Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Ina Riegler, Malerin
Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.
Fotos: Ina Riegler 1 NMH; 2 privat.
Fotos: Julia Hagenhofer, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig, 10/21.
Im Interview _ Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler
Lieber Hubert, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Mein Zugang zu Ingeborg Bachmann war anfänglich in der Jugend, als ich meine Bettstatt im Klagenfurter Musil Haus, welches vormals dem Konsum gehörte unter der Woche hatte. Abends lernte ich im „Bierjokl“, ein Lokal in der 10. Oktobers Straße den gleichaltrigen „Gerd Jonke“ kennen. Am Tresen infizierte ich mich durch geistvolle Dialoge mit dem Ingeborg Bachmann-Virus. Humbert Fink sei Dank, er hatte das Wettlesen ins Leben gerufen. Leider habe ich Gert, den ersten Bachmannpreisträger später aus den Augen verloren. Meine Jugendzeit war weniger behütet als die seine und vielen anderen in der damaligen Zeit.
Später verfolgte mich Ingeborg Bachmanns Stimme im Radio. Insbesondere waren es ihre Gedichte, die mich berührten. Sie besprachen die Ängste des Lebens, ähnlich wie bei Christine Lavant. Irgendwann gab es Toncassetten, auf denen mich ihre Stimme im Autoradio in den Bann zogen. Noch heute spiele ich häufig eine nachvertonte CD in meiner Audioanlage ab. Ich glaube zu meinen, es besteht eine Seelenverwandtschaft zwischen mir und der großartigen Dichterin. Was für sie, in den Texten das Feuer war, ist für mich das Blut und die vernehmbaren Schritte des nahenden Schnitters.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Das Besondere in ihrem Sprachduktus war die verankerte Melancholie und ihre Philosophie des individuellen Daseins. Die Furcht vor dem Feuertod war im Hinterher doch eine Prophezeiung.
„Gute Gedichte sind immer Produkte des kontrollieren Außersichseins, nicht von Innerlicher Schlafwandelei“
Thommas King
„ERKLÄR MIR LIEBE“
Wasser weiß zu reden, die Welle nimmt die Welle an der Hand, Im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt, so arglos tritt die Schnecke aus dem Haus! Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann: Ein Stein weiß einen anderen zu erweichen! Erkläre mir, Liebe, was ich nicht erklären kann: sollt ich die kurze schauerliche Zeit nur mit Gedanken Umgang haben und allein nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun? Muss einer denken? Wird er nicht vermisst? Du sagst: es zählt ein anderer Geist auf ihn … Erklär mir nichts. Ich sehe den Salamander durch jedes Feuer gehen. Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.
Ingeborg Bachmann
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Die gestundete Zeit, Anrufung des Großen Bären und alle ihre Gedichte.
„Er kam das Feuer immer wieder in ihren Texten eine Rüsselmaske sein Antlitz eine Patronentasche sein Gürtel einen Flammenwerfer seine Hand. Oder „von Schaukelstühlen heimlich gewordene Geschlechter stößt er sich ab“ – „außer sich geraten mit dem Feuerhelm verwundet er die Nacht.“
Wunderbare Essays und ihr vermischtes Schriftwerk zeigten ihre persönliche Note geistvoll auf. Die große Kärntner Autorin gab in ihren Tagebüchern vieles preis und ihre Beiträge las ich auch in internationalen Gazetten und Journalen. Texte wie „die blinden Passagiere“ waren epochal und für die vergangene Zeit eine stimmige Absprengung in der Lyrik zugunsten gehobener Literatur. Der deutsche Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bezeichnete Ingeborg Bachman überheblich als gefallene Lyrikerin. Heute würde er sich für seine unbedachte Äußerung entschuldigen.
„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerischen wie selbst zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Ingeborg Bachmann hat als Jugendliche auch den 2. Weltkrieg erlebt und ihre Texte bezüglich der Gesellschaftskritik waren nicht zerstörend. Einer patriarchalischen und gewaltdurchtränkten Welt hätte sie die Stirn geboten. Häme, Hetze und Hass in sozialen Medien sind leider gang und gebe, Ingeborg Bachmann wäre diesem Übel sicher textbewaffnet entgegengetreten!
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Literatur und Kunst werden auch immer das persönliche Martyrium thematisieren. Literatur darf auch nicht schweigen und wegschauen, sondern den Finger auf die wunde Stelle legen, wo es weh tut. Ingeborg Bachmann hat alles besprochen, alles, was sie bewegt, oder gedrückt hat sie thematisiert. Die Welt brauchte ihr niemand mehr erklären.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ob sie wieder den Beruf einer Schriftstellerin ausüben würde.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
ERNTEZEIT
Ich habe weiterhin viel zu tun, bevor mich der Schnitter in die ewigen Jagdgründe holt. Am Ende meines achten Jahrzehnts ist es nach sechs Publikationen wieder an der Zeit, mein Buch „SIEGEL DES SEINS“ (ca. 348 Seiten, Arial Pt 10) in die literarische Umlaufbahn zu bringen.
„Immerfort bist du Dichter, als ob du keiner wärest. Du schreibst satirisch, melancholisch und lebensfroh. Entflammt bist du vom Traum der Vergangenheit und blutjung atmet jedes Gedicht in der Zukunft. Das oft einfach Scheinende und Naturgebundene liebst du unumwunden, bald wird es wieder in ein Buch gebunden. Sichtbar gute Laune rollt, wie in einer Kalesche sanft und weich am Fahrweg deiner Seele. Selbst lebst du im passenden Gehöft, abseits hinter dem Hügel, im aufgeschlagenen Land. Du atmest die klare Bergluft. Auf deiner Wiese äst das Wild vor dem Sensenschnitt, denn dort wächst üppig der wilde Klee im langen Schatten hoher Eichen. Das Abendlicht verschluckt deine Blicke weichen zu den Wiesenblumen hin und du genießt täglich das Sonnenlicht beim Entgegensehen deiner letzten Nacht!“
Hubert Maria Moran
Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler _ Mitglied beim Kärntner Schriftstellerverband, Kärntner Bildungswerk, IG Autoren Wien und Literar-Mechana Wien
Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Malina _ Original Romanschauplatz _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971. Walter Pobaschnig 12/24, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
MALINA_ Akrostichon
Text_ Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler
Performance _ Sylvia Caba, Künstlerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Malina _ Original Romanschauplatz _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971. Walter Pobaschnig 12/24, folgende
MALINA
MAUERN SCHWEIGEN
ABER NICHT IMMER
LEIDENSKERKER
INNERHALB
NOTLEIDEN
AUFGABE
Hubert Maria Moran, 23.2.26
Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien _ performing Malina _ Original Romanschauplatz _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971. Walter Pobaschnig 12/24, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
MALINA_ Akrostichon
Text_ Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler
Performance _ Sylvia Caba, Künstlerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, 1962
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Linda Pichler, Schauspielerin _ Wien _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961. _ Walter Pobaschnig 9/24, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
MALINA_ Akrostichon
Text_ Friedrich G.Paff, Schriftsteller
Performance _ Linda Pichler, Schauspielerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Linda Pichler, Schauspielerin _ Wien _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961. _ Walter Pobaschnig 9/24, folgende
MALINA
Meerhin der Blick
Atme das Salz
Laß dich fallen
In die Wellen hinein
Nirgends ist Atem
Außer in dir
Friedrich G.Paff, 24.2.26
Linda Pichler, Schauspielerin _ Wien _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961. _ Walter Pobaschnig 9/24, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
MALINA_ Akrostichon
Text_ Friedrich G.Paff, Schriftsteller
Performance _ Linda Pichler, Schauspielerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Lieber Friedrich, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Das Glück gehabt, sie nie in der Schule oder an der Uni lesen zu müssen.
Auf Einladung der Kärtner Slowenen war ich mal in Klagenfurt, den großen steinernen Lindwurmdrachen dort gesehen, in einem Gasthof gewesen und dort vernommen, wie ein Literaturpapst dort immer speiste und Hof hielt, ehe die Bachmann-Wettbewerbe begannen. Vom Präsidenten des Kärntner Landtages Josef Schantl habe ich noch einen großen Bierkrug als Erinnerung.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Wind, Salz und Klang. Und das Wort ein Funke, ein Vers, ein Atem.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Ihre Gedichte.
Zum Beispiel : “Das Spiel ist aus“ oder “Wahrlich“.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Sie hat gerochen, dass gesellschaftliche Zerstörungen tiefer liegen als Rollen, Klischees, Zuweisungen und Schablonen. Gebrandmarkt flieht das aufgescheuchte Wild in die Einsamkeit der Wälder oder in die Leere der Gassen oder in den abendlichen Trubel. Wie zerstörerisch ist allein dieses „heute“, was in den Feuilletons gerade angesagt Mode, heute ist, was “in“ ist. Aber in der Dichtung ist das heute immer auch schon ein ex.
Die Spannungsfelder der Geschlechterrollen weiß Elfriede Jellinek besser auszuleuchten. Aber interessant – Bachmann schreibt in ihrem Gedicht Exil, „ein Toter bin ich. Abgetan lange schon und mit nichts bedacht“. Sie schreibt nicht „eine Tote“.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Was wäre Liebe denn, wenn sie heilbar wäre. Liebe erklärt sich nie. Das Zittergras würde sofort verbrennen.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Ja.
Um mit ihren Worten es zu sagen, sonst leuchten wir das Dunkel mit den Fingerspitzen nicht aus. Rollen die Blutorangen nicht.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Über den Tag hinaus den Horizont zu sehen. Die Weite des Meeres und in sich den Auftrag, der selbstzerstörerisch und schöpferisch zugleich, den eigenen Vater zu erfassen und zu bewältigen. Der Auftrag in ihr, auch wo sie diesen nicht äußert, welches Du der Opfer hat überlebt, das uns von unseren eigenen Schatten erlöst.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Böhmen liegt nicht am Meer
und der Hades nicht nur in der Unterwelt
Orpheus durchstreift die Reiche
wo ungeschieden Leben und Tod
Sensen und Blühen des Grases
in der höchsten Lust der Tod
schon zuckt, in den Fossilien noch
rauscht das Meer, Franziskus
seine Gebeine jetzt sichtbar
füttert die Vögel, Gott wartet
auf Dante wenn er die Höllen
durchstreift, an der ligurischen
Küste in Lerici einem einsamen
Fischerdorf brennen die Kähne
verspannen die Netze sich
glänzen Muscheln weiß im Sand
lösen alle Netze sich auf
knoten nie mehr sich zu
geht die Sonne auf oder unter
über den sieben Hügeln von Rom
plätschern die Brunnen
stauben sich Plätze und Straßen
dass Du ist immer der andere
nie erreichbar, nur ersehnt
es zählt nur die Dichtung
das Wort, Atem ist nur
im Schweigen das sich
dem Geplärre entzieht
in den Nischen der Wände
ruht das Licht in Schatten sich aus
wenn die Nacht hereinkommt
vom Fluss her noch Lichter
was bleibt ein Funke, ein Vers
ein Atem, zieht alles sich glatt
zündet eine Zigarette sich an
schreibt eine Dichterin der Schritt
ins Leere ist der letzte Schritt
doch das Lied überm Staub danach
wird uns übersteigen
* * *
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Meine Texte sichern. Fortfahren auf facebook meine autonome Gedichtproduktion. Leider keine Hilfe bei homepage, Wikipedia-Artikel usw.
Mich abfinden damit, dass meine geliebten Italienaufenthalte in Cartosio mir wohl nicht mehr gegönnt sind. Was sagt Ingeborg Bachmann über Italien: Hier hab ich leben gelernt.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
Im Gewitter der Rosen ist die Nacht von Dornen erhellt.
Ich seh den Salamander durch jedes Feuer gehen. Kein Schauer
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
UNDINE GEHT
Text _ Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin _ Wien
Liebe Tatjana, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ein normaler Tag (wie es auch Virginia Woolf beschreibt): Noch immer halte ich an Bewährtem aus der 2jährigen Coronaisolation fest. Unspektakulär autistisch, wirkungsvoll in schönster Disziplin: Frühmorgens Lesehalbestunde Zeitungen, Bücher von Autorenkollegen, es stapelt sich an verschiedene Stellen im Haus, Sport, meinen Selbstversorgergarten und Haus besorgen, Büro-/Admin- und Schreibzeit, Küche, ich koche täglich, viel Buntes aus dem Garten, Ruhezeit, wenn nicht ein Termin, eine Lesung ansteht, kreative Schreibzeit 2. Schicht am Abend, oft des Längeren, bis Mitternacht.
Tatjana Gregoritsch, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wie zu allen Zeiten und in schwierigen besonders: Früher aufstehen,-), Bewegung, Reduktion, Freundlichkeit anderen gegenüber, Achtsamkeit, Konzentration, Zielbewusstsein, Dankbarkeit, mit Ressourcen gut haushalten, positiv gestimmt voll Energie und Kreativität die Dinge tun, für die man da ist. Zuversicht hellen Blicks – Gottvertrauen für jene, die glauben.
Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Selbsterkenntnis, rasches Lernen, Verantwortungsbewusstsein und Gespür dafür, was real umsetzbar ist. Kriege, neue Unsicherheiten, die strapazierte Umwelt stellen Weichen radikal neu. Umso mehr kommt es auf wirkungsvolle Arbeit an.
Was liest Du derzeit?
Neben Rechercheliteratur für mein nächstes Buch über die Karawanken lese ich immer mehreres gleichzeitig: Kate Crawford („Atlas der KI“), Hans-Markus Gauss („Schuldhafte Ungewissheit“), Andrej Rahten („Der Tod des Thronfolgers“), viel Historisches, aber auch Krimis, lieber sog. harte Kost als Weichgespültes. Jeden Freitag Wanderkarten, denn zu allen Jahreszeiten bin ich in Bergen unterwegs.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Als Sacrecoeuse in Wien erzogen: „Nichts blockiert den Geist Gottes mehr als ein Leben in Trägheit“ (Madeleine Sophie Barat) bedeutet für mich, sich immer wieder, nach Krankheit, Rückschlägen, Unfällen, aufraffen, voll Tatkraft und Humor, allen Widrigkeiten zum Trotz (nach meinem Lehrer Otto Schenk/Uni Wien/Theaterwiss.) und selbst meine ich: Etwas geht immer, Schritt für Schritt ,-)
Tatjana Gregoritsch, Schriftstellerin
Vielen Dank für das Interview, liebeTatjana,viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Tatjana Gregoritsch, Schriftstellerin
Zur Person/über mich:Tatjana Gregoritsch, aufgewachsen im Zentrum Wiens und in Kärnten. Studium Wien, Helsinki (Medien-, Film- und Theaterwissenschaften, Skandinavistik, Finno-Ugristik, Germanistik/ Fächerkombination, Wirtschaftsuniversität Wien/ postgraduate Lehrgang für Werbung und Verkauf (Mag. phil., akad. geprüfte Werbekauffrau). Kulturreferentin in Finnland (Diplomarbeit zum skandinavischen Film). Tätig in Verlagen, Werbung und in der IT. Eigene Agenturgründung „Empower“.. Längere berufliche Auslandsaufenthalte ua. in Finnland, Deutschland und England. Lebt seit 2006 in Kärnten und Wien, schreibt Prosa und Lyrik, betreibt Bergsport und fotografiert.
Veröffentlichte Sachbücher, Beiträge in Anthologien, regelmäßige Zeitungskolumne. 2020 Krimi Verschwunden im Meerauge, Hermagoras, Klagenfurt und Erzählband Fest am Land, Löcker, Wien. 2023 Lili Novy. Durch die Zeit/Skozi čas (zweisprachige Monographie über die in Slowenien berühmte Altösterreicherin, Autorin und Netzwerkerin ihrer Zeit). 2024 Brandalarm. Ein mörderisches Frauentrio. Krimi. Hermagoras, Klagenfurt, nach dem authentischen Kriminalfall „Hexentrio“ in Kärnten. Demnächst erscheint bei Löcker, Wien: Samotans Leiche. Roman, Einem Mann holt um das Jahr 2000 seine Vergangenheit ein, Zeitgeschichte (russische Besatzung in Wien, Ostarbeiterinnen in Kärnten). Mitglied PEN Club Austria, IG Autoren, Kärntner SchriftstellerInnenverband.
Es ist eines der bemerkenswertesten Interviews der Musik-, Kulturgeschichte, welches der in Boston/USA geborene Autor, Journalist David Sheff mit dem Künstlerehepaar John Lennon und Yoko Ono im Sommer 1980 in New York über einen Zeitraum von drei Wochen führt und dabei über künstlerische und private Stationen, Begegnen, Inspirationen und Ausblicke spricht und so die musikalische Karriere John Lennons (Beatles, Solokarriere, Projekte) wie die künstlerische Entwicklung Yoko Onos einzigartig öffnet. Bis heute ist dieses Interview ein Meilenstein in Dokumentation von Leben und Werk, das weit über den unmittelbaren Kontext hinausreicht und Kultur-, Gesellschaftsgeschichte der Zeit in Reflexion, Gestaltung und Erfahrung ganz anschaulich lebendig werden lässt.
Die Wiedergabe des Interviews ist eingebettet in den Rahmen von Kontaktaufnahme, Organisation wie das jeweilige Setting, das auch das Privatleben – das immer auch ganz nah an der Öffentlichkeit war – beleuchtet und so auch in das Spannungsfeld von Kunst und Wirkung (Rezeption/Fankultur) interessante Einblicke bietet.
Sehr bemerkenswert ist die Offenheit des Interviews, in dem Lennon und Ono sowohl Künstlerisches (Beatles/Bandgeschichte/Trennung_gemeinsame Projekte) wie Privates (Beziehungsleben) an- und aussprechen.
Es ist das letzte große Interview, das John Lennon im Jahr seiner Ermordung (8.12.1980 Ney York) führte.
„Ein Buch als einzigartiges Dokument der Musik-, und Kulturgeschichte!“
John Lennon / Yoko Ono / David Sheff _ Die Ballade von John und Yoko _ Im Gespräch mit David Sheff _ Kamba Verlag
Originaltitel: All We Are Saying. The Last Major Interview with John Lennon and Yoko Ono
Lieber Roman, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich beginne jeden Tag mit einem neugierigen Augenaufschlag, zuerst links, dann rechts und dann mit einer wissenschaftlichen Studie: Ich überprüfe, ob mein Humor noch da ist. Wenn ja, kann ich aufstehen. J
Als Arzt weiß ich: Puls messen ist wichtig. Als Humorexperte weiß ich: Impuls setzen ist wichtiger. Mein Tagesablauf ist eine Mischung aus Schreiben, Denken, Staunen, Menschen treffen und ganz entscheidend: Lachen. Manchmal, – naja eigentlich sehr oft auch über mich selbst. Das spart Therapeut:innenhonorare und tut gut. Außerdem müssen es dann nicht die anderen tun.
Ich arbeite an Vorträgen, an Konzepten, an neuen Texten, an meiner nächsten „Freudeforschung im Feldversuch“. Feldversuch heißt: Supermarkt, U – Bahn Bahnhof, Flughafen, Veranstaltungshalle, Frühstück mit Frau und Hund. Das sind meine kreativen „Begegnungszonen“, also überall dort, wo das echte Leben stattfindet oder die Freude manchmal etwas schüchtern hinter dem Regal steht.
Und natürlich bin ich weiterhin mit den wunderbaren Menschen der CliniClowns verbunden, denn wer im Spital erlebt, dass ein Lächeln mitunter Schmerzmittel ersetzt und Trauer neu definiert, weiß: Freude ist kein Luxus. Sie ist Überlebensstrategie mit bereichernden Nebenwirkungen wie Hoffnung und Zuversicht!
Roman Szeliga, Autor
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wir leben in einer Zeit, in der Empörung und Ängste schneller wachsen, als jeder Grashalm im warmen Frühling. Besonders wichtig ist mir daher bewusst Freude zu kultivieren.
Nicht als rosa Wattebausch über den Problemen. sondern als Haltung und innerer Energieproduzent. Freude ist nicht Lustig machen oder keckes Wegschauen von der Realität, sondern ein Hinschauen mit Herz.
Wir brauchen eine neue Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem Lachen. Denn Humor ist keine Ansammlung von Witzen und Pointen, sondern Perspektivenwechsel. Er hilft uns, das Drama des Lebens nicht mit einer langweiligen Dokumentation zu verwechseln.
Besonders wichtig ist mir hier: Verbundenheit. Und die beginnt oft mit einem simplen „Wie geht’s dir wirklich?“
Freude ist ansteckend. Und das ist die gute Nachricht, es gibt keine Impfung dagegen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?
Wir stehen weniger vor einem Neustart als vor einem Bewusststart.
Wesentlich wird sein, dass wir wieder lernen, Fragen zu stellen, ohne sofort Antworten zu googeln. Wissenschaft gibt uns Fakten und das ist großartig. Aber sie braucht Neugier, Zweifel und Demut.
Die Kunst wiederum gibt uns Bedeutung. Sie übersetzt Zahlen in Gefühle. Sie macht aus Statistik eine Geschichte.
Wissenschaft ohne Kunst wird steril. Kunst ohne Wissenschaft wird beliebig. Gemeinsam sind sie wie Herz und Hirn und beides sollte möglichst gut durchblutet sein. Da kenne ich mich aus, ich bin Arzt.
Ich glaube, wir brauchen auch mehr Leichtigkeit in der Forschung und mehr Forschung im Humor. Denn wer bereit ist wieder mehr mit Humor zu nehmen, ist bereits einen Evolutionsschritt weiter.
Was liest Du derzeit?
Ich lese alles, was mich überrascht. Bücher, Studien, Speisekarten.
Vielen Dank und bleiben wir auf Expedition. Nicht nach dem perfekten Leben. Sondern nach der lebendigen Freude.
Vielen Dank für das Interview, lieber Roman,viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Roman Szeliga, Autor
Zur Person/über mich: Dr. med. Roman Szeliga, geboren in Wien, ist Arzt, Manager, Moderator, Vortragender und Autor. Die Klammer, die all das zusammenhält, ist der Humor als soziale Kompetenz, die in der Lage ist, Menschen zu motivieren, mitzureißen und zu führen. Als Mitbegründer der CliniClowns erkannte Roman Szeliga die positiven Auswirkungen des Humors auf die Heilung schwerkranker Kinder.
Heute setzt er sich dafür ein, dass auch Unternehmen das Potenzial des Humors erkennen und nutzen. Was das Wundermittel Humor im Berufs- und Privatleben alles bewirken kann und wie er das Potenzial der Digitalisierung ergänzt, erzählt Roman Szeliga in seinen rund 150 Vorträgen, die er pro Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz hält.
Er ist Launeus-Preisträger, Top Speaker of the Year und Mitglied in der Hall of Fame der German Speakers Association.
Buchneuerscheinung von Roman Szeliga:
„Freude macht das Leben leichter, die Beziehungen wärmer, den Kopf klarer, das Herz weiter. Und doch übergehen wir sie ständig. Nicht, weil sie verschwunden ist, sondern weil wir verlernt haben, sie zu fühlen. In seinem neuen Buch begibt sich Roman Szeliga auf eine sehr reale und doch ziemlich verrückte Reise: Er weist den Weg zu dem vielleicht schönsten Gefühl, das wir Menschen haben können – die Freude! Dieses Buch ist eine humorvoll-ernsthafte Expedition durch Geschichten, Interviews, Denkanstöße und Alltagsbeobachtungen. Denn eines steht fest: Freude ist kein Luxus. Sie ist überlebenswichtig.“ (Pressetext Verlag)
Roman Szeliga, Expedition Freude. Amalthea Verlag. Untertitel: Auf der Suche nach der schönsten Emotion der Welt ISBN: 978-3-99050-302-7 Umfang: 240 Seiten Preis: € 27,– / CHF 36,90 ET: 25.03.2026 Produktform: Hardcover Maße: 12,8 cm x 21 cm
Foto: Roman Szeliga @ Studio Thomas Lerch; Cover _ Verlag.
Give peace a chance – meine innere Expedition ein bisschen philosophisch, ein bisschen mit Augenzwinkern:
In Give peace a chance steckt für mich…
G – Gier nach Leben.
I – Irritation als Weckruf.
V – Verlernen des Verbissenen.
E – Erstaunen statt Erklären.
P – Pause vom Perfektsein.
E – Ego entwaffnen.
A – Ankommen im Augenblick.
C – Charme gegen Schwere.
E – Einverstanden sein mit dem Unfertigen.
A – Aufbruch ins Unkontrollierbare.
C – Chaos umarmen.
H – Heiter scheitern.
A – Anders denken dürfen.
N – Nicht alles wissen müssen.
C – Chancen wittern im Widerstand.
E – Entspannt bedeutend sein.
Und plötzlich merkt man: Frieden ist kein politisches Programm. Er ist eine innere Haltung im Kleinen wie im Großen. Freude ist kein Dauerlächeln. Sie ist die elegante Form, dem Leben nicht ständig recht geben zu müssen und es trotzdem friedlich und freudvoll zu lieben.
Dr. Roman Szeliga, 3.3.2026
Roman Szeliga, Autor
GIVE PEACE A CHANCE
Roman Szeliga, Autor
Zur Person/über mich: Dr. med. Roman Szeliga, geboren in Wien, ist Arzt, Manager, Moderator, Vortragender und Autor. Die Klammer, die all das zusammenhält, ist der Humor als soziale Kompetenz, die in der Lage ist, Menschen zu motivieren, mitzureißen und zu führen. Als Mitbegründer der CliniClowns erkannte Roman Szeliga die positiven Auswirkungen des Humors auf die Heilung schwerkranker Kinder.
Heute setzt er sich dafür ein, dass auch Unternehmen das Potenzial des Humors erkennen und nutzen. Was das Wundermittel Humor im Berufs- und Privatleben alles bewirken kann und wie er das Potenzial der Digitalisierung ergänzt, erzählt Roman Szeliga in seinen rund 150 Vorträgen, die er pro Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz hält.
Er ist Launeus-Preisträger, Top Speaker of the Year und Mitglied in der Hall of Fame der German Speakers Association.
Buchneuerscheinung von Roman Szeliga:
„Freude macht das Leben leichter, die Beziehungen wärmer, den Kopf klarer, das Herz weiter. Und doch übergehen wir sie ständig. Nicht, weil sie verschwunden ist, sondern weil wir verlernt haben, sie zu fühlen. In seinem neuen Buch begibt sich Roman Szeliga auf eine sehr reale und doch ziemlich verrückte Reise: Er weist den Weg zu dem vielleicht schönsten Gefühl, das wir Menschen haben können – die Freude! Dieses Buch ist eine humorvoll-ernsthafte Expedition durch Geschichten, Interviews, Denkanstöße und Alltagsbeobachtungen. Denn eines steht fest: Freude ist kein Luxus. Sie ist überlebenswichtig.“ (Pressetext Verlag)
Roman Szeliga, Expedition Freude. Amalthea Verlag. Untertitel: Auf der Suche nach der schönsten Emotion der Welt ISBN: 978-3-99050-302-7 Umfang: 240 Seiten Preis: € 27,– / CHF 36,90 ET: 25.03.2026 Produktform: Hardcover Maße: 12,8 cm x 21 cm
Foto: Roman Szeliga @ Studio Thomas Lerch; Cover _ Verlag.