Zur Person _ Rudolf Kraus, * 1961 in Wiener Neustadt (Niederösterreich).
Aufgewachsen in Bad Fischau-Brunn (NÖ.), lebt als Schriftsteller und Bibliothekar in Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitungen, Zeitschriften, im Rundfunk und Fernsehen. Seine Gedichte wurden ins Englische, Albanische, Spanische, Türkische übersetzt.
Bisher 25 Buchveröffentlichungen, darunter Prosa, eine Herausgeberschaft sowie achtzehn Gedichtbände.
Aufgewachsen in Bad Fischau-Brunn (NÖ.), lebt als Schriftsteller und Bibliothekar in Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitungen, Zeitschriften, im Rundfunk und Fernsehen. Seine Gedichte wurden ins Englische, Albanische, Spanische, Türkische übersetzt.
Liebe Myrna Maxam, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich öffne die Augen. Es wird dunkler. Aufstehen wird schwerer. Ich dusche warm und kalt. Gedanken starten stotternd. Dann sitze ich am Fenster. Draußen sind auch andere wach, das hilft. Neben mir brummt eine Fliege. Ich versuche, gesund zu essen, radele am Deich entlang, bringe den Krähen Frühstück.
Dann höre ich zu. Und rede. Und höre zu. Und denke, wie es wäre, jemand anderes zu sein. Anderes erlebt zu haben. Andere Vorstellungen zu haben. Andere Wünsche. Denke, was ich tun würde. Was andere getan hätten oder haben und versuche, zu helfen, einen Weg zu finden, der vielleicht nicht meiner ist, aber gangbar.
Dann nach Hause. Am Deich warten die Krähen, sie kennen mich schon. Am Abend brummt die Fliege langsamer als am Morgen. Die Katzen interessieren sich schon nicht mehr für sie. Ich bin froh, zu schweigen, und höre Stimmen ohne Worte und das Stühlerücken aus dem Restaurant unter mir. Neben mir auf der Fensterbank dreht sich die Fliege zum Sterben auf den Rücken. Ihre Beine strampeln, während sie rückwärtige Kreise dreht. Das sieht anstrengend aus. Dann ist es ruhig und sie liegt still neben ihren toten Freunden.
Ich muss staubsaugen. Ich gehe aus.
Myrna Maxam, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das, was vorher auch schon wichtig war: Aufmerksamkeit. Rücksicht. Freundlichkeit. Hilfsbereitschaft. Freude suchen und schaffen. Denn sie hilft letzten Endes dabei, ausgeglichen zu bleiben oder zu werden und somit auch dabei, aufmerksam, rücksichtsvoll und freundlich zu sein.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Die oben genannten Werte sind generell wesentlich, denke ich. Gemeinschaft zu pflegen ist wichtig, zu teilen, was geht, auch die Aufmerksamkeit. Kunst und Musik können auf einer vorsprachlichen Ebene Denkprozesse anstoßen, Kritik üben, die nicht in Worte gefasst werden kann oder darf. Sie können Trost und Heimat sein. Literatur kann Wege aufzeigen, inspirieren, entlasten – letzteres vor allem den Autor/die Autorin.
Allerdings habe ich Zweifel, ob die Menschen, die die Welt durch Kriege, Gewalt, Korruption und andere Machtausübungen in den Graben reiten, sich für die bildenden oder darstellenden Künste interessieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Welt in diesem Zustand wäre, würden sie das tun. Aber dennoch ist es ein schöner Gedanke, ein Wunsch…
Was liest Du derzeit?
Aktiv: “Eines Tages wird es leer sein“ von Hugo Lindenberg
Was ich angefangen habe und schleichend lese (u. a.): “The Body keeps the score” von Vessel van de Kolk „Der schöne 27. September“ von Thomas Brasch
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Leonard Cohen: “Act the way you’d like to be and soon you’ll be the way you act.”
Vielen Dank für das Interview, liebe Myrna, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Myrna Maxam, Schriftstellerin
5 Fragen an Künstler*innen:
Myrna Maxam, Schriftstellerin
Musikprojekt _ Band Pop Lobster.
Das erste Video unserer Band aus dem Reiherstieg in Hamburg-Wilhelmsburg:
Ein Balkon bietet wunderbare Möglichkeiten der Erholung. Neben Liegestuhl und Esstisch eröffnet ein Balkon auch Möglichkeiten einer Grünoase. Und auch eines Gemüse-, und Obstbereiches, der Auge, Sinne und Gaumen erfreuen kann.
Doch wie nun das Balkongärtnern starten? Was muss unbedingt beachtet werden? Welche Ansprüche haben die unterschiedlichen Gemüse- Obstpflanzen und wie gelingt eine wunderbare Ernte?
Jean-Michel Groult, Botaniker, Journalist und Fotograf, auf Garten- und Umweltfragen in seinen Buchveröffentlichungen spezialisiert, legt mit „Balkongärtnern super einfach“ eine kompakt informative wie anschaulich anleitende Balkon-Pflanzenschule vor, die nicht zuletzt in der schönen optischen Aufbereitung Lust aufs Gärtnern auf Balkonien macht.
Das Buch ist in fünf Kapitel gegliedert, die von Informationen und Tipps zu den „Basics“ der Grundausstattung wie Werkzeug/Pflanzgefäß/Wasserversorgung, weiteres über das „Los geht`s“ des Säens/Pflanzens/Umtopfens/weiteres hin zu einer großartigen Gemüse/Obst/Kräuter Auswahl, die keine Wünsche offenlässt. Ein kompaktes Übersichtsregister rundet dieses sehr gelungene Balkon-Gusto Buch perfekt ab.
„Ein wunderbares Buch zu einem blühenden, vielseitigen Gemüse-, und Obstbalkon!“
„Balkongärtnern super einfach“ Obst, Gemüse und Kräuter, die garantiert bei jedem wachsen, Jean-Michel Groult, Claudia Arlinghaus. Ulmer Verlag
1972. Es ist ein ganz entscheidendes Jahr im Leben des Ausnahmekünstlers David Bowie (* 8.1.1947 London † 10.1.2016 New York City). Sein wegweisendes Album The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars erscheint und wird mit der darauffolgenden Welttournee zum überragenden Erfolg.
Und nun beginnt ein Tag und Nacht-Karussell von Begeisterung, Interviews, Begegnungen, Ideen und Überraschungen in einem Jahr, das die Welt in Musik, Gesellschaft bewegen wird wie kaum ein zweites.
Simon Goddard gelingt in seinem Buch eine fesselnde Momentaufnahme eines Musikerlebens der Zeit, die in der sehr dichten erzählerischen Atmosphäre von Gespräch, Gedanken, Träumen, Erfahrungen einzigartig ist. Leserin und Leser finden sich mittendrin in einer Zeitreise und erleben fasziniert die Einzigartigkeit des Kunstgenies David Bowie im Jahr 1972.
„Ein Leseereignis wie eine faszinierende Bühnenshow der 1970er. Eine großartige hommage an den Ausnahmekünstler David Bowie!“
„Bowie Odyssee 72“ Goddard, Simon, Schiffmann, Andreas (Übersetzer). Hannibal Verlag.
Lieber Michael Wäser, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Viel lesen, Projekte anschieben/am Laufen halten, etwas Geld verdienen, schreiben. Meistens in dieser Reihenfolge.
Michael Wäser, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Empathie. Und hören wir verdammt nochmal endlich auf, Kohlenstoff zu verbrennen!
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wesentlich wird eins sein: Schnelligkeit. Sonst wird’s nix mit Aufbruch. Literatur und Kunst können beitragen: Anstoß (zum Denken und Handeln), Aufklärung (über uns selbst und unsere Existenz als Gesellschaft), Ermutigung (für Zögerliche), Warnung (für Bockige), Verbreitung der notwendigen Diskussionen (in alle Richtungen)
Was liest Du derzeit?
Eine Biografie über Gregor Mendel
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„The best way out is always through.“ (Robert Frost)
Vielen Dank für das Interview, lieber Michael viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Michael Wäser, Schriftsteller
Zur Person _ VITA / Bibliografie MICHAEL WÄSER 1964 in Saarlouis geboren 1984 Abitur in Lebach/Saar (Scheffel-Preis) 1984-86 Zivildienst in Elversberg/Saar 1986-90 Schauspielausbildung Folkwang – Hochschule Essen 1989-2015 Schauspieler in TV und Theater, Dozent für Szenenstudium. Dramaturg bei freien Performance-/Tanz-/ Theaterproduktionen
Mitglied im Autorenkreis der Bundesrepublik und im Verband der Schriftstellerinnen & Schriftsteller (VS) 2022 Anthologie „Unten ist noch Glut“, Essay „Mein Werwolf“, damit Teilnahme an „Männerart“ der Berliner Salonage 2021 Roman „Das Wunder von Runxendorf“, dielmann, Frankfurt/M. 2020 Gedichtband „Am Neuen See“ mit Inka Bach, dielmann, Frankfurt/M. 2019 Roman „Familie Fisch macht Urlaub“, Neuausgabe, dielmann, Frankfurt/M. 2018 Roman „In uns ist Licht“, dielmann, Frankfurt/M. Anthologie des Lyrikwettbewerbs „Wachtberger Kugel 2018“, humoristisches Gedicht „Übung im Konjunktiv“ 2017 Anthologie des 3. Bubenreuther Literaturwettbewerbs, Kurzgeschichte „Riesen“ Anthologie des Lyrikwettbewerbs „Wachtberger Kugel 2017“, satirisches Versepos „Die Schlacht am Prenzlauer Berg“ 2015 Roman „Warum der stille Salvatore eine Rede hielt“ (selfpubl.) Veröffentlichung der grafisch-literarischen websatire „berlin mosaik“ 2013 Kurzgeschichte „Riesen“ für „Dichter zusammen“, Landesvertretung Saar seit 2011 Mitorganisator der offenen Lesebühne „So noch nie“, Pankow. 2013 Anthologie „Schreib um dein Leben!“ 2011/12 Stipendium des Deutschen Literaturfonds für „Warum der stille Salvatore eine Rede hielt“ 2011 Roman „Familie Fisch macht Urlaub“, Buchbäcker Verlag München 2006/2009 Animations-Szenen für Online-Edutainment-Episoden für M.I.T (scoyo), Hahn Film, multiverso.de 2007-2010 „Geschichtenladen“: Etwa 50 Kurzgeschichten verschiedener Genres im Privatauftrag, etwa doppelt so viele als Herausgeber 2003-2005 Erstellung von (Auto)biografien, z.B. Paula Roth (Huber CH), Francis Béboux für Rohnstock Biografien Berlin 1999 – 2002 Autor/Entwickler für Kinofilme, TV-Movies und TV-Serie für Cyclops‘ Eye, Hofmann & Voges, Arranque Film, Hahn Film 1998 Mitarbeit an Autobiografie „Ich bin eine anständige Frau“ von Jo Ann Endicott (4/99 bei Suhrkamp
Verstehe nichts vom Krieg, ich kenne nur den Frieden und ja
Es war leicht, im Frieden für den Frieden zu sein
Pritschen, U-Bahnschächte, Kochen auf Gaskartuschen, oben die Bomben und unten
Ein paar Kinder lernen fürs Leben. Sitzen auf Schachteln, Kamerablicke am Krieg entlang
Aber das Leben hat immer noch eine Chance im Ärmel versteckt, auch wenn er zerrissen ist
C wie Chance
E wie Es gibt sie nicht, weil
Alle, die unter den Krieg fallen, tot, verwundet, seelenkrank sind über Generationen
Chance, was für ein Wort
Hoffnung
Auch so ein Wort, wo ich doch
Nichts verstehe vom Krieg, aber vielleicht gibt es trotzdem eine
Chance
Eine letzte, eine vorletzte, sagen wir: eine Hoffnung
Andrea Heinisch, 8.9.2023
Andrea Heinisch, Schriftstellerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Andrea Heinisch, Schriftstellerin
Zur Person _ Andrea Heinisch, geboren und aufgewachsen 1959 in Wien. Matura in Tirol, Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg, dann wieder Wien. Einige Jahre Lehrtätigkeit am Lycee francais de Vienne. Lebt und schreibt in Wien und im Waldviertel.
Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, am 13.September 2023 erscheint Ihr erster Roman: Henriette lächelt (Picus)
Es ist ein ganz besonders literarisches wie kulinarisches Ereignis den schon traditionellen „Kultkalender“ ankündigen zu dürfen.
Ein Jahresbegleiter in Wort und Tisch, der vielseitige literarische wie kulinarische Impulse und Zugänge bietet und zum Lesen wie Kochen einlädt. Eine begeisternde Kombination.
Hervorzuheben ist die wie immer wunderbare graphische Gestaltung in Wort und Bild, die schon im Anblick ein Genuss ist.
„Ein literarisches wie kulinarisches Highlight mit begeisternden Überraschungen und Inspirationen!“
Der literarische Küchenkalender 2024. Mit Texten, Rezepten & Bildern. Hg. von Sybil Gräfin Schönfeldt. edition momente.
In den vergangen Jahren veränderte sich aber so einiges.
Vergebens wurde die tägliche Freude, die Lust am Leben, weniger.
Eines blieb ihm dennoch, sein gesunder Zustand und somit auch seine Erinnerungen.
Penibel bezeichneten die Menschen den alten Herrn.
Einfach gesagt, sie spotteten über ihn.
Aber in Wirklichkeit interessierte sich niemand um den wahren Hintergrund.
Charme und Charisma hatte er sich behalten, doch dies konnten nur wenige erkennen.
Einzig und alleine sprach er nur mit den Menschen die dies erkannten.
Auch die Liebe seines Lebens, seine Frau M., welche er erst kürzlich zu Grabe trug, kannte seine innersten Werte.
Chaotisch war sein Leben nie, stets strukturiert und immer einen geregelten Tagesablauf.
Hoch hinaus wollte er auch nicht.
Alles was für Herrn M. wichtig war, ist nun wieder zu Erde geworden.
Nur das Bild seiner Frau am Grabe erhellt noch sein zeitliches Dasein.
C., da sind beide geboren und dort werden Sie für immer vereint sein.
Einen wahren Frieden kann man erleben wenn man Liebe empfängt und wieder geben kann.
Geschrieben von Stuard, 08.09.2023
STUARD, Musiker
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
STUARD, Musiker
ABOUT STUARD Live-Konzerte. Wer vermisst sie nicht? Die lauten, großen bei denen einem die Band die Songs nur so um die Ohren haut. Aber auch die kleinen, leisen bei denen man gespannt den Lyrics des Sängers lauscht, weil sie einen tief im Innersten berühren. Nun, STUARD kann beides.
Hier ein kurzer Abriss seiner musikalischen Tätigkeiten. 1995 Es folgt die Gründung der ersten Band sturobnoise. (1995-2015 RARITY, 2016 Unfinished Live Studio Album) 2000 Einer breiteren Öffentlichkeit wird STUARD mit dem Folgeprojekt midchester bekannt. 4 Singles rotieren auf FM4, die dazugehörigen Videos auf dem österr. Musik-TV Sender gotv. (2003 4 Track EP, 2009 Album) CONCERT HISTORY MEDIA PRESENCE BIO 2006-2010 mess!mo (2010 7 Track EP)
2010 Nach über 10 Jahren Bandgeschichte, hunderten von Live-Auftritten und Tourneen durch Österreich und Deutschland und Songs die auf FM4 und dem Musiksender gotv laufen, beendet STUARD das Kapitel midchester.
2011 Um sich den Schmerz von der Seele – sowie seine neuen Erfahrungen, Gefühle und Gedanken nieder zu – schreiben, begibt sich STUARD in Klausur. Dabei entstehen über 20 Songs, die STUARD ab nun live performt. Er unterhält in emotionaler Singer/Songwriter Manier, verzaubert im intimen Dialog sein Publikum.
2013 folgt das erste Soloalbum „STUARD – TALKING FROM THE HEART“, produziert von Oliver Varga.
2014 ACS (ON FIRE, DON’T YOU, TSCH KO KAIN) 2015-2018 LANDAMANN – LOST IN SPACE 2016-2017 FAKE 2020-2022 gründete STUARD die „LEAVE THEM ALL BEHIND – BAND“. Das Liedgut bestand aus eigenkomponierten Songs, welche die Zeit 1995 bis 2022 repräsentierten. Eine Art Best of von STUARD’s langjähriger Karriere. Es entstanden dabei 4 Studio Singles+Videos (NEW SONG, TRY IF YOU REALLY WANNA BE, BETWEEN THE EYES, KEEP ON TALKING) 2023 LEAVE THEM ALL BEHIND 4 Track EP 2020-2023 JS (2023 4 Track EP) 2023 Die Fertigstellung aller Studio Alben und Singles sowie deren dazugehörigen Videos und Art Works werden ab nun STUARD’s Konzentration benötigen. Es gibt viel zu tun und vieles zum Abschließen. Es ist einfach an der Zeit, all die angefangen Alben und Singles fertig zu stellen und auf 34TO7RECORS für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
PAST / CONCERTS Am Berner, Agora, Anziehbar, Arena, Arena-Beisl, Arge Kultur, Atomic Cafe, Au, Augarten, Backstage, Badeschiff, Balcony TV Berlin & Vienna, Bergwerk, Bierkanzlei, Blue Couch Session, Blues Bar, Buschrock, B72, Cafe Carina, Cafe Concerto, Cafe Cairo, Cafe Cord, Cafe Stadtbahn, Chaya Fuera, Chelsea, Chybulski, Club Jederzeit, Corner, Couchuc, Culture Club, Das Werk, Denkmal, Der geheime Kunstsalon, Dolomitenmann, Donauinselfest, Donaukanaltreiben, Duncker Club, Eisen, EWerk, Exil, Feschmarkt, Flex, Freakwave, Freysitz, Gistl, Glyzerin, Gürtel Night Walk, Häckimarkt, Hochzeitsfestival, Ignaz & Rosalia, Jetzt, Junkerau, Karambar, Kerosin, Kreuzbergs Theater, Kuke, Kult, Kultur Gasthaus Vorstadt, Kulturkeller Neu Wien, Kunsthalle, Kunstsallon, Kyklos, Last Orders, La Tavolata, Little Stage, Local, London Club, Luftbad, Metro, Mobilat, Morph Club, Morrison Club, Mosquito Gei, OKH, Open Air Amsham, Ottakringer Brauerei, P1, Pic, Pier, Premysl, Rauch Club, Reigen, Remise, Replugged, Rhiz, Rockhouse, Rote Sonne, Running Sushi, Schikaneder, Schildbürger, Shakers, Shelter, Sofa, Sonderbar, Soundgarden, Soupanova, Spielboden, Stadtaffe, Stadthalle Music Expo, Stellwerk, Studio Club, Supersonic, Szene, Terrassinger, Theater am Spittelberg, Stadel, TamTam, The Flying Pig, The Loft, TU-Hoffest, Tunnel, TÜWI, U-Turn, Ü, Venster, Viennarama, Villa Mound, Weekender Club, Westtorhalle, Wort, W24, Zipp Bar, 7Stern.
Liebe Maria Wargin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Wenn ich hinfalle, stehe ich wieder auf.
Wenn ich keine Kraft habe, dann suche ich sie und baue sie auf: mit Ruhe, mit freiem Raum, mit freier Zeit.
Wenn kein freier Raum und keine freie Zeit sind: Dann ist Zeit, sie frei zu machen.
Maria Wargin, Schriftstellerin
Wenn ich etwas weiß und etwas verstehe, etwas sehe und höre, dann gebe ich es weiter: Es kann sich entwickeln und – besser werden.
Eigene Grenzen kennen, Andere und das Leben schätzen.
Zu kommunizieren und und zu tun.
Immer wieder derselbe Anfang.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wer: Wir als freie Gesellschaft und Gemeinschaft.
Es ist wichtig, dass wir als Mitglieder dieser Gesellschaft unsere öffentliche und mediale Kommunikation und Information auf Menschenrechten gründen: argumentenbasiert und inklusiv. Dann müssen wir öffentlich zum Beispiel mit aller Deutlichkeit sagen und auch rechtlich entsprechende Maßnahmen durchsetzen:
Es ist falsch, dass es keinen Holocaust gegeben hat. Die Menschenrechte sind keine Frage der Meinungsfreiheit. Die Wahrheit ist keine Frage der Meinungsfreiheit.
Maria Wargin
Unseren öffentlichen Raum von falschen, unwahren und lebensfeindlichen Vorstellungen, Hierarchien und Rollen, vom Müll und von der Unkonzentriertheit befreien.
Und unsere Kommunikation vernünftig und geregelt machen. Dann können wir gemeinsam Lösungen finden und umsetzen.
Noch sind wir nicht frei.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Die ganze Geschichte legt sich aus Neubeginnen zusammen: Jetzt, Jetzt und Jetzt. Und immer wieder: auch Damals und Früher. Den Möglichkeitshorizont für die Wahrheit und Freiheit zu erschließen, bedeutet, das Leben zu pflegen.
Wahrheit sagen, Mut haben, Fehler machen, Freier werden, Fragen stellen, Antworten finden, Wahrheit Suchen, Kommunizieren, Tun. Zeit und Raum im Blick zu behalten.
Maria Wargin/Mark Schwindt
Wir müssen nicht schreiben. Wir müssen keine Kunst machen. Wir müssen nicht Geld verdienen, nicht einmal Frau oder Mann sein, uns oder anderen ähnlich aussehen oder dasselbe zu tun, was wir – oder andere – gestern oder jetzt gerade getan haben.
Aber wann ist ein Wort nicht umsonst? Und wie viele Worte haben wir heute gesagt? Was und wen unterstütze ich mit meiner Arbeit?
Zeit. Zeit. Wie viel Zeit haben wir? Dann ein Bild machen oder etwas ändern?
Maria Wargin
Das eigene Wissen und Verständnis teilen.
Unabhängig werden von Anerkennung, Geld, Gruppenzwang, Hierarchien, falschen Zielen und falschen Vorstellungen.
Gemeinsam machen wir es besser.
Maria Wargin/Mark Schwindt
Was liest Du derzeit?
Die Erfahrungen meiner Mitmenschen.
Ihre Überlebensgeschichten, Tag für Tag, mitten im Nachrichtengewirr.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Vielen Dank für das Interview, liebe Maria, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Maria Wargin, Schriftstellerin
Zur Person _ Ende der 1980er in Kirgisistan geboren, Studium und wissenschaftliche Mitarbeit in Philosophie und Russische Kultur (Bochum, Sankt Petersburg), Übersetzungen aus dem Deutschen ins Russische. Seit 2016 freie Autorin und Mentorin. Sie schreibt Gedichte, Essays, Kurzgeschichten und Dramen, in russischer und deutscher Sprache. Derzeit arbeitet sie am Versepos „Manas“.