Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „Ein Leben schreibend verbringen“ Hanno Millesi, Schriftsteller _ Wien 5.4.2025

Erinnerung anBarbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Interview _  Hanno Millesi, Schriftsteller

Lieber Hanno, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Ich habe Barbara Frischmuth ein paar Mal getroffen. Zuletzt 2022 im Rahmen der Innsbrucker Literaturtage. Ich habe sie als ausgesprochen liebenswerte, warme Persönlichkeit in Erinnerung.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Barbara Frischmuth gehört für mich zu den bedeutenden (weiblichen) Stimmen, einer sich im Laufe der 1970er zu einem von mehreren Höhepunkten aufschwingenden Literatur in und aus Österreich.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Ich habe kein Lieblingsbuch, kenne nur einige und nenne hier: Das Verschwinden des Schattens in der Sonne.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Ein Leben schreibend verbringen.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

Nein, aber ich steuere eine Anekdote bei: Auf einer Ägyptenreise – das muss so um 2010 gewesen sein – kam ich mit einem jener „aufoktroyierten“ Fremdenführer zusammen, der sich anschickte, mich durch verschiedene Sehenswürdigkeiten zu begleiten. Anfangs eher reserviert, da ich lieber alleine geblieben wäre, kamen wir einander bald näher. Ich begriff, dass das nun mal dazugehörte, er, dass ich nicht unbedingt dem klassischen Bild des Touristen entsprechen wollte. Als ich ihm beim Reden, was wir sonst so tun, schließlich eröffnete, dass ich Schriftsteller sei, schien ihn das zu erheitern. Nach dem Grund befragt, erzählte er mir, dass er mit Anfang zwanzig in Deutschland – an die Stadt kann ich mich nicht mehr erinnern – eine Zeitlang Literatur studiert hatte. Die einzige Arbeit, an die er sich noch erinnerte, wäre über eine österreichische Schriftstellerin namens Barbara Frischmuth gewesen. Wieder in Wien dachte ich bei einem meiner regelmäßigen Besuche in der Städtischen Bücherei an diese Begegnung und beschloss, mich nach einem mir noch nicht bekannten Buch von Barbara Frischmuth umzusehen. Ein, zwei Jahre zuvor war ein Reiseroman von ihr herausgekommen. Der Titel lautete: Vergiss Ägypten.

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Hanno Millesi, Schriftsteller

Hanno Millesi, Schriftsteller

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Fotos_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Foto_ Portrait Hanno Millesi: privat

Walter Pobaschnig 4.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „am liebsten würde ich ihren Garten besuchen, um zu sehen, wie das heute alles wächst“ Ivana Kampus, Schriftstellerin _ Tösching/Tesinja/AT 5.4.2025

Erinnerung anBarbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Interview _  Ivana Kampus, Schriftstellerin

Liebe Ivana, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Leider bin ich Barbara Frischmuth persönlich nie begegnet. Die Begegnungen fanden statt, indem ich ihre Bücher aufsog wie ein durstiges Kind. Ich wage es auch nicht, sie als meine Kollegin zu betrachten. Sie ist den meisten von uns, die wir im literarischen Zirkus Aufmerksamkeit auf uns ziehen möchten, haushoch überlegen. Ihr Werk ist so umfangreich und auf einem dermaßen hohen Niveau, dass man sie nur bewundern kann und es fällt den meisten von uns schwer, ihr Niveau nur annähernd zu erreichen. 

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Ihre Vielseitigkeit ist legendär. Die inhaltlich breite Palette ihrer Geschichten ist voll von Bonmots, guten Ideen und in einigen Büchern auch praktischen Tips. Ich denke da an ihr Buch „Der unwiderstehliche Garten“. Im Untertitel spricht sie selbst die Besonderheit aus, nämlich – Eine Beziehungsgeschichte. Ich nehme an, es ist ein autobiografisches Buch, da ihre Liebe bzw. ihre Beziehung zu den Pflanzen und deren eigenen Befindlichkeiten nicht einfach der Fantasie entspringen kann. Das Buch ist einerseits praxisbezogen, andererseits sind die Darbietungen darin von Gedanken durchwoben, die einerseits einem spritzigen Geist gelingen, der aber andererseits mit der Materie, also dem Garteln, wohl vertraut sein muss.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Ich habe zwei Lieblingsbücher, von denen ich mit Freude berichte. Das erste ist „Die Klosterschule“. Darin beschreibt sie Freud und Leid einer Internatsschülerin mit all ihren Freuden und, oder vorallem, Nöten. Da ich selbst als Zehnjährige aus verkehrstechnischen Gründen in ein Internat kam, ich war da vier Jahre lang, kamen mir die einzelnen Passagen überaus bekannt vor. Ich konnte mich teilweise mit den Ereignissen und Begebenheiten identifizieren, hatte selbst jedoch einen etwas entspannteren Zugang zu allem, da die Klosterschwestern, die das Internat führten, großen Respekt vor meinem Vater hatten und mich sehr freundlich behandelten. Jedenfalls weiß ich noch heute, dass ich dieses Buch nicht aus der Hand gab, bis ich es durchgelesen hatte.

Das zweite Buch hat den Titel „Die Schrift meines Freundes“. Darin beschreibt Barbara Frischmuth die Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen einer, ich nehme an, Wienerin und einem jungen Mann aus dem Orient. Die Autorin hat auch Orientalistik studiert und beschreibt mit größter Sorgfalt und bewundernswerten Details die Problematik des Außenseiters, der in den eigenen Reihen in komplizierte Verwicklungen einbezogen wird. Mir hat vorallem der Einblick in die Religion der Aleviten fasziniert. Ich habe dieses Buch irgendwo verlegt und habe es jetzt wieder bestellt, da ich es so positiv in Erinnerung behalten habe, andererseits aber den angeblich einem Krimi zuordenbaren Inhalt total vergessen habe. Offensichtlich waren die persönlichen, sachlichen und religiösen Informationen für mich damals interessanter als der kriminahe Ablauf der Handlung.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Meine Gedanken zu Barbara Frischmuths Werk – offen bleiben für alles, auch für alles Andersartige, Fremde; neugierig sein; am liebsten würde ich ihren Garten besuchen, um zu sehen, wie das heute alles wächst, was sie gesät oder gesetzt hat.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

Im Buch „Der unwiderstehliche Garten“ schreibt sie über Schachtelhalme, die die Welt noch einmal erobern möchten. Auf die Frage „Warum?“ antwortet sie: „… jeder exilierte König hat Sehnsucht nach seinem Reich.“ Schön, oder?

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Ivana Kampus, Schriftstellerin

Ivana Kampus, Schriftstellerin_Tösching/Tesinja/AT

Zur Person: Ivana Kampuš – Der Kärntner Schriftsteller Verband (kaerntner-schriftsteller.at)

Fotos_Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Foto_ Portrait: Ivana Kampus: privat

Walter Pobaschnig 4.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ Blitzlichter _ Peter Clar, Schriftsteller _ Wien 4.4.2025

Erinnerung anBarbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Blitzlicher von _ Peter Clar, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler _ Wien

Frischmuthforschungsteam _ von links nach rechts: Peter Clar, Matthias Schmidt, Julia Lingl, Anna Babka, Barbara Frischmuth

Peter Clar im Arbeitszimmer von Barbara Frischmuth_folgende Fotos

Peter Clar und Barbara Frischmuth

Vielen Dank für die wunderbaren Fotos, lieber Peter!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Peter Clar, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

Zur Person: Peter Clar, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

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Fotos_

Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Fotos _ Barbara Frischmuth/Peter Clar: c) Barbara Frischmuth-Gesellschaft

Walter Pobaschnig 4.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „Sie probierte immer wieder was Anderes, Neues“ Sabine Scholl, Schriftstellerin _ Berlin 4.4.2025

Erinnerung anBarbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Interview _  Sabine Scholl, Schriftstellerin

Liebe Sabine, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Wir saßen nebeneinander, waren zu „Literatur im Herbst“ eingeladen. Ich lebte in Chicago. Sie erzählte unter anderem von der vielen Fanpost, die sie bekam und dass sie es niemals schaffen könne, alle Zuschriften zu lesen und zu beantworten. Ich war beeindruckt von dieser Popularität. Später moderierte sie ein Gespräch mit Assia Djebar und obwohl ich deren Bücher gelesen hatte, wurde mir während Djebars Vortrag deutlich, wie sehr die algerisch-französische Autorin mit oralen Traditionen von Berber-Frauen arbeitete. Es war augen- und ohrenöffnend, unvergessen. Frischmuths Engagement für Literatur anderer Kulturen war bedeutsam. Sie hielt auch die Laudatio für Djebar, als diese den Friedenspreis des deutschen Buchhandels bekam.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Während meiner Schulzeit faszinierten mich ihre Romane mit fantastischen Anklängen. So wollte ich schreiben, tat es aber nie. Frischmuth blickte über Grenzen hinaus und brachte Fremdes herein. Immer plädierte sie für den Austausch von Kulturen, von Sprachen, von Literaturen und sogar von Religionen. Ich verließ den deutschen Sprachraum bald, sie blieb und wurde Lieblingsautorin meiner Mutter, die sie auch wegen ihrer Leidenschaft für Gärten und ihrer Pflanzenkenntnis mochte. Sicherlich bekam Frischmuth dafür noch sehr viel mehr Fanpost, denn auch Gärten sind ein verbindendes Element über Kulturen und Grenzen hinweg. Barbara Frischmuth verfasste im Laufe der Jahrzehnte außerdem ein vielfältiges Werk in verschiedenen Genres, das ist eher unüblich für die österreichische Literatur. Sie blieb nicht bei dem einen, einmal entwickelten Modell, sondern probierte immer wieder was Anderes, Neues. Vielleicht ist es diese Offenheit, in der ich mich erkennen kann?

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Sabine Scholl, Schriftstellerin

Zur Person: http://sabinescholl.com/

Fotos_

Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Foto_ Portrait: Sabine Scholl _ privat

Walter Pobaschnig 3.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „den eigenen Weg gehen, sich treu bleiben und offen auf die Welt zu blicken“ Eva Holzmair, Schriftstellerin _ Wien 4.4.2025

Erinnerung anBarbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Interview _ Eva Holzmair, Schriftstellerin

Liebe Eva, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Meine ersten Begegnungen mit Barbara Frischmuth waren ihre ersten Romane, angefangen von Die Klosterschule über Die Mystifikationen der Sophie Silber und dann noch Kai und die Liebe zu den Modellen. Aus letzterem las ich heraus, dass sie, wie ich damals, im 3. Bezirk wohnte, und aus ihrer Bio, dass sie, so wie ich, Dolmetsch studiert hatte. Und – damals gab es weder Internet noch E-Mail – sie stand im Telefonbuch! Ich hatte gerade meine ersten literarischen Gehversuche gestartet und wollte dazu eine Meinung einholen. Also packte ich zwei meiner Kurzgeschichten in ein Kuvert und schickte sie samt schüchternem Beibrief an Barbara Frischmuths Adresse. Drei Tage später ihr Anruf: „Ihre Geschichten haben mich mitgerissen, so sehr, dass ich mir Sorgen um meinen Sohn machte.“ (Eine Geschichte handelte von einem schwerkranken Kind.) Sie sprach lange mit mir, gab mir Tipps, wie ich in die Literaturszene hineinrutschen könnte, und wünschte mir viel Glück. Ich war überwältigt und habe – aus diversen beruflichen wie privaten Gründen – keinen ihrer Tipps befolgt, sondern nach den ersten Absagen von Verlagen das Schreiben sein lassen. Aber dass ich schreiben kann, das hat Barbara Frischmuth mir bestätigt. Und das hat mir den Mut gegeben, viele Jahre später erneut einen Versuch zu starten, der mich dann doch noch am Rand in die Literaturszene hineinrutschen ließ.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Sie ist zu einer Zeit bekannt geworden, in der die Literaturszene, von wenigen Ausnahmen abgesehen, von Männern beherrscht wurde. Davor ziehe ich noch heute den Hut. Schon ihr Anfangserfolg (Die Klosterschule) zeigte sie zudem als scharfe Beobachterin der (Nachkriegs)Verhältnisse. Aufgrund ihrer Ausbildung als Dolmetscherin für Ungarisch und Türkisch bzw. Aufenthalten in Ländern des Orients (nicht nur Türkei, auch Ägypten etc.) hat sie in ihrem Schreiben stets über den Tellerrand geblickt und diese faszinierenden Kulturen als das wahrgenommen, das sie für uns sein könnten: eine Bereicherung.

Gibt es ein Lieblingsbuch von ihr und warum dieses?

Die Schrift des Freundes

Weil sie darin einen wunderbaren Spannungsbogen hält, und ich so viel über die Aleviten lernen durfte.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Unbeirrt von Erfordernissen des Literarturmarkts den eigenen Weg gehen, sich treu bleiben und offen auf die Welt zu blicken.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

In Die Schrift des Freundes führt Frischmuth die Computerspezialistin Anna u.a. so ein: „Nach jedem Kriegsbeginn kauft Anna sich neue Schuhe. Die Welt hat ihre Freude bitter nötig, schon wegen der Gesamtatmosphäre. Vielleicht kann sie etwas von den positiven Schwingungen um den Globus jagen, als mentalen Antrieb.“

Senden wir positive Schwingungen aus! Es muss ja nicht unbedingt durch Schuhkäufe geschehen …

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Eva Holzmair, Schriftstellerin _ Wien

Zur Person: https://www.evaholzmair.at/

Fotos_

Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Portrait Eva Holzmair: privat

Walter Pobaschnig 3.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „ihr beispielhaftes Festhalten am „trotzdem““ Monika Vasik, Schriftstellerin _ Wien 4.4.2025

Erinnerung anBarbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Interview _  Monika Vasik, Schriftstellerin

Liebe Monika, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Ich bin Barbara Frischmuth lange nur in ihren Büchern begegnet. Im September 2022 habe ich sie auch persönlich getroffen, als ich ihre Lesung aus dem Buch „Der unwiderstehliche Garten. Eine Beziehungsgeschichte“ bei den Literaturtagen im Weinwerk moderierte. Die damals 81-jährige ist erst am selben Tag mit einer Freundin aus Altaussee angereist und wirkte nach der langen Autofahrt zunächst ein wenig müde. Nichts davon war bei ihrer Lesung zu bemerken. Auch bei unserem Gespräch auf dem Podium war sie zugewandt und wirkte in sich ruhend, meinungsstark, dennoch bescheiden. Beim gemütlichen Nachspann erzählte sie, dass sie an ihrem nächsten Buch arbeite. Es sei „wieder“ ein Gartenbuch, weil sich das der Verlag von ihr wünsche. Dabei schmunzelte sie, meinte, dass das Thema Garten für sie ja schon ziemlich ausgeschöpft sei, aber diesmal ginge es um Gartengeräte. Lieber, meinte sie, würde sie allerdings weiter an literarischen Texten arbeiten, aber die müssten jetzt eben noch ein wenig warten. Das angesprochene Buch „Schaufel, Rechen, Gartenschere. Was die Hände brauchen“ erschien dann wenige Monate später in der Reihe Dinge des Lebens im Residenz Verlag.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Ich bin weder Germanistin noch Literaturwissenschaftlerin, Frischmuths Platz in der österreichischen Literaturgeschichte mögen daher andere beurteilen. Als Leserin und Schriftstellerin beeindruckt mich die stilistische und thematische Vielfalt sowie die außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit ihres Schaffens und ihre sprachliche Sorgfalt. Ich schätze auch Frischmuths Belesenheit sowie ihr breit gestreutes Interesse, vor allem ihre Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften, denen ich nahestehe, und mit der Philosophie, die sie immer wieder in ihre Bücher einfließen lässt.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Meiner Erinnerung nach haben wir in der Schule nie ihren Namen gehört, weil wir fast nur Texte männlicher Autoren durchnahmen. Als junge Frau aber stolperte ich in einer Buchhandlung über Frischmuths Romandebüt „Die Klosterschule“, eines der wenigen Bücher, das ich mehrmals gelesen habe, dessen Sprache mich damals begeisterte und bis heute packt. An ihren Naturbüchern wie „Der unwiderstehliche Garten“ oder „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ schätze ich u.a. ihre Kritik an der „humanen Überheblichkeit“, die gelegentlich aufblitzende (Selbst)Ironie und wie Frischmuth ihre Beschäftigung mit Natur und Literatur, aber auch mit anderen Fachgebieten ineinanderfließen lässt. Für sie war der Garten „eine Ansammlung von Leben, in der Pflanze Tier und Mensch ihren Platz finden“. Er machte „ästhetische[s] Vergnügen“, „gute Laune und eine Art körperliches Glücksgefühl“. Durch ihn begriff sie die Bedeutung von Symbiosen in der Natur, die Macht der Pilze, die eine „kooperative Untergrund-Ökonomie“ mit anderen Pflanzen eingehen, aber auch, dass Gärten keine Idylle sind und „dass jedes Verschwinden eine Leerstelle hinterlässt.“

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Vielleicht vorrangig ihre Behutsamkeit, ihre Neugier, ihr begabtes Staunen sowie ihr beispielhaftes Festhalten am „trotzdem“: Barbara Frischmuth hat sich in einer patriarchal durchtränkten Gesellschaft als Autorin etabliert und interessante Frauenfiguren in ihrer Prosa erschaffen. Sie hat hartnäckig an ihrem Schaffen festgehalten und obendrein vorgelebt, dass man bis ins hohe Alter literarisch produktiv sein kann, weil „ein schmerzender Rücken manchmal glücklicher macht als die Idee, es sich im Alter immer bequemer machen zu müssen“.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

Ein Zitat, das sowohl für ihre Literatur, ihr Leben wie auch ihr Arbeiten im und mit dem Garten stehen kann: „Es blieb nur die Methode von trial and error, die ich auch gehörig nutzte, indem ich meiner Phantasie entsprechend Raum ließ. Dabei verliefen die trials der vielen errors wegen (Überschätzung, Unterschätzung, schlichte Unwissenheit und unerfüllte Erwartungen) bei weitem nicht immer so, wie ich es mir gedacht hatte.“

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Monika Vasik, Schriftstellerin

Monika Vasik, Schriftstellerin

Zur Person: Monika Vasik, Schriftstellerin

Lyrikerin, Rezensentin, Moderatorin, Ärztin _ Wien

www.monikavasik.com

Fotos_

Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Portrait Monika Vasik: privat

Walter Pobaschnig 4.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „eine emanzipatorische, eigenständige Handschrift mit Vorbildpotential“ Brigitta Huemer, Schriftstellerin _ Kärnten 4.4.2025

Erinnerung anBarbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Interview _   Brigitta Huemer, Schriftstellerin

Liebe Brigitta, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Lesungen von und mit Barbara Frischmuth waren für mich immer von besonderer Bedeutung. Persönliche Begegnungen und Gespräche ergaben sich während meiner ‚Grundlsee – Jahre‘ in der Heimatregion Salzkammergut. Als Gründungsmitglied des Literaturmuseums Altaussee, setzte sie sich maßgeblich für dessen Aufbau ein und verantwortete in den Folgejahren, ein vielfältiges Lesungsprogramm. Altaussee verdankt ihr seine heutige Bedeutung und Etablierung als namhaftes Literaturdorf.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Das umfangreiche Werk Barbara Frischmuths, wird sie literaturgeschichtlich überdauern. Ihr unmittelbar einnehmender, lebensnaher, feministisch unterlegter Erzählstil und der kosmopolitische Impetus haben das Format von Alleinstellungsmerkmalen. Vor allem den späteren Werken, ist eine lyrisch angelegte Natur – Obsession immanent. Für mich ein weiteres, unverkennbares Indiz ihrer literarischen Meisterschaft.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Neben ihren bekannteren Werken, hat mich der biografisch angelehnte Roman ‚Das Verschwinden des Schattens in der Sonne‘, nachhaltig beeindruckt. Er thematisiert ihren Aufenthalt in der Türkei als Studentin der Orientalistik. Ein Mut machendes, von Hoffnung und Aufbruch getragenes Werk. Besonders anregend sind auch die Erzählung ‚Bindungen‘, sowie die Erzählbände ‚Rückkehr zum vorläufigen Ausgangspunkt und ‚Haschen nach Wind‘. Überzeugende Belege, ihres humanistischen Wertekanons und einer emanzipatorischen, eigenständigen Handschrift mit Vorbildpotential.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Viele ihrer Bücher waren in den Achtziger – und Neunzigerjahren, für mich essentiell und wegweisend. Sie befeuerten das Zutrauen in die eigene Schreib – Ambition. Barbara Frischmuth wird mir auch als eine zugewandte, klar benennende und anregende Gesprächspartnerin in Erinnerung bleiben.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

Ein Zitat bleibt nah an mir:

„In der Vielfalt, im heterogenen Nebeneinander bleibt das biografische Gedächtnis lebendiger.“

Eine Textstelle hallt nach:

„Du darfst dem Vogel deiner Seele keine Körner streuen. Wenn er die Federn abwirft, wirst du dein Gesicht im Wasser deiner Taten sehen.“

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

 Brigitta Huemer, Schriftstellerin

Brigitta Huemer, Schriftstellerin

Zur Person: Brigitta Huemer

  • geboren in Gmunden, O.Ö.
  • Diplomierte Krankenschwester / Intensivmedizin, Anästhesie, Cardiologie
  • Humanitäre UNO – Einsätze in den Kurdenregionen im Iran und Irak / Golfkrieg1991
  • Logotherapeutin /Existenzanalytikerin
  • Lebt derzeit – nach vielen Lebensstationen – als freie Schriftstellerin in Kärnten.
  • Bücher:
    • ‚k o p f ü b e r – Ausgewählte Liebeslyrik‘, 2015 / Verlag Roswitha Neumann
    • ‚Gedanken an Rot‘ – Lyrik, 2017 / Verlag am Rande
    • ‚Die Rose im Rücken – Lyrik, 2021 / der wolf verlag
    • ‚Von fernen Lippen‘ – Lyrik, 2022 / der wolf verlag
  • Publikationen / Anthologien u.a.:
    • Literaturzeitschrift ‚Kopfsteinpflaster‘, 2000
    • Linzer Leseregatta, 30. Ausgabe, 2015
    • Promotheus Anthologie ‚Funkenflug‘ 2016
    • Alberndorfer Literaturpreis- Anthologien: 2014, 15, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23
    • Verlagsanthologien / der wolf verlag, 2021,2022
    • Anthologie: Die Gruppe 48 „Auf der Flucht“, 2023
    • Literarisches Österreich – Zeitschrift des österreichischen Schriftsteller/innenverbandes 2/2023
  • Preise:
    • elffache Preisträgerin des Alberndorfer Literaturpreises
    • Kategorie Lyrik: 2014, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023
    • Kategorie Prosa: 2015, 2021, 2023
    • Preisträgerin der Linzer Leseregatta, 2015
    • Preisträgerin des NÖ Literaturpreises ‚zeilenlauf‘
    • Preisträgerin von ‚lesen lassen‘ / Literaturverein erostepost, 2013 und 2022
  • Mitgliedschaften:
    • GAV – Grazer Autoren – und Autorinnenversammlung
    • OESV – Österreichischer Schriftsteller*innenverband
    • Kärntner Schriftsteller*innenverband
    • Linzer Autor*innenkreis
    • IG Autor*innen
    • Gruppe 48 e.V.
    • Freunde zeitgenössischer Dichtung
  • Lesungen/ Buchpräsentationen u.a.:
    • Literaturhaus Salzburg, erostepost Sieger*innen-Lesung / Dez. 2013
    • Handwerkshaus Bad Goisern / 2013, 2015
    • Frauenforum Salzkammergut / März 2015
    • Alte Schmiede Wien / Buchpräsentation / 2016
    • Altes Zeughaus Perg , ‚PERG liest‘ / 2016, 2017, 2025
    • BUCH WIEN / 2016
    • Lyrikfestival ‚Silbentanz‘, Bad Ischl / Sept. 2017
    • Alte Schmiede Wien, Buchpräsentation / Okt. 2019
    • Literaturhaus Salzburg, anlässlich 30 Jahre Literaturhaus Salzburg / 2021
    • Brauhausgalerie Freistadt – ‚(un)poetischer Aufbruch‘ / 2022
    • Gerstlhaus Schenkenfelden, ‚poetischer Aufbruch‘ / 2022
    • Literaturhaus Salzburg, erostepost Sieger*innen-Lesung / Dez. 2022
    • Stifterhaus Linz / Feb. 2023, Okt. 2024
    • Robert – Musil – Institut Klagenfurt / Juni 2023
    • Verlagsbuchhandlung Kurdirektion, Bad Ischl / 2023
    • Triennale IIIKärnten – schock.sok.shock‘ / 2023
    • Galerie20gerHaus, Ried im Innkreis, Frauentag – Lesung / 2024
    • Alpe Adria – Poesiefestival, Seeboden am Millstättersee / 2024
    • Welt&Co Kulturverein Wien /2023, 2024
    • Dinzlschloss-Lesung, Villach/ 2025 
    • Kunstbahnhof Velden / 2025
    • GAV – Lesung, Graz / 2025  
  • Diverse Radiosendungen / Interviews und Buchpräsentationen:
    • Freies Radio Salzkammergut /’Radio mit Leichtigkeit‘, Interview und
    • Buchpräsentation, 2015, 2018
    • Freies Radio Salzkammergut /’Relative Dialoge‘, Oliver Heinz Karbus liest Gedichte von Brigitta Huemer, 2016, 2022
    • Freies Radio Freistadt, in verschiedenen Sendeportalen, Interviews, Buchpräsentationen, Texte / 2015, 2022 im Portal ‚AufHören‘

–     radio ROSTA bei radio AGORA / 2024

Foto: privat

Fotos_

Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Fotos_ Portrait: Brigitta Huemer – privat

Walter Pobaschnig 4.4.2025

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „die Härte und Klarheit realistischen Erzählens ins Märchenhafte, Mystische gleiten zu lassen“ Ines Edith Oppitz, Schriftstellerin _ Wels OÖ 4.4.2025

Erinnerung anBarbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Interview _ Ines Edith Oppitz, Schriftstellerin

Liebe Ines, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Zu Beginn der neunziger Jahre des vergangenen Jahrtausends hatte die geniale  Kulturvermittlerin und Begründerin verschiedener großformatiger kultureller Ereignisse über lange Zeit, Jutta Skokan, die literarischen Sprechtage Wels ins Leben gerufen. Schriftstellerinnen und Schriftsteller von Rang und Namen waren eingeladen und gaben sich Jahr für Jahr ein Stelldichein in unserer Stadt. Und auch wir ansässig Schreibende erhielten die Chance zahlreicher Lesungen. An einem dieser Sprechtage las auch Barbara Frischmuth, weckte großes Interesse und Begeisterung für ihre Literatur und Freude an der wohlwollenden, humorvollen, offenen Zugewandtheit zu uns Youngsters. Es bot sich uns allen die Gelegenheit, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Ich aber war dafür viel zu schüchtern, saß während einer Lesung in der Zuhörerreihe hinter ihr und spürte mein Herz rasen, als sie sich strahlend lachend zu mir umwandte …..  Jahre später war u.a. Elke Erb eingeladen. Ihr konnte ich bereits selbstbewusster begegnen, welch ein Glück für mich!

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Ungemein reizvoll und spannend war und ist es wohl noch immer (ich werde das eine und andere Buch sicher wieder lesen) für mich, wie souverän Barbara Frischmuth die Härte und Klarheit realistischen Erzählens ins Märchenhafte, Mystische gleiten ließ und darin Inhalt und Anliegen immer wieder so wandeln konnte, dass sie selbstverständlich auch die Meinen wurden. „So wird aus dem Nebeneinander von Geschichte und Gegenwart plötzlich ein Ineinander; mystische Erfahrung und politisches Bewusstsein sind nicht mehr absolute Gegensätze“  schrieb mir die Frankfurter Allgemeine über den Roman „Das Verschwinden des Schattens in der Sonne“ (dtv 1980) aus dem Herzen. Diese Erzählweise ist gewiss einzigartig in die österreichische Literaturgeschichte eingegangen.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Auf Anhieb geradezu hineingefallen bin ich in die Trilogie „Die Mystifikation der Sophie Silber“, „Amy oder Die Metamorphose“ und „Kai und die Liebe zu den Modellen“. Als junge Frau allmählich und schrittweise in die Gesellschaft hineinzuwachsen und sich aus den üblichen weiblichen Lebensläufen (mir von meinem Vater suggestiv, aber unwidersprechlich eingeimpft) hinauszuwagen, betraf mich selbst und wurde mir als Möglichkeit durch die Lektüre vor Augen geführt. Dass es besonderer und langwieriger Umwege bedurfte, war natürlich auch klar. „Traum der Literatur – Literatur des Traums“ war mir ebenfalls unverzichtbar geworden und mir eine wunderbare Grundlage für literaturpädagogische Seminare. Lädt alles zum Wiederlesen ein, da diese Begegnungen mit Frischmuths Literatur doch sehr weit zurückliegen.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Frischmuths literarisches und zeitgenössisches Engagement für ein friedliches Miteinander, respektvollen, geduldigen, offenen Umgang im politischen und mitmenschlichen Diskurs ist aktueller denn je. Ihr Einsatz für ein rücksichtsvolles, feinfühliges, achtsames Leben, eingebunden in die Natur, als Teil der Natur und Mitgeschöpf menschlicher und tierischer Mitgeschöpfe wäre endlich unbedingt ernst zu nehmen, rettend und konsequent ins eigene Dasein umzusetzen. Die Einklangstifterin (Frankfurter Allgemeine im Nachruf auf die Dichterin) hat ein unmissverständliches Vermächtnis für Leben und /in Kunst hinterlassen.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

Eine Textstelle aus „Traum der Literatur – Literatur des Traums“ möchte ich uns mitgeben und ihrer Erfinderin – sich erfüllend – wünschen: „Wünsche offen zu haben, wie diesen obskuren, privaten: nach dem eigenen Tod jemandem zu begegnen, der oder die lacht – und zurücklachen.“

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Ines Edith Oppitz, Schriftstellerin

Ines Edith Oppitz, Schriftstellerin _ Wels/

Fotos_

Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Foto_ Portrait: Ines Edith Oppitz: Monika Primenz

Walter Pobaschnig 3.4.2025

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„Umjubelte Uraufführung!“ _ „Eine Ballettoper“ E3 Ensemble _ Theater am Werk Wien 3.4.2025

Eine Ballettoper
Uraufführung
E3 Ensemble in Koproduktion mit Theater am Werk _
Wien 3.4.2025

Eine großartige Allegorie auf den Narzissmus moderner Gesellschaft als Gesamtkunstwerk fantastischer Revue von Tanz, Pantomime, Musik, Kostüm, Stimm-, Sprechakrobatik, Expressivität und herzzerreißender poetischer Dramatik in treffsicherer Dramaturgie, die in wunderbar abgestimmter Ensemblebewegung das Publikum auf emotionale Hochschaubahnen mitreißend mitnimmt.

Staunen, Überraschung, Lachen, Weinen, in dieser „Ballettoper“ ist alles drin was Leben und Theater ausmacht. Das E3 Ensemble beweist einmal mehr ihr so beeindruckendes Repertoire an erstklassiger Bühnendynamik, die in Idee und Perfektion zum Feuerwerk höchster Schauspielkunst wird.

Ein Theaterabend als einmaliges Ereignis, das mit langanhaltendem Applaus belohnt wird!


Eine Ballettoper

Uraufführung

E3 Ensemble in Koproduktion mit Theater am Werk

Premiere: 3. April 2025, 19:30 Uhr

Konzept

Isabella Jeschke

Gerald Walsberger

Sebastian Spielvogel

Mit

Antonia Dering

Lilian Gartner

Isabella Jeschke

Leon Lembert

Michaela Schausberger

Gerald Walsberger

Inszenierung und Text

E3 Ensemble

Dramaturgie

Thomas Bischof

Bühne

Sebastian Spielvogel

Kostüm

Studio Dering van Dieken

Bewegungscoaching

Katharina Senk

Künstlerische Beratung

Susanne Brandt

Fotografie

Thomas Steineder

Trailer

Aled Ordu

Komposition und Live-Musik

Clemens Sainitzer

Weitere Vorstellungen: 5., 6., 9., 10. und 11. April 2025, 19:30 Uhr

Kabelwerk (Saal oben) im Theater am Werk

Oswaldgasse 35a, 1120 Wien

Uraufführung

Sprache: Deutsch

Premiere am 03.04.2025

Dauer ca. 70 Minuten, keine Pause  

E3 Ensemble

Theater am Werk Wien

Oswaldgasse 35A

1120 Wien

Theater am Werk

Walter Pobaschnig 4/25

Alle Fotos _ Walter Pobaschnig/Romana Fürlinger

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Erinnerung an Barbara Frischmuth _ „mit fester Stimme und einer unendlichen Lust und Freude an ihrem Tun“ Peter Clar, Schriftsteller _ Wien 3.4.2025

Erinnerung anBarbara Frischmuth, Schriftstellerin  *5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Interview _ Peter Clar, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

Lieber Peter, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?

Ich habe nicht nur eine Erinnerung an Barbara, als Kollegin, als Beforschte, als Freundin. Ich kannte sie seit 2016, als ich anlässlich ihres 75. Geburtstags in Danzig, Polen, ein Symposium zu ihr organisiert habe. Barbara ließ es sich nicht nehmen, bei allen Vorträgen und Diskussionen dabei zu sein, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, alles besser zu wissen… und ich erinnere mich, wie sie, topfit, uns bei einem Strandspaziergangfast ‚davongelaufen‘ ist. Seitdem (seit dem Symposium nicht seit dem Davonlaufen) waren wir miteinander befreundet. Sie war bei der zweiten Auflage der von mir (mit-) organisierten und -kuratierten zweiten Literaturmeile Zieglergasse, dem, behaupte ich einmal, größten eintägigen Open-Air-Literaturfest des deutschsprachigen Raums, der ‚Hauptact‘. Und ich durfte u. a. zu ihrem 80. Geburtstag in Altaussee die Laudatio halten, mit Anna Babka gemeinsam zum gleichen Anlass eine in Wien, bin bei drei Sammelbänden zu ihr der Mitherausgeber. Mit Anna, zudem Carolin Guckler, Julia Lingl und Matthias Schmidt, forsche ich zudem seit einigen Jahren an ihrem Vorlass – der nun leider zum Nachlass wurde, nicht zuletzt analysieren wir alle ihre Texte, egal ob Lyrik oder Prosa, Hörspiel oder Essay, kurz oder lang. Wir waren oft beruflich bei ihr, Anna und ich auch privat. Eine besonders schöne Erinnerung ist der Juli letzten Jahres, als Barbara, schon krank, wenn wir auch nicht wussten wir schwer, Dirk (ihrem Mann), Anna und mir aus ihrem neuesten Buch „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ vorgelesen hat – fehlerfrei, mit fester Stimme und einer unendlichen Lust und Freude an ihrem Tun. Sie wolle, hat sie uns ein paar Monate später, schon deutlich gezeichnet, erzählt, noch ein Buch schreiben, werde deshalb den Kampf gegen den Krebs aufnehmen… So viel Energie war in ihr, so viel Literatur, so viele Gedanken – fast bis zum Schluss.

Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?

Anna Babka schreibt in ihrem wunderbaren Nachruf für das Franz-Nabl-Institut der Universität Graz, dass „Barbara Frischmuth […] den Traum von der selbstverständlichen Anwesenheit der Frauen in der Literatur nicht nur geträumt, sondern verwirklicht“ habe. Das geht weit über die österreichische Literaturgeschichte hinaus. Sie hat es geschafft, gegen alle Widerstände, der patriarchal geprägten Avantgarde wie einer sie lange Zeit völlig ignorierenden Academia ihren Weg zu gehen. Nach einem Erfolg wie „Die Klosterschule“, das Erfolgsmuster nicht zu wiederholen, sondern gegen jeden Widerstand ‚zurück zum Erzählen‘ (von dem sie nie weg war) zu gehen, eine eigene literarische Stimme zu entwickeln, erfordert höchste Bewunderung. Und es ist diese sehr eigene Stimme, die sie in die deutschsprachige Gegenwartsliteratur eingeschrieben hat. Ob man ihre Texte mag oder nicht (oder manche mag und manche nicht): Man erkennt einen Frischmuth-Text. Und diese Eigenständigkeit haben nicht viele Autor*innen. Bezieht man dann noch ihre Rolle, bei der Gründung des Forum Stadtparks, als Förderin junger Kolleg*innen etc., mit ein, dann muss man sagen, dass Barbara Frischmuths literarisches Schaffen auf eine Stufe zu stellen ist, mit den ganz Großen der österreichischen Literatur der zweiten Hälfte des 20. und dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts. Davon bin ich felsenfest überzeugt.

Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?

Eines nicht. Mehrere vielleicht. Darf ich drei nennen?

„Die Frau im Mond“, eines ihrer experimentelleren Bücher, das von den Geschichten dreier sehr unterschiedlichen Frauen konturiert wird. Diese Vermischung von Fantasiewelt und Realität, die Frage nach der Wirklichkeit des eigenen Seins, der immer wieder versuchten (und immer wieder scheiternden) Vergewisserung seiner selbst, ist sprachlich so schön und handwerklich so gut gemacht (letzteres zeigt sich vor allem im völlig unvorhersehbaren Ende, daran, wie die unterschiedlichen Erzählstränge zusammengeführt werden), ist einfach ganz große Literatur.

„Macht Nix oder Der Lauf, den die Welt nahm“, nicht nur, aber auch, weil es eines der Lieblingsbücher Barbaras war oder, besser, eines jener Bücher, die Barbara als ihr unterschätztestes angesehen hat. Eine Dystopie (wieder so eine Mischung aus Traum und Wirklichkeit) die trotzdem auch etwas Positives hat, vielleicht ein Jugendbuch, aber ganz bestimmt auch für Erwachsene geeignet, voller absurd-komischen Sprachwitz – und doch bleibt einem das Lachen im Halse stecken.

„Kai oder die Liebe zu den Modellen“. Teil drei der sogenannten ‚Sternwiesertrilogie‘. Wie Barbara vom Leben einer (fast) alleinerziehenden Schriftstellerin berichtet, von dem ständigen Kampf, sich „a room of one‘s own“, um Woolf zu bemühen, zu erkämpfen, um wenigstens in der Nacht ein paar Zeilen zu Papier bringen zu können, ist auch fast 50 Jahre nach seinem Erscheinen ein Lehrstück über die Schwierigkeit Mutter und (zugleich) Künstlerin zu sein.

Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?

Dieser unbedingte Wille zur Literatur. Barbara hat 1966, mit 25 Jahren, ihr Dolmetschstudium aufgegeben, um als freie Schriftstellerin zu leben und hat dies auch nicht aufgegeben, als sie Mutter wurde. Und sie hat Ende der 50er, Anfang der 60er an, bis knapp vor ihrem Tod, also 65 Jahre lang (!) Literatur veröffentlicht. Ihre große Toleranz. Barbara wusste, was sie konnte, sie hatte ihre Meinungen und keine Scheu, diese zu artikulieren. Aber sie war immer und überall für das Gespräch. Ihre Lust am Lernen, auch hier: bis zum Schluss. Mit welcher Begeisterung sie und immer erzählt hat, wenn sie sich gerade in ein Thema eingearbeitet hat, war und ist und wird immer Inspiration bleiben.

Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?

Bitte, auch hier zwei nennen zu dürfen:

„Du / dieses Wort / tanzte lange / auf meinen Augenlidern. / Alle Wimpern / hat es mir verbrannt.“

Und:

„Als junges Mädchen hatte sie nach ihrem Tod ein Baum werden wollen, so sehr glaubte sie an die Möglichkeiten der Metamorphose. Sie stellte sich vor, wir sie langsam hinüberwuchs in ein gänzlich anderes Dasein, und sie fragte sich, ob sie dann mit ihrer Rinde oder mir ihrem Wipfel sehen konnte oder ob sie ein völlig anderes Bild der Welt haben würde, durch Sinne vermittelt, die mit Sehen und Hören gar nichts zu tun hatten.“

Vielen Dank für das Interview!

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin 
*5.7.1941 Altaussee   +30.3.2025 Altaussee

Barbara Frischmuth, Schriftstellerin

geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).    Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth  31.3.2025

Peter Clar, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

Zur Person: Peter Clar, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

https://www.peterclar.at/

Fotos_

Portrait Barbara Frischmuth: Franz Johann Morgenbesser

Foto_ Portrait Peter Clar: privat

Walter Pobaschnig 3.4.2025

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