Bachmannpreis 2024 _ „Das Schreiben muss mich rühren“ Johanna Sebauer, Schriftstellerin A/D 6.6.2024

Bachmannpreis 2024 _  im Interview:

Johanna Sebauer, Schriftstellerin, Bachmannpreis Nominierung 2024

Liebe Johanna Sebauer, herzliche Gratulation zur Nominierung zum Bachmannpreis! Wie war Deine erste Reaktion darauf und auf was freust Du Dich besonders?

Vielen Dank für die Glückwünsche. Ich war auf der Arbeit, als ich die E-Mail von Klaus Kastberger geöffnet habe. Mein Puls ist mir sofort bis in die Ohren geschnalzt. Dann wollte ich gleich mit irgendjemandem darüber reden, mit meiner Kollegin im Nebenzimmer, aber dann dachte ich: „Moment mal, darf ich das überhaupt? Das ist ja alles noch geheim bis zur offiziellen Pressekonferenz…“

Johanna Sebauer, Schriftstellerin,
Bachmannpreis Nominierung 2024

Welche Bedeutung hat der Bachmannpreis heute?

Außerhalb der Literaturszene wird der Preis, glaube ich, kaum wahrgenommen. Innerhalb der Szene merke ich, dass alle ganz aufgeregt werden, sobald es um den Bachmannpreis geht. Ich bin sehr gespannt, wie die Stimmung vor Ort ist.

Was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?

Das Schreiben muss mich rühren. Dann rührt es im besten Falle hinterher auch den Leser.

Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?

Wir haben beide Vorfahren in Heidenreichstein.

Welche drei Dinge kommen unbedingt nach Klagenfurt nicht mit?

Nicht mitkommen sollen meine eigene Unsicherheit, schwere Gedanken und schlechtes Wetter. Mitkommen sollen meine bessere Hälfte, angenehme Gelassenheit und ein Gurkerlglas. Ach ja und Badesachen! Man sagte mir, nach den Lesungen gehen immer alle zusammen an den See. Darauf freu ich mich.

Vielen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

Zur Person: Johanna Sebauer, A/D

Geboren 1988 in Wien, lebt in Hamburg. Liest auf Einladung von Klaus Kastberger.

Johanna Sebauer veröffentlichte Kurzgeschichten und Essays in verschiedenen Anthologien, bevor sie sich an ihren ersten Roman wagte. Dieser erschien 2023 unter dem Titel „Nincshof“, und handelt von einem Dorf, das vergessen werden möchte. Im echten Leben arbeitet sie in der Wissenschaftskommunikation.

Veröffentlichungen (Auswahl)

„Ein Versuch übers Sowohl-als-auch“, in: Vom Kommen und Gehen. Betrachtungen von Zu- und Weggereisten, Böhlau Verlag (2021)

„Nincshof“, Roman. DuMont (2023)

„Schmetterlinge jagen“, in: Ziegel #18. Hamburger Jahrbuch für Literatur, mairisch Verlag (2023)

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257226/

Präsentation _ Bachmannpreis 2024 _ Tage der deutschsprachigen Literatur _ 26. bis 30. Juni 2024 Klagenfurt

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257422/

v.l. Heimo Strempfl (Robert Musil Literatur-Museum), Bettina Kugi (BKS Bank), Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Horst L. Ebner (Koordinator „Tage der deutschsprachigen Literatur), Karin Bernhard (ORF Landesdirektorin), Christian Scheider (Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Reinhard Draxler (Kelag), Inga Horny (Stadtmarketing Klagenfurt)

Nominierte:

Kaska Bryla, A/POL

Semi Eschmamp, CH

Ulrike Haidacher, A

Jurczok, CH

Christine Koschmieder, D

Miedya Mahmod, D

Sarah Elena Müller, CH

Denis Pfabe, D

Johanna Sebauer, A/D

Tijan Sila, D/BIH

Tamara Stajner, A/SLO

Sophie Stein, D

Henrik Szanto, D/FIN/UK

Olivia Wenzel, D

Infos zum Bachmannpreis 2024_

https://bachmannpreis.orf.at/

Fotos_ 1 Birte Filmer; 2 Johannes Puch/Bachmannpreis 2024

Walter Pobaschnig  6/24

https://literaturoutdoors.com

„Wege finden, zur Ruhe zu kommen“ Raoul Biltgen, Schriftsteller _ Burgenland/AUT 6.6.2024

Lieber Raoul Biltgen, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufstehen, mit dem Hund spazieren gehen, frühstücken, Emails und den ganzen anderen leider notwendigen Kram erledigen, dann schreiben. Hoffentlich erst am Nachmittag aufhören damit, zu Abend essen, den Tag ausklingen lassen, vielleicht mit ein wenig Gartenarbeit. Aber manchmal ist das alles auch ganz anders.

Raoul Biltgen, Schriftsteller, Schauspieler und
Psychotherapeut

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zur Ruhe kommen. Wege finden, zur Ruhe zu kommen. Wir werden dermaßen von allem Möglichen erschlagen, was alles in unseren Kopf will, womit wir uns beschäftigen sollten, dass die Gefahr der Überforderung groß ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur kann uns dabei helfen, ein wenig zu uns selbst in Distanz zu gehen, um einen neuen Blick auf uns selbst werfen zu können. Den brauchen wir. Sowieso und jetzt noch mehr. Damit wir uns zurechtfinden mit uns und in dieser sich sehr schnell wandelnden Welt.

Was liest Du derzeit?

Die Rivers of London-Bücher von ben Aaronovitch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Der Roman, den einer gelebt hat, ist immer noch eine unvergleichlich größere schöpferische Leistung, als der, den jemand geschrieben hat.“ – Viktor Frankl

Vielen Dank für das Interview, lieber Raoulviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

Raoul Biltgen, Schriftsteller und
Psychotherapeut

5 Fragen an Künstler*innen:

Raoul Biltgen _ Schriftsteller, Schauspieler und Psychotherapeut

Zur Person_ Raoul Biltgen, geboren 1974 in Luxemburg. Schauspielausbildung in Wien, dann Ensemblemitglied am Landestheater Bregenz, anschließend Dramaturg am Theater der Jugend Wien. Raoul Biltgen lebt und arbeitet seit vielen Jahren als freier Schriftsteller und Theatermacher in Österreich. Er ist Autor zahlreicher Theaterstücke, die bereits in mehreren europäischen Ländern, aber auch in China oder Mexiko zu sehen waren. Raoul Biltgen schreibt auch Prosa und hat mehrere Bücher bei verschiedenen Verlagen in Österreich und Luxemburg veröffentlich. Er wurde mehrfach für seine Werke nominiert und ausgezeichnet, u.a. Mülheimer Theatertage, Niederländisch-deutscher Kinder- und Jugenddramatikerpreis, Eurodram, GLAUSER …

Seit 2015 arbeitet Raoul Biltgen zusätzlich als Psychotherapeut in Wien und im Burgenland.

http://www.raoulbiltgen.com

Aktueller Roman von Raoul Biltgen: MEINE INSEL, eine Robinsonade.

Erschienen bei Hydre Éditions

„Auf einer einsamen Insel steht ein Mann am Strand und erzählt einen Witz über einen Mann am Strand auf einer einsamen Insel. Dabei hat er nichts zu lachen. Der Schiffbrüchige, der einst Jean-Marie hieß und sich nun Robinson nennt, hat sich ein neues Leben geschaffen: Vorräte angelegt, eine Hütte gebaut – und Zäune errichtet. Denn den mühsam angehäuften Besitz soll ihm niemand wegnehmen. Piraten zum Beispiel. Oder gar Menschenfresser, wie bei Robinson Crusoe. Wer weiß, wie lange man auf einer einsamen Insel allein bleibt?…“

  • Autor: Raoul Biltgen
  • Reihe: Fiction
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-99987-883-6-7
  • Format:  140 × 215 mm
  • Seiten: 216
  • Preis: 17,00 €
  • Erscheinungsdatum: Oktober 2023

https://hydreditions.eu/de/meine-insel-de/

Foto_ Philippe Matsas

Walter Pobaschnig _ 22.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„Kunst ist beseelt. Das kann KI nicht.“ Marlies Blauth, Bildende Künstlerin und Autorin _ Düsseldorf 5.6.2024

Liebe Marlies Blauth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Er ist nicht jeden Tag gleich. Schreibtisch- und Textarbeit mache ich am liebsten morgens. Oder ich gehe in mein Atelier. Oder in meinen Garten. Manchmal ergibt sich ein Treffen mit Kolleginnen und Kollegen aus Kunst und Literatur, die Planung gemeinsamer Projekte.

Meine Gedichte schreibe ich am liebsten unterwegs; dann sitze ich mit einem Becher Kaffee im Zug skizziere und notiere. Lieber auf Papier als digital, aber mein Laptop ist meist dabei. Der Feinschliff geschieht dann am nächsten Morgen.

Ich liebe die Vielfalt und erfreue mich daran, immer wieder etwas anderes machen zu können. Tägliche Routine ist nichts für mich.

Marlies Blauth, Bildende Künstlerin und Autorin
Bild: Marlies Blauth _
folgende

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Frieden. Innen und außen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Wesentlich ist ganz sicher die KI / Künstliche Intelligenz. Wir Menschen sollten uns auf unsere Stärken besinnen – und da denke auf ziemlich spiritueller Ebene: Wir können kreativ sein, inspiriert werden, Geistvolles schaffen. Das kann die KI nicht.

Vielleicht sollte man das Pfingstfest auch unter diesem Aspekt betrachten? Ich halte die Vorstellung des Göttlichen im Menschen für sehr wichtig. Was wir tun, lässt sich nicht berechnen oder bis ins Letzte analysieren. Die Künste lassen das erspüren; sie kommen aus keiner Konserve, sondern sind „beseelt“. Sie können aus geradezu Nichts einzigartig erschaffen werden. Mich begeistert – schon wieder: der Geist 🙂 –, dass alle, die schöpferisch tätig sind, mit ganz ähnlichem „Handwerkszeug“ völlig Verschiedenes Gestalt werden lassen. Ein schlichtes Beispiel ist die Handschrift. Die ist noch keine Kunst, zeigt aber auf, was ich meine.

Was liest Du derzeit?

Lyrik; kreuz und quer. Ich liebe auch Zufallsfunde aus öffentlichen Bücherschränken.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Einen Aphorismus (von mir)

Warnhinweis: Zu viele Warnhinweise könnten Ihre Gesundheit gefährden.

Vielen Dank für das Interview, liebe Marlies, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Marlies Blauth, Bildende Künstlerin und Autorin

Zur Person_ Marlies Blauth, *1957 in Dortmund, lebt in Meerbusch bei Düsseldorf.

Bildende Künstlerin und Autorin (Studium Kunst, Biologie, Kommunikationsdesign),

4 Lyrikbände, zuletzt: morgens ein Atemzug Winter. Hrsg. Jürgen Brôcan, Dortmund 2024; zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien, ein paar kleinere Preise / Auszeichnungen.

Mitgliedschaft bei der GEDOK und beim VS.

https://kunst-marlies-blauth.blogspot.com/

Fotos_ Marlies Blauth

Walter Pobaschnig _ 5.5.2024

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„Clowns“ Juliane Aixner, Regisseurin _ Give Peace A Chance _ Wien 5.6.2024

GIVE PEACE A CHANCE

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Juliane Aixner, 27.5.2024

Juliane Aixner, Regisseurin _ aktuelle Produktion: „Körper [sic!]“ _
Theater Arche _ laufende Vorstellungen
„Körper [sic!]“ _Szenenfoto (folgende) _
Uraufführung Wien _ 20. Mai Theater Arche _
laufende Spieltermine
https://www.theaterarche.at/

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Juliane Aixner, Regisseurin

Zur Person_ Juliane Aixner (*1996 Klagenfurt a. Wörthersee) hat im Zuge ihres Skandinavistik-Studiums die Sprachen Isländisch und Norwegisch erlernt und einige Zeit in peripheren nordischen Gegenden verbracht. Bereits während ihres Studiums absolvierte sie Regiehospitanzen (Bronski& Grünberg Theater und Burgtheater Wien) und war in den Spielzeiten 2017/18 und 2018/19 EnsembleMitglied von striktambivalent im Zuge der OffenenBurg am Burgtheater Wien.

Seit 2020 arbeitet sie als freie Regieassistentin in Wien und Kärnten. Arbeiten mit Valerie Voigt Firon, Anna Marboe, Fanny Brunner, Igor Bauersima, Isabella Sedlak, Blanka Radoczy u. a. Des weiteren war sie 2022/ 2023 sie am interdisziplinären, performativen Festival Unter dem Pflug der Zeit/ Nën braza të kohës im Kosovo beteiligt.

2024 feiern ihre ersten Regiearbeiten Collective Rage und Körper[Sic!] Premiere.

Aktuelle Produktion von Juliane Aixner : „Körper [sic!]“ Ars ex Machina _ Der menschliche Körper als Abbild einer Gesellschaft.

„Körper [sic!]“ ist der Titel des neuen Projektes von Ars ex Machina, einem Verein, der 2022 von Schauspieler und Kulturjournalist Clemens Janout gegründet wurde, um mit innovativen Formen im Sprechtheater zu experimentieren. Für die aktuelle Produktion hat das vierköpfige Kernteam eigens ein Theaterstück verfasst, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in unserer Gesellschaft auslotet.

Jeder Mensch hat einen Körper. Eine Gemeinsamkeit, die noch lange keinen Garant für Gleichberechtigung darstellt, das war dem Theaterkollektiv Ars ex Machina schnell klar. Ob im TV, auf der Kinoleinwand oder im Internet: Die Masse an stereotypisierten Abbildungen von Menschen prägt unser Verständnis davon, was schön ist. Mit negativen Folgen, denn Schönheit als Ware verkauft sich nur so lange sie exklusiv, also für den Großteil der Menschen unerreichbar bleibt. Welche Auswirkungen heutige Schönheitsideale auf junge Menschen haben, das hat erst kürzlich eine Studie von Saferinternet.at festgestellt. Die jungen Generationen fühlen sich zunehmend von stereotypisierten Körperbildern unter Druck gesetzt. Wenig verwunderlich, führt man sich die französische Kosmetikkette Sephora vor Augen, die mit einer Anti-Faltencreme für Achtjährige wirbt.

Wiener Erstaufführung

Ob jung oder alt, groß oder klein, dick oder dünn: Unser Körper ist und bleibt ein Thema, das uns Menschen unser ganzes Leben lang beschäftigt. Genug Stoff also für einen Theaterabend, so der Gedanke von Schauspieler Clemens Janout, der für die Stückentwicklung „Körper [sic!]“ ein junges Künstler:innenkollektiv versammelt hat, um die Verflechtungen zwischen dem menschlichen Körper und der Gesellschaft zu erforschen. Neben ihm zeichnen die Schauspielerinnen Lara Bumbacher und Julia Hammerl sowie die Regisseurin Juliane Aixner für Konzept und Text verantwortlich. Nach der Uraufführung des mit humorvoller Gesellschaftskritik gespickten Theaterstücks am 1. Mai beim klagenfurter ensemble in Kärnten, gastiert „Körper [sic!]“ zwischen 20. Mai und 8. Juni für sechs weitere Vorstellungen im Rahmen einer Kooperation mit der Theater Arche in Wien.

Aufstrebendes Künstler:innenkollektiv

Bei dem Projekt handelt es sich nicht nur um die zweite Produktion von Ars ex Machina, sondern auch um die zweite Regiearbeit von Juliane Aixner, die erst vor wenigen Monaten ihr Regiedebüt mit „Collective Rage“ am Wiener Ateliertheater gefeiert hat. Zur Mitwirkung bei „Körper [sic!]“ animiert hat die Jungregisseurin auch den Künstler Philipp Pettauer, dessen musikalische Kreationen neulich in Produktionen des Theater am Werk und Kosmos Theater zu hören waren, sowie die aufstrebende Kostüm- und Bühnenbildnerin Svea Egger. Das Schauspielensemble besticht durch die aus der Schweiz stammende Lara Bumbacher, die gebürtige Wienerin Julia Hammerl und den Kärntner Clemens Janout.

Wien-Debüt für Ars ex Machina

Vereinsgründer Clemens Janout hat mit dem interaktiven Monologstück „All das Schöne“ vergangenen Herbst den Einstand von Ars ex Machina gefeiert. Nachdem der Theatertext des britischen Autors Duncan Macmillan ausschließlich in Kärnten gespielt wurde, wird mit der Stückentwicklung „Körper [sic!]“ wenige Monate später erstmals eine Ars ex Machina[1]Produktion in Wien präsentiert.

Neuer künstlerischer Zugang

Statements setzen möchte der Verein sowohl mit der Kunst an sich, als auch mit der Art und Weise, wie sie produziert wird. Ein Arbeiten auf Augenhöhe ohne große Hierarchien stellt vor allem in den darstellenden Künsten nach wie vor die Ausnahmeerscheinung dar – oft zum Leidwesen der mitwirkenden Künstler:innen. Der Zugang von Ars ex Machina soll auch neues Publikum erschließen und Theater wieder zu einem Ort des gesamtgesellschaftlichen Diskurses machen.

http://www.arsexmachina.com

Die Wiener Erstaufführung von „Körper [sic!]“ – ein Theaterstück, das die Bedeutung des menschlichen Körpers in der Gesellschaft auslotet – findet am 20. Mai um 20 Uhr in der TheaterArche, Münzwardeingasse 2a, 1060 Wien statt. Weitere Vorstellungstermine28. und 29. Mai sowie 6., 7. und 8. Juni, jeweils 20 Uhr. 

Schauspiel: Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout
Regie: Juliane Aixner
Konzept, Text: Juliane Aixner, Lara Bumbacher, Julia Hammerl, Clemens Janout
Musik: Philipp Pettauer
Bühne, Kostüm: Svea Egger

https://www.theaterarche.at

Alle Fotos_ Tim Dornaus

Walter Pobaschnig 27.5.2024

https://literaturoutdoors.com

Bachmannpreis 2024 _ „Die Worte und wozu sie sich verbinden“ Christine Koschmieder, Schriftstellerin _ D 5.6.2024

Bachmannpreis 2024 _  im Interview:

Christine Koschmieder, Schriftstellerin, Bachmannpreis Nominierung 2024

Christine Koschmieder, Schriftstellerin

Liebe Christine Koschmieder, herzliche Gratulation zur Nominierung zum Bachmannpreis! Wie war Deine erste Reaktion darauf und auf was freust Du Dich besonders?

Ich freue mich darauf, das erste Mal, seit ich zu den TDDL nach Klagenfurt fahre, die Reisekosten bezahlt zu bekommen und den Texten der lesenden Autor*innen auf Einladung des ORF zuhören zu dürfen. So eine Literaturreise ist ansonsten ziemlicher Luxus.

Welche Bedeutung hat der Bachmannpreis heute?

Diejenige, die ihm die Teilnehmenden, die Organisator*innen, das Feuilleton, der ORF, 3SAT, die Öffentlichkeit, das Publikum, die Klagenfurter*innen und Gewerbetreibenden zuschreiben. Also eine höchst unterschiedliche. Bis hin zur Bedeutungslosigkeit.

Was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?

Die Worte und wozu sie sich verbinden.

Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?

Ein i, ein n, ein e, ein o, ein r, ein ch, ein m.

Welche drei Dinge kommen unbedingt nach Klagenfurt nicht mit?

Das „unbedingt“ in der Frage gibt den Dingen, die nicht mitkommen, ein unangemessenes Gewicht. So wichtig sind die Dinge, die nicht mitkommen, nicht. Sonst kämen sie ja mit.

Vielen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

Christine Koschmieder, Schriftstellerin,
Bachmannpreis Nominierung 2024

Zur Person: Christine Koschmieder, D

geboren 1972 in Heidelberg, lebt in Sachsen-Anhalt. Liest auf Einladung von Mithu Sanyal.

Studium der Theater-, Medien- und Kommunikationswissenschaft und Off-Theater-Arbeit in Leipzig, 2003 Gründung der Literaturagentur Partner + Propaganda. Autorin, Literaturvermittlerin und Fundraiserin. Lebt seit 2023 in Sachsen-Anhalt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Schweinesystem (Blumenbar/Aufbau Verlag 2014), nominiert für den aspekte-Literaturpreis
  • Trümmerfrauen. Ein Heimatroman (Edition Nautilus 2021)
  • DRY (Kanon Verlag 2022)
  • Schambereich. Über Sex sprechen (Kanon Verlag 2023)

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257218/

Bachmannpreis 2024 _ Tage der deutschsprachigen Literatur _ 26. bis 30. Juni 2024 Klagenfurt

Nominierte:

Kaska Bryla, A/POL

Semi Eschmamp, CH

Ulrike Haidacher, A

Jurczok, CH

Christine Koschmieder, D

Miedya Mahmod, D

Sarah Elena Müller, CH

Denis Pfabe, D

Johanna Sebauer, A/D

Tijan Sila, D/BIH

Tamara Stajner, A/SLO

Sophie Stein, D

Henrik Szanto, D/FIN/UK

Olivia Wenzel, D

Präsentation _ 48. Tage der deutschsprachigen Literatur _ Robert-Musil-Literaturmuseum Klagenfurt

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257422/

v.l. Heimo Strempfl (Robert Musil Literatur-Museum), Bettina Kugi (BKS Bank), Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Horst L. Ebner (Koordinator „Tage der deutschsprachigen Literatur), Karin Bernhard (ORF Landesdirektorin), Christian Scheider (Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Reinhard Draxler (Kelag), Inga Horny (Stadtmarketing Klagenfurt)

Infos zum Bachmannpreis 2024_

https://bachmannpreis.orf.at/

Fotos_ 1 Grit Hartung; 2 Antje Kroeger; 3 Johannes Puch/Bachmannpreis 2024

Walter Pobaschnig  6/24

https://literaturoutdoors.com

„Initiative, Ehrlichkeit und Authentizität“ Karin Maria Bauer , Sängerin _ Wien 4.6.2024

Liebe Karin Maria Bauer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus

Kein Tag ist bei mir wie der andere, was ich sehr genieße. Ich versuche jeden Tag auf’s Neue wertzuschätzen und seine positiven Aspekte wahrzunehmen. Das spiegelt sich auch in meinem künstlerischen Schaffen wieder, einmal übe ich ein Wiener Lied für ein Konzert, dann schreibe ich einen Song auf Englisch, dann muss ich einen Text für mein Stück fertig schreiben.

Ich liebe die Vielfalt, das bringt Abwechslung und hält mich künstlerisch „in Bewegung“.

Karin Maria Bauer _ Sängerin, Schauspielerin, Songwriterin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Uns gegenseitig Empathie und Verständnis entgegenbringen. Selbstreflexion und Mut zu Fehlern, und auch Eingeständnis dieser. Hoffnung und Humor. Initiative, Ehrlichkeit und Authentizität.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Musik, Kunst verbindet. Sie bringen uns einander näher. Und sind n der Lage, uns leichter unseren Emotionen zu nähern. Sie laden zum Spüren ein, berühren. Sie können uns aber auch Denkanstöße geben und uns inspirieren. Sie sind unsere emotionale Nahrung und wir können durch sie auf dieser Ebene weiterwachsen und uns entwickeln.

Was liest Du derzeit?

Frauen gegen Hitler. Schicksale im Nationalsozialismus – Martha Schad

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Unsere tiefste Angst ist es nicht, ungenügend zu sein. Unsere tiefste Angst ist es, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was wir am meisten fürchten. Wir fragen uns, wer bin ich denn, um von mir zu glauben, dass ich brillant, großartig, begabt und einzigartig bin? Aber genau darum geht es, warum solltest du es nicht sein? Du bist ein Kind Gottes. Dich klein zu machen, nützt der Welt nicht. Es zeugt nicht von Erleuchtung, sich zurückzunehmen, nur damit sich andere Menschen um dich herum nicht verunsichert fühlen. Wir alle sind aufgefordert, wie die Kinder zu strahlen. Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt, auf die Welt zu bringen. Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem. Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis, das Gleiche zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unser Dasein Automaisch die Anderen.“

                                                                                                          Marianne Williamson

Vielen Dank für das Interview, liebe Karin Maria, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Karin Maria Bauer _ Sängerin, Schauspielerin, Songwriterin

Zur Person_ Karin Maria Bauer_ Sängerin, Schauspielerin, Songwriterin. Gesangsstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und am Complete Vocal Institute, Kopenhagen, Dänemark, Paritätische Bühnenreifeprüfung für Schauspiel und Musical.

Als Sängerin, Schauspielerin und Songwriterin in vielen, unterschiedlichen Stilrichtungen und Projekten tätig, Debütalbum „Done“ unter dem Künstlernamen Kareen
www.karinmariabauer.at
www.kareenmusic.com

http://www.karinmariabauer.at

Foto_Reinhard Gombas

Walter Pobaschnig _ 18.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„cultivate an awareness of our interconnectedness“ Jaskaran Anand, Transdiscplinary and Performance Artist _ Wien/Linz 3.6.2024

Hi dear Jaskaran Anand, what`s your routine at the moment?

Regarding my daily routine, it involves a significant amount of networking and concept development. I spend a lot of time meeting with artists, cooperation partners, and running between funding institutions. Since I am currently working in the freelance market, my daily schedule varies depending on meetings, deadlines for fundraising, and assisting artists or team members with concept development.

Jaskaran Anand_
Transdiscplinary and Performance Artist, Researcher and pedagogue


What`s now particularly important for all of us?

What’s particularly important for all of us now is to move beyond identity politics and focus on internal transformation. We need to stop seeing each other as victims or perpetrators and instead, cultivate an awareness of our interconnectedness. It’s crucial to consistently work towards psychological well-being within the web of relationships we inhabit.

Askaran Anand/trivium, Playful Bodies series, Klasse für Alle _
photo: Andrea Lumplecker
Askaran Anand/trivium,
What happens when Goddess Kali meets Kaiserin Sisi, Sonnensteinloft gathering, 13. Apr 24
photo: Jean Claude

To „Dance“/ celebrate and enjoy with a focus on how different body parts are connected… as I believe it helps to understand also the abstraction, glitches and flow amongst the decison making and helps to deal with paradoxes and dogmas

a) first within ourselves and

b) one that makes the society and thereby us. It helps to understand the performance/performativity we as individuals are inthe society play due to agential realism (Karen Barad).


Further, each step in a way that we take to consistently work towords our own psychology in the well-connected web that could „flower-out“ the  inter-, rather intra-connectedness.

New start, new beginning. What will be essential and which roles will art play on society?

We are indeed facing a new departure and a fresh beginning, both socially and personally. In this context, art plays an essential role as a tool for reflection, community building, and celebrating awareness. It serves as a base for individual expression and can create spaces for personal and societal development. I’m particularly interested in exploring how art can foster transformative self-culture through rituals, self-reflection, and research. It can help establish the inside-out apaproach for understanding transitions and transformations..

What are you reading currently?

Currently, I am reading through the letters from my social project „City Voices/Lettes of Trans(T*).DisCity“ which was held in Linz until April, as I am finding text for my new immersive theatre performance, and how the data could be mapped to bring the information to required institutions and politicians for transformation.
I am also reading about „Tawaif’s“ , courtesans from the Indian sub-continent whose status changed in the society after the British colonialisation.
I question, whether we, as a society,  have adapted a culture long ago of monetising bodies and have never changed them? For me, here it is also interesting to compare Tawaif’s multifaceted identity with artists especially performers due to the exposure of the self to larger public for „money, resources and survival“.

Meanwhile, I am immersing myself in various texts, ranging from philosophical treatises and scientific papers on self-awareness, and transformation. like The Ending of Time dialogue between J.Krishnamurthi and David Böhm… Revisiting „Glitch Feminism“ by Legacy Russel…..
Each offers unique insights into the human experience and informs my approach to networking, concept development, and fostering inter-, rather intra-connectedness.
Moreover, as I am also a social media consumer, I have recently got into texts of Vedic cultures, aesteroids, and spirits.

Which quote, text will you propose to us?

One quote that resonates with me is by Alan Watts: „The only way to make sense out of change is to plunge into it, move with it, and join the dance.“ It encapsulates the essence of embracing change and finding harmony amidst chaos, which aligns with my vision for navigating the complexities of our current socio-cultural landscape.


Thank you for the opportunity to share my thoughts and insights.

Warm regards,
Jaskaran Anand/Harmonical.Self

Jaskaran Anand_
Transdiscplinary and Performance Artist, Researcher and pedagogue

Thank you very much for the interview, dear Jaskaran, all the best for your great art and you and in these days!

5 questions on artists: Jaskaran Anand_
Transdiscplinary and Performance Artist, Researcher and pedagogue

Jaskaran Anand is an internationally recognized* performance artist* and lives in Vienna and Linz. Jaskaran works in directing, project management, choreography, education, cultural initiatives and film. In his* work he* explores the formation of reality and interconnectedness within the geopolitical human body and space-time anomalies. He* explores this through philosophy and the avatar Harmonical.Self. With a mix of scientific, technical, artistic and cultural development skills and experiences, his* transdisciplinary works include dance, choreography, directing, creative contributions, writing, performance, music, film, scientific ontologies and technological interfaces.

His* long-term projects place of attachment and L-INKED (imagetanz Festival 2021 and 2022 at brut) deal with transdisciplinary approaches, and his more recent works In-between Privacy, Hibernating Further and MachinegedHuman! deal with transdisciplinary approaches and digitalization, ecological-psychological aspects, body politics and posthumanism. Since 2009 he* has been performing, choreographing and teaching throughout Europe and India. He* performed at the ImPulsTanz Vienna International Dance Festival, the Ars Electronica Festival, the European Theater Night, the Long Night of the Museun, the Opéra de Lausanne, the Tanztage Burgenland and Roma Europa Festival, among others. He also worked in collaborations and performance projects with/by renowned artists such as Ivo Dimchev, Salvo Lombardo/CHIASMA, Dr. Sandra Chatterjee and Liz King.

Based on dance theater, meditation and art pedagogical practices, he* leads and organizes improvisation-based workshops and educational projects designed under the ideologies Deforming-Body, City Swarming – a dance marathon, Moving Energies and the very famous Playful Bodies.

https://www.jaskarananand.com/

Fotos_  3,4, Claudia Erblehner / erblehner.com Erblehner.com , otherwise Jaskaran Anand

Walter Pobaschnig _ 8.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„Am Anfang die Keule, das Schwert, und nun“ Stefan Heuer, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Hannover 3.6.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gegner sein, das friedvolle

Ich Mann vs. Mann, Kind vs. Kind verleugnen.

Vor langer Zeit das Magazin der

Erbsenpistole ein Schatz.


Plötzlich kein Spiel mehr, das

Erwachsensein fordert seinen Tribut.

Am Anfang die Keule, das Schwert, und nun

Chemie als Waffe;

Ein Physiker, der Böses denkt …


Atomare, nukleare,


Chauvis an die Front. In den Bunkern
        zwischen Flensburg und Berchtesgaden

Hocken die Kinder, die Alten,

Alle, die nicht an die Wiedergeburt glauben.

Noch kann es gut enden, noch gibt es Hoffnung,
        noch gibt es die

Chance auf Vernunft.

Ein frommer Wunsch, sagt der Verstand …

Stefan Heuer, 30.5.2024

Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler

Zur Person_  Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler _geb. 1971 in Großburgwedel.

Verheiratet, Vater, Raucher ohne Suchtpotenzial. Lebt und arbeitet in Burgdorf/Hannover.

Malerei, Assemblage, Collage, Combine Painting.

Einzel- und Gruppenausstellungen, Mail-Art-Projekte.

●  „langustenbäume, die auch reden“, Gedichte von Frank Milautzcki zu Collagen von  

     Stefan Heuer

●  „Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner

●  „Einheitskurzschrift“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner (Redfoxpress)

●  „Wonderful Holiday Picture-Stories“, Collage-Kollaboration mit Geronimo Finn

●  „Sprechnotiz / orange“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy

●  „augen I höhen“, Gedichte von Stefan Heuer zu Alpenlomos von Maks Dannecker

●  „SPIELZEIT“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner (Redfoxpress)

●  „Silence Break“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner

●  „Look“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy

●  „THE IMPOSSIBLE EXILE“, Collage-Kollaboration mit Brandstifter (Redfoxpress)

●  „Kühle Tips für heiße Tage“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy (Redfoxpress)

●  „(aus dem) Schneider“, Collage-Kollaboration/Dialog mit Boris Kerenski (Moloko+)

●  „Scharfe Schere – Nacktes Beil“, Collage-Kollaboration/Dialog mit Boris Kerenski

     (Moloko+)

●  “ KLEPPER (special one)“, Collage-Kollaboration mit Svenja Wahl

Zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik, Prosa, Rezensionen und experimentellen Kurzdramen in Literaturmagazinen, Anthologien, Kalendern und Internetforen.

Seit 1997 unterschiedlichste Einzelpublikationen, zuletzt:

●  „werkstatt“, Gedichte, 2015 (parasitenpresse köln)

●  „herzstück“, Gedichte, 2016 (Verlagshaus Berlin)

●  „Katzen im Sack“, Roman, 2017 (Elif Verlag)

●  „Asche in den Wunden“, Gedicht-Dialog mit Urs Böke, 2018 (Ratriot Medien)

●  „Vielleicht ein paar Raben“, Gedicht-Trialog mit Urs Böke & Fabian Lenthe, 2023

     (Moloko+)

Songtexte für die hannoversche Deutsch-Soul-Formation tiefblau und das Elektro-Projekt kannkind.

Elektronische Musik unter den Namen horrak und mixpoke.

www.heuerseite.de

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 30.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„Als Künstler müssen wir überleben… moralisch, wirtschaftlich, inhaltlich“ Christian Dörge, Schriftsteller _ München/Linköping/SWE 2.6..2024

Lieber Christian Dörge, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?  

Mein Tag ist – naturgemäß – wie stets konsequent strukturiert: Ab 5.30 Uhr sitze ich im am Schreibtisch, checke die über Nacht eingegangenen E-Mails, beantworte diese direkt (oder auch nicht), anschließend folgen ein, zwei Stunden täglicher Büro-Routine. Danach… wird entweder geschrieben oder komponiert/aufgenommen, je nachdem, ob ich gerade an einem Buch oder an einem neuen Album arbeite. Von unwesentlichen Pausen/Unterbrechungen abgesehen, dauert mein Arbeitstag bis ca. 22.00 Uhr.

Christian Dörge_ Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?  

Kontinuität, Resonanz, friedliche Ko-Existenz. Insbesondere als Künstler sollten wir abbilden, was oft nur wortreich gefordert, im beruflichen Umfeld jedoch nicht oder nur mangelhaft umgesetzt wird: ein friedliches Miteinander, Progression ohne Ideologie, Kunst und Kultur als Gefäß, nicht als zertrennendes, eitles Schwert.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?  

Aufbruch und Neubeginn – gesellschaftlich, politisch – wird (hier sollte man realistisch sein) weder von der Kunst noch von der Literatur geprägt, motiviert oder wirkmächtig begleitet. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, Kunst könne politische oder gesellschaftliche Entscheidungen/Entwicklungen beeinflussen. Gelegentlich schmücken sich Politik und Gesellschaft mit Kunst, mit Literatur, jedoch allenfalls zur Bestätigung entsprechender Positionen oder Gesinnungsansprüche. Kunst und Literatur sind bestenfalls Begleiter im Schatten, Illustratoren eines Für und Wider. Etwas anderes zu glauben hieße, die Wirklichkeit zu ignorieren.

Persönlich mag man Kraft und Perspektive aus Kunst und Literatur (be)ziehen, aus den Werken Dritter, aus den eigenen Werken. Aufbruch und Neubeginn bedeuten persönlich, im Strudel der Veränderungen und im Schrillen und Schreien der Medien nicht unterzugehen oder gar zu verzweifeln. Als Künstler müssen wir überleben… moralisch, wirtschaftlich, inhaltlich. Relevanz ist hier eine Frage der Selbstdisziplin.

Was liest Du derzeit?

Kronos von Rainald Goetz – und mein eigenes Stück Crowley, der Antichrist, weil ich die Inszenierung vorbereite.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?  

»Ich muss nicht über die Zukunft schreiben. Für die meisten Menschen ist die Gegenwart der Zukunft so ähnlich, dass bereits die Gegenwart außerordentlich beängstigend ist.« William Gibson

Vielen Dank für das Interview, lieber Christianviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Musik-, Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Christian Dörge _ Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur.

Zur Person_ Christian Dörge, Jahrgang 1969.

Schriftsteller, Dramatiker, Musiker, Bildender Künstler, Theater-Schauspieler und -Regisseur.

Erste Veröffentlichungen 1988 und 1989: Phenomena (Roman), Opera (Texte).

Von 1989 bis 1993 Leiter der Theatergruppe Orphée-Dramatiques und Inszenierung

eigener Werke, u.a. Eine Selbstspiegelung des Poeten (1990), Das Testament des Orpheus (1990), Das Gefängnis (1992) und Hamlet-Monologe (2014).

1988 bis 2018: Diverse Veröffentlichungen in Anthologien und Literatur-Periodika.

Veröffentlichung der Textsammlungen Automatik (1991) sowie Gift und Lichter von Paris (beide 1993).

Seit 1992 erfolgreich als Komponist und Sänger seiner Projekte Syria und Borgia Disco sowie als Spoken Words-Artist im Rahmen zahlreicher Literatur-Vertonungen; Veröffentlichung von über 60 Alben, u.a. Ozymandias Of Egypt (1994), Marrakesh Night Market (1995), Antiphon (1996), A Gift From Culture (1996), Metroland (1999), Slow Night (2003), Sixties Alien Love Story (2010), American Gothic (2011), Flower Mercy Needle Chain (2011), Analog (2010), Apotheosis (2011), Tristana 9212 (2012), On Glass (2014), The Sound Of Snow (2015), American Life (2015), Cyberpunk (2016).

Rückkehr zur Literatur im Jahr 2013: Veröffentlichung der Theaterstücke Hamlet-Monologe und Macbeth-Monologe (beide 2015) und von Tristana – Eine Werkausgabe (2022), einer ersten umfangreichen Werkschau seiner experimentelleren Arbeiten.

2021 veröffentlicht Christian Dörge mehrere Kriminal-Romane und beginnt drei Roman-Serien: Die unheimlichen Fälle des Edgar Wallace, Ein Fall für Remigius Jungblut und Friesland.

2022 folgen zwei weitere Krimi-Serien: Noir-Krimis um den Frankenberger Privatdetektiv Lafayette Bismarck und München-Krimis mit Jack Kandlbinder, der in der bayrischen Landeshauptstadt die merkwürdigsten Verbrechen aufzuklären hat.

2023 erscheinen Dörges neuen Alben Kafkaland, Lycia, sich entfernen und Halbes Superego.

Website: https://www.christiandoerge.de/

Walter Pobaschnig _ 8.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„aufs Herz zu hören, Zuversicht und Hoffnung zu haben und Mut zum Handeln“ Karoline Hugler, Schriftstellerin _ Potsdam/D 1.6.2024

Liebe Karoline Hugler, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jetzt im Frühling und Sommer versuche ich, möglichst viele Mahlzeiten im Freien einzunehmen, auf dem Balkon oder im Garten. An manchen Tagen gibt es Theaterproben, an anderen schreibe ich und versuche, vor aller Organisationsarbeit, erst einmal etwas Kreatives zu machen, solange der Geist frisch ist. An den Nachmittagen unternehme ich etwas Schönes mit der Familie. Abends ist meist frei – oder Theatervorstellung.

Karoline Hugler _ Schriftstellerin, Regisseurin, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Menschlichkeit nicht zu verlieren, auch im Miteinander, auch im Kleinen. Den Blick auf die anderen nicht zu vergessen. Die wichtigen Werte im Leben… aufs Herz zu hören, Zuversicht und Hoffnung zu haben und Mut zum Handeln. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Kunst, zumal die Literatur, kann natürlich reflektieren, hinterfragen, was gerade alles so geschieht, Mut machen und vielleicht auch manches bewahren vor dem Vergessen. Vieles ändert sich so schnell. Auch neue Visionen durchspielen – wie Utopien –  oder warnen vor Gefahren, wie Dystopien. Die Kunst sollte sich nicht begrenzen lassen, sich frei behaupten und vor allem Kunst bleiben, unabhängig zwischen all den Einflüssen von Markt, künstlicher Intelligenz und drohenden Versuchen der Zensur.

Was liest Du derzeit?

»Boston« von Upton Sinclair. Über die beiden Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti und das große Unrecht, das ihnen widerfahren ist.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Sie werden nicht in Reih‘ und Glied marschieren

Nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt

Auf einem gottverlass′nen Feld erfrieren

Während ihr euch in weiche Kissen setzt!

Die Kinder schützen vor allen Gefahren

Ist doch meine verdammte Vaterpflicht

Und das heißt auch, sie vor euch zu bewahren!

Nein, meine Söhne geb′ ich nicht –

Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!“

von Reinhard Mey aus dem Lied »Nein, meine Söhne geb’ ich nicht« – unbedingt auch das ganze Lied.

Vielen Dank für das Interview, liebe Karoline, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Karoline Hugler _ Schriftstellerin, Regisseurin, Schauspielerin

Zur Person_ Karoline Hugler wurde 1980 in Neuruppin geboren und ist in Potsdam aufgewachsen. Früh begann ihre Leidenschaft für das Geschichtenerzählen. Als Jugendliche erhielt sie mehrfach den Voltaire-Jugendliteraturpreis, war als Nachwuchsautorin in der Master School Drehbuch und ließ sich zur Schauspielerin ausbilden, um auch noch selber in Geschichten und Figuren zu schlüpfen. Nach verschiedenen Theater – und Filmprojekten hat sie seit 2013 gemeinsam mit dem Regisseur und Autor Julian Tyrasa die künstlerische Leitung des Theaters Comédie Soleil in Werder (Havel), wo sie auch als Schauspielerin und Regisseurin tätig ist und eigene Theaterstücke entwickelt. Sie lebt im Umland von Potsdam.

Aktueller Roman von Karoline Hugler „Meer von Sonnenblumen“

„Max, ein Waisenjunge, der durch den Krieg seine Eltern verloren hat, und der Deserteur Marius, der diesen Krieg verweigert, treffen in einem Zirkus aufeinander. Während der eine davon träumt, Clown zu werden, muss der andere es notgedrungen sein,

um sich zu verstecken. Aus den erzwungenen Gefährten entsteht eine Solidargemeinschaft und wird zur Freundschaft – doch die Bedrohungen von Außen bleiben nicht aus. Marius’ Verfolger sind ihm auf der Spur.

Angesiedelt ist die Geschichte im Zweiten Weltkrieg, doch sie könnte zu jederzeit passieren. Es ist eine Geschichte um Mut und Menschlichkeit, die in ihrer Zeitlosigkeit aktueller denn je ist.

Meer von Sonnenblumen ist gerade vor dem traurigen Hintergrund des Krieges doch ein Buch mit einer unbedingt positiven Haltung – über die Kraft der Liebe zum Leben und zur Freiheit, über Mut, Freundschaft und das Verfolgen seiner Träume – schließlich schafft Max es, seinen Traum zu leben und Clown zu werden.

Es ist ein spannendes, berührendes Buch, das ermutigt, für sich selbst und seine eigenen Überzeugungen einzustehen. Ein Buch für alle – Erwachsene und Kinder – ab 10 Jahre. Für alle, die sich Frieden wünschen.“ (Pressetext, Erzählverlag)

Karoline Hugler zu Ihrem Buch: „Die Ursprungsidee zu dieser Geschichte hatte ich schon mit 17 Jahren. Von da an hat sie mich immer wieder beschäftigt. Die Figuren waren einfach da, wurden Vertraute und ließen mich nicht los. Ihre Geschichte wollte erzählt werden. Über die Jahre habe ich sie immer wieder überarbeitet und weiter entwickelt. Dass sie genau jetzt als Buch erscheint, ist natürliche eine Aussage in dieser Zeit, verbunden mit dem großen Wunsch nach Frieden für die Welt. Das Meer der Sonnenblumen steht dabei für mich für die Lebensfreude. Marius entscheidet sich mit seinem Sprung in das Sonnenblumenfeld für das Leben!“

Über die Illustratorin des Umschlags:

Die Umschlagillustration stammt von der ukrainischen Künstlerin Maryna Hromenko, die in Berlin lebt. Sie war in ihrem Heimatland Ukraine ein Popstar, die für ihren gewagten Einsatz von Farben und unkonventioneller Kleidung bekannt wurde. Maryna Hromenko wurde 1974 in Riga, Lettland, geboren und besuchte das Studio für Bildende Kunst und Zeichnung (1984-1993) und die Designschule (1992-1993) in Kiew. Sie studierte an der Nationalen Universität für Bildende Kunst in Kiew (2003-2008) bei dem Monumentalkünstler und Philosophen Prof. Y.G. Lehenkyi. Die Werke von Maryna Hromenko befinden sich im Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie sowie in privaten Sammlungen in der Ukraine, Russland, Israel, Deutschland und den USA.

Karoline Hugler, Meer von Sonnenblumen

84 Seiten, 13,5 x 21,5 cm,

Hardcover mit Schutzumschlag, Fadenheftung

Der Erzählverlag 2024

ISBN 978-3-947831-97-5

18,00 €

Termine: Die Autorin liest am Sonntag, den 9. Juni 2024 um 17:30 Uhr aus Anlass des Berliner Bücherfestes auf dem Bebelplatz Berlin-Mitte aus ihrem bewegenden Buch.

Über den Verlag:

Der Erzählverlag ist Teil der Literaturstadt Berlin, eine Initiative der Berliner Literaturkonferenz, deren Mitglieder sich für eine gerechte Förderpolitik und gute Rahmenbedingungen für die Produktion und Präsentation von Literatur in der Stadt einsetzen. Sie finden den Verlag beim Berliner Bücherfest vom 8./9. Juni 2024 am Stand D8 auf dem Bebelplatz.

Der Erzählverlag ist eine publizistische Plattform für alle Menschen, die das freie mündliche Erzählen als eine Methode der Begegnung und des Austausches von Erfahrungen und Erlebnissen zu befördern suchen. Unser Ziel ist die Stärkung der Erzählkultur sowie die Förderung der Erzählkunst in ihren beruflichen Anwendungsgebieten. Wir verstehen uns damit als Teil einer Alternativkultur zur überbordenden Digitalisierung menschlichen Lebens – für alle, die etwas zu sagen haben: in Kindergarten und Schule, in Beruf und Therapie, auf der Bühne oder zu Hause zwischen den Generationen.

Kontakt:

E-Mail: kontakt@erzaehlverlag.de

Ansprechpartner: Herr Peter Amsler

Foto Portrait_ Hannes Caspar

Walter Pobaschnig _ 21.5.2024

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