„Stille“ Barbara Thiel, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wachtberg/D 30.12.2025

GIVE PEACE A CHANCE


Gedanken und Gedenken bringen keine Erleichterung

In Trümmerstädten, Trümmerdörfern

Von einer Gewalt heimgesucht, die längst nicht mehr menschlich ist

Eher untermenschlich, obwohl sie von oben kommt.


Platzt in die Stille hinein

Eine Minute höchstens

Aber die Stille danach ist endgültig, sogar die

Chöre der Grillen verstummt

Entflohen, wo ist ihr Versteck?


Am Ende, kommen sie da wieder hervor?


Chimären, sagen sie,

Hirngespinste und Utopien

Absurde Ideen von einer Welt ohne

Nukleare Bedrohung und

Chemische Zerstörung allen Lebens

Eine Welt, in der es die Chance auf ein Danach gibt:



Barbara Thiel, 28.12.2025

Barbara Thiel, Schriftstellerin

GIVE PEACE A CHANCE

Barbara Thiel, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Barbara Thiel, geboren 1997 in Bad Honnef, studierte in Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und ist inzwischen an den Rhein zurückgekehrt, um ihren Master in Theorien und Praktiken professionellen Schreibens zu machen. Viel lieber als an der Masterarbeit schreibt sie jedoch an Kurzgeschichten und ihrem ersten Romanprojekt.

2023 gewann sie den Wilhelm-Fabry-Förderpreis. Ihre Texte sind in diversen Magazinen und Anthologien veröffentlicht, u.a. in kaffeeundkippen oder der Anthologie Bonner Bogen. Weitere Veröffentlichungen sind geplant. Sie lebt und schreibt in Wachtberg.

Kommende Termine:

Lesung bei der new.lit in der Buchhandlung Manulit am 15.01.2026 in Köln

Lesung aus der Anthologie ‚Bonner Bogen‘ am 05.03.2026 in der Dollendorfer Bücherstube Königswinter

Fotos: Portrait _ privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.

28.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„es braucht die vielen, vielen Erzählstimmen und Perspektiven“ Barbara Thiel, Schriftstellerin _ Wachtberg/D 30.12.2025

Liebe Barbara, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jetzt im Winter ist viel Ruhe eingekehrt. Ich stehe auf und warte darauf, dass es ein bisschen hell wird, dann geht es immer erstmal raus an die Luft. Meine Hündin ist stets mit dabei und erinnert mich daran, auch mal innezuhalten, einen besonderen Geruch zu genießen oder mir ein einzelnes, frostgezeichnetes Blatt ganz genau anzusehen. Morgens, wenn mein Kopf noch frisch ist, ist dann auch die beste Schreibzeit. Später kommen all die Pflichten. Termine, Haushalt, Arbeit und Bewerbungen schreiben. Jeden Tag ein bisschen anders, nie ganz planbar im Moment. Deshalb halte ich so gern an morgendlichen und abendlichen Routinen fest. Wenn es dunkel wird, mache ich mir drinnen kleine Lichter an. Dann wird Tagebuch geschrieben, reflektiert. Mit einer Tasse Tee gelesen und der nächste Tag geplant. Der sieht wieder anders aus, aber behält seinen Rahmen, der mich hält und mir trotzdem viel kreativen Freiraum lässt.

Barbara Thiel, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

In einem Wort: Freundschaft. Für mich das Antonym von Spaltung. Wir merken in den kalten Monaten des schwindenden Lichts, wenn es immer weiter auf das Jahresende zugeht, dass wir dazu durchaus in der Lage sind, freundschaftlich zu sein. Es braucht nicht vielmehr als einen kleinen Anreiz von außen, und wir schieben die zur Gewohnheit gewordene Feindseligkeit zur Seite, machen eine Ausnahme. Dabei sollte und müsste Freundlichkeit keine Ausnahme sein. Spaltung, Feindseligkeit, Neid und Ausgrenzung können nur in sich zusammenfallen, wenn wir diesen mit Integration, Freundlichkeit und Freundschaftlichkeit begegnen. Nicht nur zu Weihnachten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich habe mich wissenschaftlich viel damit auseinandergesetzt, welches Verhältnis die Kunst zur Wirklichkeit hat und glaube, dass es gerade dieses komplexe und teils paradoxe Verhältnis ist, das dafür sorgt, dass es Kunst zu jeder Zeit gegeben hat und geben wird. Es ist toll zu sehen, dass Kunst und Literatur immer breitere Zielgruppen erreichen, obwohl mit Kürzungen von Förderungen und Geldern von staatlicher Seite aus so sehr dagegen gearbeitet wird. Obwohl noch ein langer Weg vor ihr liegt, wird die Literatur immer inklusiver und diverser in vielerlei Hinsicht. Ihre Stärke liegt gerade darin, zwischen den Zeilen zu uns zu sprechen und auf eine Art und Weise Realität zu vermitteln, wie es faktische und wissenschaftliche Texte nicht können. Ich glaube, das Wesentliche an der Literatur ist ihre Schönheit, und die Kehrseite, ihre Hässlichkeit. Dabei meine ich die beiden Begriffe nicht auf- oder abwertend, sondern als zwei Seiten einer Medaille. Sprachkunst ist in der Lage, unser ästhetisches Empfinden anzusprechen und zu befriedigen, unsere Gedanken zu beflügeln und uns eine Zeitlang alles Harte, Raue, Laute, Schlimme vergessen zu machen. Das ist wichtig, um die Hoffnung und die eigene Menschlichkeit zu behalten. Und andererseits gibt es Literatur, die genau dafür da ist, uns das Hässliche, Unfertige, Zerstörerische, Schmerzhafte vorzuführen, uns im Tiefsten zu erschüttern. Das ist wichtig, um nicht träge und gleichgültig zu werden. Es braucht beides, es braucht die vielen, vielen Erzählstimmen und Perspektiven.

Was liest Du derzeit?

Als Vorbereitung auf ein Seminar lese ich gerade ‚Mary & Claire‘ von Markus Orths. Das Buch selbst ist eine Liebeserklärung an die Literatur, das Schreiben und die Sprache selbst. Es geht um eine ganz ungewöhnliche und besondere Beziehung zwischen der berühmten Mary Shelley, ihrer Schwester Claire und dem Autor Percy Shelley. Es geht aber auch um die Liebe zum Leben und den Umgang mit dem Tod. Ich finde es toll, wie die Gedanken- und Sprachwelten der Figuren lebendig werden, wie die realen Persönlichkeiten als Figuren rekonstruiert werden allein aus dem, was sie der Nachwelt in Sprache als Brief, Tagebucheintrag, Erzählung oder Notiz hinterlassen haben und bewundere die feine und sorgfältige Recherche, die man aus jedem einzelnen Kapitel herauslesen kann.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Zitat aus einem meiner liebsten Bücher von einem der talentiertesten und inspirierendsten Schriftsteller der Gegenwart:

“You once told me that the human eye is god’s loneliest creation. How so much of the world passes through the pupil and still it holds nothing. The eye, alone in its socket, doesn’t even know there’s another one, just like it, an inch away, just as hungry, as empty.” – Ocean Vuong: On Earth We’re Briefly Gorgeous

Vielen Dank für das Interview, liebe Barbara viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Barbara Thiel, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Barbara Thiel, geboren 1997 in Bad Honnef, studierte in Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und ist inzwischen an den Rhein zurückgekehrt, um ihren Master in Theorien und Praktiken professionellen Schreibens zu machen. Viel lieber als an der Masterarbeit schreibt sie jedoch an Kurzgeschichten und ihrem ersten Romanprojekt.

2023 gewann sie den Wilhelm-Fabry-Förderpreis. Ihre Texte sind in diversen Magazinen und Anthologien veröffentlicht, u.a. in kaffeeundkippen oder der Anthologie Bonner Bogen. Weitere Veröffentlichungen sind geplant. Sie lebt und schreibt in Wachtberg.

Kommende Termine:

Lesung bei der new.lit in der Buchhandlung Manulit am 15.01.2026 in Köln

Lesung aus der Anthologie ‚Bonner Bogen‘ am 05.03.2026 in der Dollendorfer Bücherstube Königswinter

Fotos: privat

28.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Schreiben heißt für mich: dableiben.“ Michael Stehlik, Autor _ Wien 27.12.2025

Lieber Michael, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Mein Alltag ist bodenständig. Ich arbeite mit Menschen, die schon viel mitgemacht haben. Zuhören, dableiben und ernst nehmen – das ist oft wichtiger als jedes gescheite Wort.

Geschrieben wird meist abends oder zwischendurch, wenn Gedanken auftauchen. Familie, Begegnungen und ruhige Momente geben mir Kraft.

Michael Stehlik, Autor

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Mehr Menschlichkeit. Mehr Geduld. Mehr Respekt.

Viele sind müde, überfordert oder innerlich verletzt. Es wird schnell geurteilt, oft zu schnell. Ich glaub, wir brauchen wieder mehr echtes Hinschauen. Nicht jeder, der laut ist, ist stark – und nicht jeder, der leise ist, schwach.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur und Kunst sind für mich Orte, wo man kurz stehen bleiben darf. Wo man nicht funktionieren muss.

Sie dürfen ehrlich sein, auch unbequem. Sie erzählen vom Hinfallen und Wiederaufstehen, von Fehlern und Hoffnung.

Schreiben heißt für mich: dableiben. Nicht weglaufen. Zeigen, dass Veränderung möglich ist – auch wenn der Weg nicht leicht war.

Geschichten verbinden. Und manchmal reicht schon ein Text, damit man merkt: Ich bin nicht allein.

Was liest du derzeit?

Alles Mögliche: Lebensgeschichten, autobiografische Texte, spirituelle Impulse, Bücher über Menschlichkeit und Veränderung. Mich interessieren keine perfekten Karrieren, sondern echte Wege – mit Ecken, Kanten und Herz.

Welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

Wir Menschen hier in Europa haben das Glück, dass wir uns jeden Tag neu erfinden dürfen – wie eine neue Seite im eigenen Buch.

Was gestern war, muss uns nicht festhalten. Fehler, Umwege und Brüche gehören dazu.

Jeder Tag gibt uns die Chance, ein bissl ehrlicher zu sein, ein bissl menschlicher.

Vielleicht heute jemandem zu zeigen: Du bist mehr als deine Vergangenheit.

Michael Stehlik, Autor

Vielen Dank für das Interview, lieber Michael, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Michael Stehlik, Autor, Peermitarbeiter

Zur Person/über mich: Michael Stehlik, Mike aus Wien ist Autor: „Vom Abgrund und zurück ins Leben“ und Peermitarbeiter in der Wohnungslosenhilfe in Wien. Er kennt das Leben nicht nur aus Büchern, sondern aus eigener Erfahrung. In seinen Texten geht es um Menschlichkeit, Würde, Hoffnung und zweite Chancen.

Er schreibt so, wie er lebt: ehrlich, direkt und ohne Maske. Über Umwege, Fehler, Aufstehen und darüber, dass jeder Mensch mehr ist als das, was man auf den ersten Blick sieht.

Mike aus Wien lebt und arbeitet in Wien.

Aktuelles Buch von Michael Stehlik:

„Vom Abgrund zurück ins Leben“ Michael Stehlik

„„Vom Abgrund und zurück“ ist die wahre Geschichte eines Jungen, der nie Kind sein durfte, eines Jugendlichen, der zu früh Vater wurde, und eines Mannes, der sich aus der Sucht ins Leben zurückkämpfte. Es ist die Geschichte von Liebe, Schmerz, Scheitern – und unermesslicher Stärke.
Michael erzählt ehrlich und schonungslos von seiner Kindheit, seiner Drogenabhängigkeit, dem Leben auf der Straße und davon, wie er mit seiner Jugendliebe und seinen Kindern Schritt für Schritt den Weg zurückfand. Dieses Buch ist ein Hoffnungsträger für alle, die glauben, es gäbe kein Zurück mehr.
Denn manchmal ist der dunkelste Weg genau der, der dich ins Licht führt.“

https://www.amazon.de/Vom-Abgrund-zur%C3%BCck-ins-Leben/dp/B0F5WSQ48S

Fotos: privat

26.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Gib“ Michael Stehlik, Autor _ Give Peace A Chance _ Wien 27.12.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Gib dem Menschen net glei ein Urteil, gib ihm zuerst a Chance.

In jedem steckt mehr, als man von außen sieht.

Viele tragen ihr Packerl still mit sich herum.

Ehrlich sein heißt manchmal auch zu sagen: I kämpf grad.


Peace heißt net, dass alles leiwand is.

Es heißt, dass ma trotzdem menschlich bleibt.

Auch wer gefallen is, darf wieder aufstehen.

Courage zeigt sich oft dort, wo keiner hinschaut.

Ein offenes Ohr heilt oft mehr als tausend g’scheite Ratschläge.


Alles beginnt mit Respekt.


Chaos entsteht aus Angst – Frieden aus Verständnis.

Hoffnung wächst, wenn da wenigstens einer an di glaubt.

Auch nach dunklen Kapiteln geht die G’schicht weiter.

Niemand is nur seine Fehler oder seine Vergangenheit.

Chancen entstehen, wenn ma einander wirklich sieht.

Ein bissl Menschlichkeit kann mehr bewegen, als ma glaubt.



Michael Stehlik, 26.12.2025

Michael Stehlik, Autor

GIVE PEACE A CHANCE

Michael Stehlik, Autor, Peermitarbeiter

Zur Person/über mich: Michael Stehlik, Mike aus Wien ist Autor: „Vom Abgrund und zurück ins Leben“ und Peermitarbeiter in der Wohnungslosenhilfe in Wien. Er kennt das Leben nicht nur aus Büchern, sondern aus eigener Erfahrung. In seinen Texten geht es um Menschlichkeit, Würde, Hoffnung und zweite Chancen.

Er schreibt so, wie er lebt: ehrlich, direkt und ohne Maske. Über Umwege, Fehler, Aufstehen und darüber, dass jeder Mensch mehr ist als das, was man auf den ersten Blick sieht.

Mike aus Wien lebt und arbeitet in Wien.

Aktuelles Buch von Michael Stehlik:

„Vom Abgrund zurück ins Leben“ Michael Stehlik

„„Vom Abgrund und zurück“ ist die wahre Geschichte eines Jungen, der nie Kind sein durfte, eines Jugendlichen, der zu früh Vater wurde, und eines Mannes, der sich aus der Sucht ins Leben zurückkämpfte. Es ist die Geschichte von Liebe, Schmerz, Scheitern – und unermesslicher Stärke.
Michael erzählt ehrlich und schonungslos von seiner Kindheit, seiner Drogenabhängigkeit, dem Leben auf der Straße und davon, wie er mit seiner Jugendliebe und seinen Kindern Schritt für Schritt den Weg zurückfand. Dieses Buch ist ein Hoffnungsträger für alle, die glauben, es gäbe kein Zurück mehr.
Denn manchmal ist der dunkelste Weg genau der, der dich ins Licht führt.“

https://www.amazon.de/Vom-Abgrund-zur%C3%BCck-ins-Leben/dp/B0F5WSQ48S

Fotos: Portrait _  privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.

26.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„In starker Liebe bleibe ich“ Bonhoeffer, Dietrich / Wedemeyer, Maria von _ Brautbriefe Zelle 92 _ Beck Verlag

Dietrich Bonhoeffer, evang. Theologe, Pfarrer,  Univ.Prof., Widerstandskämpfer * 4. Februar 1906 Breslau  +9. April 1945 ermordet im KZ Flossenbürg.
Maria Friederike von Wedemeyer * 23. April 1924 Pätzig, Landkreis Königsberg † 16. November 1977 in Boston/USA, ab 1949 verheiratete Maria Schniewind (geschieden 1959), ab 1959 verheiratete Maria Weller (geschieden 1965),  Informatikerin und Managerin, Verlobte Dietrich Bonhoeffers.

Es ist ein Briefwechsel einer ganz besonderen Liebe in herausfordernsten Zeiten, der zugleich beeindruckendes Zeugnis persönlichen Zuspruches, Mutes und Widerstandskraft ist.

Dietrich Bonhoeffer kehrt nach einem Studienaufenthalt in den USA Anfang der 1930er Jahre nach Deutschland zurück und positioniert sich in den folgenden Jahren der nationalsozialistischen Machtergreifung mit klarem theologischen, demokratischen wie widerstandsorientierten persönlichen wie kirchlichen Profil, das sich in der „Bekennenden Kirche“ gegen staatliche Gleichschaltung wehrt.

Bonhoeffer und Wedemayer, die 18 Jahre jünger ist, verloben sich kurz vor der Verhaftung Bonhoeffers am 5.4.1943, dessen Widerstandsaktivitäten zur Festnahme führten.

In der darauffolgenden Gefängniszeit kommt es zu einem Briefwechsel, der im vorliegenden Buch umfassend dokumentiert wie mit weiteren Dokumenten aufgearbeitet ist. Es ist das Zeugnis einer ganz großen Liebe wie festen Glaubens in herausforderndsten Zeiten, das menschliches Vermögen, Erleiden, Vertrauen und Hoffen erschütternd wie beeindruckend wiedergibt.

Bonhoeffer, Dietrich / Wedemeyer, Maria von _ Brautbriefe Zelle 92Dietrich Bonhoeffer, Maria von Wedemeyer 1943-1945 _ Beck Verlag    

Herausgegeben von Ruth-Alice von Bismarck und Ulrich Kabitz, Mit einem Nachwort von Eberhard Bethge.

XIV, 308 S., mit 30 Abbildungen

Hardcover

978-3-406-54440-8

18,00 €

Walter Pobaschnig 12/25

https://literaturoutdoors.com

„Liebe und Kunst sind Verbündete“ Ruth Forschbach, Schriftstellerin _ Berlin 19.12.2025

Liebe Ruth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Morgengymnastik, Frühstücken, Meditieren, an den Schreibtisch setzen, Morgenseiten schreiben, private E-Mails beantworten, Veranstaltungsprogramme mit Künstlerkolleginnen und Kollegen konzipieren, Nichtstun, Essen kochen, spazieren, lesen, an meinem nächsten Buchprojekt schreiben…….

Ruth Forschbach, Schriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich möchte nur von mir sprechen: Achtsamkeit, Gelassenheit, um wieder mehr Ruhe und Stille in mir zuzulassen, um das, was existenziell wichtig für mich und damit auch für andere ist, wieder zu fühlen, sehen, hören und wertzuschätzen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich habe mein Leben schon mehrmals auf den Kopf gestellt; unorthodox gelebt und bin trotzdem meinen Werten treu geblieben. Deshalb – in rauen Zeiten weiterhin hoffnungs- und vertrauensvoll leben!

Liebe und Kunst, diese engen, tief emotionalen Verwandten sind Verbündete. Sie  überwinden spielend alle Sprach- und Kulturgrenzen.

Literatur gibt mir die Möglichkeit, meine zu Wort gewordenen Gedanken und damit Emotionen und Perspektiven zu kommunizieren. Ich vertraue der Kraft der Kunst, die es versteht, Gedanken anzuregen und den Funken der Veränderung zu entzünden; den sozialen Zusammenhalt und  Dialog zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zu fördern und kulturelle Grenzen zu überwinden.

Was liest Du derzeit?

Christus kam nur bis Eboli ( Carlo Levi)

Sowie diverse lyrische Werke wertgeschätzter Kolleginnen und Kollegen. Auszugsweise:

Was wir reden, wenn es gewittert (Thilo Krause)

Die Tage sind aus Wind gewebt (Kirsten Döbler)

Ungläubig eine Kathedrale betreten (Philipp Letranger und Siegfried Völlger)

und Lyrik-Anthologien

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“  (Ben Gurion)

Ruth Forschbach, Schriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin

Vielen Dank für das Interview, liebe Ruth, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Ruth Forschbach, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Ruth Forschbach

Geboren in Köln, lebt in Frechen und Berlin. Studium  BWL/Personalmanagement und Kommunikations-Psychologie, Schriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin.

Veröffentlicht seit 2021 Gedichte und Kurzgeschichten in deutscher Sprache. Nennt sich selbst eine spätberufene Lyrikerin.

Einzelveröffentlichungen:

Okt. 2025 „ Das Beständige im Flüchtigen“, Geest Verlag; Premierenlesung 09.12.25

2023 „Unterwegs“ in Zusammenarbeit mit der Kölner Malerin Angelika Schneeberger.

2022 „Im Inneren der Zeit“

2021 „Zwischen Punkt und Komma“

Ihre  Texte erschienen in zahlreichen Anthologien (darunter mehrfach im Literatur-Magazin „Reibeisen“ Kapfenberg, in „Versnetze“  Hrsg. Axel Kutsch, „Poesie Album“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik),  Zeitschriften und Blogs.

Die Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Fachrichtungen liegt Ruth Forschbach besonders am Herzen. So konzipiert und veranstaltet sie mit Künstlerkollegen/Innen mehrfach im Jahr Gemeinschafts-Projekte

Mitglied in  der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Leipzig, des Europa Literaturkreis Kapfenberg/Österreich, Lyrik lebt e.V., Literaturszene Köln und des Autorenkreises Rhein-Erft.

www.lyrisches-mittendrin.de

Fotos: privat

18.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Geben“ Ruth Forschbach, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 19.12.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Geben wir der Hoffnung Hoffnung

Inmitten

Vernebelter Zeiten

Ein leises Zeichen durch das laute


Pulsieren der Welt

Einen neuen

Anfang brauchen wir

Couragiert

Einmütig, lasst uns


Achtsam durch das Welten –


Chaos die

Hoffnung kosen, auf das sie sich

Abnabelt und lustvoll eine

Neue Welt gebiert

Chancengleichheit

Einigkeit


Ruth Forschbach, 18.12.2025

Ruth ForschbachSchriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin

Ruth Forschbach, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Ruth Forschbach

Geboren in Köln, lebt in Frechen und Berlin. Studium  BWL/Personalmanagement und Kommunikations-Psychologie, Schriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin.

Veröffentlicht seit 2021 Gedichte und Kurzgeschichten in deutscher Sprache. Nennt sich selbst eine spätberufene Lyrikerin.

Einzelveröffentlichungen:

Okt. 2025 „ Das Beständige im Flüchtigen“, Geest Verlag; Premierenlesung 09.12.25

2023 „Unterwegs“ in Zusammenarbeit mit der Kölner Malerin Angelika Schneeberger.

2022 „Im Inneren der Zeit“

2021 „Zwischen Punkt und Komma“

Ihre  Texte erschienen in zahlreichen Anthologien (darunter mehrfach im Literatur-Magazin „Reibeisen“ Kapfenberg, in „Versnetze“  Hrsg. Axel Kutsch, „Poesie Album“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik),  Zeitschriften und Blogs.

Die Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Fachrichtungen liegt Ruth Forschbach besonders am Herzen. So konzipiert und veranstaltet sie mit Künstlerkollegen/Innen mehrfach im Jahr Gemeinschafts-Projekte

Mitglied in  der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Leipzig, des Europa Literaturkreis Kapfenberg/Österreich, Lyrik lebt e.V., Literaturszene Köln und des Autorenkreises Rhein-Erft.

www.lyrisches-mittendrin.de

Fotos: Portrait _ privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.

18.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Literatur unterwandert das phrasenhafte Sprechen“ Leonie Romana Köhler, Schriftstellerin _ Berlin 17.12.2025

Liebe Leonie Romana, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist ziemlich regelmäßig und strukturiert. Ich stehe oft schon zwischen 5 und 6 Uhr auf, manchmal auch früher, und trinke in Ruhe meinen Morgenkaffee, das ist eine Art Ritual. Wenn meine Tochter aufwacht, frühstücken wir und dann bringe ich sie in die Kita. Die begrenzte Arbeitszeit, die ich habe, versuche ich, möglichst effizient zu nutzen. Nachmittags hole ich meine Tochter wieder ab, wir fahren nach Hause etc. Abends wird immer vorgelesen. Meistens bin ich dann so müde, dass ich kurz nach meiner Tochter selbst einschlafe.

Leonie Romana Köhler, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Gelassenheit, Wachsamkeit, Empathie

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur/ Kunst ist unersetzbar. Sie unterwandert das phrasenhafte Sprechen und Denken, sie lässt Ambivalenzen zu, zeigt die Gleichzeitigkeit verschiedener oder sogar gegensätzlicher Dimensionen auf. Sie führt das Allgemeine, das in unserem Sprechen oft vorherrscht, auf seinen Ursprung zurück: Das Erleben der Welt aus der individuellen Perspektive. Und sie verbindet das Erkennen mit der Wahrnehmung, dem Unmittelbaren, dem Sinnlichen.   

Was liest Du derzeit?

„Vor ihren Augen sahen sie Gott“, von Zora Neale Hurston.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Schriftstellerinnen und Schriftsteller sind mit ihrem ganzen Wesen auf ein Du gerichtet, auf den Menschen, dem sie ihre Erfahrung vom Menschen (oder ihre Erfahrung der Dinge, der Welt, ihrer Zeit) zukommen lassen möchten.“

(Ingeborg Bachmann in: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“)

Leonie Romana Köhler, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Leonie Romana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Leonie Romana Köhler, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Leonie Romana Köhler ist Autorin und Literaturwissenschaftlerin. Sie studierte Philosophie und Deutsche Literatur und promovierte mit einer interdisziplinären Arbeit an der Freien Universität Berlin. 2019 war sie Finalistin beim Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis, 2023 belegte sie den dritten Platz beim Hanns-Meinke-Preis für junge Lyrik. Sie ist im Vorstand von Poesiekritik international, verfasst Rezensionen zu Lyrikbänden und veröffentlicht Texte (Lyrik und Prosa) in Zeitschriften und Anthologien.

Im Frühjahr 2026 erscheint ihr erster Roman Die Linie zwischen Himmel und Meer im dr. ziethen verlag.

Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Fotos: Clara Kahn

14.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Das Wesentliche“ Jakob Leiner, Schriftsteller _ Freiburg/D 16.12.2025

Lieber Jakob, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Roman schreiben, Emails schreiben, Lehraufträge vorbereiten, mal ein Gedicht schreiben, wieder selbst zur Uni gehen.

Jakob Leiner, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das Wesentliche.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Statt Aufbruch bin ich lieber für Abbruch, statt Abriss für Sanierung und statt absackender Mundwinkel für ein breites Grinsen.

Was liest Du derzeit?

Richard Adams: Watership Down

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Objektivität ist die Wahnvorstellung, Beobachtungen könnten ohne Beobachter gemacht werden. (Heinz von Foerster)

Vielen Dank für das Interview, lieber Jakob, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Jakob Leiner, Schriftsteller

https://www.jakobleiner.com/

Aktuelle Buchneuerscheinung _ übersetzt und herausgegeben von Jakob Leiner:

„Für Francis Poulenc waren Éluards Gedichte »reines musikalisches Schwingen«. Die literarische Sensitivität Poulencs führte zu einem Mahrklang der Worte, als er insgesamt 34 Klavierstücke und drei Chorzyklen nach den Texten seines Dichterfreundes komponierte. Diese vertonten Gedichte sind in dem vorliegenden Band zusammengeführt und von Jakob Leiner neu ins Deutsche übertragen.“ Pressinfo Verlag.

https://www.radius-verlag.de/buecher/belletristik/1656/entwurzelte-schatten

Foto_Portrait _ Philippe Petiot.

14.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Hoffnung, Aufbruch, Lebensfreude“ Wolfgang Gulis, Musiker _ Graz 15.12.2025

Lieber Wolfgang, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus

Unter der Woche gibt es Morgensport – Kieser Training, Laufen oder Yoga.

Danach Frühstück – 1 h digitale Medien und Plattformen und dann was ansteht im Brotberuf, bis Mittag, am Nachmittag Musik hören, üben, texten, komponieren.

Wolfgang Gulis, Musiker,Texter, Autor

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zu erkennen, dass es ganz schnell gehen kann und nicht das Übliche ist, was grad passiert und dass wir unsere Lebensgrundlagen schneller verlieren, als wir schauen können: Demokratie und Sozialstaat – und wir dafür verantwortlich sind; wenn dies passiert.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Menetekel sein, den Blick in die Zukunft wagen, das Schlimmste erkennen; Hoffnung, Aufbruch, Lebensfreude symbolisieren und zu Tränen rühren. Hirn aktivieren, denken helfen und Gesundheitsprävention erster Klasse sein.

Was liest Du derzeit?

Kaveh Akbar – Märtyrer

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

let me give you my emotions

that I can have to you

I want to lay in your arms

to forget all the fascists convictions

Vielen Dank für das Interview lieber Wolfgang, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Wolfgang Gulis, Musiker, Texter, Autor

Zur Person/über mich: https://gulis.at/

Aktuelles crowdfunding Projekt:

„Mit 20. November 2025 startet auf der Crowdfunding Seite von wemakeit unsere 30 tägige Kampagne für die Finanzierung unserer neuen Langspielpatte mit dem knackigen Titel „Over„, die wir im ersten Quartal des Jahres 2026 herausbringen und präsentieren werden.“

https://www.gulis.at/musik/crowdfunding-fuer-g-u-l-i-s/

https://wemakeit.com/projects/over

Fotos_privat.

12.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig.

https://literaturoutdoors.com