„Gestern hast du sie noch gesehen“ Sandra Schößler, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 10.1.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Femizid

G estern hast du sie noch gesehen

I n meinen Augen – Angst

V ielleicht auch leiser Zweifel

E ngstirnig wie du bist


P acktest die Gelegenheit beim Zopf

E in Schmerz durchzuckte mich

A ber du machtest weiter

C haradenhaft entzog ich mich

E rstarkte unter Schmerzen


A bertausend Nadelstiche in meiner Kopfhaut


C haraktere wie du

H aben keine Geduld

A uch kein Friede sei mit dir

N och einmal deine Hand spüren

C hamäleonhaft wechsle ich die Farbe

E in weiteres Opfer wird es nicht geben

Sandra Schößler, 7.1.2024

Sandra Schößler, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Sandra Schößler, Schriftstellerin

Zur Person _ Sandra Schößler, Schreibende. Geboren 1972 in Wien. Sie studierte Psychologie und Wirtschaft in Wien und London. Lebte vier Jahre in Hamburg und arbeitet als UX Designerin in einer Digitalagentur in Wien.

In ihrer Freizeit schreibt sie Gedichte und arbeitet an einem Roman.

Fotos_ privat

Walter Pobaschnig _ 7.1.2024

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 Erinnerung an Helena Adler – „Sie blieb für mich nicht im „Herkunftshader“, im Leiden an der Provinz stecken“ Gunther Neumann, Schriftsteller _ Wien 9.1.2024

Erinnerungen an Helena Adler _ Gunther Neumann, Schriftsteller

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Lieber Gunther Neumann, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler, Schriftstellerin (Stephanie Helena Prähauser + 5.1.2024  *1983) ?

An einen authentischen, unprätentiösen, heiteren, klugen und zugewandten Menschen. Und klar, an eine tolle Schriftstellerin. Wir haben uns gelegentlich ausgetauscht, über das Schreiben, auch über unsere Kinder, die Freude und die Angst um sie.

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Sie hatte mich 2020 nach der Publikation der Longlist des österreichischen Buchpreises kontaktiert. Sie war mit der „Infantin“ dann auf der Shortlist, und bekam später noch viel unbedingt verdiente Anerkennung. Die Infantin war für mich voll mitreißender Wucht, sprühend und poetisch, zum Lachen und zum Weinen. Und rasch die Frage: hält sie in diesem Sprachsturm die Balance und das Niveau? Sie hat – auch in „Fretten“, ihrem nächsten und leider letzten Roman.

Was zeichnete ihr Schreiben für Dich aus?

Das Wort sprach-gewaltig wird oft strapaziert. Bei ihr war es weniger Sprach-Gewalt als Sprach-Kunst, leichtfüßiges Sprach-Spiel, Sprach-Lust mit Assoziationen, Übertreibungen, Verdichtungen, drastisch genau, existentiell, liebevoll, zärtlich, zornig und abgründig bis ins Absurde. „Es wuchert vor Sprache“, hat es Katja Gasser einmal genannt. Ein großer Lesegenuss.

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Sie war voll Anerkennung & Wohlwollen. Ich habe nie erlebt, dass sie andere als Konkurrenten wahrnahm – was beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Viele Worte treffen auf sie zu: witzig bzw. vielmehr sehr humorvoll, kreativ, rebellisch, unkonventionell, eigen-sinnig ebenso wie warmherzig und noch viel mehr. Ihre Schlag-Fertigkeit war für mich nie böse oder verletzend, sondern gepaart mit Sensibilität und Nachdenklichkeit. Eine rundum anziehende und einnehmende Mischung.

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Sie passt nicht in die hierzulande beliebte Schublade Antiheimatroman. Sie blieb für mich nicht im „Herkunftshader“, im Leiden an der Provinz stecken – sie hat sich darüber erhoben. Jetzt leider in einem ganz anderen und sehr schmerzlichen Sinn.

Ihre Einordnung in die österreichischen Literatur maße ich mir nicht an.

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Es ist bitter, dass du gegangen bist und es war wunderbar, dass du hier warst – das schreibt sich leichter als es sich anfühlt. Sie hat uns bereichert, mit Beobachtungen, Worten, Sprachbildern und ihrem so-Sein. Es bleibt ein riesiger Dank für die Inspiration und Wärme, die sie geschenkt hat. Sie hinterlässt eine nicht zu schließende Lücke, und Schmerz. In allererster Linie wohl für ihren Sohn, ihren Mann, die Familie und die engen Freunde.

Danke auch an Walter – Dein Engagement, dass sie unvergessen bleibt.

Gunther Neumann, Schriftsteller  

http://www.gunther-neumann.com

Wien, 9.1.2024

Herzlichen Dank für Dein Interview und Deine Erinnerungen, lieber Gunther!

Gunther Neumann, Schriftsteller

Helena Adler, Schriftstellerin +5.1.2024

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/  6.1.2024

Bücher:  

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/       

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Foto _ Gunther Neumann: privat

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 9.1.2024

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„Keine Angst vor anderen Meinungen“ Sigrid Faltin, Regisseurin _ Freiburg/Breisgau D 9.1.2024

Liebe Sigrid Faltin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wenn es irgendwie geht, trinke ich morgens im Bett eine Tasse Tee zusammen mit dem besten aller Ehemänner und wir erzählen uns vom vergangenen Tag, von unseren Freuden & Sorgen. Dann mache ich irgendeine Form von Sport (joggen, radeln, schwimmen) und freue ich auf meinen Schreibtisch. Dort kommt aber immer wieder so viel Unerwartetes rein (Anfragen wie diese, Steuer, Rechnungen, etc.), dass ich erst gegen Mittag zur eigentlichen Arbeit komme, auf die ich mich eigentlich schon den ganzen Tag freue. Dem darf ich mich widmen bis die Nachrichten mich rufen und das Essen, das der beste aller Ehemänner für uns bereitet hat.

Und dann am Abend: lesen, lesen, lesen. So sieht mein Wunschtag aus.

Sigrid Faltin, Regisseurin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nicht nur JETZT, sondern IMMER: zuhören, auseinandersetzen, wertschätzen statt verachten. Keine Angst vor anderen Meinungen – nur in der Diskussion, im Ringen miteinander, kommen wir weiter. Die Bubble macht nichts besser (muss ich mir auch immer wieder selbst sagen).

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kreativität und Neugier bringen uns weiter. Das sind für mich Literatur und Kunst.

Was liest Du derzeit?

„Lorenz“ von Ilona Jerger – ein großartiges Buch nicht nur über den Nobelpreisträger Konrad Lorenz, sondern auch über die Zeit, in der er lebte.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Immanuel Kant – gilt immer noch. Das Antidot gegen Hass und Gewalt.

Vielen Dank für das Interview, liebe Sigrid, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Filmprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Sigrid Faltin, Regisseurin

Zur Person _ Dr. Sigrid Faltin studierte Englisch, Germanistik und Geschichte in Bonn und Freiburg und promovierte über „Die Auswanderung aus der Pfalz nach Nordamerika“ in Neuerer Geschichte. Nach einem journalistischen Volontariat war sie Freiburger Regionalkorrespondentin beim SWF und moderierte im Hörfunk und Fernsehen. Sie arbeitet als Film- und Buchautorin und als Produzentin für Fernsehdokumentationen und Dokumentarfilme. Ihre Filme wurden und werden international prämiert und gezeigt. Sie lebt in Freiburg im Breisgau.

Filmografie (Auswahl):

Anne-Sophie Mutter – Vivace

Kinodokumentarfilm von Sigrid Faltin

91 / 60 / 52 Min. dt./engl.

SWR 2023

Kinoverleih Filmwelt

Weltvertrieb Naxos Audiovisual

Musikfilmfestival Oberaudorf 2023

Toronto International Women Film Festival 2023

Miami Women Film Festival 2023

Golden Prague Festival 2023

Berlin Women Cinema Fest 2023

Chicago Women Film Festival 2023

San Jose Independent Film Festival Dezember 2023

Tokyo International Cinema Award 2023

Ein Hauch von Amerika – Die Doku

Dokumentation zu der 6teiligen gleichnamigen Spielfilmserie

SWR 2021

45 / 30 Min.

Erfolgreichste Dokumentation der ARD-Mediathek 2021 (2 Mio. Zuschauer)

RIAS TV-Award 2022

Frank Lloyd Wright – Der Phoenix aus der Asche

SWR in Zusammenarbeit mit ARTE 2020

53 Min.

Silbermedaille New York Festivals 2021 (Kategorie Biografien)

Best Feature Documentary Legendary Doc Film Festival 2021

Kinder! Liebe! Zukunft!

Coproduktion von Behring Film und Klotz Media mit White Pepper Film und dem SWR 2016

93 Min.

auch als Doku-Serie 4 x 45 Min.

Dietmar-Heeg-Medienpreis der Karl-Kübel-Stiftung 2017

Der Dokumentarfilm

Kinder! Liebe! Hoffnung! – Ein dramatisches Jahr mit einer Patchworkfamilie

SWR 2013, 90 Min.

nominiert für den Deutschen Fernsehpreis 2013

Caritas-Medienpreis Baden-Württemberg 2014

Journalistenpreis der Diakonie Baden-Württemberg 2014

Letzte Saison – Wenn es Zeit ist zu sterben, SWR 2011, 90 Min.

Preis der „Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben“ 2011

Europäischer Journalistenpreis der Medizinjournalisten 2011

Richard-von-Weizsäcker-Preis des Unionhilfswerkes 2012

Nestwärme auf Zeit – Das Leben einer Pflegefamilie, SWR 2009, 90 Min.

Medienpreis des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte 2010

La Paloma. Sehnsucht. Weltweit., Eine Coproduktion von White Pepper Film und Seppia Sàrl Strasbourg mit NDR / WDR / ZDF in Zusammenarbeit mit Arte, gefördert von MFG Filmförderung Baden-Württemberg, MEDIA Plus, Région Alsace, Communauté Urbaine de Strasbourg, Deutschland / Frankreich 2008, 93 Min. (deutsche und englische Fassung) 35 mm Dolby Digital,

25 Festivals weltweit

nominiert für den Silverdocs Music Award 2008

nominiert für den Prix Italia 2008

nominiert für den 2008 IDA International Documentary Award

nominiert für den Grand Prix URTI TV-Festival Monte Carlo 2010

Golden Palm Award Winner Mexico Film Festival Kalifornien 2009 (Best Documentaries)

Best Film of Art / Pärnu International Documentary Film Festival

Die Baroness und das Guggenheim – Die Geschichte der Hilla von Rebay

Coproduktion White Pepper Film mit ZDF/arte, AVRO, YLE, MFG Filmförderung Baden-Württemberg und MEDIA Plus 2004, 76 Min., gezeigt auf acht Festivals,

Bronzemedaille New York Festivals 2005 (Kategorie Dokumentarfilm)

nominiert für den baden-württembergischen Dokumentarfilmpreis 2005

nominiert New York Festivals 2005 (Kategorie Fernsehfilm)

Foto_ Britt Schilling

25.12.2023 _Walter Pobaschnig

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„Es wäre eine Utopie auf Erden“ Kersten Knipp, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Köln 9.1.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Give peace a chance

Immer wieder gehört,

Verzaubert, entrückt

Ein Song als Utopie


Pop und Philosophie machen es möglich

Ewiger Friede“, Immanuel Kant 1795

Aufklärung. Credo und

Charta für ein Volk von Teufeln

Es wäre eine Utopie auf Erden




Aber




Chauvinismen zerstören

Humanitären Anspruch

Aufrüstung, Wehrfähigkeit, heißt das:

Nach dem Pop, nach der Philosophie?

Chancenlos, der Friede?

Eine Frage nur. Keine Option!


Kersten Knipp, 4.1.2024

Kersten Knipp, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Kersten Knipp, Schriftsteller

Zur Person _ Kersten Knipp lebt seit vielen Jahren in Köln. Gereist – im Kopf, im Zug und im Flugzeug – ist er von dort immer wieder ins Ausland, nach Frankreich zunächst, dann in die anderen romanischen Länder, ganz wesentlich auch nach Brasilien, der Sprache und der verhaltenen Eleganz der Bossa Nova wegen.

Studiert hat er Romanistik und ist sich inzwischen sicher: Er würde das noch einmal tun (vermutlich könnte er gar nicht anders). Entstanden sind so einige Bücher über romanische Themen, teils mit Abstechern ins feinkörnig Subtile, so etwa in seinem jüngsten Buch „Im Gespräch“. Irgendwann, fast über Nacht, drang ihm die Schönheit des Arabischen ins Ohr, das er dann lernte – nicht zuletzt als Hommage an die Globalisierung, die den europäischen Horizont auch sprachlich weitet. Romantisch (Palmen, Kamele, Wüstenwege) fand er die Region auch mal, allerdings nur kurze Zeit. Als Journalist für die Politik im Nahen Osten weiß er um die finsteren Seiten der Region, an deren Entwicklung er mit trotziger Hoffnung weiter glauben will.

Aktuelle Bucherscheinung _

„Die Erfindung der Eleganz“ Knipp, Kersten. Europa im 17. Jahrhundert und die Kunst des geselligen Lebens. Reclam Verlag. 2022

Ein Buch, das europäische Kulturgeschichte spannend wie variantenreich öffnet!

Literatur outdoors 

https://wordpress.com/post/literaturoutdoors.com/60445

Bibliographie

„Flamenco“, Suhrkamp. 2006

„Das ewige Versprechen. Eine Kulturgeschichte Brasiliens“, Suhrkamp, 2013

„Nervöser Orient. Die arabische Welt und die Moderne“, Theiss / WBG, 2016.

„Im Taumel. 1918 – ein europäisches Schicksalsjahr“, Theiss / WBG, 2017

„Die Kommune der Faschisten. Gabriele D’Annunzio, die Republik von Fiume und die extreme des 20. Jahrhunderts, Theiss / WBG, 2018

„Paris unterm Hakenkreuz. Alltag im Ausnahmezustand“, Theiss / WBG, 2020.

„Die Erfindung der Eleganz. Europa im 17. Jahrhundert und die Kunst des geselligen Lebens“, Reclam, 2022

„Im Gespräch. Wie wir einander begegnen“, Zu Klampen Verlag, März 2024.

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 4.1.2024

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Erinnerung an Helena Adler – „Sie lässt ihre Heimat, auch die innere, zu meiner werden“ Thomas Raab, Schriftsteller _ Wien 8.1.2024

Erinnerungen an Helena Adler _ Thomas Raab, Schriftsteller, Musiker

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Lieber Walter,

Du hast mich gebeten etwas Persönliches zu Helena Adler zu schreiben. Doch mehr als mein großes Mitgefühl und mein Entsetzten über ihren frühen Tod zum Ausdruck zu bringen, steht mir nicht zu.

Es war mir zwar, als kenne ich sie. Doch einer von jenen Menschen, die Helena Adler Stephie nannten, die sie tatsächlich persönlich kannten, bin ich leider nicht.

Mir ist allein ihre Textsprache vertraut, und sie berührt mich in einem Ausmaß wie kaum eine andere. Sie ist voll Kraft und Poesie, von solch nachhaltiger Stärke, ganze Phrasen bleiben da hängen. Wie Gedichte.

Sie öffnet mir die Tür zu ihrer Heimat, auch der Inneren, und lässt sie zu meiner werden. Geht so nahe, als wäre mir auch Helena Adler nahe. Darum trifft mich auch die Nachricht ihres Ablebens ganz besonders.

Ich wusste von den Erzählungen anderer, welch wunderbare, herzenswarme, humorvolle Persönlichkeit sie ist, bereue es zutiefst, nie aus meinem Loch gekrochen zu sein, um sie zumindest Lesen zu hören oder vielleicht sogar persönlich kennenzulernen. Und allein der Gedanke, wie es einem so hochempfindsamen Menschen in dem Wissen um das eigene Sterben mit der Tatsache ergangen sein muss, ihr geliebtes Kind – dem sie ihr letztes Buch gewidmet hatte –  zurückzulassen… unfassbar bitter… Von dem Schmerz der Hinterbliebenen ganz zu schweigen. Viel trauriger hätte das Jahr für die österreichische Literatur gar nicht beginnen können.

Danke Dir lieber Walter, für den Raum, den Du hier gibst, um Emotionen zu teilen und auf diesen Wege unser ganzes Mitgefühl und Beileid zum Ausdruck zu bringen.

Alles Liebe

Thomas

Thomas Raab, Schriftsteller, Musiker

Wien, 8.1.2023

Herzlichen Dank für Deine Worte, lieber Thomas!

Thomas Raab, Schriftsteller, Musiker

Helena Adler, Schriftstellerin +5.1.2024

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/  6.1.2024

Bücher:  

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/       

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Fotos Thomas Raab _ Simone Heher-Raab

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 8.1.2024

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 Erinnerung an Helena Adler – „Sie hat weiblichen Erfahrungen eine mitreißend-freche wie mutige Stimme gegeben“ Brigitta Huemer, Schriftstellerin _ Nötsch/Ktn. 8.1.2024

Erinnerungen an Helena Adler _ Brigitta Huemer, Schriftstellerin

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Liebe Brigitta Huemer, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler, Schriftstellerin (Stephanie Helena Prähauser + 5.1.2024  *1983) ?

Ich zögerte anfänglich, dieser Einladung zu einer Stellungnahme, anlässlich des tragischen Ablebens der Schriftstellerin Helena Adler nachzukommen, denn leider habe ich sie nie persönlich kennengelernt. Doch ihre natürlich-erfrischende Ausstrahlung, ihre klugen Antworten und die gewechselten Worte, bei einer – von zwei besuchten Lesungen, bleiben mir in bester Erinnerung.

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Das war eine Leseprobe von: *Die Infantin trägt den Scheitel links*. Ein unwiderstehlicher Titel, eine ebensolche Sprachimplosion für mein poetisch gestimmtes Gemüt.

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

Helena Adler ist eine Koryphäe des Sprachspiels. Sie tanzt so leichtfüßig über glühende Kohlen, ohne auch nur an einer Stelle Schaden zu nehmen. Jedem tragischen Detail ringt sie ein Lächeln ab, jede noch so hartnäckige Falte bügelt sie leichthin glatt. Sie fegt so ungezwungen frei durch Raum und Erleben. Dabei folgt sie einem – lyrisch angelegten – Sog der mich mitnimmt, der dazu auffordert, Ballast abzuwerfen und dafür keine Zeit zu verlieren.   

Ihre staccatoartige Wortschwadronie im besten Sinne, gleicht für mich einem hochwasserführenden Gebirgsbach, der jeden der ihm zu nahe kommt, mit sich reißt und ihn – mit ungewissem Ausgang – wieder an die schnöde Realität freigibt. Entkommen und auf reinigende Weise, bis ins Mark erschüttert. Als Frau auch benommen, etwa von beispiellosen Geburtsschilderungen in ‚Fretten‘; Zum Weinen gerührt von einer beschriebenen Mutter – Kind – Symbiose, der man – ob der unverhohlenen Zärtlichkeit der Sprache – jedes Zuviel nachsieht.

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Eine Kollegin, von der ich mich in ihren Werken geradezu erkannt, abgebildet, gemeint – mit der ich mich solidarisch verbunden fühlte.

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Mit einem unvergleichlichen Mix aus Wortwitz, tragischen Elementen, Esprit und unverblümter Direktheit, hat Helena Adler, generationenübergreifenden, weiblichen Erfahrungen, eine mitreißend-freche, wie mutige Stimme gegeben. Eine, die Aussöhnung leichterhand anstößt. Das ist – meinem Dafürhalten nach – ihr unerreichbares Vermächtnis in der literarischen Landschaft Österreichs.

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Als hell leuchtendes Gestirn am Literat:innenhimmel.

DANKE, Helena Adler!

Mein Dank ergeht auch an Walter Pobaschnig für sein Bemühen, Leben und Werk einer Ausnahmeliteratin adäquat zu würdigen.

Brigitta Huemer, Schriftstellerin _ Nötsch/Ktn.

Wien 8.1.2023

Herzlichen Dank für Dein Interview und Deine Erinnerungen, liebe Brigitta!

 Brigitta Huemer, Schriftstellerin

Brigitta Huemer, Schriftstellerin

Foto: privat

Helena Adler, Schriftstellerin +5.1.2024

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/  6.1.2024

Bücher:  

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/   

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/  

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 8.1.2024

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Erinnerung an Helena Adler – „ein Zug zur Zärtlichkeit, der bisher in der Antiheimatliteratur gefehlt hat“ Katharina Tiwald, Schriftstellerin _ Wien 8.1.2024

Erinnerungen an Helena Adler _ Katharina Tiwald, Schriftstellerin

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Liebe Katharina Tiwald, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler, Schriftstellerin (Stephanie Helena Prähauser + 5.1.2024  *1983) ?

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Helena und ich hatten im Oktober 2020 eine Lesung in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur: es war gerade Corona-Hochzeit, ein bisschen Publikum war in meterweitem Abstand vor Ort. Dort habe ich auch zum ersten Mal Ausschnitte aus „Die Infantin trägt den Scheitel links“ gehört und gedacht: frisch, frech, witzig und leichtfingrig.

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

Sie hat eine Leichtigkeit in das manchmal sehr schwere Erbe der sogenannten Antiheimatliteratur getragen: das Leiden an Österreich, vor allem an der Provinz, ernst genommen und sprachlich auf äußerst gekonnte Weise verarbeitet – aber da ist eben auch ein Zug zur Zärtlichkeit, finde ich, der bisher gefehlt hat.

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Ich erinnere mich sehr gern an unsere Begegnung: die ÖGL hat ein „Wartekammerl“ neben dem Lesesaal, dort sitzt man ungestört beisammen. Sie war wunderbar. Freundlich, ja: herzlich, vollkommen frei von jeder Attitüde und wirklich interessiert an mir und meiner Arbeit. Wir sind auf eine Ähnlichkeit in unserer Familienkonstellation gekommen und wollten das in der Zukunft vertiefen.

Es tut mir sehr leid, dass wir nur mehr der Literatur begegnen können. Nicht mehr der tollen Person, die sie gewesen ist.

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Sie ist eine gekonnte Sprachspielerin, mit großer Konsequenz und Dichte. Ich denke, man wird sie in Zukunft in der Tradition Jelineks und Bernhards sehen.

Katja Gasser hat in ihrem ersten Facebook-Posting zu Helena Adlers Tod erwähnt, dass sie „fast bis ganz zuletzt“ geschrieben und gezeichnet habe. Ich zitiere: „für die Menschen‘, ,über Gott‘, ,über Gotteserfahrung‘, über den Tod und die Heiligkeit des Lebens“. Ich nehme an, dass diese Texte publiziert werden – dazu waren sie wohl auch gedacht. Vielleicht zeigt sich dann noch eine andere Helena Adler.

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Ich werde sie lesen. Ich werde sie vermissen. – In „Fretten“ schreibt sie: „Erst im Schulalter (…) begriff ich, dass meine Familie anders war. Also begann ich, über die Sippe zu schreiben. Vom Ofenschlurf aus belauschte ich ihre Gespräche, sammelte Geheimnisse.“ Dieses Kind, das auf dem Ofenschlurf die Familie zum Schreiben belauscht: dieses Bild nehme ich mir mit.

Katharina Tiwald, Schriftstellerin _ Wien

Wien 8.1.2024

Herzlichen Dank für Dein Interview und Deine Erinnerungen, liebe Katharina!

Katharina Tiwald, Schriftstellerin

Katharina Tiwald, Schriftstellerin

Zur Person: Katharina Tiwald hat Linguistik und Slawistik studiert und veröffentlichte mehrere Bücher und Theaterstücke, zuletzt den Roman „Mit Elfriede durch die Hölle“ (Milena, 2021). Die Oper „Daphnes Garten“ nach ihrem Libretto wurde im November 2023 im Offenen Haus Oberwart uraufgeführt und ist im Februar im Wiener Off-Theater zu sehen; darin geht es um die Ermordung der maltesischen Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia. Die Musik stammt von Erling Wold, die Regie besorgte Peter Wagner. 

http://katharinatiwald.at/

Fotos: 1 Hans Wetzelsdorfer/privat; 2 Dessislaw Pajakoff.

Helena Adler, Schriftstellerin +5.1.2024

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/  6.1.2024

Bücher:  

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/     

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 8.1.2024

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Erinnerung an Helena Adler – „der Wille, dem Irrsinn mit der Sprache beizukommen“ Harald Darer, Schriftsteller _ Wien 8.1.2024

Erinnerungen an Helena Adler _ Harald Darer, Schriftsteller

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Lieber Harad Darer, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler, Schriftstellerin (Stephanie Helena Prähauser + 5.1.2024  *1983) ?

Ich habe sie nur einmal getroffen. Bei unserem Kennenlernen letztes Jahr in Rauris, als wir zusammen auf den Bus gewartet haben. Sie war sehr lieb zu mir, ich war komplett zerdrückt, weil ein paar Tage vorher mein Bruder tödlich verunglückt war und konnte Zuspruch gut gebrauchen. Als ich jetzt von ihrem Tod erfahren habe, ist es mir wieder eingefahren, wie grotesk es doch ist, wenn jemand plötzlich für immer weg ist, mit dem man vor Kurzem noch Kontakt hatte.

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Mit ihrem Buch die „Infantin..“. Ich habe mich gleich zu Hause gefühlt, weil sie darin auf ihre Art dasselbe Thema bearbeitet hat wie ich in meinem ersten Buch.

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

Der Hang zum Skurrilen, Wortwitzigen und der Wille dem Irrsinn mit der Sprache beizukommen.

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Was mich betrifft, und unserem kurzen Treffen nach zu urteilen, war sie zugänglich und interessiert.

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Das ist schwierig zu sagen, die Einordnung nehmen andere vor, es wird wohl die Antiheimat-Ecke sein.

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Ich hoffe, dass sie auf alle Fälle in Erinnerung bleiben wird.

Harald Darer, Schriftsteller

Wien, 8.1.2023

Herzlichen Dank für Dein Interview, lieber Harald!

Harald Darer, Schriftsteller

Harald Darer, Schriftsteller

https://der-darer.net/

Foto: privat

Helena Adler, Schriftstellerin +5.1.2024

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/  6.1.2024

Bücher:  

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/     

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 8.1.2024

https://literaturoutdoors.com

Erinnerung an Helena Adler – „das Beste, was ein Text auslösen kann“ Gudrun Seidenauer, Schriftstellerin _ Salzburg 8.1.2024

Erinnerungen an Helena Adler _ Gudrun Seidenauer, Schriftstellerin

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Liebe Gudrun Seidenauer, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler, Schriftstellerin (Stephanie Helena Prähauser + 5.1.2024  *1983) ?

Wir sind uns bei den Rauriser Literaturtagen begegnet – herzlich, persönlich und lustig, mehr als Small-Talk.

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Die „Infantin“ ist eine hinreißende Wucht, die meine Schüler*innen aus dem Fach „Kreatives Schreiben-Literatur“ am Musischen Gymnasium sehr beeindruckt und intensive Diskussionen befeuert hat, das Beste, was ein Text auslösen kann.

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

Weiblich, wild, Sprachfeuerwerk, das schmerzende Stellen grell ausleuchtet.

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Siehe oben

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Sie hat eine großartige, starke Spur gezogen – möchte mich nicht an Zuordnungen versuchen.

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Siehe letzte Frage.

Gudrun Seidenauer, Schriftstellerin _

Salzburg 8.1.2024

Herzlichen Dank für Dein Interview und Deine Erinnerungen, liebe Gudrun!

Gudrun Seidenauer, Schriftstellerin

Gudrun Seidenauer, Schriftstellerin  

https://www.seidenauer.net/

Foto: Barbara Klein

Helena Adler, Schriftstellerin +5.1.2024

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/  6.1.2024

Bücher:  

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/  

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 8.1.2024

https://literaturoutdoors.com

Erinnerung an Helena Adler – „dass es keinen „Roman wie von Helena Adler“ geben kann“ Markus Grundtner, Schriftsteller _ Wien 8.1.2024

Erinnerungen an Helena Adler _ Markus Grundtner, Schriftsteller

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Lieber Walter,

danke für deine Einladung zur Erinnerung und dein Bemühen um das Andenken an Helena Adler.

Von ihrem Ableben erfuhr ich, als ich „Eine Ehe in Wien“ von David Vogel las, und kurz zuvor an eine Stelle angelangt war, aus der sich ein Satz schmerzlich aus seinem Kontext herauslöste: „Da steht man urplötzlich der völligen Nichtigkeit aller Dinge gegenüber …“

Ich muss gestehen, ich kannte Helena Adler nicht persönlich, sondern nur über ihren Kunstnamen. Genauer gesagt, kannte ich sie, wie man sich oft im Literaturbetrieb kennt, über Social Media-Plattformen, ein „Gefällt mir“ hier, ein Kommentar unter einem Posting da, und leider schaffte ich es nie zu einer Lesung, weil alles Mögliche dazwischenkam.

Den unmittelbarsten Kontakt hatten wir, als wir 2022 gemeinsam auf der Longlist des Österreichischen Buchpreises standen, sie dann auf der Shortlist. Als ich einmal die nominierten Bücher sympathisch arrangiert in einer Buchhandlung entdeckte, schoss ich ein Foto, postete es auf Instagram und markierte die anderen AutorInnen. Es kam das eine oder andere „Gefällt mir“ zurück, von Helena ein Herz – nunmehr unsere einzige direkte Kommunikation. Obwohl, bei der Preisverleihung gab es dann noch ein kollegiales Zunicken aus der Ferne. Aber wahrscheinlich trickst mich hier nur meine Erinnerung aus.

So habe ich zwar nie mit ihr gesprochen, aber durch „Fretten“ ihre ureigene Erzählerinnenstimme kennengelernt. Diese Sprachmusik und Verspieltheit der Worte gibt es kein zweites Mal. Verlage schreiben in ihre Programme gern: „Ein Roman wie von …“ – bisher dachte ich, ich lese lieber den „Roman von …“ anstatt den „Roman wie von …“, unendlich traurig stimmt mich, dass es – ohne eventuell vorliegende Manuskripte oder Fragmente – keinen weiteren „Roman von Helena Adler“ geben wird und jedenfalls auch keinen „Roman wie von Helena Adler“ geben kann.

In der Erinnerung will ich nicht auf sie als bildende Künstlerin vergessen. Abgesehen von all der nun unerschaffen bleibenden Kunst und ungeschrieben bleibenden Literatur, ist aber eines das Allerschmerzlichste, es bleibt nun ein langes Leben mit ihrer Familie ungelebt.

Markus Grundtner, Schriftsteller

Wien, 8.1.2024

Herzlichen Dank für Deine Erinnerungen, lieber Markus!

Markus Grundtner, Schriftsteller

Markus Grundtner, Schriftsteller

https://www.markus-grundtner.at/

Foto: Gianmaria-Gava

Helena Adler, Schriftstellerin +5.1.2024

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/  6.1.2024

Bücher:  

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/     

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/ 

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos Helena Adler_Eva Trifft/Jung und Jung

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 8.1.2024

https://literaturoutdoors.com