Station bei Undine _ „die unbändige Kraft, die in uns allen steckt“ Christiani Wetter, Schauspielerin _ Wien 27.8.2024

Christiani Wetter _ Schauspielerin, Autorin, Produzentin _
performing „Undine geht“ _ Fotos_Donau_Wien.
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.
Christiani Wetter _ Schauspielerin, Autorin, Produzentin _
performing „Undine geht“ _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _ Heinz Bachmann

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Liebe Christiani Wetter, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

Als engagierte, feministisch und politisch interessierte Person, lese ich Ingeborg Bachmanns „Undine geht“ als eine kraftvolle Auseinandersetzung mit der weiblichen Identität und der patriarchalen Unterdrückung. Der Text ist für mich ein Aufschrei gegen die jahrhundertealte Erzählung, die Frauen auf eine passive Rolle reduziert, ihnen ihre Stimme und Macht nimmt.

Undine, die Wasserfrau, ist in der traditionellen Mythologie eine Figur, die für einen Mann ihre Stimme und Identität opfern muss, um menschlich zu werden. In Bachmanns Text bricht sie jedoch mit dieser Rolle, indem sie sich von den Erwartungen und Anforderungen der Männerwelt befreit. Sie verweigert es, weiter das Opfer oder das stumme Wesen zu sein, das sich für männliche Anerkennung verbiegen muss. Ihre Entscheidung, zu „gehen“, ist ein Akt der Selbstermächtigung und ein deutliches Zeichen dafür, dass Frauen ihre eigene Identität nicht länger für die Erfüllung männlicher Wünsche opfern sollten.

Für mich steht „Undine geht“ auch als Symbol für den feministischen Kampf gegen die Reduzierung von Frauen auf stereotype Rollen. Der Text fordert uns heraus, uns von diesen Rollenbildern zu lösen und unsere eigene Stimme zu finden und zu behaupten, unabhängig davon, wie unbequem oder bequem das für die bestehenden Strukturen sein mag. Bachmann zeigt, dass die Befreiung der Frau nicht durch Anpassung an männliche Erwartungen, sondern durch die radikale Ablehnung dieser und die Wiederaneignung der eigenen Macht erfolgt.

Die Grundaussage des Textes liegt für mich in der Rebellion gegen patriarchale Narrative und in der starken Botschaft, dass Frauen nicht gezwungen sind, in einer Welt zu existieren, die sie klein hält. Undine ist eine Verkörperung des Widerstands, ein Symbol für alle Frauen, die sich nicht länger mit weniger zufriedengeben wollen als mit ihrer vollen, autonomen Existenz.

Wie siehst Du „Undine“?

Für mich ist Undine eine faszinierende und vielschichtige Figur, die weit mehr repräsentiert als nur eine mythologische Wasserfrau. Sie ist ein Symbol für die inneren Kämpfe, die viele Frauen durchleben, wenn sie versuchen, den Erwartungen und Zwängen, die die Gesellschaft ihnen auferlegt, zu entkommen. Undine verkörpert für mich die Zerrissenheit zwischen dem Wunsch nach Anpassung und dem Bedürfnis nach Selbstbestimmung.

In ihrer ursprünglichen Form wird Undine oft als ein Wesen dargestellt, das bereit ist, seine eigene Identität aufzugeben, um Liebe und Akzeptanz zu finden. Doch in der Erzählung von Ingeborg Bachmann nimmt sie eine ganz andere Haltung ein – sie lehnt diese Selbstaufgabe entschieden ab. Diese Undine erkennt die Gefahren und die Leere, die mit der Unterordnung unter fremde Erwartungen einhergehen, und entscheidet sich, ihren eigenen Weg zu gehen.

Als Schauspielerin und Autorin fasziniert mich an Undine besonders ihre Radikalität und ihre Bereitschaft, alles Bekannte hinter sich zu lassen, um ihre Freiheit zu finden. Sie ist keine passive Figur, die sich den Umständen beugt, sondern eine kraftvolle Stimme, die sich erhebt und die Bedingungen ihrer Existenz infrage stellt. Für mich steht Undine für die unbändige Kraft, die in uns allen steckt, die uns dazu antreibt, uns aus beengenden Rollen zu befreien und unsere eigene Identität zu behaupten, egal welche Hindernisse uns dabei im Weg stehen.

„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

Seit der Veröffentlichung von „Undine geht“ vor gut 60 Jahren hat sich im Rollenbild von Frau und Mann einiges verändert, aber es bleibt noch viel zu tun. Damals waren die Geschlechterrollen viel starrer definiert: Frauen wurden oft auf häusliche und untergeordnete Rollen reduziert, während Männer als die dominanten, entscheidungstragenden Figuren galten. Heute haben Frauen mehr Möglichkeiten, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten – sei es im Berufs- oder Privatleben, in der Politik oder in der Kunst. Es gibt eine breitere Akzeptanz für diverse Lebensentwürfe, und die Gesellschaft beginnt, die Vielfältigkeit weiblicher Identitäten und Rollen anzuerkennen.

Doch trotz dieser Fortschritte sind viele der alten Strukturen und Erwartungen noch immer spürbar. Frauen sehen sich nach wie vor mit Ungleichheiten konfrontiert – sei es in der Bezahlung, in Führungspositionen oder in der Darstellung in den Medien. Auch die Vorstellung von Männlichkeit ist oft noch stark von traditionellen Idealen geprägt, die Männer in enge Schubladen drängen und Emotionen oder Verletzlichkeit als Schwäche ansehen.

Es muss sich noch viel ändern, damit wir zu einer Gesellschaft kommen, in der die Geschlechterrollen wirklich aufgelöst werden. Wir müssen weiterhin daran arbeiten, Geschlechterstereotype zu hinterfragen und Raum für individuelle Lebenswege zu schaffen, die nicht von alten Normen begrenzt werden. Sowohl Frauen als auch Männer sollten die Freiheit haben, ihre Identitäten unabhängig von traditionellen Erwartungen zu leben. Die Geschichten von Frauen, wie sie in „Undine geht“ erzählt werden, sind nach wie vor relevant und notwendig, um die komplexen Realitäten und Herausforderungen sichtbar zu machen, mit denen wir auch heute noch konfrontiert sind.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

Ich sehe die Situation patriarchaler Macht heute als ein komplexes Geflecht, das nicht nur Frauen und Männer betrifft, sondern alle Geschlechter. Der Monolog in „Undine geht“ ist so schonungslos, weil er die rigiden und unterdrückenden Strukturen des Patriarchats bloßlegt – und diese Strukturen sind auch heute noch tief in unserer Gesellschaft verankert.

Das Patriarchat wirkt sich auf Menschen aller Geschlechter aus, indem es normative Vorstellungen darüber festlegt, wie wir uns verhalten, fühlen und leben sollen. Es zwingt Menschen in starre Rollen, in denen Frauen oft marginalisiert, Männer in eine toxische Männlichkeit gedrängt und nicht-binäre oder Trans-Personen unsichtbar gemacht oder sogar aktiv ausgegrenzt werden. Diese Machtstrukturen sind subtiler geworden, aber sie sind nach wie vor wirksam, sei es in der Wirtschaft, der Politik, der Kultur oder im alltäglichen Leben.

Die patriarchale Macht drängt uns in Rollen, die nicht unserer vollen Menschlichkeit gerecht werden. Männer werden oft dazu erzogen, Emotionen zu unterdrücken und Stärke mit Härte gleichzusetzen, während Frauen und nicht-binäre Personen nach wie vor mit Erwartungen konfrontiert sind, die ihre Identitäten und Möglichkeiten einschränken. Menschen, die außerhalb des binären Geschlechtersystems leben, erleben zusätzlich Diskriminierung und Gewalt, weil ihre Existenz die grundlegenden Annahmen des Patriarchats infrage stellt.

Trotz dieser Herausforderungen sehe ich auch Hoffnung und Wandel. Es gibt eine wachsende Bewegung, die sich für die Rechte und Anerkennung aller Geschlechter einsetzt und patriarchale Strukturen infrage stellt. Wir sehen immer mehr Menschen, die sich gegen diese alten Machtstrukturen wehren und für eine Welt kämpfen, in der Geschlecht nicht mehr als Grundlage für Ungleichheit dient.

Der Weg ist jedoch noch lang. Wir müssen weiterhin daran arbeiten, patriarchale Normen abzubauen, die uns alle einschränken, und eine Gesellschaft zu schaffen, in der jede*r die Freiheit hat, authentisch zu leben. Das bedeutet, dass wir Räume schaffen müssen, in denen alle Geschlechter gehört, respektiert und unterstützt werden, unabhängig von traditionellen Vorstellungen. Der Monolog in „Undine geht“ ist eine kraftvolle Erinnerung daran, wie dringend notwendig dieser Wandel ist – und dass der Widerstand gegen patriarchale Machtstrukturen nach wie vor eine zentrale Aufgabe ist, die uns alle betrifft.

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?

Aus meiner Perspektive sehe ich die Trauer über das Scheitern der Liebe und das schwierige Miteinander der Geschlechter – sei es im persönlichen oder im gesellschaftlichen Leben – als einen tief verwurzelten Schmerz, der in „Undine geht“ sehr spürbar ist. Diese Trauer ist ein Spiegelbild der Realität, in der wir oft erleben, dass Beziehungen, egal welcher Art, an den Erwartungen, Normen und Machtstrukturen scheitern, die uns auferlegt werden.

Doch trotz dieser Traurigkeit gibt es auch Auswege, die Hoffnung und Möglichkeiten für ein besseres Miteinander bieten.

Der erste Schritt ist für mich die bewusste Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Strukturen, die uns voneinander trennen. Wir müssen uns fragen, welche Erwartungen wir an uns selbst und an andere stellen, und wie diese Erwartungen von patriarchalen Normen geprägt sind. Indem wir diese Muster erkennen und aufbrechen, schaffen wir Raum für authentischere und gleichberechtigtere Beziehungen, die nicht von Machtkämpfen oder starren Rollenbildern geprägt sind.

Ein weiterer wichtiger Ausweg liegt in der Förderung von Empathie und Verständnis. Das bedeutet, dass wir lernen, die Perspektiven und Erfahrungen anderer Menschen wirklich zu hören und zu respektieren, unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer Identität. Ein echter Dialog, der auf Offenheit und Respekt basiert, kann Brücken bauen und es uns ermöglichen, ein tieferes Verständnis füreinander zu entwickeln.

Bildung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Indem wir uns selbst und andere über die Vielfalt der Geschlechter und Identitäten aufklären, tragen wir dazu bei, Vorurteile abzubauen und eine Kultur zu schaffen, in der Liebe und Beziehungen frei von traditionellen Machtstrukturen gelebt werden können.

Schließlich glaube ich an die Kraft der Kunst und des Geschichtenerzählens als Ausweg. Geschichten wie „Undine geht“ haben die Macht, uns die tiefen Konflikte und das Scheitern, aber auch die Hoffnung auf Veränderung vor Augen zu führen. Sie können uns inspirieren, neue Formen des Miteinanders zu finden und die Möglichkeiten eines gleichberechtigten Zusammenlebens zu erkunden.

Zusammenfassend glaube ich, dass die Auswege aus der Trauer und dem Scheitern darin bestehen, bewusst an unseren Beziehungen zu arbeiten, strukturelle Ungerechtigkeiten abzubauen und neue Narrative zu schaffen, die uns ermöglichen, in Liebe und Gleichberechtigung miteinander zu leben. Es ist ein Weg, der Mut, Geduld und das Streben nach echter Verbindung erfordert, aber ich bin überzeugt, dass er möglich ist.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute  mitnehmen?

Als Frau und Künstlerin nehme ich von „Undine geht“ vor allem die Kraft und den Mut mit, meine eigene Stimme zu finden und zu behaupten – unabhängig von den Erwartungen, die mir auferlegt werden. Undine zeigt mir, wie wichtig es ist, sich nicht in Rollen drängen zu lassen, die nicht meiner eigenen Wahrheit entsprechen, sondern stattdessen den eigenen Weg zu gehen, auch wenn dieser unbequem oder gegen die Norm ist.

Von Undine lerne ich auch, dass es manchmal notwendig ist, sich von dem zu lösen, was uns zurückhält – seien es Beziehungen, Strukturen oder gesellschaftliche Erwartungen. Diese Loslösung ist nicht immer leicht, aber sie ist ein Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Freiheit.

Als Künstlerin inspiriert mich „Undine geht“ dazu, Geschichten zu erzählen, die sich nicht vor den dunklen Seiten des Lebens scheuen und die Komplexität menschlicher Erfahrungen zeigen. Bachmanns Text erinnert mich daran, dass Kunst ein mächtiges Werkzeug ist, um gesellschaftliche Normen infrage zu stellen und neue Perspektiven zu eröffnen.

Vor allem nehme ich mit, dass es in einer patriarchalen Gesellschaft ein Akt des Widerstands ist, sich selbst treu zu bleiben und sich nicht von äußeren Erwartungen definieren zu lassen. Undine gibt mir den Mut, als Frau und Künstlerin meinen eigenen Weg zu gehen, meine eigene Wahrheit zu sprechen und Raum für diejenigen zu schaffen, deren Stimmen oft überhört werden.

Was bedeutet Dir Natur?

Für mich bedeutet Natur vor allem Ruhe, Inspiration und eine tiefe Verbindung zu etwas Größerem als mir selbst. In der Natur finde ich einen Rückzugsort, an dem ich mich von den Anforderungen des Alltags lösen und einfach nur sein kann. Die Stille eines Waldes, das Rauschen des Meeres oder der Duft von frischer Erde – all das gibt mir Kraft und Klarheit.

Als Künstlerin inspiriert mich die Natur unaufhörlich. Sie ist für mich eine unerschöpfliche Quelle der Kreativität. In ihren Farben, Formen und Rhythmen finde ich oft Anregungen für meine Arbeit. Aber die Natur ist für mich auch eine Erinnerung an Vergänglichkeit und die Zyklen des Lebens. Sie lehrt mich, loszulassen, zu wachsen und Veränderungen anzunehmen.

Gleichzeitig bedeutet Natur für mich auch Verantwortung. Sie erinnert mich daran, wie wichtig es ist, achtsam mit unserer Umwelt umzugehen, sie zu schützen und zu bewahren. Die Natur gibt uns so viel, und es liegt an uns, sie zu respektieren und nachhaltig mit ihr umzugehen.

In der Natur finde ich Frieden, Inspiration und eine tiefere Verbindung zu mir selbst und der Welt um mich herum. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens und meiner Arbeit.

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

Für mich ist das Element Wasser von tiefgreifender Bedeutung – es symbolisiert sowohl Leben als auch Transformation. Wasser ist für mich ein Ausdruck von Flexibilität und Stärke zugleich. Es kann sanft und beruhigend sein, wie das Fließen eines Baches, aber auch kraftvoll und zerstörerisch, wie eine tosende Welle im Meer. Diese Dualität fasziniert mich, denn sie erinnert mich daran, dass wir Menschen ebenfalls die Fähigkeit haben, sowohl anpassungsfähig als auch kraftvoll zu sein.

Wasser steht für den Fluss des Lebens, für die Fähigkeit, Hindernisse zu umfließen und immer wieder neue Wege zu finden. Es spiegelt das ständige Werden und Vergehen wider, das auch in der Kunst eine zentrale Rolle spielt.

Darüber hinaus bedeutet Wasser für mich auch Reinigung und Erneuerung. Es hat die Kraft, sowohl im physischen als auch im metaphorischen Sinne zu reinigen – alte Lasten abzuwaschen und Platz für Neues zu schaffen. Wasser ist für mich nicht nur ein lebensnotwendiges Element, sondern auch ein tiefes Symbol für Veränderung, Lebendigkeit und die unendliche Fähigkeit, sich immer wieder zu erneuern.

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

Ich erlebe den Kreislauf der Jahreszeiten, indem ich mich an die Veränderungen anpasse. Im Frühling starte ich neue Projekte, im Sommer genieße ich die Lebendigkeit und Aktivität, im Herbst reflektiere ich und bereite mich auf den Winter vor, der mir Ruhe und Erholung bietet. Jede Jahreszeit hilft mir, meinen Alltag und meine Arbeit entsprechend zu gestalten.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

Der moderne Mensch kann in Harmonie mit der Welt leben, indem er bewusst auf nachhaltige und respektvolle Lebensweisen setzt. Dazu gehört, Ressourcen zu schonen, umweltfreundliche Entscheidungen zu treffen und den eigenen Konsum zu reduzieren. Es ist wichtig, sich mit der Natur zu verbinden, lokal zu wirtschaften und auf erneuerbare Energien zu setzen. Gleichzeitig sollte man Empathie und Verantwortung für andere Menschen und Kulturen zeigen. Ein achtsamer Umgang mit der Umwelt und ein respektvolles Miteinander tragen zur Harmonie mit der Welt bei.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?

Liebe braucht immer Vertrauen, Kommunikation und Zeit, um zu wachsen und zu blühen. Vertrauen schafft eine solide Basis, auf der sich Liebe entfalten kann. Offenheit und ehrliche Kommunikation ermöglichen es, Missverständnisse auszuräumen und die Beziehung zu vertiefen. Zeit ist entscheidend, um gemeinsam Erfahrungen zu sammeln, sich weiterzuentwickeln und die Verbindung zu festigen.

Was lässt Liebe untergehen?

Liebe kann untergehen durch fehlendes Vertrauen, mangelnde Kommunikation und das Vermeiden offener Gespräche über Bedürfnisse und Grenzen. Auch unzureichende emotionale Unterstützung oder das Fehlen von Engagement in der Beziehung können sie belasten. In der heutigen Zeit, wo Treue oft flexibler interpretiert wird, spielen das bewusste Aushandeln von Beziehungsvereinbarungen und das aktive Arbeiten an der Verbindung eine entscheidende Rolle. Wenn diese Aspekte vernachlässigt werden, kann die Liebe ins Wanken geraten.

Wie war Dein Weg zum Schauspiel?

Mein Weg zum Schauspiel begann in meiner Heimatstadt Vaduz, wo ich schon früh eine Leidenschaft für die Bühne entwickelte. Diese Begeisterung führte mich zunächst nach Hannover, wo ich an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Schauspiel studierte. Die dort gesammelten Erfahrungen waren prägend und gaben mir eine solide Basis.

Um meine Ausbildung weiter zu vertiefen, setzte ich meine Studien an der London Academy of Music and Dramatic Art fort, wo ich mein Handwerk verfeinerte und meinen eigenen Stil entwickelte. Die internationale Perspektive half mir, verschiedene Ansätze des Schauspiels zu verstehen und meinen Horizont zu erweitern.

Neben dem Schauspiel entschloss ich mich, auch in Drehbuchschreiben und Filmproduktion weitere Kenntnisse zu erwerben. Das Studium an der London Film School und am Central Saint Martins College of Art and Design ermöglichte es mir, die Kunst des Geschichtenerzählens aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und mich in unterschiedlichen Bereichen der Film- und Theaterproduktion weiterzubilden.

In den folgenden Jahren arbeitete ich an verschiedenen Bühnen und sammelte praktische Erfahrungen in Projekten, die mich an renommierte Theater wie das Theater Bremen, die Münchner Kammerspiele und das Salzburger Landestheater führten. Diese vielfältigen Engagements trugen dazu bei, mein Verständnis für verschiedene Rollen und Genres zu vertiefen.

Mein Weg zum Schauspiel war ein kontinuierlicher Lernprozess, der mich durch zahlreiche Rollen und Projekte führte. Die Kombination aus praktischer Erfahrung und theoretischem Wissen hat mir geholfen, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und meine eigene Stimme in der Theater- und Filmwelt zu finden.

Welche aktuellen Projektpläne hast Du?

Als Drehbuchautorin entwickle ich mit Katharina Dietl (Neue Pegasus Berlin) gerade eine Fernsehserie und gemeinsam mit Sascha Koellnreitner (WILDWOOD FILMS & CREATIVES) arbeite ich zudem an der Umsetzung mehrerer Film-Ideen. Aufgrund einer Verschwiegenheitserklärung kann ich leider noch keine weiteren Details preisgeben.

Im Theaterbereich arbeite ich derzeit an einem Stück für die Theaterkompanie MALA VOADORA in Porto und Lissabon, das sich mit der Überschneidung von Religion, Mystik und Esoterik beschäftigt. Gemeinsam mit dem Fiese Matenten Kollektiv schreibe und konzipiere ich zudem das Stück „WEIL ES KNALLT“, das im November am OFF Theater Wien zur Aufführung kommt.

Als Kolumnistin verfasse ich regelmäßig Artikel für verschiedene Printmedien.

Derzeit bin ich auch am Théâtre National du Luxembourg tätig, wo ich im Oktober mit der Premiere der „Traumnovelle“ auf der Bühne stehen werde.

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

Ein besonders kraftvolles Zitat aus Ingeborg Bachmanns „Undine geht“ lautet:

„Ich will nicht mehr deine Liebe sein, sondern die Freiheit.“

Dieses Zitat verkörpert den zentralen Akt der Selbstbefreiung und den Wunsch, sich nicht länger den Erwartungen oder Beschränkungen eines anderen unterzuordnen. Es erinnert uns daran, dass wahre Liebe nicht auf Kosten der eigenen Freiheit gehen sollte.

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?

Ungebundenheit als Schlüssel zur Selbstentfaltung,
Neue Wege suchen, abseits bekannter Pfade,
Die eigene Stimme finden und vertreten,
In der Klarheit des eigenen Weges Stärke schöpfen,
Nicht festgehalten werden von alten Erwartungen,
Erlauben, sich selbst treu zu bleiben.

Grenzen überschreiten, die eigene Richtung bestimmen,
Ein neues Kapitel aufschlagen,
Herausforderungen annehmen,
Transformation leben und annehmen.

Herzlichen Dank, liebe Christiani!

Sehr gerne, lieber Walter!!!

Christiani Wetter _ Schauspielerin, Autorin, Produzentin _
performing „Undine geht“ _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.
Christiani Wetter und Walter Pobaschnig _
Donau/Wien 8/24

Alle Fotos & Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 8/24

Ukraine. Biographie einer bedrängten Nation. Hrytsak, Yaroslav. Beck Verlag.

Yaroslav Hrytsak, Professor an der Ukrainischen Katholischen Universität in Lwiw und Direktor des Instituts für historische Forschungen an der Nationalen Iwan-Franko-Universität in Lwiw und bis 2022 zusammen mit Martin Schulze Wessel Sprecher der deutsch-ukrainischen Historikerkommission, legt eine umfassende historische Analyse der ukrainischen Nation und Staatswerdung vor, die zur packenden Reise wird, die erschüttert wie fasziniert.

In sechs Kapitel eröffnet der Autor von der Namens- und Begriffsgeschichte über die historischen Entwicklungen der ukrainischen Nation im Lauf der Jahrhunderte bis zu den Brennpunkten der Gegenwart wesentliche Schwerpunkte und weiterführende Perspektiven.

„Ein sensationelles Buch zu Geschichte und Gegenwart der Ukraine.“

Ukraine. Biographie einer bedrängten Nation. Hrytsak, Yaroslav. Beck Verlag.

ISBN 978-3-406-82162-2

Erscheint am 21. August 2024

480 S., mit 5 Karten

Hardcover

Hardcover 34,00 €

e-Book 26,99 €

Walter Pobaschnig  8/24

https://literaturoutdoors.com

Station bei Alain Delon _ „Delon war ein einsamer Mensch, der sich in dieser Rolle wohlfühlte“ Günter Krenn, Autor _ Wien 26.8.2024

+Alain Delon, Schauspieler, Produzent * 8. November 1935 in Sceaux/F; † 18. August 2024 in Douchy/F.

Lieber Herr Krenn, Sie haben sich in Ihrem viel beachteten Buch „Romy&Alain – Eine Amour Fou“, Aufbau Verlag 2013 mit Leben, Werk, Liebe des Schauspielers Alain Delon beschäftigt, was machte für sie den Menschen, Liebenden und Künstler aus?

Delon war im Grunde sicher ein einsamer Mensch, der sich in dieser Rolle aber auch durchaus wohlfühlte. Im Gegensatz zu dem humorvollen und sehr zugänglichen Star Jean-Paul Belmondo hat er sich ganz bewusst als unerreichbarer Solitär inszeniert, der nur Wenigen Zugang zu seiner Persönlichkeit erlaubte. Schöne Frauen verführte er oder ließ sich von ihnen verführen. Als Künstler konnte er viele Jahre hindurch aus interessanten Angeboten wichtiger Regisseure auswählen und hat daher relativ spät eher simpel konstruierte Actionfilme gemacht. Gravierende Abstiege in seiner Karriere blieben ihm erspart, gegen Ende seines Lebens musste er aber erkennen, dass die Filmwelt nicht mehr die seine war.

Wie hat Sie die Nachricht vom Tod Alain Delons erreicht und was war Ihre Reaktion?

Die Nachricht kam nicht unerwartet, da man schon längere Zeit von Delons angegriffenem Gesundheitszustand wusste. Mir war bewusst, dass damit ein Leidensweg zu Ende ging, denn die vergangenen Jahre waren sicher nicht nach der Vorstellung eines lebenshungrigen Mannes wie Delon es früher war.

Was machte für Sie den Schauspieler Delon aus und welche Bedeutung hatte dieser für die französische wie generelle Filmgeschichte?

Alain Delon konnte auf eine Traum-Karriere zurückblicken. Er hat sich zu Beginn der 1960er Jahre ohne nennenswerte schauspielerische Ausbildung durch die Führung einiger brillanter Regisseure wie Luchino Visconti, Jean-Pierre Melville oder Michelangelo Antonioni zu einem der führenden Schauspieler Frankreichs entwickelt, der darüber hinaus auch weltweit Bekanntheit erlangte. Er spielte die Hauptrolle in einigen Filmen, die heute als Klassiker gelten. Dadurch erreichte er schon zu Lebzeiten eine Art Unsterblichkeits-Status. Er zählt zu den Akteuren, die sofort wiedererkennbar sind, deren Nimbus weiterwirkt.

Wie ging der Schauspieler mit seiner französischen Konkurrenz wie Depardieu oder Belmondo um bzw. wie akzeptiert war Delon?

Er war in jeder Hinsicht ein Alpha-Tier, schätzte jedoch die Qualität anderer Akteure wie etwa Jean Gabin, Maurice Ronet oder Jean-Paul Belmondo, mit denen er auch gemeinsam vor der Kamera stand. Unter seinen Kollegen war Delon zweifellos akzeptiert, vielleicht auch nolens volens… Wie sehr man sich persönlich mochte, ist schwer zu sagen. Belmondo etwa war zu Beginn beider Karrieren jahrelang sein Rivale, man kann die legendäre Prügelszene der beiden im Film Borsalino nicht ohne Schmunzeln betrachten. Es war aber auch bewegend zu sehen, wie Delon Belmondo nach dessen Schlaganfall bei einem gemeinsamen Auftritt stützend seinen Arm bot. Da waren beide längst über 70 Jahre alt. Absolut pflegeleicht war Delon bedeutenden Regisseuren gegenüber, denen er sich vertrauensvoll überließ.

Die Kindheit Delons war sehr schwierig. Wie waren die Umstände und wie prägend war dies für ihn persönlich und für seinen künstlerischen Weg?

Betrachtet man Delons Kindheit, fühlt man sich an einen Roman von Charles Dickens oder Victor Hugo erinnert. Nach der Scheidung seiner Eltern wurde er mit vier Jahren Pflegeeltern überantwortet, die starben, als er elf Jahre alt war. Danach flog er aus diversen Internaten, kam in eine Lehre als Fleischhauer und ging als Soldat nach Indochina. Der Umgang mit dem Tod dort, das Martialische an sich, prägte ihn für sein weiteres Leben. Nach ein wenig Schauspielunterricht wurde er für den Film entdeckt, damit begann seine kometenhafte Karriere.

Welche Schlüsselereignisse würden Sie im Leben Delons hervorheben?

Die traurigen Erfahrungen in seiner Kindheit, sein militärischer Einsatz an der Front in Indochina, sowie sein über lange Zeit gepflogener Umgang mit Gangsterkreisen haben seine frühen Jahre bestimmt. Künstlerisch wichtig war die Chance, mit Filmen von Luchino Visconti und Jean-Pierre Melville Kinogeschichte zu schreiben.

Was machte die „Amour Fou“ mit Romy Schneider aus, wie prägte diese beide?

Alain Delon hat im Laufe der Jahre verstanden, dass er und Romy Schneider in gewisser Weise für immer zusammengehören werden, zumindest in der Phantasie des Publikums. Warum die Beziehung nicht hielt, ist schwer zu sagen, es lag auch daran, dass sich ihre beiden Karrieren zu dem Zeitpunkt, als sie ein Paar waren, sehr unterschiedlich entwickelt haben. Delons Karriere war im Höhenflug, die von Schneider stagnierte zu dem Zeitpunkt. Man war oft getrennt. Und Delon dürfte kaum ein Abenteuer mit einer anderen Schauspielerin ausgelassen haben. Aber in den späteren Lebensjahren entstand aus der einstigen Beziehung eine echte Freundschaft, in der Delon immer wieder in entscheidenden Momenten für Romy Schneider da war, man kann sagen, bis über ihren Tod hinaus.

Romy Schneider et Alain Delon_1958 (folgendes)

Die Liebesgeschichte von Alain Delon und Romy Schneider begann in Wien. Wie waren die Umstände und wie fanden sie zueinander?

Sie trafen sich vor den Dreharbeiten zu Christine 1958 in Paris und waren sich zunächst gar nicht sympathisch. „Geschmacklos und uninteressant“ urteilte Schneider über ihn, er wiederum nannte sie eine „blonde Gans“. Während der Dreharbeiten lernten sie einander besser kennen und verliebten sich. Nachdem der Film abgedreht war, hoffte Romys Mutter, dass ihre Tochter den Flirt bald vergessen würde, denn es warteten Ferien und dann ein neuer Film auf sie. Aber Romy Schneider reiste nicht zu ihrer Familie nach Hause sondern folgte Delon nach Paris. Das war der entscheidende Bruch mit ihrer Familie.

Wie ging die Familie Romy Schneiders mit dem Freund, Verlobten ihrer Tochter um?

Delon war für Romy Schneiders Familie das personifizierte Feindbild. Ein junger Mann mit zwielichtigem Vorleben, der die bis dahin fügsame Tochter abspenstig machte, die zu ihm nach Paris in eine unsichere Zukunft zog. Es bestanden schließlich noch laufende Verträge für Filme, wobei die Verleiher, die gerne eine makellos brave Romy verkauften, bald lieber ohne Fräulein Schneider planten. Damit bangte die Familie um eine veritable Einnahmequelle, um „das beste Pferd im Stall“. Zudem war Delon Franzose und man darf nicht vergessen, wie belastet das deutsch-französische Verhältnis nach dem Krieg noch für Jahrzehnte war.

Welche Bezugspunkte ihrer Liebe gibt es in Wien? Wo hielten sie sich auf, was schätzten sie an Wien?

Da ist wohl hauptsächlich das Hotel Sacher und dessen Umgebung zu nennen. Magda und Romy Schneider logierten bei Wiener Dreharbeiten regelmäßig dort, ihre Zimmer waren mit einer Doppeltür verbunden. Delon wohnte auch dort und verletzte mit Bluejeans, saloppen Pullovern und ungekämmtem Haar regelmäßig die damals üblichen Bekleidungsvorschriften. Als Mutter Schneider eines Tages unangemeldet im Sacher auftauchte, fand sie das Liebespaar in flagranti vor…

Was machte für Romy Schneider die Faszination Delon aus?

Es ist leicht nachzuvollziehen, dass man einer enigmatischen, blendend aussehenden Persönlichkeit wie Alain Delon verfallen kann. Zudem verkörperte er, was sich Romy Schneider 1958 – mit zwanzig Jahren also – sehnsüchtig herbeiwünschte: Aus dem geschützten Familienverband, der sie teilweise auch bevormundete, auszubrechen in persönliche Freiheit mit allen Vorteilen und Risiken. Das prägte sie und in gewisser Weise blieb Delon der vielzitierte „Mann ihres Lebens“, wobei sich die Liebe nach einer Phase der Trennung in tiefe Freundschaft umwandelte.

Was wird von Leben und Werk Delons unvergesslich bleiben?

Einige bedeutende Filme wie Rocco und seine Brüder, Der Leopard, Der eiskalte Engel oder Der Swimming Pool, eine jederzeit wiedererkennbare ikonische Präsenz und die Gewissheit, dass faszinierende Künstler nicht unbedingt die einfachsten Menschen sind. Aber warum auch?

Vielen Dank für das Interview!

Sehr gern!

Günter Krenn, Autor, Österreichisches Filmmuseum

Zur Person: Günter Krenn, geboren 1961, Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Zahlreiche Publikationen zum Film u. a. über Billy Wilder, Louise Brooks und Walter Reisch. Er lebt in Wien und ist dort Mitarbeiter des Österreichischen Filmmuseums. 
Im Aufbau Verlag ist „Die Welt ist Bühne. Karl-Heinz Böhm. Die Biographie“ erschienen und im Aufbau Taschenbuch „Romy Schneider. Die Biographie“ sowie „Romy & Alain. Eine Amour fou“. (Text_Aufbau Verlag)

Portrait_Günter Krenn_privat.

Portrait _ Romy Schneider et Alain Delon_ Postkarten_ 1958_Sam Levin; Romy&Alain AKG; Alain Delon au festival de Cannes 2013 _ Georges Biard.

Walter Pobaschnig 26.8.2024

https://literaturoutdoors.com

Christus (m/w/d). Eine Geschlechtergeschichte. Schubert, Anselm. Beck Verlag.

Wie Christus denken? Wie ist unsere Vorstellung davon und was hat diese theologisch, historisch, gesellschaftlich geprägt? Was sind Positionen von der Antike bis in die Gegenwart davon?

Anselm Schubert, Professor für Neuere Kirchengeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg und renommierter Autor stellt sich der umfangreichen wie spannenden Religions-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Christus Verständnisses im Verlauf von 2000 Jahren.

Das Buch ist in vier große Überblickskapitel gegliedert, die beginnend von Zugängen zum historischen Jesus zu den antiken Christus Modellen an den Schnittstellen von Theologie und Philosophie reichen. Im zweiten Kapitel stehen mittelalterliche Zugänge zu Christus und Geschlecht und deren erstaunliche Konzeptionen im Mittelpunkt. Im dritten Kapitel werden konfessionelle Unterscheidungen in Bezug auf das Geschlechterverständnis diskutiert und das vierte Kapitel schließt mit einem Überblick von der Aufklärung bis zur Gegenwart eine vielfältige theologische Reise zu Christusbildern der in Rück- und Ausblick ab.

Eine spannende theologische Reise zum Christusverständnis der Jahrhunderte bis in die Gegenwart

Christus (m/w/d). Eine Geschlechtergeschichte. Schubert, Anselm. Beck Verlag.

ISBN 978-3-406-82237-7

396 S., mit 19 Abbildungen

Hardcover

Hardcover 32,00 €

e-Book 24,99 €

Walter Pobaschnig 8/24

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„Gehirn“ Jacky Surowitz, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 25.8.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Was im Leben wichtig ist



Gehirn

Individualität

Vertrauen

Empathie


Politik

Ehrlichkeit

Anmut

Chance

Egoismus


Aufrichtigkeit


Champagner

Humor

Angst

Neugierde

Chuzpe

Einheit



Jacky Surowitz, 22.8.2024

Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin,
Sängerin, Autorin,
Komponistin und Rezitatorin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin,
Sängerin, Autorin, Komponistin und Rezitatorin

Zur Person/über mich: Ich bin Jacky Surowitz, schauspielerin, regisseurin, sängerin, autorin, komponistin und rezitatorin aus dem salzkammergut, lebend in wien. leidenschaftlich fürs theater, inbrünstig für die literatur und freudig für den film. habe schon einige theaterinszenierungen als regisseurin und schauspielerin gemacht (2 welturaufführungen und 1 wienpremiere), 2 langfilme (und 7 kurzfilme) geführt, gecastet, geschnitten, produziert und mitgespielt, habe drehbücher verfasst und umgearbeitet, theaterstücke, texte, gedichte und geschichten geschrieben, gedichtband und roman bereits veröffentlicht, theatersongs und filmmusik komponiert und gesungen, auch mit eigener gesangsgruppe gearbeitet und einen kulturverein gegründet. unterrichte sprach- und sprechtechnik mit schwerpunkt akzente und dialektik, moderiere und gestalte ein eigenes tv magazin auf einem privatsender.

meine homepage https://jackysurowitz.jimdofree.com

homepage des vereins www.wienerkult.wien

Aktuelle Veranstaltung von und mit Jacky Surowitz:

Foto: privat

Walter Pobaschnig _ 21.8.2024

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„ohne Literatur (und Musik) ist das Leben nichts wert“ Jacky Surowitz, Schauspielerin _ Wien 24.8.2024

Liebe Jacky Surowitz, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

ich bin derzeit total kreativ. Gerade inszeniere ich eine Welturaufführung, die meine ganze Aufmerksamkeit fordert, bereite mich aber gleichzeitig auf meine Leseabende vor und studiere vor dem Schlafengehen noch ein Drehbuch.

Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin,
Sängerin, Autorin,
Komponistin und Rezitatorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

leben und denken. Das Leben genießen und denken. Vor Inbetriebnahme nicht nur des Mundwerks Gehirn einschalten. Und dabei nie den Humor verlieren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Kunst hatte immer schon einen hohen Stellenwert im Leben. Leider wird der Begriff Kunst heute für fast alles verwendet. Man sollte sich wieder der wahren und echten „Kunst“ zuwenden, die einem das Leben bereichert. Und Literatur sollte den höchsten Stellenwert haben, aber leider haben die Leute verlernt, zu lesen oder zuzuhören oder sie müssen sich damit auseinandersetzen und das ist zu anstrengend. Aber ohne Literatur (und Musik) ist das Leben nichts wert.

Was liest Du derzeit?

Das Labyrinth, ein Theaterskript von Jacky Surowitz

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Erfülle dein Herz mit dem, was dein Herz erfüllt.

Vielen Dank für das Interview, liebe Jacky, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin,
Sängerin, Autorin,
Komponistin und Rezitatorin

5 Fragen an Künstler*innen:  Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin,
Sängerin, Autorin, Komponistin und Rezitatorin

Zur Person/über mich: Ich bin Jacky Surowitz, schauspielerin, regisseurin, sängerin, autorin, komponistin und rezitatorin aus dem salzkammergut, lebend in wien. leidenschaftlich fürs theater, inbrünstig für die literatur und freudig für den film. habe schon einige theaterinszenierungen als regisseurin und schauspielerin gemacht (2 welturaufführungen und 1 wienpremiere), 2 langfilme (und 7 kurzfilme) geführt, gecastet, geschnitten, produziert und mitgespielt, habe drehbücher verfasst und umgearbeitet, theaterstücke, texte, gedichte und geschichten geschrieben, gedichtband und roman bereits veröffentlicht, theatersongs und filmmusik komponiert und gesungen, auch mit eigener gesangsgruppe gearbeitet und einen kulturverein gegründet. unterrichte sprach- und sprechtechnik mit schwerpunkt akzente und dialektik, moderiere und gestalte ein eigenes tv magazin auf einem privatsender.

meine homepage https://jackysurowitz.jimdofree.com

homepage des vereins www.wienerkult.wien

Aktuelle Veranstaltung von und mit Jacky Surowitz:

Fotos: privat

Walter Pobaschnig _ 21.8.2024

https://literaturoutdoors.com

„Vielfalt“ Heidi König-Porstner, Autorin _ Give Peace A Chance _ Wien 24.8.2024

GIVE PEACE A CHANCE

G emeinschaft

I n

V ielfalt

E rleben.


P artei

E rgreifen

A ngesichts

C holerischer

E inpeitscher


A bsolutistischen


C harakters!

H eterogenität

A ls

N eue

C hance

E ntdecken.



Heidi König-Porstner, 20.8.2024

Heidi König-Porstner, Übersetzerin, Autorin, Verlegerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Heidi König-Porstner, Übersetzerin, Autorin, Verlegerin

Zur Person: Heidi König-Porstner, geboren 1965, kam 1984 aus dem niederösterreichischen Mostviertel nach Wien – ursprünglich, um zu schreiben und Sprachen zu studieren.

Über die Beschäftigung mit japanischer Dichtung gelangte sie zum Karate, das sie nach wie vor ausübt und – als eine der ersten Frauen – lange Zeit hauptberuflich lehrte (u.a. von 1993-2013 am Universitätssportinstitut Wien).

In derselben Zeit publizierte sie unter ihrem Mädchennamen Adelheid Anna König erste literarische Texte (u.a. „Lippenmale“, Edition Doppelpunkt 1993), hielt  zahlreiche Lesungen in Wien und Umgebung und erhielt 1993 das Nachwuchsstipendium für Literatur des BMUK.  

Nach Abschluss eines Übersetzerstudiums war sie als Forschungsmitarbeiterin am Institut Wiener Kreis und Institut für Zeitgeschichte tätig und publizierte u.a. zur Rezeption der Einstein’schen Relativitätstheorie (Adelaide, Australien 2006) und zur Philosophie Moritz Schlicks (Springer, Wien 2012)

Heidi König-Porstner ist es ein Anliegen, historische und politische Forschung mit literarischem Schreiben und Literaturübersetzung zu verbinden.

2017 publizierte sie Biographie und Texte der als „erste Feministin“ bekannten mexikanischen Dichterin Sor Juana Inés de la Cruz. („Sor Juana Inés de la Cruz: Nichts Freieres gibt es auf Erden“, konkursbuch-Verlag, Tübingen 2017.)

Für die Übertragung der Gedichte Sor Juanas ins Deutsche erhielt sie 2018 den Spanischen Übersetzerpreis.

Seit 2017 arbeitet sie historisch zur Geschichte des Massakers von Jonestown 1978 und zeichnet u.a. verantwortlich für die Literaturprojekte Jonestown-ein Lesebuch und  Lyrik aus Jonestown.  (San Diego, 2017-2024)

Im Jahr 2024 gründete sie in Wien den LEIWAND-Verlag.

Aktuelle Buchpräsentation: „Christa Urbanek“

UNIKAT – Geschichten von und über Christa Urbanek

Christa Urbanek (1947 – 2021) war eine Ausnahmekünstlerin. Eine, die ihr Leben als Realsatire auf die Bühnen brachte und dabei so authentisch war, „wie es eine Kunstfigur nie sein könnte“ (Claus Tieber)
Eine, deren Ungeniertheit und Direktheit oft schockiert haben, auf der Bühne wie privat – und deren weit offenes Herz denen, die sie kannten auf immer in Erinnerung bleibt.
Eine die Solidarität gelebt hat – und immer wieder großartig mit Kunst zu verbinden wusste.
Für ihr soziales Engagement wurde ihr 2012 von Stadträtin Sonja Wehsely das „Goldene Wienerherz“ verliehen.
Gemeinsam mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern erinnert Christa sich in diesem Lesebuch an ihren Werdegang, ihre Jahre als Akteurin der legendären Rockband Drahdiwaberl, ihre ersten Gehversuche in Schauspiel und Kabarett und ihre
Erfolgsprogramme „Unikat“ und „Remasuri“: ein Streifzug durch die Kleinkunst- und Theaterszene der 80er bis 10er Jahre – und das Porträt einer ungewöhnlichen Künstlerin, die für diese Szene gelebt hat.

Unikat

Autor: Christa Urbanek, Karl König u.a.

LEIWAND Verlag

ISBN:  978-3-200-09748-3

EUR 21,50

Christa ist nicht mehr, deshalb werden Freund_innen und Künstler_innen die Ihr nahe standen, am 15.9. das posthum erscheinende Buch im Rahmen eines vielschichtigen Abends in memoriam Christa Urbanek der Öffentlichkeit präsentieren.

Am 18.12. steht dann zu ihrem Gedenken auch nochmal ein „Weihnachtsspäschl“ mit zahlreichen Künstler_innen auf dem Programm, dessen Erlös der Vinzi Rast zu Gute kommen wird

Ein Abend in memoriam Christa Urbanek mit:
El Awadalla, Tanja Ghetta, Maria Sukup,
Claus Tieber, Sonja Penz, Richard Weihs u.v.a.

Moderation: Heidi König-Porstner (Verlegerin)

Aera _15.9.2024 (20.00 Uhr) 1010 Wien; Gonzagagasse 11
Kartenreservierung unter: leiwandverlag@gmail.com
Eintritt: € 10,-

+ Christa Urbanek

WEIHNACHTSSPÄSCHL 18.12.2024 (20.00Uhr)

in memoriam „Christakind“ Urbanek
zu Gunsten der Vinzi-Rast mit:
El Awadalla, Erik Trauner, Claus Tieber, Richard Weihs u.v.a.
(die komplette Liste der Mitwirkenden wird im Herbst feststehen)

AERA 1010 Wien; Gonzagagasse 11
Kartenreservierung unter: leiwandverlag@gmail.com
Eintritt: € 15,–

Pressebetreuung: GAMUEKL – Gabriele Müller-Klomfar

Fotos: Heidi Koenig-Porstner_privat; Christa Urbanek+ _Greindl.

Walter Pobaschnig _ 20.8.2024

https://literaturoutdoors.com

„Ich versuche, die wilden Ideen in meinem Kopf zu versöhnen“ Hanna-Linn Hava, Autorin _ Karlsruhe 23.8.24

Liebe Hanna-Linn Hava, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zuerst falle ich aus einem Traum ins Bett und taste noch blind nach Musik. Ohne die richtige Musik stehe ich nicht auf.

Dann bewege ich mich weiter zwischen Poesie und Alltag durch die Zeit, versuche, die wilden Ideen in meinem Kopf mit handfesten Tätigkeiten zu versöhnen, und tanze zuerst mit den Worten, dann mit der Geschirrspülbürste.

_

Inzwischen trage ich mit Leichtigkeit mehrere Kleider, das Gewand der Diva und die Schürze der Köchin, das Negligé der Geliebten und die Latzhosen der Großmutter, den Wollpulli der Wanderin und das Nichts der Muse.

Das war nicht immer so. Lange habe ich Masken getragen.

Wenn am Ende des Tages ein paar geschriebene Seiten übrigbleiben und der Küchenboden trotzdem gewischt ist, war es ein besonders guter Tag. Aber irgendetwas Gutes passiert immer.

Und danach mache ich die Musik aus und gehe schlafen.

Hanna-Linn Hava,
Autorin und Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sich nicht erschrecken lassen von der Angst. Denn sie ist gerade überall, die Angst. Die Welt ist überaus plötzlich so groß und schnell und nah geworden, dass wir uns ihr verloren fühlen, und jeder sucht sich ein sicheres Versteck und einen Schuldigen für seine eigene persönliche Angst und will wieder alles klein und verständlich und sicher machen.

Deswegen: Trotzdem die Hände ausstrecken, nach dem, was erst einmal fremd erscheint, zulassen, dass sich die Ängste gegenseitig beschnuppern, neugierig bleiben, freundlich bleiben, und sich dann trauen, Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und dann vielleicht sogar mindestens ein bisschen für diese Welt. Sie kann Hilfe brauchen. Jetzt besonders.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wie immer bei Umbrüchen bricht auch etwas auseinander. Die Kunst, egal in welcher Form, baut kleine, bunte Brücken über die Risse, näht die Wunden zu, die beim Stolpern über diese Risse entstanden sind, oder zeigt zumindest auf, wo es gerade Wunden gibt. Besonders wenn die Gesellschaft diese Wunden nicht ansehen will, darf sie ein bisschen lauter werden, die Kunst.

Kunst ist kein Luxus. Kunst ist eine Notwendigkeit. Gerade jetzt, wo die technische Entwicklung so rasant ist, dass benachbarte Generationen in unterschiedlichen Welten leben, kann Kunst eine universelle Ausdrucksform sein, die diese Welten wieder ein Stück verbindet.

Und ich hoffe, dass die Kunst ihre elitäre Rüstung verliert, ohne banal zu werden, dass sie genau das in den virtuellen Gefilden lernt, die sich gerade als großes Abenteuer vor uns auftun, und dass sie nicht darin verloren geht.

Aber sie hat schon Jahrtausende überlebt, die Kunst, und ich glaube deswegen auch fest daran, dass wir uns um sie keine allzu großen Sorgen machen müssen.

Um die Menschheit vielleicht schon eher.

Was liest Du derzeit?

Ich würde gern mehr Romane lesen, aber wenn ich welche schreibe, dann lese ich keine.

Momentan lese ich also nicht nur aus Recherchezwecken das brillante Sachbuch „Womans Lore“ von Sarah Clegg, das mich allerdings an die Grenze meiner englischen Sprachkenntnisse bringt. Aber ich mag Herausforderungen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Zitat von Terry Pratchett, weil er immer recht hat, aber hiermit ganz besonders:

Wenn Leute, die schreiben und lesen können, für andere Leute kämpfen, denen diese Kenntnisse fehlen, ist das Ergebnis nur eine neue Art von Dummheit. Wenn ihr etwas für sie tun wollt, baut irgendwo eine Bibliothek und lasst die Tür offen.“

Hanna-Linn Hava,
Autorin und Künstlerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Hanna-Linn, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Hanna-Linn Hava, Autorin und Künstlerin

Zur Person:  Hanna-Linn Hava

Biographie:

1978, 15.September: geboren in der Filderklinik in Filderstadt, Lkr. Stuttgart

2000-2002: Mitinhaberin des Bioladen-Frauenkollektivs „Rote Rübe“ in Tübingen

2002-2005: Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe

2009, März: 2. Platz Würth-Literaturpreis für die Kurzgeschichte „Sein Name war Jonas“ Veröffentlichung Oktober 2009 im Swiridoff-Verlag

2009-heute: schriftstellerische und künstlerische Tätigkeiten

2011, März-Juni: Fortbildung an der Internationalen Schule für Schauspiel in München als Sprecherin

2018 – 2020: Vorleserin im Notariat Dr. Peter, Karlsruhe

Bibliographie:

2009 Kurzgeschichte „Sein Name war Jonas“, Anthologie, Swiridoff-Verlag (Würth-Literaturpreis)

2012 Lyrikband „Poesie aus Anderswann“, Selfpublishing

2014 Roman „Schneewittchens Geister, Periplaneta-Verlag

2020 Roman „Lilys Engelskostüm hat kaputte Flügel“, Selfpublishing

2024 Erzählband „Wild“, kul-ja! publishing

2024 Oktober, Roman „Das Blutige Kochbuch“, kul-ja! publishing

Website: www.hannalinnhava.de

Aktueller Erzählband:

Hanna-Linn HavaWild

Betörende Poesie trifft auf prosaische Erotik.

In »Wild« passieren Dinge, die jedem passieren könnten. Jedenfalls dann, wenn man sich in einen wilden Wald verirrt und plötzlich die Grenze von der Menschenwelt zu woandershin überschreitet.

Und diese Grenze kann überall sein.

Wie ein roter Faden führt rotes Haar durch dieses Buch, verknüpft zart die einzelnen Geschichten miteinander und führt den Leser immer tiefer in die Dunkelheit der menschlichen Seele, aber auch dorthin, wo die Frauen noch ungezähmt und sich ihrer Kraft bewusst sind, dorthin, wo die Magie wie Unkraut in jedem Hinterhof plötzlich aufblühen kann und die Sinnlichkeit keine verblümten Worte braucht.

Wer sich auf das Abenteuer einlässt, findet sich in Märchen wieder, die mit lyrischer Sprache so scharf unsere sozialen Skripte sezieren, dass es manchmal nicht leicht ist, zu entscheiden, ob man lieber verstört oder verzaubert sein möchte. Am Ende ist man beides.

»Kein Wunder, dass es sich Kurt Cobain, himself, als Penner getarnt, zwischen den Zeilen dieser Erzählungen auf einer Parkbank bequem gemacht hat, wie in einem geflüsterten Remake aus altem und neuem Blut, gemixt mit etwas erotisierender Gewitterbowle, natürlich tanzbar.« – Julia Kulewatz

  • Erotisch-phantastische Kurzprosa
  • Hardcover (Fadenheftung), mit 22 farbigen Illustrationen der Autorin und Künstlerin Hanna-Linn Hava
  • 188 Seiten — 12 x 19 cm
  • ISBN: 978-3-949260-23-0
  • Preis: 25,00 Euro

https://www.kul-ja.com/onlineshop/wild/

Fotos_privat.

Walter Pobaschnig _ 21.8.2024

https://literaturoutdoors.com

„grießnockerl“ Marika Reichhold _ Theaterpädagogin _ Give Peace A Chance _ Grünbach am Schneeberg/NÖ 23.8.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gespräche             grießnockerl

Initiativen              ischlertörtchen

Verstehen              vanillesauce

Einladen                eiernockerl


Plaudern                pudding

Eisessen               eis

Achtung                apfelstrudel

Chor                       chremeschnitte

Erwachen           entenbraten


Applaudieren     auflauf


Charm                  champignonsuppe

Himmelblau     hirschgulasch  

Anfang                 aranzini

Naschen             naturschnitzel

Courage             chutny

Entscheiden    erbsenreis

Marika Reichhold, 20.8.2024

Marika Reichhold _ Theaterpädagogin, Kunsttherapeutin,
Museumsbesitzerin

Marika Reichhold _ Theaterpädagogin, Kunsttherapeutin, Museumsbesitzerin
Als Gastwirtstochter in Grünbach am Schneeberg aufgewachsen studierte und studiere ich, seit ich denken kann, „Leben und Menschlichkeiten“. Dazu Tourismus, multimediale Kunsttherapie und Theaterpädagogik.

Bis 2015 arbeitete ich als Kunsttherapeutin und Theaterpädagogin im Thermenklinikum Mödling in der psychosomatischen Kinder- und Jugendabteilung. Zahlreiche und vielfältige Aus- und Weitebildung in verschiedenen Theatergenres.

2007 erbte ich das Bergbaumuseum meiner Eltern in Grünbach. Plötzlich mit einem veralteten Museum konfrontiert, entwickelte ich eine Theaterfigur, eine
Personnage: die „frau franzi“ und inszenierte eine szenisch-kabarettistische Museumsführung – die „auf & führung“ Regie: Christian Suchy
frau franzi ist beim Publikum durch ihre erfrischende, unmittelbare Art sehr beliebt und hat sich als unkonventionelle Wissensvermittlerin bei allen Generationen und Bildungsschichten bestens bewährt.

Seit 2008 führe ich regelmäßig mit/als frau franzi durch mein Museum in Grünbach.
Seit 2010 gibt es die frau franzi Geschichten auch als Wohnzimmertheater.
Ideen, Texte und Spiel sind von mir, Regie (fast immer) von Christian Suchy
von 2013 bis 2018 „Dienstag ist Putztag“, eigener Slot im KosmosTheater Wien.

Solostücke von frau franzi
2007 entwickeln der Theaterfigur „frau franzi“
2008 „auf & führung“ Museumsführung als 1. Solo (daher 2023: 15 Jahre frau franzi!)
2009 „a haydn- oawad“ über Josef Haydn und das 18. Jhdt“
Regie: Markus Kupferblum, Premiere: Salon 5
2010 “romeo & julia” Regie: Ch. Suchy, Premiere: 3RaumAnatomietheater
2010 “othello” Regie: Ch. Suchy Premiere: 3RaumAnatomietheater
2011 “do host den solot“ über Hormone, Schäggsbia und Paradeisa
Regie: Ch. Suchy, Premiere: Burg Kaprun Salzburg
2012 „mägbess“ Regie: Ch. Suchy, Premiere: Theater im Cafe Prückel
2013 „hamlet“ Regie: Ch. Suchy, Premiere: Lilarum Figurentheater
2014 „jedermann“ (Hugo v Hofmannsthal“) Auftrag von Basiskultur Wien zum
Festival der Bezirke 2014 Regie: Suchy
2015 „a gribbmschbü“ Regie: Ch. Suchy, Premiere: Pfarrrkirche Grünbach
2016 „könig lear“ Regie: Suchy, Premiere: KosmosTheater
2017 „die Gästeliste“ das Jubiläumsstück (eine Werkschau)
Regie: Suchy Premiere: KosmosTheater
2019 „a haydn- oawad“ Neuinszenierung
Regie: Ch. Suchy, NÖ Premiere: Kulturszene Kottingbrunn
2020 „beethoven – da wiggal van ruamogga“ Premiere: Straden Stmk
Regie: Christian Suchy
2021 „in beethoven sei opa“ – Fidelio, ein frau franzi Filmprojekt
Regie: Barbara Klein
2021 „fidelio“ – ein Bilderbuch für Erwachsenen
2022 Vorbereitung und Werkeinführung „Don Quijote, oh mein Gott“
Kottingbrunn Sept 2022
2023 „Don Quijote, oh mein Gott“
Premiere April 2023
Meine Stücke sind Solospektakel – feine, satirische Kleinkunst, bissl kabarettistisch, bissl Objektspiel,
bissl clownesk und immer im Dialekt.
http://www.bergbaumuseum-gruenbach.at

Aktuelle Produktion:

RICHARD III
vom Schäggsbia und der frau franzi
Spiel & Text: Marika Reichhold
Regie: Christian Suchy

Vorpremiere 21.9.2024 (19.00 Uhr)
BERGBAUMUSEUM
2733 Grünbach/Schneeberg; Am Neuschacht 12

Reservierung nötig: Tel. 0676- 435 46 00
€ 16,–

RICHARD III
er is goaschdig, foisch und gemein – owa gerecht! Ea is nämlich zu OLLE goaschdig, foisch
und gemein.
frau franzi entstaubt großes Welttheater, macht es verständlich und transparent. Helden und Heldinnen, die zum festen Inventar der Weltliteratur gehören, werden respekt- und humorvoll vom Sockel geholt und auf ein menschliches Maß zurechtgestutzt.
Und jetzt ist der Richard dran.
Der/Das Letzte der Yorkbrüder.
Um Schönheit von der Natur betrogen, äußerlich wie
innerlich.
Er beschließt, ein Bösewicht zu werden.
Er will die Krone, die Macht – koste es, was es wolle.
Er ist überzeugt, dass ihm die Welt das schuldig ist.
Voller Minderwertigkeitskomplex und
Allmachtsphantasien entwickelt er eine KomplexKompensations-Kompetenz, die sich gewaschen hat.
Er manipuliert und mordet sich schnurstracks zum
Ziel. Und schreckt nicht davor zurück auch die
Familienmitglieder, besser gesagt, speziell die, aus
dem Weg zu räumen…

PREMIERE 24. 9. 2024 (19.30 Uhr)
Weitere Vorstellung: 4. 11. 2024 (19.30 Uhr)
STUDIO IM AKZENT
A-1040 Wien, Argentinierstraße 37

Karten Tel: 01/50165-13306
VVK € 23,– / AK € 27,–

26.9.2024 (19.30 Uhr) NÖ-Premiere
KULTURSZENE KOTTINGBRUNN Markowetztrakt

A-2542 Kottingbrunn, Schloß 1,
Karten: Tel.02252/74383, office@kulturszene.at
VVK € 23,– / AK € 25,–

4.10.2024 (19.30 Uhr) Vorarlberg-Premiere
THEATER AM SAUMARKT
A-6800 Feldkirch, Mühletorplatz 1,

Karten: Tel. 05522 72895
€ 25,– / Ermäßigung I: € 22,– / Ermäßigung II: € 18,–
10.10.2024 (16.00 Uhr)

PFARRHEIM
2733 Grünbach a. Schneeberg, Schneebergstraße 13,

Karten bei:H. Hensler: Tel. 0676-670 98 93
Reservierung nötig: € 16,–
27.10.2024 (18.00 Uhr)


MÖLKEREI
2340 Mödling, Mölkergasse

Reservierung nötig: Tel. 0676-435 46 00
€ 20,–
9.2.2025 (19.30 Uhr)


TWW theater westliches weinviertel
A-2042 Guntersdorf, Bahnstraße 201

Karten: Tel. 02951 2909
VVK € 20,– / AK € 23,–

Pressebetreuung: GAMUEKL – Gabriele Müller-Klomfar

Foto: Astrid Reichhold-Hahn

Walter Pobaschnig _ 20.8.2024

https://literaturoutdoors.com

„mutig zeigen und sagen, was ist; träumen, was werden könnte“ Heidi König-Porstner, Autorin _ Wien 22.8.2024

Liebe Heidi König-Porstner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist anders. Manche verbringe ich fast zur Gänze vor dem Computer, mit Gedichten, Übersetzen, Recherchearbeiten…Ich versuche dann, zumindest abends noch eine Stunde Sport oder wenigstens Spazierengehen einzuplanen, aber das gelingt nicht immer, es ist oft schwer, sich von Texten zu trennen.

An anderen Tagen sind Veranstaltungen zu planen oder auch – mit einem neu gegründeten Verlag –  Autor :innen zu treffen: das bringt viel Bewegung und frischen Wind!

Einziger Fixpunkt ist eigentlich das Frühstück mit meinem Mann,  für das wir uns immer sehr viel Zeit nehmen, bevor dann jeder für sich zu seinen Tätigkeiten aufbricht. Erst einmal ausgiebig plaudern bei  Kaffee und Toast mit Marmelade, das Handy auf stumm geschaltet…das ist unser Morgenritual.

Heidi König-Porstner, Übersetzerin, Autorin, Verlegerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Mehr echte, unmittelbare Kommunikation zwischen Menschen, eine Gesprächs- und Diskussionskultur, die auf wirkliches Verstehen ausgerichtet ist  – im Gegensatz zur bloßen Meinungsabgabe via „Likes“ oder roten Stricherln im virtuellen Raum.  Dazu gehört auch Neugierde: wie erleben andere die Welt, wie sind sie zu den Standpunkten gekommen, auf denen sie jetzt stehen? Und sich auch selbst bei der Nase nehmen: wie bewusst bin ich mir meiner eigenen Meinungsfindungsprozesse? Lebe ich womöglich selbst in einer „Blase“ und wiederhole bloß besserwisserisch immer wieder, was „wir“ für richtig halten?  

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Eine ganz entscheidende. „Without art, our ability to think, to see freshly, and to renew our world would wither and die.“ schreibt Salman Rushdie in „Knife“. Erneuerung nährt sich seit jeher aus Kunst und Literatur: aus dem mutigen Aufzeigen der Bruchstellen gegebener Systeme, dem Finger, der sich auf die Wunde legt, und andererseits aus den sich Raum träumenden, oft überbordenden  Phantasien darüber, was vielleicht einmal sein könnte. Also: mutig zeigen und sagen, was ist; träumen, was werden könnte…  – ohne darauf zu schielen, was „ gut ankommt“ oder was vielleicht einen Shitstorm auslösen könnte. Ich habe in letzter Zeit gerade von jungen Künstler :innen öfter gehört, dass ihnen der Hass in den Sozialen Medien große Sorgen macht. Das ist eine beunruhigende Entwicklung. Umso größer mein Respekt vor jenen, die sich davon nicht beirren lassen.  

Was liest Du derzeit?

Derzeit bin ich auf den ersten Seiten von  Orhan Pamuks „Schnee“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein weiteres von Salman Rushdie, das mir sehr wichtig ist:

„Art is not a luxury. It stands at the essence of our humanity, and it asks for no special protection except the right to exist.

It accepts argument, criticism, even rejction. It does not accept violence.“

Vielen Dank für das Interview, liebe Heidi, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Heidi König-Porstner, Übersetzerin, Autorin, Verlegerin

Zur Person: Heidi König-Porstner, geboren 1965, kam 1984 aus dem niederösterreichischen Mostviertel nach Wien – ursprünglich, um zu schreiben und Sprachen zu studieren.

Über die Beschäftigung mit japanischer Dichtung gelangte sie zum Karate, das sie nach wie vor ausübt und – als eine der ersten Frauen – lange Zeit hauptberuflich lehrte (u.a. von 1993-2013 am Universitätssportinstitut Wien).

In derselben Zeit publizierte sie unter ihrem Mädchennamen Adelheid Anna König erste literarische Texte (u.a. „Lippenmale“, Edition Doppelpunkt 1993), hielt  zahlreiche Lesungen in Wien und Umgebung und erhielt 1993 das Nachwuchsstipendium für Literatur des BMUK.  

Nach Abschluss eines Übersetzerstudiums war sie als Forschungsmitarbeiterin am Institut Wiener Kreis und Institut für Zeitgeschichte tätig und publizierte u.a. zur Rezeption der Einstein’schen Relativitätstheorie (Adelaide, Australien 2006) und zur Philosophie Moritz Schlicks (Springer, Wien 2012)

Heidi König-Porstner ist es ein Anliegen, historische und politische Forschung mit literarischem Schreiben und Literaturübersetzung zu verbinden.

2017 publizierte sie Biographie und Texte der als „erste Feministin“ bekannten mexikanischen Dichterin Sor Juana Inés de la Cruz. („Sor Juana Inés de la Cruz: Nichts Freieres gibt es auf Erden“, konkursbuch-Verlag, Tübingen 2017.)

Für die Übertragung der Gedichte Sor Juanas ins Deutsche erhielt sie 2018 den Spanischen Übersetzerpreis.

Seit 2017 arbeitet sie historisch zur Geschichte des Massakers von Jonestown 1978 und zeichnet u.a. verantwortlich für die Literaturprojekte Jonestown-ein Lesebuch und  Lyrik aus Jonestown.  (San Diego, 2017-2024)

Im Jahr 2024 gründete sie in Wien den LEIWAND-Verlag.

Aktuelle Buchpräsentation: „Christa Urbanek“

UNIKAT – Geschichten von und über Christa Urbanek

Christa Urbanek (1947 – 2021) war eine Ausnahmekünstlerin. Eine, die ihr Leben als Realsatire auf die Bühnen brachte und dabei so authentisch war, „wie es eine Kunstfigur nie sein könnte“ (Claus Tieber)
Eine, deren Ungeniertheit und Direktheit oft schockiert haben, auf der Bühne wie privat – und deren weit offenes Herz denen, die sie kannten auf immer in Erinnerung bleibt.
Eine die Solidarität gelebt hat – und immer wieder großartig mit Kunst zu verbinden wusste.
Für ihr soziales Engagement wurde ihr 2012 von Stadträtin Sonja Wehsely das „Goldene Wienerherz“ verliehen.
Gemeinsam mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern erinnert Christa sich in diesem Lesebuch an ihren Werdegang, ihre Jahre als Akteurin der legendären Rockband Drahdiwaberl, ihre ersten Gehversuche in Schauspiel und Kabarett und ihre
Erfolgsprogramme „Unikat“ und „Remasuri“: ein Streifzug durch die Kleinkunst- und Theaterszene der 80er bis 10er Jahre – und das Porträt einer ungewöhnlichen Künstlerin, die für diese Szene gelebt hat.

Unikat

Autor: Christa Urbanek, Karl König u.a.

LEIWAND Verlag

ISBN:  978-3-200-09748-3

EUR 21,50

Christa ist nicht mehr, deshalb werden Freund_innen und Künstler_innen die Ihr nahe standen, am 15.9. das posthum erscheinende Buch im Rahmen eines vielschichtigen Abends in memoriam Christa Urbanek der Öffentlichkeit präsentieren.

Am 18.12. steht dann zu ihrem Gedenken auch nochmal ein „Weihnachtsspäschl“ mit zahlreichen Künstler_innen auf dem Programm, dessen Erlös der Vinzi Rast zu Gute kommen wird

Ein Abend in memoriam Christa Urbanek mit:
El Awadalla, Tanja Ghetta, Maria Sukup,
Claus Tieber, Sonja Penz, Richard Weihs u.v.a.

Moderation: Heidi König-Porstner (Verlegerin)

Aera _15.9.2024 (20.00 Uhr) 1010 Wien; Gonzagagasse 11
Kartenreservierung unter: leiwandverlag@gmail.com
Eintritt: € 10,-

+ Christa Urbanek

WEIHNACHTSSPÄSCHL 18.12.2024 (20.00Uhr)

in memoriam „Christakind“ Urbanek
zu Gunsten der Vinzi-Rast mit:
El Awadalla, Erik Trauner, Claus Tieber, Richard Weihs u.v.a.
(die komplette Liste der Mitwirkenden wird im Herbst feststehen)

AERA 1010 Wien; Gonzagagasse 11
Kartenreservierung unter: leiwandverlag@gmail.com
Eintritt: € 15,–

Pressebetreuung: GAMUEKL – Gabriele Müller-Klomfar

Fotos: Heidi Koenig-Porstner_privat; Christa Urbanek+ _Greindl.

Walter Pobaschnig _ 20.8.2024

https://literaturoutdoors.com