„Eva war nicht da“ Daniela Paulus, Bildende Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Salzburg 21.8.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Time outs, Feder Tusche auf Papier 1998,
Daniela Paulus

Gib mir Freude

Ich bin soviel allein

Vieles fühlt sich nicht richtig an

Es ist noch nicht soweit



Papa sang im Badezimmer

Essen in einem Schloss

Arbeit und Würde

Cool ist das Tier

Es war einmal



Alles vergisst man nicht



Cyril kletterte gerne auf Bäumen

Nie bin ich da wo ich sein möchte

Alles wird ein Ende nehmen

Nach Süden fährt die kleine Kiste

Clever war das nicht

Eva war nicht da

Daniela Paulus, 17.8.2024

Daniela Paulus, Bildende Künstlerin 

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Daniela Paulus, Bildende Künstlerin 

Zur Person: 1962 geboren als Daniela Maria Netzer Arzttochter
In Badgastein.
1969-1973 erste Rudolf Steiner Schule École-Famillè- Montolieu, Montreux, Direktor Begründer Rudolf Kutzli. 1973-1978 Volksschule, Hauptschule Franziskaner Privat_Internat Mädchenschule der Franziskaner Schulschwestern Salzburg.
1980-1981 Wiener Kunstschule Abt.Bildhauerei u.Keramik
1981 Heirat u. Geburt zweier Söhne
1987-2008 Mitglied der BV der Bildenden Künstler Österreich Salzburg
Seit 2022 Mitglied im Kunstverein Salzburg
1991 Erhalt des Schöller Elektronics Kultur Preises Wien
1992-1993 Künstlerwoche Bad Goisern
1996 Stipendium Sommerakademie Saline Hallein ,Tone Fink ,Salzburg
Teilnahme an der Internationalen Osaka Triennale Painting, Japan

ab 1997 vertreten durch Galerie Welz Salzburg
Beginn der Arbeit an Objekten und Skulpturen
2000 digitaler Foto Arbeiten
2002 Portrait im ORF Sendung Salzburg Heute
2008 Teilnahme am Wettbewerb im Rahmen des
1.Präventionswettbewerb in Graz mit Dankes Urkunde für
bisher geleistete kriminalpräventive Arbeit zur
Thematik sexueller Gewaltmißbrauch (sxgm) von Günther
Ebenschweiger
2009-2013 Beginn der Arbeit in Öl und Acryl in einem von der
Stadt Salzburg zur Verfügung gestellten Atelier
2013 Katalog Förderung Kultuamt Land und Stadt Salzburg
Katalog Titel:Festgehalten
2017 Stipendium Kulturamt
Land Salzburg Grafik- Werkstatt Traklhaus
seit 2017 Atelier in der Plainstraße 25 Salzburg
2022 Würdigung der pro Salzburg Landes Kulturstiftung

In Öffentlichen Sammlungen vertreten:
Rupertinum Salzburg
Arthotek des Bundes Österreich
Kulturamt Land Salzburg
Kulturamt Stadt Salzburg


Ausstellungen/Einzelausstellungen :
1992 Galerie Augundor, Gosau,Malerei
Kath.Hochschulgemeinschaft Salzburg
Titel: Zeichnen ist eine Empfindung
1994 Salzburger Sparkasse
Kongresshalle Badgastein
Titel : Seelenbildnisse Tusche
Arbeiten auf Papier
1995 Galerie Rythmogramm
Bad Ischl
Titel: Seelenbildnisse Tusche
auf Papier
1998 Galerie im Museums Pavillon Titel: ParadiesWache
1996 Frauenbüro der Stadt Salzburg
2000 Kunstmesse Salzburg
Objekte und Plastiken
2000 virtuelle Ausstellung
10 Dynamische Filzstift Zeichnungen 1998
http://www.Art-channel.net
2002 Schloss Mirabell-Wolf Dietrich Halle SxgM
Leuchtkörper zum Thema Sex.Gewalt Mißbrauch
2006 (5.-29. Juni) Galerien der Stadt Salzburg Vogelhaus
Titel : Werksammlung 1997-2007
2014 Galerie im Zwergerlgarten: Ölmalerei aktuell
2014 1030 Wien Kunstraum Wien Mitte:Experimente der 90 Jahre Malerei
2015 1010 Wien Galerie Palfy,
Tusche Arbeiten auf Karton
Titel : 1998 Seelenbildnisse
2016 1030 Wien Kunstraum Wien Mitte, 2016 experimentelle
Druckgrafiken,
Gemeinschaftsaustellungen:
1989: Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs
Titel:die Neuen
1992:Art Protects Rainforest
Salzburg
1997 Galerie Hopferwieser,Salzburg
1999 und1998 Berchtold Villa,Salzburg
1998 Osaka Trienale,Painting
v.2.11.bis 8.12.Einzige Teilnehmerin Österreichs
2001 Rupertinum „ natur“
2002 Berchtoldvilla Thema Serie: Sand-Wand Objekte
2004-2005 Rupertinum
2006 Galerie Time 1010 Wien
Selbstreflexion
2006 Galerie am Mühlenweg
Zedernhaus mit Prof.Eva Mazucco
2014 Galerie Lehen
„unheimlich schön“,“schön unheimlich“Sammlung Anton Gugg
2015 Galerie im Traklhaus Salzburg
100 Künstler
2019 Galerie im Traklhaus Salzburg Titel : Kunst Ankauf

Walter Pobaschnig _ 17.8.2024

https://literaturoutdoors.com

„das Publikum für 2 Stunden zu unterhalten, eine spannende, interessante und lustige Zeit zu bereiten“ Marika Reichhold, Theaterpädagogin _ Grünbach am Schneeberg/NÖ 21.8.2024

Liebe Marika Reichhold, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zwischen 4.00 und  5.30 Uhr aufstehn. Kaffee in der Hängematte, 1- 2 Stunden rumgehen und Text memorieren. Fertigmachen für den Tag, Arbeit am PC, an Texten, Hausarbeit, Bewegung.

Mittagessen mit meinem Mann. Pause ca 13.00 – 14.00. Enkelkinder, Erledigungen, Museum, Garten, Sonstiges bis 18.00

ab 19.00 Zeit für mich oder Auftritte vorbereiten

Marika Reichhold _ Theaterpädagogin, Kunsttherapeutin,
Museumsbesitzerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Freundlich und höflich unseren Mitmenschen begegnen, Achtsamkeit und eine angenehme Atmosphäre verbreiten. Freunden Zeit schenken.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Für mich gilt: das Publikum für 2 Stunden unterhalten, eine spannende, interessante und lustige Zeit bereiten.

Was liest Du derzeit?

Querliteratur zu Richard III., Z.B.: „Rache“ von R. Haller, und Wochenzeitungen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt“

(Hamlet)

Vielen Dank für das Interview, liebe Marika, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Marika Reichhold „Frau Franzi“ _ Theaterpädagogin, Kunsttherapeutin, Museumsbesitzerin

Zur Person:  Marika Reichhold _ Theaterpädagogin, Kunsttherapeutin, Museumsbesitzerin
Als Gastwirtstochter in Grünbach am Schneeberg aufgewachsen studierte und studiere ich, seit ich denken kann, „Leben und Menschlichkeiten“. Dazu Tourismus, multimediale Kunsttherapie und Theaterpädagogik.

Bis 2015 arbeitete ich als Kunsttherapeutin und Theaterpädagogin im Thermenklinikum Mödling in der psychosomatischen Kinder- und Jugendabteilung. Zahlreiche und vielfältige Aus- und Weitebildung in verschiedenen Theatergenres.

2007 erbte ich das Bergbaumuseum meiner Eltern in Grünbach. Plötzlich mit einem veralteten Museum konfrontiert, entwickelte ich eine Theaterfigur, eine
Personnage: die „frau franzi“ und inszenierte eine szenisch-kabarettistische Museumsführung – die „auf & führung“ Regie: Christian Suchy
frau franzi ist beim Publikum durch ihre erfrischende, unmittelbare Art sehr beliebt und hat sich als unkonventionelle Wissensvermittlerin bei allen Generationen und Bildungsschichten bestens bewährt.

Seit 2008 führe ich regelmäßig mit/als frau franzi durch mein Museum in Grünbach.
Seit 2010 gibt es die frau franzi Geschichten auch als Wohnzimmertheater.
Ideen, Texte und Spiel sind von mir, Regie (fast immer) von Christian Suchy
von 2013 bis 2018 „Dienstag ist Putztag“, eigener Slot im KosmosTheater Wien.

Solostücke von frau franzi
2007 entwickeln der Theaterfigur „frau franzi“
2008 „auf & führung“ Museumsführung als 1. Solo (daher 2023: 15 Jahre frau franzi!)
2009 „a haydn- oawad“ über Josef Haydn und das 18. Jhdt“
Regie: Markus Kupferblum, Premiere: Salon 5
2010 “romeo & julia” Regie: Ch. Suchy, Premiere: 3RaumAnatomietheater
2010 “othello” Regie: Ch. Suchy Premiere: 3RaumAnatomietheater
2011 “do host den solot“ über Hormone, Schäggsbia und Paradeisa
Regie: Ch. Suchy, Premiere: Burg Kaprun Salzburg
2012 „mägbess“ Regie: Ch. Suchy, Premiere: Theater im Cafe Prückel
2013 „hamlet“ Regie: Ch. Suchy, Premiere: Lilarum Figurentheater
2014 „jedermann“ (Hugo v Hofmannsthal“) Auftrag von Basiskultur Wien zum
Festival der Bezirke 2014 Regie: Suchy
2015 „a gribbmschbü“ Regie: Ch. Suchy, Premiere: Pfarrrkirche Grünbach
2016 „könig lear“ Regie: Suchy, Premiere: KosmosTheater
2017 „die Gästeliste“ das Jubiläumsstück (eine Werkschau)
Regie: Suchy Premiere: KosmosTheater
2019 „a haydn- oawad“ Neuinszenierung
Regie: Ch. Suchy, NÖ Premiere: Kulturszene Kottingbrunn
2020 „beethoven – da wiggal van ruamogga“ Premiere: Straden Stmk
Regie: Christian Suchy
2021 „in beethoven sei opa“ – Fidelio, ein frau franzi Filmprojekt
Regie: Barbara Klein
2021 „fidelio“ – ein Bilderbuch für Erwachsenen
2022 Vorbereitung und Werkeinführung „Don Quijote, oh mein Gott“
Kottingbrunn Sept 2022
2023 „Don Quijote, oh mein Gott“
Premiere April 2023
Meine Stücke sind Solospektakel – feine, satirische Kleinkunst, bissl kabarettistisch, bissl Objektspiel,
bissl clownesk und immer im Dialekt.
http://www.bergbaumuseum-gruenbach.at

Aktuelle Produktion:

RICHARD III
vom Schäggsbia und der frau franzi
Spiel & Text: Marika Reichhold
Regie: Christian Suchy

Vorpremiere 21.9.2024 (19.00 Uhr)
BERGBAUMUSEUM
2733 Grünbach/Schneeberg; Am Neuschacht 12

Reservierung nötig: Tel. 0676- 435 46 00
€ 16,–

RICHARD III
er is goaschdig, foisch und gemein – owa gerecht! Ea is nämlich zu OLLE goaschdig, foisch
und gemein.
frau franzi entstaubt großes Welttheater, macht es verständlich und transparent. Helden und Heldinnen, die zum festen Inventar der Weltliteratur gehören, werden respekt- und humorvoll vom Sockel geholt und auf ein menschliches Maß zurechtgestutzt.
Und jetzt ist der Richard dran.
Der/Das Letzte der Yorkbrüder.
Um Schönheit von der Natur betrogen, äußerlich wie
innerlich.
Er beschließt, ein Bösewicht zu werden.
Er will die Krone, die Macht – koste es, was es wolle.
Er ist überzeugt, dass ihm die Welt das schuldig ist.
Voller Minderwertigkeitskomplex und
Allmachtsphantasien entwickelt er eine KomplexKompensations-Kompetenz, die sich gewaschen hat.
Er manipuliert und mordet sich schnurstracks zum
Ziel. Und schreckt nicht davor zurück auch die
Familienmitglieder, besser gesagt, speziell die, aus
dem Weg zu räumen…

PREMIERE 24. 9. 2024 (19.30 Uhr)
Weitere Vorstellung: 4. 11. 2024 (19.30 Uhr)
STUDIO IM AKZENT
A-1040 Wien, Argentinierstraße 37

Karten Tel: 01/50165-13306
VVK € 23,– / AK € 27,–

26.9.2024 (19.30 Uhr) NÖ-Premiere
KULTURSZENE KOTTINGBRUNN Markowetztrakt

A-2542 Kottingbrunn, Schloß 1,
Karten: Tel.02252/74383, office@kulturszene.at
VVK € 23,– / AK € 25,–

4.10.2024 (19.30 Uhr) Vorarlberg-Premiere
THEATER AM SAUMARKT
A-6800 Feldkirch, Mühletorplatz 1,

Karten: Tel. 05522 72895
€ 25,– / Ermäßigung I: € 22,– / Ermäßigung II: € 18,–
10.10.2024 (16.00 Uhr)

PFARRHEIM
2733 Grünbach a. Schneeberg, Schneebergstraße 13,

Karten bei:H. Hensler: Tel. 0676-670 98 93
Reservierung nötig: € 16,–
27.10.2024 (18.00 Uhr)


MÖLKEREI
2340 Mödling, Mölkergasse

Reservierung nötig: Tel. 0676-435 46 00
€ 20,–
9.2.2025 (19.30 Uhr)


TWW theater westliches weinviertel
A-2042 Guntersdorf, Bahnstraße 201

Karten: Tel. 02951 2909
VVK € 20,– / AK € 23,–

Pressebetreuung: GAMUEKL – Gabriele Müller-Klomfar

Foto: Astrid Reichhold-Hahn

Walter Pobaschnig _ 20.8.2024

https://literaturoutdoors.com

Station bei Hedy Lamarr _ „ein Meilenstein in der Idee der Freiheit“ Naoko Muneoka, Künstlerin Wien 20.8.2024

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing 
„Ekstase“ Film 1933 _

Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_

Fotos _ Donau/Wien  
Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing 
„Ekstase“ Film 1933 _

Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_

Fotos _ Donau/Wien  

Zum Projekt: Das Literatur outdoors Projekt „Station bei …“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Liebe Naoko Muneoka, welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Hedy Lamarr?

Keine besonderen.

Was macht für Dich die Schauspielerin Hedy Lamarr aus?

Ich wusste bis jetzt, dass sie eine wunderschöne Schauspielerin und zugleich eine hervorragende Erfinderin war, und diese Kombination finde ich interessant.

Für diese Gelegenheit googelte ich „Hedy Lamarr“ und kam darauf, dass sie Delilah im Film „Samson und Delilah“ spielte. Ich hatte als Kind eine Szene des Films im Fernsehen gesehen, die ich danach nie vergaß. Nämlich die Szene, in der Delilah Samson zu den Stützpfeilern des Tempels hinführt, um den Tempel zerstören zu lassen, wobei Delilah auch sterben wird. Ich kannte die Geschichte damals schon und wusste daher sofort, worum es ging, daher beeindruckte mich die Art, wie Hedy Lamarr Delilah spielte, noch mehr und sie blieb mir im Gedächtnis.

Wie siehst Du die Wirkungsgeschichte ihres „Skandalfilms“ Ekstase (1933)?

Dieser Film war sicherlich ein Meilenstein in der Idee der Freiheit, deren Entwicklung manchmal noch immer mit Argwohn betrachtet wird.

Wie siehst Du Nacktheit in Film, Theater, Kunst heute?

An sich ohne Problem.

Welche Rolle spielt der nackte Körper in Deiner Kunst?

Wenn der nackte Körper zum Ausdruck des Inhalts der Werke gehört, dann ist die Nacktheit eine Notwendigkeit für meine Arbeit.

Für mich repräsentiert Nacktheit die pure menschliche Existenz. Wie es oft heißt: Kleider machen Leute. Kleidung und Accessoires sind in der RegelZeichen einer Bedeutung oder Denkweise, die auf die Zugehörigkeit zu einer sozialen Klasse usw. hinweisen. Für mich ist es oft sehr wichtig, all das aus dem Bild auszuschließen.

Wie siehst Du die Erfinderin Hedy Lamarr?

Bin ihr dankbar wegen Wi-Fi. Ansonsten bin ich nur, nur, nur ahnungslos beeindruckt von ihrer Leistung.

Wie erfinderisch bist Du?

„Not macht erfinderisch.“  In diesem Sinn werde ich in meinem täglichen Leben manchmal erfinderisch.

Und ich habe eine Maltechnik der Ölmalerei für mich erfunden.

Was hast Du mit Hedy Lamarr gemeinsam?

Gemeinsamkeiten mit ihr habe ich nicht. Aber weil mein Vater ein Wissenschaftler war und er sich bemüht hat, mir die wissenschaftliche Denkweise weiterzugeben – obwohl ich am Ende „nur“ eine Künstlerin geworden bin – empfinde ich eine gewisse Sympathie für Hedy Lamarr.

Hast Du auch Filmerfahrungen?

Nein.

Gab es in Deinen Kunstprojekten bisher Berührungspunkte zu Hedy Lamarr?

Nein.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Ich arbeite gerade an einer Zeichnung. Ich habe auch schon eine Idee für die nächste Zeichnung.

Im November wird es eine kleine Ausstellung von meinem verstorbenen Mann und mir geben. Diese findet seit 13 Jahren jedes Jahr statt.

Hättest Du mit Hedy Lamarr gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Falls sie es mir erlaubt, mit ihr eine Weile zu verbringen, möchte mit ihr ins Café gehen und einen Kaffee bzw. ein Achtel Rotwein trinken. Wenn wir das Gefühl haben, dass uns das Plaudern im Café nicht langweilig ist, möchte ich mit ihr anschließend das Dritte Mann Museum besuchen.

Darf ich Dich abschließend zu einem Hedy Lamarr Akrostichon bitten?

Hoch intelligent

Eine wie

Diamant ohne

Y-Chromosom doch stolzes Doppel-X-Chromosom  

Legte

Auf die nachkommende Welt

Meilenstein

Aufbruch

Rampenlicht und Wissenschaft

Richtungsweisend

Naoko Muneoka, Künstlerin  Wien   _
 performing 
„Ekstase“ Film 1933 _

Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_

Fotos _ Donau/Wien  
Naoko Muneoka und Walter Pobaschnig

Alle Fotos&Interview _ Walter Pobaschnig 8/24

https://literaturoutdoors.com

Station bei Malina _ „Eine gnadenlose Innenschau“ Sandra Schößler, Schriftstellerin _Wien 20.8.2024

Sandra Schößler, Schriftstellerin _Wien_
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971.
Sandra Schößler, Schriftstellerin _Wien_
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971.

Sandra Schößler, Schriftstellerin _Wien_performing „Malina“ _

„Malina“ Ingeborg Bachmann. Roman, 1971.

Fotos_Romanschauplatz Malina_Wien.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin (*1926 Klagenfurt *1973 Rom).

Liebe Sandra Schößler, wir sind hier an literarischen Bezugsorten des Romans „Malina“ (1971) von Ingeborg Bachmann in Wien. Sind Dir die Orte hier vertraut?

Ich hatte noch eine vage Vorstellung, als ich Bachmanns Roman las. In der Ungargasse besuchte ich früher das Italienische Kulturinstitut. Die breite Schienenstraße mit den hohen Gründerzeithäusern ist mir dabei als ein Stück „altes Wien“ aus meiner Jugendzeit in Erinnerung geblieben.

Welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Ingeborg Bachmann und dem Roman Malina?

Ich habe Malina letzten Sommer zum ersten Mal gelesen und Ingeborg Bachmanns Sprache hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Die gnadenlose Innenschau, die sich mithilfe so differenzierter Mittel der Sprache offenbart, machte es stellenweise fast unerträglich, in die psychischen Vorgänge der Protagonistin einzutauchen. 

Welche Eindrücke hast Du von den Schauplätzen in der Ungargasse, die wir besucht haben?

Wir haben hauptsächlich in der Ungargasse 9 fotografiert, also dem Haus, in dem Ivan im Roman wohnt. Mich auf die ambivalenten Emotionen einzulassen, die die Ich-Erzählerin mit der Beziehung zu Ivan verbindet, war durchaus eine Herausforderung. Während in Ivans Haus Hoffnung und Liebesglück erfahrbar waren, konnte ich die dunkle Seite der Verzweiflung in einer mutmaßlich traumatisierten emotionalen inneren Welt erleben, als wir die Aufnahmen im verzweigten Keller des Hauses machten.

Wie siehst Du den Aufbau und das Konzept des Romans?

Die drei Teile des Romans sind so facettenreich und steigern sich in ihrer Intensität fast ins Unerträgliche. Im ersten Kapitel erleben wir den positiven Aufbruch der Protagonistin, die sich hoffnungsvoll auf die intensive Liebe mit Ivan (oder ihren Traum davon?) einlässt. Der zweite Teil schildert die vielfache Misshandlung durch den Vater in alptraumhaften Sequenzen. Im dritten Kapitel schließlich beginnt sich die Welt der Protagonistin schrittweise aufzulösen und am Ende gänzlich zu zerstören.

Was sind für Dich zentrale Themen und Aussagen des Romans?

Am stärksten beeindruckt hat mich der wortgewaltige Zugang zu intensiven Emotionen – Liebe, Angst, Hoffnung, Verzweiflung, Selbstaufgabe. Die Frau, die zwischen zwei Männern steht, kämpft am Ende des Tages gegen ihre eigenen Dämonen aus der Vergangenheit.

Wie ist die Beziehung zwischen Mann und Frau im Roman dargestellt und wie ist dies heute zu sehen?

Die Beziehungen der Ich-Erzählerin spiegeln ihren inneren Kampf in einem patriarchalen System wider. Weder Malina noch Ivan können sie annähernd als die Person wahrnehmen, um deren Identität sie selbst ringt. Es wird erwartet, dass sie ihre Rollen einnimmt – für Malina ist sie die funktionierende Partnerin, für Ivan die genügsamen Geliebte, die sich in dessen Leben einzugliedern hat, weil er „zu beschäftigt“ ist.

Wie beurteilst Du die Protagonisten Ivan, Malina, Ich-Person in Ihrem literarischen Kontext bzw. dem Kontext der Autorin und Ihrer Biographie?

Es gibt Hinweise, dass Bachmann in Malina ihre schwierige Beziehung zu Max Frisch autobiografisch verarbeitet hat. Die Beziehung zu Ivan verkörpert meiner Ansicht nach die Sehnsucht der Ich-Erzählerin (und mutmaßlich Ingeborg Bachmanns) nach echter Nähe und Intimität in einer Liebesbeziehung, zu der weder sie noch ein in seiner starren männlichen Identität festgefahrener Ivan fähig sind. Bachmanns gewaltsames Ende wird auf traurige Weise in dem Roman fast vorweggenommen und macht zusätzlich betroffen.

Wie siehst Du das literarische Konzept des dreistufigen Aufbaus des Romans?

Siehe oben J

Welches Frauen- und Männerbild spricht Ingeborg Bachmann in Malina an und wie aktuell ist dies heute?

Wir erleben die Ich-Erzählerin in einem inneren Kampf – ihr Spielraum ist eng und sie bewegt sich in einem patriarchalen System in vorgegebenen Rollen.

Auch wenn sich seit Ende der 60er Jahre die Situation für Frauen in einer männlich dominierten Gesellschaft verbessert hat, gilt es mehr denn je, das Bewusstsein für die immer noch teils unbewusst wirkenden tradierten Rollenbilder zu schaffen – im beruflichen wie privaten Kontext.

Welchen Einfluss hatte und hat der Roman auf die Entwicklung von Literatur, Kunst und Emanzipation und Gesellschaft?

Wie siehst Du das Ende des Romans?

Die erfahrene Misshandlung verletzt das Selbstwertgefühl der Protagonistin so nachhaltig, dass sie als Person von den beiden Männern in ihrem Leben weder gehört noch gesehen wird. Emotionale Isolation und innere Zerrissenheit sind die Folge und führen zu tiefem Leid und letztendlich zu ihrem Scheitern und der unausweichlichen Auflösung.

Gab es in Deinen Literatur-, Kunstprojekten Berührungspunkte zu Ingeborg Bachmann?

Die Beschreibung psychologischer Zustände ist für mich seit jeher eine Herausforderung, der ich mich in meinen Texten widme. Eine derart sprachliche Dichte wie Bachmann in Malina zu erfahren, hat mich tief beeindruckt.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Mehr Zeit dem Schreiben von Kurzgeschichten zu widmen. Das Thema künstliche Intelligenz und die Auswirkung auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen möchte ich dabei gerne verarbeiten.

Hättest Du mit Ingeborg Bachmann gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Selbstverständlich. Ich wäre gern mit ihr am Stadtrand spazieren gegangen und hätte mit ihr über den kreativen Prozess beim Schreiben und den Umgang mit den eignenden Emotionen gesprochen.

Darf ich Dich abschließend zu einem Malina Akrostichon bitten?

M acht es euch nicht zu einfach

A uch wenn es sich bequem anfühlt

L assen eure Argumente so vieles unbedacht

I n eurem eigenen Interesse, meine Herren

N och von euren Werten dominiert

A n euch richten sich die Fragen

Sandra Schößler, Schriftstellerin _Wien_
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971.
Sandra Schößler und Walter Pobaschnig _
Ungargasse/Wien 5/24.

Alle Fotos & Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 8/24

Reise nach Laredo. Arno Geiger. Roman. Hanser Verlag

Der Glanz, der Ruhm, die Pracht der Repräsentanz hat jetzt hier keinen Raum in der kargen Umgebung des Klosters, in das er sich nun zurückgezogen hat und alles für ein Bad im Hof bereitsteht. Denn das ist eine Prozedur, die hier besondere Aufmerksamkeit einnimmt. Eine Hebevorrichtung soll die starren Füße Karls in ihrer verlorenen Kraft ersetzen und in das Wasser heben. Als es geschafft ist und Karl im Wasser liegt, ist er auch hier umgeben von Begleitern und alles, was er sagt, tut, ist noch immer von größter Bedeutung und wird wahrgenommen und notiert. So schnell fällt eine Krone nicht ab…

Der Wunsch reift nun, diese Mauern des Klosters zu verlassen. Und dabei wird der Junge Geronimo zum Gefährten. Eine Reise beginnt, die Leben, Sinn, Wert neu erkennen, verstehen lässt…

Arno Geiger, vielfach ausgezeichneter Beststeller Autor, gelingt auch mit dem vorliegenden Roman eine großartige historisch-existentiell verwobene Sinnsuche, die ganz große Fragen des Lebens wunderbar inspirierend öffnet.

Der Kunstgriff der Verbindung historischer wie literarischer Referenzen von Karl V und Don Quijote bildet den Rahmen, in dem sich auf der Reise von Karl und Geronimo in Begegnung, Gespräch, gemeinsamer Erfahrung eine Mensch- Welt- wie Gesellschaftsanalyse auf Schritte des Lebens legt, die vielseitig spannend wie impulsgebend eintauchen lässt.

„Eine großartige literarische Reise zu Leben und Sinn!“

Reise nach Laredo. Arno Geiger. Roman. Hanser Verlag

Erscheinungsdatum: 19.08.2024

272 Seiten

Hanser Verlag

Hardcover

ISBN 978-3-446-28118-9

Deutschland: 26,00 €

Österreich: 26,80 €

Walter Pobaschnig  7/24

https://literaturoutdoors.com

„Friede auf der ganzen Welt“ Daniela Paulus, Bildende Künstlerin _ Salzburg 20.8.2024

Liebe Daniela Paulus, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe zu verschiedenen Tageszeiten auf und arbeite derzeit an meinen Zeichnungen in meinem Atelier in Salzburg. Ich arbeite phasenweise und entwickle immer wieder neue Stile.

Daniela Paulus _ Wand Objekt 2000
Von der Zeichnung zu digital Print 1988-2010 _
Daniela Paulus.
Wandobjekt : Frau geht wohin Jahr : 1999
Frau am Fenster _ 1992 Ölmalerei auf Holz Titel, Daniela Paulus
Daniela Paulus, Bildende Künstlerin 
Daniela Paulus _
Mutter mit Kind von der dynamischen Filstift Zeichnung zu Digital Art 2010
Linear Magenta , Grün 2023

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube der Friede auf der ganzen Welt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Fest steht das in der Kunst schon ziemlich viel abgeerntet wurde und neues sehr selten ist.

Digital Art 2010 by Daniela Paulus
Objekt Jahr 2000 Titel : Frau
Daniela Paulus _ Digital Art 2010 SXGM (Sex-Gewalt-Missbrauch )

Was liest Du derzeit?

Edgar Ellen Poe, Wilhelm Busch .

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Frieden kann nicht durch Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden.

Albert Einstein

Daniela Paulus, Bildende Künstlerin 

Vielen Dank für das Interview, liebe Daniela, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Daniela Paulus, Bildende Künstlerin 

Zur Person: 1962 geboren als Daniela Maria Netzer Arzttochter
In Badgastein.
1969-1973 erste Rudolf Steiner Schule École-Famillè- Montolieu, Montreux, Direktor Begründer Rudolf Kutzli. 1973-1978 Volksschule, Hauptschule Franziskaner Privat_Internat Mädchenschule der Franziskaner Schulschwestern Salzburg.
1980-1981 Wiener Kunstschule Abt.Bildhauerei u.Keramik
1981 Heirat u. Geburt zweier Söhne
1987-2008 Mitglied der BV der Bildenden Künstler Österreich Salzburg
Seit 2022 Mitglied im Kunstverein Salzburg
1991 Erhalt des Schöller Elektronics Kultur Preises Wien
1992-1993 Künstlerwoche Bad Goisern
1996 Stipendium Sommerakademie Saline Hallein ,Tone Fink ,Salzburg
Teilnahme an der Internationalen Osaka Triennale Painting, Japan

ab 1997 vertreten durch Galerie Welz Salzburg
Beginn der Arbeit an Objekten und Skulpturen
2000 digitaler Foto Arbeiten
2002 Portrait im ORF Sendung Salzburg Heute
2008 Teilnahme am Wettbewerb im Rahmen des
1.Präventionswettbewerb in Graz mit Dankes Urkunde für
bisher geleistete kriminalpräventive Arbeit zur
Thematik sexueller Gewaltmißbrauch (sxgm) von Günther
Ebenschweiger
2009-2013 Beginn der Arbeit in Öl und Acryl in einem von der
Stadt Salzburg zur Verfügung gestellten Atelier
2013 Katalog Förderung Kultuamt Land und Stadt Salzburg
Katalog Titel:Festgehalten
2017 Stipendium Kulturamt
Land Salzburg Grafik- Werkstatt Traklhaus
seit 2017 Atelier in der Plainstraße 25 Salzburg
2022 Würdigung der pro Salzburg Landes Kulturstiftung

In Öffentlichen Sammlungen vertreten:
Rupertinum Salzburg
Arthotek des Bundes Österreich
Kulturamt Land Salzburg
Kulturamt Stadt Salzburg


Ausstellungen/Einzelausstellungen :
1992 Galerie Augundor, Gosau,Malerei
Kath.Hochschulgemeinschaft Salzburg
Titel: Zeichnen ist eine Empfindung
1994 Salzburger Sparkasse
Kongresshalle Badgastein
Titel : Seelenbildnisse Tusche
Arbeiten auf Papier
1995 Galerie Rythmogramm
Bad Ischl
Titel: Seelenbildnisse Tusche
auf Papier
1998 Galerie im Museums Pavillon Titel: ParadiesWache
1996 Frauenbüro der Stadt Salzburg
2000 Kunstmesse Salzburg
Objekte und Plastiken
2000 virtuelle Ausstellung
10 Dynamische Filzstift Zeichnungen 1998
http://www.Art-channel.net
2002 Schloss Mirabell-Wolf Dietrich Halle SxgM
Leuchtkörper zum Thema Sex.Gewalt Mißbrauch
2006 (5.-29. Juni) Galerien der Stadt Salzburg Vogelhaus
Titel : Werksammlung 1997-2007
2014 Galerie im Zwergerlgarten: Ölmalerei aktuell
2014 1030 Wien Kunstraum Wien Mitte:Experimente der 90 Jahre Malerei
2015 1010 Wien Galerie Palfy,
Tusche Arbeiten auf Karton
Titel : 1998 Seelenbildnisse
2016 1030 Wien Kunstraum Wien Mitte, 2016 experimentelle
Druckgrafiken,
Gemeinschaftsaustellungen:
1989: Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs
Titel:die Neuen
1992:Art Protects Rainforest
Salzburg
1997 Galerie Hopferwieser,Salzburg
1999 und1998 Berchtold Villa,Salzburg
1998 Osaka Trienale,Painting
v.2.11.bis 8.12.Einzige Teilnehmerin Österreichs
2001 Rupertinum „ natur“
2002 Berchtoldvilla Thema Serie: Sand-Wand Objekte
2004-2005 Rupertinum
2006 Galerie Time 1010 Wien
Selbstreflexion
2006 Galerie am Mühlenweg
Zedernhaus mit Prof.Eva Mazucco
2014 Galerie Lehen
„unheimlich schön“,“schön unheimlich“Sammlung Anton Gugg
2015 Galerie im Traklhaus Salzburg
100 Künstler
2019 Galerie im Traklhaus Salzburg Titel : Kunst Ankauf

Walter Pobaschnig _ 17.8.2024

https://literaturoutdoors.com

„Ambivalenz aushalten. Aushalten generell.“ Alla Leshenko, Schriftstellerin _ Duisburg 19.8.2024

Liebe Alla Leshenko, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Völlig unglamourös, um ehrlich zu sein. Aufwachen, Frühstück, Kaffee, den Arbeitsplan für den Tag checken, arbeiten, Sport, kochen, essen usw. Zwischendurch immer wieder durch die Wohnung wuseln und auf Social Media aktiv sein, sonst war’s das mit der Kundschaft. Ab und zu kommen auch etwas aufregendere Aktivitäten hinzu wie Einkauf oder Elternsprechtag …Das könnte man eintönig nennen. Ich empfinde dieses Durchgetaktete und Einfache allerdings als zuverlässig und erdend. Denn die wirklich spannenden Dinge finden in meinem Kopf statt.

Alla Leshenko, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ambivalenz aushalten. Aushalten generell. Andere Meinungen*, Lebensweisen, Erfahrungen, Hintergründe. Nicht direkt beleidigt sein, sich diskriminiert fühlen oder den Untergang des Abendlandes auf uns zurollen sehen.

Individualität und Individualisierung sind natürlich was Schönes und Erstrebenswertes, führt aber oft dazu, dass immer kleinere Gruppen von „uns“ gebildet werden, die sich im Widerstand zu „den anderen“ sehen.

Damit meine ich nicht nur Links gegen Rechts oder Arm gegen Reich. Das Unvermögen, Ambivalenz zu akzeptieren, manifestiert sich im sogenannten woken Spektrum, dem ich mich selbst zuordne, so stark wie noch nie. Jeder will heiliger sein als der Papst. Jeder will der bessere Veganer, Energienutzer, Mindereitenversteher sein. Wegen Nichtigkeiten werden Freundschaften gekündigt. Nicht nur digital. Zum Mäusemelken.

*Hass und Hetze sind keine Meinung.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst/Literatur ist da, um zu beobachten. Sie ist der Spiegel der Gesellschaft. Gleichzeitig besitzt sie aber eine unfassbare visionäre Kraft und ist in der Lage, dort Wege aufzuzeigen, wo die meisten sie übersehen würden.

Was liest Du derzeit?

Vor ein paar Tagen habe ich „Männer, die die Welt verbrennen“ von Christian Stöcker beendet. Was als Nächstes kommt, weiß ich noch nicht, spiele aber mit dem Gedanken, zum zigsten Mal „Der Talisman“ von Stephen King und Peter Straub zu lesen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Für mehr Gelassenheit in der Gesellschaft möchte ich aus Astrid Lindgrens „Michel bring die Welt in Ordnung“ zitieren.

„Alles zu seiner Zeit“, sagte Michels Mama. „Katechismus zu seiner Zeit und Käsekuchen zu seiner Zeit.“

Alla Leshenko, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Alla, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Alla Leshenko, Schriftstellerin

Zur Person: Alla Leshenko ist Schriftstellerin, Lektorin, Content-Managerin, Horror-Fan und menschenliebende Misanthropin. Als staatlich zertifizierte, linksgrünversiffte Expertin für alles gibt sie nur zu gerne ihren Senf zu politischen und gesellschaftlichen Themen ab.

Im Frühjahr 2005 ist sie aus Usbekistan nach Deutschland gekommen. Die Landessprache hat sie vor Ort autodidaktisch erlernt. Mittlerweile bezeichne sie Deutsch als ihre zweite Muttersprache.

Zu ihren literarischen Vorbildern gehören unter anderem Stephen King, Astrid Lindgren, Salman Rushdie und Oscar Wilde.

Walter Pobaschnig _ 17.8.2024

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„Paradis“ Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 19.8.2024

GIVE PEACE A CHANCE

La)

Gentillesse est quelque chose d‘

Idéal. La

Vois

Éclaire.le


Paradis

Et les

Anges

Chantent des chansons

Extrêmement


Amabilité. Les


Chansons

Harpe

Ambiente

Nous offrant toujours un

Chaleureux

Évolution.

Nahoko Fort-Nishigami, 17.8.2024

Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Zur Person: Nahoko Fort-Nishigami wurde in einem kleinen Ort im Süden Japans geboren. Seit ihrer Kindheit träumte sie davon, von dort wegzukommen und Schauspielerin zu werden. Sie studierte zunächst Klavier und Gesang in der Musikhochschule in Tokyo, kam nach dem Abschluss für ein Jahr nach Wien und spielte dann erfolgreich am Broadway Musical Theater in Japan, bis zu 10 Vorstellung pro Woche und 4 Jahre fast ohne Pause.

Nach einem lebensgefährlichen Burnout kam sie 2000 wieder nach Wien, nur um hier zu leben und ohne Gedanken an die Karriere. Sie besuchte eine Schauspielschule in Paris und arbeitete dann in verschiedenen Städten Europas. Als Sängerin verkörperte sie u. a. in einer „Zauberflöte“ in Japan die dritte Dame, die Hofdame Charlotte in Offenbachs „La  Grande Duchesse de Gerolstein“ unter Nikolaus Harnoncourt  und sang im Zusatzchor der Staatsoper und beim Schönberg-Chor.

Lieblingsrollen als Schauspielerin:

Mme Giry in „Phantom der Oper“ in Gekidanshiki, Japan; Traumina in „ Ludwig II.“, Deutsches Theater in München; Buhlschaft im „Jedermann“, Kultursommer Garmisch; Pocahontas in „History of Violence“, Impulstanz Wien; Dr Wansui in der „Dreigroschenoper“, Theater Basel;  GuBao, Täterin im „Tatort“; die Kinofilme „WinWin“ und „Ciao Cherie“ (Nominierung als beste Schauspielerin beim International Arthouse Filmfestival in Chicago) und viele weitere Produktionen.

Gerade dreht sie in Wien einen Kinofilm und bereitet in Paris die Schauspielproduktion „La montagne des trois parapluies“ vor. Sie liebt Reisen an unbekannte Orte, Tauchen, Flamenco, Karate und das Entdecken des Unbekannten mit neuen Begegnungen

Foto_ Llao Jodlbauer

Walter Pobaschnig _ 15.8.2024

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„eine vielfältige Gesellschaft zu schaffen“ Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin _ Wien 18.8.2024

Liebe Nahoko Fort-Nishigami, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich wache recht früh auf und als Erstes trinke ich ein Glas Wasser mit Zitronensaft. Wenn ich einen Text lernen muss, übe ich eine Weile davor im Halbschlaf im Bett. Ansonsten checke ich mein Handy, dehne mich 10 Minuten auf der Matratze, löse dann zwei Kapseln Kaffee in einer Thermoskanne und trinke ihn im Bett mit ein wenig Gebäck. Das ist mein Frühstück. Dann dusche ich und gehe zum Ballett- oder Karatetraining. Da ich freiberuflich tätig bin, variiert mein Zeitplan von Tag zu Tag, aber nach dem Abendessen bin ich ziemlich müde und falle fast sofort ins Bett. Wenn ich arbeite und trotzdem ausgehe, bin ich am liebsten vor Mitternacht im Bett.

Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es ist schwierig, „alle“ Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Situationen zu definieren, aber aus meiner Sicht geht es darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder/e Einzelne sein/ihr eigenes Leben leben kann, und eine vielfältige Gesellschaft zu schaffen, die unterschiedliche Persönlichkeiten und Kulturen respektiert und gleichzeitig das Beste aus ihrer eigenen macht. Entscheidungen sollten nicht aus Angst getroffen werden, sondern in Vertrauen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Was bedeutet „vor einem Aufbruch und Neubeginn“? Das müsste ich wissen. Auf jeden Fall denke ich, dass Kunst den Effekt hat, feste Vorstellungen zu hinterfragen. Als Schauspielerin kann ich durch die Rollen, die ich spiele, in einer Welt leben, in der ich sonst nicht leben kann. Durch sie hinterfrage ich so lange, bis ich dieses Leben analysiert und verstanden habe. Natürlich sind die Antworten unterschiedlich. Dasselbe tue ich auch für meinen Spielpartner. Und das Publikum reflektiert beim Ansehen des Resultats die Gesellschaft.

Was liest Du derzeit?

Ich konnte in letzter Zeit keine Bücher mehr lesen, sondern musste nur die Texte für ein paar Produktionen lernen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Toutes les grandes personnes ont d’abord été des enfants.

Alle großartigen Menschen waren in erster Linie Kinder.

Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Nahoko, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Zur Person: Nahoko Fort-Nishigami wurde in einem kleinen Ort im Süden Japans geboren. Seit ihrer Kindheit träumte sie davon, von dort wegzukommen und Schauspielerin zu werden. Sie studierte zunächst Klavier und Gesang in der Musikhochschule in Tokyo, kam nach dem Abschluss für ein Jahr nach Wien und spielte dann erfolgreich am Broadway Musical Theater in Japan, bis zu 10 Vorstellung pro Woche und 4 Jahre fast ohne Pause.

Nach einem lebensgefährlichen Burnout kam sie 2000 wieder nach Wien, nur um hier zu leben und ohne Gedanken an die Karriere. Sie besuchte eine Schauspielschule in Paris und arbeitete dann in verschiedenen Städten Europas. Als Sängerin verkörperte sie u. a. in einer „Zauberflöte“ in Japan die dritte Dame, die Hofdame Charlotte in Offenbachs „La  Grande Duchesse de Gerolstein“ unter Nikolaus Harnoncourt  und sang im Zusatzchor der Staatsoper und beim Schönberg-Chor.

Lieblingsrollen als Schauspielerin:

Mme Giry in „Phantom der Oper“ in Gekidanshiki, Japan; Traumina in „ Ludwig II.“, Deutsches Theater in München; Buhlschaft im „Jedermann“, Kultursommer Garmisch; Pocahontas in „History of Violence“, Impulstanz Wien; Dr Wansui in der „Dreigroschenoper“, Theater Basel;  GuBao, Täterin im „Tatort“; die Kinofilme „WinWin“ und „Ciao Cherie“ (Nominierung als beste Schauspielerin beim International Arthouse Filmfestival in Chicago) und viele weitere Produktionen.

Gerade dreht sie in Wien einen Kinofilm und bereitet in Paris die Schauspielproduktion „La montagne des trois parapluies“ vor. Sie liebt Reisen an unbekannte Orte, Tauchen, Flamenco, Karate und das Entdecken des Unbekannten mit neuen Begegnungen

Fotos_ Llao Jodlbauer

Walter Pobaschnig _ 15.8.2024

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„not to lose the sense of time“ Nurie Emrullai, poet _ Kichevo/North Macedonia 17.8.2024

Hi Nurie Emrullai, what`s your routine at the moment?

I think that what I do is no longer a routine, but my choice of how my life is created… Like coffee and constant reading.

For the last two years I have been dealing with my doctoral study on exile, nostalgia and identity from a literary prism that includes many poets, prose writers and essayists mainly who still write on this topic. Then there is the other side of my creativity, poetry…

Nurie Emrullai, poet

What`s now particularly important for all of us?

I think it is important not to lose the sense of time, especially the present. Our life is so dynamic that we often have to follow the dates and days as if they are slipping out of our hands and long ago a day was like a year, while now time flies. To enjoy the things of the moment, to be one with everything that surrounds us. Let’s not become strangers to the phenomenons that surround us, let’s not be indifferent to the things that happen to the people around us, but even more widely. I think if we all become more vocal, even within the circle we live in, we can change a lot of things and make the Earth a more livable place.

New start, new beginning. What will be essential and which roles will literature, art play on society?

Recently I read the work Brave new World by Aldous Huxley. A work that gives you thrills until the last moment, that leads you to fight with the protagonist. The fight between human and inhuman. Literature and science. Where Shakespeare was denied and many other writers, that we may say that the world is built with their prototypes. What I mean is that in a lover we always see a little Romeo or Juliet, or in an injustice we look for a Hamlet, or in a girl we meet the features of a sad Ophelia… even the world around us is used to see it through the word, to identify it through the word and sound, of course, our feelings, emotions are all carried by the word. Now a world is being built that will take everything over and simply man should not worry about the basics. There is a silent war between technology and art. Big questions are being created in people’s heads. But those who know the history know very well that art is in our genetics and it cannot never be eradicated. There will always be a musical note, a cry as Emil Cioran says that even the scream is the earliest form of poetry, of lyric.

What are you reading currently?

These summer days have been intense and usable for various readings. I read Madame Bovary by Flaubert with a new and wonderful translation from the original in Albanian language by Urim Nerguti and after finishing Zorba the Geek by Nikos Kanzantzakis, I have just started one of his works with a translation by Romeo Çollaku, The poor man of God. So I’m choosing beautiful prose from writers of different cultures.

Which quote, text will you propose to us?

Tell me what you do with the food you eat, and I’ll tell you who you are. Some turn their food into fat and manure, some into work and good humor, and others, I’m told, into God. So there must be three sorts of men. I’m not one of the worst, boss, nor yet one of the best. I’m somewhere in between the two. What I eat I turn into work and good humor. That’s not too bad, after all!‘

He looked at me wickedly and started laughing.

‚As for you, boss,‘ he said, ‚I think you do your level best to turn what you eat into God. But you can’t quite manage it, and that torments you. The same thing’s happening to you as happened to the crow.‘

‚What happened to the crow, Zorba?‘

‚Well, you see, he used to walk respectably, properly – well, like a crow. But one day he got it into his head to try and strut about like a pigeon. And from that time on the poor fellow couldn’t for the life of him recall his own way of walking. He was all mixed up, don’t you see? He just hobbled about.

*

No, you’re not free,“ he said. „The string you’re tied to is perhaps no longer than other people’s. That’s all. You’re on a long piece of string, boss; you come and go, and think you’re free, but you never cut the string in two. And when people don’t cut that string . . .“

„I’ll cut it some day!“ I said defiantly, because Zorba’s words had touched an open wound in me and hurt.

„It’s difficult, boss, very difficult. You need a touch of folly to do that; folly, d’you see? You have to risk everything! But you’ve got such a strong head, it’ll always get the better of you. A man’s head is like a grocer; it keeps accounts: I’ve paid so much and earned so much and that means a profit of this much or a loss of that much! The head’s a careful little shopkeeper; it never risks all it has, always keeps something in reserve. It never breaks the string. Ah no! It hangs on tight to it, the bastard! If the string slips out of its grasp, the head, poor devil, is lost, finished! But if a man doesn’t break the string, tell me, what flavor is left in life? The flavor of camomile, weak camomile tea! Nothing like rum-that makes you see life inside out!

Zorba the Greek, Nikos Kazantzakis

Thank you very much for the interview, dear Nurie, joy and success for your great literature projects – all the best for you!

5 questions on artist: Nurie Emrullai, poet

Foto_privat.

12.8.2024_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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