„Radikalität, Empfindsamkeit und Intelligenz“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien 3.1.2026

Ingeborg Bachmann _ Sophie Reyer

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann _ Rom 1962 _
Foto: Heinz Bachmann (Bruder)

Im Interview _ Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien

Liebe Sophie, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?

Meine große Liebe war ja immer Paul Celan. Ich habe mit siebzehn den Band „Lichtzwang“ gelesen und bin über seine Texte zu ihren gekommen. Besonders fasziniert hat mich damals Bachmanns Hörspiel „der gute Gott von Manhatten“, weil die Bilder so schräg sind – und weil sie so wunderbar aufzeigt, wie nahe tiefe Liebe an tiefem Wahnsinn sein kann.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Für mich liegt das Besondere an Ingeborg Bachmanns Schreiben in der Intensität, mit der sie innere Zustände und gesellschaftliche Strukturen miteinander verbindet. Ihre Sprache ist dicht, poetisch und gleichzeitig präzise, sie schafft Bilder, die auf mehreren Ebenen wirken – emotional, intellektuell und politisch. Dabei spürt man immer die Spannung zwischen Nähe und Distanz, zwischen Intimität und Kritik, zwischen dem Inneren des Individuums und der äußeren Welt. Sie lässt ihre Leserinnen und Leser an existenziellen Fragen teilhaben, ohne dabei je belehrend zu sein. Diese Mischung aus Radikalität, Empfindsamkeit und Intelligenz macht ihr Werk für mich einzigartig.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ja, besonders „Malina“ hat mich sehr bewegt. Die Art, wie sie dort die psychische Zerrissenheit einer Frau in einer patriarchalen Gesellschaft beschreibt, ist erschütternd und zugleich faszinierend. Auch die „Gedichte aus dem Nachlass“ berühren mich, weil sie so unmittelbar, so verletzlich sind und gleichzeitig eine unglaubliche sprachliche Kraft besitzen. Und natürlich immer wieder ihre Essays und Vorträge, in denen sie gesellschaftliche Themen mit literarischer Präzision verknüpft.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Leider muss man sagen, dass viele ihrer Beobachtungen auch heute noch zutreffen – und in manchen Kontexten vielleicht sogar aktueller sind denn je. Die patriarchalen Strukturen, die sie kritisierte, zeigen sich nach wie vor in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ich glaube, gerade deshalb lohnt es sich, ihre Texte heute erneut zu lesen: Sie geben nicht nur Einblick in eine bestimmte historische Situation, sondern regen auch dazu an, kritisch auf unsere Gegenwart zu schauen.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Wie es für andere ist weiß ich nicht. Ich selbst bin sehr froh, dass ich das Privileg habe, mich künstlerisch ausdrücken zu dürfen. Ich bin auch gern allein, nicht, weil ich asozial bin, sondern weil ich in der Stille besser mir selbst begegnen kann. Und ich nehme mir auch gern Zeit für Texte. Vielleicht ist es für manche Menschen absonderlich, sich so zu verhalten, aber ich lebe ja nicht nach den Maßstäben anderer, sondern nach meinen, und ich finde meine Existenz sehr erfüllend – auch wenn man die Dinge in der Literatur nie ganz so ausdrücken kann, wie man es gern möchte. Es ist immer ein Tanz mit der Sprache, man will nach ihren Händen greifen und greift ein Stück weit ins Leere, aber das ist nur ein Grund, weiter zu tanzen. Wir brauchen diese Suchbewegung, dieses Taumeln, wenn wir wachsen und etwas lernen wollen. Das kann sich wie Verdammnis anfühlen, aber für mich ist es mehr Chance als Verdammnis. Mit jedem neuen Text kann man ganz neu anfangen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte sie gern gefragt, wie sie es geschafft hat, so radikal ehrlich zu schreiben, ohne sich selbst zu verlieren. Wie sie die Balance hielt zwischen persönlicher Verletzlichkeit und politischer Schärfe. Und ich würde ihr danken – für ihre Sprache, für die Kraft ihrer Worte und für die Wege, die sie für nachfolgende Generationen geöffnet hat.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Momentan arbeite ich an einem neuen Krimi über die Komponistin Olga Smirnitskaja. Sie musste ihre Liebe zu Johann Strauß aufgeben, weil sie eine Adelige war und er sie nicht heiraten durfte. Ich möchte die Spannung zwischen Leidenschaft, gesellschaftlichen Zwängen und musikalischer Kreativität erzählen und dabei sowohl historische Details als auch psychologische Tiefe einfließen lassen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien

Foto _ Ingeborg Bachmann 1: Garibaldi Schwarze, um 1970; 2 _ Heinz Bachmann.

Foto _ Sophie Reyer: Lipus Marku.

Walter Pobaschnig 1.1.26

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„Und“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Wort&Bild _ Sophie Reyer/Iracema Engel _ Wien 2.1.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

Undine geht_ Akrostichon

Text _ Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien.

Performance_ Iracema Engel, Schriftstellerin, Performerin, Model _ Wien. 

Undine geht

Und

Nie:

Deine

Insekten

Nach

Eden:


Gingen

Erde,

Häuteten

Tod




Sophie Reyer, 1.1.2026

Text _ Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien.
 Iracema Engel, Schriftstellerin, Performerin, Model _ Wien.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _
Foto: Heinz Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Foto _ Portrait/Sophie Reyer _ Wolfgang Liemberger

Fotos _ Iracema Engel _ Undine geht/Performance _ Donau/Wien _ Walter Pobaschnig 7/25

Literatur outdoors 1/26

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„Manchmal“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Wort&Bild _ Sophie Reyer/Sylvia Caba _ Wien 2.1.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

Malina _ Akrostichon

Text _ Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien.

Performance_ Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien.

Malina

Manchmal

Angst:

Lass

Innen

Neues

Anfangen

Sophie Reyer, 1.1.2026

Performance _ Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien.
Text _ Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien.
Sylvia Caba, Künstlerin _ Wien.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _
Foto: Heinz Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Foto _ Portrait/Sophie Reyer _ Wolfgang Liemberger

Fotos _ Sylvia Caba am Originalschauplatz „Malina“ Wien _ Walter Pobaschnig 12/24

Literatur outdoors 1/26

„Stille“ Barbara Thiel, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wachtberg/D 30.12.2025

GIVE PEACE A CHANCE


Gedanken und Gedenken bringen keine Erleichterung

In Trümmerstädten, Trümmerdörfern

Von einer Gewalt heimgesucht, die längst nicht mehr menschlich ist

Eher untermenschlich, obwohl sie von oben kommt.


Platzt in die Stille hinein

Eine Minute höchstens

Aber die Stille danach ist endgültig, sogar die

Chöre der Grillen verstummt

Entflohen, wo ist ihr Versteck?


Am Ende, kommen sie da wieder hervor?


Chimären, sagen sie,

Hirngespinste und Utopien

Absurde Ideen von einer Welt ohne

Nukleare Bedrohung und

Chemische Zerstörung allen Lebens

Eine Welt, in der es die Chance auf ein Danach gibt:



Barbara Thiel, 28.12.2025

Barbara Thiel, Schriftstellerin

GIVE PEACE A CHANCE

Barbara Thiel, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Barbara Thiel, geboren 1997 in Bad Honnef, studierte in Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und ist inzwischen an den Rhein zurückgekehrt, um ihren Master in Theorien und Praktiken professionellen Schreibens zu machen. Viel lieber als an der Masterarbeit schreibt sie jedoch an Kurzgeschichten und ihrem ersten Romanprojekt.

2023 gewann sie den Wilhelm-Fabry-Förderpreis. Ihre Texte sind in diversen Magazinen und Anthologien veröffentlicht, u.a. in kaffeeundkippen oder der Anthologie Bonner Bogen. Weitere Veröffentlichungen sind geplant. Sie lebt und schreibt in Wachtberg.

Kommende Termine:

Lesung bei der new.lit in der Buchhandlung Manulit am 15.01.2026 in Köln

Lesung aus der Anthologie ‚Bonner Bogen‘ am 05.03.2026 in der Dollendorfer Bücherstube Königswinter

Fotos: Portrait _ privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.

28.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

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„es braucht die vielen, vielen Erzählstimmen und Perspektiven“ Barbara Thiel, Schriftstellerin _ Wachtberg/D 30.12.2025

Liebe Barbara, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jetzt im Winter ist viel Ruhe eingekehrt. Ich stehe auf und warte darauf, dass es ein bisschen hell wird, dann geht es immer erstmal raus an die Luft. Meine Hündin ist stets mit dabei und erinnert mich daran, auch mal innezuhalten, einen besonderen Geruch zu genießen oder mir ein einzelnes, frostgezeichnetes Blatt ganz genau anzusehen. Morgens, wenn mein Kopf noch frisch ist, ist dann auch die beste Schreibzeit. Später kommen all die Pflichten. Termine, Haushalt, Arbeit und Bewerbungen schreiben. Jeden Tag ein bisschen anders, nie ganz planbar im Moment. Deshalb halte ich so gern an morgendlichen und abendlichen Routinen fest. Wenn es dunkel wird, mache ich mir drinnen kleine Lichter an. Dann wird Tagebuch geschrieben, reflektiert. Mit einer Tasse Tee gelesen und der nächste Tag geplant. Der sieht wieder anders aus, aber behält seinen Rahmen, der mich hält und mir trotzdem viel kreativen Freiraum lässt.

Barbara Thiel, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

In einem Wort: Freundschaft. Für mich das Antonym von Spaltung. Wir merken in den kalten Monaten des schwindenden Lichts, wenn es immer weiter auf das Jahresende zugeht, dass wir dazu durchaus in der Lage sind, freundschaftlich zu sein. Es braucht nicht vielmehr als einen kleinen Anreiz von außen, und wir schieben die zur Gewohnheit gewordene Feindseligkeit zur Seite, machen eine Ausnahme. Dabei sollte und müsste Freundlichkeit keine Ausnahme sein. Spaltung, Feindseligkeit, Neid und Ausgrenzung können nur in sich zusammenfallen, wenn wir diesen mit Integration, Freundlichkeit und Freundschaftlichkeit begegnen. Nicht nur zu Weihnachten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich habe mich wissenschaftlich viel damit auseinandergesetzt, welches Verhältnis die Kunst zur Wirklichkeit hat und glaube, dass es gerade dieses komplexe und teils paradoxe Verhältnis ist, das dafür sorgt, dass es Kunst zu jeder Zeit gegeben hat und geben wird. Es ist toll zu sehen, dass Kunst und Literatur immer breitere Zielgruppen erreichen, obwohl mit Kürzungen von Förderungen und Geldern von staatlicher Seite aus so sehr dagegen gearbeitet wird. Obwohl noch ein langer Weg vor ihr liegt, wird die Literatur immer inklusiver und diverser in vielerlei Hinsicht. Ihre Stärke liegt gerade darin, zwischen den Zeilen zu uns zu sprechen und auf eine Art und Weise Realität zu vermitteln, wie es faktische und wissenschaftliche Texte nicht können. Ich glaube, das Wesentliche an der Literatur ist ihre Schönheit, und die Kehrseite, ihre Hässlichkeit. Dabei meine ich die beiden Begriffe nicht auf- oder abwertend, sondern als zwei Seiten einer Medaille. Sprachkunst ist in der Lage, unser ästhetisches Empfinden anzusprechen und zu befriedigen, unsere Gedanken zu beflügeln und uns eine Zeitlang alles Harte, Raue, Laute, Schlimme vergessen zu machen. Das ist wichtig, um die Hoffnung und die eigene Menschlichkeit zu behalten. Und andererseits gibt es Literatur, die genau dafür da ist, uns das Hässliche, Unfertige, Zerstörerische, Schmerzhafte vorzuführen, uns im Tiefsten zu erschüttern. Das ist wichtig, um nicht träge und gleichgültig zu werden. Es braucht beides, es braucht die vielen, vielen Erzählstimmen und Perspektiven.

Was liest Du derzeit?

Als Vorbereitung auf ein Seminar lese ich gerade ‚Mary & Claire‘ von Markus Orths. Das Buch selbst ist eine Liebeserklärung an die Literatur, das Schreiben und die Sprache selbst. Es geht um eine ganz ungewöhnliche und besondere Beziehung zwischen der berühmten Mary Shelley, ihrer Schwester Claire und dem Autor Percy Shelley. Es geht aber auch um die Liebe zum Leben und den Umgang mit dem Tod. Ich finde es toll, wie die Gedanken- und Sprachwelten der Figuren lebendig werden, wie die realen Persönlichkeiten als Figuren rekonstruiert werden allein aus dem, was sie der Nachwelt in Sprache als Brief, Tagebucheintrag, Erzählung oder Notiz hinterlassen haben und bewundere die feine und sorgfältige Recherche, die man aus jedem einzelnen Kapitel herauslesen kann.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Zitat aus einem meiner liebsten Bücher von einem der talentiertesten und inspirierendsten Schriftsteller der Gegenwart:

“You once told me that the human eye is god’s loneliest creation. How so much of the world passes through the pupil and still it holds nothing. The eye, alone in its socket, doesn’t even know there’s another one, just like it, an inch away, just as hungry, as empty.” – Ocean Vuong: On Earth We’re Briefly Gorgeous

Vielen Dank für das Interview, liebe Barbara viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Barbara Thiel, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Barbara Thiel, geboren 1997 in Bad Honnef, studierte in Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und ist inzwischen an den Rhein zurückgekehrt, um ihren Master in Theorien und Praktiken professionellen Schreibens zu machen. Viel lieber als an der Masterarbeit schreibt sie jedoch an Kurzgeschichten und ihrem ersten Romanprojekt.

2023 gewann sie den Wilhelm-Fabry-Förderpreis. Ihre Texte sind in diversen Magazinen und Anthologien veröffentlicht, u.a. in kaffeeundkippen oder der Anthologie Bonner Bogen. Weitere Veröffentlichungen sind geplant. Sie lebt und schreibt in Wachtberg.

Kommende Termine:

Lesung bei der new.lit in der Buchhandlung Manulit am 15.01.2026 in Köln

Lesung aus der Anthologie ‚Bonner Bogen‘ am 05.03.2026 in der Dollendorfer Bücherstube Königswinter

Fotos: privat

28.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

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„Schreiben heißt für mich: dableiben.“ Michael Stehlik, Autor _ Wien 27.12.2025

Lieber Michael, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Mein Alltag ist bodenständig. Ich arbeite mit Menschen, die schon viel mitgemacht haben. Zuhören, dableiben und ernst nehmen – das ist oft wichtiger als jedes gescheite Wort.

Geschrieben wird meist abends oder zwischendurch, wenn Gedanken auftauchen. Familie, Begegnungen und ruhige Momente geben mir Kraft.

Michael Stehlik, Autor

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Mehr Menschlichkeit. Mehr Geduld. Mehr Respekt.

Viele sind müde, überfordert oder innerlich verletzt. Es wird schnell geurteilt, oft zu schnell. Ich glaub, wir brauchen wieder mehr echtes Hinschauen. Nicht jeder, der laut ist, ist stark – und nicht jeder, der leise ist, schwach.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur und Kunst sind für mich Orte, wo man kurz stehen bleiben darf. Wo man nicht funktionieren muss.

Sie dürfen ehrlich sein, auch unbequem. Sie erzählen vom Hinfallen und Wiederaufstehen, von Fehlern und Hoffnung.

Schreiben heißt für mich: dableiben. Nicht weglaufen. Zeigen, dass Veränderung möglich ist – auch wenn der Weg nicht leicht war.

Geschichten verbinden. Und manchmal reicht schon ein Text, damit man merkt: Ich bin nicht allein.

Was liest du derzeit?

Alles Mögliche: Lebensgeschichten, autobiografische Texte, spirituelle Impulse, Bücher über Menschlichkeit und Veränderung. Mich interessieren keine perfekten Karrieren, sondern echte Wege – mit Ecken, Kanten und Herz.

Welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

Wir Menschen hier in Europa haben das Glück, dass wir uns jeden Tag neu erfinden dürfen – wie eine neue Seite im eigenen Buch.

Was gestern war, muss uns nicht festhalten. Fehler, Umwege und Brüche gehören dazu.

Jeder Tag gibt uns die Chance, ein bissl ehrlicher zu sein, ein bissl menschlicher.

Vielleicht heute jemandem zu zeigen: Du bist mehr als deine Vergangenheit.

Michael Stehlik, Autor

Vielen Dank für das Interview, lieber Michael, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Michael Stehlik, Autor, Peermitarbeiter

Zur Person/über mich: Michael Stehlik, Mike aus Wien ist Autor: „Vom Abgrund und zurück ins Leben“ und Peermitarbeiter in der Wohnungslosenhilfe in Wien. Er kennt das Leben nicht nur aus Büchern, sondern aus eigener Erfahrung. In seinen Texten geht es um Menschlichkeit, Würde, Hoffnung und zweite Chancen.

Er schreibt so, wie er lebt: ehrlich, direkt und ohne Maske. Über Umwege, Fehler, Aufstehen und darüber, dass jeder Mensch mehr ist als das, was man auf den ersten Blick sieht.

Mike aus Wien lebt und arbeitet in Wien.

Aktuelles Buch von Michael Stehlik:

„Vom Abgrund zurück ins Leben“ Michael Stehlik

„„Vom Abgrund und zurück“ ist die wahre Geschichte eines Jungen, der nie Kind sein durfte, eines Jugendlichen, der zu früh Vater wurde, und eines Mannes, der sich aus der Sucht ins Leben zurückkämpfte. Es ist die Geschichte von Liebe, Schmerz, Scheitern – und unermesslicher Stärke.
Michael erzählt ehrlich und schonungslos von seiner Kindheit, seiner Drogenabhängigkeit, dem Leben auf der Straße und davon, wie er mit seiner Jugendliebe und seinen Kindern Schritt für Schritt den Weg zurückfand. Dieses Buch ist ein Hoffnungsträger für alle, die glauben, es gäbe kein Zurück mehr.
Denn manchmal ist der dunkelste Weg genau der, der dich ins Licht führt.“

https://www.amazon.de/Vom-Abgrund-zur%C3%BCck-ins-Leben/dp/B0F5WSQ48S

Fotos: privat

26.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

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„Gib“ Michael Stehlik, Autor _ Give Peace A Chance _ Wien 27.12.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Gib dem Menschen net glei ein Urteil, gib ihm zuerst a Chance.

In jedem steckt mehr, als man von außen sieht.

Viele tragen ihr Packerl still mit sich herum.

Ehrlich sein heißt manchmal auch zu sagen: I kämpf grad.


Peace heißt net, dass alles leiwand is.

Es heißt, dass ma trotzdem menschlich bleibt.

Auch wer gefallen is, darf wieder aufstehen.

Courage zeigt sich oft dort, wo keiner hinschaut.

Ein offenes Ohr heilt oft mehr als tausend g’scheite Ratschläge.


Alles beginnt mit Respekt.


Chaos entsteht aus Angst – Frieden aus Verständnis.

Hoffnung wächst, wenn da wenigstens einer an di glaubt.

Auch nach dunklen Kapiteln geht die G’schicht weiter.

Niemand is nur seine Fehler oder seine Vergangenheit.

Chancen entstehen, wenn ma einander wirklich sieht.

Ein bissl Menschlichkeit kann mehr bewegen, als ma glaubt.



Michael Stehlik, 26.12.2025

Michael Stehlik, Autor

GIVE PEACE A CHANCE

Michael Stehlik, Autor, Peermitarbeiter

Zur Person/über mich: Michael Stehlik, Mike aus Wien ist Autor: „Vom Abgrund und zurück ins Leben“ und Peermitarbeiter in der Wohnungslosenhilfe in Wien. Er kennt das Leben nicht nur aus Büchern, sondern aus eigener Erfahrung. In seinen Texten geht es um Menschlichkeit, Würde, Hoffnung und zweite Chancen.

Er schreibt so, wie er lebt: ehrlich, direkt und ohne Maske. Über Umwege, Fehler, Aufstehen und darüber, dass jeder Mensch mehr ist als das, was man auf den ersten Blick sieht.

Mike aus Wien lebt und arbeitet in Wien.

Aktuelles Buch von Michael Stehlik:

„Vom Abgrund zurück ins Leben“ Michael Stehlik

„„Vom Abgrund und zurück“ ist die wahre Geschichte eines Jungen, der nie Kind sein durfte, eines Jugendlichen, der zu früh Vater wurde, und eines Mannes, der sich aus der Sucht ins Leben zurückkämpfte. Es ist die Geschichte von Liebe, Schmerz, Scheitern – und unermesslicher Stärke.
Michael erzählt ehrlich und schonungslos von seiner Kindheit, seiner Drogenabhängigkeit, dem Leben auf der Straße und davon, wie er mit seiner Jugendliebe und seinen Kindern Schritt für Schritt den Weg zurückfand. Dieses Buch ist ein Hoffnungsträger für alle, die glauben, es gäbe kein Zurück mehr.
Denn manchmal ist der dunkelste Weg genau der, der dich ins Licht führt.“

https://www.amazon.de/Vom-Abgrund-zur%C3%BCck-ins-Leben/dp/B0F5WSQ48S

Fotos: Portrait _  privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.

26.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

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„In starker Liebe bleibe ich“ Bonhoeffer, Dietrich / Wedemeyer, Maria von _ Brautbriefe Zelle 92 _ Beck Verlag

Dietrich Bonhoeffer, evang. Theologe, Pfarrer,  Univ.Prof., Widerstandskämpfer * 4. Februar 1906 Breslau  +9. April 1945 ermordet im KZ Flossenbürg.
Maria Friederike von Wedemeyer * 23. April 1924 Pätzig, Landkreis Königsberg † 16. November 1977 in Boston/USA, ab 1949 verheiratete Maria Schniewind (geschieden 1959), ab 1959 verheiratete Maria Weller (geschieden 1965),  Informatikerin und Managerin, Verlobte Dietrich Bonhoeffers.

Es ist ein Briefwechsel einer ganz besonderen Liebe in herausfordernsten Zeiten, der zugleich beeindruckendes Zeugnis persönlichen Zuspruches, Mutes und Widerstandskraft ist.

Dietrich Bonhoeffer kehrt nach einem Studienaufenthalt in den USA Anfang der 1930er Jahre nach Deutschland zurück und positioniert sich in den folgenden Jahren der nationalsozialistischen Machtergreifung mit klarem theologischen, demokratischen wie widerstandsorientierten persönlichen wie kirchlichen Profil, das sich in der „Bekennenden Kirche“ gegen staatliche Gleichschaltung wehrt.

Bonhoeffer und Wedemayer, die 18 Jahre jünger ist, verloben sich kurz vor der Verhaftung Bonhoeffers am 5.4.1943, dessen Widerstandsaktivitäten zur Festnahme führten.

In der darauffolgenden Gefängniszeit kommt es zu einem Briefwechsel, der im vorliegenden Buch umfassend dokumentiert wie mit weiteren Dokumenten aufgearbeitet ist. Es ist das Zeugnis einer ganz großen Liebe wie festen Glaubens in herausforderndsten Zeiten, das menschliches Vermögen, Erleiden, Vertrauen und Hoffen erschütternd wie beeindruckend wiedergibt.

Bonhoeffer, Dietrich / Wedemeyer, Maria von _ Brautbriefe Zelle 92Dietrich Bonhoeffer, Maria von Wedemeyer 1943-1945 _ Beck Verlag    

Herausgegeben von Ruth-Alice von Bismarck und Ulrich Kabitz, Mit einem Nachwort von Eberhard Bethge.

XIV, 308 S., mit 30 Abbildungen

Hardcover

978-3-406-54440-8

18,00 €

Walter Pobaschnig 12/25

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„Liebe und Kunst sind Verbündete“ Ruth Forschbach, Schriftstellerin _ Berlin 19.12.2025

Liebe Ruth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Morgengymnastik, Frühstücken, Meditieren, an den Schreibtisch setzen, Morgenseiten schreiben, private E-Mails beantworten, Veranstaltungsprogramme mit Künstlerkolleginnen und Kollegen konzipieren, Nichtstun, Essen kochen, spazieren, lesen, an meinem nächsten Buchprojekt schreiben…….

Ruth Forschbach, Schriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich möchte nur von mir sprechen: Achtsamkeit, Gelassenheit, um wieder mehr Ruhe und Stille in mir zuzulassen, um das, was existenziell wichtig für mich und damit auch für andere ist, wieder zu fühlen, sehen, hören und wertzuschätzen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich habe mein Leben schon mehrmals auf den Kopf gestellt; unorthodox gelebt und bin trotzdem meinen Werten treu geblieben. Deshalb – in rauen Zeiten weiterhin hoffnungs- und vertrauensvoll leben!

Liebe und Kunst, diese engen, tief emotionalen Verwandten sind Verbündete. Sie  überwinden spielend alle Sprach- und Kulturgrenzen.

Literatur gibt mir die Möglichkeit, meine zu Wort gewordenen Gedanken und damit Emotionen und Perspektiven zu kommunizieren. Ich vertraue der Kraft der Kunst, die es versteht, Gedanken anzuregen und den Funken der Veränderung zu entzünden; den sozialen Zusammenhalt und  Dialog zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zu fördern und kulturelle Grenzen zu überwinden.

Was liest Du derzeit?

Christus kam nur bis Eboli ( Carlo Levi)

Sowie diverse lyrische Werke wertgeschätzter Kolleginnen und Kollegen. Auszugsweise:

Was wir reden, wenn es gewittert (Thilo Krause)

Die Tage sind aus Wind gewebt (Kirsten Döbler)

Ungläubig eine Kathedrale betreten (Philipp Letranger und Siegfried Völlger)

und Lyrik-Anthologien

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“  (Ben Gurion)

Ruth Forschbach, Schriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin

Vielen Dank für das Interview, liebe Ruth, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Ruth Forschbach, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Ruth Forschbach

Geboren in Köln, lebt in Frechen und Berlin. Studium  BWL/Personalmanagement und Kommunikations-Psychologie, Schriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin.

Veröffentlicht seit 2021 Gedichte und Kurzgeschichten in deutscher Sprache. Nennt sich selbst eine spätberufene Lyrikerin.

Einzelveröffentlichungen:

Okt. 2025 „ Das Beständige im Flüchtigen“, Geest Verlag; Premierenlesung 09.12.25

2023 „Unterwegs“ in Zusammenarbeit mit der Kölner Malerin Angelika Schneeberger.

2022 „Im Inneren der Zeit“

2021 „Zwischen Punkt und Komma“

Ihre  Texte erschienen in zahlreichen Anthologien (darunter mehrfach im Literatur-Magazin „Reibeisen“ Kapfenberg, in „Versnetze“  Hrsg. Axel Kutsch, „Poesie Album“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik),  Zeitschriften und Blogs.

Die Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Fachrichtungen liegt Ruth Forschbach besonders am Herzen. So konzipiert und veranstaltet sie mit Künstlerkollegen/Innen mehrfach im Jahr Gemeinschafts-Projekte

Mitglied in  der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Leipzig, des Europa Literaturkreis Kapfenberg/Österreich, Lyrik lebt e.V., Literaturszene Köln und des Autorenkreises Rhein-Erft.

www.lyrisches-mittendrin.de

Fotos: privat

18.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

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„Geben“ Ruth Forschbach, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 19.12.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Geben wir der Hoffnung Hoffnung

Inmitten

Vernebelter Zeiten

Ein leises Zeichen durch das laute


Pulsieren der Welt

Einen neuen

Anfang brauchen wir

Couragiert

Einmütig, lasst uns


Achtsam durch das Welten –


Chaos die

Hoffnung kosen, auf das sie sich

Abnabelt und lustvoll eine

Neue Welt gebiert

Chancengleichheit

Einigkeit


Ruth Forschbach, 18.12.2025

Ruth ForschbachSchriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin

Ruth Forschbach, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Ruth Forschbach

Geboren in Köln, lebt in Frechen und Berlin. Studium  BWL/Personalmanagement und Kommunikations-Psychologie, Schriftstellerin, Lyrikerin, Moderatorin.

Veröffentlicht seit 2021 Gedichte und Kurzgeschichten in deutscher Sprache. Nennt sich selbst eine spätberufene Lyrikerin.

Einzelveröffentlichungen:

Okt. 2025 „ Das Beständige im Flüchtigen“, Geest Verlag; Premierenlesung 09.12.25

2023 „Unterwegs“ in Zusammenarbeit mit der Kölner Malerin Angelika Schneeberger.

2022 „Im Inneren der Zeit“

2021 „Zwischen Punkt und Komma“

Ihre  Texte erschienen in zahlreichen Anthologien (darunter mehrfach im Literatur-Magazin „Reibeisen“ Kapfenberg, in „Versnetze“  Hrsg. Axel Kutsch, „Poesie Album“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik),  Zeitschriften und Blogs.

Die Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Fachrichtungen liegt Ruth Forschbach besonders am Herzen. So konzipiert und veranstaltet sie mit Künstlerkollegen/Innen mehrfach im Jahr Gemeinschafts-Projekte

Mitglied in  der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Leipzig, des Europa Literaturkreis Kapfenberg/Österreich, Lyrik lebt e.V., Literaturszene Köln und des Autorenkreises Rhein-Erft.

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Fotos: Portrait _ privat; Motiv _ Walter Pobaschnig.

18.12.2025_Interview_Walter Pobaschnig

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