Lieber Thomas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Na ja, ich bin eher so der Nachtmensch. Daher ist der Tagesablauf eher langweilig. Aufstehen, waschen, anziehen, arbeiten…
Szenenfoto_ Thomas Erlmoser in „Gefährliche Gedanken“ _ Regie: Jacky Surowitz _ Aera Wien 1.,Gonzagagasse 11 _ 6.4.2025 20.30h
Thomas Erlmoser, Schauspieler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das Theaterstück „Gefährliche Gedanken“ zu besuchen. Es gibt noch begehrte Restkarten. Es ist zwar ein sehr philosophisches Stück, aber es gibt auch Action und Gewalt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Ich verstehe an dieser Frage nur das Triviale. Auf jeden Fall sollten wir Spaß am Leben haben. Es ist nämlich viel zu kurz, und meistens nehmen wir es zu ernst.
Was liest Du derzeit?
Mickey mouse, Émile Zola „Germinal“ und Jules Verne.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Leben und leben lassen!
Vielen Dank für das Interview, lieber Thomas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Thomas Erlmoser, Schauspieler, Urbesetzung von Gefährliche Gedanken als Ausstellungsleitung und Philosoph.
Diverse Film- und Theaterprojekte (oft in Rollen zwielichtigen, finsterer oder kaputter Gestalten). Theater: Sommernachtstraum (WUK, R: Sophie Mashraki), Sonnentage – die neuen Plagen der Menschheit (Arche, R: Mona May), Im Haus der alten Augustin (Diagonale 2024, R: Gerald Pribek), Familienmensch, Couchpotatoe, Workaholic, Fitnessjunkie, Morgenmuffel
Aktuelle Produktion mit Thomas Erlmoser _ „Gefährliche Gedanken“ von Benedikt Wallner – _Regie: Jacky Surowitz _ Aera Wien 1.,Gonzagagasse 11 _ 6.4.2025 20.30h
CIVITAS CUNT eine Produktion von Dubs / Schnakenberg Österreichische Erstaufführung im Rahmen des SLUP Festivals im Theater _Dschungel Wien _ Premiere: Samstag, 15.3., 19:30 Uhr Weitere Vorstellungen: So 16.3., 17 Uhr / Di 18.3., 10:30 Uhr und 19:30 Uhr mit anschließendem Publikumsgespräch / Mi 19.3., 10:30 Uhr
Wie sind moderne Städte gebaut und organisiert? Wie funktionieren diese und wie werden Generationen davon geprägt? Was sagen Bewohner:innen dazu?
Und was wären nun Gegenentwürfe, Modelle feministischer Stadtplanung in Solidarität, Diversität, Gleichberechtigung, Vielfalt und Entfaltung, welche den Raum als Lebenswelt patriarchaler Werte von Macht, Dominanz zurückerobern könnten?
CIVITAS CUNT, Konzept und Performance von Chantal Dubs und Petra Schnakenberg ist ein Theaterabend, der in Innovationskraft von Dramaturgie und Bühnenkonzeption wie gesellschaftlicher Kritik und Utopie begeistert.
Miniaturmodelle von künstlerischen Stadtentwürfen werden als interaktives Bühnenbild mittels Smartphone-LiveVideo Leinwandprojektionen von den großartigen Schauspielerinnen in einen beeindruckenden Spieldialog gesetzt, der in Narration, Szene, Interview zu einer Begegnung von Lebenswegen, Lebensbrüchen und Lebensauswegen im Lebensraum Stadt einlädt. Es ist ein äußert innovatives wie mutiges Bühnenkonzept, welches zu einem mitreißenden Abend wird, der mit langanhaltendem Applaus belohnt wird.
„Ein mitreißend innovatives Bühnenstück feministischer Stadtutopie, welches zum triumphalen Theaterabend wird!“
CIVITAS CUNT eine Produktion von Dubs / Schnakenberg
Österreichische Erstaufführung im Rahmen des SLUP Festivals im Dschungel Wien
Konzept und Performance CHANTAL DUBS, PETRA SCHNAKENBERG, Dramaturgie MARGRIT SENGEBUSCH, Video CLAUDIA POPOVICI Sound ASKE LYCK PEDERSEN, Licht & Technik LILLI UNGER, Produktionsleitung SEBASTIAN SPIELVOGEL, INGRID ADLER
in Kooperation mit DSCHUNGEL WIEN / in Koproduktion mit Schaumburg, Verein für darstellende und bildende Künste (CH) und Kulturverein Schaumburg Österreich / Schweizer Uraufführung 2023 in Koproduktion mit Fabriktheater Rote Fabrik Zürich
Mit freundlicher Unterstützung von Stadt Wien Kultur, Stadt Zürich Kultur und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.
Premiere: Samstag, 15.3., 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen: So 16.3., 17 Uhr / Di 18.3., 10:30 Uhr und 19:30 Uhr mit anschließendem Publikumsgespräch / Mi 19.3., 10:30 Uhr Bühne 2 im Dschungel Wien
Liebe Mia Volek, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
7.10 aufstehen
08.00-17.00 Schule
17.00 nach Hause fahren
18.00 Kochen und Essen
19.00 Aufgaben erledigen
23.00 Zähne putzen
00.00 für den nächsten Tag vorbereiten
1.00 Workout
2.00 einschlafen
Mia Volek,Schauspielerin und Sängerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
RESPEKT UND TOLERANZ
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Neubeginn braucht Mut, Orientierung und Gemeinschaft, Kunst inspiriert, hinterfragt und verbindet – sie ist quasi ein Motor für Wandel und Identität.
Szenenfoto f. _ Aktuelle Produktion von Benedikt Wallner – „Gefährliche Gedanken“ _ Regie: Jacky Surowitz _ Aera Wien 1.,Gonzagagasse 11 _ 6.4.2025 20.30h
Was liest Du derzeit?
Ich lese nicht gerne.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Find your voice in the silence of creation
Vielen Dank für das Interview, liebe Mia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Mia Volek,Schauspielerin und Sängerin
Aktuelle Produktion mit Mia Volek _ „Gefährliche Gedanken“ von Benedikt Wallner – _Regie: Jacky Surowitz _ Aera Wien 1.,Gonzagagasse 11 _ 6.4.2025 20.30h
Liebe Elena Winter, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich beginne den Tag schreibend und beende ihn schreibend. Zwischendurch schreibe ich. Oft Literarisches, meist jedoch Pressetexte, Blogs, Slogans und andere Auftragsarbeiten … Ich wünschte, es wäre umgekehrt.
Elena Winter, Schriftstellerin, freie Journalistin, Texterin und Redakteurin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich finde es wichtig – jetzt und alle Zeit –, dass wir im Gespräch bleiben. Dass wir einander zuhören, unsere Werte immer wieder abklopfen und für sie einstehen, dass wir Verantwortung übernehmen und dass wir gut miteinander und mit der Welt umgehen. Die Literatur ist der ideale „Ort“, um all das zu lernen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Eine große Frage. Was wird wesentlich sein … Zusammenhalt: klar. Empathie: sicher auch. Die Literatur, die Kunst an sich hat, denke ich, keine Rolle – und erst recht keine Aufgabe. Sie muss frei sein. Im besten Fall irritiert sie und stellt sie die Dinge infrage. Sie berührt uns auf unterschiedliche Weise. Sie weitet unseren Blick und lässt uns sagen: Sieh mal an, auch so kann die Welt sein! Zusammenhalt und Empathie kann die Kunst sicherlich fördern, auch Trost kann sie geben. Aber ohne es zu wollen oder zu sollen.
Was liest Du derzeit?
Patrick Holzapfel: Hermelin auf Bänken
George Saunders: Fuchs 8 (… zum 8. Mal)
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Zufällig glaube ich, einen Kuss zu geben und zu empfangen funktioniert ganz ähnlich wie ein Wort zu geben und zu empfangen – nur geschieht das Geben und Empfangen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten; dennoch sind beides Versuche, zu berühren, berührt zu werden und erkannt zu werden, leidenschaftlich zu leben, menschlich zu sein.“ (A. L. Kennedy)
Ich finde, schöner kann man das Wesen des Schreibens und Lesens nicht auf den Punkt bringen.
Vielen Dank für das Interview, liebe Elena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur- und so vielfältigen Textprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Elena Winter, Schriftstellerin _ freie Journalistin, Texterin und Redakteurin
Zur Person/über mich:Elena Winter ist freie Journalistin, Texterin und Redakteurin. Sie lebt und schreibt in Berlin. Nach Publikationen in Literaturzeitschriften und Anthologien ist „Im Orbit“ ihre erste Romanveröffentlichung.
Im Orbit,Müry Salzmann Verlag, Salzburg (März 2024, 176 Seiten, ISBN 978-3-99014-254-7, 24,00 €)
Wie in einer Weltraumkapsel fühlt sich Leonie Warmers in ihren vier Wänden: außerhalb von Raum und Zeit, geschützt vor dem, was sie umgibt. Tagsüber, in „der Company“, erträgt sie als Auszubildende die Anzüglichkeiten ihres Chefs. Nachts surft sie in Gesundheits-Foren, tauscht sich aus über Symptome, von stechenden Schmerzen im Fersenbein bis hin zu nächtlichem Schlafwandeln. Leonie fühlt sich fremd in ihrem Körper. Lässt sich vom Arzt ein Dutzend Elektroden auflegen. Irgendwas muss da doch zu finden sein? Das hofft auch ihre Mutter, wenn sie auf Dating-Plattformen nach einem neuen Mann sucht. Über ihren Vater weiß Leonie nicht viel mehr, als dass er Erbsensuppe hasste und ein Langweiler war. Leonie imaginiert ihn sich als Straßenmusiker, Lucky Luke, jedenfalls als eine „coole Sau“. Dann wird die Umlaufbahn ihrer Kapsel durchkreuzt, von einer Obdachlosen, die ihr „Quartier“ vor Leonies Wohnungstür aufgeschlagen hat, vor allem aber von Torsten ohne h, ihrem Kollegen in der Company. Auf einmal beginnt Leonies Raumschiff zu schweben, völlig schwerelos …
»Wer nie unfrei gewesen, erkennt Freiheit nicht, wird nicht merken, was verloren, bis es zu spät ist. Mögen wir ausreichend genug sein, um zu spät, zu verhindern.«
Catrin George Ponciano, 7.3.2025
Catrin George Ponciano, Schriftstellerin
GIVE PEACE A CHANCE
Catrin George Ponciano, Schriftstellerin
Zur Person/über mich:Catrin George Ponciano lebt seit 26 Jahren in Portugal und publiziert journalistische Beiträge, Reiseliteratur, polithistorische Kriminalromane und literarische Essays. Ab Mitte März ist ihr aktueller im AvivA Verlag publizierter Titel „Alles-bloß nicht vage!“ über die portugiesische Dichterin Florbela Espanca im Buchhandel erhältlich. Die Portugal-Kennerin organisiert regelmäßig Literatur-Touren und vermittelt ihr Wissen als Seminarleiterin auf Bildungs- und Lesereisen.
Aktueller Kriminalroman von Catrin George Ponciano:
„Liebe und Mord an Portugals Traumküste. Der Sommer im portugiesischen Küstenort Carrasqueira ist perfekt, bis eines Nachts ein Toter in der einsamen Korkeiche hängt – dreißig Jahre nachdem dort ein Fischer angeblich Selbstmord beging. Dessen Sohn glaubte jedoch nie an Suizid. Als ihm nun unterstellt wird, seinen Vater gerächt zu haben, bittet er seine Jugendfreundin Dora Monteiro um Hilfe. Die ehemalige Inspetora zögert nicht und stürzt sich in verdeckte Ermittlungen. Doch auf dem Dorf lastet eine alte Schuld, und Dora muss alles daransetzen, das Schweigen der Bewohner endlich zu brechen.“
Catrin Ponciano, Rache im Alentejo. Emons Verlag. Broschur 13.5 x 20.5 cm 256 Seiten ISBN 978-3-7408-1574-5 13,00 € [DE] 13,40 € [AT]
Der gebürtige Rumäne Hunor Horváth absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zum Regisseur an der Athanor Akademie in Burghausen. Nach seinem Diplom im Jahr 2011, zog es ihn nach Bern, wo er an der Hochschule der Künste einen Aufbaustudiengang (Scenic Arts Practice – Vertiefung Regie und mediale Künste) belegte. Parallel dazu belegte er an der Universität Basel ein Master-studium im Fach Kulturmanagement. Hovath besuchte zahlreiche Fortbildungen im Bereich Theater, Film und Projektmanagement.
Als Regisseur bzw. Lichtdesigner wirkte er u.a. bei folgeneden Projekten mit. Inszenierungen – Theater u.a. 2010 „Seiltanz“ – Abschlussinszenierung, ein Experiment zum Thema Tod 2011 „Was ihr Wollt“ – Koproduktion mit der Need Company – Belgium 2011 Regieassistent und Visueller Konzept der Inszenierung von Vivane de Muynck 2012 “Ora Pro Nobis” – Inszenierung und Forschungsprojekt zur Interpassivität 2013 „Is there a Happening happening?“ – Side Specific Perfomrance, Rumänien 2014 „Kamaloka“ – Theaterperformance zu Thema Tod. Schweiz & Rumänien 2015 „Keep Calm and Wait for Godot“ – Performance, Rumänien, Schweiz und DE.
Filme und Visual Arts u.a. 2008 „SuDoKu“ – Dokumentarische Übung – MiniDv 2009 „Autodestruktion“ – Kurzfilm, Regie, Idee, Schnitt und Ton – Hdv 2009 „Authentizität“ – Trailer, Realisierung und Idee – Hdv 2010 „das Athanor Experiment“ – Dokumentarfilm, Realisierung – Hdv 2010 Filmische und Multimediale Arbeiten in der Inszenierung „Müder Vater“ – HD 2011 „ARTiFictional“ – filmischer Essay über das Leben und seinem Tod – HD Video 2012 “Singing in the Sun” – Kurzfilm in HD -Schnitt und Konzept 2013 “Is there a Happening Happening?” – Dokumentarfilm – Realisierung in HD Video
Liebe Catrin George Ponciano, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Anders. Andersartig, anderszeitig, anders geordnet. Die global sich rasante verändernde politische Temperatur beschäftigt mich. Sie fasst mich an. Mein Alltag verschiebt sich. Durch das Tagesgeschehen weilen meine Gedanken länger fort vom Schreibtisch. Meine Produktivität ist zwar weiterhin stark, worüber ich sehr froh bin, aber auch sie verschiebt sich. Nachrichten habe ich sonst am Ende des Tages gelesen. Seit Jahresbeginn verhält es sich umgekehrt. Produktive Phasen fallen in die nachmittags und Abendstunden, weil mein Kopf vorher nicht friedlich genug reagieren kann. Erst nachdem ich der verspürten Fassungslosigkeit mit absurdem Beigeschmack freien Lauf gelassen habe, gelingt es mir, meinen inneren ethischen Kompass auf Schaffensprozesse zu justieren. Dann ist auch der Bauch wieder weich. Und ich greife symbolisch zum Stift.
Catrin George Ponciano, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Distanz. Das hört sich angesichts der Gesamtlage – in der Ukraine, in den Staaten, im Nahen Osten und an etlichen weiteren globalen Brennpunkten – sonderbar an. Distanz hilft, meines Erachtens klarzusehen, klarzudenken, und weder auf Propagandatricks noch auf Fakenews hereinzufallen, gar auf abstruse Täter-Opfer-Verdrehung zu reagieren oder sie zu polemisieren.
Denn denen die Stimme gerade durch Oppression aberkannt wird, helfen wir nicht mit emotional verbalen Eruptionen, sondern mit Klarsicht. Durch konsequent kommunizierte Bestärkung humanistischer Werte. Wir, Demokratie und Menschenrechtskonvention vertretend, sind Viele – und das schafft Stärke. Nutzen wir sie in Wort und Tat.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Während der Avantgarde vor etwa 100 Jahren rebellierten Literaten und Künstler gegen sich erhebende totalitäre System schon einmal und plädierten in Schriften und Farben für Frieden, Gleichstellung, Zusammenhalt und freiheitliche Selbstbestimmung. Es mag der Zeitpunkt für eine neue andersartig vorausdenkende Bewegung gekommen sein.
Denn jede Person und jede politische Gesinnung, die demokratische Muster versuchen zu demontieren, bedrohen die Menschenrechte. Die Literatur und die sie verfassen, nennen diese Bedrohung beim Namen. Kunst zeigt uns die Gefahr darstellend. Gemeinsam machen Künste emotional bewusst, was tatsächlich auf dem Spiel steht. Nämlich eine Veränderung der Weltenordnung einhergehend mit dem mögliche Totalverlust freiheitlich und ethischer Werte.
Nun sind wir dran. Wir. Schriftsteller. Poeten. Künstler. Musiker. Nehmen wir das Wort, den Ausdruck, die Melodie, als pazifistische Waffe in die Hand, verteidigen wir die Bastion der Freiheit – und die Zukunft unserer Kinder.
Was liest Du derzeit?
Politische Essays, Politphilosophische Thesen in diversen Sprachen, die mir diverse Perspektiven anbieten. Ja, und manchmal auch ein Buch. Um der eigenen Melancholie zu entfliehen. Meistens lese ich mehrere Bücher gleichzeitig. Hang Kang „Menschenwerk“, Francesca Melandri „Eva schläft“, Serhi Zhadan „Hymne der demokratischen Jugend“, Kant neu interpretiert. Manchmal verreise ich im Kopf in Gaughins Bretagne, oder ich folge Annie Ernaux’ Lebensspuren, lese Poesie querbeet und wünsche mir noch unzählbar viele solch winziger Momente aufgeschobene Endlichkeit.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Der Menschheitstraum von Freiheit ist unsterblich. Daran glaube ich ganz fest, denn wer ein Herz besitzt, kämpft für seine Träume – und dafür, dass andere träumen dürfen.
(Kein Zitat, sondern ein Textimpuls von mir)
Vielen Dank für das Interview, liebe Catrin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur- und so vielfältigen Buchprojekte und persönlich alles Gute!
Ich danke Dir, lieber Walter.
Catrin George Ponciano, Schriftstellerin
5 Fragen an Künstler*innen:Catrin George Ponciano, Schriftstellerin
Zur Person/über mich:Catrin George Ponciano lebt seit 26 Jahren in Portugal und publiziert journalistische Beiträge, Reiseliteratur, polithistorische Kriminalromane und literarische Essays. Ab Mitte März ist ihr aktueller im AvivA Verlag publizierter Titel „Alles-bloß nicht vage!“ über die portugiesische Dichterin Florbela Espanca im Buchhandel erhältlich. Die Portugal-Kennerin organisiert regelmäßig Literatur-Touren und vermittelt ihr Wissen als Seminarleiterin auf Bildungs- und Lesereisen.
Aktueller Kriminalroman von Catrin George Ponciano:
„Liebe und Mord an Portugals Traumküste. Der Sommer im portugiesischen Küstenort Carrasqueira ist perfekt, bis eines Nachts ein Toter in der einsamen Korkeiche hängt – dreißig Jahre nachdem dort ein Fischer angeblich Selbstmord beging. Dessen Sohn glaubte jedoch nie an Suizid. Als ihm nun unterstellt wird, seinen Vater gerächt zu haben, bittet er seine Jugendfreundin Dora Monteiro um Hilfe. Die ehemalige Inspetora zögert nicht und stürzt sich in verdeckte Ermittlungen. Doch auf dem Dorf lastet eine alte Schuld, und Dora muss alles daransetzen, das Schweigen der Bewohner endlich zu brechen.“
Catrin Ponciano, Rache im Alentejo. Emons Verlag. Broschur 13.5 x 20.5 cm 256 Seiten ISBN 978-3-7408-1574-5 13,00 € [DE] 13,40 € [AT]
Lieber Hunor von Horváth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Aufstehen. Kaffee. Licht. Wieder Dunkelheit. Proben. Stimmen in vielen Sprachen. Schweigen. Später Musik. Noch später eine Stille, die anders ist als am Morgen.
Hunor von Horváth, Regisseur
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Nicht zu tun, als wüssten wir, was wichtig ist. Zuhören. Aushalten. Offen bleiben.
Welche Rolle spielt die Kunst in einem gesellschaftlichen Neubeginn?
Vielleicht eine große. Vielleicht gar keine. Wahrscheinlich beides. Theater ist der Versuch, anders zu sehen. Manchmal gelingt es auch nicht wirklich ganz richtig…
Was liest Du derzeit?
Eine Gebrauchsanleitung für eine Lampe. Ich suche nach einer anderen Art, Licht zu verstehen. Vielleicht wie eine Erinnerung. Vielleicht wie eine Inszenierung, die erst existiert, wenn niemand mehr hinsieht.
Welches Zitat möchtest Du mitgeben?
Das Gegenteil von Kunst ist noch nicht gefunden. Vielleicht, weil es immer dazwischen liegt.
Vielen Dank für das Interview, lieber Hunor, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Hunor von Horváth, Regisseur
Zur Person/über mich:Hunor Horváth
Projektmanagement und Multimedia
Der gebürtige Rumäne Hunor Horváth absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zum Regisseur an der Athanor Akademie in Burghausen. Nach seinem Diplom im Jahr 2011, zog es ihn nach Bern, wo er an der Hochschule der Künste einen Aufbaustudiengang (Scenic Arts Practice – Vertiefung Regie und mediale Künste) belegte. Parallel dazu belegte er an der Universität Basel ein Master-studium im Fach Kulturmanagement. Hovath besuchte zahlreiche Fortbildungen im Bereich Theater, Film und Projektmanagement.
Als Regisseur bzw. Lichtdesigner wirkte er u.a. bei folgeneden Projekten mit. Inszenierungen – Theater u.a. 2010 „Seiltanz“ – Abschlussinszenierung, ein Experiment zum Thema Tod 2011 „Was ihr Wollt“ – Koproduktion mit der Need Company – Belgium 2011 Regieassistent und Visueller Konzept der Inszenierung von Vivane de Muynck 2012 “Ora Pro Nobis” – Inszenierung und Forschungsprojekt zur Interpassivität 2013 „Is there a Happening happening?“ – Side Specific Perfomrance, Rumänien 2014 „Kamaloka“ – Theaterperformance zu Thema Tod. Schweiz & Rumänien 2015 „Keep Calm and Wait for Godot“ – Performance, Rumänien, Schweiz und DE.
Filme und Visual Arts u.a. 2008 „SuDoKu“ – Dokumentarische Übung – MiniDv 2009 „Autodestruktion“ – Kurzfilm, Regie, Idee, Schnitt und Ton – Hdv 2009 „Authentizität“ – Trailer, Realisierung und Idee – Hdv 2010 „das Athanor Experiment“ – Dokumentarfilm, Realisierung – Hdv 2010 Filmische und Multimediale Arbeiten in der Inszenierung „Müder Vater“ – HD 2011 „ARTiFictional“ – filmischer Essay über das Leben und seinem Tod – HD Video 2012 “Singing in the Sun” – Kurzfilm in HD -Schnitt und Konzept 2013 “Is there a Happening Happening?” – Dokumentarfilm – Realisierung in HD Video
Zur Person/über mich:Martin Horváth wurde 1967 in Wien geboren, studierte an der dortigen Universität für Musik und darstellende Kunst und arbeitet seit 1988 als freischaffender Musiker. Konzerte und Aufnahmen mit verschiedenen Orchestern (Wiener Staatsoper, Wiener Volksoper, Radiosymphonieorchester Wien, Wiener Akademie u.a.) und Kammermusikensembles (Ensemble Continuum Wien, Merlin Ensemble, Ensemble Teatro Barocco, Ensemble 1756) führten ihn in zahlreiche Länder und zu renommierten Festivals (Salzburger und Bregenzer Festspiele, Schubertiade Feldkirch u.a.)
Während eines fünfjährigen New-York-Aufenthalts arbeitete er an einem Forschungsprojekt zur Geschichte der österreichisch-jüdischen Emigration in die USA. Für seine seit 1989 in Zeitschriften und Anthologien publizierten Erzählungen, Essays und andere Texte erhielt er mehrere Preise und Stipendien. 2012 erschien sein Romandebüt, Mohr im Hemd oder Wie ich auszog, die Welt zu retten (DVA), das auch ins Niederländische und Ungarische übersetzt wurde. 2019 wurde sein zweiter Roman Mein Name ist Judith vom deutschen Penguin Verlag veröffentlicht. Derzeit arbeitet er an mehreren Texten für Theater und Oper; sein dritter Roman Baroco erscheint im März 2025 bei Kremayr & Scheriau.
Aktuelle Buchneuerscheinung vonMartin Horváth:
Baroco
San Lorenzo Settefrati, ein verlassenes, idyllisch gelegenes Dorf im Süden Italiens. Eine Stiftung will den Ort wiederbeleben und lockt mit einem Versprechen: einem nachhaltigen Leben im Sinne des Gemeinwohls. Einer der neuen Bewohner ist der ehemalige Unternehmensberater Jakob Metzger.
Im örtlichen Kloster wurde ein auf Künstliche Intelligenz gestützter Thinktank für Zukunftsfragen eingerichtet. Doch niemand im Dorf kann sagen, woran dort wirklich gearbeitet wird. Wer sind die skurrilen Charaktere um Norman Sherwood, die mit spektakulären Aktionen die Machenschaften der internationalen Finanzelite entlarven? Wer finanziert das Projekt? Und wer ist der ominöse Erzähler, der damit droht, die Menschheit auszulöschen? Als Jakob ein Job im Kloster angeboten wird, ist er vom kreativen Arbeitsumfeld angetan. Und wird bald nichtsahnend Teil eines groß angelegten Eingriffs in das Räderwerk der Weltwirtschaft.
Liebe Carmen Cornelia Zechner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
In der Früh erst mal kalt duschen. Wichtig ist danach ein vollwertiges Frühstück. Leichtes Stretching oder Pilates, um den Körper zu aktivieren. Notizen machen zu Ideen oder Konzepten. Konzentriertes Malen an aktuellen Projekten. Musik hören, um in den Flow zu kommen.
Caco _ Carmen Cornelia Zechner, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Respekt und Wertschätzung spielen eine zentrale Rolle für ein friedliches und harmonisches Miteinander. In einer Zeit, die von unterschiedlichen Meinungen, Lebensweisen und Kulturen geprägt ist, wird es immer wichtiger, einander mit Offenheit und Akzeptanz zu begegnen.
Respekt bedeutet, andere in ihrer Einzigartigkeit zu erkennen und ihre Würde zu achten, unabhängig von Herkunft, Religion, Überzeugungen oder Lebensweisen. Gemeinsam können Respekt und Wertschätzung Barrieren abbauen, Missverständnisse verhindern und ein Gefühl der Verbundenheit schaffen.
Fehlender Respekt ist oft der Anfang vom Ende wertvolle Beziehungen. Respektvoller Umgang stärkt Beziehungen – sei es im persönlichen, beruflichen oder gesellschaftlichen Bereich – und tragen dazu bei, ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder Mensch sein Potenzial entfalten kann. Wie wir andere behandeln, zeigt wer wir selbst sind. Mangel an Respekt zeigt nicht die Schwächen anderer, sondern die eigenen. Mit Abstand und Respekt sollten nicht nur wir Menschen uns begegnen sondern uns so auch der Tierwelt und Umwelt gegenüber und in ihr verhalten. Angesichts der globalen ökologischen Krisen sollten wir verantwortungsvoller mit unseren Ressourcen umgehen und Schritte unternehmen, um die Natur zu schützen und den Planeten für zukünftige Generationen zu sichern.
Caco _ Carmen Zechner _ „Wasserweg oder Wasserstraße„ Acrylfarben – Mischtechnik, Glas eingearbeitet.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Ich denke ein Neubeginn, sei er gesellschaftlicher oder persönlicher Natur, ist immer ein Moment des Umbruchs und der Neuorientierung. In solchen Zeiten werden wir oft mit der Frage konfrontiert, was wir beibehalten, was wir hinter uns lassen und wie wir uns in die Zukunft bewegen.
Die Kunst wird in diesem Prozess eine zentrale Rolle spielen, weil sie die Fähigkeit besitzt, Veränderungen zu reflektieren und zu hinterfragen. Sie kann als Motivation wirken, die uns sowohl als Einzelne als auch als Gesellschaft dazu anregt, neue Perspektiven einzunehmen, alte Denkmuster zu durchbrechen und unsere Werte neu zu definieren. Kunst kann die kollektive Stimmung einfangen, auf Missstände hinweisen und die Möglichkeit zur Transformation bieten, indem sie uns erlaubt, uns mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und gleichzeitig die Zukunft zu imaginieren.
Gesellschaftlich gesehen, ist Kunst als Medium für den Dialog und die Reflexion wichtig, insbesondere in Zeiten von Krisen oder Veränderungen. Sie hilft, Identität und Zugehörigkeit zu hinterfragen und neu zu formulieren, und eine Plattform für Stimmen zu schaffen, die oft überhört werden. Persönlich wird die Kunst eine Rolle dabei spielen, uns zu helfen, unsere eigene Reise zu verstehen, uns von alten Begrenzungen zu befreien und unser kreatives Potenzial zu entfalten. Der „Neubeginn“ erfordert eine Offenheit gegenüber dem Unbekannten – und Kunst ist der Raum, in dem diese Offenheit sowohl ausgedrückt als auch genährt werden kann.
Die Kunst hat die Kraft, verborgene Wahrheiten ans Licht zu bringen und unausgesprochene Aspekte menschlicher Erfahrung zu reflektieren. Sie kann Fehler aufzeigen, ohne zu urteilen, und verschleierte Geheimnisse durch subtile oder direkte Ausdrucksformen offenbaren.
Caco _ Carmen Zechner _ „Innere Klarheit„ Mischung aus Collage und digitaler Illustration.
Was liest Du derzeit?
ichigo-ichie Die japanische Kunst, den perfekten Moment zu nutzen.
Francesc Miralles und Hector Garcia
Jetzt oder nie – jeder Moment ist besonders.
Die japanische Lebenskunst des *ichigo-ichie* hilft uns, einmalige Chancen zu ergreifen, indem wir die Einsamkeit jedes noch so unscheinbaren Augenblicks und jeder noch so flüchtigen Begegnung schätzen lernen. Es ist die Kunst des Zuhören, des Schauens, des Berühren, des Schmeckens, des Riechens, der Feste, einer kollektiven Achtsamkeit.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ – Heraklit
„Man kann niemanden dazu bringen, sich zu ändern. Man kann nur Raum schaffen, in dem Veränderungen möglich sind.“ –
Vielen Dank für das Interview, liebe Carmen, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Caco _ Carmen Cornelia Zechner, Künstlerin
Zur Person/über mich:Schon in jungen Jahren entwickelte ich eine tiefe Faszination für Kunst, insbesondere für die menschliche Form und deren Ausdrucksmöglichkeiten. Mein künstlerischer Weg begann als Autodidaktin im Jahre 2003 mit klassischen Zeichen- und Maltechniken in Aquarellfarben, doch bald erkannte ich die unendlichen kreativen Möglichkeiten, die mir die Mischtechnik bot.
Ich experimentierte mit verschiedenen Materialien und Techniken. Diese Suche nach neuen Ausdrucksformen führte mich zu einer einzigartigen Mischtechnik, in der ich Pigmente, Collagen, Acryl, Öl und andere Materialien kombinierte, um Texturen und Tiefen zu schaffen.
Caco ist mein Künstlername, abgeleitet aus den Anfangsbuchstaben meines Vor- und zweiten Vornamens.
Caco – ein Name, geboren aus Bruchstücken, doch unteilbar in meiner Kunst.