Zur Person:Ulrike Damm, Schriftstellerin und Künstlerin, studierte Visuelle Kommunikation. Seit 1984 arbeitet sie als selbstständige Designerin in Berlin. In ihrem 2008 gegründeten Damm und Lindlar Verlag verlegt sie vor allem Kunstbände.
Seit 2010 schreibt sie Romane und Erzählungen. Mit monumentalen Schriftbildern ihrer Texte, die in Ausstellungen und Künstlerbüchern zu sehen sind, verknüpft Ulrike Damm kongenial ihre beiden Leben als Schriftstellerin und Künstlerin in Berlin.
Ihr bei DRAVA im März 2025 erschienener Roman »Die Poesie des Buchhalters« ist Ulrike Damms viertes belletristisches Werk.
Liebe Ulrike Damm, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Morgens mehrere Stunden schreiben. Danach ist jeder Tag anders.
Ulrike Damm, Schriftstellerin und Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Wir alle folgen unseren kleinen Alltagsmodellen. Aber es sind nur Modelle. Weder sind sie absolut, noch reine Wahrheiten. Es sind Spiegelungen unseres Gegenübers, bei denen es immer um die Beziehung zu anderen Menschen geht und um die Umgebung, in der wir leben: Wir setzen uns ins Verhältnis. In allem, was wir tun, vergleichen wir, wägen ab, lernen voneinander, beziehen Stellung. Das müssen wir auch, denn nur so funktioniert die Sache, genannt Gesellschaft.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Abgrenzung hilft uns nicht. Ausgrenzung, als Hauptziel unserer Sprache und Weltsicht, auch nicht. Wir brauchen Unvoreingenommenheit und die Einsicht, dass unterschiedliche Modelle innerhalb eines Lebens nebeneinander existieren können. Feiern wir also die Vielschichtigkeit und die Möglichkeit, besonders dadurch wach und offen ein reiches Leben zu führen. Dazu kann Kunst und Literatur treibende Kraft sein.
Ich zum Beispiel, schreibe und lese vor allem, um das Eigene im Anderen und das Andere im Eigenen zu erfahren. Insofern ist künstlerisches Schaffen immer ein einziges Infragestellen an alles, was wir ‚Welt‘ und ‚Leben‘ nennen. Wir brauchen diesen eigenen Zweifel, um Erfahrungen, die als bewährt gelten und allzu selbstverständlich in unseren Hirnen hausen, immer wieder hinters Licht zu führen.
Was liest Du derzeit?
Helene Bracht „Das Lieben danach“, eine eindringliche Schilderung persönlicher Erfahrung und ein aufklärerisches Buch über die lebenslange Prägung von sexuellem Kindesmissbrauch. In dieser Unerbittlichkeit war mir vieles erschütternd neu.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Es will alles gut durchdacht sein, auch wenn es Unsinn ist.“
aus „Die Poesie des Buchhalters“, Ulrike Damm, 202
Vielen Dank für das Interview, liebe Ulrike, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Ulrike Damm, Schriftstellerin und Künstlerin
Zur Person:Ulrike Damm, Schriftstellerin und Künstlerin, studierte Visuelle Kommunikation. Seit 1984 arbeitet sie als selbstständige Designerin in Berlin. In ihrem 2008 gegründeten Damm und Lindlar Verlag verlegt sie vor allem Kunstbände.
Seit 2010 schreibt sie Romane und Erzählungen. Mit monumentalen Schriftbildern ihrer Texte, die in Ausstellungen und Künstlerbüchern zu sehen sind, verknüpft Ulrike Damm kongenial ihre beiden Leben als Schriftstellerin und Künstlerin in Berlin.
Ihr bei DRAVA im März 2025 erschienener Roman »Die Poesie des Buchhalters« ist Ulrike Damms viertes belletristisches Werk.
Ich stehe mit großen Augen vor ihr und überlege, warum lernen die Menschen nicht dazu?
Verzweifelt versuche ich Argumente zu bringen und an den rationalen Verstand zu appellieren
Echos von Hass und Gewalt scheinen die Antwort zu sein
Panisch versuchen große und mächtige Menschen, das zu bewahren was eh verloren ist
Ekelhaft sind sie in ihrer Selbstgefälligkeit
Aggression hat nichts mit Stärke zu tun
China macht es vor und überholt uns alle in wirtschaftlichen Dingen
Etliche Menschen, die eigentlich ruhig schienen, drehen völlig durch obwohl wir in keinem Kriegsgebiet sind
Angst ist ein gutes Geschäft
Chirurgisch scheint ihr Vorgehen zu sein, alles zu sezieren was uns lieb und teuer ist
Hass hat nichts mit rationalen Denken zu tun
Anonymität bewirkt auch dass es egal ist, wenn man da gerade getötet hat
Narzissmus ist ganz schlecht für die Politik.
Canada und USA
Egomanen fallen immer
Janine Zehe, 4.5.2025
Janine Zehe, Regisseurin, Sprecherin
GIVE PEACE A CHANCE
Janine Zehe, Regisseurin, Sprecherin
Aktuelle Theaterproduktion mit Janine Zehe: „Warte, bis es dunkel ist“ Krimi von Frederick Knott _ Theater-Center-Forum, Porzellangasse 50, 1090 Wien _ Laufende Vorstellungen
Ensemble: Elisabeth Kofler, Iris Pollak, Marion Rottenhofer, Benjamin Lichtenberg, Edward Lischka, Nagy Vilmos, Florian-Raphael Schwarz und Janine Zehe. Bühne: Erwin Bail
Fotos _ Portrait: privat;
Walter Pobaschnig: Motiv „Hand/Löwenzahn“ Station bei Undine; Sylvia C. Künstlerin _ Wien und „Warte bis es dunkel wird“.
Liebe Janine Zehe, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Vom Hauptberuf her bin ich Bibliothekarin in der Hörbücherei des Blinden und Sehbehindertenverbandes Österreich. Da stehe ich morgens auf, fahre mit dem Taxi hin (habe frisch eine MS diagnostiziert bekommen und deswegen ist das mit Öffis gerade ein bisschen schwer) und absolviere da meine 20 Wochenstunden Arbeit, das tue ich sehr gern, Kollegen und Arbeit sind einfach super. Dann komme ich heim, habe Arzttermine oder tue was sonst so anliegt, oder bin als Sprecherin für Christoph im Theater tätig, was so anliegt. Ich liebe auch in meiner Freizeit das Hören von Hörbüchern und auch mit Freunden mache ich non kommerzielle Hörspiele. Auch dort bin ich als Sprecherin und Regisseurin im Einsatz.
Janine Zehe, Regisseurin, Sprecherin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich glaube besonders wichtig für uns alle ist, mehr Toleranz zu zeigen. Und etwas flexibler in unseren Arbeitsabläufen zu sein, denn künstliche Intelligenz und andere Umbrüche werden unser Arbeitsumfeld verändern, und zwar nachhaltig. Auch werden wir uns auf den Klimawandel einstellen müssen und wir sollten alle dringend die Tiere, die Natur und das Klima wieder mehr achten.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Schauspiel und Kunst waren von jeher dafür da, Menschen auf Bewegungen in der Gesellschaft oder gegebenenfalls auf Missstände aufmerksam zu machen. Wir sind die Stimme, die zwar keiner hören will, die jetzt aber umso wichtiger wird, wenn Populisten durch die Gegend brüllen.
Was liest Du derzeit?
Viertens ich lese gerade, eigentlich immer wieder, verschiedene Bücher. Von Thriller über Krimi bis hin zum Liebesroman oder auch manchmal ein Kinderbuch. Derzeit lese ich die Leopardin von Ken Follett.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„wenn der letzte Baum gerodet ist, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen werdet ihr verstehen, dass man Geld nicht essen kann.“
Vielen Dank für das Interview, liebe Janine, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Janine Zehe, Regisseurin, Sprecherin
Aktuelle Theaterproduktion mit Janine Zehe: „Warte, bis es dunkel ist“ Krimi von Frederick Knott _ Theater-Center-Forum, Porzellangasse 50, 1090 Wien _ Laufende Vorstellungen
Ensemble: Elisabeth Kofler, Iris Pollak, Marion Rottenhofer, Benjamin Lichtenberg, Edward Lischka, Nagy Vilmos, Florian-Raphael Schwarz und Janine Zehe. Bühne: Erwin Bail
Fotos _ Portrait: privat; „Warte bis es dunkel wird“: Walter Pobaschnig