„Es beginnt mit einem Schulaufsatz vom „King“, dem Star der Klasse mit der Kugel im Bein, die er seit der Flucht aus dem Herkunftsland in den Wirren des Krieges in sich trägt. Jetzt schreibt er in einem Aufsatz über die Erfahrung von Leben, Tod und all das Aufwühlende in diesem jungen Leben. Die Lehrerin fasst die Zeilen des „Kings“ wie alle Aufsätze der Klasse in einem Heft für die Eltern zusammen…und das führt zu einem Klassenelternabend in dem zunächst der „King“ und seine Worte zur „Schatzkiste“ im Mittelpunkt stehen…doch dann öffnet sich all das was in keinem Schulaufsatz steht und doch Leben in allen Abgründen von Allzumenschlichem bis zu gesellschaftlichen Brennpunkten öffnet…“
Es ist ein mitreißender Theaterabend, in dem das Wiener Ensemble „theater privat“ in der Regie von Alice Mortsch erneut zeigt, welches großartige Bühnenteam hier Leben und Gesellschaft in Witz und kritischem Spiegelbild faszinierend darstellt.
Regie und Ensemble begeistern in atemberaubend präzisem Spiel, das sich mutig einem aktuellen Theaterstoff zu Gesellschaft und Integration der vielfach preisgekrönten Autorin Margit Mazgolich stellt und dies in Spannung und Impuls in verschiedenen Spielebenen eindrucksvoll meistert und außergewöhnliche Akzente in Inszenierung und Darstellung zu setzen weiß. Ein herrlich pointierter Elternabend unserer Gesellschaft in hintergründiger schonungsloser Innenschau, zweifellos ein Stück zur Zeit!
„theater privat“ und Alice Mortsch etablieren sich erneut als eines der innovativsten Bühnenteams Wiens, die keine Herausforderung scheuen und mutig Drama und Komödie in wunderbar szenisch gesetztem Humor und kritischen Denkanstössen verbinden – schauen Sie sich das an!
„Der Aufsatz“
theater privat präsentiert das Stück von Margit Mezgolich
Der Aufsatz eines Schülers sorgt für Unruhe und ruft die Elternversammlung auf den Plan. Wie soll mit diesem Schriftstück umgegangen werden, das die Lehrerin auch noch in einem Sammelband abgedruckt hat? Das Zusammentreffen offenbart die Ängste und Vorurteile und spiegelt gleichzeitig die Zerrissenheit im Umgang mit dem Fremden wider.
Die politischen Ereignisse werden interpretiert und die Äußerungen der Kinder geben mehr über die Familiensituation preis, als den Erziehungsberechtigten lieb ist. Allerdings fehlen die wirklichen Hauptpersonen, dafür sind seltsame Geräusche wahrnehmbar.
Premiere: 24. Mai 2024 um 19:30 Uhr
weitere Aufführungen: 25., 26., 28., 31. Mai und 1. Juni 2024
jeweils um 19:30 Uhr
Kunsttankstelle Ottakring Grundsteingasse 45-47, 1160 Wien
Eintritt 18,-€
Es spielen: Jörg Bergen, Karin Frank, Anna Hasenöhrl, Bernhard Kobler, Paul Lohberger, Ilse Persy, Monika Winter, Kerstin Zimmermann
Regie: Alice Mortsch
Reservierungen unter reservierung@theaterprivat.at
Liebe Rebekka Pichler, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich bin derzeit in der Einteilung meines Tages ziemlich flexibel. Konstanten sind der morgendliche Kaffee, bei dem ich meine Ideen am besten fließen lassen kann, meistens gefolgt von einem Tanztraining. Dann mache ich Unterschiedliches – unterrichten, proben, organisatorische Arbeit,…
Es ist wichtig, dass wir uns des unentdeckten Potenzials bewusst sind, das in jeder und jedem von uns steckt. Es ist wichtig, ein bisschen weiter zu denken und auch das zu erforschen, was jenseits alltäglicher Handlungen, gewohnheitsmäßiger Interaktionsschemata und automatischer Denkmuster liegt.
Es ist wichtig, Ideen eine Chance zu geben, für Dinge zu brennen und sich selbst dabei nicht zu ernst zu nehmen. In jedem Fall ist es wichtig, dem Leben mit Humor zu begegnen und Leichtigkeit in all dieser Schwere zu finden.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich glaube, dass wir Realitäten außerhalb dessen brauchen, was wir als realistische Erwachsenenwelt ansehen. Für mich ist Theater ein Ort der Imagination, die heiligen Hallen der Kreativität und Fantasie. Das macht es besonders. In einer Umgebung, in der wir zu Erwachsenen mit Pflichten und Profilen mit so vielen „To-Dos“, „To-Bes“ und „To-Succeed-Ins“ werden, ist es wichtig, diese Räume zu haben, in denen die Fantasie den Vortritt hat. Das Theater ermöglicht Verspieltheit. Man kann sich auf einem Spielplatz voller Möglichkeiten wiederfinden und Optionen in Betracht ziehen, die über Stil, Vernunft und Ästhetik hinausgehen. Sogar Möglichkeiten, die scheinbar weit entfernt liegen und die man findet, wenn man Kreativität am weiten Horizont schweifen lässt.
Was liest Du derzeit?
Orhan Pamuk: „Das Museum der Unschuld“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Du musst das Leben nicht verstehen. Dann wird es werden wie ein Fest“
Rainer Maria Rilke
Vielen Dank für das Interview, liebe Rebekka, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanzprojekte und persönlich alles Gute!
Zur Person_Rebekka Pichler schloss 2022 ihr Studium der zeitgenössischen Tanzpädagogik an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien ab. Es folgte ein halbjähriges, von Erasmus+ gefördertes Praktikum bei der Tanzcompany „ATOM Theatre“ in Sofia. Als Mitglied der Company war sie Teil verschiedener Projekte, entwickelte und performte ihr eigenes Stück „The big creation“, tanzte in der Choreografie „Betweenthedevilandthedeepbluesea“ von Stefaniya Georgieva und unterrichtete Open classes im Studio „Dance Station Bulgaria“.
Im Rahmen der „ATOM choreographic series“, einer Plattform für choreografischen Austausch, wurde sie eingeladen, als Choreografin mit einer Gruppe von Tänzer*innen ein Stück zu entwickeln, das im Theater „Toplocentrala” in Sofia aufgeführt wurde.
In Wien tanzte Rebekka ihre eigenen Choreografien, u.a. bei den Festivals „Kultursommer Wien“ und „Wir sind Wien“. Sie war Tänzerin im Performance Projekt „Glückselig. War gestern, oder? Eine Aneignung“, kuratiert von Andrea Amort, das 2023 im brut nordwest Premiere hatte. Als Teil des Projekts MAGMA erarbeitete sie gemeinsam mit einem interdisziplinären Team das Stück “Schachkomplex”, dessen Aufführung als Work in Progress im Dschungel Wien stattfand.
Ein aktueller Fokus von Rebekkas tänzerischer Recherche und Praxis liegt auf instant composition. „Landscapes for Composition“, ein strukturiertes Fortbildungsprogramm für Improvisation und Komposition, ermöglicht es ihr, Wissen und Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet zu vertiefen. Sie tanzt regelmäßig improvisierte Stücke mit Musiker*innen verschiedener Genres. Die Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus unterschiedlichsten Bereichen wie Schauspiel, Literatur, Video und Musik bereichert und prägt ihren Zugang zum zeitgenössischen Tanz.
Liebe Janine Gerber, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Morgens brauche ich viel Zeit und Ruhe, schaue in die Wipfel der Bäume, beobachte den Himmel, das Licht und bin dann bis nachmittags im Atelier. Dort ist die Arbeit oft körperlich und erfordert einen Einsatz mit dem Anreiben der Farbe, dem Auftragen, dem Verwerfen, bis ein Gesamtlicht im Bild entsteht, das es trägt. Oft schreibe ich auch, gehe mit meiner Hündin im Wald spazieren und lese.
Janine Gerber, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ein Bewusstsein für unsere Handlungen und unsere Haltung zu entwickeln, zu beobachten, zu agieren.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Wesentlich empfinde ich das Vertrauen in die Mitmenschen, da es uns wahrhaftig verbindet und stärken kann. Die Kunst erweitert unser Bewusstsein, wenn wir den Mut haben und auch die Neugier, uns auf sie einzulassen, Fragen zu stellen – an uns, an andere. Die Kunst öffnet Räume, um weiterzudenken, Möglichkeiten zu erforschen und uns selbst zu überraschen.
Was liest Du derzeit?
„Making space“ von Antony Gormley, ein Katalog seiner Arbeiten und „Gute Nachbarn“, Gedichte, Briefe, Texte und Bilder von René Char und Peter Handke.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Edges are the relation between something and nothing. They both define and
release us.“ (Antony Gormley)
Vielen Dank für das Interview, liebe Janine, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Janine Gerber, Künstlerin
Zur Person_Janine Gerber studierte Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München und der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.
Sie arbeitet in einer ehemaligen Schmiede auf dem Land nicht weit von Lübeck und ihr Thema ist die Fläche, in die sich äußere Faktoren wie das natürliche Licht, Bewegung, Geruch einweben. Sie arbeitet in den Bereichen Malerei, Fotografie, Skulptur und Performance.
Zur Person_Harry Lampl ist seit 36 Jahren auf dieser Welt und seit dem als Überlebenskünstler und meistens auch als Schauspieler aktiv. Neben zahlreichen Rollen in Film und Fernsehen oder im Theater spielt er auch seine eigenen Lieder begleitet von Akkordeon und Gitarre. Falls ihr ihn auf der Bühne oder der Leinwand vergeblich sucht, findet ihr in vielleicht bei einer Stadtführung in Hamburg, dem neuesten seiner zahlreichen „Side-Gigs“ oder auf dem Fußballplatz. Bzw. daneben. Vor allem wenn Sturm spielt.
„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine https://www.theaterarche.at/
Lara Bumbacher _ Schauspielerin und Produktionsleiterin.
Liebe Lara Bumbacher, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Immer im Wandel, niemals langweilig!
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Dialog. Demokratie. Durchhaltevermögen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ein Ort des Austauschs zu sein und Gedenkanstöße zu liefern.
Was liest Du derzeit?
Gerade „A little life“ ausgelesen. Sehr empfehlenswert!
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Its not about the journey, it`s about the company.”
„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine https://www.theaterarche.at/
Vielen Dank für das Interview, liebe Lara, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Film-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Lara Bumbacher _ Schauspielerin und Produktionsleiterin
Zur Person_Lara Bumbacher ist eine schweizerische Schauspielerin und Produktionsleiterin. Bereits vor ihrer Ausbildung an der Schauspielschule Krauss hat sie an mehreren Stücken am Schauspielhaus Zürich als Chorsprecherin mitgewirkt. Seit Abschluss ihrer Schauspielausbildung 2020 ist sie in Österreich und der Schweiz als Schauspielerin tätig. Seit 2023 arbeitet sie außerdem als Produktionsleiterin für das schweizerische Theaterkollektiv L‘actif Post Helvetia.
Aktuelle Produktion von und mit Lara Bumbacher :„Körper [sic!]“ Ars ex Machina _ Der menschliche Körper als Abbild einer Gesellschaft.
„Körper [sic!]“ _ Lara Bumbacher, Clemens Janout, Julia Hammerl (von links)
„Körper [sic!]“ ist der Titel des neuen Projektes von Ars ex Machina, einem Verein, der 2022 von Schauspieler und Kulturjournalist Clemens Janout gegründet wurde, um mit innovativen Formen im Sprechtheater zu experimentieren. Für die aktuelle Produktion hat das vierköpfige Kernteam eigens ein Theaterstück verfasst, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in unserer Gesellschaft auslotet.
Jeder Mensch hat einen Körper. Eine Gemeinsamkeit, die noch lange keinen Garant für Gleichberechtigung darstellt, das war dem Theaterkollektiv Ars ex Machina schnell klar. Ob im TV, auf der Kinoleinwand oder im Internet: Die Masse an stereotypisierten Abbildungen von Menschen prägt unser Verständnis davon, was schön ist. Mit negativen Folgen, denn Schönheit als Ware verkauft sich nur so lange sie exklusiv, also für den Großteil der Menschen unerreichbar bleibt. Welche Auswirkungen heutige Schönheitsideale auf junge Menschen haben, das hat erst kürzlich eine Studie von Saferinternet.at festgestellt. Die jungen Generationen fühlen sich zunehmend von stereotypisierten Körperbildern unter Druck gesetzt. Wenig verwunderlich, führt man sich die französische Kosmetikkette Sephora vor Augen, die mit einer Anti-Faltencreme für Achtjährige wirbt.
Wiener Erstaufführung
Ob jung oder alt, groß oder klein, dick oder dünn: Unser Körper ist und bleibt ein Thema, das uns Menschen unser ganzes Leben lang beschäftigt. Genug Stoff also für einen Theaterabend, so der Gedanke von Schauspieler Clemens Janout, der für die Stückentwicklung „Körper [sic!]“ ein junges Künstler:innenkollektiv versammelt hat, um die Verflechtungen zwischen dem menschlichen Körper und der Gesellschaft zu erforschen. Neben ihm zeichnen die Schauspielerinnen Lara Bumbacher und Julia Hammerl sowie die Regisseurin Juliane Aixner für Konzept und Text verantwortlich. Nach der Uraufführung des mit humorvoller Gesellschaftskritik gespickten Theaterstücks am 1. Mai beim klagenfurter ensemble in Kärnten, gastiert „Körper [sic!]“ zwischen 20. Mai und 8. Juni für sechs weitere Vorstellungen im Rahmen einer Kooperation mit der Theater Arche in Wien.
Aufstrebendes Künstler:innenkollektiv
Bei dem Projekt handelt es sich nicht nur um die zweite Produktion von Ars ex Machina, sondern auch um die zweite Regiearbeit von Juliane Aixner, die erst vor wenigen Monaten ihr Regiedebüt mit „Collective Rage“ am Wiener Ateliertheater gefeiert hat. Zur Mitwirkung bei „Körper [sic!]“ animiert hat die Jungregisseurin auch den Künstler Philipp Pettauer, dessen musikalische Kreationen neulich in Produktionen des Theater am Werk und Kosmos Theater zu hören waren, sowie die aufstrebende Kostüm- und Bühnenbildnerin Svea Egger. Das Schauspielensemble besticht durch die aus der Schweiz stammende Lara Bumbacher, die gebürtige Wienerin Julia Hammerl und den Kärntner Clemens Janout.
Wien-Debüt für Ars ex Machina
Vereinsgründer Clemens Janout hat mit dem interaktiven Monologstück „All das Schöne“ vergangenen Herbst den Einstand von Ars ex Machina gefeiert. Nachdem der Theatertext des britischen Autors Duncan Macmillan ausschließlich in Kärnten gespielt wurde, wird mit der Stückentwicklung „Körper [sic!]“ wenige Monate später erstmals eine Ars ex Machina[1]Produktion in Wien präsentiert.
Neuer künstlerischer Zugang
Statements setzen möchte der Verein sowohl mit der Kunst an sich, als auch mit der Art und Weise, wie sie produziert wird. Ein Arbeiten auf Augenhöhe ohne große Hierarchien stellt vor allem in den darstellenden Künsten nach wie vor die Ausnahmeerscheinung dar – oft zum Leidwesen der mitwirkenden Künstler:innen. Der Zugang von Ars ex Machina soll auch neues Publikum erschließen und Theater wieder zu einem Ort des gesamtgesellschaftlichen Diskurses machen.
„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine
Die Wiener Erstaufführung von „Körper [sic!]“ – ein Theaterstück, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in der Gesellschaft auslotet – findet am 20. Mai um 20 Uhr in der TheaterArche, Münzwardeingasse 2a, 1060 Wien statt. Weitere Vorstellungstermine: 28. und 29. Mai sowie 6., 7. und 8. Juni, jeweils 20 Uhr.
Schauspiel: Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout Regie: Juliane Aixner Konzept, Text: Juliane Aixner, Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout Musik: Philipp Pettauer Bühne, Kostüm: Svea Egger
Christian Dörge _ Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur _ 8.5.2024
Christian Dörge _ Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur.
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Christian Dörge_ Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur.
Zur Person_Christian Dörge, Jahrgang 1969. Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur.
Erste Veröffentlichungen 1988 und 1989: Phenomena (Roman), Opera (Texte).
Von 1989 bis 1993 Leiter der Theatergruppe Orphée-Dramatiques und Inszenierung
eigener Werke, u.a. Eine Selbstspiegelung des Poeten (1990), Das Testament des Orpheus (1990), Das Gefängnis (1992) und Hamlet-Monologe (2014).
1988 bis 2018: Diverse Veröffentlichungen in Anthologien und Literatur-Periodika.
Veröffentlichung der Textsammlungen Automatik (1991) sowie Gift und Lichter von Paris (beide 1993).
Seit 1992 erfolgreich als Komponist und Sänger seiner Projekte Syria und Borgia Disco sowie als Spoken Words-Artist im Rahmen zahlreicher Literatur-Vertonungen; Veröffentlichung von über 60 Alben, u.a. Ozymandias Of Egypt (1994), Marrakesh Night Market (1995), Antiphon (1996), A Gift From Culture (1996), Metroland (1999), Slow Night (2003), Sixties Alien Love Story (2010), American Gothic (2011), Flower Mercy Needle Chain (2011), Analog (2010), Apotheosis (2011), Tristana 9212 (2012), On Glass (2014), The Sound Of Snow (2015), American Life (2015), Cyberpunk (2016).
Rückkehr zur Literatur im Jahr 2013: Veröffentlichung der Theaterstücke Hamlet-Monologe und Macbeth-Monologe (beide 2015) und von Tristana – Eine Werkausgabe (2022), einer ersten umfangreichen Werkschau seiner experimentelleren Arbeiten.
2021 veröffentlicht Christian Dörge mehrere Kriminal-Romane und beginnt drei Roman-Serien: Die unheimlichen Fälle des Edgar Wallace, Ein Fall für Remigius Jungblut und Friesland.
2022 folgen zwei weitere Krimi-Serien: Noir-Krimis um den Frankenberger Privatdetektiv Lafayette Bismarck und München-Krimis mit Jack Kandlbinder, der in der bayrischen Landeshauptstadt die merkwürdigsten Verbrechen aufzuklären hat.
2023 erscheinen Dörges neuen Alben Kafkaland, Lycia, sich entfernen und Halbes Superego.
Julia Hammerl, Schauspielerin _ in„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine https://www.theaterarche.at/
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G emeinschaft
I nnovation
V ertrauen
E rleben
P ositivität
E rwartungen
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C ommunity
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A uffangen
N eu
C ontenance
E cho
Julia Hammerl, 20.5.2024
Julia Hammerl, Schauspielerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Julia Hammerl, Schauspielerin
Zur Person_Julia Hammerl ist eine Schauspielerin aus Wien. Nach der Matura beginnt sie ihre Ausbildung an der Schauspielschule Krauss, welche sie 2021 abschließt. Schon seit ihrer Jugend wirkt sie bei Theaterproduktionen in Wien und Niederösterreich mit. Bislang war sie auf Bühnen wie dem Schauspielhaus Wien, dem klagenfurter ensemble, dem Stadttheater Mödling und dem Theater an der Wien zu sehen.
Aktuelle Produktion von und mit Julia Hammerl :„Körper [sic!]“ Ars ex Machina _ Der menschliche Körper als Abbild einer Gesellschaft.
„Körper [sic!]“ ist der Titel des neuen Projektes von Ars ex Machina, einem Verein, der 2022 von Schauspieler und Kulturjournalist Clemens Janout gegründet wurde, um mit innovativen Formen im Sprechtheater zu experimentieren. Für die aktuelle Produktion hat das vierköpfige Kernteam eigens ein Theaterstück verfasst, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in unserer Gesellschaft auslotet.
Jeder Mensch hat einen Körper. Eine Gemeinsamkeit, die noch lange keinen Garant für Gleichberechtigung darstellt, das war dem Theaterkollektiv Ars ex Machina schnell klar. Ob im TV, auf der Kinoleinwand oder im Internet: Die Masse an stereotypisierten Abbildungen von Menschen prägt unser Verständnis davon, was schön ist. Mit negativen Folgen, denn Schönheit als Ware verkauft sich nur so lange sie exklusiv, also für den Großteil der Menschen unerreichbar bleibt. Welche Auswirkungen heutige Schönheitsideale auf junge Menschen haben, das hat erst kürzlich eine Studie von Saferinternet.at festgestellt. Die jungen Generationen fühlen sich zunehmend von stereotypisierten Körperbildern unter Druck gesetzt. Wenig verwunderlich, führt man sich die französische Kosmetikkette Sephora vor Augen, die mit einer Anti-Faltencreme für Achtjährige wirbt.
Wiener Erstaufführung
Ob jung oder alt, groß oder klein, dick oder dünn: Unser Körper ist und bleibt ein Thema, das uns Menschen unser ganzes Leben lang beschäftigt. Genug Stoff also für einen Theaterabend, so der Gedanke von Schauspieler Clemens Janout, der für die Stückentwicklung „Körper [sic!]“ ein junges Künstler:innenkollektiv versammelt hat, um die Verflechtungen zwischen dem menschlichen Körper und der Gesellschaft zu erforschen. Neben ihm zeichnen die Schauspielerinnen Lara Bumbacher und Julia Hammerl sowie die Regisseurin Juliane Aixner für Konzept und Text verantwortlich. Nach der Uraufführung des mit humorvoller Gesellschaftskritik gespickten Theaterstücks am 1. Mai beim klagenfurter ensemble in Kärnten, gastiert „Körper [sic!]“ zwischen 20. Mai und 8. Juni für sechs weitere Vorstellungen im Rahmen einer Kooperation mit der Theater Arche in Wien.
Aufstrebendes Künstler:innenkollektiv
Bei dem Projekt handelt es sich nicht nur um die zweite Produktion von Ars ex Machina, sondern auch um die zweite Regiearbeit von Juliane Aixner, die erst vor wenigen Monaten ihr Regiedebüt mit „Collective Rage“ am Wiener Ateliertheater gefeiert hat. Zur Mitwirkung bei „Körper [sic!]“ animiert hat die Jungregisseurin auch den Künstler Philipp Pettauer, dessen musikalische Kreationen neulich in Produktionen des Theater am Werk und Kosmos Theater zu hören waren, sowie die aufstrebende Kostüm- und Bühnenbildnerin Svea Egger. Das Schauspielensemble besticht durch die aus der Schweiz stammende Lara Bumbacher, die gebürtige Wienerin Julia Hammerl und den Kärntner Clemens Janout.
Wien-Debüt für Ars ex Machina
Vereinsgründer Clemens Janout hat mit dem interaktiven Monologstück „All das Schöne“ vergangenen Herbst den Einstand von Ars ex Machina gefeiert. Nachdem der Theatertext des britischen Autors Duncan Macmillan ausschließlich in Kärnten gespielt wurde, wird mit der Stückentwicklung „Körper [sic!]“ wenige Monate später erstmals eine Ars ex Machina[1]Produktion in Wien präsentiert.
Neuer künstlerischer Zugang
Statements setzen möchte der Verein sowohl mit der Kunst an sich, als auch mit der Art und Weise, wie sie produziert wird. Ein Arbeiten auf Augenhöhe ohne große Hierarchien stellt vor allem in den darstellenden Künsten nach wie vor die Ausnahmeerscheinung dar – oft zum Leidwesen der mitwirkenden Künstler:innen. Der Zugang von Ars ex Machina soll auch neues Publikum erschließen und Theater wieder zu einem Ort des gesamtgesellschaftlichen Diskurses machen.
Julia Hammerl, Schauspielerin _ in„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine https://www.theaterarche.at/
Die Wiener Erstaufführung von „Körper [sic!]“ – ein Theaterstück, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in der Gesellschaft auslotet – findet am 20. Mai um 20 Uhr in der TheaterArche, Münzwardeingasse 2a, 1060 Wien statt. Weitere Vorstellungstermine: 28. und 29. Mai sowie 6., 7. und 8. Juni, jeweils 20 Uhr.
Schauspiel: Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout Regie: Juliane Aixner Konzept, Text: Juliane Aixner, Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout Musik: Philipp Pettauer Bühne, Kostüm: Svea Egger
Julia Hammerl, Schauspielerin (rechts) _ in„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine https://www.theaterarche.at/
Liebe Julia Hammerl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Von den Katzen viel zu früh geweckt werden, Katzen füttern, nochmal kurz schlafen, aufstehen, lesen, Kaffeetrinken, Proben, Erledigungen, Kochen, Textlernen, Katzen füttern, Schlafengehen, Katzen kuscheln
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Liebe Menschen in unserem Umfeld zu haben, gute Gespräche, viele schöne Dinge machen, auf sich selbst und die Mitmenschen schauen, miteinander in Kontakt treten und nicht gegeneinander arbeiten, sich selbst nicht zu ernst nehmen
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Kunst soll sowohl Hoffnung bringen als auch Problematiken thematisieren.
Was liest Du derzeit?
„Iowa“ von Stefanie Sargnagel
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
tutto nel mondo è burla – Die ganze Welt ist Narrheit
„Körper [sic!]“ _ Julia Hammerl (von rechts), Clemens Janout, Lara Bumbacher
Vielen Dank für das Interview, liebe Julia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Film-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
Julia Hammerl, Schauspielerin
5 Fragen an Künstler*innen:
Julia Hammerl, Schauspielerin
Zur Person_Julia Hammerl ist eine Schauspielerin aus Wien. Nach der Matura beginnt sie ihre Ausbildung an der Schauspielschule Krauss, welche sie 2021 abschließt. Schon seit ihrer Jugend wirkt sie bei Theaterproduktionen in Wien und Niederösterreich mit. Bislang war sie auf Bühnen wie dem Schauspielhaus Wien, dem klagenfurter ensemble, dem Stadttheater Mödling und dem Theater an der Wien zu sehen.
Aktuelle Produktion von und mit Julia Hammerl :„Körper [sic!]“ Ars ex Machina _ Der menschliche Körper als Abbild einer Gesellschaft.
„Körper [sic!]“ ist der Titel des neuen Projektes von Ars ex Machina, einem Verein, der 2022 von Schauspieler und Kulturjournalist Clemens Janout gegründet wurde, um mit innovativen Formen im Sprechtheater zu experimentieren. Für die aktuelle Produktion hat das vierköpfige Kernteam eigens ein Theaterstück verfasst, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in unserer Gesellschaft auslotet.
Jeder Mensch hat einen Körper. Eine Gemeinsamkeit, die noch lange keinen Garant für Gleichberechtigung darstellt, das war dem Theaterkollektiv Ars ex Machina schnell klar. Ob im TV, auf der Kinoleinwand oder im Internet: Die Masse an stereotypisierten Abbildungen von Menschen prägt unser Verständnis davon, was schön ist. Mit negativen Folgen, denn Schönheit als Ware verkauft sich nur so lange sie exklusiv, also für den Großteil der Menschen unerreichbar bleibt. Welche Auswirkungen heutige Schönheitsideale auf junge Menschen haben, das hat erst kürzlich eine Studie von Saferinternet.at festgestellt. Die jungen Generationen fühlen sich zunehmend von stereotypisierten Körperbildern unter Druck gesetzt. Wenig verwunderlich, führt man sich die französische Kosmetikkette Sephora vor Augen, die mit einer Anti-Faltencreme für Achtjährige wirbt.
Wiener Erstaufführung
Ob jung oder alt, groß oder klein, dick oder dünn: Unser Körper ist und bleibt ein Thema, das uns Menschen unser ganzes Leben lang beschäftigt. Genug Stoff also für einen Theaterabend, so der Gedanke von Schauspieler Clemens Janout, der für die Stückentwicklung „Körper [sic!]“ ein junges Künstler:innenkollektiv versammelt hat, um die Verflechtungen zwischen dem menschlichen Körper und der Gesellschaft zu erforschen. Neben ihm zeichnen die Schauspielerinnen Lara Bumbacher und Julia Hammerl sowie die Regisseurin Juliane Aixner für Konzept und Text verantwortlich. Nach der Uraufführung des mit humorvoller Gesellschaftskritik gespickten Theaterstücks am 1. Mai beim klagenfurter ensemble in Kärnten, gastiert „Körper [sic!]“ zwischen 20. Mai und 8. Juni für sechs weitere Vorstellungen im Rahmen einer Kooperation mit der Theater Arche in Wien.
Aufstrebendes Künstler:innenkollektiv
Bei dem Projekt handelt es sich nicht nur um die zweite Produktion von Ars ex Machina, sondern auch um die zweite Regiearbeit von Juliane Aixner, die erst vor wenigen Monaten ihr Regiedebüt mit „Collective Rage“ am Wiener Ateliertheater gefeiert hat. Zur Mitwirkung bei „Körper [sic!]“ animiert hat die Jungregisseurin auch den Künstler Philipp Pettauer, dessen musikalische Kreationen neulich in Produktionen des Theater am Werk und Kosmos Theater zu hören waren, sowie die aufstrebende Kostüm- und Bühnenbildnerin Svea Egger. Das Schauspielensemble besticht durch die aus der Schweiz stammende Lara Bumbacher, die gebürtige Wienerin Julia Hammerl und den Kärntner Clemens Janout.
Wien-Debüt für Ars ex Machina
Vereinsgründer Clemens Janout hat mit dem interaktiven Monologstück „All das Schöne“ vergangenen Herbst den Einstand von Ars ex Machina gefeiert. Nachdem der Theatertext des britischen Autors Duncan Macmillan ausschließlich in Kärnten gespielt wurde, wird mit der Stückentwicklung „Körper [sic!]“ wenige Monate später erstmals eine Ars ex Machina[1]Produktion in Wien präsentiert.
Neuer künstlerischer Zugang
Statements setzen möchte der Verein sowohl mit der Kunst an sich, als auch mit der Art und Weise, wie sie produziert wird. Ein Arbeiten auf Augenhöhe ohne große Hierarchien stellt vor allem in den darstellenden Künsten nach wie vor die Ausnahmeerscheinung dar – oft zum Leidwesen der mitwirkenden Künstler:innen. Der Zugang von Ars ex Machina soll auch neues Publikum erschließen und Theater wieder zu einem Ort des gesamtgesellschaftlichen Diskurses machen.
Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine
Die Wiener Erstaufführung von „Körper [sic!]“ – ein Theaterstück, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in der Gesellschaft auslotet – findet am 20. Mai um 20 Uhr in der TheaterArche, Münzwardeingasse 2a, 1060 Wien statt. Weitere Vorstellungstermine: 28. und 29. Mai sowie 6., 7. und 8. Juni, jeweils 20 Uhr.
Schauspiel: Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout Regie: Juliane Aixner Konzept, Text: Juliane Aixner, Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout Musik: Philipp Pettauer Bühne, Kostüm: Svea Egger
„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine https://www.theaterarche.at/
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Gänsefüßchen
Intervention
Vitalität
Einheit
Publikum
Erwartungen
Anders
Chromophobie
Ewigkeit
Ananas
Collage
Haut
Aktion
Nordlicht
Courage
Ende
„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine
Lara Bumbacher 20.5.24
Lara Bumbacher _ Schauspielerin und Produktionsleiterin.
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Lara Bumbacher _ Schauspielerin und Produktionsleiterin
Zur Person_Lara Bumbacher ist eine schweizerische Schauspielerin und Produktionsleiterin. Bereits vor ihrer Ausbildung an der Schauspielschule Krauss hat sie an mehreren Stücken am Schauspielhaus Zürich als Chorsprecherin mitgewirkt. Seit Abschluss ihrer Schauspielausbildung 2020 ist sie in Österreich und der Schweiz als Schauspielerin tätig. Seit 2023 arbeitet sie außerdem als Produktionsleiterin für das schweizerische Theaterkollektiv L‘actif Post Helvetia.
Aktuelle Produktion von und mit Lara Bumbacher :„Körper [sic!]“ Ars ex Machina _ Der menschliche Körper als Abbild einer Gesellschaft.
„Körper [sic!]“ _ Lara Bumbacher, Clemens Janout, Julia Hammerl (von links)
„Körper [sic!]“ ist der Titel des neuen Projektes von Ars ex Machina, einem Verein, der 2022 von Schauspieler und Kulturjournalist Clemens Janout gegründet wurde, um mit innovativen Formen im Sprechtheater zu experimentieren. Für die aktuelle Produktion hat das vierköpfige Kernteam eigens ein Theaterstück verfasst, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in unserer Gesellschaft auslotet.
Jeder Mensch hat einen Körper. Eine Gemeinsamkeit, die noch lange keinen Garant für Gleichberechtigung darstellt, das war dem Theaterkollektiv Ars ex Machina schnell klar. Ob im TV, auf der Kinoleinwand oder im Internet: Die Masse an stereotypisierten Abbildungen von Menschen prägt unser Verständnis davon, was schön ist. Mit negativen Folgen, denn Schönheit als Ware verkauft sich nur so lange sie exklusiv, also für den Großteil der Menschen unerreichbar bleibt. Welche Auswirkungen heutige Schönheitsideale auf junge Menschen haben, das hat erst kürzlich eine Studie von Saferinternet.at festgestellt. Die jungen Generationen fühlen sich zunehmend von stereotypisierten Körperbildern unter Druck gesetzt. Wenig verwunderlich, führt man sich die französische Kosmetikkette Sephora vor Augen, die mit einer Anti-Faltencreme für Achtjährige wirbt.
Wiener Erstaufführung
Ob jung oder alt, groß oder klein, dick oder dünn: Unser Körper ist und bleibt ein Thema, das uns Menschen unser ganzes Leben lang beschäftigt. Genug Stoff also für einen Theaterabend, so der Gedanke von Schauspieler Clemens Janout, der für die Stückentwicklung „Körper [sic!]“ ein junges Künstler:innenkollektiv versammelt hat, um die Verflechtungen zwischen dem menschlichen Körper und der Gesellschaft zu erforschen. Neben ihm zeichnen die Schauspielerinnen Lara Bumbacher und Julia Hammerl sowie die Regisseurin Juliane Aixner für Konzept und Text verantwortlich. Nach der Uraufführung des mit humorvoller Gesellschaftskritik gespickten Theaterstücks am 1. Mai beim klagenfurter ensemble in Kärnten, gastiert „Körper [sic!]“ zwischen 20. Mai und 8. Juni für sechs weitere Vorstellungen im Rahmen einer Kooperation mit der Theater Arche in Wien.
Aufstrebendes Künstler:innenkollektiv
Bei dem Projekt handelt es sich nicht nur um die zweite Produktion von Ars ex Machina, sondern auch um die zweite Regiearbeit von Juliane Aixner, die erst vor wenigen Monaten ihr Regiedebüt mit „Collective Rage“ am Wiener Ateliertheater gefeiert hat. Zur Mitwirkung bei „Körper [sic!]“ animiert hat die Jungregisseurin auch den Künstler Philipp Pettauer, dessen musikalische Kreationen neulich in Produktionen des Theater am Werk und Kosmos Theater zu hören waren, sowie die aufstrebende Kostüm- und Bühnenbildnerin Svea Egger. Das Schauspielensemble besticht durch die aus der Schweiz stammende Lara Bumbacher, die gebürtige Wienerin Julia Hammerl und den Kärntner Clemens Janout.
Wien-Debüt für Ars ex Machina
Vereinsgründer Clemens Janout hat mit dem interaktiven Monologstück „All das Schöne“ vergangenen Herbst den Einstand von Ars ex Machina gefeiert. Nachdem der Theatertext des britischen Autors Duncan Macmillan ausschließlich in Kärnten gespielt wurde, wird mit der Stückentwicklung „Körper [sic!]“ wenige Monate später erstmals eine Ars ex Machina[1]Produktion in Wien präsentiert.
Neuer künstlerischer Zugang
Statements setzen möchte der Verein sowohl mit der Kunst an sich, als auch mit der Art und Weise, wie sie produziert wird. Ein Arbeiten auf Augenhöhe ohne große Hierarchien stellt vor allem in den darstellenden Künsten nach wie vor die Ausnahmeerscheinung dar – oft zum Leidwesen der mitwirkenden Künstler:innen. Der Zugang von Ars ex Machina soll auch neues Publikum erschließen und Theater wieder zu einem Ort des gesamtgesellschaftlichen Diskurses machen.
„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _ Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _ laufende Spieltermine
Die Wiener Erstaufführung von „Körper [sic!]“ – ein Theaterstück, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in der Gesellschaft auslotet – findet am 20. Mai um 20 Uhr in der TheaterArche, Münzwardeingasse 2a, 1060 Wien statt. Weitere Vorstellungstermine: 28. und 29. Mai sowie 6., 7. und 8. Juni, jeweils 20 Uhr.
Schauspiel: Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout Regie: Juliane Aixner Konzept, Text: Juliane Aixner, Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout Musik: Philipp Pettauer Bühne, Kostüm: Svea Egger
Lieber Felix Metzner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich werde meistens zwischen 6 und 7 von meiner Tochter geweckt. Dann frühstücke ich mit meiner Familie und fahre zur Probe. Wenn ich gerade keine Theaterproduktion mache, plane ich kommende Inszenierungen, schreibe Stückfassungen oder lese Stücke und Bücher. Abends trinke ich gerne Wein mit meiner Frau und rede mit ihr über alles, das uns beschäftigt.
Felix Metzner, Regisseur
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wieder mehr Dialog wagen. Anstatt sich in seiner Bubble zu verschanzen, sollte die Gesellschaft wieder mehr Mut zu Debatten haben.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Der erwachsene Mensch sollte nie die Offenheit und Neugier seiner Kindheit verlieren. Ich persönlich sehe die Kunst an sich als ein Panoptikum verschiedenster bewusster und unbewusster Interpretationen unserer Gesellschaft und unserer Welt. Für mich ist die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur lebensnotwendig, um mich selbst zu spüren, mich weiterzuentwickeln und die Welt wenigstens ein kleinen bisschen besser zu verstehen.
Was liest Du derzeit?
„Das Bastardbuch. Autobiografische Stationen“ von Hans Neuenfels
und „Blutbuch“ von Kim de l’Horizon.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Jedes Zuhause ist ein zufälliges: Dort wirst du geboren, hierhin vertrieben, da drüben vermachst du deine Niere der Wissenschaft. Glück hat, wer den Zufall beeinflussen kann. Wer sein Zuhause nicht verlässt, weil er muss, sondern weil er will. (Aus dem Roman „Herkunft“ von Saša Stanišić)
Vielen Dank für das Interview, lieber Felix, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Film-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Felix Metzner, Regisseur
Zur Person_Felix Wolfgang Metzner, Regisseur.
In Nürnberg geboren, studierte Felix Wolfgang Metzner in Wien Theater-, Film und Medienwissenschaft sowie Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie. Seit 2001 drehte er erste Kurzfilme und arbeitete neben dem Studium als Regisseur, Regieassistent und Kameramann bei diversen Filmprojekten. Seine filmische Ausbildung vertiefte er bei einem Praktikum im österreichischen Filmmuseum und einem Studienaufenthalt an der New York Film Academy.
Seit 2010 sammelte er durch zahlreiche Hospitanzen und Assistenzen Erfahrung im Bereich der Theaterregie, unter anderem bei Anne Lenk, Kay Voges, Nikolaus Habjan, Michael Thalheimer und Matthias Hartmann am Burgtheater, bei William Friedkin am Theater an der Wien sowie am Schauspielhaus und dem Theater der Jugend in Wien. Am Burgtheater und dem Theater der Jugend war er jeweils als fester Regieassistent und Abendspielleiter engagiert. Ebenfalls war er für mehrere Produktionen als Videodesigner tätig.
In der Saison 2018/19 gab er mit »Frankenstein« nach Mary Shelley sein viel beachtetes Regiedebüt am Theater der Jugend Wien. Es folgten sechs Produktionen für das Burgtheater: 2020 inszenierte er vier Folgen für die Nestroy-Preis-nominierte Onlinevideo-Reihe »Wiener Stimmung« des Burgtheaters, das Multimediaprojekt »Geträumte Erinnerungen nie gesehener Zeiten« über den Dichter Jean Paul (mit Dörte Lyssewski, Branko Samarovski und Markus Meyer), sowie 2021 die von der Kritik gefeierte Inszenierung »Monster« im Vestibül des Burgtheaters. Weitere Produktionen für das Theater der Jugend, das Tiroler Landestheater, das Stadttheater Mödling, das Theater Scala Wien und die Komödienspiele Porcia folgten. Für die Saison 22/23 erhielt Metzner den Publikumspreis des Stadttheaters Mödling für »Rain Man« als beste Produktion der Saison.
In der Spielzeit 23/24 inszeniert er »Die Auslöschung. Ein Zerfall« von Thomas Bernhard am Staatstheater Darmstadt. Weitere Regiearbeiten sind 23/24 am Tiroler Landestheater, dem Landestheater Niederösterreich, dem Stadttheater Mödling, dem Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg, der Sargfabrik Wien, sowie dem Theater Scala Wien zu sehen.
Neben seinen Theaterprojekten arbeitet Felix Metzner derzeit an der Fertigstellung seines Spielfilms »Aus dem Dunkeln« und an dem Folgeprojekt »Polyphonia Rising«