Dan Jones, Historiker, Journalist und Schriftsteller, legt mit „Kreuzfahrer“ eine facettenreiche Zeitreise in eines der dramatischsten und blutigsten Kapitel mittelalterlicher Geschichte vor.
In der Verbindung von lebendigem Erzählstil und historischem Rahmen gelingt ein ganz besonderes Werk, das Stationen und Situationen in Biographie, Politik, Gesellschaft der Kreuzzüge eindringlich darstellt. Zudem geben zahlreiche Abbildungen und Landkarten unmittelbaren Einblicke der zeithistorischen Bewegungen und Manifestationen.
Ein ausführlicher Anhang rundet dieses spannende Werk zur mittelalterlichen Geschichte sehr gut ab.
„Eine informative wie lebendige Zeitreise in eines der erschütterndsten Kapitel mittelalterlicher Geschichte.“
„Kreuzfahrer“ Der epische Kampf um das Heilige Land. Dan Jones. Beck Verlag.
Mit diesem Vorwort zu ihrem ersten Gedichtband legt die vielseitige Freiburger Schriftstellerin Miriam Brümmer schon eingangs das sprachliche Programm des in zehn Kapitel gegliederten Gedichtzyklus vor. Und dieser hält was versprochen wird und mehr als das.
Es ist eine einzigartige sprachliche Wucht und Energie, die ergreifend wie erschütternd zwischen Bild und Ich oszilliert und Lebenswege-, -begegnungen, -momente aus der Erde reißt und selbstbewusst gegen Stille und Vergangenheit wirft.
„Ich war ein Dach
für deine Schönheit,
hab` deine Hand gefasst…
Von dort setz` ich die Ruder…“
Prolog, Ich war der Himmel
So spannend, aufmerksam und neugierig machend die sprachliche Ouvertüre des Bandes gewebt ist, so leuchtend in vielen Farben von Gedanke und Wort werden die weiteren Sprachwege geknüpft, die auf ihrer Reise in, durch das Hell und Dunkel der Existenz zum fliegenden Teppich der Liebe, der Trauer, der Hoffnung mitreißend einladen.
„Lyrik als strahlender sprachlicher Komet, der mit einzigartigen poetischen Feuer wuchtig und zart in die Landschaften eines Lebens einschlägt, benennt und Wege öffnet.“
„Aus der Nacht“ Miriam Brümmer. Gedichte. Geest-Verlag
Broschürt, 180 Seiten
12,50 EUR
ISBN 978-3-69064-504-1
Fotos _ Motive: Walter Pobaschnig; Cover _ Verlag.
Liebe Marion Kecht, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tag beginnt meist gegen acht Uhr. Während mein Frühstück – eine Grapefruit, ein Ei, etwas Müsli und Vollkornbrot – auf mich wartet, mache ich ein paar sanfte Gymnastikübungen, ohne Zwang, einfach um den Körper zu wecken. Schwarzer Kaffee gehört unbedingt dazu. Nach einem Bad und ein paar Telefonaten widme ich mich meinen Lektoratsaufgaben, die ich derzeit freiberuflich erledige. Oft zieht es mich auch hinaus: in Vorlesungen an der Uni, auf Spaziergänge im Regen – der für meinen Geschmack zu selten fällt in Wien – oder ins Kunsthistorische Museum. Dort finde ich jene Stille, die in einer Großstadt so dringend nötig ist. Vor den Gemälden von Pieter Bruegel dem Älteren kann ich verweilen, als wäre die Zeit einen Augenblick lang aufgehoben.
Abends widme ich mich meinem Privatleben: Ich ziehe mich schön an, treffe Freunde, gehe ins Theater oder in den Musikverein. Klassische Musik, aber auch Jazz, sind sehr wichtig für mich; in meiner Altbauwohnung läuft fast immer etwas im Hintergrund. Besonders dann, wenn ich zuhause bleibe, sind die Abendstunden meine Zeit zum Schreiben – ich denke dann über Gedichte nach, feile an Bildern und lasse die Worte kommen, versuche durch sie hindurch zu gehen, bis sich der Tag langsam senkt.
Marion Margarethe Kecht, Dichterin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Immer wieder habe ich über diese Frage nachgedacht: Wer ist dieses ‚Wir‘ überhaupt – und existiert es wirklich? Ich denke, was es nun am dringendsten braucht, ist die Fähigkeit, sich wieder zu erinnern, was uns im Kern menschlich macht: Zuhören, Geduld, Sanftheit im Umgang miteinander. Wir sollten lernen, nicht sofort Antworten parat zu haben, sondern Stille auszuhalten und sie zu teilen. Aufbrüche beginnen oft im Kleinen – in einem Blick, einer ausgestreckten Hand, in der Offenheit, jemanden wirklich zu sehen. Und gerade darin liegt auch etwas Mächtiges: nicht in lauten Parolen, sondern in der leisen Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu tragen. Es ist mir ein Anliegen, dass wir alle das Staunen und die Unschuld wiederfinden- eine Art unverstellter Kinderblick – über die Welt, die Kunst, über die Schönheit, die uns umgibt. Denn nur wer noch staunen kann, kann auch hoffen, oder? Obwohl ich zugeben muss: Es ist oft nicht leicht, bei Verstand zu bleiben.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt da der Literatur, der Kunst an sich zu?
Vor einem Aufbruch und Neubeginn stehen wir nicht nur mit aufgefächerten Händen, sondern oftmals mit zu vielen ausgeleierten Worten, die ihre Kraft verloren haben. Wesentlich wird sein, dass wir die Fähigkeit zurückgewinnen, Widerspruch auszuhalten – den der anderen sowie den eigenen. Wir müssen uns selbst irritieren, unsere Bequemlichkeit aufrühren, die alltägliche Schwere durchbrechen. Literatur und Kunst sind dabei kein dekoratives Beiwerk. Sie sind scharf und gefährlich wie Elektrizität, und gleichzeitig weicher Sand, der sich auf die Seele legt. Sie zwingen uns, auf uns selbst zu schauen, auf die Ecken, die wir meiden, auf das Unausgesprochene, das uns so oft lähmt. In Zeiten des Aufbruchs werden sie zu unruhigen Flüssen, die uns reflektieren und zugleich fortspülen, so dass wir uns kurzzeitig neu erfinden können – stärker, verletzlicher, wacher. Wer glaubt, Kunst sei nur schön, verkennt ihre Kraft. Sie ist zugleich Warnung und Versprechen, manchmal schmerzlich, manchmal tröstlich. Ohne sie bleibt der Aufbruch an der Oberfläche. Erst durch sie lernen wir, dass Neubeginn immer auch das zarte Ringen mit unserer eigenen Unvollkommenheit ist – und genau darin liegt seine Energie.
Was liest Du derzeit?
Momentan lese ich Gedichte von geschätzten Kollegen wie Boris Greff und Marcus Roloff. Außerdem tauche ich ein in Anne Carsons „Der bittersüße Eros“, verliere mich in Robert Services „The Shooting of Dan McGrew“ und beschäftige mich mit der Abhandlung „Vom Erhabenen’ von Pseudo-Longinus. Ich lese meist mehrere Dinge gleichzeitig.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Von William Faulkner:
„Das Vergangene ist nicht tot. Es ist nicht einmal vergangen.“
Vielen Dank für das Interview, liebeMarion Margarethe Kecht, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Marion Margarethe Kecht, Dichterin
Zur Person/über mich:Marion Margarethe Kecht (*1984/Bad Reichenhall) lebt als freischaffende Lyrikerin und Lektorin in Wien.
Veröffentlichungen u.a. in „Die Brache“, „Mosaik“ , „Poesiegalerie“ und „Signaturen-Magazin“. Ihr Debüt VAKUUM ist bislang noch unveröffentlicht.
„Das Dschungelbuch“, ein Erzählklassiker des britischen Schriftstellers Rudyard Kipling, der erste Band erschien 1894, hat eine beeindruckende künstlerische Wirkungsgeschichte in Film und Theater. Die coming of age Geschichte des Kindes Mogli, das aufgrund eines Tigerangriffes von den Eltern getrennt und von wohlwollenden Tieren aufgenommen wird und in allen Bedrohungen seinen Weg zurück zu den Menschen findet, begeistert Generation um Generation im ganz großen Bogen von Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Aufbruch wie Abschied.
Diese großen Lebensthemen nun im Kontext des Erzählrahmens jeweils neu in Ort und Zeit auf die Bühne zu bringen, ist eine spannende wie große Herausforderung, der sich Regisseurin und Theatergründerin Birgit Oswald„THEO. TheaterOrt für junges Publikum Perchtoldsdorf“ mit Ensemble und Musik mit viel Idee- und Spielkraft stellen.
Der Premierenabend begeistert in einem mitreißenden dichten storyboard, das von Beginn an das junge wie ältere Publikum auf eine Abenteuerreise zwischen Kräften und Mächten von Gut und Böse in der rauen (Dschungel)Welt energiegeladen mitnimmt.
Das bestens abgestimmte Ensemble lässt im fokussierten Bühnenbild höchste Spielkunst in Wort, Dialog, Dramatik, Bewegung und Lied im wahrsten Sinne des Wortes in den Generationen von der ersten bis zur letzten Reihe, von Enkel bis Oma, erstrahlen – wunderbar auch die Live-Musik! Sehr beeindruckend auch, dass diese Spielspannung über knapp 2 Stunden (mit Pause/freie Getränke) beim Publikum anhält und mit langanhaltendem Applaus belohnt wird. Eine große Bestätigung dieses rundum begeisternden generationenübergreifenden Theaterabends!
Liebe Miriam Brümmer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich beginne den Tag mit Laufen in der wunderschönen Natur und ihren Tieren hier. Ich schöpfe daraus Kraft und meist Gedanken für ein neues Gedicht. Dann frühstücke ich und, wenn es die Zeit erlaubt, notiere ich das Erdachte. Dann habe ich zumeist viel Organisation rund um meine Praxis der Logopädie und Stimmbildung oder auch rund um mein Schreiben.
Ich esse zu Mittag und gehe in die Praxis und wenn dann noch etwas Zeit bleibt, gehe ich am liebsten noch in ein Café, um dort weiter zu schreiben, zu korrigieren, ich übertrage auf den PC und im besten Fall, wenn ich wirklich viel Zeit habe, schaue ich nach Ausschreibungen und Lesungen, vernetze mich und vieles mehr.
Miriam Brümmer, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich kann nur für mich sprechen, aber ich denke, es ist sehr wichtig, nach innen zu schauen, dort Frieden zu suchen, herzustellen, zu finden. Aus dieser Quelle ist es wichtig, sich um das Verbindende im täglichen Miteinander zu bemühen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wir stehen, so denke ich, immer wieder vor immensen Herausforderungen. Es gab schon viele sehr schwere Zeiten in der Geschichte, auch wenn erstmals so deutlich die Natur und letztlich unser Ökosystem schlimm in Frage gestellt sind. „Noch hoffe ich, dein Kuss wird mir Zelt.“ aus meinem Gedicht ICH BIN DER BODEN. Die Kunst hat grundsätzlich die Aufgabe, alles zu benennen, aufzuzeigen, das Schöne, wie das zerstörend Schlimme. Es ist wichtig, über den eigenen Tellerrand zu schauen, das Gespräch nicht abreißen zu lassen..“dem Vogel die Hand hinhalten.“ Das Leben besteht aus Gegensätzen.
Was liest Du derzeit?
Wirklich Zeit zu lesen habe ich leider viel zu wenig und wenn, lese ich oft verschiedene Genres und Bücher nebeneinander. Derzeit lese ich den Roman von Yael von der Wouden „In ihrem Haus“. Romane dienen mir oftmals dazu, mich in neue Geschichten zu denken, mich wegtragen zu lassen, starke Momente darin bieten oft Stoff für ein neues Gedicht. Immer wieder lese ich natürlich auch Gedichte, (soviel ich kann, auf insta:-) Auch von aktuell erschienenen Kolleg*innen, wie z.B. Jutta von Ochsenstein, aber auch immer wieder Lieblingslyriker, wie z.B. Rumi, Peter Huchel, Mascha Kaleko, Rilke, Ingeborg Bachmenn und viele mehr. Aber um ehrlich zu sein, lese ich zu wenig, denn mein Schreiben drängt so sehr, so dass ich sehr lavieren muss, die wenige Zeit bestmöglich dafür nutzen. Es hat oberste Priorität, es ist meine Quelle.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Wo das Licht die Farbe bricht, trägt die Luft.“ ( Das ist von mir 🙂
Vielen Dank für das Interview, liebeMiriam Brümmer, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Miriam Brümmer, Schriftstellerin
Zur Person/über mich: Ich bin 1968 in Göttingen geboren, lebe in Freiburg und habe dort seit 2009 eine Praxis für Logopädie/ Stimmbildung.
Ich komme aus einer Schauspielerfamilie (Claus Eberth von den Münchner Kammerspielen war mein Onkel.) So war ich früh vertraut mit Theaterliteratur, griechischer Mythologie und im Besonderen durch meine Großmutter, die viel Gedichte mit mir gelesen hat, auch mit Gedichten.
Veröffentlichungen meiner Gedichte finden sich im Rahmen von Ausschreibungen, aber auch in Zeitschriften, wie der Schule für Dichtung (sfd) in Wien, der eXperimenta 12/24 und 01/25, in Anthologien wie 365 Tage Frieden, (Edition Maya), der kalligrafierten Zeitschrift die Geste, oder auch dem Lyrikjahrbuch, der AG Literatur(Edition AS). Aktuell ist mein Debüt Aus der Nacht im Geest-Verlag 2025, ISBN 978-3-69064-504-1 erschienen.
Zur Person/über mich: Ich bin 1968 in Göttingen geboren, lebe in Freiburg und habe dort seit 2009 eine Praxis für Logopädie/ Stimmbildung.
Ich komme aus einer Schauspielerfamilie (Claus Eberth von den Münchner Kammerspielen war mein Onkel.) So war ich früh vertraut mit Theaterliteratur, griechischer Mythologie und im Besonderen durch meine Großmutter, die viel Gedichte mit mir gelesen hat, auch mit Gedichten.
Veröffentlichungen meiner Gedichte finden sich im Rahmen von Ausschreibungen, aber auch in Zeitschriften, wie der Schule für Dichtung (sfd) in Wien, der eXperimenta 12/24 und 01/25, in Anthologien wie 365 Tage Frieden, (Edition Maya), der kalligrafierten Zeitschrift die Geste, oder auch dem Lyrikjahrbuch, der AG Literatur(Edition AS). Aktuell ist mein Debüt Aus der Nacht im Geest-Verlag 2025, ISBN 978-3-69064-504-1 erschienen.
Zur Person/über mich:Ich bin Lisa-Marie – Sängerin, Musikerin und leidenschaftliche Geschichtenerzählerin. Vor fünf Jahren hat mich die Musik auf besondere Weise wieder zurück ins Leben geholt – seither ist sie mein Herzstück, mein Zuhause, mein Ausdruck.
Durch meine Projekte – The Almighty Alpacas, SHA-N und Acoustic Voyage – bewege ich mich frei zwischen Indie, Electro, Klassik, World Music, Jazz und Soul. Diese musikalische Vielfalt schenkt mir die Fähigkeit, mich in jede Stimmung, jede Geschichte und jeden Menschen einzufühlen.
Besonders am Herzen liegt mir auch meine Arbeit für Kinder: Bei Klassik Cool in Wien gestalte ich lebendige, liebevolle Konzerte für Kinder zwischen 2 und 6 Jahren – ob im Haus der Musik, in Museen oder in Kindergärten. So darf Musik schon bei den Kleinsten Wunder wirken.
Liebe Lisa-Marie Lealahabumrung, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Huch – da passiert tatsächlich eine Menge. Meistens beginnt mein Tag gegen acht Uhr, ruhig und fast still. Ich mache mir einen Kaffee und setze mich dann oft noch für zehn Minuten einfach auf den Boden. Angefangen hat das mit meiner traumatisierten Katze – aber das ist eine andere Geschichte. Inzwischen ist es zu einem kleinen Ritual geworden, das mich erdet. Der Kopf ist noch leer, der Tag noch ungeschrieben.
Seit diesem Jahr bin ich selbstständig und versuche, meinen Alltag als Artist zu strukturieren – was in Wahrheit bedeutet: Ich bin eigentlich ständig irgendwo mittendrin. Kein Tag gleicht dem anderen. Mal stehe ich frühmorgens mit KlassikCool in einem Kindergarten oder einer Schule auf der Bühne, mal gibt es am Wochenende Konzerte im Haus der Musik oder Auftritte mit meinen anderen Herzensprojekten, wie etwa SHA-N. Dazwischen: Proben, neue Texte schreiben, Netzwerken – und gefühlt nur noch lernen, lernen, lernen. Weil ich das noch nicht so lange mache, habe ich oft das Gefühl, viel Zeit aufholen zu müssen.
Wenn ich dann doch einmal einen freien Abend habe, bleibe ich gern zu Hause. Ich bin sehr gern allein und brauche viel „Me-Time“. Trotzdem habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, öfter auszugehen – und bisher klappt das erstaunlich gut: Konzerte, Dinners, Treffen mit Freund:innen. Einfach raus aus dem Kopf, rein ins Leben.
Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, Musikerin, Autorin _ Foto: Projekt „Undine geht“ _ Walter Pobaschnig _ folgende
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Für uns alle ist es jetzt besonders wichtig, die Augen zu öffnen für das, was in der Welt passiert – über unsere eigenen Grenzen hinaus. Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist, weil jeder mit seinem eigenen Paket beschäftigt ist. Aber wir haben mehr vom Kuchen dieser Welt, und ich glaube daran, dass wir alle aus dem Gleichen gemacht sind und auch alle das Gleiche verdienen. Wenn wir erkennen, dass gegenseitige Unterstützung weit mehr bringt als mit den Ellenbogen zu kämpfen, können wir gemeinsam echte Gleichheit und Gerechtigkeit schaffen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Aufbruch und Neubeginn – das klingt nach etwas Positivem, nach frischer Energie, nach einem vielversprechenden Start. Und oft fühlt es sich auch genau so an. Doch das, was ich im Moment erlebe, ist etwas anderes. Es ist eher ein Zusammenbruch, vielleicht sogar ein Ende. So dramatisch das klingt – für mich ist es gerade Realität. Statt dieses klare Gefühl von Aufbruch herrscht für mich gerade global gesehen Unsicherheit und ein Schwanken.
Ich würde behaupten Aufbruch und Neubeginn keine Ausnahmeerscheinungen – sie gehören zur Menschheitsgeschichte, sind Teil ihres Wesens. Alles ist in ständiger Bewegung, im Wandel. Eine lineare Entwicklung hin zu völliger Gleichheit, die gibt es nicht, oder? Auch in meinem persönlichen Leben tauchen diese Phasen immer wieder auf – gefühlt alle zwei Jahre verändert sich mein Kosmos grundlegend. Trotzdem glaube ich, dass es aktuell nicht nur darum geht, äußere Strukturen zu hinterfragen oder neu zu gestalten. Es geht vor allem darum, das eigene Bewusstsein zu erweitern: wirklich hinzuschauen, zuzuhören und Solidarität zu leben, anstatt in Konkurrenz zu verharren.
Kunst und Musik spielen in diesem Prozess für mich eine unverzichtbare Rolle. Gerade jetzt wünsche ich mir mehr Stimmen, die laut werden. Diese Verantwortung – die eigentlich keine Pflicht ist – liegt am Ende doch bei jedem und jeder Einzelnen. Als Künstler:innen tragen wir die besondere Chance in uns, unsere Stimmen zu erheben, die Bühnen zu nutzen und unsere Reichweite bewusst einzusetzen.
Was liest Du derzeit?
Break the Cycle – Dr. Mariel Buqué
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Du bist nur eine Person
Aber wenn du dich bewegst
Erlebst du in dir
Eine ganze Gemeinschaft
Du gehst niemals allein
Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, Musikerin, Autorin _ Foto: Projekt „Undine geht“ _ Walter Pobaschnig _
Vielen Dank für das Interview, liebe Lisa-Marie, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, Musikerin, Autorin
Zur Person/über mich:Ich bin Lisa-Marie – Sängerin, Musikerin und leidenschaftliche Geschichtenerzählerin. Vor fünf Jahren hat mich die Musik auf besondere Weise wieder zurück ins Leben geholt – seither ist sie mein Herzstück, mein Zuhause, mein Ausdruck.
Durch meine Projekte – The Almighty Alpacas, SHA-N und Acoustic Voyage – bewege ich mich frei zwischen Indie, Electro, Klassik, World Music, Jazz und Soul. Diese musikalische Vielfalt schenkt mir die Fähigkeit, mich in jede Stimmung, jede Geschichte und jeden Menschen einzufühlen.
Besonders am Herzen liegt mir auch meine Arbeit für Kinder: Bei Klassik Cool in Wien gestalte ich lebendige, liebevolle Konzerte für Kinder zwischen 2 und 6 Jahren – ob im Haus der Musik, in Museen oder in Kindergärten. So darf Musik schon bei den Kleinsten Wunder wirken.
Franz Joseph & Elisabeth, Kaiser und Kaiserin von Österreich, selten umranken sich Geschichte und Biographie in Wirkung und Nachwirkung von Erzählung und Neuerzählung so intensiv und facettenreich wie in jenen legendären Persönlichkeiten an der Zeitenwende von Gesellschaft und Politik im Übergang zum 20.Jahrhundert. Parallel zu den großen politischen Erschütterungen, die in den grausamen Höhepunkt des I.Weltkrieges münden, steht auch das private Leben des Kaiserpaares im Zeichen höchster Dramatik und Tragödie.
Nach den großen Weltkriegen werden „Franz Joseph&Elisabeth _ Franzl&Sissi“ zu den ganz großen Themenstoffen der Kunst und damit gleichsam zum Mythos einer facettenreichen Projektionsfläche, in, auf der sich Generation zu Generation neu in Geschichte und Identität definiert und erfindet.
Wie sich nun kompakt in Geschichte, Kultur und Leben in diesem Labyrinth der Erzählungen aus Kaiserszeiten zwischen Hofburg, Schönbrunn und Bühne, Roman zurechtfinden?
Das vorliegende Buch des ausgezeichneten Kenners österreichischer Kultur- wie Lebensgeschichte, Autor und Schriftsteller Georg Markus, wie der renommierten Historikerin Brigitte Hamann (1940 – 2016) bietet nun in deutscher wie englischer Sprache eine wunderbare Etappenreise zu Leben und Geschichte des Kaiserpaares in fundiertem Wissen, vielen überraschenden Besonderheiten und hervorragender Bild/Fotostrecke.
Eine ganz besondere biographische wie kulturgeschichtliche Entdeckungsreise für Insider und Interessierte!
Franz Joseph & Elisabeth. Ein Doppelporträt – A Double Portrait. Georg Markus. Amalthea Verlag.