Berta Zuckerkandl – Österreich intim. Erinnerungen 1892 bis 1942. Hg. von Reinhard Federmann. Amalthea Verlag.
Es ist ein Leben inmitten von Kunst und Kultur in den goldenen Jahren der Blütezeit österreichischen Literatur-, Theater-, Kunstlebens wie an den dramatischen Zeitenwenden und der Dämmerung und Erfahrung ungeahnter Schrecken, Zerstörung und Vernichtung. Ein Leben, dass in einen Kosmos der Offenheit, Begegnung, Inspiration hineinwächst und selbst einen der wesentlichsten kulturellen Treffpunkte formt und Kunst in Gespräch und Austausch fördert. Und nicht zuletzt ein Frauenleben, das sich in schönsten wie turbulentesten Momenten und Zeiten des Lebens zu behaupten und zu verteidigen weiß, bis es nicht mehr möglich ist und nur mehr die Flucht bleibt.
Ihr Name: Berta Zuckerkandl, Wiener Schriftstellerin, Journalistin, Kritikerin und Salonnière *13. April 1864 Wien, Bertha Szeps † 16. Oktober 1945 Paris. Die Tochter eines Zeitungsverlages, und seit 1896 mit dem Anatomen Emil Zuckerkandl verheiratet,zeichnete sich von Jugend an in ihrem großem Interesse wie auch der Gabe der Kommunikation und der Gastfreundschaft aus und führte dies beginnend Ende des 19.Jahrhunderts in regelmäßigen Kunsttreffpunkten „Salons“ zu einer einzigartigen Blüte. Es sind klingende Namen wie Arthur Schnitzler, Arnold Schönberg, Sigmund Freud, Stefan Zweig oder Gustav Klimt, die sich hier in ungezwungener privater Atmosphäre begegnen wie inspirieren. Die Gespräche bleiben im Salon und dort waren diese auch bestens bewahrt…
Das vorliegende Buch der Erinnerungen der Gastgeberin Berta Zuckerkandl ist auf das Drängen ihres Enkels zurückzuführen, der sie bat, diese „Schatzkiste“ zu öffnen und einzigartige Begegnungen, Begebenheiten wie Gespräche festzuhalten. Und es ist eine einzigartige Innenschau in künstlerische Prozesse, alltägliche Herausforderungen, gesellschaftliche Analysen wie Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen an spannendsten Schnittflächen von Kunst, Kultur, Leben und Gesellschaft.
„Ein Buch als sensationelles Ereignis der Innenschau einer Kunstepoche in Blüte und Untergang.“
Berta Zuckerkandl – Österreich intim. Erinnerungen 1892 bis 1942. Hg. von Reinhard Federmann. Amalthea Verlag.
Liebe Johanna Schmidt, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jeden Tag ein wenig anders. Nachdem ich hauptberuflich als Lehrerin arbeite, darf das Schreiben kommen, wenn es kommen kann – davor liegt mein Fokus auf Kindern und Jugendlichen (und der damit verbundenen Bürokratie). Ich versuche mir aber Zeit und Ruhe für meine Texte zu schaffen, was nicht immer ganz einfach ist.
Johanna Schmidt, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig? Dass wir uns sehen. Es ist wichtig, die eigenen Bedürfnisse zu spüren und zu reflektieren – genauso wichtig scheint es mir aber, die Perspektive hin und wieder zu wechseln und entweder näher zueinander zu finden oder emotionale, soziale, physische Grenzen klar zu ziehen, verständlich zu machen und diese auf der anderen Seite auch einzuhalten.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Angeknüpft an die vorangegangene Antwort: Wir können in der Literatur Figuren erschaffen und begleiten, die uns nah, die uns fern sind, die unsere Geschichte in sich tragen. Egal, wie sehr wir uns beim Lesen oder beim Schreiben mit diesen Figuren identifizieren können: Wir setzen uns mit ihnen auseinander und tauchen in die psychische bzw. physische Welt einer Erzählstimme ein. Indem wir (fiktive) Schicksale literarisch mitleben, fällt es uns vielleicht in der realen Welt leichter, Verständnis dafür zu entwickeln oder uns bewusst davon zu distanzieren.
Was liest Du derzeit?
„Alles so still“ von Mareike Fallwickl
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Es kann, sagt sie, nie um Vollständigkeit gehen. Es geht um das Auswählen, das Zusammenstellen. Ein Museum von allem wäre wieder bloß die Welt“
aus Thea Mengelers „Nach den Fähren“ (Wallstein 2024) – große Empfehlung!
Vielen Dank für das Interview, liebe Johanna, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Johanna Schmidt, Schriftstellerin
Zur Person/über mich:Johanna Schmidt, geboren 1993 in Oberösterreich, Studium für Lehramt und Germanistik in Graz, lebt und arbeitet als Schriftstellerin und Lehrerin in Wien.
Bisherige Veröffentlichungen in Magazinen, Anthologien und im Rahmen intermedialer Projekte (siehe beigelegtem Lebenslauf) sowie bei diversen Literatur- und Hörspielwettbewerben, zuletzt beim Ö1-Hörspiel-Wettbewerb Track 5‘ 2022 und 2023 und beim Berliner Hörspiel Festival 2023.
Im Frühling 2024 ist Schmidts erstes Kinderbuch „Mein Garten! Mein Zuhause!“ im Achse Verlag erschienen.
„Mein Garten! Mein Zuhause!“ Johanna Schmidt&Judith Vriba
TSCHAKAKAKA! Was ist das für ein furchtbares Geräusch? Luis hatte sich auf einen friedlichen Morgen gefreut, aber die Elster Pica macht seine Pläne kaputt. Dabei ist das doch sein Garten! Schon ist die Laune im Keller, nichts funktioniert mehr und an allem scheint die kleine Elster Schuld zu sein. Doch auch Pica sieht den Garten als ihr Zuhause an. Traurig fliegt sie davon und muss sich einen neuen Platz suchen. Zuerst genießt Luis die neugewonnene Stille … aber dann holt ihn das schlechte Gewissen ein und er merkt, dass der Garten nicht mehr der gleiche ist.
Im pfiffigen Comic-Stil vermitteln Schmidt und Vrba kleine Streitereien und große Freundschaft von Mensch und Tier im Ökosystem Garten.
32 Seiten Format 22 x 28 cm 1. Auflage, Achse 2024 ISBN: 978-3-903408-19-7
Markus Grundtnerim Interview zu seinem neuen Roman _Der Fall der Fantasie, Markus Grundtner. Roman. Edition Keiper _
Der Fall der Fantasie, Markus Grundtner. Roman. Edition Keiper.
Da ist der Tag als Rechtsanwalt im Büro der Kanzleigemeinschaft. Zwischen Leben und Recht. Zwischen Akten und leuchtendem LED-Zeittempo. Eine strukturierte Welt, der Anatol Altmann folgt, Stunde um Stunde.
Doch dann unterbricht die Kanzleiklingel die Ordnung dieser Innenwelt. Ein RSa-Brief wird ihm aus dem Dunkel des Stiegenhauses gereicht. Und dieses Schriftstück vom HGH, dem Höchsten Gerichtshof, hat es in sich:
„Per null Uhr des heutigen Tages unterfällt Rechtsanwalt Dr.Anatol Altmann nicht mehr der sachlichen und örtlichen Zuständigkeit der weltlichen Gerichte. Ihm steht frei, im außerweltlichen Rechtsbereich des HGH erstmals in seinem Leben weltliche Gerechtigkeit zu erwirken.“
Als er tags darauf das ehrwürdige Gebäude des Wiener Gerichts in der Wickenburggasse über den Keller und den Sicherheitscheck betritt, passiert es. Er wird auf den Brief angesprochen und in einem Raum geführt. An diesem Schreibtisch gibt es Papier, Stift, Würfel, wie im Rollenspiel. Die Beschreibung seiner Person, seines Charakters steht jetzt an. Er macht mit. Und nun öffnet sich eine fantastische Welt zwischen Fall und Urteil, Realität und Möglichkeit, Spiel und Gerechtigkeit wie wundersamen Begegnungen….
„Uns stehen nun einmal außergewöhnliche Kräfte zur Verfügung. Warum sollten wir uns ihrer nicht bedienen?“
Der Wiener Schriftsteller Markus Grundtner, der bereits mit seinem Romandebüt „Die Dringlichkeit der Dinge“ Aufsehen erregte und für den Österreichischen Buchpreis 2022 nominiert war, legt nun mit seinem zweiten Roman „Der Fall der Fantasie“ ein begeisterndes literarisches Feuerwerk sprachlicher Virtuosität, Hintergründigkeit wie gesellschaftlichem Brennglas vor, das ohne Zweifel zum Besten deutschsprachiger Gegenwartsliteratur gehört.
Hier spaziert jemand mitreißend und einer einzigartigen formalen Leichtigkeit mit Kafka, E.T.A.Hoffmann, Descartes und Wittgenstein zu den Grundlagen, Spielvarianten und Grenzen von Sprache und Recht entlang von Straßen, Schlaglöchern, Sackgassen und Horizonten des Lebens.
Markus Grundtner ist ein einzigartiger virtuoser wie hintergründiger Sprachtänzer, der neue Maßstäbe in der Verbindung wie Erfindung literarischer Genres setzt. Sein aktueller Roman ist sicherlich eines der Highlights des Jahres.
„Ein begeisternder Roman, der in virtuosem Sprachspiel literarische Genres mit einer Leichtigkeit jongliert und selbstbewusst neu setzt.“
Preis: AT € 25,00 / DE € 24,32 Seiten: ca. 264 ISBN13: 978-3-903575-22-6 Erscheinungsdatum: 13. September 2024 Sprache: Deutsch Format: 12,0 x 20,0 cm; Pappband
Café Hawelka, Wien. Ein klingender Name in der weltweiten Kaffeehauskultur, der mit der reichen Wiener Kultur-, Kunstgeschichte fest verbunden ist und diese vielseitig als Treffpunkt und Angelpunkt von Inspiration und Ideenaustausch über Jahrzehnte und bis in die Gegenwart bereichert und fördert.
Das Wiener Traditionscafé, das bis heute im Familienbesitz ist und dem auch eine eigene Kaffeerösterei angehört, hat auch eine spannende Familien- und Gesellschaftsgeschichte, welche über die dramatischen Ereignisse wie Höhepunkte österreichischer und europäischer Geschichte viel zu erzählen weiß.
Die Wiener Autorin, Maria Wachter, webt nun Kultur-, Familien-, und vor allem Kaffeehausgeschichte in einem spannenden Roman zu einer begeisternden Melange, die alle Höhen und Tiefen des Lebens in Träumen, Hoffnungen, Erfolgen und Rückschlägen umfasst, zusammen.
„Ein Buch wie ein wunderbarer Nachmittag im Café und seinem bunten Panoptikum des Lebens.“
Granniges am Wegesrand, Spreu – irrlichterte nicht noch vor drei Monaten der Mohn entflammt im Wind?
Pressballig das Stroh, endlos stoppelig reihen sich alle Septembertage, im Oktober, im November chemisch weiß der Nebel, ein erstickter Sommer, Krähiges über Furchen.
Aber die Silos sind voll, die Scheunen.
Chronos sichelt, doch im März, im April hält er die Samen in der Hand, alles verjüngt er, gelenkiges Licht neigt sich über die Felder, so ist er, Chronos, feinfingrig greift die Freude an einem Tag im Frühjahr ins junge Korn.
Christian Lorenz Müller, 10.9.2024
Christian Lorenz Müller, Schriftsteller
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace
Christian Lorenz Müller, Schriftsteller
Zur Person/über mich:Geboren 1972 in Rosenheim/Bayern. Gelernter Trompetenmacher. Lebt in Salzburg.
2010 erschien der Roman „Wilde Jagd“ (Hoffmann und Campe), für den der Autor 2012 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde. Müller erhielt einige weitere Preise und Stipendien, unter anderem den Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik 2012. Weitere Romane: „Ziegelbrennen“ (2018), „Unerhörte Nachrichten“ (2020) und „Radieschen-Revolution“, sämtlich erschienen im Otto Müller Verlag, Salzburg.
Christian Lorenz Müller initiierte 2013 die Textgespräche, eine Schreibwerkstatt für werdende Autorinnen und Autoren. Gelegentlicher Rezensent, unter anderem für die Salzburger Nachrichten. Er schreibt für den Lyrikblog Der goldene Fisch und ist Mitglied des Nature-Writing-Kollektivs dns – die natur schreibt. Von 2015 bis 2022 verantwortete er den Prosateil der deutschen Literaturzeitschrift Konzepte.
Ein Umkreisen der zentralen Frage: Ist es in unserer Gesellschaft noch möglich, eine uneigennützige, vorraussetzungsfreie Freude am eigenen Tun zu haben?
Gerd ist nicht gerade begeistert, als seine Freundin Elfi ein Beet in einem Gemeinschaftsgarten mietet. Trotzdem geht er ihr zur Hand und stellt verwundert fest, dass er einen grünen Daumen hat. Bald schon bindet er voller Eifer Tomaten auf, setzt Kartoffeln und siebt Kompost. Als eine Nachbarin eine skurrile Intrige gegen den Garten anzettelt, zögert er nicht, vehement gegen sie vorzugehen – was aber nur dazu führt, dass Elfi und er kurzerhand des Gartens verwiesen werden. Angespornt durch diese Niederlage gelingt es ihm, am Stadtrand ein neues Grundstück zu pachten, auf dem er den Gemeinschaftsgarten seiner Träume errichten will. Die bunte Truppe, die sich zusammenfindet und Beete anlegt, Hackschnitzel verteilt sowie eine Hütte aufstellt, erfüllt Gerd ganz mit Glück und Stolz, während Elfi realistisch bleibt: Schon die erste Ernte besteht nicht nur aus Karotten, Brokkoli und Kraut, sondern auch aus Neidwurz, Eifersuchtskartoffeln und Lästermelisse. Als Gerd endlich aus seinem idealistischen Traum erwacht, muss er erkennen, dass seine grüne Utopie verloren ist, wenn er sie nicht entschlossen verteidigt.
In einer kräftigen, bildreichen Sprache erzählt Christian Lorenz Müller von der Sehnsucht nach einer Welt, die durch das eigene Handeln ein klein wenig besser wird – und von Wünschen und Überzeugungen, die nur mit einer gehörigen Portion Realismus Wirklichkeit werden können.
Was ich als Hospizschwester über die Grenze zwischen Leben und Tod gelernt habe. Zwölf unvergessliche Erlebnisse
Es ist ein Beruf an den Grenzen des Lebens, der Begleitung von Menschen in ihrem letzten Übergang, ihrem letzten Atemzug – Hospizpflegerin. Hadley Vlahos, Fachkrankenpflegerin, lebt in New Orleans, Louisiana und ihre beruflichen Erfahrungen mit Leben und Tod teilt sie in online Medien unter großem Interesse und Zuspruch mit. In der Schilderung der besonderen Momente des persönlichen Abschiedes öffnet die Autorin Gedanken, Reflexionen über ganz grundsätzliche Zugänge zum Leben und zum Tod.
Das Buch ist in eine Einleitung und ein Schlusswort als Rahmen gegliedert, in denen Hadley Vlahos ihre persönlichen Zugänge zu Beruf, Erfahrungen als Hospizpflegerin und deren Wahrnehmung in einer pointierten Conclusio kompakt darstellt.
Zwischen diesem Rahmen finden sich zwölf anonymisierte Lebens-, Sterbebilder, die von der Autorin eindringlich, lebendig, erschütternd wie inspirierend dargestellt werden. Aus erster Hand der Tätigkeit am Kranken- und Sterbebett wird dabei die tägliche Herausforderung der Pflege wie auch die ganz besonderen Momente persönlicher Dankbarkeit und Aufmerksamkeit erzählt und dies nimmt Leserin und Leser auf eine ganz besondere Reise mit, die oft im Dunklen liegt. In diesem außergewöhnlichen Buch kommt Licht auf die letzten Momente des Lebens und damit auch Licht auf den Weg, den Menschen im Horizont der Zeit gehen, gemeinsam oder allein.
„Ein ganz besonders Buch aus erster Hand über den Moment und Weg des Sterbens.“
Zwischen den Welten, Hadley Vlahos. Kösel Verlag.
Was ich als Hospizschwester über die Grenze zwischen Leben und Tod gelernt habe. Zwölf unvergessliche Erlebnisse
Ausgabe: Hardcover, mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5×21,5cm
Erschienen am: 28.08.2024
Originaltitel: The In-Between. Unforgettable Encounters During Life´s Final Moments
Zur Person/über mich:Jenny Schäuffelen musste noch nicht in die Schule, als sie das erste Mal ans Klavier herangelassen wurde – sie war fünf Jahre alt.
Früh hat sie erkannt, dass sich ihr Temperament optimal für alle Charakteristiken einer erstklassigen Pianistin und Begleiterin eignet: abgesehen von ihrem technischen Können bringt sie ausreichend Geduld und Einfühlungsvermögen mit für den Umgang mit den zuweilen recht egozentrisch veranlagten Sängerinnen und Sängern.
Sie verliebte sich so sehr in den Klang des Klaviers, dass sie das Instrument erfolgreich an der renommierte Hochschule für Musik Hanns Eisler studiert hat und mit einigen feinen Meisterklassen für Liedbegleitung und Improvisation ihr Können noch geadelt hat.
In ihrem grenzenlosen Eifer beim Bedienen der schwarz-weissen Tasten hat sie dann noch die perfekte Ergänzung entdeckt: das Akkordeon. Seitdem bindet sie das extravagante Instrument in ihr Musizieren ein.
Sie sieht sich vorwiegend als Klavierbegleiterin in den Bereichen Oper, Lied, Musical und Chanson, hat aber auch gern ab und an die Bühne als Solistin für sich allein.
Jenny Schäuffelen hat schon in mehreren Projekten die musikalische Leitung übernommen, was für sie keine Schwierigkeit darstellt, denn in Führungspositionen ist sie bestens geübt: Privat leitet sie mit größter Virtuosität eine vierköpfige Familie.
Auch hat sie keine Scheu davor, Marie Giroux bei ihren charmanten Moderationen auf trockene norddeutsche Art zu unterstützen.
Für Bühnenerfolge ist ansprechendes Aussehen immer eine glückliche Fügung. Wer die Farbe blau definieren möchte, möge ihr in die Augen schauen…
Neben der Musik kennzeichnen sie zwei weitere Leidenschaften: Sie pflegt ein ausgeprägtes Faible für Polkadots, und Pralinen haben bei ihr kein langes Leben…
Lieber Christian Lorenz Müller, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jetzt, wo mich eine Idee für einen neuen Roman ereilt hat, sitze ich ab spätestens neun Uhr am Schreibtisch. Noch probiere ich herum, suche die geeignete Form und den richtigen Ton. Mal verirre ich mich für zwei, drei Tage, ohne konkret sagen zu können, wohin ich eigentlich gehen will. Aber ich weiß, dass ich in dieser Phase meinen Ahnungen und Emotionen vertrauen muss, vor allem, was die Figuren betrifft. Es ist wie im richtigen Leben: Bei manchen Menschen, die man kennenlernt, merkt man schnell, dass es über laue Durchschnittlichkeit nicht hinausgehen wird; trifft man hingegen jemand, zu dem man sofort den richtigen Draht hat, hofft man beglückt auf neue Erfahrungen.
Am späten Nachmittag arbeite ich meistens in dem Gemeinschaftsgarten, den ich mitbegründet habe. Vor vier Jahren haben wir Beete angelegt, Obstbäume gepflanzt und eine Wasserversorgung eingerichtet. Wenn ich einen Korb voll von Salaten, Gurken, Kräutern und Brombeeren nach Hause bringe, fühle ich jedes Mal aufs Neue tiefe Befriedigung: All die Arbeit, all die Mühe haben sich gelohnt – auch auf literarische Weise, denn ohne das reale Vorbild gäbe es meinen aktuellen Roman „Radieschen-Revolution“ sicher nicht.
Christian Lorenz Müller, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Dass wir über all den aktuellen Krisen und Katastrophen nicht verzagen. Dass wir uns gegen jene, die unsere demokratisch-freie Gesellschaft zerstören wollen, entschieden wehren und allen, die die Mär vom gerechten starken Mann verbreiten, entgegenhalten, dass es ihnen freisteht, auszuwandern, am besten nach Ungarn, Russland oder China, wo sie sich ruhig Orban, Putin oder Xi zu Füßen werfen können.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wichtig ist, dass wir wieder lernen, utopisch zu denken. Da meines Wissens nur der Mensch dazu in der Lage ist, sich Welten vorzustellen, die es noch nicht gibt, sollte er diese Fähigkeit für sich und alle seine Mitlebewesen nutzen. Noch vor nicht allzu langer Zeit erschien die Vorstellung, dass es Gesellschaften ohne Leibeigene, ohne Sklaven geben könnte, vollkommen absurd; heutzutage zweifelt kaum jemand mehr daran, dass alle Menschen zumindest theoretisch frei und gleich geboren werden.
Die Literatur nun bietet die wundervolle Möglichkeit, sich auszumalen, wie es sein könnte, wie eine Gesellschaft besser und gerechter gestaltet werden könnte, im Großen wie im Kleinen. Unser Gemeinschaftsgarten ist ein gutes Beispiel dafür, dass etwas, das zunächst nur in der Vorstellung existiert, Wirklichkeit werden kann. Für erhöhte Biodiversität etwas zu tun, war zum Beispiel eines unserer vagen Ziele – und dann konnten wir bereits im zweiten Jahr drei seltene Schmetterlingsarten auf unserem Gelände beobachten! Manchmal geht der positive Wandel schneller als gedacht.
Was liest Du derzeit?
Sämtliche Romane und Prosastücke von Arno Schmidt. Dieser Dichter der Nachkriegszeit ist zwar nicht vergessen, wird aber viel zu wenig gelesen. Es ist schwer, ihn einer bestimmten literarischen Strömung zuzuordnen, denn er macht so gut wie alles auf ganz eigene, völlig unverkennbare Weise. Was mir besonders gefällt, ist, dass er auf die herkömmlichen Wortkategorien pfeift. Zum Beispiel verbisiert er gerne Substantive: Da „maulwurft“ eine Frau, die ihre Brille verloren hat, schon einmal durchs Gebüsch, und neben ihr „nattert“ es. An Österreich missfielen dem gebürtigen Hamburger übrigens die Berge: „Ich brauche keinen Landschaftsbarock. Eine ordentliche Landschaft hat flach zu sein.“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Nur die Phantasielosen flüchten sich in die Realität.“
(Arno Schmidt)
Vielen Dank für das Interview, lieber Christian, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Christian Lorenz Müller, Schriftsteller
Zur Person/über mich:Geboren 1972 in Rosenheim/Bayern. Gelernter Trompetenmacher. Lebt in Salzburg.
2010 erschien der Roman „Wilde Jagd“ (Hoffmann und Campe), für den der Autor 2012 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde. Müller erhielt einige weitere Preise und Stipendien, unter anderem den Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik 2012. Weitere Romane: „Ziegelbrennen“ (2018), „Unerhörte Nachrichten“ (2020) und „Radieschen-Revolution“, sämtlich erschienen im Otto Müller Verlag, Salzburg.
Christian Lorenz Müller initiierte 2013 die Textgespräche, eine Schreibwerkstatt für werdende Autorinnen und Autoren. Gelegentlicher Rezensent, unter anderem für die Salzburger Nachrichten. Er schreibt für den Lyrikblog Der goldene Fisch und ist Mitglied des Nature-Writing-Kollektivs dns – die natur schreibt. Von 2015 bis 2022 verantwortete er den Prosateil der deutschen Literaturzeitschrift Konzepte.
Ein Umkreisen der zentralen Frage: Ist es in unserer Gesellschaft noch möglich, eine uneigennützige, vorraussetzungsfreie Freude am eigenen Tun zu haben?
Gerd ist nicht gerade begeistert, als seine Freundin Elfi ein Beet in einem Gemeinschaftsgarten mietet. Trotzdem geht er ihr zur Hand und stellt verwundert fest, dass er einen grünen Daumen hat. Bald schon bindet er voller Eifer Tomaten auf, setzt Kartoffeln und siebt Kompost. Als eine Nachbarin eine skurrile Intrige gegen den Garten anzettelt, zögert er nicht, vehement gegen sie vorzugehen – was aber nur dazu führt, dass Elfi und er kurzerhand des Gartens verwiesen werden. Angespornt durch diese Niederlage gelingt es ihm, am Stadtrand ein neues Grundstück zu pachten, auf dem er den Gemeinschaftsgarten seiner Träume errichten will. Die bunte Truppe, die sich zusammenfindet und Beete anlegt, Hackschnitzel verteilt sowie eine Hütte aufstellt, erfüllt Gerd ganz mit Glück und Stolz, während Elfi realistisch bleibt: Schon die erste Ernte besteht nicht nur aus Karotten, Brokkoli und Kraut, sondern auch aus Neidwurz, Eifersuchtskartoffeln und Lästermelisse. Als Gerd endlich aus seinem idealistischen Traum erwacht, muss er erkennen, dass seine grüne Utopie verloren ist, wenn er sie nicht entschlossen verteidigt.
In einer kräftigen, bildreichen Sprache erzählt Christian Lorenz Müller von der Sehnsucht nach einer Welt, die durch das eigene Handeln ein klein wenig besser wird – und von Wünschen und Überzeugungen, die nur mit einer gehörigen Portion Realismus Wirklichkeit werden können.
Stefanie Elias, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin _ Wien _ Station bei Falco _ Originalschauplatz Wien _9_24
Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)
Zum Projekt: Das Projekt„Literatur outdoors“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst (Fotografie).
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Stefanie Elias, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin _ Wien _ Station bei Falco _ Originalschauplatz Wien _9_24
Liebe Stefanie Elias, welche Bezugspunkte gibt es von Dir zu Falco?
Als Kind ist mir Falcos Musik ehrlich gesagt nicht so gelegen, wahrscheinlich habe ich sie auch noch nicht richtig verstanden. Das Musikvideo zu Amadeus, das regelmäßig bei Wurlitzer im Fernsehen lief, hat mir aber gefallen, weil es so bunt war. Erst später, in meinen Zwanzigern konnte ich mehr mit der Musik von Falco anfangen. Lustigerweise genau in der Zeit, als ich in Berlin gelebt habe. Da gab mir der Falco-Sound ein Gefühl von zu Hause und von Wien, das mir dort wohl abgegangen ist.
Was macht für Dich den Musiker, Künstler Falco aus?
Falcos Musik ist unverwechselbar – egal welcher Song, nach den ersten Takten ist sofort klar, wessen Werk das ist. Eine so einmalige künstlerische Handschrift zu entwickeln und sich trotzdem immer wieder neu zu erfinden ist schon wirklich hohe Kunst. Dazu noch diese spezielle Public Persona, die Falco verkörpert hat, ist definitiv prägend für eine ganze Epoche gewesen.
Gibt es Lieblingssongs?
Jeanny ist auf jeden Fall für mich ganz vorne dabei. Auch Ganz Wien und Egoist mag ich sehr …
Falco hat den U Bahn Knotenpunkt Wien-Karlsplatz als Mitte des Songs „Jeanny“ und „Ganz Wien“ gewählt. Welche Eindrücke hast Du von diesem Ort und dessen Umfeld?
Der Karlsplatz hat sich in der Zeit von meiner Kindheit bis heute komplett gewandelt. In den 80ern und 90ern war dort DIE Drogenszene unterwegs. Als Kind empfand ich es als sehr aufregend aber auch als angsteinflößend dort umzusteigen. Inzwischen wurden die Junkies von dort vertrieben. Suchtkranke Menschen im Stadtzentrum waren wohl für die Stadt Wien zu sichtbar und sicher nicht „attraktiv“ für Tourist:innen. Diese Tendenzen kann man seit einigen Jahren in ganz Europa beobachten. Nachdem ich in den letzten Jahren selbst bei einem Projekt mitarbeite, wo es um die Lebensrealitäten suchtkranker Frauen geht, betrachte ich den Karlsplatz mit etwas wehmütigen Augen. Denn Menschen am Rande der Gesellschaft einfach nur zu vertreiben, löst in keinster Weise deren Probleme.
Wien ist geprägt von Falcos größten beruflichen Erfolgen und privatem Glück wie auch den Schattenseiten beider. Wie siehst Du den Künstler und Menschen Falco?
Seine dunklen Seiten waren auf jeden Fall immer sehr präsent. Selbst in den Momenten seiner größten Erfolge hatte er immer etwas Düsteres an sich. Die Frage, ob diese innere Zerrissenheit erst den einzigartigen Künstler ausgemacht hat, oder ob er sich so selbst und seinem Glück im Weg gestanden ist, beschäftigt mich.
Träume, Sehnsucht, Erfolg wie Enttäuschung, Angst finden in Kunst wie Leben Falcos eindringlichen, intensiven Ausdruck. Wie gehst Du mit diesen Lebensthemen künstlerisch und persönlich um?
Ich bemühe mich sehr, mich von Enttäuschungen nicht zu lange aufhalten zu lassen. Mit der Zeit gewöhnt man sich im Kunstbetrieb auch daran, dass es immer wieder Rückschläge gibt, Chancen, die vielversprechend ausgesehen haben, sich doch zerschlagen und Hoffnungen enttäuscht werden. Es ist zwar jedes Mal wieder bitter, aber ich versuche mich immer so schnell wie möglich zurück aufs Pferd zu schwingen.
Wie hast Du Dich auf das Jeanny-Shooting vorbereitet? Wie siehst diesen 80thies-Hit und seine Interpretationsgeschichte?
Ich habe mir das Musikvideo angeschaut und versucht mich ganz auf den Sound und die Story einzulassen. Die Erzählweise des Songs und die Bilder – beispielsweise von Falco in der Zwangsjacke erregen schon Gänsehaut. Darum hat mich dieser Song auch schon immer sehr beeindruckt. Aus heutiger Sicht finde ich es aber trotzdem nicht unproblematisch, dass sexuelle Gewalt an Frauen hier ausschließlich aus Täterperspektive dargestellt und verharmlost wird. Aber Falco hat den Beitrag zur Debatte geleistet, den er zu der damaligen Zeit als Künstler leisten konnte und das muss man ihm anrechnen.
Im Falco Song „Junge Römer“, dessen Video 1984 im nahen Palais Auersperg im Rosenkavaliersaal und auf der Feststiege gedreht wurde, geht es um Lebensfreude, Lebenslust. Was bedeutet dies für Dich heute?
Das Lied steht für mich auch für Genuss, dionysische Freuden, Rausch, Nächte die nicht enden und das Feiern ohne einen Gedanken an das Morgen. Inzwischen ist diese Art die Nächte durchzumachen nicht mehr Teil meines Alltags und es wäre mir wohl auch zu anstrengend 😉 aber ich kann mich schon daran erinnern, wie jung und frei und unbesiegbar man sich dabei gefühlt hat.
Du bist Schauspielerin, Sängerin, Model. Hättest Du Dir ein Projekt mit Falco vorstellen können und wenn ja, welches?
Puh, schwer zu sagen. Ich bin in erster Linie Theaterschauspielerin und Puppenspielerin. Die Schnittmenge zu Popmusik ist da nicht so offensichtlich. Aber Falcos Style würde mich zu schon zu ver- und entrückten, düsteren und schrillen Puppen inspirieren. Ich kann mir vorstellen, dass diese so spezielle Kunstform auch Falco gefallen hätte.
Es ist ein großartiger 80thies Style, den Du zum Fotoshooting hier gewählt hast. Welche Schwerpunkte hast Du da ausgewählt und was bedeutet Dir Mode, Style?
80ies Style ist ja gerade wieder sehr in Mode. Ich habe mich für dieses Shooting aber absichtlich gegen schreiende Neonfarben und Girlie-Accessoires entschieden und mehr die maskuline Linie, angelehnt an Helmut Langs Stil, gewählt. Das fand ich spannender. Mode und Style bedeuten mir viel, ich habe auch eine Ausbildung in diesem Bereich gemacht. Für mich ist es eine Möglichkeit die Persönlichkeit auszudrücken, wobei mir klassische gerade Linien und zeitlose Klassiker mehr liegen, als bunte, kurzlebige Trends und Schnickschnack.
Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?
Momentan gerade stecke ich mitten in meinem ersten Regieprojekt. Mit dem Gedanken Regie zu führen, gehe ich schon länger schwanger und ich habe mir bewusst Zeit gelassen, bis ich mich darüber getraut habe. Nun ist es soweit.
Was kannst Du als Künstlerin von Falco mitnehmen?
Die volle Aufgabe für die eigene Kunst – sich immer weiterentwickeln zu wollen, sich ständig neu zu erfinden. Diese Kompromisslosigkeit und Ernsthaftigkeit beeindrucken mich.
Stefanie Elias, Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin _ Wien _ Station bei Falco _ Originalschauplatz Wien _9_24
Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?
Jeansjacken-Mädchen
Entführt von
Achtziger Jahre Dude!
Newsflash berichtet – und trotzdem:
Niemand wird sie finden!
(nachzuschauen auf) Youtube
Vielen Dank, liebe Stefanie!
Stefanie Elias und Walter Pobaschnig _ Karlsplatz/Wien 3/24
Liebe Jenny Schäuffelen, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich bin freischaffende Musikerin und meistens am Wochenende wegen unserer Konzerte mit Pariser Flair unterwegs. In der Woche übe und probe ich und mache gemeinsam mit meiner Kollegin Marie am Computer Booking, Organisation der Konzerte und Tourplanung. Ich habe Familie, also verbringe ich einen großen Teil meines Alltags und meiner Freizeit natürlich mit meinen Söhnen und meinem Mann. Ich mache täglich Yoga und laufe gern zum Ausgleich.
Jenny Schäuffelen, Pianistin & Akkordeonistin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Meiner Meinung nach ist positive Energie im Alltag besonders wichtig. Wir haben in jeder Lebenssituation die Chance zu entscheiden, wie wir mit dieser umgehen wollen. Es nützt manchmal, kurz innezuhalten und abzuwarten, nicht gleich zu reagieren, sondern ein paarmal durchzuatmen, damit vermeide ich viel Ärger und Aggression. Es gibt so viel Stress und schlechten Umgang miteinander, in Diskussionen live oder auch im Netz, an der Supermarktkasse oder im Auto. Ich versuche mit allen Situationen offen und liebevoll umzugehen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Die Zeiten sind unruhig und sicher haben wir alle oft Angst vor der Zukunft. Flexibilität und Offenheit allem gegenüber was ansteht, finde ich sehr wichtig. Meiner Kollegin und mir liegt das Thema Umwelt sehr am Herzen, wir haben ein Projekt namens „Poseidon und die Plastiksee“ ins Leben gerufen, ein Stück für Jugendliche und Erwachsene, das meine Kollegin Marie Giroux geschrieben hat, bei dem es um das Thema Plastikverschmutzung im Meer geht, aber auf märchenhafte und fantasievolle Weise. Auch da bemühen wir uns, ernsthafte Themen positiv zu kommunizieren. Wir positionieren uns auf der Bühne ganz klar für Toleranz und gegen Ausgrenzung in jeglicher Form.
Was liest Du derzeit?
Ich habe zuletzt ein Buch gelesen namens „Söhne großziehen als Feministin“, wo es darum geht, wie man in der Erziehung von zukünftigen Männern Rollenbilder etc. vermittelt. Da waren einige sehr schöne Gedanken drin. Oft lese ich auch gern etwas Leichteres, wie einen historischen Roman oder Liebesroman. Ich bin eine große Freundin von Hörbüchern.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum – Nietzsche
Vielen Dank für das Interview, liebe Jenny, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Jenny Schäuffelen, Pianistin & Akkordeonistin
Zur Person/über mich:Jenny Schäuffelen musste noch nicht in die Schule, als sie das erste Mal ans Klavier herangelassen wurde – sie war fünf Jahre alt.
Früh hat sie erkannt, dass sich ihr Temperament optimal für alle Charakteristiken einer erstklassigen Pianistin und Begleiterin eignet: abgesehen von ihrem technischen Können bringt sie ausreichend Geduld und Einfühlungsvermögen mit für den Umgang mit den zuweilen recht egozentrisch veranlagten Sängerinnen und Sängern.
Sie verliebte sich so sehr in den Klang des Klaviers, dass sie das Instrument erfolgreich an der renommierte Hochschule für Musik Hanns Eisler studiert hat und mit einigen feinen Meisterklassen für Liedbegleitung und Improvisation ihr Können noch geadelt hat.
In ihrem grenzenlosen Eifer beim Bedienen der schwarz-weissen Tasten hat sie dann noch die perfekte Ergänzung entdeckt: das Akkordeon. Seitdem bindet sie das extravagante Instrument in ihr Musizieren ein.
Sie sieht sich vorwiegend als Klavierbegleiterin in den Bereichen Oper, Lied, Musical und Chanson, hat aber auch gern ab und an die Bühne als Solistin für sich allein.
Jenny Schäuffelen hat schon in mehreren Projekten die musikalische Leitung übernommen, was für sie keine Schwierigkeit darstellt, denn in Führungspositionen ist sie bestens geübt: Privat leitet sie mit größter Virtuosität eine vierköpfige Familie.
Auch hat sie keine Scheu davor, Marie Giroux bei ihren charmanten Moderationen auf trockene norddeutsche Art zu unterstützen.
Für Bühnenerfolge ist ansprechendes Aussehen immer eine glückliche Fügung. Wer die Farbe blau definieren möchte, möge ihr in die Augen schauen…
Neben der Musik kennzeichnen sie zwei weitere Leidenschaften: Sie pflegt ein ausgeprägtes Faible für Polkadots, und Pralinen haben bei ihr kein langes Leben…