Yaroslav Hrytsak, Professor an der Ukrainischen Katholischen Universität in Lwiw und Direktor des Instituts für historische Forschungen an der Nationalen Iwan-Franko-Universität in Lwiw und bis 2022 zusammen mit Martin Schulze Wessel Sprecher der deutsch-ukrainischen Historikerkommission, legt eine umfassende historische Analyse der ukrainischen Nation und Staatswerdung vor, die zur packenden Reise wird, die erschüttert wie fasziniert.
In sechs Kapitel eröffnet der Autor von der Namens- und Begriffsgeschichte über die historischen Entwicklungen der ukrainischen Nation im Lauf der Jahrhunderte bis zu den Brennpunkten der Gegenwart wesentliche Schwerpunkte und weiterführende Perspektiven.
„Ein sensationelles Buch zu Geschichte und Gegenwart der Ukraine.“
Ukraine. Biographie einer bedrängten Nation. Hrytsak, Yaroslav. Beck Verlag.
+Alain Delon, Schauspieler, Produzent * 8. November 1935 in Sceaux/F; † 18. August 2024 in Douchy/F.
Lieber Herr Krenn, Sie haben sich in Ihrem viel beachteten Buch „Romy&Alain – Eine Amour Fou“, Aufbau Verlag 2013 mit Leben, Werk, Liebe des Schauspielers Alain Delon beschäftigt, was machte für sie den Menschen, Liebenden und Künstler aus?
Delon war im Grunde sicher ein einsamer Mensch, der sich in dieser Rolle aber auch durchaus wohlfühlte. Im Gegensatz zu dem humorvollen und sehr zugänglichen Star Jean-Paul Belmondo hat er sich ganz bewusst als unerreichbarer Solitär inszeniert, der nur Wenigen Zugang zu seiner Persönlichkeit erlaubte. Schöne Frauen verführte er oder ließ sich von ihnen verführen. Als Künstler konnte er viele Jahre hindurch aus interessanten Angeboten wichtiger Regisseure auswählen und hat daher relativ spät eher simpel konstruierte Actionfilme gemacht. Gravierende Abstiege in seiner Karriere blieben ihm erspart, gegen Ende seines Lebens musste er aber erkennen, dass die Filmwelt nicht mehr die seine war.
Wie hat Sie die Nachricht vom Tod Alain Delons erreicht und was war Ihre Reaktion?
Die Nachricht kam nicht unerwartet, da man schon längere Zeit von Delons angegriffenem Gesundheitszustand wusste. Mir war bewusst, dass damit ein Leidensweg zu Ende ging, denn die vergangenen Jahre waren sicher nicht nach der Vorstellung eines lebenshungrigen Mannes wie Delon es früher war.
Was machte für Sie den Schauspieler Delon aus und welche Bedeutung hatte dieser für die französische wie generelle Filmgeschichte?
Alain Delon konnte auf eine Traum-Karriere zurückblicken. Er hat sich zu Beginn der 1960er Jahre ohne nennenswerte schauspielerische Ausbildung durch die Führung einiger brillanter Regisseure wie Luchino Visconti, Jean-Pierre Melville oder Michelangelo Antonioni zu einem der führenden Schauspieler Frankreichs entwickelt, der darüber hinaus auch weltweit Bekanntheit erlangte. Er spielte die Hauptrolle in einigen Filmen, die heute als Klassiker gelten. Dadurch erreichte er schon zu Lebzeiten eine Art Unsterblichkeits-Status. Er zählt zu den Akteuren, die sofort wiedererkennbar sind, deren Nimbus weiterwirkt.
Wie ging der Schauspieler mit seiner französischen Konkurrenz wie Depardieu oder Belmondo um bzw. wie akzeptiert war Delon?
Er war in jeder Hinsicht ein Alpha-Tier, schätzte jedoch die Qualität anderer Akteure wie etwa Jean Gabin, Maurice Ronet oder Jean-Paul Belmondo, mit denen er auch gemeinsam vor der Kamera stand. Unter seinen Kollegen war Delon zweifellos akzeptiert, vielleicht auch nolens volens… Wie sehr man sich persönlich mochte, ist schwer zu sagen. Belmondo etwa war zu Beginn beider Karrieren jahrelang sein Rivale, man kann die legendäre Prügelszene der beiden im Film Borsalino nicht ohne Schmunzeln betrachten. Es war aber auch bewegend zu sehen, wie Delon Belmondo nach dessen Schlaganfall bei einem gemeinsamen Auftritt stützend seinen Arm bot. Da waren beide längst über 70 Jahre alt. Absolut pflegeleicht war Delon bedeutenden Regisseuren gegenüber, denen er sich vertrauensvoll überließ.
Die Kindheit Delons war sehr schwierig. Wie waren die Umstände und wie prägend war dies für ihn persönlich und für seinen künstlerischen Weg?
Betrachtet man Delons Kindheit, fühlt man sich an einen Roman von Charles Dickens oder Victor Hugo erinnert. Nach der Scheidung seiner Eltern wurde er mit vier Jahren Pflegeeltern überantwortet, die starben, als er elf Jahre alt war. Danach flog er aus diversen Internaten, kam in eine Lehre als Fleischhauer und ging als Soldat nach Indochina. Der Umgang mit dem Tod dort, das Martialische an sich, prägte ihn für sein weiteres Leben. Nach ein wenig Schauspielunterricht wurde er für den Film entdeckt, damit begann seine kometenhafte Karriere.
Welche Schlüsselereignisse würden Sie im Leben Delons hervorheben?
Die traurigen Erfahrungen in seiner Kindheit, sein militärischer Einsatz an der Front in Indochina, sowie sein über lange Zeit gepflogener Umgang mit Gangsterkreisen haben seine frühen Jahre bestimmt. Künstlerisch wichtig war die Chance, mit Filmen von Luchino Visconti und Jean-Pierre Melville Kinogeschichte zu schreiben.
Was machte die „Amour Fou“ mit Romy Schneider aus, wie prägte diese beide?
Alain Delon hat im Laufe der Jahre verstanden, dass er und Romy Schneider in gewisser Weise für immer zusammengehören werden, zumindest in der Phantasie des Publikums. Warum die Beziehung nicht hielt, ist schwer zu sagen, es lag auch daran, dass sich ihre beiden Karrieren zu dem Zeitpunkt, als sie ein Paar waren, sehr unterschiedlich entwickelt haben. Delons Karriere war im Höhenflug, die von Schneider stagnierte zu dem Zeitpunkt. Man war oft getrennt. Und Delon dürfte kaum ein Abenteuer mit einer anderen Schauspielerin ausgelassen haben. Aber in den späteren Lebensjahren entstand aus der einstigen Beziehung eine echte Freundschaft, in der Delon immer wieder in entscheidenden Momenten für Romy Schneider da war, man kann sagen, bis über ihren Tod hinaus.
Romy Schneider et Alain Delon_1958(folgendes)
Die Liebesgeschichte von Alain Delon und Romy Schneider begann in Wien. Wie waren die Umstände und wie fanden sie zueinander?
Sie trafen sich vor den Dreharbeiten zu Christine 1958 in Paris und waren sich zunächst gar nicht sympathisch. „Geschmacklos und uninteressant“ urteilte Schneider über ihn, er wiederum nannte sie eine „blonde Gans“. Während der Dreharbeiten lernten sie einander besser kennen und verliebten sich. Nachdem der Film abgedreht war, hoffte Romys Mutter, dass ihre Tochter den Flirt bald vergessen würde, denn es warteten Ferien und dann ein neuer Film auf sie. Aber Romy Schneider reiste nicht zu ihrer Familie nach Hause sondern folgte Delon nach Paris. Das war der entscheidende Bruch mit ihrer Familie.
Wie ging die Familie Romy Schneiders mit dem Freund, Verlobten ihrer Tochter um?
Delon war für Romy Schneiders Familie das personifizierte Feindbild. Ein junger Mann mit zwielichtigem Vorleben, der die bis dahin fügsame Tochter abspenstig machte, die zu ihm nach Paris in eine unsichere Zukunft zog. Es bestanden schließlich noch laufende Verträge für Filme, wobei die Verleiher, die gerne eine makellos brave Romy verkauften, bald lieber ohne Fräulein Schneider planten. Damit bangte die Familie um eine veritable Einnahmequelle, um „das beste Pferd im Stall“. Zudem war Delon Franzose und man darf nicht vergessen, wie belastet das deutsch-französische Verhältnis nach dem Krieg noch für Jahrzehnte war.
Welche Bezugspunkte ihrer Liebe gibt es in Wien? Wo hielten sie sich auf, was schätzten sie an Wien?
Da ist wohl hauptsächlich das Hotel Sacher und dessen Umgebung zu nennen. Magda und Romy Schneider logierten bei Wiener Dreharbeiten regelmäßig dort, ihre Zimmer waren mit einer Doppeltür verbunden. Delon wohnte auch dort und verletzte mit Bluejeans, saloppen Pullovern und ungekämmtem Haar regelmäßig die damals üblichen Bekleidungsvorschriften. Als Mutter Schneider eines Tages unangemeldet im Sacher auftauchte, fand sie das Liebespaar in flagranti vor…
Was machte für Romy Schneider die Faszination Delon aus?
Es ist leicht nachzuvollziehen, dass man einer enigmatischen, blendend aussehenden Persönlichkeit wie Alain Delon verfallen kann. Zudem verkörperte er, was sich Romy Schneider 1958 – mit zwanzig Jahren also – sehnsüchtig herbeiwünschte: Aus dem geschützten Familienverband, der sie teilweise auch bevormundete, auszubrechen in persönliche Freiheit mit allen Vorteilen und Risiken. Das prägte sie und in gewisser Weise blieb Delon der vielzitierte „Mann ihres Lebens“, wobei sich die Liebe nach einer Phase der Trennung in tiefe Freundschaft umwandelte.
Was wird von Leben und Werk Delons unvergesslich bleiben?
Einige bedeutende Filme wie Rocco und seine Brüder, Der Leopard, Der eiskalte Engel oder Der Swimming Pool, eine jederzeit wiedererkennbare ikonische Präsenz und die Gewissheit, dass faszinierende Künstler nicht unbedingt die einfachsten Menschen sind. Aber warum auch?
Vielen Dank für das Interview!
Sehr gern!
Günter Krenn, Autor, Österreichisches Filmmuseum
Zur Person: Günter Krenn, geboren 1961, Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Zahlreiche Publikationen zum Film u. a. über Billy Wilder, Louise Brooks und Walter Reisch. Er lebt in Wien und ist dort Mitarbeiter des Österreichischen Filmmuseums. Im Aufbau Verlag ist „Die Welt ist Bühne. Karl-Heinz Böhm. Die Biographie“ erschienen und im Aufbau Taschenbuch „Romy Schneider. Die Biographie“ sowie „Romy & Alain. Eine Amour fou“.(Text_Aufbau Verlag)
Portrait_Günter Krenn_privat.
Portrait _ Romy Schneider et Alain Delon_ Postkarten_ 1958_Sam Levin; Romy&Alain AKG; Alain Delon au festival de Cannes 2013 _Georges Biard.
Wie Christus denken? Wie ist unsere Vorstellung davon und was hat diese theologisch, historisch, gesellschaftlich geprägt? Was sind Positionen von der Antike bis in die Gegenwart davon?
Anselm Schubert, Professor für Neuere Kirchengeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg und renommierter Autor stellt sich der umfangreichen wie spannenden Religions-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Christus Verständnisses im Verlauf von 2000 Jahren.
Das Buch ist in vier große Überblickskapitel gegliedert, die beginnend von Zugängen zum historischen Jesus zu den antiken Christus Modellen an den Schnittstellen von Theologie und Philosophie reichen. Im zweiten Kapitel stehen mittelalterliche Zugänge zu Christus und Geschlecht und deren erstaunliche Konzeptionen im Mittelpunkt. Im dritten Kapitel werden konfessionelle Unterscheidungen in Bezug auf das Geschlechterverständnis diskutiert und das vierte Kapitel schließt mit einem Überblick von der Aufklärung bis zur Gegenwart eine vielfältige theologische Reise zu Christusbildern der in Rück- und Ausblick ab.
Eine spannende theologische Reise zum Christusverständnis der Jahrhunderte bis in die Gegenwart
Christus (m/w/d). Eine Geschlechtergeschichte. Schubert, Anselm. Beck Verlag.
Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin, Autorin, Komponistin und Rezitatorin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace
Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin, Autorin, Komponistin und Rezitatorin
Zur Person/über mich:Ich bin Jacky Surowitz, schauspielerin, regisseurin, sängerin, autorin, komponistin und rezitatorin aus dem salzkammergut, lebend in wien. leidenschaftlich fürs theater, inbrünstig für die literatur und freudig für den film. habe schon einige theaterinszenierungen als regisseurin und schauspielerin gemacht (2 welturaufführungen und 1 wienpremiere), 2 langfilme (und 7 kurzfilme) geführt, gecastet, geschnitten, produziert und mitgespielt, habe drehbücher verfasst und umgearbeitet, theaterstücke, texte, gedichte und geschichten geschrieben, gedichtband und roman bereits veröffentlicht, theatersongs und filmmusik komponiert und gesungen, auch mit eigener gesangsgruppe gearbeitet und einen kulturverein gegründet. unterrichte sprach- und sprechtechnik mit schwerpunkt akzente und dialektik, moderiere und gestalte ein eigenes tv magazin auf einem privatsender.
Liebe Jacky Surowitz, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
ich bin derzeit total kreativ. Gerade inszeniere ich eine Welturaufführung, die meine ganze Aufmerksamkeit fordert, bereite mich aber gleichzeitig auf meine Leseabende vor und studiere vor dem Schlafengehen noch ein Drehbuch.
Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin, Autorin, Komponistin und Rezitatorin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
leben und denken. Das Leben genießen und denken. Vor Inbetriebnahme nicht nur des Mundwerks Gehirn einschalten. Und dabei nie den Humor verlieren.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Die Kunst hatte immer schon einen hohen Stellenwert im Leben. Leider wird der Begriff Kunst heute für fast alles verwendet. Man sollte sich wieder der wahren und echten „Kunst“ zuwenden, die einem das Leben bereichert. Und Literatur sollte den höchsten Stellenwert haben, aber leider haben die Leute verlernt, zu lesen oder zuzuhören oder sie müssen sich damit auseinandersetzen und das ist zu anstrengend. Aber ohne Literatur (und Musik) ist das Leben nichts wert.
Was liest Du derzeit?
Das Labyrinth, ein Theaterskript von Jacky Surowitz
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Erfülle dein Herz mit dem, was dein Herz erfüllt.
Vielen Dank für das Interview, liebe Jacky, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin, Autorin, Komponistin und Rezitatorin
5 Fragen an Künstler*innen:Jacky Surowitz, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin, Autorin, Komponistin und Rezitatorin
Zur Person/über mich:Ich bin Jacky Surowitz, schauspielerin, regisseurin, sängerin, autorin, komponistin und rezitatorin aus dem salzkammergut, lebend in wien. leidenschaftlich fürs theater, inbrünstig für die literatur und freudig für den film. habe schon einige theaterinszenierungen als regisseurin und schauspielerin gemacht (2 welturaufführungen und 1 wienpremiere), 2 langfilme (und 7 kurzfilme) geführt, gecastet, geschnitten, produziert und mitgespielt, habe drehbücher verfasst und umgearbeitet, theaterstücke, texte, gedichte und geschichten geschrieben, gedichtband und roman bereits veröffentlicht, theatersongs und filmmusik komponiert und gesungen, auch mit eigener gesangsgruppe gearbeitet und einen kulturverein gegründet. unterrichte sprach- und sprechtechnik mit schwerpunkt akzente und dialektik, moderiere und gestalte ein eigenes tv magazin auf einem privatsender.
Zur Person:Heidi König-Porstner, geboren 1965, kam 1984 aus dem niederösterreichischen Mostviertel nach Wien – ursprünglich, um zu schreiben und Sprachen zu studieren.
Über die Beschäftigung mit japanischer Dichtung gelangte sie zum Karate, das sie nach wie vor ausübt und – als eine der ersten Frauen – lange Zeit hauptberuflich lehrte (u.a. von 1993-2013 am Universitätssportinstitut Wien).
In derselben Zeit publizierte sie unter ihrem Mädchennamen Adelheid Anna König erste literarische Texte (u.a. „Lippenmale“, Edition Doppelpunkt 1993), hielt zahlreiche Lesungen in Wien und Umgebung und erhielt 1993 das Nachwuchsstipendium für Literatur des BMUK.
Nach Abschluss eines Übersetzerstudiums war sie als Forschungsmitarbeiterin am Institut Wiener Kreis und Institut für Zeitgeschichte tätig und publizierte u.a. zur Rezeption der Einstein’schen Relativitätstheorie (Adelaide, Australien 2006) und zur Philosophie Moritz Schlicks (Springer, Wien 2012)
Heidi König-Porstner ist es ein Anliegen, historische und politische Forschung mit literarischem Schreiben und Literaturübersetzung zu verbinden.
2017 publizierte sie Biographie und Texte der als „erste Feministin“ bekannten mexikanischen Dichterin Sor Juana Inés de la Cruz. („Sor Juana Inés de la Cruz: Nichts Freieres gibt es auf Erden“, konkursbuch-Verlag, Tübingen 2017.)
Für die Übertragung der Gedichte Sor Juanas ins Deutsche erhielt sie 2018 den Spanischen Übersetzerpreis.
Seit 2017 arbeitet sie historisch zur Geschichte des Massakers von Jonestown 1978 und zeichnet u.a. verantwortlich für die Literaturprojekte Jonestown-ein Lesebuch und Lyrik aus Jonestown. (San Diego, 2017-2024)
Im Jahr 2024 gründete sie in Wien den LEIWAND-Verlag.
Aktuelle Buchpräsentation: „Christa Urbanek“
UNIKAT – Geschichten von und über Christa Urbanek
Christa Urbanek (1947 – 2021) war eine Ausnahmekünstlerin. Eine, die ihr Leben als Realsatire auf die Bühnen brachte und dabei so authentisch war, „wie es eine Kunstfigur nie sein könnte“ (Claus Tieber) Eine, deren Ungeniertheit und Direktheit oft schockiert haben, auf der Bühne wie privat – und deren weit offenes Herz denen, die sie kannten auf immer in Erinnerung bleibt. Eine die Solidarität gelebt hat – und immer wieder großartig mit Kunst zu verbinden wusste. Für ihr soziales Engagement wurde ihr 2012 von Stadträtin Sonja Wehsely das „Goldene Wienerherz“ verliehen. Gemeinsam mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern erinnert Christa sich in diesem Lesebuch an ihren Werdegang, ihre Jahre als Akteurin der legendären Rockband Drahdiwaberl, ihre ersten Gehversuche in Schauspiel und Kabarett und ihre Erfolgsprogramme „Unikat“ und „Remasuri“: ein Streifzug durch die Kleinkunst- und Theaterszene der 80er bis 10er Jahre – und das Porträt einer ungewöhnlichen Künstlerin, die für diese Szene gelebt hat.
Unikat
Autor: Christa Urbanek, Karl König u.a.
LEIWAND Verlag
ISBN: 978-3-200-09748-3
EUR 21,50
Christa ist nicht mehr, deshalb werden Freund_innen und Künstler_innen die Ihr nahe standen, am 15.9. das posthum erscheinende Buch im Rahmen eines vielschichtigen Abends in memoriam Christa Urbanek der Öffentlichkeit präsentieren.
Am 18.12. steht dann zu ihrem Gedenken auch nochmal ein „Weihnachtsspäschl“ mit zahlreichen Künstler_innen auf dem Programm, dessen Erlös der Vinzi Rast zu Gute kommen wird
Ein Abend in memoriam Christa Urbanek mit: El Awadalla, Tanja Ghetta, Maria Sukup, Claus Tieber, Sonja Penz, Richard Weihs u.v.a.
in memoriam „Christakind“ Urbanek zu Gunsten der Vinzi-Rast mit: El Awadalla, Erik Trauner, Claus Tieber, Richard Weihs u.v.a. (die komplette Liste der Mitwirkenden wird im Herbst feststehen)
Liebe Hanna-Linn Hava, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Zuerst falle ich aus einem Traum ins Bett und taste noch blind nach Musik. Ohne die richtige Musik stehe ich nicht auf.
Dann bewege ich mich weiter zwischen Poesie und Alltag durch die Zeit, versuche, die wilden Ideen in meinem Kopf mit handfesten Tätigkeiten zu versöhnen, und tanze zuerst mit den Worten, dann mit der Geschirrspülbürste.
_
Inzwischen trage ich mit Leichtigkeit mehrere Kleider, das Gewand der Diva und die Schürze der Köchin, das Negligé der Geliebten und die Latzhosen der Großmutter, den Wollpulli der Wanderin und das Nichts der Muse.
Das war nicht immer so. Lange habe ich Masken getragen.
Wenn am Ende des Tages ein paar geschriebene Seiten übrigbleiben und der Küchenboden trotzdem gewischt ist, war es ein besonders guter Tag.Aber irgendetwas Gutes passiert immer.
Und danach mache ich die Musik aus und gehe schlafen.
Hanna-Linn Hava, Autorin und Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Sich nicht erschrecken lassen von der Angst. Denn sie ist gerade überall, die Angst. Die Welt ist überaus plötzlich so groß und schnell und nah geworden, dass wir uns ihr verloren fühlen, und jeder sucht sich ein sicheres Versteck und einen Schuldigen für seine eigene persönliche Angst und will wieder alles klein und verständlich und sicher machen.
Deswegen: Trotzdem die Hände ausstrecken, nach dem, was erst einmal fremd erscheint, zulassen, dass sich die Ängste gegenseitig beschnuppern, neugierig bleiben, freundlich bleiben, und sich dann trauen, Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und dann vielleicht sogar mindestens ein bisschen für diese Welt. Sie kann Hilfe brauchen. Jetzt besonders.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wie immer bei Umbrüchen bricht auch etwas auseinander. Die Kunst, egal in welcher Form, baut kleine, bunte Brücken über die Risse, näht die Wunden zu, die beim Stolpern über diese Risse entstanden sind, oder zeigt zumindest auf, wo es gerade Wunden gibt. Besonders wenn die Gesellschaft diese Wunden nicht ansehen will, darf sie ein bisschen lauter werden, die Kunst.
Kunst ist kein Luxus. Kunst ist eine Notwendigkeit. Gerade jetzt, wo die technische Entwicklung so rasant ist, dass benachbarte Generationen in unterschiedlichen Welten leben, kann Kunst eine universelle Ausdrucksform sein, die diese Welten wieder ein Stück verbindet.
Und ich hoffe, dass die Kunst ihre elitäre Rüstung verliert, ohne banal zu werden, dass sie genau das in den virtuellen Gefilden lernt, die sich gerade als großes Abenteuer vor uns auftun, und dass sie nicht darin verloren geht.
Aber sie hat schon Jahrtausende überlebt, die Kunst, und ich glaube deswegen auch fest daran, dass wir uns um sie keine allzu großen Sorgen machen müssen.
Um die Menschheit vielleicht schon eher.
Was liest Du derzeit?
Ich würde gern mehr Romane lesen, aber wenn ich welche schreibe, dann lese ich keine.
Momentan lese ich also nicht nur aus Recherchezwecken das brillante Sachbuch „Womans Lore“ von Sarah Clegg, das mich allerdings an die Grenze meiner englischen Sprachkenntnisse bringt. Aber ich mag Herausforderungen.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ein Zitat von Terry Pratchett, weil er immer recht hat, aber hiermit ganz besonders:
„Wenn Leute, die schreiben und lesen können, für andere Leute kämpfen, denen diese Kenntnisse fehlen, ist das Ergebnis nur eine neue Art von Dummheit. Wenn ihr etwas für sie tun wollt, baut irgendwo eine Bibliothek und lasst die Tür offen.“
Hanna-Linn Hava, Autorin und Künstlerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Hanna-Linn, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Hanna-Linn Hava, Autorin und Künstlerin
Zur Person:Hanna-Linn Hava
Biographie:
1978, 15.September: geboren in der Filderklinik in Filderstadt, Lkr. Stuttgart
2000-2002: Mitinhaberin des Bioladen-Frauenkollektivs „Rote Rübe“ in Tübingen
2002-2005: Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe
2009, März: 2. Platz Würth-Literaturpreis für die Kurzgeschichte „Sein Name war Jonas“ Veröffentlichung Oktober 2009 im Swiridoff-Verlag
2009-heute: schriftstellerische und künstlerische Tätigkeiten
2011, März-Juni: Fortbildung an der Internationalen Schule für Schauspiel in München als Sprecherin
2018 – 2020: Vorleserin im Notariat Dr. Peter, Karlsruhe
Bibliographie:
2009 Kurzgeschichte „Sein Name war Jonas“, Anthologie, Swiridoff-Verlag (Würth-Literaturpreis)
2012 Lyrikband „Poesie aus Anderswann“, Selfpublishing
2014 Roman „Schneewittchens Geister, Periplaneta-Verlag
2020 Roman „Lilys Engelskostüm hat kaputte Flügel“, Selfpublishing
2024 Erzählband „Wild“, kul-ja! publishing
2024 Oktober, Roman „Das Blutige Kochbuch“, kul-ja! publishing
In »Wild« passieren Dinge, die jedem passieren könnten. Jedenfalls dann, wenn man sich in einen wilden Wald verirrt und plötzlich die Grenze von der Menschenwelt zu woandershin überschreitet.
Und diese Grenze kann überall sein.
Wie ein roter Faden führt rotes Haar durch dieses Buch, verknüpft zart die einzelnen Geschichten miteinander und führt den Leser immer tiefer in die Dunkelheit der menschlichen Seele, aber auch dorthin, wo die Frauen noch ungezähmt und sich ihrer Kraft bewusst sind, dorthin, wo die Magie wie Unkraut in jedem Hinterhof plötzlich aufblühen kann und die Sinnlichkeit keine verblümten Worte braucht.
Wer sich auf das Abenteuer einlässt, findet sich in Märchen wieder, die mit lyrischer Sprache so scharf unsere sozialen Skripte sezieren, dass es manchmal nicht leicht ist, zu entscheiden, ob man lieber verstört oder verzaubert sein möchte. Am Ende ist man beides.
»Kein Wunder, dass es sich Kurt Cobain, himself, als Penner getarnt, zwischen den Zeilen dieser Erzählungen auf einer Parkbank bequem gemacht hat, wie in einem geflüsterten Remake aus altem und neuem Blut, gemixt mit etwas erotisierender Gewitterbowle, natürlich tanzbar.« – Julia Kulewatz
Erotisch-phantastische Kurzprosa
Hardcover (Fadenheftung), mit 22 farbigen Illustrationen der Autorin und Künstlerin Hanna-Linn Hava
Marika Reichhold _ Theaterpädagogin, Kunsttherapeutin, Museumsbesitzerin Als Gastwirtstochter in Grünbach am Schneeberg aufgewachsen studierte und studiere ich, seit ich denken kann, „Leben und Menschlichkeiten“. Dazu Tourismus, multimediale Kunsttherapie und Theaterpädagogik.
Bis 2015 arbeitete ich als Kunsttherapeutin und Theaterpädagogin im Thermenklinikum Mödling in der psychosomatischen Kinder- und Jugendabteilung. Zahlreiche und vielfältige Aus- und Weitebildung in verschiedenen Theatergenres.
2007 erbte ich das Bergbaumuseum meiner Eltern in Grünbach. Plötzlich mit einem veralteten Museum konfrontiert, entwickelte ich eine Theaterfigur, eine Personnage: die „frau franzi“ und inszenierte eine szenisch-kabarettistische Museumsführung – die „auf & führung“ Regie: Christian Suchy frau franzi ist beim Publikum durch ihre erfrischende, unmittelbare Art sehr beliebt und hat sich als unkonventionelle Wissensvermittlerin bei allen Generationen und Bildungsschichten bestens bewährt.
Seit 2008 führe ich regelmäßig mit/als frau franzi durch mein Museum in Grünbach. Seit 2010 gibt es die frau franzi Geschichten auch als Wohnzimmertheater. Ideen, Texte und Spiel sind von mir, Regie (fast immer) von Christian Suchy von 2013 bis 2018 „Dienstag ist Putztag“, eigener Slot im KosmosTheater Wien.
Solostücke von frau franzi 2007 entwickeln der Theaterfigur „frau franzi“ 2008 „auf & führung“ Museumsführung als 1. Solo (daher 2023: 15 Jahre frau franzi!) 2009 „a haydn- oawad“ über Josef Haydn und das 18. Jhdt“ Regie: Markus Kupferblum, Premiere: Salon 5 2010 “romeo & julia” Regie: Ch. Suchy, Premiere: 3RaumAnatomietheater 2010 “othello” Regie: Ch. Suchy Premiere: 3RaumAnatomietheater 2011 “do host den solot“ über Hormone, Schäggsbia und Paradeisa Regie: Ch. Suchy, Premiere: Burg Kaprun Salzburg 2012 „mägbess“ Regie: Ch. Suchy, Premiere: Theater im Cafe Prückel 2013 „hamlet“ Regie: Ch. Suchy, Premiere: Lilarum Figurentheater 2014 „jedermann“ (Hugo v Hofmannsthal“) Auftrag von Basiskultur Wien zum Festival der Bezirke 2014 Regie: Suchy 2015 „a gribbmschbü“ Regie: Ch. Suchy, Premiere: Pfarrrkirche Grünbach 2016 „könig lear“ Regie: Suchy, Premiere: KosmosTheater 2017 „die Gästeliste“ das Jubiläumsstück (eine Werkschau) Regie: Suchy Premiere: KosmosTheater 2019 „a haydn- oawad“ Neuinszenierung Regie: Ch. Suchy, NÖ Premiere: Kulturszene Kottingbrunn 2020 „beethoven – da wiggal van ruamogga“ Premiere: Straden Stmk Regie: Christian Suchy 2021 „in beethoven sei opa“ – Fidelio, ein frau franzi Filmprojekt Regie: Barbara Klein 2021 „fidelio“ – ein Bilderbuch für Erwachsenen 2022 Vorbereitung und Werkeinführung „Don Quijote, oh mein Gott“ Kottingbrunn Sept 2022 2023 „Don Quijote, oh mein Gott“ Premiere April 2023 Meine Stücke sind Solospektakel – feine, satirische Kleinkunst, bissl kabarettistisch, bissl Objektspiel, bissl clownesk und immer im Dialekt. http://www.bergbaumuseum-gruenbach.at
Aktuelle Produktion:
RICHARD III vom Schäggsbia und der frau franzi Spiel & Text: Marika Reichhold Regie: Christian Suchy Vorpremiere 21.9.2024 (19.00 Uhr) BERGBAUMUSEUM 2733 Grünbach/Schneeberg; Am Neuschacht 12 Reservierung nötig: Tel. 0676- 435 46 00 € 16,–
RICHARD III er is goaschdig, foisch und gemein – owa gerecht! Ea is nämlich zu OLLE goaschdig, foisch und gemein. frau franzi entstaubt großes Welttheater, macht es verständlich und transparent. Helden und Heldinnen, die zum festen Inventar der Weltliteratur gehören, werden respekt- und humorvoll vom Sockel geholt und auf ein menschliches Maß zurechtgestutzt. Und jetzt ist der Richard dran. Der/Das Letzte der Yorkbrüder. Um Schönheit von der Natur betrogen, äußerlich wie innerlich. Er beschließt, ein Bösewicht zu werden. Er will die Krone, die Macht – koste es, was es wolle. Er ist überzeugt, dass ihm die Welt das schuldig ist. Voller Minderwertigkeitskomplex und Allmachtsphantasien entwickelt er eine KomplexKompensations-Kompetenz, die sich gewaschen hat. Er manipuliert und mordet sich schnurstracks zum Ziel. Und schreckt nicht davor zurück auch die Familienmitglieder, besser gesagt, speziell die, aus dem Weg zu räumen…
PREMIERE 24. 9. 2024 (19.30 Uhr) Weitere Vorstellung: 4. 11. 2024 (19.30 Uhr) STUDIO IM AKZENT A-1040 Wien, Argentinierstraße 37 Karten Tel: 01/50165-13306 VVK € 23,– / AK € 27,–
Liebe Heidi König-Porstner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jeder Tag ist anders. Manche verbringe ich fast zur Gänze vor dem Computer, mit Gedichten, Übersetzen, Recherchearbeiten…Ich versuche dann, zumindest abends noch eine Stunde Sport oder wenigstens Spazierengehen einzuplanen, aber das gelingt nicht immer, es ist oft schwer, sich von Texten zu trennen.
An anderen Tagen sind Veranstaltungen zu planen oder auch – mit einem neu gegründeten Verlag – Autor :innen zu treffen: das bringt viel Bewegung und frischen Wind!
Einziger Fixpunkt ist eigentlich das Frühstück mit meinem Mann, für das wir uns immer sehr viel Zeit nehmen, bevor dann jeder für sich zu seinen Tätigkeiten aufbricht. Erst einmal ausgiebig plaudern bei Kaffee und Toast mit Marmelade, das Handy auf stumm geschaltet…das ist unser Morgenritual.
Mehr echte, unmittelbare Kommunikation zwischen Menschen, eine Gesprächs- und Diskussionskultur, die auf wirkliches Verstehen ausgerichtet ist – im Gegensatz zur bloßen Meinungsabgabe via „Likes“ oder roten Stricherln im virtuellen Raum. Dazu gehört auch Neugierde: wie erleben andere die Welt, wie sind sie zu den Standpunkten gekommen, auf denen sie jetzt stehen? Und sich auch selbst bei der Nase nehmen: wie bewusst bin ich mir meiner eigenen Meinungsfindungsprozesse? Lebe ich womöglich selbst in einer „Blase“ und wiederhole bloß besserwisserisch immer wieder, was „wir“ für richtig halten?
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Eine ganz entscheidende. „Without art, our ability to think, to see freshly, and to renew our world would wither and die.“ schreibt Salman Rushdie in „Knife“. Erneuerung nährt sich seit jeher aus Kunst und Literatur: aus dem mutigen Aufzeigen der Bruchstellen gegebener Systeme, dem Finger, der sich auf die Wunde legt, und andererseits aus den sich Raum träumenden, oft überbordenden Phantasien darüber, was vielleicht einmal sein könnte. Also: mutig zeigen und sagen, was ist; träumen, was werden könnte… – ohne darauf zu schielen, was „ gut ankommt“ oder was vielleicht einen Shitstorm auslösen könnte. Ich habe in letzter Zeit gerade von jungen Künstler :innen öfter gehört, dass ihnen der Hass in den Sozialen Medien große Sorgen macht. Das ist eine beunruhigende Entwicklung. Umso größer mein Respekt vor jenen, die sich davon nicht beirren lassen.
Was liest Du derzeit?
Derzeit bin ich auf den ersten Seiten von Orhan Pamuks „Schnee“.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ein weiteres von Salman Rushdie, das mir sehr wichtig ist:
„Art is not a luxury. It stands at the essence of our humanity, and it asks for no special protection except the right to exist.
It accepts argument, criticism, even rejction. It does not accept violence.“
Vielen Dank für das Interview, liebe Heidi, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Heidi König-Porstner, Übersetzerin, Autorin, Verlegerin
Zur Person:Heidi König-Porstner, geboren 1965, kam 1984 aus dem niederösterreichischen Mostviertel nach Wien – ursprünglich, um zu schreiben und Sprachen zu studieren.
Über die Beschäftigung mit japanischer Dichtung gelangte sie zum Karate, das sie nach wie vor ausübt und – als eine der ersten Frauen – lange Zeit hauptberuflich lehrte (u.a. von 1993-2013 am Universitätssportinstitut Wien).
In derselben Zeit publizierte sie unter ihrem Mädchennamen Adelheid Anna König erste literarische Texte (u.a. „Lippenmale“, Edition Doppelpunkt 1993), hielt zahlreiche Lesungen in Wien und Umgebung und erhielt 1993 das Nachwuchsstipendium für Literatur des BMUK.
Nach Abschluss eines Übersetzerstudiums war sie als Forschungsmitarbeiterin am Institut Wiener Kreis und Institut für Zeitgeschichte tätig und publizierte u.a. zur Rezeption der Einstein’schen Relativitätstheorie (Adelaide, Australien 2006) und zur Philosophie Moritz Schlicks (Springer, Wien 2012)
Heidi König-Porstner ist es ein Anliegen, historische und politische Forschung mit literarischem Schreiben und Literaturübersetzung zu verbinden.
2017 publizierte sie Biographie und Texte der als „erste Feministin“ bekannten mexikanischen Dichterin Sor Juana Inés de la Cruz. („Sor Juana Inés de la Cruz: Nichts Freieres gibt es auf Erden“, konkursbuch-Verlag, Tübingen 2017.)
Für die Übertragung der Gedichte Sor Juanas ins Deutsche erhielt sie 2018 den Spanischen Übersetzerpreis.
Seit 2017 arbeitet sie historisch zur Geschichte des Massakers von Jonestown 1978 und zeichnet u.a. verantwortlich für die Literaturprojekte Jonestown-ein Lesebuch und Lyrik aus Jonestown. (San Diego, 2017-2024)
Im Jahr 2024 gründete sie in Wien den LEIWAND-Verlag.
Aktuelle Buchpräsentation: „Christa Urbanek“
UNIKAT – Geschichten von und über Christa Urbanek
Christa Urbanek (1947 – 2021) war eine Ausnahmekünstlerin. Eine, die ihr Leben als Realsatire auf die Bühnen brachte und dabei so authentisch war, „wie es eine Kunstfigur nie sein könnte“ (Claus Tieber) Eine, deren Ungeniertheit und Direktheit oft schockiert haben, auf der Bühne wie privat – und deren weit offenes Herz denen, die sie kannten auf immer in Erinnerung bleibt. Eine die Solidarität gelebt hat – und immer wieder großartig mit Kunst zu verbinden wusste. Für ihr soziales Engagement wurde ihr 2012 von Stadträtin Sonja Wehsely das „Goldene Wienerherz“ verliehen. Gemeinsam mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern erinnert Christa sich in diesem Lesebuch an ihren Werdegang, ihre Jahre als Akteurin der legendären Rockband Drahdiwaberl, ihre ersten Gehversuche in Schauspiel und Kabarett und ihre Erfolgsprogramme „Unikat“ und „Remasuri“: ein Streifzug durch die Kleinkunst- und Theaterszene der 80er bis 10er Jahre – und das Porträt einer ungewöhnlichen Künstlerin, die für diese Szene gelebt hat.
Unikat
Autor: Christa Urbanek, Karl König u.a.
LEIWAND Verlag
ISBN: 978-3-200-09748-3
EUR 21,50
Christa ist nicht mehr, deshalb werden Freund_innen und Künstler_innen die Ihr nahe standen, am 15.9. das posthum erscheinende Buch im Rahmen eines vielschichtigen Abends in memoriam Christa Urbanek der Öffentlichkeit präsentieren.
Am 18.12. steht dann zu ihrem Gedenken auch nochmal ein „Weihnachtsspäschl“ mit zahlreichen Künstler_innen auf dem Programm, dessen Erlös der Vinzi Rast zu Gute kommen wird
Ein Abend in memoriam Christa Urbanek mit: El Awadalla, Tanja Ghetta, Maria Sukup, Claus Tieber, Sonja Penz, Richard Weihs u.v.a.
in memoriam „Christakind“ Urbanek zu Gunsten der Vinzi-Rast mit: El Awadalla, Erik Trauner, Claus Tieber, Richard Weihs u.v.a. (die komplette Liste der Mitwirkenden wird im Herbst feststehen)
Time outs, Feder Tusche auf Papier 1998, Daniela Paulus
Gib mir Freude
Ich bin soviel allein
Vieles fühlt sich nicht richtig an
Es ist noch nicht soweit
Papa sang im Badezimmer
Essen in einem Schloss
Arbeit und Würde
Cool ist das Tier
Es war einmal
Alles vergisst man nicht
Cyril kletterte gerne auf Bäumen
Nie bin ich da wo ich sein möchte
Alles wird ein Ende nehmen
Nach Süden fährt die kleine Kiste
Clever war das nicht
Eva war nicht da
Daniela Paulus, 17.8.2024
Daniela Paulus, Bildende Künstlerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace
Daniela Paulus, Bildende Künstlerin
Zur Person: 1962 geboren als Daniela Maria Netzer Arzttochter In Badgastein. 1969-1973 erste Rudolf Steiner Schule École-Famillè- Montolieu, Montreux, Direktor Begründer Rudolf Kutzli. 1973-1978 Volksschule, Hauptschule Franziskaner Privat_Internat Mädchenschule der Franziskaner Schulschwestern Salzburg. 1980-1981 Wiener Kunstschule Abt.Bildhauerei u.Keramik 1981 Heirat u. Geburt zweier Söhne 1987-2008 Mitglied der BV der Bildenden Künstler Österreich Salzburg Seit 2022 Mitglied im Kunstverein Salzburg 1991 Erhalt des Schöller Elektronics Kultur Preises Wien 1992-1993 Künstlerwoche Bad Goisern 1996 Stipendium Sommerakademie Saline Hallein ,Tone Fink ,Salzburg Teilnahme an der Internationalen Osaka Triennale Painting, Japan
ab 1997 vertreten durch Galerie Welz Salzburg Beginn der Arbeit an Objekten und Skulpturen 2000 digitaler Foto Arbeiten 2002 Portrait im ORF Sendung Salzburg Heute 2008 Teilnahme am Wettbewerb im Rahmen des 1.Präventionswettbewerb in Graz mit Dankes Urkunde für bisher geleistete kriminalpräventive Arbeit zur Thematik sexueller Gewaltmißbrauch (sxgm) von Günther Ebenschweiger 2009-2013 Beginn der Arbeit in Öl und Acryl in einem von der Stadt Salzburg zur Verfügung gestellten Atelier 2013 Katalog Förderung Kultuamt Land und Stadt Salzburg Katalog Titel:Festgehalten 2017 Stipendium Kulturamt Land Salzburg Grafik- Werkstatt Traklhaus seit 2017 Atelier in der Plainstraße 25 Salzburg 2022 Würdigung der pro Salzburg Landes Kulturstiftung
In Öffentlichen Sammlungen vertreten: Rupertinum Salzburg Arthotek des Bundes Österreich Kulturamt Land Salzburg Kulturamt Stadt Salzburg
Ausstellungen/Einzelausstellungen : 1992 Galerie Augundor, Gosau,Malerei Kath.Hochschulgemeinschaft Salzburg Titel: Zeichnen ist eine Empfindung 1994 Salzburger Sparkasse Kongresshalle Badgastein Titel : Seelenbildnisse Tusche Arbeiten auf Papier 1995 Galerie Rythmogramm Bad Ischl Titel: Seelenbildnisse Tusche auf Papier 1998 Galerie im Museums Pavillon Titel: ParadiesWache 1996 Frauenbüro der Stadt Salzburg 2000 Kunstmesse Salzburg Objekte und Plastiken 2000 virtuelle Ausstellung 10 Dynamische Filzstift Zeichnungen 1998 http://www.Art-channel.net 2002 Schloss Mirabell-Wolf Dietrich Halle SxgM Leuchtkörper zum Thema Sex.Gewalt Mißbrauch 2006 (5.-29. Juni) Galerien der Stadt Salzburg Vogelhaus Titel : Werksammlung 1997-2007 2014 Galerie im Zwergerlgarten: Ölmalerei aktuell 2014 1030 Wien Kunstraum Wien Mitte:Experimente der 90 Jahre Malerei 2015 1010 Wien Galerie Palfy, Tusche Arbeiten auf Karton Titel : 1998 Seelenbildnisse 2016 1030 Wien Kunstraum Wien Mitte, 2016 experimentelle Druckgrafiken, Gemeinschaftsaustellungen: 1989: Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs Titel:die Neuen 1992:Art Protects Rainforest Salzburg 1997 Galerie Hopferwieser,Salzburg 1999 und1998 Berchtold Villa,Salzburg 1998 Osaka Trienale,Painting v.2.11.bis 8.12.Einzige Teilnehmerin Österreichs 2001 Rupertinum „ natur“ 2002 Berchtoldvilla Thema Serie: Sand-Wand Objekte 2004-2005 Rupertinum 2006 Galerie Time 1010 Wien Selbstreflexion 2006 Galerie am Mühlenweg Zedernhaus mit Prof.Eva Mazucco 2014 Galerie Lehen „unheimlich schön“,“schön unheimlich“Sammlung Anton Gugg 2015 Galerie im Traklhaus Salzburg 100 Künstler 2019 Galerie im Traklhaus Salzburg Titel : Kunst Ankauf