Lieber Björn Hayer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Schreiben und lesen, um nicht wahnsinnig zu werden. Wachsein in der Nacht, um nicht der Finsternis einer zunehmend beklemmenden Welt zu erliegen. Eremitisch sein, bis mich die Welt wieder hinausdrängt, hinein in das Theater, den irgendwie letztem Wort, wo man im Schein noch Wahres findet
Björn Hayer,Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ein Gewissen zu haben und uns daran erinnern, dass wir Menschen sind. Wir glauben zu oft, dass uns die Moral an die Spitze der Schöpfung stellt und zur Abgrenzung dient. Dies ist ein Trugschluss. Moral befähigt uns dazu, uns mit allen Wesen verbunden zu sehen. Sie befähigt uns dazu, Gutes tun zu können. Dessen sollten wir uns gewahr werden, wenn wir all die Kriege auf dieser Welt in den Blick nehmen, sowohl die offensichtlichen zwischen Menschen und den Konstruktionen von Nation, als auch die versteckten, barbarischen zwischen den Spezies, also zwischen Mensch und Tier
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Zunächst stellt die Kunst das Medium der Utopie dar. Sie kann aufbrechen in unbekannte Gefilde und uns, wie Bloch schreibt, einen Vorschein des Noch-Nicht-Gewordenen vermitteln. Jenseits von sicherlich angebrachten Dystopien, die wir in den vergangenen Jahren zur Genüge gelesen und gesehen haben, würde ich mir noch mehr von diesem Möglichkeitssinn wünschen. Soweit zum Zweckoptimismus.
Was Kunst jedoch auch vermag, ist zu verhindern, dass wir leer und stumm werden. Man verkommt in dieser Katastrophenmeldungsflut und verlernt, wahres Gefühl zu erleben. Dieses kann uns berührende Kunst wiedergeben, in Emotionen wie Traurigkeit genauso wie großer Freude. Sie bietet Möglichkeiten intensiven Erlebens, was zugleich all das so nötige trostspendende Potenzial von Literatur, Theater, Kino, Musik und Malerei freisetzt
Was liest Du derzeit?
Ganz viel Marguerite Duras für ein Auftragsbuch. Und damit ganz viel Liebe mitsamt ihrer sinneserweiternden und selbstzerstörerischen Sprengkraft
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Dieses kurze Gedicht von Rilke:
Bist du so müd? Ich will dich leise leiten
aus diesem Lärm, der längst auch mich verdroß.
Wir werden wund im Zwange dieser Zeiten.
Schau, hinterm Wald, in dem wir schauernd schreiten,
harrt schon der Abend wie ein helles Schloß.
Komm du mit mir. Es soll kein Morgen wissen,
und deiner Schönheit lauscht kein Licht im Haus …
Dein Duft geht wie ein Frühling durch die Kissen:
Der Tag hat alle Träume mir zerrissen, –
du, winde wieder einen Kranz daraus.
Vielen Dank für das Interview, lieber Björn, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Björn Hayer,Schriftsteller
5 Fragen an Künstler*innen:
Björn Hayer,Schriftsteller
Zur Person _ Björn Hayer schreibt Lyrik, Essays und Prosa, zudem ist der 1987 in Mannheim geborene und habilitierte Germanist als Literatur- und Theaterkritiker tätig.
Geboren 1975, lebt als freischaffender Musiker in Wien. Seit 1998 Beschäftigung mit elektronischer Musik. 1999 veröffentlicht er auf den neuen Labels „Morr Music“ und „charhizma“ sein Debut „pop loops for breakfast“. Es folgen weltweit etliche weitere Veröffentlichungen auf internationalen Labels. Für „Welcome Tourist“ erhielt er 2003 den „Qwartz Electronic Music Award“ in der Kategorie bestes Album. 2008 erscheint „Angst Is Not A Weltanschauung“ – ein Album, das von MICA – music austria unter den Top Ten Records aus Österreich in der Dekade 2000–2010 gelistet wird. 2018 erscheint das Album „Stop Making Fans“ auf Morr Music, 2022 das Album „Music For Shared Rooms“ mit ausgewählten Stücken von Theater und Filmmusik. Konzerte und Tourneen fanden in den letzten Jahren weltweit statt. Neben seiner Tätigkeit als Musiker und Remixer ist b. fleischmann auch als DJ und Produzenttätig.
Seit 2001 arbeitet b. fleischmann auch regelmäßig an Theater – und Filmmusik im In- und Ausland.
Für die Filmmusik zu Katharina Mücksteins Film „L´Animale“ erhielt b. fleischmann 2019 den Österreichischen Filmpreis in der Kategorie „Beste Filmmusik“, sowie den „Award For Best Original Score“ beim französischen „Festival De Cinema Europeen Des Arcs“.
2003 den den Qwartz Electronic Music Award (Frankreich) für das beste Album „Welcome Tourist“
Weitere Infos zu Veröffentlichungen, Film und Theater Projekten:
Liebe Christina Zauner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Auf Tour beginnt mein Tag meistens mit der Suche nach gutem Kaffee. Ich versuche all die Orte an die ich reise, hauptsächlich zu Fuß zu erkunden. Mein Alltag variiert zwischen 4 unterschiedlichen Möglichkeiten. Entweder gibt es abends eine Vorstellung, 8 Stunden Training oder Proben, ein Reisetag oder ein „Day off“.
Mein Beruf verlangt sehr viel Flexibilität, ich reise mit einem 23kg Koffer der Kleidung für alle Jahreszeiten enthält. Somit ist verändern sich meine Tagesabläufe sehr häufig. Routine ist selten vorhanden.
Christina Zauner: Tänzerin, Akrobatin, Choreographin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Liebe, Offenheit, alte Gewohnheiten loslassen, um Raum für Neues zu schaffen und zuhören, besonders den Menschen, die oft nicht die Möglichkeit bekommen, verstanden zu werden.
Vertrauen und Körperkontakt sind ein sehr wichtiger und präsenter Teil meines Berufs. Wir schmeißen unsere Körper aneinander, übereinander, werden aus mehreren Metern in der Luft aufgefangen. Oft werden wir nach Vorstellungen gefragt, wie lange es dauert, dieses Vertrauen aufzubauen. Sicher zu sein, dass ich gefangen werde und nicht am Boden lande. Im Zirkus ist Vertrauen selbstverständlich, es ist von Anfang an da, bis das Gegenteil bewiesen wird. Es ist menschlich Fehler zu machen und manchmal passieren Unfälle, jemand verletzt sich. Trotzdem ist es so unglaublich einfach, zu verzeihen und wieder zu vertrauen. Ich würde mir wünschen, auch abseits der Bühne und außerhalb meines Berufs mehr Vertrauen und Verständnis zu spüren.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Kunst gibt mir die Möglichkeit, dem häufig turbulenten Alltag zu entfliehen. Sie ermöglicht mir, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und ohne zu bewerten, wohin meine Fantasie wandert. Niemand kann darüber entscheiden, welche Reaktionen Kunst in uns auslösen kann und wird. Ich genieße es von Emotionen überrumpelt zu werden, die Kunst in mir hervorruft.
Sie kann neue Denkanstöße erzeugen, dabei helfen Situationen aus einer anderen Sichtweise zu betrachten.
Sie kann Achtsamkeit wecken, kritisieren und Probleme in unserer Gesellschaft aufzeigen und gleichzeitig Raum für Emotionen, Erleichterung und Freude schaffen.
Was liest Du derzeit?
Männer töten – Eva Reisinger
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
NIPSILD – ein Wort das mich dank meines Vaters mein Leben lang begleitet.
„Nicht in Problemen sondern in Lösungen denken.“
Christina Zauner: Tänzerin, Akrobatin, Choreographin
Vielen Dank für das Interview, liebe Christina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanz-, Akrobatik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler:innen:
Christina Zauner: Tänzerin, Akrobatin, Choreographin
Zur Person _Christina Zauner: Tänzerin, Akrobatin, Choreographin Christina wurde 1995 in Oberösterreich geboren. Sie verspürte schon sehr früh ihre große Leidenschaft zum Tanz und Akrobatik, die sie bis zum heutigen Tag schon auf einige der größten internationalen Bühnen und vor die TV- und Film- Kamera gebracht hat. 2014 schloss sie ihre Ausbildung am MUK in Wien ab.
Zusätzlich erlernte sie die Kunst der Luftakrobatik in den Bereichen Aerial Straps, Bungee, Vertical Dance, Aerial Hoop. Diese Aerial Kenntnisse führten sie bereits als „Stunt Double“ in die Wiener Staatsoper, zu den Thunerseespiele als „Victoria“ im Musical „Cats“ uvm. Vor der Kamera war sie unter anderem beim Eurovision Songcontest, der „Helene Fischer Show“ und auf der Kinoleinwand im Film „Im weißen Rössl“ und „Zauberer“ zu sehen.
In den folgenden Jahren war sie mit der irischen Kompanie „Fidget Feet“ auf Tour und als Artistin und Choreographin im Krystallpalast Leipzig tätig. Seit 2021 ist sie Teil des Ensembles der australischen Contemporary Circus Company „CIRCA“. Seitdem tourt sie mit Shows wie u.a. „Humans“, „Humans 2.0“, „Sacre“, „Peepshow“ durch die Welt.
Im Jänner 2024 hatte sie gemeinsam mit Circa und Opera Australia ihr Debut als Circus Artist im Sydney Opera House in „Orpheus & Eurydice“.
In Österreich wird Christina mit einer neuen Show namens „Urlicht Primal Light“ von Circa gemeinsam mit Musicbanda Franui, am 6. April in Bad Ischl zu sehen sein.
Darauf folgt eine kurze Spielzeit an der Wiener Staatsoper in „The Tempest“, bevor sie wieder auf Tour geht.
Fotos_ 1 Marlon H.; David Kelly 2 & 6; Jean-Francois Savaria: 3&5 Jean-Francois Savaria; 4 & 9; Cliff Kapitals; 7 Keith Saunders; 8 Bernhard Wolf.
Liebe Katrin Koch, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?
Ich bin kein Morgenmensch, daher brauche ich länger, bis ich aus dem Bett komme, die Schlummertaste beim Wecker kommt schon öfter zum Einsatz. Morgens trinke ich dann erstmal viel Leitungswasser, dann gibt es täglich frisch gepressten Gemüse/Obstsaft das gibt mir viel Energie. Danach bearbeite ich Organisatorisches das ansteht, Mails beantworten, Anrufe, Termine planen, etc. Neben meiner Gesangstätigkeit unterrichte ich auch, somit gibt es auch immer etwas für den Unterricht für meine GesangsschülerInnen vorzubereiten.
Katrin Koch, Sopranistin
Je nachdem, was gerade ansteht sind meine Tage dann eine Mischung aus sich um meine SchülerInnen kümmern, neue Lieder/Oratorien/Arien lernen und üben, Konzertprogramme konzipieren (mein Mann und ich haben einige Konzertformate entwickelt, in denen es mir wichtig war, herkömmliche Strukturen ein wenig aufzubrechen, die Menschen mehr in das Geschehen zum Beispiel eines Liederabends mit hineinzunehmen.
Wir spielen zum Beispiel eine szenische Schöne Müllerin mit Müllerin, die die Handlung durch andere Schubert Lieder ergänzt oder auch in den direkten Dialog mit dem Müllersgesellen tritt. Der Abend hat zwei mögliche Enden, das Publikum kann in der Pause abstimmen, wie es ausgeht. Selten hatte ich so aufmerksames Publikum in einem Liederabend, die Menschen sind ganz dabei und bilden sich eine Meinung, die sie in der Abstimmung kundtun können. Jedes Mal wieder, wenn wir die Müllerin spielen freue ich mich wahnsinnig, wenn ich mitbekomme, wie das Publikum in der Pause darüber diskutiert, wie es mit der Handlung weitergehen soll, dann habe ich das Gefühl ich habe meine Aufgabe erfüllt, die Musik ist bei den Menschen angekommen.)
Und um Essen und Haushalt muss sich natürlich auch gekümmert werden, das mache großteils ich aber mein Mann unterstützt mich sehr, wenn er merkt mein Tagesplan ist sehr dicht.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich glaube es wird immer wichtiger und unerlässlicher, dass jeder mehr zu sich kommt. Wir sind alle täglich umgeben von so vielen Ablenkungen, das Leben ist nicht mehr darauf ausgerichtet, dass man sich einfach mal hinsetzt und still wird. Aber erst wenn man still ist, kann man wirklich hören was im Inneren so vor sich geht, bekommt man eher mi, wenn man an einer Weggabelung kurz davor ist falsch abzubiegen oder dass man mitunter Lebenszeit damit verbracht hat sein Leben nicht so zu leben, wie es einem besser entsprechen würde. Ich habe den Eindruck bei vielen Menschen stauen sich durch die Schnelllebigkeit und Wuseligkeit unserer Zeit soviele Emotionen auf, die kaum noch bewältigt werden können, vielleicht ist es kein Wunder, dass es immer mehr Krieg gibt und dieser uns hier, wo wir leben immer näher zu kommen scheint. Ich muss oft an ein Zitat denken, das in letzter Zeit immer wieder aufgetaucht ist: „Stell dir vor es ist Krieg doch niemand geht hin“. Klingt so einfach, wäre es meiner Meinung nach letztendlich auch, wenn die Menschheit sich kollektiv für ein freies und friedliches Miteinander entscheiden würde. Aber so weit sind wir Menschen offensichtlich noch nicht.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Einen Teil der Antwort habe ich in der obigen Frage denke ich bereits vorweggenommen, des Weiteren bin ich überzeugt davon, dass man ohne Eigenverantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen es in Zukunft schwierig haben wird. Ich versuche mir Fragen zu stellen wie bin ich glücklich, bin ich zufrieden, was fehlt mir, um glücklich und zufrieden zu sein? Manchmal sind es Dinge oder Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann, dann arrangiere ich mich damit und versuche in jeder Situation das Positive daran für mich zu erkennen. Aber Vieles kann ich selber ändern und das mache ich dann im Rahmen meiner Möglichkeiten, auch wenn es nicht immer leicht ist. Ich sehe viele Menschen, die im Alltagstrott gefangen sind und von Wochenende zu Wochenende, von Urlaub zu Urlaub leben, und ich glaube die fehlende Freude im Alltag macht viele Menschen krank, ob mental oder physisch. Ich nehme mich auch gar nicht aus, auch ich ertappe mich immer wieder beim Jammern und in einer Unzufriedenheit. Und natürlich ist das beschämendes Jammern auf hohem Niveau, ich habe genug zum Essen, Anziehen und ein Dach über Kopf, eine wunderbare Beziehung und einen Beruf der auch Berufung ist. Genau das ist es auch was als Künstlerin und Sängerin für mich so wertvoll ist, ich kann mit ganz wenigen Mitteln Menschen zum Innehalten bewegen, zum Hören, und sie mit sich selbst und ihren Emotionen in Verbindung bringen. Das ist meiner Meinung nach das Wesen der Kunst, eine Innenschau, wenn man sie zulässt. Was spricht mich an, was macht es mit mir, was fühle ich, was gefällt mir, was finde ich furchtbar, und wichtig: warum? Die Kunst lässt einen über sich selbst lernen, meiner Meinung nach ist das die Voraussetzung, um besser mit sich und in Folge mit anderen klarzukommen.
Was liest du derzeit?
Vom Leben und anderen Zumutungen von Giovanni di Lorenzo
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?
„Die Musik steckt nicht in den Noten. Sondern in der Stille dazwischen.“ — Wolfgang Amadeus Mozart
Katrin Koch, Sopranistin
Vielen Dank für das Interview, liebe Katrin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler:innen:
Katrin Koch, Sopranistin
Zur Person _ die österreichische Sopranistin Katrin Koch stammt ursprünglich aus Kärnten, wo ihre musikalische Begabung bereits früh erkannt und gefördert wurde. So erhielt sie Unterricht in Klavier, Querflöte und Orgel und war seit frühester Kindheit Mitglied in diversen Chören und Ensembles sowie einige Jahre Organistin in ihrer Heimatpfarre Reichenfels im Lavanttal. Ihre Gesangsausbildung erhielt sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei KS Adele Haas, Adelheid Hornich und Margit Klaushofer, sowie an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien bei Angelika Kirchschlager, Birgid Steinberger und Uta Schwabe. Diverse Meisterkurse, wie zum Beispiel bei Helmut Deutsch, Robert Holl, Roger Vignoles, Fiorenza Cossotto, Robert Barefield, Beverly Blankenship, Eiddwen Harrhy, Michael Chance, Andrew King, Irina Gavrilovici u.a. komplementieren ihre künstlerische Ausbildung.
Katrin Koch ist Solistin bei zahlreichen renommierten Festivals und Aufführungsstätten wie zum Beispiel Oper im Steinbruch St. Margarethen, Wiener Musikverein, Wiener Konzerthaus, MuTh Wien, Brucknerhaus Linz, Musikwochen Millstatt, Kammermusikfest Lockenhaus, Liszt Festival Raiding, Carinthischer Sommer Ossiach, Styriarte, Wiener Stephansdom, St.Pauler Kultursommer, Kulturfabrik Hainburg etc. Zusammenarbeit mit Künstlerpersönlichkeiten wie Zubin Mehta, Jordi Savall, Martin Haselböck, Kristjan Järvi, Andrés Oroczo-Estrada, Anja Bihlmaier, Karsten Januschke, Alma Deutscher, Philipp Himmelmann und Philippe Arlaud.
Darüberhinaus bildet Katrin Koch gemeinsam mit ihrem Mann Christian Koch die Formation KOCHkunst, wo eigene innovative Projekte künstlerisch hochwertig umgesetzt werden.
Der Abend beginnt, das zahlreich erschiene Publikum betritt den Saal…
Und da ist Hamlet – seine Paraderolle – doch nun trägt dieser einen Affenkopf und begrüßt das eintreffende Publikum servierend…
und betritt die Bühne…
Dann fällt die Maske, die Musik setzt ein und ein Leben beginnt zu erzählen…das andere und das eigene, gesellschaftliche…der Künstler, der Affe, der Sohn, der Vater auf der Suche nach Wahrheit, Leidenschaft, nach Kunst und Weg…
Oskar Werner, der früh verstorbene österreichische Theater-, Film-, und Weltstar, ist Ausgangspunkt eines begeisternden variantenreichen wie pointierten Bühnenabend in Text, Performance und Musik, in dem die Frage von Kunst und Wahrhaftigkeit, Ruhm und Leben, Öffentlichkeit und Einsamkeit beispielhaft im Mittelpunkt steht.
Es ist ein Abend, der einerseits Leben und Werk Oskar Werners in aller Genialität wie menschlicher Brüchigkeit beeindruckend wie erschütternd in Textzitaten und biographischen Bezügen szenisch öffnet und dabei die Themen Existenz, Verzweiflung zur Sprache, zur Explosion und zur Scham, Stille und Ansprache kommen lässt, dass in Momenten im bis auf den letzten Platz gefüllten Theaterraum der Fall einer Stecknadel zu hören wäre. Dies ist einer hervorragenden Schauspiel-, Regie-, Musik-, inszenierung und -darstellung zuzuschreiben, die in allem überzeugt.
Ebenso wird das Thema Gesellschaft, Beruf und Alkohol in dessen dramatischen verhängnisvollen Glorifizierungen offengelegt wie auch kritisch auf Wege der Sozialisation verweisen. Dies geschieht in persönlichen Erzählungen wie Musikbeispielen und ist szenisch stimmig wie aussagekräftig. Es hinterlässt Eindruck wie zu spüren ist.
Es ist immer ein mutiger Kunstgriff sich der Kultperson Oskar Werner in aller Ambivalenz anzunähern und dies auf einen Bühnenabend zu verdichten. Das gewählte Konzept im inneren Monolog wie dialogischem Selbst-, und Welttransfer zum Thema Leben, Kunst, Gesellschaft und Sucht ist hervorragend durchdacht, konzipiert und funktioniert begeisternd.
Es ist ein Abend in höchster Schauspiel-, Musik- und Regiekunst, in dem Text, Musik, Szene großartig ineinander greifen und dieser Funke springt in Esprit und Aussage zum Publikum, welches in großer Aufmerksamkeit und Ergriffenheit folgt, sehr gelungen über! Und so wird es eine kompromisslose hommage an den Menschen an sich, wie auch an ein Land und dessen gesellschaftliche Traditionen, in aller konsequenten wie verzweifelten und scheiternden Suche nach Sinn und Leben, nach Wahrheit, zu dieser wohl Oskar Werner selbst applaudiert hätte wie es das Publikum im vollbesetzten Saal langanhaltend tat.
„Eine wunderbar abgestimmte wie tiefgehende Hommage an den österreichischen Superstar Oskar Werner!“
Oskar Werner Kompromisslos in die Wiedergeburt
Kulturraum Spitzer/Premiere 19.1.2024 20h
Sophie Resch: Regie/Text
Bernhard Dechant: Text/Darstellung/Regie
Stefan Sterzinger: Musik
Theaterverein Odeon Kulturraum Spitzer Taborstraße 10, 1020 Wien
Liebe Victoria Kropfitsch, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesablauf beginnt mit einer Tasse Matcha, denn Matcha ist nicht nur gesund, sondern regt auch den Geist besser als Kaffee an.Nach meinem Matcha nehme ich eine warme Dusche und mache meine Hautpflege, um mich auf meinen Arbeitstag als professionelles Model vorzubereiten.
Victoria Kropfitsch (Amerson), Musikerin, Designerin, Model
Dann esse ich mit meinem Sohn ein gesundes Frühstück und bringe ihn in den Kindergarten.Auf dem Rückweg genieße ich den Spaziergang an der frischen Luft und in der Straßenbahn nach Hause beantworte und schreibe ich meine E-Mails.
Wenn ich zurückkomme, habe ich entweder Probe für mein Musikstudium als professionelle Bratschistin, oder ich bereite meinen Koffer mit Outfits für ein Shooting vor.
Nach meinen 5 Stunden Shooting/Reisen oder Üben verbringe ich den Abend mit meinem Sohn und denke/plane neue Designs und Ideen.
Ich trinke noch einen Matcha, bevor ich gegen 22 Uhr einschlafe.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Die wichtigsten Aspekte des Lebens sind Kreativität, Erleben und Liebe. Wir dürfen uns nicht so sehr auf materielle Dinge konzentrieren, sondern sollten uns stattdessen darauf Wert legen, im Leben mehr Erfahrungen zu sammeln.
Wir müssen lernen, in jeder Hinsicht zu lieben, nicht nur in romantischer Hinsicht, sondern aus Liebe zum Leben. Der Mensch ist die einzige Spezies, die wirklich lieben kann. Wenn wir nicht lieben, verlieren wir unsere menschliche Würde.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Musik und Kunst haben Ewigkeit über Gesellschaften hindurch und hinweg und doch spiegeln sie Mensch, Zeit, Geschichte wider. Kunst selbst ist zeitlos und doch wie ein Schlüssel zum Verständnis der Geschichte. Die Kunst der Zeit kann von Generation zu Generation neu verstanden, interpretiert werden.
Was liest Du derzeit?
Zurzeit lese ich etwas über das asiatische Erbe, um mehr über die Schwierigkeiten zu erfahren, die meine Mutter hatte, als sie 1975 aus Vietnam in die Vereinigten Staaten kam. Das Buch heißt Shanghai girls und ist eine hervorragende Beschreibung der harten Realität der Einwanderung in der ersten Hälfte des Jahrhunderts.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„In einer Welt der K., sei eine Audrey“.
Vielen Dank für das Interview, liebe Victoria, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Victoria Kropfitsch, Musikerin, Designerin, Model
Zur Person _ Victoria Kropfitsch (Amerson) (26) ist für ihre vielen künstlerischen Talente bekannt. Sie verfolgt eine Karriere als professionelle Bratschistin, nachdem sie 16 Jahre lang studiert und international aufgetreten ist.
Seit 2019 hat sie außerdem ihre eigene Marke „Victoria K. Designs“ gegründet. Alle Designs werden von der Schneidermeisterin selbst handgefertigt. Victoria arbeitet außerdem als Wiens beliebtestes Model und hat mit vielen großen Wiener Fotografen zusammengearbeitet. Victoria wird in vielen internationalen Magazinen veröffentlicht und von bekannten Künstlern für Ausstellungen gezeichnet.
Victoria trägt den Titel Miss Europe Continental Austria sowie Miss Woman Vienna Austria und Miss Elite Global USA. Victoria engagiert sich im Kiwanis Club und ist eine große Unterstützerin von Animal Care Austria.
Interviewzum Tod von Helena Adler_Marlen Schachinger, Schriftstellerin
+ 5.1.2024 „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg (Stephanie Helena Prähauser *1983)
+ 5.1.2024 „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg (Stephanie Helena Prähauser *1983)
Liebe Marlen Schachinger, wann, wie begegnete Dir der erste Text von Helena Adler und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?
»Home Sweet Home
Nehmen Sie ein Gemälde von Pieter Bruegel. Nun animieren Sie es.
Wir essen schwarze Regensuppe zum Nachtmahl.«
(Aus: Die Infantin trägt den Scheitel links.}
Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?
Ein aufmerksames Ohr. Überraschende Wendungen wie diese, bei der Sätze sich voneinander abstoßen: »›Scham ist nicht dasselbe wie Reue‹, versichert sie, während sie die Kartoffeln schält, und bereut nichts. Dann kerbt sie Unmengen an Butterschmalz aus dem Plastikbecher […].« Aus: Die Infantin trägt den Scheitel links.
Sie fesseln in ihrer Härte, aber manchmal fragt man sich leise, ob sie auch erzählerische Gerechtigkeit kennen werden.
Helena Adler: »Mit den Menschen in meiner Heimat hadere ich häufig. Ihre Borniertheit widert mich an, mich ekelt’s, wenn jemand über Bettler lästert, da gelüstet es mich, tätlich zu werden, und wenn ich schon keine Gnackwatschen austeilen darf, dann mache ich das halt zumindest auf dem Papier. Auf die hinlangen, die glauben, dass niemand zu ihnen hinreicht.« (Aus: „Jetzt ist es mir todernst“. Helena Adler im Interview mit Anton Thuswaldner. In: Volltext, 02.02.2023.)
Literatur öffne Räume, sie sei nie abgeschlossen, immer in Bewegung. (Ausnahmegespräche: Helena Adler mit „Die Infantin trägt den Scheitel links“. Helena Adler im Gespräch mit Katja Gasser. Österreichischer Hauptverband des Buchhandels. 16.04.2020.)
Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?
Mutig, sich nicht davor scheuend, darüber zu schreiben, was sie wahrnimmt: »[…] ich lass es gern krachen. Da muss man lediglich die Augen und Ohren offen und den Schreibblock gezückt halten, sich vielleicht noch in den Zug von Graz nach Salzburg setzen, schon wird man Zeuge der perfidesten menschlichen Abgründe. So musste ich vor ein paar Tagen mitanhören, wie sich eine ältere Dame, fein herausgeputzt, über einen Bettler entrüstete, weil dieser vor dem Eingang von Swarovski lag. Sie meuterte darüber, dass nicht einmal die Stadt Graz imstande wäre, solche Unannehmlichkeiten zu beseitigen, da es sich um einen öffentlichen Platz handle. Dann fragte sie ungeniert: „Wie komme ich dazu, dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, nur weil ich zum Swarovski gehe und dieses Geschöpf mitansehen muss? Wie komme ich dazu?“ Das wird ein neuer Text, sag ich Ihnen, solche Dinge gehören gehört. Und es ist mir ein Fest, unter die schweren Barockkittel unserer Provinzstadt zu spechteln und die Dynamitschnüre zu zünden, die da aus allen engen Winkeln hervorlugen und aus Nobelnischen und Rosettenfenstern heraushängen.« (Aus: „Jetzt ist es mir todernst“. Helena Adler im Interview mit Anton Thuswaldner. In: Volltext, 02.02.2023.)
Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?
Was bleibt, wird die Zeit weisen. Es liegt in der Verantwortung der Lebenden. Und des Verlages. Hoffen wir also … Hoffen wir, dass insbesondere der Mut, zu schreiben, was eine schreiben will, weitere ansteckt und sich in Verlagen Raum findet, wie auch immer geartet sein mag, was dabei entsteht.
Helena Adler: »Ich träume von einem Elfenbeinturm ganz für mich allein, wo kein Schwein anklopft, sondern wo ich enthoben von der Realität über den Wolken sitzen und an meinen Geschichten weiterspinnen kann.«
(Aus: „Die Türen sind Eingänge in mein tiefstes Unterbewusstsein“ Helena Adler im Wohngespräch mit Wojciech Czaja. In: Der Standard, 13.07.2020.)
Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?
»Ich mache nichts weiter, als meinen Alltag zu dokumentieren. Ich gebe meine Wahrnehmung wieder, die ja wiederum auch nicht die Wahrheit ist, aber ein großes Stück weit halt meine Wahrheit.«(Aus: „Jetzt ist es mir todernst“. Helena Adler im Interview mit Anton Thuswaldner. In: Volltext, 02.02.2023.)
Herzlichen Dank für das Interview, liebe Marlen!
Marlen Schachinger, Schriftstellerin
Zur Person _Marlen Schachinger, Schriftstellerin
Geb. 1970 in OÖ, lebt, liebt und arbeitet als freiberufliche Literatin, Regisseurin, Übersetzerin, Dozentin für Literarisches Schreiben & Poetik, Regisseurin und Verlegerin. Zahlreiche Publikationen, zuletzt »Erkenntnis kommt in blauer Stunde«, »Perfekt« (2023), »Wort an Wort: Berührung« (2022), »Fragmente: Die Zeit danach« (2021), »Kosovarische Korrekturen« … Filmische Arbeiten und Hörbücher: »Selbstlaut« (2023), »Schatten & Licht« (2021), »Arbeit statt Almosen« (2020) Zahlreiche Literaturpreise und -stipendien – zuletzt: 2021 Stadtschreiberin Magdeburg, BMEIA Internationale Literaturdialoge 2019 Welser Stadtschreiberin, Seume-Literaturpreis … (www.marlen.schachinger.com)
Liebe Sandra Schößler, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Das Home Office hat dankenswerterweise mehr Flexibilität in den Alltag gebracht. Wenn mich heute der Wecker um 6:30 in den Tag reißt, so kann ich immer noch eine Stunde in Gedanken verbringen, bevor mich um 9 Uhr das erste Online-Meeting erwartet.
Sandra Schößler, Schriftstellerin
Ansonsten bewährt es sich aber für mich, den Brotjob von der künstlerischen Arbeit zu trennen. Ich schaffe lieber Freiräume nach dem „Nine to Five“, in denen die Notizen und Fragmente verarbeitet werden, die sich in kleinen Heftchen angesammelt haben. Diese Büchlein trage ich immer bei mir, um Gedanken aufzuschreiben, Inspiration kann dabei aus vielen Quellen kommen, eine Alltagsbeobachtung, ein Dialog, ein Kunstwerk. Zusätzlich fotografiere ich gerne, die Vogelperspektive finde ich dabei besonders spannend, eröffnet sie doch neue Blickwinkel auf vermeintlich Altbekanntes. Ein Auf-Abstand-Gehen ermöglicht so oft neue Einblicke.
Meine Lieblingszeit zu schreiben ist der Abend, auch weil er eine andere Qualität an Emotionen hervorruft, die in Worte gegossen werden wollen.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Den Blick auf das Positive nicht zu verlieren. Wir leben in dieser Post-Wohlstands-es-geht-uns-gut- und Bei-uns-ist-Frieden-Zeit. Auch wenn wir nur in Ausläufern (Inflation, Gaspreise etc.) von den aktuellen Kriegen betroffen sind, spielen diese sich dennoch vor unserer digitalen Haustüre ab. Wir haben uns an einen Lebensstandard gewöhnt, von dem wir ahnen, dass er auf die Dauer weder leistbar bleiben noch einer immer größer werdenden Zahl von Menschen zur Verfügung stehen wird. Stattdessen erleben wir tagtäglich das Leid so vieler Menschen hautnah mit. Die Unmittelbarkeit durch die digitalen Medien lässt Grenzen geografischer Entfernung verschwinden und die Schicksale näher rücken, als sie es vielleicht noch auf den Fernsehschirmen in den 80er Jahren konnten.
Nicht an der Welt und den scheinbar ewig wiederkehrenden Schwächen der Menschen zu verzweifeln oder auch zynisch zu werden – das ist für uns alle wichtig.
Eine Gesellschaft kann sich nur verbessern, wenn wir unseren Beitrag leisten, und sei es nur durch eine optimistische Einstellung und das Vertrauen, dass der Mensch aus seiner Geschichte lernen kann – möge es auch im großen Rahmen der gesellschaftlichen Veränderung unseren eigenen Lebenshorizont überdauern. Im Mikrokosmos unseres eigenen Lebens können wir jedoch Veränderung schaffen durch Achtsamkeit und rücksichtsvollen Umgang miteinander. Wenn es um zwischenmenschliche Verantwortung geht, hat Social Media mehr Distanz durch Unverbindlichkeit geschaffen. Wenn es unbequem wird, wird schnell geghostet und die nächste Bekanntschaft ist nur einen Friend Request entfernt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Die Kunst kann Blickwinkel eröffnen, die der rationalen Herangehensweise verschlossen bleiben. Der Mensch als fühlendes Wesen ist aufgerufen, neue Töne zu erschaffen, ob diese nun laut und rebellisch oder leise und im Hintergrund wirken.
Kunst weckt Emotionen und stellt somit Verbindung zwischen Menschen her, auch wenn ihr Erleben zutiefst subjektiv ist. Dort wo wir die Sinnhaftigkeit unserer Existenz hinterfragen, kann die Kunst aus meiner Sicht, Menschen ein besseres Angebot machen als Religionen und spirituellen Lehren mit ihrem Absolutheitsanspruch.
Nur der Kunst gelingt es, die Komplexität unseres Miteinanders in neuen Kontext zu setzen. Wo wir Menschen uns nach einfachen Antworten sehnen, nach der Einteilung der Welt in Gut und Böse, schafft die Kunst Raum für reiche Zwischentöne.
Und immer wieder gerne zwischendurch Gedichte von Alexander Peer, z.B. „Der Klang der stummen Verhältnisse“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ich mag das Zitat von Max Reinhardt „Nicht Verstellung ist die Aufgabe des Schauspielers, sondern Enthüllung.“
Ich denke, diese Aussage trifft für alle Kunstschaffenden zu, vielleicht sogar für alle Menschen, zumindest jene, die sich auf die Suche begeben. Nur wenn ich mich mit meinem authentisches Selbst auseinandersetze, kann etwas entstehen, dessen Ergebnis mich am Ende des Tages vielleicht selbst überrascht.
Sandra Schößler, Schriftstellerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Sandra, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler:innen:
Sandra Schößler, Schriftstellerin
Zur Person _ Sandra Schößler, Schreibende. Geboren 1972 in Wien. Sie studierte Psychologie und Wirtschaft in Wien und London. Lebte vier Jahre in Hamburg und arbeitet als UX Designerin in einer Digitalagentur in Wien.
In ihrer Freizeit schreibt sie Gedichte und arbeitet an einem Roman.
Zur Person _ 1992 in eine Theaterfamilie hineingeboren, war Theresa Mikesch schon mit einem halben Jahr das erste Mal auf der Bühne. Das „Theater im Neukloster“ in Wiener Neustadt wurde 1978 von ihrem Großvater Harald Scherz gegründet und bringt mittlerweile 4 bis 5 Produktionen jährlich auf die Bühne. Sie selbst zeigte ab der Pubertät mehr Interesse für den Sport als für das Theater und distanzierte sich weitgehendst von der Idee schauspielerisch tätig zu sein. Sie studierte Deutsche Philologie an der Universität Wien, absolvierte das Masterstudium mit dem Schwerpunkt Kunst und Kultur und machte die Unternehmerprüfung. Das künstlerische Comeback und die plötzlich tiefsitzende Leidenschaft für das Theater kam 2022 mit dem erneuten Einstieg in das „Theater im Neukloster“, wo sie Teile der Öffentlichkeitsarbeit übernahm und der Teilnahme an einer Fashion Show, die ihr die nötige Aufmerksamkeit schenkte. Es folgten Modeljobs und zahlreiche Auftritte neben ihrem Hauptberuf als Zielgruppenmanagerin (Marketing & PR) der Wiener Neustädter Sparkasse.
„Bei Anruf Mord“ Theater Center Forum _ Wien _ Regie: Christoph Prückner Mit: Valentina Himmelbauer, Gerhard Dorfer, Christian Kohlhofer, Christoph Prückner, Nagy Vilmos.
BEI ANRUF MORDvon Frederick Knott
Es ist ein Theaterabend im wunderbaren Ambiente des Theater Center Forum Wien, 1090 _
,der den Filmklassiker von Alfred Hitchcock ( Dial M for Murder, 1954) nach dem gleichnamigen Broadway-Erfolgsstück von Frederick Knott, in einer mitreißenden Inszenierung und großartiger Darstellung aufnimmt und Spannung wie Drama und Komödie der Sonderklasse bietet.
Schon in der Anfangsszene gelingt es die Aufmerksamkeit und Neugierde auf Situation und Fortgang zu ziehen und dies setzt sich in den Folgeszenen – auch mit einem Bestens abgestimmten Bühnenbild, das reduziert wie aussagekräftig einen ausgezeichneten Spielrahmen bildet – sehr gelungen fort.
Regie und Ensemble finden genau die richtige szenische Dosis von Spannungsaufbau und Neugierde, die das Publikum gleichsam mitfiebern und auch miträtseln, mitaufklären lässt. Dieser Funke springt perfekt über und hält bis zum famosen Finale der Fallaufklärung an.
Das Stück überzeugt in Esprit, Spielfreude und wunderbar abgestimmter Regie wie Rollenpräsenz. Der Szenenrhythmus, der diesem Film- Theaterklassiker ins Herz trifft, weiß eigene Akzente zu setzen und das Publikum zu begeistern.
„Ein Theaterabend in Krimispannung der Sonderklasse!“
„Bei Anruf Mord“ Theater Center Forum _ Wien _ Regie: Christoph Prückner Mit: Valentina Himmelbauer, Gerhard Dorfer, Christian Kohlhofer, Christoph Prückner, Nagy Vilmos.
BEI ANRUF MORDvon Frederick Knott
Premiere 17.1.2024
Regie: Christoph Prückner
Mit: Valentina Himmelbauer, Gerhard Dorfer, Christian Kohlhofer, Christoph Prückner, Nagy Vilmos.
Theater-Center-Forum Porzellangasse 50, 1090 Wien
Weitere Spieltermine:17. Januar – 03. Februar 2024 – Forum II