Station bei Falco _
Falco, Sänger, Musiker *19.2.1957 Wien 6.2.1998 Dominikanische Republik.

Im Interview _
Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien

performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26, folgende
Liebe Christina, was ist Dein Falco Lieblingssong?
Einer der Songs, der mir sofort zu Falco einfällt, ist „Egoist“. Heute empfinde ich ihn als besonders aktuell, da wir uns immer mehr voneinander entfremden. Vor allem natürlich in Großstädten, wo wir uns sehr anonym fühlen.


Singst Du auch?
Manchmal beim Snowboard fahren! Ich kann gar nicht begründen warum, aber da fühle ich mich vielleicht unbeobachtet…
Während meines Studiums an der Kunstuni in Graz hatte ich auch Gesangsunterricht und habe im Musical „Cabaret“ am Schauspielhaus Graz „Kit Kat Girl Helga“ gespielt. Sehr viel zu tanzen und zu singen hat mir großen Spaß gemacht!
Ich würde mich schon als musikalisch bezeichnen – ich singe, soweit es als Schauspielerin gebraucht wird, spiele Instrumente und kann Notenlesen. Aber ich bin keine professionelle Sängerin. Also Solo-Auftritte wird es vorerst keine geben.






Welche Zugänge gibt es von Dir zu Falco?
Seine Musik hat mich immer schon fasziniert! Auch die „Figur Falco“ als Künstler – er spielt in seinen Songs immer wieder andere Rollen. Als Schauspielerin finde ich das natürlich besonders interessant! Er ist für mich ein ganz spezieller Musiker, seinen Sound und seine Stimme erkennt man sofort. In meinen Augen hat er auch etwas von einer tragischen Figur.




Was macht für Dich das Besondere seiner Musik aus?
Seine Texte sind extrem dicht, darin kann man meist mehr entdecken, als man im ersten Moment meint. Er ist provokant und direkt, aber immer mit einer Portion Zynismus – gleichzeitig spüre ich diese Tragik dahinter durch. Das macht ihn für mich einzigartig als Künstler und Musiker! Er konnte viele begeistern, ohne dabei aber an Qualität einzubüßen und sich einfach nur dem „Mainstream“ hinzugeben.
Das ist zumindest mein Eindruck von ihm, ich habe ihn ja leider nicht mehr live erleben dürfen.





Gab es bisher Berührungspunkte zu Falco in Deinen Film/Theaterprojekten?
Bis jetzt noch nicht, aber das wäre ein großer Wunsch! Sehr spannend fand ich den Film „Falco – Verdammt, wir leben noch“ mit Manuel Rubey. Zum ersten Mal bekam ich dabei einen Einblick in den Mensch Falco, nicht nur in seine Musik. Da hätte ich natürlich sehr gerne mitgespielt – aber 2008 habe ich noch die Schulbank gedrückt…



In Falco steckt Wien in ganz unterschiedlichen Facetten, wie siehst Du da seine Zugänge?
Für mich präsentiert er Wien als Ort der Gegensätze: einerseits die Klassik, Hochkultur und Tradition, andererseits Drogen, Nachtleben und auch den Hang zur Melancholie. Man spürt in Wien einen gewissen Weltschmerz – das empfinde ich als „Nicht-gebürtige-Wienerin“ sehr stark, wenn ich hier bin.





Die 80thies sind heute wieder sehr präsent, wie siehst Du diese Epoche und ihr Revival?
Wenn man die Bereiche Kunst, Musik und Mode betrachtet, waren die 80s schon eine spannende Zeit! Mein Eindruck ist, dass sie wild, bunt und ausgelassen waren. Aber da ich sie selbst ja nicht erlebt habe, ist das natürlich sehr oberflächlich beschrieben. Sicherlich gab es große Unsicherheiten und Spannungen, die unter dem Glanz lagen. Falco bringt das in seiner Musik ja sehr gut zum Ausdruck!
Dennoch finde ich es toll, sich „die Perlen“ aus allen Epochen herauszupicken und sie mit der Gegenwart zu verbinden. Viele Trends kommen ja in anderer Form immer wieder zurück.



Was hättest Du Falco gerne gefragt und gesagt?
Wie hast du diese extremen Höhen und Tiefen und den Druck des Star-Seins über so lange Zeit ausgehalten? Was hat dir Kraft gegeben, weiterzumachen – und was hat dich gleichzeitig so verzweifeln lassen? Und hast du im Innersten immer an dich selbst geglaubt?







Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Letzten Sommer haben wir das Projekt „Herzklang – Zurück zu mir“ mit Melissa Naschenweng in der Hauptrolle in Kärnten gedreht (Koproduktion JewelLabs Pictures & Graf Filmproduktion, ORF). Der Film wird voraussichtlich auch noch dieses Jahr im ORF ausgestrahlt. Sonst kommen 2026 auch neue Filmprojekte auf mich zu – da ist aber leider noch nichts, was ich verraten darf. J Wird aber sicher spannend!

Zusätzlich möchte ich probieren, beruflich etwas über den Tellerrand von Österreich hinauszublicken: Deutschland, Europa, … – die Welt ist kleiner als man denkt und wächst auch in der Branche immer mehr zusammen. Mich würde es sehr interessieren, mehr in historischen Filmen und Serien zu spielen – dann könnte ich vielleicht endlich mal meine Leidenschaft für das Bogenschießen, Reiten und Fechten vor der Kamera einbringen! Ob sich meine kürzlich erworbenen Schmiedekünste auch beruflich einsetzen lassen, wird sich zeigen…

performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26, folgende
Herzlichen Dank für das Interview!
Station bei Falco _
Falco, Sänger, Musiker *19.2.1957 Wien 6.2.1998 Dominikanische Republik.

Foto _ Falco: privat.
Fotos_ Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _
performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26.
Walter Pobaschnig 3/26


































































