in meinem Alter zählt schon jede Stunde Lebenszeit, die ich nicht unbedingt im Bett verbringen möchte.
Romana Hostnig, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wichtig für uns alle ist, dass wir angesichts der vielen Kriege, selber ein friedfertiges Verhalten an den Tag legen. Wir sollten insgesamt so leben, dass wir Vorbilder sind.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Die Kunst ist ungeheuer wichtig eigentlich zu jeder Zeit. Ich versuche immer beim Malen oder Schreiben an eine Wahrheit heranzukommen, d.h. Ich taste mich heran, denn eine für alle gültige Wahrheit gibt es nicht, außer dass die Sonne jeden Tag aufs Neue aufgeht.
Was liest Du derzeit?
Derzeit lese ich Kataloge, z.B. von R.Magritte und Gorgio de Chirico
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Es gibt nichts Gutes außer man tut es.
Vielen Dank für das Interview, liebe Romana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Romana Hostnig, Künstlerin
Zur Person:Romana Hostnig,geb. am 8.3.1952, in Dornbirn Vorarlberg/aufgewachsen in Bregenz, nach der Pflichtschule Modeschule in Zürich, diverse Jobs, 1978 erster Preis für Literatur der Arbeitswelt, schriftstellerisch tätig, diverse Kurzgeschichten und Gedichte. 1980 Beginn mit Malerei als Autodidaktin, 1988 erste Ausstellung mit dem Titel, Kassandra, es folgen diverse Ausstellungen im In- und Ausland. 1995 Aufenthalt in Sizilien-Stipendium des Bundeskulturministeriums, Reise nach Südamerika/schriftstellerisch und malerisch tätig. Mehr als ein Jahr Aufenthalt in Ecuador. Seit 2009 wieder in Wien.
Zur Person:Isabella Kubicek wurde 2000 in Wien geboren. Während der Schulzeit im Gymnasium besuchte sie die Schultheater-Gruppe, aus der der Theaterverein Young Actors Company entstanden ist, wo sie heute jährlich bei eigenständigen Projekten Regie führt. Nach der Matura arbeitete sie ein Jahr als Regieassistentin und studierte dann an der Schauspielschule Krauss. Sie bekam ihr Diplom 2023 und spielt seitdem an unterschiedlichen Theatern, wie z.B. THEO Perchtoldsdorf und Theater Spielraum und bei anderen freien Projekten.